Das Rock-Festival im kalifornischen Altamont, 1969 von den Rolling Stones initiiert, symbolisiert das Ende der Hippie-Bewegung und ihrer naiven Hoffnungen.
Als Sicherheitskräfte eingesetzte Hells Angels prügelten auf Besucher ein, bei einer Messerstecherei starb ein Afroamerikaner.
Im Rückblick und im Vergleich mit der heute katastropal entglittenen Loveparade in Duisburg nimmt sich Altamont aber noch harmlos aus.
Bei einer Massenpanik vor dem Festivaleingang starben mehr als ein Dutzend Menschen, über hundert wurden verletzt, viele davon schwer.
Zertrampelt wurde da wohl auch die ‘Idee’ der Loveparade. Deren Gründer, Dr. Motte alias Matthias Roeingh, klagt auf seinem Weblog nun die Veranstalter in Duisburg an:
>das gelände abzusperren war ein fehler. die loveparade war immer offen für alle in berlin, mit rückzugsmöglichkeiten in den tiergarten… wir hatten immer sani’s ohne ende wasser. ein einziger zugang durch einen tunnel birgt die katastrophe in sich. ich bin sehr traurig<
Im FOCUS klingt sein Verdikt noch drastischer:
>Da ging es doch nur ums Geldmachen. Die Veranstalter haben nicht das geringste Verantwortungsgefühl für die Menschen gezeigt.<
Auf der Website loveparade.de ist jetzt mit wenig Weiß vor viel Schwarz zu lesen:
>Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden.
Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen.Die Stadt Duisburg hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich besorgte Angehörige informieren können: 0203-94000.<
Bei den Ruhrbaronen rechnet Stefan Schroeder mit den aus seiner Sicht Veranwortlichen ab:
>Die Loveparade ist erledigt. Für alle Zeiten, so hoffe ich. Was als antiautoritäre Demonstration der Berliner Partyszene begann, endete in einem totalen Desaster – verursacht von unfähigen Ruhrpott-Bürokraten.
…
Mein Zorn gilt den Bürokraten in Duisburg …Dabei war schon Berlin die Fratze hinter den Beats für jeden, der es wissen wollte, zu sehen. Drogenfressen, Livepornodrehs im Tiergarten, Hecken knietief in Pisse und Schlamm dazu tonnenweise Müll.
Berlin hatte keine Lust mehr auf den Scheiß
…
Duisburg hatte die wahnsinnige Saufsause eigentlich schon aus Geldmangel abgesagt. Der Rat hatte Einsicht bewiesen und das Ding beerdigt. Es war zu Ende. Aber der Duisburger Oberbürgermeister Sauerland hat die Leiche zum zweiten Mal erweckt. Hat den Zombie beatmet. Mit Geld – mit frischem Geld. Warum? Weil er Ruhm wollte für sich und seine Stadt. Sauerland, hättest Du doch dieses Geld nie besorgt. Hättest Du nur auf die Stimmen deines Rates gehört. Niemand wäre gestorben. Niemand.
…
Am Freitag habe ich gefragt, wie viele Menschen auf den Platz passen. Der Sprecher der Stadt wollte es nicht sagen. Er meinte, das sei geheim. Er wolle und dürfe das nicht sagen. Ich habe in der Verordnung nachgesehen, die regelt, wie viele Menschen bei öffentlichen Veranstaltungen auf Plätzen zugelassen sind. Daraus ergab sich, dass auf den Platz maximal 500.000 Menschen durften. Zwei Menschen je Quadratmeter. Heute heißt es, 800.000 seien drauf gewesen. Fast doppelt so viele wie erlaubt.
…
Es war klar, dass da was passieren muss. Es war sicher, dass das schief geht. Die Planer des Technobastards hätten das Ding verneinen müssen. Weil sie gesehen haben, dass das nicht geht. Wo sind die Mahner gewesen? Was haben sie gesagt? Warum wurden sie nicht gehört? Weil Oberbürgermeister Sauerland die Party des Berliner Guhls wollte? Weil er Ruhm wollte?
…
Diese Polizei hat eine Mitverantwortung für das Desaster bei der Love-Parade. Sie hätte wissen müssen, dass sie das Monster nicht beherrschen kann. Sie hätte die Parade absagen müssen – aus Sicherheitsgründen.< [Links und Hervorhebungen von uns]
Vor vier Tagen titelte Ingmar Kreienbrink in einem WAZ-Artikel: “Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil“.
Über hundert Kommentare gab es zu diesem Artikel. Viele sagten die Katastrophe voraus:
>Das schlimme an dieser Geschichte ist doch, daß man anschließend diese organisatorischen Vollidioten noch nichtmals zur Verantwortung wird ziehen können.
Was die da machen, ist höchstgradig kriminell. Was ist denn, wenn zu dem Chaos noch Panik kommt, was ist dann? Panik heißt Flucht, und Flucht heißt Ausdehnung. Wohin soll sich diese Masse an Menschen ausdehnen, wenn was schief geht, und Panik ausbricht?< [von voltago, am 20.07.2010 um 19:36]>230.000 qm für sagen wir mal 460.000 Menschen, das ergibt genau einen halben Quadratmeter pro Person. Und davon geht noch der Platz ab, den Bühnen brauchen und vor allem den die Floats brauchen. 460.000 Menschen sind wie Sardinen in der Dose, da kann sich keiner mehr bewegen. Wenn dann aus irgendeinem Grund da eine Panik ausbricht, dann gibt es Tote - und nicht wenige. Solch eine Menge auf so engem, eingezäunten Raum, das kann nicht gutgehen. Meine Kinder gehen nicht hin, sie verstehen das und teilen die Bedenken. [von MadCat , am 20.07.2010 um 20:33]
>Das hört sich alles andere als “sicher” an. Wie sollen auf das Gelände 500 000 Menschen und 20 Floats passen? Wahrscheinlich werden mehr als 1 Million Besucher kommen. Das kann dann gefährlich werden. Wissen die Verantwortlichen was sie da tun? Wenn in solche Menschenmengen bei dem beschränkten Raum mal eine unkontrollierte Bewegung entsteht, dann gibt es zu hauf Tote und Verletzte.< [von Benno , am 20.07.2010 um 23:56]
>Nicht ganz korrekt - liebe kollegen! unterlagen der bahn belegen, dass das gelände für max. 270.000 personen geeignet bzw. zulässig ist… neue rechnung bitte!…und da wird doch selbst dem matheschwächsten klar, warum der sicherheitsbeauftragte herr rabe aus “einsatztaktischen gründen” nicht konkreter wird - äähh konkreter werden darf- muss es da wohl besser heißen… viel spaß! Bleibt nur zu hoffen, dass das wetter einige von ihrer anreise abhält und nichts schlimmes passiert… unverantwortlich.< [ von Andrea Joseph, am 21.07.2010 um 07:47]
>es gibt nur einen Zugang zum Gelände und der ist unter einer langen Brücke. Was passiert wenn hier Panik ausbricht?<
[von tron , am 21.07.2010 um 08:24]>Das ist die schlechteste Idee, die Duisburg jemals hatte kombiniert mit der lächerlichsten Planung & Organisation…das kann nur in die Hose gehn …< [von Tadaaaa , am 21.07.2010 um 09:30]
>Berlin ist die einzige Stadt die auch nur annähernd in der Lage ist, 1,2 Million [von Moderation editiert] zu händeln.
Eine Provinzstadt in NRW kann das mit Sicherheit nicht. Wem sein Leben lieb ist, der bleibt von diesem Wahnsinn fern.<
[von Maike Kampmann , am 21.07.2010 um 10:19]>An alle Zweifelnden: BLEIBT ZUHAUSE !!
Der einzige Zugang liegt in einem Tunnel, ist maximal 15 Meter breit (also etwa wie die Bahnhofshalle) und besteht aus Kopfsteinpflaster. Der Belag des Festplatzes sah vom Zug aus wie grober Schotter, also wäre festes Schuhwerk zu empfehlen. Zelte und Zäune stehen mittlerweile, das macht den Platz auch nicht gerade größer -im Gegenteil-.
Als Bewohner der Innenstadt (Luftlinie zum Festplatz ca. 300 Meter) darf ich auch noch das Auto wegfahren, weil absolutes Parkverbot in ALLEN innerstädtischen Straßen !! Öffentliche Busse und Bahnen verkehren nicht oder werden weiträumig umgeleitet. Noch Fragen ??< [von wattearvolt , am 21.07.2010 um 20:09]>Beunruhigende Zahlen: der einzige Zugang zum Platz hat eine Durchgangskapazität von 60000 Personen je Stunde. Wenn 400000 auf dem Gelände Platz haben, über 1 Million erwartet werden, wird hier schon ein gefährlicher Brennpunkt entstehen. Ich finde die Loveparade hervorragend, aber sie gehört nicht in diese Stadt.<
[von FriedLich53 , am 22.07.2010 um 07:58]>Das ist eine Katastrophe , wie kann eine Stadt nur auf die Idee kommen einen einzigen zugang zu öffnen, jeder weiß das dort nicht nur einige sondern viele sich dort mit Chemi vollknallen wen da nur “einer ” Panik bekommt ist die Ka****am dampfen leute werden in Panik auf die öffnung stürmmen und das wird nicht lustig, ich werde mit sehr gemischten gefühlen dort hinfahren und wirklich das beste hoffen.<
[von Lole1322 , am 22.07.2010 um 10:24]> …genau: Viel Spaß Euch allen… Vorallem den Verantwortlichen, die hoffentlich ordentlich zur Rechenschaft gezogen werden, wenn - wir hoffen es nicht - etwas passieren sollte.
Bleibt zu hoffen, das es schüttet und stürmt und somit einige von ihrer Anreise absehen… Bringt Euch besser in Sicherheit - und zwar ganz weit weg vom Duisburger Bahnhof.<
[von Alex , am 22.07.2010 um 13:00]>Noch einmal - die Loveparade in Essen und Dortmund kann man NICHT miteinander vergleichen! Grund: in Essen war 2007 der GESAMTE Innenstadtbereich großräumig abgesperrt & die Raver konnten sich im GESAMTEN Innenstadtbereich FREI bewegen. In Dortmund waren bereits feste Laufwege vorgegeben und das LoPa-Gelände war eingezäunt und keine freie Bewegung möglich. Das war schon hart an der Grenze! Die Stimmung war mehr als gereizt & das auf einer wesentlich größeren Veranstaltungsfläche als uns Duisburg nun “serviert”. Es ist keine Loveparade mehr sondern ein schnödes Festival, mit einer maximalen Besucheranzahl auf einem fest abgesteckten Gelände. Warum diese max. Besucheranzahl für die max. 230 000 qm, die nur zur Verfügung stehen nicht bekannt gegeben wird, ist und bleibt mir aber ein Rätsel! Was will man denn hier provozieren? Aggression? Da hat sich die Stadt Duisburg ein schönes Ei gelegt - viel Spaß beim ausbrüten! Ich bleib lieber zu Hause!< [von bimmelbommel01 , am 22.07.2010 um 14:56]
>der zugang in einem tunnel ist nicht nur ein schlechter witz, er macht das ganze gelände zu einer riesigen falle. einmal drin und man kommt nie wieder raus. …
fazit: ich währe wirklich sehr gerne hin gegangen, aber mein gesunder menschenverstand rät mir das spektakel lieber vor dem heimischen fernseher zu genießen< [von klotsche , am 22.07.2010 um 18:18]>Als ortsansässiger habe ich mich seit Jahren auf die Duisburger loveparade gefreut- nun gehe ich nicht hin. Zu groß sind die Sicherheitsbedenken, ich halte es für sehr gefährlich so viele Menschen durch den langen Tunnel und einen einzigen Zugang schleusen zu wollen.< [von Gonzo50 , am 23.07.2010 um 14:57]
>Mein Nachbar arbeitet bei der Feuerwehr. Er hat auch gesagt, daß das eigentlich gar nicht erlaubt sein dürfte, man mache sich ernsthaft Sorgen, wieviele Knochenbrüche, Bänderdehnungen und Gelenkzerrungen auf die Helfer und umliegenden Krankenhäuser zukommen werden. Das Gelände sei außerdem viel zu klein und habe nur einen offiziellen Zugang, wie da im Falle einer Panik reagiert werden soll, wisse man auch nicht. < [von Alex, am 23.07.2010 um 15:45]
SPON zitiert den Oberbürgermeister so:
>Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) sagte, das Sicherheitskonzept für die Love Parade sei stichhaltig gewesen.<
Man wird wetten können, wieviele Tage es bis zu seinem Rücktritt braucht. Vor ihm dürfte allerdings sein Dezernent für Sicherheit und Recht, Wolfgang Rabe, den Hut nehmen. Zumindest die Angehörigen der Toten werden die Schuldigen für das Desaster auch vor Gericht sehen wollen.
Haarsträubend klingen jetzt die Rechtfertigungen der ‘Experten’:
>Der Panikforscher Michael Schreckenberg verteidigte derweil das Sicherheitskonzept, an dem er selbst beteiligt war. Der Tunnel, in dem es zur Massenpanik gekommen war, sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte Schreckenberg im WDR-Fernsehen. Nach seinen Aussagen waren im Vorfeld der Loveaparade viele mögliche Notfälle durchgespielt worden. „Es gibt aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten“, meinte er.
Laut Schreckenberg hatten kurz vor dem Unglück mehrere Loveparade-Teilnehmer ein Gitter überrannt und waren eine Treppe hochgelaufen. Dabei seien einige gestürzt. „Im Sicherheitsplan war“, so Schreckenberger, „nicht vorgesehen, dass Menschen von oben herunterfallen.“< [Links und Hervorhebungen von uns]
Im Newsticker des WDR wurde vor kurzem gemeldet, dass die Staatsanwaltschaft Duisburg am Sonntagmorgen die Planungsunterlagen der Loveparade beschlagnahmt hat.

Unvorstellbar, dass ein Vater seine Tochter jahrzehntelang in einem unterirdischen Verlies als Sexsklavin gefangen hält. Im niederösterreichischen Amstetten ist genau das geschehen. Immerhin: Josef Fritzl verbüßt für sein monströses Verbrechen eine lebenslange Haftstrafe.
Unvorstellbar auch, dass ein hochgeachteter Pädagoge als Rektor eines renommierten Internats ein jahrelang funktionierendes System des sexuellen Missbrauchs installiert - und (scheinbar) keiner merkt es (bis auf Opfer und Mittäter).
Im Odenwald ist genau das geschehen. Gerold Becker, zwischen 1974 und 1985 Leiter der Odenwaldschule im südhessischen Oberhambach, wurde für seine Untaten nie bestraft.
“Mein ist die Rache“, spricht der Herr - wenn es ihn denn gäbe und wenn er sich um Recht oder Unrecht wirklich scherte.
Becker ist einem Lungenemphysem erlegen. Kein angenehmer Tod, aber andere, die weniger Schuld auf sich geladen haben, sterben oft noch elender.
“Ich sterbe mich aus der Verantwortung“, so sehen das offenbar einige Opfer von Becker.
In einem mit Spiegel-Online schon im April geführten Gespräch schilderte die heutige Leiterin der Odenwaldschule, Magarita Kaufmann, wie es ihrem Vorvorgänger gelungen war, Zeugen des Missbrauchs kaltzustellen:
>Es gab ein Mädchen, das über den Missbrauch von Schulkameradinnen berichtet hat, ihr wurde nicht geglaubt. Sie musste stattdessen von der Schule gehen, weil Becker alles daran gesetzt hat, dass der Spieß umgedreht wird. Das Mädchen wusste zu viel über ihn. Das Mädchen hatte seinen einflussreichen Vater informiert und dieser hatte sich mit Becker in Verbindung gesetzt. Daraufhin erhielt der Vater einen Brief, in dem das Mädchen des Drogenkonsums beschuldigt wurde, sie musste die Schule ohne Abschluss verlassen. Als Schulleiter konnte Herr Becker sicher Maßnahmen ergreifen, um sich selbst vor zu vielen Mitwissern zu schützen. […]
Ein Junge, der sich Becker dauerhaft entzogen hat, wurde geschnitten, von schulischen Aktivitäten ausgeschlossen, bis er schließlich ohne Abschluss von der Schule gehen musste. Das ist nur schwer zu ertragen: ein Kind wird missbraucht, und am Ende wird ihm noch die Schuld dafür gegeben, dass es sein Leben nicht mehr in den Griff bekommt. Das ist unglaublich.<
Interessant ist, was die Frankfurter Rundschau gestern in einem ‘Nachruf’ über den “Mann mit den zwei Leben” schrieb:
>Der Theologe und Pädagoge Gerold Becker war ein Mann, der zwei Leben lebte. In dem einen war er ein gefeierter Lehrer und Wissenschaftler. Einer, der die hehren Ziele der Reformpädagogik wie kaum ein anderer verkörperte, der seinen Schülern Freund und Ratgeber war, der “menschliche Nähe” postulierte, weil nur so aus jungen Leuten starke Erwachsene werden könnten. In diesem Leben brillierte der eloquente Charismatiker unter anderem als Berater des Hessischen Kultusministeriums, als Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime, als Autor und Elite-Pädagoge auf unzähligen Podien - und lange Jahre als Leiter der Unesco-Modellanstalt Odenwaldschule. […]
Als im März bekanntwurde, dass es an der Odenwaldschule ein “System Becker” gab, mit etlichen Tätern und Dutzenden Missbrauchsopfern, ließ sich nichts mehr verheimlichen. Vom Krankenbett aus sah Becker zu, wie sein öffentliches Leben zu Staub zerfiel - und nur noch das des Sexualtäters blieb.Seiner Schule, seinen Weggefährten, ja der Reformpädagogik überhaupt hat er damit den denkbar schlechtesten Dienst erwiesen. Eine ganze Erziehungswissenschaft mit ihren vorbildlichen Ideen geriet durch ihn unter Generalverdacht.
Zu den unglaublichen Wendungen dieses Skandals gehört auch, dass Becker ausgerechnet jetzt starb, pünktlich zur 100-Jahr-Feier der Schule. So war Becker am Freitag noch einmal das Gesprächsthema - aber anders, als er es sich zu Lebzeiten gewünscht hätte.< [Links und Hervorhebungen von uns]
Vor fast 5 Jahren wurde in den Odenwald-Geschichten erstmals über den Fall ‘Harry Wörz’ berichtet.
Wir schrieben damals über diesen Justizskandal und das Engagement von Internet-Aktivisten, die ihn aufdeckten:
>In einem der spektakulärsten Kriminalfälle der letzten Jahrzehnte führte das Engagement von Justizkritikern zum Freispruch des jahrelang zu Unrecht inhaftierten Harry Wörz.
Wörz wurde sehr wahrscheinlich das Opfer einer Intrige der Polizei in Pforzheim, die so einen tatsächlichen Täter in den eigenen Reihen gedeckt haben könnte.[…]
Skrupellose Rechtsbeuger innerhalb der Justiz machten das fragwürdige Spiel mit und brachten Wörz, der “nur” ein einfacher Bürger war und keine Beziehungen hatte, jahrelang hinter Gitter.<
Der BGH hob diesen Freispruch dann wieder auf. Das konnte man noch erwarten.
Später nahm der Fall eine Wendung, die auch wir nicht erwartet hatten. In den Medien sprach man von einer Sensation und das war es auch:
In einem neuen Prozess vor dem Landgericht Mannheim machten Richter endlich das, was sie bereits 11 Jahre zuvor tun mussten, aber nicht taten: Sie befassten sich unbefangen und akribisch mit dem Fall und gewährtem dem Justizopfer Harry einen Freispruch erster Klasse. Mehr noch: Sie benannten einen damals in die “Ermittlungen” involvierten Polizisten als den wahrscheinlichen Täter.
Man muss nach allem bisher Bekannten davon ausgehen, dass Harry Wörz ein Komplott von Polizisten zum Verhängnis wurde.
Ob dieses Komplott jemals aufgeklärt wird, ob der wahre Täter jemals zur Verantwortung gezogen wird, ob die bereits 1997 skandalös agierende Staatsanwaltschaft und das 1998 skandalös verhandelnde und urteilende Landgericht Karlsruhe je wegen Rechtsbeugung, Verfolgung Unschuldiger und Strafvereitelung belangt wird, ist unwahrscheinlich, das Letztgenannte sogar ausgeschlossen: Lumpen und Pfuscher innerhalb der Justiz werden in aller Regel nie belangt. Allenfalls könnte die weitere Karriere etwas stottern - oder im Gegenteil sogar Fahrt aufnehmen.
Wer immer noch Illusionen über den ‘Rechtsstaat’ anhängt, sollte sich heute abend (22:45) in der ARD eine Dokumentation zum Fall des Harry Wörz ansehen - oder sie aufzeichnen.
Die ARD nennt den Film von Gunther Scholz einen “spannenden dokumentarischen Krimi”.
Man sollte auch keinen Moment vergessen, dass die späte Gerechtigkeit für Harry Wörz eine äußerst ungewöhnliche Ausnahme darstellt. Möglich geworden vielleicht auch nur, weil Freunde von Harry Wörz schon frühzeitig die Umstände des Justizskandals via Internet publik machten.
Julia Jüttner schreibt in Spiegel Online abschließend:
>Für Harry Wörz ist all das kein Trost. Er ist finanziell ruiniert. “Man hat mir alles gestohlen, alles. Nicht nur meinen Sohn, Eltern, Verwandte, Bekannte”, sagt der 44-Jährige im Film. “Das braucht lange, bis ich über das hinwegkommen tue. Wenn ich überhaupt darüber hinwegkommen tue.”
Seit wenigen Wochen befindet sich Harry Wörz in Kur, von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Bekannten zufolge geht es ihm sehr schlecht.<
Zum 65. Geburtstag der abwechselnd inhaftierten-hausarretierten Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sollte an ihr Schicksal und das ihres Landes erinnert werden. Seit Jahrzehnten wird es von einer brutalen, korrupten Militärjunta unterjocht.
Man mag es nicht glauben, aber es gibt sie, auch in Deutschland: Apologeten der Diktatur von Myanmar.
Es sind jene Linksfaschisten, deren maßgeblicher politischer Kompass der Hass auf den Westen ist.
Gut ist in ihrer Sicht nahezu alles, was dem Westen “widersteht” oder widerstrebt. Da erscheint selbst die bullige Visage eines Generals sympathisch.
Im Wiki der Website mein-parteibuch.com, dessen größtes Haßobjekt sonst der “Zionismus” ist, kann man über Burma bzw. Myanmar Folgendes lesen:
>Dass die Machthaber in Myanmar genauso demokratisch oder undemokratisch vorgegangen sind wie die Machthaber in Europa bei der Einführung einer neuen Verfassung vorgehen, wird dabei gern übersehen.
Nachdem im Vielvölkerstaat Burma 1948 die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht erkämpft wurde, brachte eine Demokratie keine nennenswerten gesellschaftlichen Fortschritte.
Burma wird deshalb seit 1962 als sozialistische Militärdiktatur verwaltet. Das derzeit zwölfköpfige Militärgremium “Staatsrat für Frieden und Entwicklung” wird seit 1992 von General Than Shwe geleitet.
Wichtiges Herrschaftsmittel der Militärdiktatur ist eine möglichst völlige Informationskontrolle.< [Hervorhebungen von uns]
Kritik an Brüssel und der EU-Bürokratie mag berechtigt ja das eine sein, die dezidiert antidemokratische Pointe ist aber das evident andere:
Laut Parteibuch-Wiki (”Parteiisch, wertend, deutlich”) diktiert das Militär also, nein “verwaltet“, aus purer Sorge um “gesellschaftliche Fortschritte“, die es zuvor in der Demokratie angeblich nennenswert nicht gab - aber offenbar in der Diktatur. Sonst würde Burma / Myanmar nach gleicher Logik ja längst wieder anders “verwaltet”.
1990 gewann die Partei von Aung San Suu Kyi die Wahlen in Burma. Das Militär erkannte das nicht an. Der Parteibuch-Leser weiß, warum: Aus Sorge um die sonst gefährdeten “nennenswerten gesellschaftlichen Fortschritte“.

Echo-Online berichtet heute über einen ungewöhnlichen Fall, der am Amtsgericht Darmstadt verhandelt wurde:
Ungewöhnlich ist auch, dass der Bericht von ‘pit’ wesentliche Details ‘unterschlägt’.
Die fehlenden Details erschließen sich aus einem gleichzeitig erschienenen Pressebericht des Hauptzollamts Darmstadt.
Dort erfährt man schon in der Überschrift, dass es sich um ein ‘besonderes’ Paar handelte.
Die Betrügerin sei eine Redakteurin aus Groß-Zimmern, der Betrüger ein Rechtsanwalt aus Darmstadt.
Uns wundert bei Rechtsanwälten und überhaupt bei Juristen eigentlich nichts mehr. Ohne alle über einen Kamm scheren zu wollen, glauben wir doch erfahrungsbedingt, dass sich in dieser Berufsgruppe überproportional viele Skrupellose tummeln. Paragraphenkenntnis ersetzt bei ihnen zunehmend ein Gefühl für Anstand und Moral - sofern sie ein solches Gefühl überhaupt je hatten und kannten.
Journalisten aus Südhessen sind uns bislang vor allem als Dilettanten aufgefallen, mitunter auch als Hofberichterstatter. Nicht alle natürlich, aber doch mehr, als man wünscht.
Interessant zu wissen wäre, in welcher Redaktion die Redakteurin aus Groß-Zimmern tätig war (und noch ist?).
Handelt es sich möglicherweise um eine Kollegin von ‘pit’ aus der lokalen Redaktion des Darmstädter Echo? Das würde erklären, warum in seinem Bericht die allemal relevanten Details über den beruflichen Background der beiden Betrüger komplett ausgeblendet werden.
Nun der vollständige Bericht des Hauptzollamtes Darmstadt, das sich wegen zielführender Ermittlungen zu dem ‘unglaublichen Betrug’ selbst auf die Schulter klopft:

>Eine Redakteurin aus Groß-Zimmern und ein Anwalt aus Darmstadt haben gemeinsam soziale Leistungen von mehr als 125.000 Euro erschlichen. Das haben Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Darmstadt ermittelt und so eine Verurteilung vor dem Amtsgericht Darmstadt erwirkt.
Die Redakteurin und der Anwalt lebten seit Jahren in eheähnlicher Gemeinschaft zusammen. Um Sozialleistungen in vollem Umfang zu erhalten, haben sie bewusst mehrfach falsche Angaben gemacht. So hat die Redakteurin die Lebensgemeinschaft mit dem Anwalt stets bestritten. Der Grund war, dass ihr Lebensgefährte Einnahmen hatte, die anzugeben gewesen wären und den Anspruch auf Hartz IV verringert hätten. So verneinte sie die Partnerschaft und hat dies sogar mit falschen eidesstattlichen Erklärungen vor dem Sozialgericht bekräftigt.
Das Paar unternahm während des Bezugs von Leistungen mehrere Auslandsreisen, kaufte ein Pferd, ein teures Auto und wohnte in einem Einfamilienhaus. Für die Miete kam anteilig die Kreisagentur für Beschäftigung auf. Die Ermittlungen des Hauptzollamts haben den Betrug nach langen, zeitintensiven Ermittlungen aufgedeckt. Die Redakteurin wird beschuldigt, durch Vortäuschung von falschen Tatsachen die Behörde irregeführt und sich Hartz IV-Leistungen zu Unrecht erschlichen zu haben. Ihr wurden über 25.000 Euro zu Unrecht ausgezahlt.
Auch gegen ihren Lebensgefährten und inzwischen Ehemann wurde ermittelt.
Der Volljurist bezog seit 2001 Arbeitslosenhilfe von der Agentur für Arbeit. Auch er verneinte die eheähnliche Gemeinschaft mit der Redakteurin, die er bereits seit 1996 als seine Verlobte bezeichnete. Während des gesamten Bezugs von Arbeitslosenhilfe war der Mann als selbstständiger Rechtsanwalt mit einer eigenen Kanzlei in Darmstadt tätig und hatte beträchtliches Einkommen.
Der Arbeitsagentur teilte er dies erst mit, nachdem der Verdacht aufkam, dass er einer selbstständigen Tätigkeit nachgeht. Daraufhin hatte er den Umfang seiner Tätigkeit sowie seine Einnahmen nur in einem geringen Maß angezeigt und ständig als Nebeneinkommen bezeichnet.Tatsächlich war er in vollem Umfang als Rechtsanwalt tätig. Nach dem Auslaufen der Arbeitslosenhilfe im Jahr 2004 beantragte er Überbrückungsgeld. Diese Leistung wurde jedoch abgelehnt. Somit blieb es im Fall des Überbrückungsgeldes bei einem versuchten Betrug, im Fall der Arbeitslosenhilfe handelt es sich um Betrug.
Ihm wurde zu Unrecht Arbeitslosenhilfe in Höhe von über 100.000 Euro ausgezahlt.Durch ihre falschen Angaben den Behörden gegenüber ermöglichte sich das Paar gegenseitig den Bezug von Sozialleistungen. Dabei hatten sie die Unterstützung vom Staat nicht nötig.
Beide haben gegen die Rückforderungen der Kreisagentur und der Arbeitsagentur Widerspruch und danach Klage vor dem Sozialgericht in Darmstadt eingereicht.Auf Grund der Ermittlungen des Hauptzollamts Darmstadt sah auch das Amtsgericht Darmstadt die Schuld als bewiesen an und verurteilte den Anwalt zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten und die Redakteurin zu sechs Monaten Freiheitsstrafe.
Die Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.
Zusätzlich muss der Schaden bei der Arbeitsagentur beglichen werden. Die Hälfte der zu Unrecht ausgezahlten Leistung wurde bereits durch Maßnahmen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Darmstadt in die Kasse der Arbeitsagentur zurückgeführt.< [Hervorhebungen von uns]
Das ist eigentlich eine ganz private Odenwald-Geschichte. Da gab es in einem kleinen Odenwälder Ort einen wortkargen Tischler. Man hätte auf sein ewiges Junggesellendasein wetten können.
Doch eines Tages war eine Frau an seiner Seite, hübsch und klug und offenbar aus der Fremde.
RTL und Kuppelshows gab es noch nicht. Keine Ahnung, wie er sie gewann.
Vielleicht lockte er sie ja mit dem wundervollen Folksong “If I were a carpenter“, komponiert von Tim Hardin, danach von zahllosen Musikern interpretiert.
Den größten Erfolg hatte damit der amerikanische Sänger, Entertainer und Schauspieler Bobby Darin, der 1973, im Alter von nur 37 Jahren, seiner chronischen Herzerkrankung erlag.
Neun Monate vor seinem Tod stand er noch einmal auf der Bühne. Er singt dort den ‘Carpenter’ so eindringlich, dass ihm die Angesungene und Angebetete noch ins Grab folgen könnte.
Heute nacht um 23:00 Uhr strahlt einsfestival die Verfilmung von Darins Lebensgeschichte aus: Beyond the Sea - Musik war sein Leben.
Verkörpert wird der Sänger darin von Kevin Spacey, der sich in American Beauty als Lolita-Liebender Lester Burnham unsterblich machte.

Lange Zeit musste die als ausgesprochen investigativ bekannte Redaktion des Odenwälder Echo in Sachen Missbrauch abseits stehen: Im Odenwaldkreis fand sich bislang kein Fall von (bekannter) Pädophilie in öffentlichen oder kirchlichen Institutionen - auch wenn es da oder dort einmal Gemunkel gab.
Dagegen gab es im benachbarten Kreis Darmstadt-Dieburg einen Skandal um den Chauffeur von Ex-Landrat Alfred Jakoubek, der sogar im Dienstwagen Knaben verführt oder geschändet haben soll, im benachbarten Kreis Bergstraße liefert die Odenwaldschule fortgesetzt Schlagzeilen wegen eines in frühereren Jahren scheinbar institutionalisierten Systems sexuellen Missbrauchs.
Gerhard Grünewald aber und seine Crew hatten bisher nichts Vergleichbares zu berichten.
Doch jetzt spült unser Feedreader folgende Schlagzeile und folgenden Text aus der Echo-Rubrik ‘Odenwald’ herein:
>Pfarrer-Sünde erschüttert Franken
Die Ausdehnung der Serie von Enthüllungen über den Missbrauch an schutzbefohlenen Kindern und Jugendlichen auf die Region Miltenberg/Amorbach erschüttert zurzeit das öffentliche Leben der unterfränkischen Nachbarschaft des Odenwaldkreises. Zu bewältigen hat dessen Bevölkerung die Suspendierung des katholischen Pfarrers von Kirchzell, des 62 Jahre alten Franz Grumbach.
Mit der sofortigen Versetzung des Ortsgeistlichen in den Ruhestand hat der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann Ende voriger Woche auf das Eingeständnis des Priesters reagiert, in den neunziger Jahren mit einem damals 15 Jahre alten Mädchen sexuelle Kontakte unterhalten zu haben. […]Schon allein wegen deren Grenzlage zu Stadt- und Ortsteilen von Michelstadt und Hesseneck ist Grumbach auch im Odenwaldkreis kein Unbekannter, zumal er wie kein anderer für die Bewahrung der alten Kirche von Breitenbach als gemeinsames Pilgerziel von Christen aus beiden Bundesländern steht.<
Wir haben jene Textpassagen fett markiert, die von der hohen Relevanz der ‘Pfarrer-Sünde’ für den Odenwaldkreis künden.
In solchen erschütternden Fällen muss in der Oh-Echo-Redaktion der Chef selber (symbolisch) zur Feder greifen.
Keiner nämlich kann dort so verschraubt denken und formulieren wie ‘gg’, keiner kann so abstrus übertreiben wie er - weswegen in diesem Fall nicht nur die Pfarreiengemeinschaft Herz Jesu Kirchzell ‘erschüttert’ sein muss, sondern titularisch gleich das ganze Franken.
Wenn erst einmal alle Missetaten an Kindern bekannt, berichtet und gebüßt sind, ist es an der Zeit, auch den sprachlichen Missbrauch unschuldiger Leser zum Thema zu machen. Bandwurmsätze zum Beispiel und hohles Pathos:
>Damit erklärt sich die Betroffenheit im bayerischen Odenwald über das Vergehen des katholischen Geistlichen unter anderem daraus, dass ihn die Einwohner einer Vielzahl von Ortschaften als ihren Ortspfarrer oder zumindest als einen der nächsten Repräsentanten von Glauben und Kirche in der Region sahen.<
Weiß man eigentlich, wie viele im Odenwaldkreis durch die wiederholte Lektüre solchen Geschwurbels, durch Journalisten-Sünde, schon traumatisiert wurden?
Pädophile zieht es zu Kindern, Pyromanen zum Feuer - so findet man sie oft dort, wo das eine behütet und das andere verhütet werden soll. Eigentlich.
Dass der (eine) Odenwälder ‘Feuerteufel’ ein Feuerwehrmann ist, kommt nicht ganz überraschend.
Wer über 3 Jahre hinweg nicht genug Feuer legen und sehen kann, wird, so es denn möglich ist, auch im Legalen dort sein wollen, wo die Flammen züngeln.
Seit 2007 kam es in Bad König und Umgebung zu 52 Bränden. Der nun überführte (freiwillige) Feuerwehrmann hat laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Südhessen 29 Brandstiftungen gestanden. Möglicherweise hat er noch häufiger gezündelt. Für ihn jedenfalls ist nun das Ende gekommen.
Nachfolgend die vollständige Meldung über den “Ermittlungserfolg der Erbacher Kriminalpolizei“:
>Die zuständige Staatsanwältin und die Ermittler des Kommissariats 10 bei der Erbacher Kriminalpolizei haben am Donnerstag (6.5.) einen 25 Jahre alten Mann aus dem Odenwaldkreis festgenommen. Der Mann steht im dringenden Verdacht für eine Serie von Brandstiftungen in Bad König und Umgebung verantwortlich zu sein. Der 25-Jährige hat gegenüber Staatsanwaltschaft und Polizei eingeräumt, 29 Brände gelegt zu haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt wurde der Tatverdächtige am Freitagnachmittag (7.5.) dem Haftrichter vorgeführt. Der Haftrichter ordnete die Untersuchungshaft gegen den 25-Jährigen an. Er wird nun in eine Haftanstalt gebracht.
Seit Mitte 2007 kam es in Bad König und Umgebung immer wieder zu Bränden von Holzstapeln, Gartenhütten, Scheunen, Lagerhallen und leerstehenden Häusern. Die Kripo in Erbach zählte bis Februar dieses Jahres 52 Brände. In einer Vielzahl der Brände ist von Brandstiftung auszugehen. Die Schadenshöhe wird insgesamt auf über 500.000 Euro geschätzt. Personen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden.
Die Fahnder des Kommissariats 10 hatten von Anfang an akribisch Spuren an den jeweiligen Brandorten gesichert und waren den vielen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hatte zudem eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ausgesetzt. Auch die Anwendung modernster Ermittlungsmethoden rückte den Tatverdächtigen immer mehr in den Fokus der Ermittler. So ergaben sich auch aus dem Einsatz spezieller Suchhunde, so genannter “Mantrailer”, weitere wichtige Indizien in der Beweiskette. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen, der zu den Tatzeiten Mitglied der freiwilligen Feuerwehr war, stießen die Kripobeamten auf Beweismittel und stellten diese sicher. Die umfangreichen und intensiven Ermittlungen sowie die sich dadurch weiter verdichtenden Indizien führten dazu, dass der Mann 29 Brandlegungen einräumte. Die Höhe des dabei entstandenen Schadens wird auf etwa 300.000 Euro beziffert. Ob auch die anderen Brände auf das Konto des Tatverdächtigen gehen, ist Gegenstand der weiter andauernden Ermittlungen.
Einen Zusammenhang zur Brandserie in Michelstadt schließt die Kriminalpolizei aus. Auch hier werden die kriminalpolizeilichen Ermittlungen mit Hochdruck fortgeführt.<
Man sollte in der Missbrauchsdebatte sowohl der Odenwaldschule als auch diversen katholischen Einrichtungen eine Atempause gönnen - zumindest heute nacht, von halb eins bis kurz nach zwei.
Da zeigt das ZDF einen Dokumentarfilm von Shaheen Dill-Riaz über “Geschlossenen Gesellschaften” in seinem Heimatland Bangladesch: “Das tyrannische System der Koranschulen”, so nennt Spiegel-Autorin Hannah Pilarczyk die in Bangladesh haussierenden islamischen Einrichtungen, in denen Kindern das Gehirn (aus-) gewaschen wird.
>Hier steht Unterwerfung auf dem Lehrplan: Eine herausragende ZDF-Dokumentation dringt tief in das tyrannische System der Koranschulen ein. Selbst die allerjüngsten Schüler versinken dort in Apathie - auch Aussteiger sind für ihr Leben gezeichnet. […]
Kein Spiel, kein Ausgleich ist an den Madrassen für die Jungen vorgesehen. Sie sind apathisch, haben kaum mehr Kraft für Heimweh, in den wenigen Auszeiten möchten sie am liebsten nur schlafen.
Dill-Riaz hat auch mit erwachsenen Madrassa-Abbrechern gesprochen. Doch statt Kraft daraus zu schöpfen, dass sie der Tyrannei entkommen sind, sind auch sie gebrochen. Das erste, was ihnen die Madrassa genommen habe, sei die Lust am Lernen, sagen sie. Fast keiner von ihnen hat einen Job oder eine Ausbildung. Auch der Ausstieg ist kein Ausweg.<
Es dürfte kein Vergnügen sein, in einer Burka herumzulaufen. Schon gar nicht bei drückender Hitze, nicht in jenen Ländern bzw. an jenen Orten, wo Frauen bei Strafandrohung dazu gezwungen sind. Auch nicht in westlichen Ländern, wo ein komplett verhülltes Wesen ohne Gesicht, ähnlich einem Gespenst, erst recht die Blicke auf sich zieht, statt sie von sich fernzuhalten.
Eine Frau, die sie trägt oder tragen muss, verbirgt oder verliert für den anderen nicht nur das Gesicht, sie ist auch der Möglichkeit zur Kommunikation erheblich beschnitten, auch der Möglichkeit zur Flucht übrigens. All das erklärt, warum viele Kritiker in der Burka ein “mobiles Gefängnis” erblicken.
Ein Verbot der Vollverschleierung , wie es nun das belgische Parlament ohne Gegenstimme beschlossen hat, war und ist noch immer diskussionswürdig.
Die Argumente, die Amnesty International dagegen führt, sind bedenkenswert, die Argumente gegen Gewalt im Namen der Religion waren überzeugender.
Was die inzwischen hauptsächlich anti-israelisch agierende Website mein-parteibuch.com in gleicher Sache ins Feld führt, ist nur noch grotesk.
Man muss es zitieren:
>Wenn sich zukünftig in Belgien eine muslimische Frau auf die Straße traut, die sich, beispielsweise um sich nicht nackt zu fühlen, vollverschleiert, muss sie dem vom Parlament ohne Gegenstimme angenommenen zukünftig mit Strafe rechnen.
Was da passiert, ist eine Attacke auf das Selbstbestimmungsrecht des Menschen ohnegleichen.< [Hervorhebungen von uns]
Man weiß nicht, welche (muslimische?) Frau dem Autor eingab, sich mit Hose aber ohne Burka “nackt zu fühlen“, man weiß auch nicht, von welchen möglichen “Attacken auf das Selbstbestimmungsrecht des Menschen” der Autor eine Ahnung hat, wenn er meint, ein Verbot der Vollverschleierung (und damit auch von Burka und Niqab) sei in diesem Sinne eine Attacke ‘ohnegleichen’.
Tatsächlich ist, wer so etwas schreibt, ohne jeden Verstand, vielleicht auch ohne jeden Skrupel.
Vor knapp einem Jahr bejubelte der gleiche Autor den mutmaßlich durch Wahlfälschung erlangten Sieg von Mahmud Ahmadinejad im Iran:
>Doch die Machthaber im Iran waren auf der Hut. Die Polizei hatte in Teheran für den Wahltag eine größere Übung angesetzt. Vandalierende Anhänger von Mussawi in Teheran lassen seinen Fanclub nun obendrein auch noch wie einen Haufen wilder Hooligans erscheinen. Die Proteste der Mussawi-Anhänger in Teheran führen zu nichts außer der Bestrafung der Vandalen. …
Wenn die propagandistischen Nebelwolken des grünen Budenzaubers der Teheraner Elite sich verzogen haben, dann ist damit zu rechnen, dass Mahmud Ahmadinejad so stark sein wird wie nie zuvor. < [“Grüne Welle” im Iran gescheitert“]
>Und natürlich haben die Pasdaran als Wächter der islamischen Revolution schon viel schwierigere Zeiten erlebt als die von den USA gesteuerte Randale der grünen Bewegung. Und darauf, dass die Pasdaran ihre Jugendorganisation Basij sich auf die Seite des grünen Mummenschanzes stellen, brauchen die USA gar nicht zu hoffen, denn Mahmud Ahmadinejad ist einer von ihnen und macht Politik ganz nach dem Geschmack der Pasdaran. […]
Schlechter sieht es dagegen für das zionistische Apartheidsregime von Tel-Aviv aus. Der Iran ist inzwischen auch eine veritable Medienmacht, die sich nicht scheut, dem rechtsextremen Kolonialregime immer wieder ihre Verbrechen vorzuhalten und den Widerstand gegen das Besatzungsregime zu unterstützen.< [Ein paar Gedanken zur Befreiungstheologie des Islam]
Vor 35 Jahren flirtete ein Teil der radikalen deutschen Linken [KBW] unter anderem mit Pol Pot und Idi Amin. Ein anderer Teil [Revolutionäre Zellen] war an einer Flugzeugentführung und der Selektion jüdischer Passagiere beteiligt, Ulrike Meinhof begrüßte das Attentat palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft während der Spiele in München.
Damals zentrale Figuren der radikalen Linken wie Horst Mahler sind heute (Heil-) Hitler-Fans oder, wie der enge Dutschke-Freund Bernd Rabehl, potenzielle NPD/DVU-Kandidaten für die Bundespräsidentschaft.
Für jene radikal Linken, die den letzten Schritt zur radikal Rechten noch nicht gehen möchten, ist derweil Ahmadinejad Inkarnation ihrer Sehnsucht nach dem Führer und islamistischer Terror die zeitgemäße Variante von (nationaler) ‘Revolution’.
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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