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Blöggliche Komödie: Robert Basic verkauft Basic-Thinking via eBay für 47 000 Euro

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Genau genommen für 46.902 Euro. Aber wir wollen nicht kleinlich sein.
In den letzten Minuten sprang der Preis für basic-thinking.com noch einmal an.
Lag das Gebot 15 Minuten vor dem Angebotsende bei ebay noch bei zahlenmystischen 33.333,33 Euro waren es am Ende – um 19:50 – 46.902 Euro.
Robert Basic hatte zu Beginn mit einem Betrag zwischen 10.000 und 100.000 Euro gerechnet. (Später rechnete er mit einer recht komplizierten „Blog-Wertformel„.)
Keine schlechte Schätzung, heraus kam ungefähr das arithmetische Mittel.
Man hätte dem sympathischen, quirligen Blogger aus Usingen gerne noch etwas mehr gegönnt.
Er war jahrelang eine One-Man-Textfabrik und was sie tagtäglich verließ, war stilistisch zwar nicht formvollendet, aber meist geistreich, interessant und informativ.
Basic war (und ist) gewissermaßen der Balzac der Blogosphäre. Unglaublich produktiv wie der französische Romancier, der ja ursprünglich Forsetzungsromane für Publikumszeitschriften schrieb.
Die Wikipedia sagt über Honoré de Balzac, den Schöpfer der voluminösen „Comédie Humaine„:

Balzac

>Zur Verwirklichung dieses Projektes schrieb Balzac in den nächsten Jahren wie besessen. Sein infernalischer Arbeitsrhythmus (oft 15 bis 17 Stunden am Tag), den er wie symbolisch in einer Art Mönchskutte absolvierte, und sein enormer Kaffeeverbrauch wurden legendär.<

So ähnlich konnte man sich als Leser auch den scheinbar nimmermüden Basic vorstellen. Allerdings mehr kettenrauchend als kaffeeschlürfend.
Da (und anderswo) enden allerdings die Gemeinsamkeiten.
Der gebürtige Kroate ist im Gegensatz zu dem Franzosen Familienvater und Noblesse dürfte dem nur ungern als „Alpha-Blogger“ titulierten schnuppe sein. Begegnet man ihm, ist er ein Blogger wie Du und ich.

So befremdlich es zunächst klang: Die Idee, sein Blog zu verkaufen, war wohl gar so nicht übel. Links und Feedabonnements dürften ihm bald zu seinen neuen Adressen folgen. Und mit den zweisprachig betriebenen buzzriders.com könnte er seine Leserschaft sogar noch vervielfachen.
Aber warten wir erst einmal ab. Vielleicht kommt ja noch der Trennungsschmerz und bremst den Tatendrang des Turbobloggers.


Bei YouTube gibt es inzwischen die sehr vergnügliche
„Robert Basic Story“. Man ahnt: Die Geschichte geht weiter.
Gespannt kann man auch sein, ob sich das Investment für den Käufer von basic-thinking wirklich lohnt.
Der heißt Thomas Strohe und stellt sich auf Basics Ex-Blog schon vor:

>ich bin Gründer von www.serverloft.de, einem der größten deutschen Anbieter für dedizierte Server. Meine Kollegen und ich sind seit langem begeisterte Leser des Blogs von Robert. Seit Bekanntwerden der Versteigerung standen wir mit Robert in Kontakt und haben mit ihm lange über die Zukunft des Blogs gesprochen. Wir waren erst sehr traurig, dass dieses vielseitige Blog mit Schwerpunkt auf Web- und Technikthemen nicht weiterbestehen sollte, und haben uns dann überlegt, was wir tun können. Die einfach Antwort: Wir kaufen es und führen Basic Thinking im Sinne von Robert weiter.

Für eine Übergangszeit von einigen Monaten wird Robert Basic eng mit uns zusammenarbeiten, um eine reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Themen wie Trends im Netz, Blogging, Social Networks, Web-Startups usw. werden auch in Zukunft Schwerpunkte des Blogs bilden. Wir wollen die Rolle des Blogs als eines der besten und bekanntesten im deutschsprachigen Raum weiter ausbauen.

So, das war’s erstmal von mir. Ich muss jetzt Weg, weil die Mutter meiner Freundin heute einen runden Geburtstag feiert. Und da darf ich nicht fehlen … ;-)<

Wenn Gerhard Schoolmann (abseits.de) recht haben sollte, kann sich Strohe später auch ruhig schlafen legen. Der Bamberger Blogger und Gastronom fand nämlich selbst 100.000 Euro für Basic-Thinking noch als zu niedrig geschätzt.

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Im UPLOAD-Magazin von Jan Tißler konnte man gestern ein Interview mit dem gerade 16 Jahre alten Yannick Eckl lesen. Auch der hatte sein Blog verkauft – im August letzten Jahres.
Eckls „Blogschrott“ war laut dessen Auskunft in finanzieller Hinsicht alles andere als Schrott.
6000 Euro will er erhalten haben. Da erscheinen die 47 000 für Basic Thinking fast schon geschenkt.
Was übrigens in SPIEGEL-ONLINE heute zu Basic-Thinking zu lesen ist, hört sich – gelinde ausgedrückt – unprofessionell an. Da heißt es ungetrübt von allzuviel Ahnung:
> 46.902 Euro zahlte er für die Domain, das Logo und den namen „Basic Thinking“.<
Nein: Thomas Strohe hat nicht nur die „Domain“ basicthinking.de, das Logo und den Namen „Basic Thinking“ gekauft, sondern auch rund 12.450 Artikel aus Basics Feder bzw. Tastatur.

Bensheim im Net: Neuer regionaler Weblog wendet sich gegen Islamisten und die Bedrohung der Meinungsfreiheit


Einen neuen Weblog gilt es für Südhessen zu vermelden. Eigentlich ist „Bensheim“ aber schon seit Juni 2007 „im Net“.
Präsentiert werden dort, zuletzt in zunehmender Häufigkeit, „Lokale Infos und Neuigkeiten aus der Region.“
Die Region wird bei „Bensheim im Net“ weitgefasst, so erschienen zuletzt auch mehrere Artikel zur Brandkatastrophe in Ludwigshafen.
Erfreulich auch, dass der Bensheim-Blogger klare Worte zur Bedrohung der Meinungs- und Kunstfreiheit durch Islamisten findet.
Über die nun bekannt gewordenen Mordpläne gegen den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard und die (zum Teil späte) Solidarität dänischer Medien schrieb er am 13. Februar:

>Jetzt wurden Mordpläne gegen den Zeichner Kurt Westergaard bekannt und so reagierten die Zeitungen kurzerhand mit der erneuten Veröffentlichung der umstrittenen Bildern. Die Zeitungen wollen damit ein Zeichen der Meinungsfreiheit setzen.

Im Jahre 2006 veröffentlichte die Zeitung “Jyllands-Posten” die Mohammed-Karikatur und es kam zu heftigen Protesten in den islamischen Ländern bei denen mehr als 150 Menschen starben. Die Zeichnungen wurden heftigst kritisiert.

Ich frage mich, warum nicht bereits 2006 die Medien gegen Fanatismus und für die Verteidigung der Meinungsfreiheit zusammengestanden haben?<

Der Bensheimer Blogger hätte in diesem Punkt noch ganz andere Fragen stellen können – gegenüber einer bloggenden Kollegin in seiner unmittelbaren Nachbarschaft.
Claudia Trossmann, die verschiedene Weblogs betreibt, u.a. das für die WASG / LINKE werbende odenwald-magazin.de und den kulturblog.de, hatte allen Ernstes (und fast auf einer Linie mit Islamisten) eine Verschwörung („cui bono?“) der Karikaturisten und der sie druckenden Zeitung insinuiert.

Wortwörtlich schrieb sie vor 2 Jahren in ihrem „Zimmer mit Einsicht“ unter der bezeichnenden Überschrift „Eine Karikatur ist schlimmer als Ignoranz„:

>Warum hat Jyllands-Posten diese Karikaturen in Auftrag gegeben und veröffentlicht?
Würde sie dies auch mit christlichen „Idolen“ tun?

Die Karikaturen wurden Ende September 2005 veröffentlicht.
Warum wird dies erst jetzt vier Monate später massenmedial gepuscht?

Cui bono? Auf deutsch: Wem nützt das?

Schauen wir uns doch einfach mal die Weltpolitik im Januar an. (Fast) alle zeigen mittlerweile mit dem „militärischen Finger“ auf den Iran …<

In wenigen Sätzen wurden da die Dinge auf den Kopf gestellt.

Wer tatsächlich (und wie) „gepuscht“ hatte, darüber gibt heute ein umfangreicher Artikel der Wikipedia („Das Gesicht Mohammeds„) die Antwort:

>Anfang 2006 erstellten die dänischen Imame Ahmad Abu Laban und Ahmad Akkari ein Dossier, in dem neben den originalen zwölf Karikaturen auch solche abgebildet waren, die nicht aus der Jyllands-Posten stammten und beleidigend-obszönen Inhalts waren, und die angeblich Abu Laban zugeschickt worden waren.

Auch wenn es in der öffentlichen Meinung etwas unterging, schienen diese Karikaturen nur in die Dokumentation gekommen zu sein, um die negativen Reaktionen zu optimieren.

Unter anderem wurde ein betender Muslim dargestellt, der während des Gebetes von einem Hund bestiegen wurde.
Daraufhin kam es zu weltweiten Protesten muslimischer Organisationen, vom Boykott dänischer Produkte bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die mehr als 140 Menschenleben kosteten.
Die Demonstranten auf den Straßen wurden gezielt desinformiert, die meisten wussten nicht einmal von der Existenz Dänemarks, es war stellenweise von „über 100 Karikaturen“ die Rede.
Es wurden sowohl dänische als auch norwegische Botschaften angegriffen und teilweise zerstört. […]
Die Karikaturen wurden in arabischen und anderen islamischen Ländern nicht gezeigt.
Wohl aber nahmen verschiedene Gelehrte Stellung, indem sie zum Widerstand gegen die angeblich von Juden und Amerikanern gesteuerte Kampagne aufriefen. So verbreitete beispielsweise Ali Muhi Al-Din Al-Qardaghi, ein Dozent der Universität Kuaatar, im Sender al-Dschasira, es handele sich um eine „kreuzzüglerische Zionistenkampagne“. [..]

Ajatollah Seyyed Alī Chāmene’ī behauptete im iranischen Fernsehen, die Zeichner der Karikaturen seien von Juden bezahlt worden.
Die ganze Kampagne sei gesteuert von „schmutzigen Zionisten“, die nicht nur die Zeitungen und Medien, sondern auch die US-amerikanische Regierung „voll unter ihrer Kontrolle“ hätten.<

Morddrohungen eines antijüdischen Mob gegen Journalisten und Karikaturisten bezeichnete die „Kulturbloggerin“ damals als „Pressefreiheittheater samt diplomatischer Streitigkeiten.“

Und weiter:

>Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im Islam ein differenziertes „Bilderverbot“ herrscht.
Dafür braucht man nun wirklich kein islamwissenschaftliches Studium.
Deswegen gleich von einer Gefahr der Pressefreiheit zu reden und sich zu solidarisieren mit einem bekanntermaßen sehr rechten dänischen Blatt namens „Jyllands-Posten“ ist in meinen Augen eher hysterisch und unvernünftig.
Genauso unvernünftig wie die Besetzung des EU-Postens in Palästina. Aber geschenkt. <

Über die (angeblich nur) „unvernünftige“ Besetzung des EU-Postens in Palästina und die dafür verantwortliche Terrorgruppe Hamas schreibt Wikipedia:

>Am 31. Januar 2006 kam es zu der Stürmung eines EU-Büros in Gaza sowie zu Bombendrohungen und der anschließenden Räumung von Redaktionsgebäuden in Århus und Kopenhagen.

Am 2. Februar 2006 schloss die EU ihr Büro in Gaza, nachdem dieses von palästinensischen Extremisten belagert worden war. Unterdessen drohten al-Aqsa-Brigaden und der Islamische Dschihad mit der Entführung von Staatsangehörigen von fünf europäischen Staaten (darunter Frankreich, Norwegen, Dänemark und Deutschland) im Westjordanland. Tatsächlich wurde ein Deutscher entführt, jedoch bald wieder freigelassen. […]

Am gleichen Tag (Anm.: 3. Februar) strahlte al-Dschasira eine Predigt des Hamas-Führers Khaled Mash’al in der großen Moschee von Damaskus aus, in der er die Europäer zu einer Entschuldigung aufforderte.
Es gebe kein Gesetz über dem Allahs. „Unsere Nation wird nicht vergeben … Morgen schon werden wir auf dem Weltenthron sitzen … entschuldigt Euch heute, bevor es zu spät ist … Bevor Israel stirbt, wird es erniedrigt werden …“ Die Besucher der Moschee antworteten. „Tod Israel, Tod Amerika“.

Am 4. Februar wurden die dänische und norwegische Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus von Demonstranten in Brand gesteckt.<

Um die Hintergründe solcher Reaktionen besser zu begreifen, nennt Claudia Trossmann auch diverse Quellen und Websites:

>Das Bilderverbot im Islam. Die Website zum gleichnamigen Buch ermöglicht Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Bilderverbots und ist teilweise als eine Einführung in die Religion des Islams bzw. islamische Philosophie zu verstehen.<

Für ihre Verachtung „westlicher Überzeugungen und Werte“ und die verständnissinnige Sympathie für antiwestliche, totalitäre Ideologien gibt es historische Analogien:

Die höchst mangelhafte Weimarer Republik ging auch daran zugrunde, dass sie zu vielen noch verhasster war als die Politik von Nazis und Stalinisten – und sie deswegen nicht verteidigen mochten.

Auch in den USA und in Großbritannien gab es viele „Linke“ und „Friedliebende“, die eine Konfrontation mit Hitler vermeiden wollten und um Sympathie und Verständnis für das „Neue Deutschland“ warben.

Erfreulich war, dass schon 2006 der gegenüber westlichen Regierungen meist äußerst kritisch eingestellte Blogger Marcel Bartels (Mein Parteibuch) zu den Drohungen gegen die dänischen Karikaturistin deutliche Worte fand:

>Alle, die nicht verstehen worum es geht, möchte ich fragen, ob sie eine Selbstzensur aus Todesangst wollen.
Ich meine, angesichts der Kopfgelder in Millionenhöhe brauchen wir mehr Mohammed-Karikaturen und sollten öfter mal dänischen Käse essen.
Wir brauchen mehr mutige Menschen wie Salman Rushdie, Ayaan Hirsi Ali oder Kurt Westergaard, die sich durch Morddrohungen nicht einschüchtern lassen.
Kurt Westergaard, der sich wegen der Gefahr der Ermordung durch islamistische Terroristen versteckt halten muß, hat meine Solidarität und meine Hochachtung.<

Claudia Trossmanns Weblog „Zimmer mit Einsicht“ firmiert unter dem gutmenschlich klingenden Motto „Der Mensch ist die Seele von Wirtschaft und Kultur“.

Was ihr dieses Motto tatsächlich bedeutet, ist an der „geschenkten“ bzw. verweigerten (weil angeblich „unvernünftigen“) Solidarität mit dem kulturschaffenden Kollegen Kurt Westergaard zu erkennen.

Abschließend sei nochmals aus der Wikipedia zitiert – aus einem Artikel über Kurt Westergaard.
Der Mann hat Mut. Mehr Mut als Rudi Carrell.
Der hatte sich 1987 öffentlich für einen Sketch über Khomeini entschuldigt, nachdem auch ihm mit Mord gedroht wurde.

>Mit Verweis auf die Meinungsfreiheit im Westen und trotz ausgesetzter Kopfgelder für seine und seiner Kollegen Tötung in Höhe von 11 Millionen Dollar verteidigte Westergaard seine Karikatur und hielt eine Entschuldigung für nicht erforderlich.

Nach konkreten Mordplänen gegen ihn steht der Zeichner und seine Frau seit Ende 2007 unter massivem Polizeischutz und muss ständig umziehen und an geheimen Orten leben.
Westergaard erklärt, er sei zornig, dass eine gewöhnliche, alltägliche Handlung wie seine Zeichnung zu solch wahnsinnigen Reaktionen führen könne, deren Nachwirkungen sein Leben lang anhalten dürften.
Ein Ende des Polizeischutzes ist noch nicht absehbar. Im Februar 2008 meldet der dänische Polizeigeheimdienst PET die Festnahme von mehreren Männern in der Stadt Århus, die mutmaßlich planten, Westergaard zu ermorden.
Bei den drei Männern handelte es sich um zwei Tunesier und einen Dänen marokkanischer Abstammung<

Alle Hervorhebungen in den zitierten Texten sind von uns.

Free Burma – weltweiter Aktionstag am 04. Oktober 2007

>Die anhaltenden Proteste der Bevölkerung in Burma und die gewaltsame Reaktion der dort herrschenden Militärdiktatur haben im Internet eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.
Blog- und Website-Betreiber aus der ganzen Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Burma vor. Am 4. Oktober wollen sie ein Zeichen setzen für den Frieden.
Ihre Sympathie und Solidarität gilt den Menschen, die ein grausames Regime ohne Waffen bekämpfen. Hierfür werden Blogger und Webmaster weltweit ihre normalen Aktivitäten einstellen und auf ihrem Internetauftritt nur einen einzigen Eintrag veröffentlichen: Free Burma!
Mit Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Polen, den USA, Frankreich und zahlreichen anderen Ländern hat sich innerhalb kürzester Zeit eine starke Basis für diese Aktion gebildet. Inhalt der am 4. Oktober publizierten Botschaft wird ein aussagekräftiges rotes Bild und der Titel „Free Burma!“ sein.
Gerade wegen dieser Einfachheit war es möglich, bereits jetzt weltweit so viele Menschen zu mobilisieren.
Allein die offizielle Unterschriftenliste auf www.free-burma.org umfasst bald 2000 Unterschriften – und die Zahl steigt seit dem Aufruf-Start vom 30. September im Minutentakt. Der weltweiten Internetgemeinschaft ist es zu verdanken, dass diese Aktion bereits vor dem 4. Oktober übermässige Resonanz hervorgebracht hat.

Die Unterzeichner berufen sich auf die Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948. Unterzeichnet wurde sie damals durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen, gerade jetzt ist dieses Bekenntnis erneut gefordert. Die Vereinten Nationen müssen gemeinschaftlich die Gewalt und die Unterdrückung in Burma verurteilen. Passiert ist dies bisher nicht. Dagegen sprechen wirtschaftliche Interessen einzelner Mitglieder. Diese Interessen blockieren die gemeinsame Verurteilung der Taten der Militärdiktatur in Burma.

Friedlich demonstrierende Menschen werden niedergeschlagen und ermordet. Mit allen Mitteln wird versucht den friedlichen Protest gewaltsam zu unterbinden und den Informationsfluss zu stoppen, damit die Welt nichts mehr wahrnimmt.
Und trotzdem dringen immer wieder Informationen nach aussen. Nicht zuletzt, weil mutige Menschen im Land über die Ereignisse berichten und sich damit in Lebensgefahr bringen. Sie leben in Todesangst und müssen jederzeit damit rechnen, dass sie verhaftet und verschleppt werden.
Genau diesen Menschen will die internationale Internetgemeinschaft ihre Solidarität bekunden.< Quelle: ots / presseportal.ch / free-burma.org

Mit Kritikern der Aktion wie Jörg Kantel setzt sich Marc Scheloske (wissenswerkstatt.net) auseinander. Seinen Argumenten schließen wir uns an – und der Aktion Free Burma.

Aufgerufen wird auch zur Eintragung in die Unterschriftenliste bei free-burma.org.

Eine (Um!) Stadt verschafft sich Gehör: Klaus Brandstetter beschert Kreis Darmstadt-Dieburg den 1. Stadt-Podcast

Über den Podcaster erfährt man einiges auf seiner Website www.brandstetter.de. Den Podcast („Audio Journal Groß-Umstadt ) findet man unter umstadt.odw-cast.de. Die Gestalter, neben Klaus Brandstetter auch der „mitfeilende“ Regioblogger Peter Löwenstein und Cornelia Dönhöfer stellen sich und ihre Wort gewordene Idee so vor:

>Wir haben da mal was vorbereitet.

Einen Podcast. Das ist ein Audio-Journal, das wir jede Woche erscheinen lassen. Zehn mal. Zehn Wochen. Für Groß-Umstadt.
Unser Audio-Journal bietet Erzählungen und Gespräche, Hintergrundberichte und Kulturinfos zum Hören an. Das Teil kann sich jeder im Internet abholen und anhören wann immer es passt. Zuhause. Auf der Arbeit. Im Auto. Beim Zug fahren.

Woher kommt die Idee eines Audio Journals für Groß-Umstadt?

Klaus Brandstetter hat’s erfunden. Peter Löwenstein hat kräftig daran mitgefeilt. Und die Stadt Groß-Umstadt findet das entstandene Konzept so gut, dass sie mit uns zusammenarbeitet. Und wir arbeiten gerne mit ihr zusammen, weil wir Groß-Umstadt sowieso so gut finden, dass es auch das erste Stadt Audio-Journal im Landkreis haben sollte.

Zusammen realisieren wir Konzepte für kommunale Internetauftritte. Marketing für Städte, Regionen und für Verbände und Parteien im Internet. Hinter uns stehen eine Menge Erfahrung und ein eigenes Netzwerk von Firmen und Kooperationspartnern. Wir sehen jedes neue Konzept wie ein Praktikum an, in dem uns eine Idee überzeugen muss.
Cornelia Dönhöfer

Cornelia hat Gesang studiert und anschließend eine Ausbildung zur Funktionalen Stimmpädagogin drangehängt. Auch sie ist in ihrem Metier ein „alte“ Häsin.< Quelle: umstadt.odw-cast.de

Im aktuellen 9. Podcast gibt es ein Interview mit der südhessischen Bundestagsabgeordneten Patricia Lips (CDU).

Brandstetter war und ist ansonsten Musiker und Liedermacher. Klaus Holdefehr schrieb vor 2 Jahren im Darmstädter Echo über ihn:

>Wie erkenne ich denn diesen Klaus Brandstetter?“, fragte eine Frau mit Präsentkorb ihren Partner vor der Tür. „Das ist der kleine Mann mit Brille“, erfuhr sie. Unübersehbar ist er in der Tat nicht, der EDV-Dozent, Web-Designer und Liedermacher.
Aber unüberhörbar, wenn er zur gezupften Gitarre seine streckenweise hintersinnigen, aber auch humorvoll-ironischen Texte singt. Da stellen sich die Ohren der Zuhörer quasi automatisch auf erhöhte Empfänglichkeit, es wird still im Raum, und zum Zuhören kommt das Mitdenken. „Singbare Musik“ will er nach eigenem Bekunden machen und zitiert seinen Studienkollegen und Mitmusiker Karl-Friedrich Emmerich, der von „schönen Liedern“ gesprochen habe.

Dabei ist in den Texten auch von biographischen Brüchen die Rede. Krankheit spielt dabei eine Rolle. Und ein körperliches Problem hätte der Liedermacherei fast ein Ende bereitet.
Der gebürtige Schwabe hat Gitarre studiert, aber irgendwann wollten die Gelenke nicht mehr – was in die Umschulung zum EDV-Dozenten mündete. Web-Design kam dazu.
Die Seiten, die er produziert – etwa den Internet-Auftritt der Stadt Groß-Umstadt oder seiner Heimat, des Stadtteils Heubach – wirken so aufgeräumt wie er selbst. Heimat – dort ist er in Heubach angekommen, obwohl „die ersten vier oder fünf Jahre der Ort aus beruflichen Gründen an mir vorbeigegangen ist. Verwurzelung muss man erarbeiten, und Heimat heißt auch mitgestalten.“

Wichtig war der Kontakt zu Toni Adrian, der großen alten Dame der Heubacher Heimatgeschichtsforschung.
Daraus resultierte die Mitarbeit im Verein „Dorf und Geschichte“ sowie die Mitbegründung des „Kulturnetzes“ und die Mitgestaltung der 700-Jahr-Feier. Trotzdem: „Ich kann an vielen Orten Zuhause sein, war lange eine Art Vagabund und reise noch immer gerne.“
Aber es gibt in diesem Leben auch Konstanten – etwa die Partnerin und Ehefrau, mit der er seit 1977 sein Leben teilt, und einen elfjährigen Sohn. Die 700-Jahr-Feier war für ihn Anlass, wieder mit dem Liedermachen zu beginnen. Herasusgekommen ist dabei die „Heubach-Hymne“: „Ich glaube gar, dass man allhier trefflich wohnt.“
Und zum Fünfzigsten hat er sich selbst beschenkt: „Auch wenn man in so langer Zeit mancher Einsicht kaum entrinnt, finde ich mein kleines Leben,, finde ich mein kleines Leben, finde ich mein kleines Leben einfach schön.“
Kaputte Texte“ hätte er auch schon mal ganz gerne geschrieben, aber in den Datenbank-Textarchiven, in denen zahlreiche Fragmente darauf warten, zu Liedtexten zusammengebaut zu werden, finden sich keine Beispiele dafür.
Brandstetter begründet das mit seinem „Harmoniebedürfnis“ und erläutert: „Für mich muss zum Beispiel auch das Geschirr zusammenpassen.“ Quelle: Darmstädter Echo, Kleiner Mann mit Brille – Der Heubacher Klaus Brandstetter liebt die Harmonie – nicht nur in seinen Liedern, 21. Mai 2005 [Links und Hervorhebungen von uns]

Cooles Tool: Weblin alias Zweitgeist ermöglicht direkte Kontaktaufnahme mit anderen Besuchern (beliebiger) Webadressen

Wer in der realen Welt unterwegs ist, begegnet Leuten, an denen er grußlos oder grüßend vorübergehen kann, die er ansprechen und fragen kann. Treffpunkte können auch zu längeren Gesprächen einladen.
Weblin macht in analoger Weise das Web zu einem Ort der Begegnung.

Man kann mit anderen Besuchern einer Webadresse unmittelbar Kontakt aufnehmen – sofern diese das gleiche Tool nutzen.
Dann hat jeder Websurfer einen virtuellen Doppelgänger, einen Avatar.
Die Website odenwald-geschichten.de hat täglich mehrere hundert Besucher – oft tummel sich dort 5 – 10 Besucher gleichzeitig. Mit dem Tool Weblin der Hamburger zweitgeist GmbH wird es den Besuchern möglich, ein Gespräch zu beginnen.
Man könnte sich zu bestimmten Zeiten auch online verabreden. Auch eine (Blog-) Sprechstunde könnte eingerichtet werden.

Wer in Ruhe gelassen werden will, kann den Onlinestatus seines Avatars entsprechend festlegen (Abwesend, Länger abwesend, Bitte nicht stören).
Es lässt sich auch einstellen, auf welcher Webseite man sichtbar sein will oder wer besser nicht sehen soll, dass man sich gerade dort aufhält.
Eine (leider miserabel lesbare) Topcloud auf Weblin.de zeigt an, wo sich derzeit andere Weblins tummeln.

Das Programm wurde im November 2006 vom Land Baden-Württemberg mit dem „Innovationspreis Web 2.0“ und im März 2007 als Leuchtturmprojekt des High Tech Gründerfonds ausgezeichnet.

Abschließend eine Selbstbeschreibung von Weblin:

>Weblin ist das Alter Ego, unsere virtuelle Figur im Internet. Weblin macht Menschen im Internet sichtbar. Wer gleichzeitig auf derselben Webseite surft kann andere sehen und kommunizieren.[…]
Egal was Du im Internet machst, mit weblin triffst Du andere, die zur gleichen Zeit auf der gleichen Seite surfen. Menschen, die die gleichen Interessen haben, die Dir neue Impulse geben können, die aus der ganzen Welt kommen oder aus Deiner Nähe. Mit weblin kannst Du einfach und zufällig neue Freunde kennen lernen, Gleichgesinnte finden. Du kannst Dich unterhalten, zusammen durchs Web surfen, Dich verabreden… alles was Dir Spaß macht. Nicht nur auf einer Webseite, sondern auf jeder! Das Internet ist riesig. Mit weblin wird es jetzt auch lebendig. Nicht mehr einsam durch die Welt streifen, sondern überall Menschen treffen.<

„Der Eintrag hat ein auf Moderation wartendes Feedback“: Kulturbloggerin Claudia Trossmann plädiert für Vielfalt und Kritik – nur nicht in ihrem Blog

trossmann morales bashing

Im Oktober letzten Jahres sah sich die Odenwälder (Kultur-) Bloggerin Claudia Trossmann in ihrer pessimistischen Sicht über den – ja doch – sozialen, kulturellen und moralischen Abstieg der westlichen Demokratien erneut bestätigt. Diesmal durch den Jahresbericht von Reporter ohne Grenzen (ROG). Ihr Fazit: Mit der Pressefreiheit geht es bergab.
Vor allem in jenen Ländern, die sie stets mit ärgstem Argwohn betrachtet: USA-Israel-Deutschland.
Was sie nicht erwähnte: Einer der Gründe für das Abrutschen einiger westlicher Länder auf der ROG-Skala war die Bedrohung von Autoren, Journalisten und Karikaturisten durch islamistische Fanatiker.
Diese Bedrohung hatte sie nur einige Monate zuvor als Pressefreiheittheater abgetan. Eine Solidarisierung mit den bedrohten Karikaturisten und Journalisten der dänischen Zeitung Jyllands Posten lehnte sie ab, dies sei „hysterisch und unvernünftig“. Außerdem seien die bedrohten Karikaturisten in gewisser Weise selbst schuld, da sie gegen das „differenzierte Bilderverbot“ im Islam verstoßen hätten (das sogar Kindern bekannt sei).
Zunächst eine für Künstler und Journalisten reale Bedrohung als „Pressefreiheittheater“ abzutun und anschließend – als sei man bestätigt worden – über das Bergab der Pressefreiheit zu klagen, erschien uns widersprüchlich, genauer gesagt: unredlich.
Die kritischen Ausführungen zu ihren widersprüchlichen Aussagen mochte Claudia Trossmann nicht kommentieren. Statt dessen meldeten sich hier im Kommentarbereich anonyme (männliche? weibliche?) Kommentatoren („Wayback“, „Waydown“, „Fremder ohne Maske„), die für die Kulturbloggerin Partei ergriffen.
Noch bemerkenswerter war aber, was sich zur selben Zeit im Kommentarbereich von Claudia Trossmanns Kulturblog tat bzw. nicht tat.
Auch dort wurde nämlich Kritik an ihren Positionen geübt, und zwar nicht anonym und zudem in sachlichem Ton.
Das war der Wortlaut des am 25. Oktober abgesandten Kommentars:trossmann kommentar rog

>Claudia, wie nur kannst Du in der neuen ROG-Rangliste zur Pressefreiheit eine Bestätigung Deiner Positionen sehen?
Du schreibst „Mit der Pressefreiheit geht es bergab“.
Auffällig bergab ging es mit dem bisherigen „Spitzenreiter“ Dänemark, der sich um 18 Ränge verschlechterte.
Grund: Die Bedrohung von Leib und Leben der Mohammed-Karikaturisten und der Zeitungsmacher durch Fanatiker.
Du hast vor 8 Monaten eben diese Bedrohung wortwörtlich als „Pressefreiheittheater“ bezeichnet, eine Solidarisierung mit den so Bedrohten wortwörtlich als „unvernünftig und hysterisch“ bezeichnet und den Bedrohten direkt/indirekt die Schuld zugewiesen.
Sie hätten gegen das „differenzierte Bilderverbot im Islam“ verstoßen, das angeblich schon jedem Kind bekannt sei
.<

Das sachliche Feedback wurde von der Kulturbloggerin nicht zugelassen. Auch nicht der darin enthaltene Link zu den Odenwald-Geschichten.
Ruft man heute im Kulturblog Claudia Trossmanns Artikel über das „Bergab der Pressefreiheit“ auf, erscheint darunter der Hinweis:
Bisher keine Kommentare/Trackbacks/Pingbacks für diesen Eintrag…
Zuvor war noch diese Meldung erschienen: „Der Eintrag hat ein auf Moderation wartendes Feedback„.

trossmann feedback moderationNach einer gewissen Anstandsfrist hatte die Moderatorin offenkundig das ihr ungenehme, weil kritische Feedback herausmoderiert bzw. gelöscht.
Man ahnt, wie die bessere Welt der Bloggerin aussähe, könnte sie dieser tatsächlich herrschend ihren Stempel aufdrücken – vor allem im Hinblick auf Meinungs- und Pressefreiheit, für die es mit ihr natürlich bergauf statt bergab ginge.

Trotz des herausmoderierten bzw. gelöschten Feedbacks wurde etwas später erneut die Einladung des Kulturblogs zum Feedback aufgegriffen: „Hinterlasse einen Kommentar„.

Auch diesmal (4. Januar 2007) war es ein medientheoretischer Text der Kulturbloggerin, der zum Feedback animierte: „Medien – Dichtung oder Wahrheit?

Claudia Trossmann äußert darin die Hoffnung, dass „Kurt Tucholsky irgendwann unrecht“ habe mit seinem Bonmot: „Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.“
Es scheint, als sei in diesem Sinne die Odenwälder Bloggerin doch (auch) eine geschickte Journalistin – denn in ihrem Blog jedenfalls beherrscht sie das Totschweigen kritischer Feedbacks („Bisher keine Kommentare für diesen Eintrag …“).
Aber eigentlich will sie ja anders sein, z.B. will sie – wieder ein Satz aus dem nämlichen Artikel – „der Einfalt eine Vielfalt an Meinungen entgegensetzen. Und hofft, dass „Wahrheit und Fairness dank Vielfalt die Oberhand“ bekommen. trossmann bierce feedback

Überhaupt wimmelt es in den Texten von Claudia Trossmann nur so vom „Gutsprech“: Wahrheit, Fairness, Gerechtigkeit, Friede, Dialog, Kultur, Mensch, Seele …
Wer solche Worte so inflationär verwendet, das wusste schon der skeptische Kirchenbesucher vom weihevoll predigenden Pastor auf der Kanzel, will die Moral gerne für sich gepachtet haben. Wer aber etwas pachtet, sucht daraus auch Gewinn zu ziehen. Auch aus der Moral, die lässt sich zum Beispiel gerne gegen jeden wenden, der widerspricht. Sie ist gut fürs Image und manchmal auch für das Geschäft.
Aber es bleibt eben ein Unterschied, ob einer nur gerne den Gutsprech intoniert und auf der hohen (und manchmal hohlen) Phrase reitet, oder ob er – und zwar ohne große, tönende Worte – lebt, was er verbal vertritt.
Wie sah es hier also aus mit der „Fairness“ und der „Vielfalt“, nachdem der Leser zum Hinterlassen eines Kommentars eingeladen wurde?

Wird die Kulturbloggerin hier auch kritische Rückfragen zulassen? Immerhin drei Kommentare lässt sie zu. Ihren eigenen, einen von Besucher Jörg („Schöner Beitrag!“), sowie einen von Besucher Sabinchen („Das ist tatsächlich ein sehr (!) interessantes Blog.„)
Ein viertes (kritisches) Feedback, das so gesehen nicht für „Einfalt“, sondern für „Vielfalt“ steht, wartet dagegen seit fast 4 Wochen auf „Moderation“. Pech, wenn sich einer nach der netten Einladung Mühe machte und (ohne Backup) eine halbe Seite kritisch und damit vergebens schrieb. Man könnte das unfair nennen.

Bevor also der in diesem Fall vorausschauend vom Leser archivierte Kommentar im Kulturblog wieder gänzlich ausmoderiert bzw. eliminiert wird, sei er hier zitiert:

>Claudia, Du zitierst Ambrose Bierce: „Gerüchte sind die Lieblingswaffe des Rufmörders.“
Du selbst hast am 15. Dezember in Marcel Bartels mein-parteibuch.de einen israelfreundlichen Blog (Lizas Welt) mit „Morddrohungen … ganz real“ in Verbindung gebracht. Der Blog gehöre angeblich einem „antideutschen Netzwerk“ an. Dieses angebliche „Netzwerk“ bzw. dessen Weltbild verleite Menschen zu angeblichen „Mordrohungen„. Deine „Argumente“ basieren bestenfalls auf Gerüchten. Gilt für Dich daher auch das Verdikt von Ambrose Bierce?
<

trossmann bierce

Nur die Links zu den entsprechenden Seiten wurden hier nachträglich eingefügt, der Text selbst wurde in genau diesen Worten am 5. Januar als Kommentar im Kulturblog hinterlassen.

Man sollte nicht verschweigen, dass Claudia Trossmann auch außerhalb ihres Kulturblogs Zustimmung erfährt. So lobt ein früherer Kriminalpolizist (und heute noch immer Kommunist) aus der DDR, Jürgen Cain Külbel, ihre „mutigen“ Bemerkungen.
Külbel selbst ist auch für „mutige“ Bemerkungen bekannt. So nennt er den radikalen DDR-Apologeten Peter Hacks sein „unerreichbares Vorbild“. Hacks hatte Hymnen auf den Genossen Stalin, den Genossen Ulbricht und die Mauer verfasst. Dort ist irgendwo auch noch Külbel zu Hause und dort, ja wer weiß, war vielleicht doch der Mensch die Seele von Wirtschaft und Kultur….

Wer aber glaubt, nur ein Kritiker exquisit linker Positionen falle mit seinen Feedbacks in den Blogs der Kulturbloggerin der moderierenden Schere zum Opfer, irrt.
In Claudia Trossmanns Odenwald Magazin wurde eine Diskussion zwischen dem WASG-Aktivisten Stephan Krieger und dem inzwischen aus der WASG ausgeschiedenen Willi Utzinger nach 3 Kommentaren abgebrochen.
Krieger hatte das letzte Wort. Hätte der von ihm als „Quertreiber“ titulierte Utzinger noch etwas entgegnen wollen, hätte er Pech gehabt:
Die Kommentarfunktion wurde vom Besitzer dieses Blogs in diesem Eintrag deaktiviert„.
Auch da konnte man sich Gedanken machen.
Wenn im virtuellen Reich der Kulturbloggerin schon die Meinungsfreiheit schnell an gewisse (kritische) Grenzen stößt, wie steht es dann eigentlich mit der von ihr ebenfalls oft beschworenen Friedensliebe?
kuelbel trossmann
Wer miteinander redet, schießt nicht aufeinander„. Das ist eine kardinale Erkenntnis nicht nur von Pazifisten. „Erst wo der Dialog abbricht, wird es wirklich gefährlich„, schreibt der Philosoph Helmut Hille. Das wäre wohl auch ein Rezept für den kriegsgeplagten Nahen Osten, der Palästinenser untereinander und ebenso Palästinenser und Israelis von immer neuer Gewalt abhalten könnte.
Auch Claudia Trossmann engagiert sich häufig mit entsprechenden Rezepten für die nah-ferne Region – auch wenn ihre Sympathie für die Hisbollah scheinbar etwas größer ist als für die israelische Regierung. (Wo blieb übrigens der kritische Kommentar von Regioblogger Peter Löwenstein, der ihr vorwarf, die Hisbollah zu verharmlosen?).
Nur finden ihre Rezepte im eigenen Haus bzw. im eigenen Blog offenkundig weniger Verwendung. Der Dialog bricht, wie man hier sehen konnte, bereits nach wenigen kritischen Feedbacks ab. Von da an wurd geschwiegen.

Janina Kalle entdeckt die „Hessenweite Welt der Blogger“ und „ganz unbekannte Ecken der eigenen Stadt“


Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien

… und zwar für die Frankfurter Rundschau.
Liest man ihren kleinen Artikel, merkt man schnell, dass sie selbst dieser Welt wohl kaum angehört. Allzu dilletantisch hört sich an, was sie über „Tausende Internetseiten von Bürgern über vermeintlich wichtige Themen“ herausgefunden hat. [Einer der von ihr interviewten Bürger ist der zu lebenslänglichem Bloggen verurteilte Robert Basic]
Da der Artikel auch eine komische Note besitzt, sei er hier auszugsweise zitiert:

>In Weblogs – so genannten Internettagebüchern – erzählen Menschen über ihre Heimatstädte, ihr Leben und ihren Alltag. Auch Hessen stellen dabei ganz subjektive Blicke auf ihre Stadt ins Netz.[…]
(Anm.: Sind Weblogs nun „so genannte Internettagebücher“ oder Internettagebücher „sogenannte Weblogs“?)
300 000 Weblogs gibt es schätzungsweise in Deutschland, etwa die Hälfte wird regelmäßig genutzt, vermuten Medienwissenschaftler der Universität Trier. Es gibt aber auch Zahlen die von nur 60 000 Blogs ausgehen. Im Gegensatz zu professionellen Internetseiten etwa von Gemeinden oder der Stadt eröffnen Weblogs oft einen sehr persönlichen Blickwinkel auf die Umgebung.[..]

Es entstehen über die Blogs richtige Freundschaften„, schwärmt etwa Robert Basic, der sich mit seinem www.basicthinking.de/blog/ einen Namen gemacht hat. Rund 4000 Menschen gehen am Tag auf die Seite des Usingers, auf der es unter anderem Infos rund ums Bloggen gibt. „Am Anfang ging es vor allem um den Austausch von Informationen – bei mir vor allem über Lotus-Notes – aber mit der Zeit unterhält man sich über alles mögliche“, so der Lotus-Notes Spezialist.
Vor allem über so genannte Blogrolls, also Hinweise auf andere Weblogs jeweils rechts oder links auf einer Seite, entstünden kleine Gemeinschaften, sagt Basic. Diese „Links“ sind auch für Besucher sehr hilfreich. Statt über professionelle Suchmaschinen zu gehen, kann man sich so von einem Blog zum nächsten treiben lassen und vielleicht ganz unbekannte Ecken der eigenen Stadt entdecken.< Quelle: Frankfurter Rundschau, Hessenweit Welt der Blogger, 3. 1. 2007 [Links und Hervorhebungen von uns]

Worüber Janina Kalle noch so schrieb und schreibt, offenbart eine schnelle Google-Recherche.

Öffene Stellen und Hanswerksberufe: Odenwälder Landratsamt betrachtet spöttische Bemerkungen über webmasternde, pfuschende „Provinzbeamte“ als (strafbare?) Beleidigung


offene stellen

Update: Das Odenwälder Landratsamt bzw. die dort Beschäftigten (zuoberst Horst Schnur) gehören zu den aktivsten und beständigsten Lesern der „Odenwald Geschichten“.
So hat man kurz nach Veröffentlichung dieses Berichtes die ziemlich derangierte Seite jobcenter-odenwaldkreis.de aus dem Netz genommen. Wer die Adresse nun aufruft, landet auf odenwaldkreis.de.
Auf hartz4-infobox.de finden sich allerdings noch einige authentische Screenshots, die die hohe Kunst des örtlichen Jobcenters und seines Webmasters unter Beweis stellen. [Update Ende]

Im Odenwälder Landratsamt wird seit geraumer Zeit an einem neuem Internet-Projekt gewerkelt: jobcenter-odenwaldkreis.de soll den zahlreichen Odenwälder Arbeitslosen auch online neue Wege in die Berufswelt eröffnen.
Tatsächlich ist die „derzeit im Aufbau“ befindliche Seite eine Lachnummer – nicht zuletzt aufgrund diverser Schreibfehler: So findet man dort beispielsweise „öffene Stellen“ (womöglich offene Stellen im öffentlichen Dienst) und „Hanswerksberufe“ – wahrscheinlich Berufe, die speziell auf die Fähigkeiten von arbeitslosen „Hansen“ (oder Hanswürsten?) zugeschnitten sind.
Im Web-Forum hartz4-infobox.de ergießt sich über das „Ergebnis von 2 Jahren Odenwälder Programmierkunst“ und die verantwortlichen „Provinzbeamten“ beißender Spott.
Dies wird im Erbacher Landratsamt bekanntlich nicht gern gesehen.
So erhielt offenbar einer der Gestalter des Webforums einen Anruf aus dem Landratsamt: Kurz vor Weihnachten, am 19. 12. gegen 16:30 Uhr.
Dabei soll Herr K. den Spötter gemahnt haben, die Bezeichnung „Provinzbeamter“ stelle eine (rechtswidrige?) Beleidigung dar. Und überhaupt: Warum rege er sich über den ihm „nicht bekannten“ Herrn S. so auf?
Der Gemahnte stellt dagegen fest: „Der Landkreis ist jedoch Provinz und ein Beamter im Landratsamt ist ein Provinzbeamter.“
Und: „Der Anruf zeugt von Nervösität.“ Der Angerufene wartet jetzt „gespannt auf eine Anzeige“.
Die Diskussion in diesem Forum ist lesenswert, sie hat Niveau und ist witzig.

Einer der Diskutanten („Odummwälder“) erkennt zwischen dem realen Kommunalen Jobcenter KJC und dessen virtuellem Abbild strukturelle Ähnlichkeiten:

>Was schon 2 Jahre herumgammelt, wird deshalb doch auch nicht in 2 Wochen besser werden. Und über den Odenwald lacht doch schon längst ganz Deutschland – und das mit voller Berechtigung!

Vielleicht sollte man doch noch einen Screenshot der folgenden Seite reinsetzen:

http://www.jobcenter-odenwaldkreis.de/index.php

Besonders lustig wirds, wenn man auf diversen Links da herumklickt und immer wieder zu einem Ausgangslink zurückgeschmissen wird. Quasi ein Kreisverkehr, der da installiert ist. Einfach zum Totlachen.

Hier mal so ne Linktreibjagd: Kundenservice -> Leistungsgewährung -> Fallmanagement -> Leistungsgewährung -> Fallmanagement -> Leistungsgewährung -> Fallmanagement -> ….

Es entsteht eine Endlosschleife, wenn man über den Link „Kundenservice“ auf der Hauptseite etwas über die Leistungsgewährung erfahren will. Es wird immer wieder zwischen dem Unterforum Leistungsgewährung und Fallmanagement hin- und hergeschaltet. Nur Informationen erhält man nicht.

Dies entspricht exakt dem Verwaltungshandeln am KJC. Keine Leistungsgewährung und immer wieder schon eingereichte Unterlagen nachreichen. Ich bin dafür, dieser Endlosschleife auf der HP vom KJC einen Sonder-Award zuzusprechen. Beste Internetsimulation der Unfähigkeit des KJC Erbach.

Denn hier kann jeder Bürger nachempfinden, wie man sich im KJC fühlt. Man wird von einem Link zu dem nächsten weitergeleitet, bis man wieder am Ausgangspunkt ist. Weder Informationen (aufs Internet bezogen) noch Leistungen (aufs KJC bezogen) hat man aber erhalten. Und es geht in die nächste Runde der Endlosschleife.

Diese Endlosschleife spiegelt in perfekter Form das KJC wieder.<

Bullshit? Claudia Trossmann sprach: „Lizas Welt gehört dem antideutschen Netzwerk an“ – und ihr Kulturblog dem stalinistischen von Cain Külbel?


Es gab hier bereits eine Auseinandersetzung mit den neuesten Thesen der Odenwälder (Kultur-) Bloggerin Claudia Trossmann – die der hochkomischen Seite dieser Thesen allerdings noch nicht gerecht wurde.
Das sei hier nachgeholt.
Worum geht es? Zunächst um Jürgen Cain Külbel, 1956 in Haselbach/Thürigen geboren und von 1974 bis 1988 im Kriminalpolizeilichen Dienst der DDR.
Was Külbel war und ist, bekannte er kürzlich freimütig in einem Interview mit Verehrern von Ayatollah Khomeini (muslim-markt.de):

Natürlich bin ich Kommunist„, man könnte dazu sagen: Ein ewiggestriger. Sein „unerreichbares schriftstellerisches Vorbild“ ist der „größte Dramatiker der DDR„, der 2003 verstorbene Peter Hacks.

Für Hacks war der Sturz der SED eine Konterrevolution („Wer war der, der vom meisten Blute troff? / Wars Churchill, Hitler oder Gorbatschow?„) , die Ausbürgerung Biermanns begrüßte er und verglich sie mit dem Ziehen eines schlechten Zahns, die Berliner Mauer war ihm „der Erdenwunder schönstes („Mit ihren schmucken Türmen, festen Toren. / Ich glaub, ich hab mein Herz an sie verloren„). Auch Stalin mochte er bis zum Ende nicht abschwören und ließ ihn in späten Liebesgedichten auftreten („Die Liebe und die Sowjetmacht / Sind nur mitsammen darstellbar.„)
So viel oder so wenig zu Hacks und damit auch zu Külbel, dessen politische Position damit zumindest skizziert sein dürfte.

Külbel liebt nicht nur – die alte Sowjetmacht und deren Poeten Hacks- , er hasst auch: Vor allem die USA. Mit dem Hacks-Wort „Mordamerika“ tituliert er den halben Kontinent und hält sich dabei mit wechselnden Regierungen und deren Schuld erst gar nicht auf: Das Ganze, Land und Leute und Kanada noch dazu, ist ihm zuwider.
Damit ist auch seine Position im Nahost-Konflikt vorgeschrieben. Der israelische Premier ist ein „Schlächter“ und dem Zentralrat der Juden in Deutschland wünscht er ob seiner Parteinahme für Israel zukünftig eine Bedeutung, wie sie schon jetzt „Hausmeister Krauses Dackelverein“ hat.
Külbel polemisiert gerne, eine seiner fröhlichen Lieblingswendungen: „Who the fuck is“.
Einmal so gebraucht: „Who the fuck is Biermann“ und einmal so: „Who the fuck is Liza“.
Liza, besser gesagt der Weblog „Lizas Welt“ ist Külbels gegenwärtiger Feind. Die Antipathie ist gegenseitig.
Der anonyme Betreiber von „Lizas Welt“ ist israelfreundlich, während Külbel im Judenstaat so etwas wie den kleinen Satan sieht.
Kriminalistisch erfahren hat sich Külbel auch den (libanesischen) Mordfall Hariri vorgenommen, dabei den Bericht des UN-Ermittlers Mehlis als „Lügengebäude“ enttart und als wirklich Verdächtigen den israelischen Geheimdienst ausgemacht.
In Syrien hört man das gerne. Überhaupt kann man dort viel von Külbel hören bzw. lesen. Nachdem er früher als Journalist vor allem für das „Neue Deutschland“ schrieb, schreibt er nun hauptsächlich für die syrische Tageszeitung „Al Watan“.
Während Külbel im Nahen Osten die wahren (israelischen?) Schuldigen am Tod des zweimaligen libanesischen Ministerpräsidenten Hariri ermitteln will, will er nun den noch anonymen, israelfreundlichen Betreiber von „Lizas Welt“ enttarnen.


markwort antideutsch


FOCUS-Markwort antideutsch?


Bild: wikpedia.de

Dazu stellte er gegen den/die Blogger eine Strafanzeige wegen Verleumdung – in der Erwartung, dass später zumindest eine zivilrechtliche Klage die Identität des/der Blogger(in) offenbaren wird.

Zuletzt hatte Kriminalist Külbel als Mann hinter „Lizas Welt“ keinen Geringeren als den FOCUS-Chefredakteur Helmut Markwort (Fakten! Fakten! Fakten!) im Verdacht. [FDP-Mitglied Markwort ist in Südhessen übrigens kein Unbekannter. In Darmstadt geboren und aufgewachsen hat er nach seinem Abitur am Ludwig-Georgs-Gymnasium auch schon bei Darmstädter Lokalzeitungen gearbeitet.]

An dieser Stelle kommt nun die Odenwälder (Kultur-) Bloggerin Claudia Trossmann ins Spiel und verleiht der (Übel-) Tätersuche eine komische Note:
Der Weblog „Lizas Welt“ sei nicht nur eine (israelfreundliche) Stimme unter anderen Stimmen, sondern gehöre angeblich einem „Netzwerk“ an, einem „antideutschen Netzwerk„.
[Verschwörungstheoretisch gibt die Vokabel „Netzwerk“ offenbar mehr her.]

Trossmann Antideutsche

Dazu liefert sie auch gleich noch einen Link zu einem Wikipedia-Artikel über die „Antideutschen“ mit:
„Antideutsche sind eine aus verschiedenen Teilen der radikalen antifaschistischen Linken hervorgegangene Strömung… Die antideutsche Bewegung wird im Verfassungsschutzbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz erwähnt.“

Aha! Wenn man die „Erkenntnisse“ des Kriminalisten Külbel und die „Erkenntnisse“ der mit ihm solidarischen Odenwälder Bloggerin kurzschließt, könnte das bedeuten, dass der Chef des FOCUS ursprünglich ein Linksradikaler war (ist) und als „Antideutscher“ vom Verfassungsschutz beobachtet wird!

Von den „Informationen“ der Odenwälder Bloggerin zeigt sich auch der bekannte und sonst eigentlich gar nicht auf den Kopf gefallene Parteibuch-Blogger Marcel Bartels beeindruckt.

>Die Bezeichnung Antideutsch, auf die mich Claudia Troßmann vom Kulturblog netterweise hingewiesen hat, war mir als Fachbegriff für die seltsam verblendete Hurra-Israel-Ideologie … bis vor wenigen Tagen tatsächlich noch nicht bekannt.<

Claudia Trossmann weiß aber noch weitaus mehr:

trossmann antideutsch

>Es gibt Menschen, die sich vom antideutschen Weltbild zu Morddrohungen hinreißen lassen. [Anm.: Es soll sogar Leute geben, die sich vom prodeutschen, antisraelischen, islamischen, christlichen und antichristlichen, anarchistischen, sozialistischen, kommunistischen und antikommunistischen, ökologischen und antiökologischen oder auch veganischen und antiveganischem Weltbild „zu Morddrohungen hinreißen“ lassen! Weswegen man allen „sehr kritisch gegenüberstehen“ sollte]
Ob diese ernst gemeint sind oder nicht, kann ich derzeit nicht beurteilen. Dies Morddrohungen sind nicht nur ganz real per Anruf etwa, sondern auch in der sogenannten Blogosphäre.
Auch deshalb sind sie für mich intellektuelle Brandstifter, denen ich sehr kritisch gegenüberstehe
.<

Nachdem der gemeinsame investigative Spürsinn von Claudia Trossmann und Cain Külbel a) die Antideutschen und b) Helmut Markwort als „intellektuelle Brandstifter“ hinter Lizas Welt ausmachten, gipfeln die „Erkenntnisse“ der Odenwälderin darin, dass es aus dem Dunstkreis der Antideutschen angeblich „Morddrohungen … ganz real per Anruf etwa“ gebe und sogar „auch in der sogenannten Blogosphäre„.

Indirekt war schon vor einigen Tagen Claudia Trossmann die Frage gestellt worden, „wer denn da wann und wo “Morddrohungen ganz real … per Anruf etwa” gegen wen ausgestoßen“ hat.
Eine Antwort darauf gab es nicht und gibt es wohl auch nicht.

Schließlich reicht es doch, dass sie mit einer beeindruckenden Argumentationskette „nachwies“, dass Lizas Welt (Helmut Markwort?) ein antideutscher, „intellektueller Brandstifter“ ist, den so eine Mitschuld an „Morddrohungen ganz real … per Anruf etwa“ treffe.

Wenn Claudia Trossmann ihre „Informationsquellen“ offenlegen sollte, stellt sich womöglich heraus, dass hinter dem ominösen „Netzwerk“ und den „Morddrohungen“ – na, wer wohl – Juden stecken.

Trossmann antideutsch

Eine sogenannte Henryk-Broder-Brigade– benannt nach dem (quicklebendigen) Spiegel-Reporter Henryk M. Broder, der als scharfzüngiger, streitbarer Verfechter des israelischen „point of view“ bekannt ist.

Jetzt weiß man also, was man schon früher wusste, dass Claudia Trossmann nämlich diesen „intellektuellen Brandstiftern“ „sehr kritisch gegenübersteht„- so kritisch nämlich, dass sie mit unbewiesenem, zum Teil unsinnigen und pauschalierendem Gerede politische Kontrahenten mit „Morddrohungen … ganz real“ in Verbindung bringt.

In ihrem Weblog Kulturblog („Zimmer mit Einsicht„) nahm sie kürzlich Bezug auf die (in mein-parteibuch.de geführte) Diskussion um Jürgen Cain Külbel vs. Lizas Blog:
kuelbel trossmann

Man muss es zweimal lesen: Eine Autorin, die just eben einen Blogger („Lizas Welt“) mal eben so einem angeblich zugehörigen „Netzwerk“ („Antideutsche“) zuordnete und dieses wiederum mal eben so mit „Morddrohungen ganz real“ in Verbindung bringt, beruft sich auf einen taz-Artikel, in dem Autoren gescholten werden, „die mit Halbwahrheiten, selektiven Interpretationen und schlichtem Unsinn hausieren gehen.

Jetzt muss man abwarten, wer den größeren Unsinn verzapfte: Külbel, mit seiner Vermutung FOCUS-Markwort stecke hinter „Lizas Welt“ oder Külbels in Solidarität zugeneigte Linksaktivistin Claudia Trossmann, die Bartels so belehrt hatte:

Lizas Welt gehört dem antideutschen Netzwerk an. Es zeichnet sich durch ein sehr einfaches Weltbild aus.“

Immerhin hat Külbel, der die Odenwälderin wegen ihrer „mutigen“ Bemerkungen lobte (s.u.) , kein „einfaches Weltbild“:
Wer nämlich so wie Külbel Hacks toll findet, der wiederum Stalin und die Berliner Mauer toll fand, hat zweifelsfrei ein sehr komplexes Weltbild.
Ein Weltbild, in dem offenbar neben FOCUS-Markwort, auch noch der Banker Ackermann und Gerhard Schröder – „mutig bemerkt“ – als „Antideutsche“ durchgehen können. Helau, bald ist Fastnacht.

Pia im Doppelpack: „Versautes zur Kirchenmusik“ & „Melancholische Klänge mit Popelementen“


Schon im August wurde hier die Breubergerin Pia Röder („Die Gosch“) in der Odenwälder Blogosphäre willkommen geheißen:
>Auf jeden Fall kann die junge Frau (21) aber gut und witzig schreiben. So gut, dass der Chefredakteur des Odenwälder Echo, Gerhard Grünewald, sich von der Breubergerin beraten lassen könnte … oder am Besten ein Praktikum bei ihr absolviert.<
Vielleicht hat Grünewald das gelesen – und beherzigt. Jedenfalls lieferte sie nun ihren ersten (?) Bericht für das Käseblatt ab.
In ihrem Weblog hatte sie zwei Tage zuvor diesen Bericht angekündigt und die „anderen Umstände“ seiner Entstehung geschildert.
Auch wenn sich ihr Witz dabei in Grenzen hielt … es ist immer noch netter zu lesen als ihr Bericht im Oh-Echo.
Das eine ist authentisch, das andere die übliche Echo-Schreibe.
Als hätte sich der Provinzkäse wie eine Parmesanpatina über Pias sonst üppige Phantasie gelegt. Typisch etwa diese Formulierung
Nachdenkliche Passagen im Wechsel mit stimmungsvollen und humorvollen Elementen verzauberten das Publikum in der historischen Kirche.“
Das kann sich natürlich auch Grünewald aus seinen redigierenden Fingern gesogen haben. Vielleicht hat er tatsächlich einen lustigen Text lustvoll verstümmelt.
Immerhin: Das „Original“ existiert im Blog „die Gosch“ und lässt erahnen, was eine talentierte, angehende Journalistin aus dem Thema hätte machen können.
So leisten die beiden Berichtsvarianten – da echt und da Schmu – einen weiteren Beitrag zur fälligen Dekonstruktion des Odenwälder Lokaljournalismus.

Pia Röders Bericht im Odenwälder Echo vom 16. 12. 2006 (Auszüge)

Pia Röder authentisch in ihrem Weblog „Die Gosch“

Melancholische Klänge mit Popelementen: Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger präsentiert sein Programm in Kirchbrombach

>“Dass eine Kirche zu Heiligabend voll besetzt ist, dürfte jedem regelmäßigen Kirchgänger bekannt sein. Eine komplett überfüllte Kirche an einem Wochentag in der Adventszeit ist jedoch ungewöhnlich. Trotzdem war am Mittwochabend in der evangelische Kirche in Kirchbrombach kein Platz mehr zu ergattern.

Grund: Der Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger trat mit seinem Programm „Bilder der Weihnacht – das besondere Konzert im Advent“ in der Kirche der Pfarrgemeinde Brombachtal auf.
Die vielen Bilder und Gleichnisse der Weihnachtszeit, wie zum Beispiel die Engel, Hirten, Maria und Josef oder die drei Weisen aus dem Morgenland, griff Bittlinger musikalisch auf.
Gemeinsam mit seinem internationalen Ensemble ließ der Geistliche die rhythmisch-melancholischen Klänge irischer Folkmusik mit Poparrangements nach Art seines Keyboarders David Plüss verschmelzen. Nachdenkliche Passagen im Wechsel mit stimmungsvollen und humorvollen Elementen verzauberten das Publikum in der historischen Kirche.
[…]
Clemens Bittlinger ist evangelischer Pfarrer, Kommunikationswirt und eben Musiker. Die Musik ist seine frühe Leidenschaft. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gelingt es ihm, diese mit seinem Pfarrberuf zu verbinden. Bei den Arbeiten zu seiner ersten LP „Mensch, bist Du’s wirklich“ traf er auf den Schweizer Pianisten und Produzenten David Plüss, mit dem Bittlinger bis heute zu seinen Konzerten unterwegs ist.

Nach Beendigung seines Theologie-Studiums wurde Clemens Bittlinger 1990 von der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ordiniert und erhielt den Sonderauftrag der musikalisch-kulturellen Verkündigung. Im Laufe der Jahre entwickelte er viele verschiedene Bühnenkonzepte mit den verschiedensten Künstlern. So entstand beispielsweise 1994 das Konzept der „Bistrogottesdienste“ [Anm.: oder Bigottesdienste?] für das ZDF und 1995 die „Osterrocknacht“ für RTL. […]

Der 46 Jahre alte Theologe, der im Odenwald lebt, bezeichnet seine Musik als „moderne Glaubensäußerungen, die mir selbst und anderen Mut und Trost verschaffen wollen“. Und längst haben Bittlingers Lieder wie zum Beispiel „Sei behütet“,„Aufstehn, aufeinander zu gehn“ und „So soll es sein“ in zum Teil millionenfacher Auflage den Weg in das allgemeine Gemeindeliedgut gefunden. […] < Quelle: Odenwälder Echo, Melancholische Klänge mit Popelementen, 16. 12. 2006 [Hervorhebungen und Links von uns]

Von Tag zu Tag: Versautes zur Kirchenmusik

>Gestern Abend ging ich nach langer Zeit mal wieder meiner jourrnalistischen Tätigkeit in der Lokalpresse nach. Projektarbeiten das Studium betreffend, hielten mich die vergangenen Wochen davon ab, Termine wahrzunehmen.
Ich besuchte also gestern die evangelische Kirche in Kirchbrombach, einem Ort sehr zentral im Odenwald gelegen (Betonung liegt auf Wald).
„Bilder der Weihnacht“ – ein Konzert eines selbsternannten „Rockpfarrers“ und „charismatischen Liedermachers“ der „unbequeme Fragen“ stellt. Für das Ganze bezahlte ich, obwohl ich mich als Pressemensch vorgestellt habe, 10 Euro und durfte 90 Minuten vor einem surrenden Stromkasten stehen, weil die Kirche aus allen Nähten geplatzt ist. Faszinierend wie viele sich sowas an einem Mittwochabend freiwillig geben.
Die Musik des „Rockpfarrers“ kann man irgendwo zwischen PUR, Irish Folk und 90er-Jahre-Keyboard-Musik platzieren. Gepaart mit der sehr eindringlichen Stimme des Pfarrers, der dauernd sehr laut röhrend das Wort „Gott!“ fallen ließ, war mir die ganze Veranstaltung eher unangenehm.
Zumal ich sakrale Gebäude als Privatmensch meide und sich mein Interesse diesbezüglich, mal ganz vom architektonischen Aspekt abgesehen, sehr in Grenzen hält.
Aus Protest habe ich mich vorher mit Brochuren zum Konzert eingedeckt und absichtlich nicht mitgeschrieben. Stattdessen habe ich unter der Treppe zur Empore gestanden und schmutzige Bildchen in meinen Block gekritzelt und geschmunzelt. Diese sind aus Jugendschutzgründen nicht zur Veröffentlichung geeignet. Die kleinen Freuden des Lebens.< Quelle: diegosch.twoday.net [Hervorhebungen und Links von uns]

Einen Tag später und womöglich angeregt von Bittlinger präsentierte die Bloggerin in einer (sehr) frühen Rückschau den „Soundtrack meines Lebens„.
Dazu zählt auch „What’s up“ von den längst aufgelösten „4 non Blondes“: