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„Grenzen der Seriosität“: Thomas Baader über einen Vortrag der ‚Islamophobie‘-Expertin Sabine Schiffer in Michelstadt

Liest man den nachfolgenden Artikel von Thomas Baader, nebenbei Pressesprecher des Vereins für Menschenrechte und Integration (peri e.V.), kommt ein Gefühl des Déjà-vu auf: Diese Debatte wurde hier doch schon geführt – vor allem mit der Odenwälder Bloggerin Claudia Troßmann.
Sie verblüffte damals mit folgender Aussage:

Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im Islam ein differenziertes ‘Bilderverbot’ herrscht. Dafür braucht man nun wirklich kein islamwissenschaftliches Studium.”

Wegen dieses ‚differenzierten Bilderverbotes‘ müsse sich ein Karikaturist nicht wundern, so die implizite Folgerung, wenn er bei einem Verstoß gegen das Gebot um sein Leben fürchten muss.

Claudia Troßmann sollte am 8. November ebenfalls in Michelstadt gewesen sein und Sabine Schiffer applaudiert haben. Über die hatte sich vor 3 Jahren bereits der Kölner Stadtanzeiger Gedanken gemacht: „Das seltsame Institut der Sabine S.

Der Titel der Veranstaltung lautete „Wo sind die Grenzen der Meinungsfreiheit? Antimuslimischer Rassismus/Islamophobie“, wobei die zuletzt genannte begriffliche Verwirrung programmatisch für den Abend war. Die Veranstaltung wurde gemeinsam ausgerichtet von Attac Odenwald, Odenwald gegen Rechts, den Naturfreunden, dem DGB Odenwaldkreis, der DKP Kreisgruppe Odenwald, der GEW Odenwald, der GEW Darmstadt/Dieburg, der Linken Odenwaldkreis und dem Runden Tisch Reichelsheim.

Entsprechend findet man beim Eintreten nicht nur Flyer der diversen Initiativen ausliegend, sondern auch aktuelle Ausgaben der „jungen welt“. Um die Wartezeit zu verkürzen, blättert man ein wenig in der Zeitung und stößt auf einen romantisch verklärenden Artikel von Dietmar Dath über die Oktoberrevolution. „Die allverächtlichsten Arschlöcher, gegen die sie [das Proletariat – sic!] sich dabei behaupteten, die sie dafür besiegen mußten, redeten übrigens in demselben verlogenen, ekelhaften Zungenschlag, der heute die Standortpredigten der Bourgeoisie und ihrer Ausgehaltenen bis tief in die rechten Sumpfbezirke der Gewerkschaftsarbeit prägt […]“, heißt es dort aus Seite 11. Und weiter: „Das ist genau der verdrehte Quatsch, den Angela Merkel den griechischen Nichtbesitzenden vorheult […].“ Im geifernden Stil wird Kerenski als „handzahmer Napoleon-Wichtel“ bezeichnet, dann erst kommt Lenin mit „schweißtreibende(r) Überzeugungsarbeit“, um das Programm „Frieden statt Weltkrieg“ umzusetzen. Eine ideologische Verhunzung der tatsächlichen historischen Ereignisse, wie sie verfälschender kaum sein könnte.

Was hat das alles eigentlich mit dem Thema der Veranstaltung von Frau Schiffer zu tun, mag man sich fragen. Nichts. Eben. Warum liegen die Exemplare der „jungen welt“ dann überhaupt aus?

Schließlich ist es so weit, 40 Zuhörer (darunter ein erheblicher Teil Angehörige der veranstaltenden Initiativen) füllen den kleinen Saal. Der Altersdurchschnitt ist eher hoch. Vorne erhebt sich ein bärtiger Herr und spricht die einleitenden Worte: Unmittelbarer Anlass für die Veranstaltung seien Anti-Islamisierungs-Aufkleber gewesen, die in letzter Zeit in Michelstadt aufgetaucht seien. Aber auch Politiker aus der Mitte der Gesellschaft äußerten sich mittlerweile entsprechend. Als noch problematischer bezeichnet der Sprecher aber „Institutionen, die unsere Verfassung schützen sollen“. Er sieht Wurzeln des frühen Verfassungsschutzes in der NS-Zeit, aber auch heutige Generationen hätten ihr Handwerk von diesen Alten gelernt. Und zum Abschluss: Die „Neofaschisten in Regierungskreisen“ solle man nicht unterschätzen.

Sabine Schiffer beginnt ihren Vortrag mit dem Verweis auf einen „polemischen Beitrag in der taz“, in dem Deniz Yücel Thilo Sarrazin verunglimpfe. Diese Sarrazin-Verteidigung überrascht sicherlich nicht wenige im Saal. Schiffer will an diesem Beispiel zeigen, dass die Meinungsfreiheit Grenzen habe, dass man selbst gegen einen Sarrazin nicht alles sagen dürfe. Allerdings, so Schiffers Argumentation, werde hier von den Sarrazin-Anhängern mit zweierlei Maß gemessen: Grenzen der Meinungsfreiheit gebe es für sie bei Angriffen auf Sarrazin, nicht aber bei Angriffen auf die Muslime.

Sabine Schiffer versucht sich anschließend an einer Definition der Grenzen der Meinungsfreiheit, indem sie die gesetzliche Situation in Deutschland beschreibt. Durch den Paragraph zur Volksverhetzung etwa sei die Leugnung des Holocausts in Deutschland verboten, was einzigartig sei. In diesem Moment Stirnrunzeln und Getuschel im Publikum – zu Recht, denn tatsächlich ist Holocaustleugnung in vielen Ländern Europas strafbar, und dem deutschen Volksverhetzungsparagraphen vergleichbare Gesetze gibt es reichlich, so etwa in Österreich („Verhetzung“) und Frankreich („Anstiftung zum Rassenhass“). Diese Äußerung Schiffers wird jedoch nicht die einzige Merkwürdigkeit des Abends bleiben.

Schiffer fährt unbeirrt in ihrem Vortrag fort und erklärt ihre Lieblingsmethode, die „Gegenprobe“, die darin besteht, in bestimmten Aussagen einzelne Wörter auszutauschen. Sie spricht also den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“, und danach langsam und bedacht die folgenden Sätze:
„Juden neigen zur Gewalt.“
„Männer neigen zur Gewalt.“
„Afrikaner neigen zur Gewalt.“
„Amerikaner neigen zur Gewalt.“
Anschließend richtet Schiffer an die Anwesenden die Frage: „Wo ist das Problem bei den Sätzen?“ Murmelnde Antworten aus dem Publikum: „Verallgemeinerung…“

Spätestens an dieser Stelle wird die Veranstaltung unfreiwillig komisch. Schiffers Vortragsstil gleicht altmodischem Grundschulunterricht, wobei die Frage unbeantwortet bleibt, warum erwachsene Menschen das tatsächlich mit sich machen lassen. Leider kommt an dieser Stelle keine echte Debatte auf. Man könnte nämlich fragen, ob Schiffer auch ein Problem hätte mit der Formulierung „Männer neigen, statistisch gesehen, eher zur Gewalt als Frauen.“ Dieser Satz ist nämlich zweifellos wahr. Unklar bleibt auch: Wer hat den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“ eigentlich gesagt? Der Kommentarbereich von Politically Incorrect etwa? Das wäre zu erwarten gewesen. Ernstzunehmende Kritiker des Islam hingegen verweisen durchaus auf Gewaltprobleme in bestimmten Communitys, drücken sich aber in der Regel differenzierter aus. Wer ist hier also eigentlich gerade der Gegner?

Schiffer widmet sich nun den bereits erwähnten Aufklebern. Das Layout eines solchen Aufklebers wird per Beamer an die Wand gestrahlt, man sieht eine durchgestrichene Moschee und den Aufruf, die Islamisierung zu stoppen. Schiffer fragt, was hierbei die Prämisse ist. Dann die Erkenntnis: Die Prämisse ist, dass es eine Islamisierung gibt.
Ähnlich wird mit einem Titelblatt des „stern“ verfahren, auf dem zu lesen ist: „Wie gefährlich ist der Islam?“ Prämisse sei, dass er überhaupt gefährlich ist, unklar sei nur wie sehr.
Das lässt sich beliebig fortsetzen, aber es wird dankenswerterweise darauf verzichtet. (Für alle aufmerksamen Leser, denen das nicht zu hoch ist: Schiffers Prämisse beim Nennen dieser beiden Prämissen ist übrigens, dass sie inhaltlich falsch sind.)

Es folgt eine kleine Begriffsdefinition, die eigentlich für Schiffer nur in der Erklärung besteht, dass sie die Begriffe „Islamophobie“, „Antimuslimismus“, „antimuslimischer Rassismus“ und „Islamfeindlichkeit“ synonym verwende. Kritik am Begriff „Islamophobie“, so erfährt man, sei ohnehin nur da, um Rassismus zu verschleiern. Nun sind allerdings (und das sagt Frau Schiffer nicht) gerade die Begriffe „Islamophobie“ und „antimuslimischer Rassismus“ in der Forschung heftig umstritten. Gegen den letzteren kann man zumindest einwenden, dass Ressentiments gegen Angehörige einer Religionsgemeinschaft, die sich nicht ethnisch definiert, ebenso wenig als Rassismus gelten kann wie Ressentiments gegen Homosexuelle (was freilich nichts daran ändert, dass beide Arten von Ressentiment existieren). „Islamophobie“ wiederum richtet sich seiner Wortbedeutung nach inhaltsorientiert gegen den Islam als Lehre und nicht gegen die Muslime als Menschengruppe. Aber diese Dinge werden an diesem Abend nicht diskutiert. Der Beamer strahlt ein paar passende Sätze an die Wand, darunter den folgenden: „Islamfeindlichkeit dient – wie jeder Rassismus – der Verfassung etablierter hierarchischer Strukturen und somit der Abwehr von Inklusion und Entwicklung.“ Schiffer schließt dieses Kapitel mit der Behauptung ab, der Begriff „antimuslimischer Rassismus“ werde sich am Ende wohl durchsetzen.

Sie klappert weitere Stationen ab. Vom Mohammed-Schmähfilm hätte „Media for Christ“ profitiert und nicht die Salafisten. Der „Salman Rushdie-Rahmen“ sei auf die Mohammed-Karikaturen gelegt worden, wo er nicht hingehöre, denn im Gegensatz zu Rushdies Kunstwerk wollten die Karikaturen „provozieren“.

Es wird im Verlauf des Abends immer mal wieder verschwörungstheoretisch: Wenn etwa George W. Bush nach 9/11 in eine Moschee gehe, um zu zeigen „Das hat nichts damit zu tun“, dann stelle Bush ja gerade den Kontext her, den er angeblich vermeiden wolle. Verblüffende Logik! Aus dieser Perspektive heraus könnte man auch auf die Idee kommen, dass Sabine Schiffers Veranstaltung eigentlich dazu diene, dass mit dem Islam doch irgendwie eine Gefahr assoziiert werde.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends: Schiffer hadert mal wieder mit einem Cover des „stern“. Man sieht Ahmandinedschad, man sieht einen Atompilz, man sieht die Kuppel einer Moschee und man sieht den Schriftzug „Wie gefährlich ist der Iran?“ Anstoß nimmt sie, das war zu erwarten, an der Abbildung der Moschee. Schiffer schreitet also zur Gegenprobe und präsentiert ein Bild aus einem arabischen Blog, das sie für „vergleichbar“ hält: ein Atompilz, Ariel Scharon, über Scharons Kopf ein Davidstern. Ein Herr aus dem Publikum wendet an dieser Stelle ein, dass er Schiffer nicht ganz folgen könne: Der Islam sei doch aber nun wirklich die ideologische Grundlage der Herrschenden im Iran. Schiffer daraufhin: „Bei Israel ist das die Religion aber doch auch.“ Im Folgenden wird dann noch zwischen Schiffer und dem Publikum die Frage erörtert, ob das Scharon-Bild auch antisemitisch wäre, wenn man statt des Davidsterns die israelische Flagge abgebildet hätte. Und schließlich will ein Mann erkannt haben, was am Cover des „stern“ noch problematisch sei: Die Moscheekuppel sehe ja aus wie eine Bombe. Frau Schiffer warnt jedoch vor Überinterpretationen.

Noch einmal kommt das Thema Mohammed-Karikaturen auf den Tisch bzw. per Beamer an die Wand. Die bekannte Westergaard-Zeichnung (Mohammed mit Bomben-Turban) wird in eine Reihe gestellt mit anstößigeren Karikaturen anderer Herkunft. Einspruch kommt von einigen Gästen im Saal, die doch einen klaren inhaltlichen Unterschied zwischen der Karikatur des dänischen Künstlers und den anderen Zeichnungen sehen. Jemand aus dem Publikum fragt: „Betreiben wir da aber nicht gerade selbst Verallgemeinerung?“ Zweifellos der intelligenteste Satz des Abends, und er kommt nicht von Frau Schiffer. Sie versucht stattdessen die angebliche Gefährlichkeit von Westergaards Karikatur zu erläutern. Jyllands Posten gilt ihr als rechtes Blatt, das schon früher entsprechend aufgefallen sei. Leider versäumt es Sabine Schiffer, die Geschichte der Karikaturen richtig darzustellen: Kein Wort davon, dass dänische Imame diese Karikaturen, die über einen längeren Zeitraum von der islamischen Welt völlig unbeachtet blieben, auf eine Reise in die entsprechenden Länder mitnahmen, um die dortige Bevölkerung anzustacheln. Ebenfalls „vergisst“ Schiffer zu erwähnen, dass die Imame noch weitere, weitaus anstößigere Karikaturen im Gepäck hatten, die nicht aus Jyllands Posten stammten (aber der Eindruck sollte wohl erweckt werden).

Der Abend hat noch einen weiteren Höhepunkt parat: Schiffer weist auf das Phänomen des „humanitären Rassismus“ hin, was freilich, wie sie selbst bekennt, eine widersprüchliche Begriffsbildung sei. Der Diskurs um Emanzipation, Frauen- und Menschenrechte werde ebenfalls zur Verbreitung von Ressentiments genutzt. Gemeint sind also ganz offensichtlich humanistische und Menschenrechtsarbeit leistende Initiativen, die auf Probleme im muslimischen Milieu hinweisen und sich entsprechend engagieren. Da ist er also mal wieder, der gute alte Rundumschlag der Diffamierung. Verwundern dürfte er niemanden, denn es sind genau jene Initiativen, aus deren Reihen berechtigte Kritik an Sabine Schiffer geübt wird – so auch im Vorfeld des heutigen Abends. Die Diffamierung durch Schiffer erscheint als bizarrer Vorgang, wenn man bedenkt, dass einige dieser „humanitären Rassisten“ Musliminnen und Muslimen aus lebensbedrohlichen Situationen heraus geholfen haben, während Sabine Schiffer Aufkleber analysiert.

Präsentiert wird schließlich auch das Bild des berühmten afghanischen Mädchens ohne Nase – nach Schiffer gehe es hierbei um einen „Missbrauch der Geschichte“ der Betroffenen, um die NATO in Afghanistan bleiben lassen zu können. Wie absurd das sei, könne man daran sehen, dass die Verstümmelung des Mädchens während des Aufenthaltes der NATO in Afghanistan geschehen sei. Diese Logik ist nicht gerade bestechend. Führen wir den Gedanken einmal fort: Wenn sich in einer Stadt ein besonders schlimmes Gewaltverbrechen ereignet, so wäre nach Schiffers Denkweise eine Aufstockung der Polizeikräfte nicht sinnvoll, weil das Verbrechen sich ja trotz der Existenz der Polizei ereignet hat.

Der Abend schließt mit einer Diskussionsrunde, Zuhörer können Fragen stellen oder Anmerkungen einbringen. Wie schon zuvor, reagiert Schiffer auf Kritik nicht gerade souverän, würgt unangenehme Redebeiträge ab („das nervt jetzt vielleicht die anderen“) oder gibt auf Fragen, die ihr nicht passen, ausweichende Antworten.

Was bleibt schließlich als Erkenntnis des Abends? Vielleicht, dass der, der mit Sabine Schiffer und der DKP im Gepäck zum antirassistischen Appell antritt, ein Glaubwürdigkeitsproblem hat? Dass man es in Michelstadt bereits als „gut besucht“ empfindet, wenn eine Rednerin etwa vierzig Zuhörer (davon ein Viertel bis ein Drittel Angehörige der veranstaltenden Initiativen selbst) anzieht? Dass Initiativen, die von Gewalt bedrohten Musliminnen und Muslimen Betreuung, Schutz und Hilfe zukommen lassen, in Wahrheit verkappte „humanitäre Rassisten“ sind? Dass die Grenzen der Meinungsfreiheit klar definiert wurden? Man weiß es nicht. Aber man weiß hoffentlich nach der Lektüre dieses Berichts ein wenig mehr darüber, wo die Grenzen der Seriosität zu finden sind.

Quelle: menschenrechtsfundamentalisten.de

Wormser (Krimi?) Groteske: Kassiererinnen aus städtischem Freizeitbad herausgemobbt?

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Nun hat es auch SPON erhört: Die Groteske um die Kündigung von vier Kassiererinnen des Wormser Freitzeitbads wird zu einem Fall von nationalem Interesse.

Worum geht es: Die Frauen führten eine Kaffeekasse und sammelten dort Trinkgeld. Nichts Ungewöhnliches.
In der von dem Sozialdemokraten Michael Kissel geführten rheinland-pfälzischen Stadt soll es die Kassiererinnen aber ihren Job kosten.
Es sei eine „Schwarzgeldkasse“ und es bestünde der Verdacht der Korruption.
Die Frauen sehen das – laut SPIEGEL – anders:

>Die Freizeitbetriebe Worms stellten die Kassiererinnen vor die Wahl: Entweder ihr geht, oder ihr arbeitet ab jetzt als Putzkräfte – halbtags, mit erheblichen Gehaltseinbußen. Die vier Frauen sind zwischen 49 und 55 Jahre alt und zum Teil 25 Jahre im Schwimmbad beschäftigt. „Wir sind unkündbar, unter normalen Umständen kriegt man uns nicht raus„, sagt Andrea Z. Die Kassiererinnen werfen dem städtischen Betrieb vor, dass er sie gegen jüngere, billigere Arbeitskräfte austauschen wolle.<

Der für die Freizeitbetriebe der Stadt Worms verantwortliche Bürgermeister Georg Büttler (ebenfalls SPD) hat nun einen bemerkenswerten „Aufruf zur Mäßigung“ auf der Homepage der „Nibelungstadt“ veröffentlicht.
Den „Streit“ will er mäßigen, indem er den Frauen nun auch noch eine „Fundsachenunterschlagung“ unterstellt.

Dazu heißt es im SPIEGEL:

>Unklar ist jedoch, warum diese Vorwürfe erst Monate nach der Entlassung der Frauen auftauchen. Auch bei den beiden bisherigen Prozessen vor dem Mainzer Arbeitsgericht kamen die Anschuldigungen nicht zur Sprache, bestätigt Richterin Ruth Lippa: Die Entlassung sei nur mit der Schwarzgeldkasse begründet worden. Erst im Dezember musste die Kassiererin Karin N. auf dem Polizeirevier erscheinen, ihr wurden Fingerabdrücke abgenommen.

Merkwürdig ist auch, dass der städtische Betrieb den Frauen eine Putzstelle anbot, obwohl der Vorwurf im Raum steht, die Kassiererinnen hätten Schmuck und Handys aus dem Tresor gestohlen. Weder der Sprecher der Stadt, noch der Geschäftsführer des Schwimmbads und auch nicht der zuständige Bürgermeister wollten gegenüber SPIEGEL ONLINE dieses Vorgehen erklären.< [Hervorhebungen von uns]

Keine Antwort ist bekanntlich auch eine Antwort.

So darf man gespannt sein, was aus der Causa Kaffeekasse noch wird.

Verantwortlich für den Tod von Fabian Salar Saremi: Bensheimer Schläger zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Vor 2 Monaten wurde Dominik Brunner in München von zwei jungen Schlägern ermordet, weil er zuvor zivilcouragiert Kinder vor dem kriminellen Duo schützte.
Im südhessischen Bensheim verlor Fabian Salar Saremi sein Leben, nachdem er sich in einer Diskothek schützend vor eine belästigte Frau und deren attackierten Freund stellte.
Was da geschah, wird in einem aktuellen ddp-Bericht beschrieben:

>Es habe mit einem «Übergriff» auf der Tanzfläche der Bensheimer Disco begonnen, schilderte der Richter das Geschehen in der Nacht zum 28. September 2008. Haydar M. belästigte auch körperlich eine junge Frau, deren Freund sich schützend vor sie stellte. Die Angeklagten prügelten daraufhin gemeinsam auf ihn ein, Fabian S. kam dem jungen Mann zu Hilfe und beendete zunächst die Auseinandersetzung. Auf der Straße vor dem Tanzlokal traf er später erneut auf die Männer, die auf ihn warteten.

Mit Schlägen und Fußtritten prügelten sie auf ihr Opfer ein, das zu Boden ging. Als sich der schwer verletzte S. erhob, nahm Haydar M. Anlauf zu einem Tritt, der das Opfer bewusstlos machte. Gemeinsam traten die Täter dann auf den Ohnmächtigen ein. Richter Sagebiel verwies am Mittwoch auf Zeugen, die von «elfmeterartigen Tritten» gegen den Kopf des Opfers gesprochen hätten. Dann ließen die Männer Fabian S. auf der Straße liegen.
Kurz danach überfuhr ein Taxi den 29-Jährigen, der am 25. Oktober in einer Mannheimer Klinik starb, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Erdogan M. hatte sich am Tatort vor der Disco beim Zurücklassen des Opfers noch einmal zu Fabian S. umgedreht. „Ich bin der Erdogan», sagte er dabei, „merk dir das.“<

Drei Täter wurden nun am Landgericht Darmstadt zu Haftstrafen verurteilt, ein vierter konnte sich in die Türkei absetzen.
Der 42-jährige Erdogan M. muss für 6 Jahre ins Gefängnis, sein 19 Jahre alter Sohn Haydar kommt für 3 Jahre und 6 Monate in Haft und dessen gleichaltriger Halbbruder Volkan für 3 Jahre und 3 Monate.

Man kann darüber streiten, ob es sich „nur“ um eine „gefährliche Körperverletzung sowie anschließende Aussetzung mit Todesfolge handelte“.
Wer einen zuvor bewusstlos Geschlagenen auf einer von Autos befahrenen Straße liegen lässt, nimmt dessen Tod bewusst in Kauf.

Der Anwalt von Fabian Salars Angehörigen hatte in seinem Schlußpädoyer am Vorwurf des Totschlags festgehalten, das Urteil wegen des höheren Strafmaßes jedoch akzeptiert.

Außergewöhnlich ist an diesem Fall einiges. So wurden die Täter offenbar nicht von der Polizei ermittelt, sondern von den Angehörigen und Freunden des Opfers.

So heißt es in einem Bericht von ddp:

>“Das Vertrauen in die Polizei ist gesunken„, sagt Salome Saremi. Sie führt ihre eigenen Erlebnisse an. „Im Fall meines Bruders meldete die Polizei nach einem Tag einen ganz fragwürdigen Festnahmeerfolg.“ Fabians Schwester trommelte seine Freunde zusammen, gemeinsam erstellten sie eine Liste möglicher Zeugen, ermittelten auf eigene Faust und nannten nach wenigen Tagen den Beamten die vermutlichen Täter. Die Polizisten räumten im Prozess ein, dass die Gruppe um Fabians Schwester ihrer Ansicht nach die tatsächlichen Täter ermittelt und sie zuvor die Falschen festgenommen hatten.< [Hervorhebungen von uns]

Dass vor diesem Hintergrund Richter Thomas Sagebiel die Familie Saremi kritisiert, erscheint erklärungsbedürftig. Was dazu im Darmstädter Echo geschrieben und zitiert wird, erklärt es jedenfalls nicht:

>Der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel kritisierte am letzten Verhandlungstag die Familie Saremi und ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Die Familie hatte Anfang des Jahres den Verein „Fabian Salars Erbe“ gegründet, es wurden Konzerte und Veranstaltungen gegen Gewalt organisiert. Die Stadt Bensheim hatte einen runden Tisch eingerichtet. „Mir ist das Brimborium in den Medien zu viel“, sagte Sagebiel mit Blick auf zahlreiche Fernsehbeiträge mit Vater und Schwester des Toten.
Ich bin entsetzt, wie der Tod dieses jungen Mannes instrumentalisiert wird.“ Man habe damit dem Verfahren keinen Gefallen getan. Fabian Salar Saremi habe zwar Zivilcourage gezeigt, fand der Richter, sich aber auch falsch verhalten.< [Links und Hervorhebungen von uns]

Wie ist das bitte zu verstehen? War dem Richter auch nach dem Tod von Dominik Brunner „das Brimborium in den Medien zu viel„?
Wie kann man den Angehörigen des Opfers vorwerfen, sie hätten ‚dem Verfahren keinen Gefallen getan‘, wenn eben sie durch ihr eigenständiges Ermitteln der Täter den Prozess erst möglich machten?

Die Website fabiansalarserbe.de wirbt für „Toleranz und Zivilcourage“. Warum „entsetzt“ dieses Engagement den Richter?
Salome Saremi
trauert in ihrem Weblog öffentlich um den Bruder. Soll das verwerflich sein? Sie würdigt und erinnert an ihn auf der Seite fabiansalarsaremi.de. Soll solches nur den Hinterbliebenen prominenter Personen zugestanden sein?
Und wie ist zu verstehen, dass Fabian Salar Saremi „zwar Zivilcourage gezeigt“ habe, sich aber auch „falsch verhalten“ habe.
Schade, dass da auf echo-online zu lesen ist: „Dieses Thema kann nicht kommentiert werden“.

Regine Seipel, die schon im September in der Frankfurter Rundschau über den Prozess am Landgericht Darmstadt berichtete, war über das Engagement von Fabian Salars Angehörigen offenkundig nicht „entsetzt“. Sie lässt die Schwester und den Vater so zu Wort kommen:

>“Wir wollen ein Umdenken einleiten. Die Gemeinschaft muss gestärkt werden, damit jemand, der sich einmischt, nicht allein dasteht„, sagt sie.
Das Bedürfnis sei da. An der Stelle in der Bensheimer Fußgängerzone, an der ihr Bruder fast bewusstlos geschlagen wurde, stand bis vor kurzem eine provisorische Tafel, ein Ort für Blumen, Gedanken, Gedichte. Auf Drängen der Stadt wurde er geräumt, erzählt sie. Der Verein fordert jetzt ein dauerhaftes Mahnmal, ein Zeichen für Zivilcourage. Im Rathaus habe man noch keine Entscheidung getroffen, bedauert der Vater des Opfers, der seit 30 Jahren in Bensheim lebt. Die Stadt sei durchaus offen für die Forderung, erklärt deren Pressesprecher. Das Mahnmal für Zivilcourage werde beim nächsten Runden Tisch gegen Gewalt im Oktober diskutiert, an dem auch der Verein beteiligt ist.

Es wird nur geredet, das macht mich wütend„, sagt der 68-Jährige. Und die Gewalt gehe weiter. Sein Nachbar, ein 88-Jähriger, sei vor wenigen Wochen in Bensheim zusammengeschlagen worden und an seinen Verletzungen gestorben. „Es muss was passieren„, findet Salome Saremi. Das sehen viele Menschen in der Stadt ähnlich. „Uns sprechen immer wieder Bürger an, die Gewalt erlebt haben, sich aber nicht trauen, zur Polizei zu gehen„, erzählt Salome Saremi.
Auch Opfern fehle oft der Mut, daher müsse sich das Klima in der Gesellschaft ändern.<

Winnenden und Eislingen: Wenn der nette Junge von nebenan zu morden beginnt

In blinder Wut: Warum junge Menschen Amok laufen

Etwas gespenstisch ist es nun doch. Da ermordet vor 5 Wochen ein 17-Jähriger in einem irren Privatkrieg 15 Menschen, während der auf seine Weise ebenfalls irre Krieg der RAF gegen den deutschen Staat immerhin 2 Jahrzehnte brauchte, um auf einen Blutzoll zu kommen, der gerade einmal doppelt so hoch war wie der des nicht lange zuvor konfirmierten Tim Kretschmer.
Nun scheint gewiss, dass gerade einmal 4 Wochen später unweit von Winnenden ein mit 18 Jahren wenig älterer Jugendlicher für die Ermordung seiner zwei Schwester und seiner Eltern verantwortlich ist.
Der Vierfachmord ereignete sich in Eislingen in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag.

Der SPIEGEL schreibt heute:

>Die beiden mutmaßlichen Vierfachmörder haben die Tat den Ermittlungen zufolge in der Manier professioneller Killer ausgeführt.
Nach Polizeiangaben vom Freitag erschossen sie zuerst die beiden älteren Schwestern des 18-Jährigen, während die Eltern mit Freunden in einer Gaststätte saßen.
Anschließend sollen der 18-Jährige und sein 19-jähriger Freund eine Stunde lang zu den Eltern in die Kneipe gegangen sein. Kurz vor Mitternacht seien die jungen Männer in die Wohnung zurückgekehrt, um auf die Eltern zu warten. Eine Stunde später, am frühen Karfreitagmorgen, wurden der Heilpraktiker und seine Ehefrau im Eingangsbereich der Wohnung getötet.<

Ausführlicher ist in der WELT die „Rekonstruktion einer unfassbaren Tat„: 31 Kugeln Hass.

Auf dem Internetportal eislingenonline.de findet sich ein Bild, auf dem der tatverdächtige Andreas H. in anderem und löblichem Kontext zu sehen ist.
Der Jugendliche pilgerte im Sommer letzten Jahres gemeinsam mit einem Freund auf dem Jakobsweg nach Santiago de Campostella.
Über seine (spirituellen?) Erfahrungen in diesen dreieinhalb Wochen berichtete er im Rahmen eines Diavortrags im Luthergemeindehaus von Eislingen/Süd.
Der Artikel in Eislingen-Online steht unter der Überschrift „Wir sind dann mal weg!
So ließe sich auch überschreiben, was dem 18-Jährigen und seinem Freund Frederic B. bevorstehen dürfte. Eine sehr lange Haftstrafe wegen gemeinsam verübter Morde.

Die FAZ prophezeite schon gestern:

Gestehen sie, wird das Weltbild einer ganzen Kleinstadt zerstört sein.“

Das dürfte geschehen sein, auch wenn bislang nur der 19-Jährige ein Geständnis ablegte.
Was gestern Reinhold Manz über die Kleinstadt Eislingen, den vermutlichen Täter und seine Familie schrieb, ähnelte auffallend dem, was einen Monat zuvor über Winnenden , Tim Kretschmer und dessen Familie zu lesen war.
Manz schreibt:

>Andreas, der nette, aufgeschlossene, 18 Jahre alte Sohn des Heilpraktikers Hansjürgen H., der im Erdgeschoss des Hauses der Familie seine Praxis hat. […]
Fast zu genau passt in das Bild, dass beide Mitglied im Schützenverein der schwäbischen Kleinstadt waren. Und dann wurden aus dem Schützenhaus im Oktober auch noch mehr als 20 Waffen und über 1.000 Schuss Munition gestohlen. Bis heute ist kein Stück des Diebesguts wieder aufgetaucht. Nie gab es konkrete Hinweise auf die Diebe. Außer, dass sie aus dem Verein selbst kommen könnten: Sie wussten nämlich, wo der versteckte Tresor war, in dem sich der Schlüssel zum Waffentresor befand.[…]
Haben Andreas H. und Frederik B. also die Waffen gestohlen und damit die H.s erschossen? Für Hansjörg Schmidt, den Vorsitzenden der Schützengilde Eislingen, ist das unvorstellbar: „Das kann ich nicht glauben, dass der Andreas das war. Das müsste ein guter Schauspieler sein, dass er im eigenen Verein die Waffen klaut und danach ganz normal weiter zum Schießtraining kommt.“ Ein lieber, netter junger Mann sei Andreas, auch das Verhältnis zu seiner Familie sei gut gewesen. Auch andere Leute sagen: „Die beiden Jungs? Das kann ich mir nicht vorstellen!“[…]
Der Lehrer und Schulleiter beschreibt die beiden als freundliche und offene junge Menschen, die gut ins Schulleben integriert gewesen seien. Der Nachbar, der seit zehn Jahren gegenüber wohnt, erinnert sich, dass Andreas noch am Nachmittag vor der Tatnacht zusammen mit einer seiner Schwestern hinter dem Haus die Terrasse sauber gemacht hat.
Vor dem Haus der H.s in einer ruhigen Wohngegend der 20.000-Einwohner-Stadt stehen Kerzen. Zwischen den Blumen und Briefen liegt ein Zettel, der an Andreas H. gerichtet ist: „Wir glauben an dich und deine Familie und senden Liebe. Andy mach kein Scheiß! Wir sorgen uns um dich. Wir sind für dich da. Scheiß auf die Medien etc. Deine dich liebenden Mädels…“<

Der BILDblog weist darauf hin, dass Opfer und Täter nur wenige Tage nach der Tat via Web und SocialNetworks (StudiVZ) auch ihrer Anonymität beraubt sind.
Die Lokalpresse nennt ohnehin den vollständigen Namen.
Alle Namen und viele Details werden auf der (antikirchlichen) Website theologe.de zusammengetragen. Die Deutungsversuche sind skurril – so wie nahezu alles, was „Theologe“ Dieter Potzel aus Wertheim verkündet. (Richtig verstehen kann das vielleicht die Sekte „Universelles Leben„, der Potzel angehören /angehört haben soll.)

Wird sich jetzt auch herausstellen, dass der bzw. die Täter nicht nur im örtlichen Schützenverein waren, sondern am PC auch passionierte Killerspieler waren?
Im Vergleich zu dem, was sich in Eislingen abspielte, war jedenfalls der jüngst geschehene „Brudermord“ im südhessischen Ober-Ramstadt eine zwar ebenfalls tragische, aber eher eindimensionale Tat.

Alles zusammengenommen freilich fragt man sich, was mit diesen jungen (Fast-) Männern los ist.

Henning Engeln sieht sie und nicht nur sie in der Sinnkrise. Im SPIEGEL schreibt er über „das vergessene Geschlecht„:

>Jungen unterliegen Mädchen in vielen Schuldisziplinen, erweisen sich als unflexibler, gewalttätiger und anfälliger für Krankheiten. Kurz: Das einst so stolze starke Geschlecht schwächelt. Forscher finden verblüffende Erklärungen für den Niedergang.[…]
Offenbar hat die Bereitschaft zugenommen, Konflikte körperlich aggressiv und mit Brutalität zu lösen – zumindest innerhalb einer kleineren Gruppe von Jugendlichen, die zudem immer jünger werden.[…]
Fest steht zudem: Aggression ist ein Problem, das vor allem die Jungs betrifft – unter den Tatverdächtigen bei Körperverletzungen sind 83 Prozent Jungen. Parallel dazu gibt es weitere beunruhigende Daten und Fakten über das männliche Geschlecht. Sie offenbaren eine besorgniserregende Entwicklung.

So sind Jungs drei- bis neunmal häufiger als Mädchen von der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung betroffen (die Angaben schwanken je nachdem, welche diagnostischen Kriterien angewendet werden). Und Schätzungen zufolge kommen auf ein Mädchen mit Leseschwäche zwei bis drei Jungen.

Noch dramatischer ist die schulische Bilanz der Jungs: Sie sind später schulreif, bringen schlechtere Leistungen, bleiben häufiger sitzen und brauchen mehr Nachhilfeunterricht. An Haupt-, Sonder- und Förderschulen machen Jungen heute rund 70 Prozent der Schüler aus.

Und: Unter den rund 80.000 Jugendlichen, die pro Jahr die Schulen ohne Abschluss verlassen, sind doppelt so viele männliche wie weibliche Schüler. Zudem erreichten 2006 von den 18- bis 21-Jährigen nur 26,1 Prozent der Jungen die Hochschulreife, während es bei den Mädchen 33,8 Prozent waren.<

Auf opinio.de erkennt bzw. vermutet ein Kommentator „Frauenhass“ als gemeinsames Motiv der Taten in Winnenden und Eislingen:

>Innerhalb von 4 Wochen wurden in Winningen und Eislingen 13 junge Frauen kaltblütig erschossen. Die Täter, 17, 18 und 19 Jahre alt, sind Sportschützen.
Für Psychologen ist Frauenhaß eine auf Frauen bezogene soziale Störung, der oft eine Minderwertigkeitskomplex zugrunde liegt. Woher kommt diese Aggression gegen junge Frauen! Fühlen sich ganz besonders junge Männer gegenüber Frauen benachteiligt? Entwickelt sich bei Männern ein undifferenzierter Haß auf Frauen? […]
Für mich ist es zumindest nicht normal, daß die drei junge Männer bei Ihren Mordtaten wohl nicht zufällig zuerst auf Frauen losgegangen sind.

Die beiden gemeinsamen Täter des Verbrechens in Eislingen sind am Leben. Über ihr Motiv haben sie sich bisher nicht ausgelassen – vielleicht brechen sie diesbezüglich doch noch ihr Schweigen … <

Mordfall Kardelen: „Nestbeschmutzerin“ Serap Çileli lag mit ihren Vermutungen (ziemlich) richtig

Eure Ehre - unser Leid: Ich kämpfe gegen Zwangsehe und Ehrenmord [UPDATE: Am 5. Februaer war Serap Çileli in der Talkshow von Johannes B. Kerner zu sehen – zusammen mit der Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen und der Tatort-Kommissarin Sabine Postel. Çileli äußerte sich bei Kerner auch zum Mordfall Kardelen.
Thema der Sendung war „Integration und Missverständnisse“. Dabei ging es vor allem um den derzeit in Hamburg laufenden Prozess gegen Ahmad-Sobair Obeidi (23), der seine 16 Jahre alte Schwester Morsal im Mai 2008 auf grausame Weise getötet hatte. Die Sendung kann auf zdf.de im Livestream gesehen werden. UPDATE Ende]

„Çileli lebt heute unter zum Schutze ihrer eigenen Familie geheim gehaltener Adresse im Odenwald.“

Dies liest man bei Wikipedia über die türkischstämmige Frauenrechtlerin Serap Çileli.
Nachdem Çileli im Mordfall Kardelen schon vor zwei Wochen gegenüber dem Westfalen-Blatt die Vermutung geäußert hatte, der Täter könnte auch ein Türke sein, zog sie weiteren Zorn auf sich.
Darüber berichtete am 23. Januar Uta Rasche in der FAZ:

>Dafür wird sie (Çileli) nun von den beiden auflagenstärksten türkischen Tageszeitungen in Deutschland, „Hürriyet“ und „Sabah“, kritisiert. Die Türken in Deutschland seien entsetzt über die Äußerungen, schrieb „Sabah“ am Donnerstag. Dem Bielefelder „Westfalen-Blatt“ hatte Çileli zuvor gesagt, dass es für ein traditionell erzogenes türkisches Mädchen unwahrscheinlich sei, zu einem Fremden ins Auto zu steigen. Der Täter sei also vermutlich ein dem Mädchen gut bekannter Freund oder Verwandter der Familie.<

Tatsächlich hätte Çileli gut und gerne der Polizei in Paderborn als Profilerin dienen können.
Mordverdächtiger Ali Kur Es gibt kaum noch Zweifel, dass der 29 Jahre alte Türke Ali Kur der Mörder des mittlerweile in der Türkei beigesetzten Mädchens ist. Mit internationalem Haftbefehl wird inzwischen nach ihm gefahndet. Kur wohnte in direkter Nachbarschaft des missbrauchten und ermordeten Mädchens.

Sollte er in der Türkei gefasst werden, würde er nicht nach Deutschland ausgeliefert. Es droht ihm dann ein Strafprozess vor Ort.

Çileli hatte schon in ihrem ersten Buch – erschienen im Michelstädter Neuthor-Verlag von Peter Jochen Bosse – den fragwürdigen „Ehrenkodex“ in traditionell orientierten türkischen Familien kritisiert.
Im Morfall Kardelen, so Çileli, könne dieser Kodex sogar Komplizenschaft zur Folge haben – vorausgesetzt das Mädchen wurde tatsächlich von einem Landsmann missbraucht und ermordet.

Es deutet einiges darauf hin, dass Çileli auch in diesem Punkt recht hatte.
So schreibt Christian Althoff heute im Westfalen-Blatt:

>Montag drangen Polizisten in die Wohnung des türkischen Ehepaares ein, das am Morgen nach dem Mord angeblich in den Urlaub gefahren war. Die Beamten sicherten Haare und andere DNA-Spuren. Diese wurden im Landeskriminalamt Düsseldorf mit dem DNA-Muster verglichen, das im Sperma des Sexualmörders festgestellt worden war.
»Die Übereinstimmung ist so groß, dass es keinen Zweifel gibt«, sagte Staatsanwalt Ralf Vetter, der einen internationalen Haftbefehl erwirkt hat.
Ob Kardelen in der Wohnung des Ehepaares vergewaltigt und erstickt worden ist, steht noch nicht fest. »Die entsprechenden DNA-Untersuchungen laufen«, sagte Jürgen Heinz.

Mordopfer Kardelen Kardelen hatte ihr Elternhaus [Anm. in der Benediktinerstraße 17a] am 12. Januar verlassen und gegen 14.30 Uhr das benachbarte Sechsfamilienhaus [Anm. in der Benediktinerstraße 17] betreten, um im Erdgeschoss eine Freundin zu besuchen. Die war jedoch nicht zu Hause. Möglicherweise war das Mädchen im Treppenhaus auf Ali Kur gestoßen, der Kardelen in seine Wohnung im zweiten Stock gelockt oder verschleppt haben könnte.

Die Mordkommission schließt nicht aus, dass die Ehefrau ihrem Mann später beim Wegschaffen der Leiche geholfen hat. Ali Kur hat zwar, wie seine Frau, keinen Führerschein, kann aber Auto fahren. Er besitzt allerdings keinen Wagen. Es muss also jemanden geben, der dem 29-Jährigen an jenem Nachmittag ein Auto geliehen hat, mit dem Ali Kur, eventuell in Begleitung seiner Frau, an den Möhnesee gefahren war.

Dieser Mann, der spätestens im Nachhinein zum Mitwisser geworden ist, hat sich bis heute nicht bei der Polizei gemeldet. „Wir suchen dringend Zeugen, die wissen, welche Autos Ali Kur benutzt hat“, sagte Mordkommissionsleiter Jürgen Heinz. […]
Ein Freund aus Herne soll das Ehepaar am 13. Januar aus Paderborn abgeholt und zum Flughafen Köln-Bonn gebracht haben. Diesen Hinweis, der gestern Abend bei der Mordkommission eingegangen ist, überprüft die Kripo noch.< [Hervorhebungen von uns]

Da fragt man sich, warum es überhaupt 3 Wochen dauern musste, bis die Polizei die verlassene Wohnung des benachbarten Tatverdächtigen durchsuchte.

Die türkisch-tümelnden Boulevard-Blätter Hürriyet und Sabah, die Çileli zuvor attackiert hatten, sind jedenfalls blamiert.
Dabei waren türkische Chauvinisten, die ihre Nation unbefleckter als andere sehen wollen, schon zuvor in arge Verlegenheit gebracht worden.
Vor zwei Jahren berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass nirgendwo auf der Welt so oft im Internet nach Kinderpornographie gesucht wird wie in der Türkei – laut Google Trends:

>Vergangene Woche bekam die türkische Öffentlichkeit verstörende Zahlen vorgesetzt: Offenbar wird nirgendwo auf der Welt so oft im Internet nach Kinderpornographie gesucht wie in der Türkei.
Laut Google Trends, einem Service der Suchmaschine Google, stehen in einer Liste der Städte, aus denen der Suchbegriff ,,child porn‘‘ nachgefragt wird, auf den ersten fünf Plätzen ausnahmslos türkische Städte.
Innenminister Abdulkadir Aksu nannte das Resultat umgehend eine ,,Katastrophe‘‘, Ministerpräsident Tayyip Erdogan zeigte sich ,,ernsthaft irritiert‘‘. Die Meldung hat eine lebhafte Debatte in Presse, Parlament und Regierung losgetreten, die begleitet wird von fast täglichen Razzien.
Eine ,,Liste der Schande‘‘, nannte die Zeitung Milliyet die Google-Trends-Liste, die von der Schwarzmeerstadt Trabzon angeführt wird. Istanbul liegt an fünfter Stelle, erst dahinter folgen Städte aus Neuseeland, den USA und Australien.<

2. Advent in Athen: Der Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel löst landesweit Krawalle aus



UPDATE: Aktuell berichtet der Student Thomas Schörner auf seinem Weblog über das Geschehen in Athen:
Im Schatten der Akropolis
[Update Ende]

Was derzeit in Griechenland geschieht, erinnert an die Protestbewegung in Deutschland nach der Ermordung von Benno Ohnesorg durch den Polizisten Karl-Heinz Kurras am 2. Juni 1967.

Die Proteste, die gestern nach dem Tod von Alexandros Grigoropoulos ausbrachen, der 15-Jährige war von einem Polizisten erschossen worden, sind aber weitaus militanter als damals in Deutschland.
Spiegel Online schreibt heute:

>Die Bilder, die der Kameramann aus dem Hubschrauber des Athener Fernsehsenders „Skai“ in die Sendezentrale funkt, erinnern an Aufnahmen aus einer Kriegszone. Dichte Rauchwolken steigen über der Leoforos Alexandras auf, der langen, sechsspurigen Allee, an der sich das Athener Polizeipräsidium befindet. Es scheint, als stehe der halbe Straßenzug in Flammen.
Viele Fassaden sind schwarz vom Ruß. Aber das ganze Ausmaß der Zerstörung zeigt sich erst am Boden, bei einem Gang durch die gespenstisch menschenleeren Straßen im Zentrum: überall verwüstete Geschäfte, ausgebrannte Bankfilialen und Supermärkte. Athen am 2. Advent: eine Stadt im Ausnahmezustand.
Begonnen hatte es am Samstagabend. Um 21.10 Uhr fallen in Exarchia, an der Ecke Missolongi- und Tsavellas-Straße, mehrere Schüsse aus einem Polizeirevolver. Ein 15-jähriger Junge bricht zusammen. Im Evangelismos-Krankenhaus können die Ärzte in der Notaufnahme wenig später nur noch seinen Tod feststellen.
Die Nachricht verbreitet sich rasend schnell in der gut vernetzten Athener Autonomenszene. Schon gegen 22.00 Uhr fliegen im Stadtzentrum die ersten Steine und Brandflaschen. Vor allem Bankfilialen nehmen sich die Vermummten vor. In der Hermes-Straße, der beliebtesten Athener Shoppingmeile, brennen sie ein dreistöckiges Kaufhaus komplett ab. „Es ist wie im Krieg“, berichtet eine verängstige Anwohnerin telefonisch im Rundfunk.[…]
vermummte Autonome nutzen einen friedlichen Protestmarsch mehrerer tausend Menschen zum Polizeipräsidium an der Leoforos Alexandras, um weitere Verwüstungen anzurichten. Drei Autohäuser und zwei Supermärkte fackeln die Randalierer ab, zahllose Geschäfte werden demoliert und in Brand gesteckt. Auf Menschenleben nehmen die Autonomen keine Rücksicht mehr.
Die Feuerwehr muss mit Drehleitern mehrere Bewohner aus den oberen Stockwerken brennender Gebäude retten.<

Bei YouTube wurde ein Video eingestellt, das dem erschossenen Jugendlichen gewidmet ist und Momentaufnahmen im „Brennenden Athen“ zeigt.
Der dem Video unterlegte elegische Gesang von Antony Hegarty (Hope there’s someone) kann die Randalierenden allerdings nicht geleitet haben.

Zeit der Aufklärung zweiter Teil: Bert Steffens über Würde, Ehre und Wahn

Mein Schmerz trägt deinen Namen: Ein Ehrenmord in Deutschland

Der hier als pdf-Dokument publizierte Text wurde uns von Bert Steffens (Andernach) zur Verfügung gestellt.
Sein vorausgestellter Aphorismus verdient (oft) zitiert zu werden:

>Wenn es denn richtig ist, dass Eigentum verpflichtet,
wie muss dann erst Denkvermögen verpflichten!<

Er selbst fasst seinen 15 Seiten umfassenden (neuen) Text so zusammen:

>“Ehre“? „Ehrenmord„? „Beleidigung“? „Würde“?
Was haben diese Begriffe mit Deutschland und damit mit uns Bürgern zu tun?
Natürlich wird die Leserin oder der Leser spontan an jüngste und zurückliegende katastrophale Ereignisse in Familien denken, deren Lebenswelt in besonderem Maße muslimisch bestimmt ist. Aber dies wäre nur ein kleiner Teil der Realität.
Lesen Sie im ersten von insgesamt vier Abschnitten, was die Begriffe in Deutschland bewirken und was den Menschen im beginnenden einundzwanzigsten Jahrhundert und in einer tatsächlich aufgeklärten Welt wirklich ausmacht.<

Steffens setzt sich u.a. mit den Auffassungen von Immanuel Kant auseinander.
Passend zur neuen Titelgeschichte des SPIEGEL („Emanzipation: Was vom Mann noch übrig ist„) finden sich bei ihm auch Überlegungen zur Würde des Mannes:

>Es mutet … anachronistisch an, wenn auch heute regelmäßig der Tod eines Kindes oder einer Frau mehr die Aufmerksamkeit und das Bedauern der Öffentlichkeit findet, als der Tod eines Mannes. Warum? Ist der Mann weniger Mensch, mit weniger Würde ausgestattet, vielleicht, weil er sowieso als „Kanonenfutter“ in menschenverachtenden Kriegen den Mächtigen zur Verfügung steht? Ist er eher verzichtbar und müsste man dann nicht zur Tatsache, dass er das „Pech“ hatte, als männlicher Teil der Spezies Homo sapiens auf die Welt gekommen zu sein, zu ihm bedauernd sagen: „dumm gelaufen, Mann“?
Andererseits wird gleichzeitig der weibliche Teil der Spezies Homo sapiens vom männlichen Teil als solcher mit minderen Rechten oder gar als Mensch minderen Wertes oder als Besitz betrachtet.<

Zwangsehe und „Ehrenmord“: Serap Çileli beklagt in Interview falsche Toleranz gegenüber Intoleranten

Eure Ehre - unser Leid: Ich kämpfe gegen Zwangsehe und Ehrenmord

Von der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Serap Çileli heißt es in der Wikipedia, dass sie „unter zum Schutze ihrer eigenen Familie geheim gehaltener Adresse im Odenwald“ lebe.
Gewöhnt sich die Gesellschaft daran, dass Kritiker des (fundamentalistischen) Islam – seien es Politiker, Publizisten, Karikaturisten, Regisseure oder einfach Abtrünnige – um ihr Leben fürchten müssen?

Nach einem Interview, das Çileli nun der WELT gab, wird sie sich zukünftig wohl noch mehr vorsehen müssen.
Sie übt heftige und unverhüllte Kritik an einer Religion und einer Kultur, der sie entflohen ist.
Anlass für das Interview war der in Hamburg von einem kriminellen Deutsch-Afghanen verübte („Ehren“-) Mord an seiner 16 Jahre alten Schwester – sie hatte es gewagt, sich von Familie und traditionellen Vorstellungen abzuwenden und sich westlicher Lebensweise zuzuwenden.

Dazu meint Çileli:

>Als Motiv für die Tat dient ein durch die Religion legitimierte Ehrbegriff, der Frauen zum Besitz der Familie macht. Es gibt eine ganze Reihe von Suren, die ganz klar formulieren, dass sich die Frau dem Mann unterzuordnen hat. Jetzt werden Gutmenschen sagen, entsprechende Stellen finde man auch in der Bibel. Das stimmt, allerdings hat im Christentum eine Aufklärung stattgefunden, sodass Politik und Religion getrennt sind. Diese Trennung gibt es im Islam nicht. Ehebruch wird im Koran mit Steinigung bestraft. Heute werden keine Steine geworfen, stattdessen wird zugestochen oder geschossen.<

Auf die Frage, wodurch sich die Täter legitimiert sehen, antwortet Çileli:

>Durch den Islam. Es gibt zahlreiche Stellen im Koran, die deutlich machen, dass Gewalt nicht nur legitimiert wird, sondern geboten wird – um „vom Glauben Abtrünnigen“ das Fürchten zu lehren.<

Sie empfiehlt der deutschen Gesellschaft, mit Entschiedenheit gegen (Menschen-) Rechtsverstöße vorzugehen:

>Weil diese Familienoberhäupter nur eine klare, harte Linie verstehen. Fatal ist etwa, dass Zwangsverheiratung noch immer kein eigener Straftatbestand ist.
Auch bin ich für die Einführung einer Kindergartenpflicht ab drei Jahren, bei dessen Verstoß Sanktionen etwa durch Kürzungen von Sozialleistungen erfolgen.
Wenn man den Leuten ans Geld geht, sitzen sie ganz schnell im Integrationskurs oder in der Elternsprechstunde. Der deutsche Staat braucht eine harte Hand, um muslimischen Autoritäten deutlich zu machen, dass mitgebrachte Stammesrechte hier nicht gelten.
Die Deutschen sind feige. Sie tun sich schwer damit, Grenzen zu ziehen und für ihre eigene Identität einzustehen. Das liegt sicherlich an der leidvollen Geschichte des Landes, das sich einst einem faschistischen Diktator anschloss.
Aber diese Zeiten sind vorbei. Die Deutschen müssen mutiger sein. Sie dürfen nicht den Fehler begehen, jenen gegenüber tolerant zu sein, deren größter Feind die Freiheit ist. Dann schauen sie nämlich wieder weg – und machen sich schuldig.< Quelle: welt.de, Frauenrechtlerin fordert mehr Mut von Deutschen , 20. 5. 2008

Ludwigshafen: Wurde Feuertragödie durch Brandanschlag verursacht?

Neun Menschen starben am Sonntag bei der Brandkatastrophe in Ludwigshafen, unter den türkischstämmigen Opfern waren auch 5 Kinder.

>Es waren Bilder, wie man sie seit dem 11. September kennt, wenn Eingeschlossene keine Möglichkeit mehr sehen, ins Freie zu gelangen. Sprungtücher wurden aufgespannt. „Aber in ihrer Panik sind die Leute einfach daneben gesprungen“, berichtet ein Augenzeuge.

Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse ist noch am Tag danach fassungslos. „Es war ein Bild des Schreckens. Ich werde es nie mehr vergessen.“ Dennoch wird sie nicht müde, das Engagement der Rettungskräfte zu loben, die bei der „größten Brandkatastrophe der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg unter Einsatz ihres Lebens alles Menschenmögliche getan haben“. […]
In den chaotischen Wirren der Nacht suchten Menschen stundenlang nach Angehörigen. Verängstigte Kinder wurden in Kliniken behandelt, ohne dass die Eltern wussten, wo sie sind. Andere haben ihre komplette Familie verloren. „Die Szenen waren so schrecklich, dass einige der Einsatzkräfte danach ihren Job aufgeben wollten“, sagte Polizeipräsident Fromm.< Quelle: vienna.at, Bilder des Grauens in Ludwigshafen, 4.2. 2008

Die Aussagen zweier Mädchen (s. Video), die vorher einen Fremden beim Zündeln im Treppenhaus gesehen haben wollen, lassen einen Brandanschlag als möglich erscheinen.
Ein bei YouTube eingestelltes (und zwischenzeitlich gelöschtes) Video sieht dies bereits als Tatsache an. Irritierend an diesem Video, das die Namen und Gesichter einiger Opfer zeigt, ist der Kontext, in den der „Brandanschlag von Ludwigshafen“ gestellt wird.
Die kleine filmische Chronik beginnt nämlich mit dem „Massaker von Sivas„, das Aleviten gegolten haben soll.
Die Wikipedia schreibt dazu:

>Am 2. Juli 1993 versammelten sich islamische Fundamentalisten nach dem Freitagsgebet vor dem Madimak-Hotel, das direkt gegenüber einer Moschee lag, in dem im Rahmen eines alevitischen Kultur-Festivals zum größten Teil alevitische Musiker, Schriftsteller, Dichter und Verleger logierten, darunter Kinder und Jugendliche. Das Hotel wurde schließlich in Brand gesetzt, während auf den Straßen die Massen mit Pflastersteinen bereit standen. Wegen der aufgebrachten, wütenden Menschenmenge vor dem Hotel konnten die Menschen im Gebäude nicht ins Freie: Über 30 Menschen verbrannten im Hotel; wenige überlebten, so auch der Autor Aziz Nesin, dem laut einigen Angaben der Anschlag in erster Linie gegolten hatte.<

Wenn es tatsächlich ein Anschlag war, der zu der Brandkatastrophe in Ludwigshafen führte, könnten seine Gründe – so die Aussage des Videos – in Fremdenfeindlichkeit zu suchen sein, aber auch in Konflikten zwischen türkischen Bevölkerungsgruppen.

Auf jurblog.de wird kritisiert, dass in Ludigshafen der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, gleichzeitig SPD-Vorsitzender, angeblich „voreilig“ einen fremdenfeindlichen Hintergrund ausgeschlossen habe. Und weiter:

>Ein voreiliger Ausschluss einer fremdenfeindlichen Tat, scheint sich in Deutschland aber eingebürgert zu haben, wenn die Opfer Ausländer sind.<

[Was den Brandanschlag auf die Odenwälder Asylunterkunft „Wiesenmühle“ angeht, muss man dieser Aussage uneingeschränkt zustimmen. In diesem Fall konnte nicht einmal eine kriminelle Strafvereitelung durch die zuständigen Behörden ausgeschlossen werden.]

Indymedia listet zahlreiche Gründe auf, die für einen Brandanschlag mit rechtsextremistischem Hintergrund sprechen:

>-Zwei Kinder haben einen Mann gesehen, der im Haus Feuer gelegt haben soll. Der Mann soll dunkle Haare haben und deutsch sprechen. Die Kinder werden zur Zeit noch vernommen.

– Auf das Haus gab es bereits 2006 einen Brandanschlag. Zwei Unbekannte haben eine Fensterscheibe des Cafes im Erdgeschoss eingeschlagen und zwei Brandsätze ins Innere geworfen. Zum Glück gab es nur einen geringen Sachschaden. Die Tat wurde nie aufgeklärt. In einigen Medien ist hier von einem „fremdenfeindlichen Hintergrund“ die Rede.

– Daneben gibt es zahlreiche Spekulationen über angebliche Konflikte mit Neonazis und ähnliches. Außerdem war in dem Haus vor etwa 15 Jahren die Nazikneipe „Crazy Corner“ untergebracht. Über mehrere Jahre war dies der zentrale Treffpunkt der Ludwigshafener Naziszene. Nach dessen Schließung befanden sich verschiedene türkische Cafes in den Räumlichkeiten.<

An anderer Stelle schreibt indymedia:

>- In unmittelbarer Nähe des Wohnhausbrandes, etwa 50 Meter entfernt, wohnt der bundesweit bekannte Nazikader Matthias H., führender Kopf des Neonazinetzwerks „Aktionsbüro Rhein-Neckar“. H. wurde mehrmals in seiner Nachbarschaft geoutet. Die Nachbarn sollten über die Umtriebe H. bescheid wissen. Ein möglicher Konflikt mit migrantischen Nachbarn ist daher nicht unwahrscheinlich.

– Im Umfeld des Hauses finden sich zahlreiche rechtsextreme Schmiereien (Hakenkreuze, rassistische Sprüche, Anti-Antifa-Parolen…) und Aufkleber.

– Ludwigshafen zählt in der Rhein-Neckar Region als Nazi-Hochburg (wird von Seiten der Stadt natürlich nicht so gesehen). Es gibt eine offene Naziszene, bekannte Treffpunkte und zahlreiche Propaganda im Alltag des Ludwigshafener Stadtlebens.<

Spiegel-Online berichtet heute, dass ein Konklikt zwischen Deutschland und der Türkei drohe:

>Die Brandkatastrophe von Ludwigshafen weitet sich indes zu einem Konflikt zwischen deutschen und türkischen Regierungsvertretern aus. Innenminister Wolfgang Schäuble reagierte laut „Frankfurter Allegemeine Zeitung“ verschnupft auf eine Äußerung des türkischen Botschafters Ali Irtemçelik in Berlin. Irtemcelik hatte kritisiert, ihm komme es „seltsam“ vor, dass ein fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen werde, bevor die Brandursache feststehe.

Schäuble griff Irtemçelik laut „FAZ“ mit scharfen Worten an: „Manchmal muss man auch Botschaftern Manieren beibringen.“ Das werde er dem Botschafter demnächst auch persönlich sagen, so Schäuble. <

Die Spannungen zeigen sich auch in der Berichterstattung türkischer Medien.
So lässt ein türkischer TV-Sender in einem Film über die Brandkatastrophe (s. Video oben) am unteren Bildrand eine deutsche Flagge vorbeigleiten, der ein Hakenkreuz aufgesetzt wurde.

Der Mannheimer Blogger Wilhelm Entenmann will rund um die Brandkatastrophe einen anderen Skandal bemerkt haben: Ein bei YouTube eingestelltes Video, das von Jugendlichen während der Rettungsaktionen erstellt wurde.
Die Katastrophe soll zynisch kommentiert worden sein. Einer der Jugendlichen (Muhammed K., wahrscheinlich ein Schüler des Ludwigshafener Carl-Bosch-Gymnasiums), soll von „Scheiß Juden“ gesprochen haben.

Entenmann schrieb deswegen einen offenen Brief, der u.a. an den Mannheimer Morgen gerichtet wurde:

>Nach dem Brand des Wohnhauses in Ludwigshafen, bei welchem am 03.02.2008 neun türkischstämmige Mitmenschen Ihr Leben verloren, tauchte noch am gleichen Abend auf dem bekannten Internet-Videoportal YouTube ein Amateurvideo des Brandes auf.
Das Video mit dem Titel “Hausbrand in Ludwigshafen” wurde laut Angaben auf der YouTube-Seite von einem Muhamed K. vom CBG gedreht, welcher sich dabei in Begleitung von Denis S. und Andreas K. befunden haben soll.
(Anmerkung: CBG steht wohl für das Carl-Bosch Gymnasium in Ludwigshafen.)
Das Video mit einer Laufzeit von 3:27 Min. ist nicht nur Ausdruck eines widerlichen Voyeurismus in Angesicht der verzweifelten und sterbenden Menschen (z.B. Stimme: “Endlich passiert mal was im Hemshof.” 0:52 Min.), sondern enthält an Position 3:07 Min. die deutliche Äußerung eines Jugendlichen mit türkischem Dialekt: “Scheiss Juden!”

Das besagte Video, welches auch diverse türkische Jugendliche in Aktion zeigt, wurde am 04.02.2008 gegen 16:40 Uhr gelöscht. Ebenso verschwand der Account des Users “oOTBAOo”, welcher das Video online gestellt hatte.<

Auf Entenmanns Blog blog.schoggo-tv.de meldete sich kurz darauf der „Übeltäter“ Muhammed K. („Ich wurde in Mazedonien geboren und bin 15 Jahre alt“) mit einem Kommentar und erklärte und entschuldigte sich so:

>Beim Spazierengehen sahen wir zufällig vom Europaplatz aus Rauch aus dem brennenden Haus kommen. Meine Freunde und ich machten uns sofort auf den Weg zu diesem Haus.
Sogar anderen Leuten erzählte ich an dem Tag, dass es zum Glück keine Tote gab, jedoch hatte ich mich geirrt, denn ich war nicht dabei, als die Bewohner von der Feuerwehr gerettet wurden. Erst am nächsten Tag wurde mir gesagt, dass 9 Menschen ums Leben gekommen sind. Daraufhin, habe ich das Video aus dem Internet gelöscht.
Denn wenn ich gesehen hätte, wie Leute schreiend sich aus dem Balkon geworfen hatten, hätte ich ganz bestimmt anders gehandelt, und hätte die Sache ernster genommen. Noch in Karnevalsstimmung nahmen ich die Situation mit meinem Handy auf und schrie “ja wohl”.
Kurz darauf benutzte ich den unangenehmen Ausdruck: “Scheiß Juden”. Ich möchte mich bei denjeniegen entschuldigen, die sich betroffen fühlen, denn ich war noch im Karnevalrausch und konnte mich nicht dabei kontrollieren. ´
Jetzt fragen sich viele, wie ich überhaupt dazu gekommen bin diesen Ausdruck zu erwähnen, obwohl das ganze mit Juden überhaupt nichts zu tun hat. Unter Freunden waren wir es gewohnt blöde (rassistische) Sprüche zu benutzen, dabei ist es nicht unsere Absicht uns gegenseitig zu verletzen, sondern wir meinen es immer ironisch.<

Nationalität: Arschloch – Wie Schockwellenreiter Jörg Kantel pöbelnden „Jung-Machos“ begegnete

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„Schockwellenreiter“ Jörg Kantel, einer der bekanntesten deutschen Blogger, will sich weder seinen Kiez noch seinen Marx kaputtmachen lassen.
Letzteren zitiert er in unregelmäßigen Abständen, offenbar überzeugt davon, dass der vor 190 Jahren in Trier geborene Philosoph auch im Zeitalter des Internet richtige Antworten auf zentrale gesellschaftspolitische Fragen zu geben weiß. Auch der Umstand, dass sich ausgerechnet repressivste Regime immer wieder auf Marx berufen, lässt Kantel an seinen Überzeugungen nicht irre werden – so wenig wie die von ihm häufig referenzierte (marxistische) Zeitschrift „Junge Welt„, die auf ihrer Website als Gründungsdatum das nicht mehr ganz junge Datum 1947 angibt -damals nannte sie sich im Untertitel „Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend“.
So treu wie Marx bleibt Kantel auch seiner Ehefrau Gabi und seinem Berliner Kiez Neukölln, dem er im April 2006 in der Hamburger ZEIT einen Liebesbrief widmete. Nicht ganz, aber doch teilweise schreibt er da gegen das üble Image des Stadteils an.

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>Ich lebe auf dem Rollberg im Norden Neuköllns, dort wo Neukölln angeblich am prolligsten ist, dort wo der Spiegel und andere Medien gerne die »Bronx von Berlin« verorten.
Ich lebe gerne hier
. Warum? Vielleicht zum einen, weil es mir das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein.
Wenn ich zum Beispiel am frühen Vormittag die U-Bahnstation »Rathaus Neukölln« betrete und am Kiosk all die jungen Männer sehe, die dort ihr erstes Frühstück trinken, dann habe ich das Gefühl, der Einzige hier zu sein, der noch einer geregelten Arbeit nachgeht.[…]
Auch liebe ich den Neuköllner Norden, weil er so schön übersichtlich ist: Die Sonnenallee (das längere, nördliche Ende, nicht das Stückchen aus dem Kinofilm) ist fest in arabischer Hand, die Schriftzüge an den Läden sind für Mitteleuropäer nicht zu entziffern und aus den Läden dringt der süßliche Rauch der Wasserpfeifen. Erinnerungen an den letzten Urlaub in Marokko werden wach. Die Weisestraße gehört den letzten wahren Autonomen Berlins, die sich immer noch nicht vom Schweinesystem integrieren ließen und eisern ihre Kiezküche offen halten. Das Gebiet rund um die Hasenheide wird mehr und mehr von schwarzafrikanischen Geschäften erobert, die Hermannstraße ist in türkischer Hand.< Quelle: zeit.de, Liebesbrief an Neukölln , 04/2006 [Hervorhebungen und Links von uns]

Eine Begebenheit, die Kantel in seinem Liebesbrief für Neukölln außen vor ließ, hatte er wenige Monate zuvor, am 27. 12. 2005, in seinem Weblog geschildert. Die lakonische Überschrift des Artikels: „Arschlöcher„.
Er schreibt dort:

>Heute vormittag wurde ich am U-Bahnhof Boddinstraße von einem der allseits beliebten arabischen jungen Kraftprotze angepöbelt und mit Schläge bedroht, weil es ihm nicht paßte, daß ich dort am Kiosk — der von einem netten türkischen Paar geführt wird — meine Zeitung einkaufte. Da dies nicht das erste Mal ist, daß Gabi oder ich von einem dieser arabischen Jung-Machos in Neukölln angepöbelt wurden, muß ich wohl meine Einstellung zu Multikulti und Integrationspolitik ändern. Ich lasse mir jedenfalls durch diese Arschlöcher meinen Kiez nicht kaputtmachen .< [Hervorhebungen und Links von uns]

Deutlicher (und ganz anders klingend als kurz darauf in der ZEIT) wird Kantel im Kommentarbereich:

Bild>Habe ich eine Chance? Gabi will weg, lieber heute als morgen, weil sie dieses Klima nicht mehr erträgt. Und ich frage mich auch, ob ich 750 € Miete zahlen muß, um mich anpöbeln zu lassen…
Wir lieben eigentlich Neukölln, wir haben hier geheiratet. Aber das, was in den letzten Jahren mit diesem Kiez passiert ist, macht ein »multikulturelles« Zusammenleben eher unmöglich.
Und außerdem habe ich sowieso mehr und mehr den Eindruck, daß »Multikulturell« nur das verordnete Feigenblatt vor der Unfähigkeit und dem Nichtstun und dem Wegsehen der dazu eigentlich zuständigen staatlichen Stellen ist.<

An anderer Stelle schreibt er, wie er von dem „Kraftprotz“ angepöbelt wurde, wie und warum er darauf reagierte:

>Ich wurde mit einem »Warum kaufen Du Arschloch da« empfangen.[…]
Wir haben eine Geschichte, in der schon einmal hirnlose Schläger vor Geschäften standen und jeden bedrohten, der bei »Juden« kaufen wollte. Ich möchte das jetzt nicht mit »Türken« (oder wen oder was auch immer) noch einmal erleben. Daher kann ich das nicht so einfach wegstecken. Ich habe Strafanzeige (gegen Unbekannt) gestellt — auch wenn das vermutlich nicht viel bringt…<

Interessant ist an diesen Kommentaren, wie sich zumeist linksalternativ eingestellte Leute mit einem Thema auseinandersetzen, das von der äußeren Rechten zum Schüren pauschaler Fremdenfeindlichkeit missbraucht wird.

So schreibt ein unerschütterlich tolerant eingestellter Ulrich:

>Neukölln war schon immer ein heißes Pflaster. Ich lebe, mit Unterbrechungen, mehr als zwanzig Jahre hier und mußte mir im Laufe der Jahre so ziemlich jede Form der Pöbelei gefallen lassen.
Allerdings gab es unter den Pöblern ziemlich viele Nationalitäten – auch Deutsche (ja,ja!). Und es sind ja nicht nur die Herren der Schöpfung. Auch die Mädchen schicken einem heutzutage ein herzhaftes „Wichser“ oder „Arschloch“ hinterher, wenn man sie darauf aufmerksam macht, daß sie ihren Scheißmüll gefälligst nicht auf der Straße entsorgen sollen.<

Ähnlich äußert sich Stefan:

>Meine Einstellung zu Multikulti wird durch solche Erlebnisse nicht mehr erschüttert, denn meine Erfahrung zeigt, dass es offensichtlich keinen Zusammenhang zwischen kultureller Zugehörigkeit und Idiotentum gibt. Über deutsche Idioten ärgere ich mich nämlich genauso wie über ihre Kollegen aus aller Welt. Also lasst uns lieber die Arschlöcher aller Nationalitäten irgendwohin verbannen.<
(Kantel antwortet darauf: „Mein Eindruck ist allerdings, daß man alle arabischen Idioten nach Neukölln verbannt hat. Und das stört mein Leben! Massiv! „)

Einer von Kantels Lesern verweist auf einen Artikel des (ebenfalls in Berlin wohnenden) Schriftstellers Peter Schneider in der WELT über „verschleppte Integration, ‚Ehrenmorde‘ und moslemische Gegenwelten.“
Der erinnert daran, dass nach den Anschlägen vom 11. September aus den Hinterhöfen von Kreuzberg und Neukölln „Hunderte von Raketen … zur Feier des Attentats in den Himmel stiegen.“ („Es war kein großes Feuerwerk, eher ein schütteres, lückenhaftes Fest der Freude„)
Serap. Schneider schrieb weiter: „Damals, so erinnert sich Stefanie Vogelsang, die Baustadträtin von Berlin-Neukölln, fragten sich einheimische Anwohner zum ersten Mal, mit wem sie eigentlich zusammenlebten. Wie tickten diese Mitbürger moslemischen Glaubens eigentlich …?“
Schneider beschäftigt sich danach mit der Situation moslemischer Frauen und Mädchen in Deutschland.
Die Bücher von Serap Cileli, Seyran Ates und Necla Kelek hätten ihm einen „Alltag der Unterdrückung, Isolation, Gefangenschaft, Ausbeutung und brutaler körperlicher Züchtigung “ offenbart, für den, so Schneider, nur ein Name passe: „Sklaverei“.

An diesen schon etwas älteren Artikel von Kantel wird man erinnert, liest man nun von einer Studie, die vor allem für Berlin eine hohe Zahl gewaltbereiter, jugendlicher Migranten konstatiert.
Der SPIEGEL titulierte sie als „Isolierte Macho-Schläger„.
Wir zitieren nachfolgend aus diesem Artikel und der erwähnten Studie. Der dort mehrfach erwähnte Kriminologe Christian Pfeiffer sieht Rechtsextreme und gewalttätige Migranten als „zwei Seiten derselben Medaille„, als „Zwillinge im Geiste„.
Insoweit bestätigt er auch Kantels Kommentatoren, die „Arschlöcher“ als multikulturelles bzw. transnationales Phänomen betrachten.

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>In Berlin ist der Anteil der gewalttätigen Einwandererjugendlichen besonders erschreckend: Hier sind 44,7 Prozent aller jungen Täter Migranten.
Ein Umstand, der auch Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch, große Sorgen macht.
Bereits im vergangenen Jahr sagte Glietsch im Interview mit SPIEGEL ONLINE, gerade junge Migranten machten „am meisten Sorgen, wenn es um die Zahl der Delikte, die Brutalität, die Gefährlichkeit, die Rücksichtslosigkeit des Vorgehens geht„. Jetzt erklärte der Polizeipräsident im Jahr 2007 sei die Jugendgewalt in der Hauptstadt abermals gestiegen.
Auch Kriminologe Pfeiffer beobachtet eine erschreckende Gewaltbereitschaft unter jungen Migranten. „Die Schere geht immer weiter auseinander.“ Junge Einwanderer seien in der Gewaltstatistik erheblich auffälliger als Deutsche. In allen von seinem Institut untersuchten deutschen Städten gehe die Kriminalität unter deutschen Jugendlichen zurück, unter Migranten stagniere sie hingegen oder steige sogar.[…]
Vormoderne Vorstellungen von Männlichkeit, der Begriff der „Familienehre“ und mangelndes Rechtsbewusstsein gehören der Studie zufolge laut „Tagesspiegel“ ebenso zu den Gründen für Gewalt unter Migranten…
Kriminologe Pfeiffer macht vor allem die fehlende soziale Integration für die grassierende Gewalt unter Einwandererkindern verantwortlich. […]
Es sei notwendig, dass deutlich benannt werde, wenn Einwanderer Täter waren. Nicht um zu diskriminieren, sondern weil es bestimmte, oft kulturelle, Muster gebe, die immer wieder auftauchen und die auch bei der Bekämpfung von Gewalt helfen würden.
Und das nicht nur auf Seiten der oft perspektivlosen Einwandererkinder. Rechtsextreme und gewalttätige Migranten seien zwei Seiten derselben Medaille.Sie sind Zwillinge im Geiste„, sagt Pfeiffer. In Familien von Rechtsextremen oder gewalttätigen Migranten sei oft viel misshandelt worden, auch bei den rechtsradikalen Tätern gebe es starke Machokulturen. „Die Strukturen sind so ähnlich, dass es schon absurd ist, wie sie sich hassen.“< Quelle: spiegel.de, Jugendgewalt – Die isolierten Macho-Schläger , 2. 1. 2008 [Hervorhebungen und Links von uns]

Die Frauenrechtlerin Serap Cileli, deren Buch weiter oben eingeblendet wurde, bittet auf Ihrer Website um Verständnis, „dass aus Sicherheitsgründen die Meldeadresse und Telefonnummer nicht bekannt gegeben werden kann„.
Sie verweist dafür auf ihren Michelstädter Verleger Peter Jochen Bosse, in dessen Neuthor-Verlag ihr Buch „Wir sind Eure Töchter, nicht Eure Ehre“ erstmals erschien.