Archiv der Kategorie: Schmucker-Drama

Großbrauer und Milliardär Stefan Schörghuber (47) unerwartet verstorben: Kommt es zum Komasaufen bei Schmucker in Mossautal – aus lauter Trauer?

Das ist aktuell auf Spiegel – Online zu lesen:

>Er war einer der reichsten Männer Deutschlands: Der Chef des weit verzweigten, familieneigenen Brau- und Hotelimperiums sei in der Nacht zum Dienstag „plötzlich und unerwartet“ in seinem Haus gestorben, teilte die Schörghuber Unternehmensgruppe am Dienstag in München mit. […]

Schörghubers Tod sei für die Unternehmensgruppe „ein unermesslicher Verlust“, schrieb Finanzvorstand Hans-Peter Hoh am Morgen in einer Mitteilung an die mehr als 6000 Mitarbeiter der Gruppe. […]

Der Betriebswirt hatte im Alter von 34 Jahren nach dem Tod seines Vaters Josef im Jahr 1995 die Leitung der Schörghuber Unternehmensgruppe übernommen und neu organisiert. Unter ihrem Dach finden sich zahlreiche bekannte Marken.<

Zu diesen Marken zählt (halb) seit Januar 2006 auch die ehemals private Brauerei Schmucker aus Mossautal.

Hier gibt es weitere Berichte zum Tod von „Braupapst“ Stefan Schörghuber.

Dr. Peter W. Sattler über die Entmachtung von Lippmann bei Schmucker: „Welcher Vertrauensbruch erfolgt ist, bleibt zunächst unklar“

Im aktuellen Odenwälder Journal nimmt sich auch dessen Star-Kolumnist Dr. Peter W. Sattler des Themas Schmucker an. Sattler genießt dabei einen Standortvorteil: Er wohnt in Mossautal und pflegt seit langem enge Beziehungen zum Odenwälder Adel – dazu gehörte in gewisser Weise auch der nun unsanft gestürzte „König von Mossautal“, Friedrich Martin Lippmann.
>Im Brauereiwesen des Odenwaldes ist man allerhand gewöhnt: Erst die Schließung der Erbacher Brauerei der Radeberger Gruppe, dann die Insolvenz der Abrissfirma während der Niederlegung der ruinösen Brauerei Wörner in der Alfred-Kehrer-Straße und jetzt der Paukenschlag aus Ober-Mossau. Völlige Überraschung in der Privat-Brauerei Schmucker und Sprachlosigkeit in der Mossauer Bevölkerung – und nicht nur dort. Was genau geschehen war, konnte auch die Presserunde, die spontan einberufen worden war, dem mächtigen Mann in der Brauholding International (BHI), Dr. Friedrich Georg Hoepfner, nicht entlocken. Er zeigte sich aber sichtlich überrascht über die Ereignisse bei Schmucker. Seit Donnerstag vergangener Woche hat Friedrich Martin Lippmann die Geschäftsführung verlassen, mit ihm gegangen ist der seitherige Prokurist und Controller Norbert Kirbach. Für Lippmann ist Wilhelm Hermann aus Rosenheim in die Geschäftsführung eingesetzt worden. Dr. Hoepfner, Vorsitzender der Schmucker-Geschäftsführung und Geschäftsführer der Badischen Brauereigesellschaft-(Südwestgruppe) der Brauholding International (BHI) spricht höflich und neutral vom Ausscheiden der beiden Persönlichkeiten aus der Chefetage von Schmucker. Natürlich ist man in „beidseitigem Einverständnis“ voneinander geschieden. Zugegeben wurde nur, dass es Meinungsverschiedenheiten in der Geschäftsführung gegeben habe.[…]

Die Gerüchteküche kocht indessen. Was war geschehen? „Differenzen, Meinungsverschiedenheiten“, das ist alles, was aus Dr. Hoepfner herauszulocken war. In aller Eile, aber wohl überlegt, habe man in Wilhelm Hermann einen neuen Geschäftsführer für Schmucker gefunden. Er soll vor allem im Bereich Vertrieb neue Akzente setzen. Er sei bisher Vorstandssprecher der AuerBräu AG, einer erfolgreichen regionalen Brauerei in Rosenheim.[…]

Mit dem gelernten Brauer und studierten Dipl.-Braumeister, der seine Laufbahn bei Paulaner begann, komme ein Experte zu Schmucker, der zunächst als Prokurist, später als Geschäftsführer und schließlich als Vorstandssprecher auch für den kaufmännischen Erfolg unter anderem bei der Unternehmensberatung Weihenstephan, bei Paulaner und bei AuerBräu entscheidend mitverantwortlich war. Im zur Seite stehen werden langjährige, engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter, aus deren Reihen Verwaltungsleiterin Gabriele Hopfner-Heckmann und Braumeister Klaus Monitzer jetzt zu Prokuristen ernannt wurden. Die Prokura von Volker Rein (Verkaufschef Handel) bleibe bestehen.[…]

Erst nach all diesen personellen Bekanntmachungen, Vorstellungen und Willensbekundungen wurde die Katze aus dem Sack gelassen. Hoepfner gab im Rahmen der Vorstellung von Hermann bekannt, dass Kirbach und Lippmann dem Schmucker-Management nicht mehr angehören. Begründet wurde diese „in gegenseitigem Einvernehmen getroffene Entscheidung mit unterschiedlichen Vorstellungen in der Geschäftsführung“.< Quelle: odw-journal.de, 225 Jahre Familientradition sind zu Ende – Lippmann bei Schmucker entmachtet , 17. 8. 2006,

An anderer Stelle versucht der Pilzkenner und Pilsliebhaber Sattler, sich einen Reim auf das turbulente Geschehen bei Schmucker zu machen:
>Durch hohe Kreditaufnahmen wurde der Exodus des Privatvermögens eingeleitet. Das war auch der Grund des Verkaufs der Brauerei an die BHI. […]
Der Geschäftsführer der Südwestgruppe der BHI, Dr. Friedrich Georg Höpfner, zugleich Vorsitzender der Schmucker-Geschäftsführung, erklärte in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz, die personelle Veränderung sei vollkommen überraschend geschehen. Über Differenzen in der Geschäftsführung wollte er keine Angaben machen. Man habe schnell und überlegt handeln müssen. […]
Wenn selbst der Geschäftsführer der Badischen Brauereigesellschaft davon spricht, dass er persönlich überrascht worden sein, dann muss der Auslöser für das Ausscheiden Lippmanns auf Seiten des Letzteren liegen, was möglicherweise einer Absetzung gleichzusetzen ist. Welcher Vertrauensbruch erfolgt ist, bleibt zunächst unklar. Das Ausscheiden Lippmanns jedenfalls sei nicht geplant gewesen. <[Hervorhebungen von uns]

Dallas in Mossau: Langjähriger Eigentümer und Geschäftsführer der Brauerei Schmucker vom „idealen Partner“ vor die Tür gesetzt – „Untreue“ weder bestätigt noch dementiert


Was sich in letzter Zeit im kleinen Odenwälder Mossautal rund um die 1780 gegründete Traditionsbrauerei Schmucker abspielte, weist gewisse Ähnlichkeiten mit den turbulenten Vorgängen im Ewing-Konzern (Dallas) auf, dessen (TV-) Schicksal in den 80er-Jahren von Millionen Menschen weltweit verfolgt wurde.
Tatsächlich vollzog sich vor der Augen der lokalen Öffentlichkeit ein familiäres und menschliches Drama. Innerhalb kurzer Zeit hat Friedrich Karl Lippmann nahezu alles verloren: Im Januar musste er die 1780 gegründete und seither über viele Generationen hinweg im Familienbesitz befindliche Privatbrauerei an die Brau Holding International (BHI) verkaufen, die 97% der Anteile übernahm. Lippmann blieben gerade noch 3% – und die Funktion als Geschäftsführer. Doch nun ist auch das Vergangenheit.
Schon gestern berichtete der Pressedienst -pdh-, dass Lippmann „überstürzt die Geschäftsleitung“ verlassen habe bzw. verlassen musste:
>Bis zu vergangenen Donnerstag hatte die Traditionsbrauerei Schmucker nach den Worten von Dr. Friedrich Hoepfner, Geschäftsführer und Vorstandssprecher bei HDI, noch zwei Geschäftsführer, bis zum Freitag einen, am Wochenende gar keinen mehr.[…]
Über den Grund der „in gegenseitigem Einverständnis“ erfolgten Trennung kann nur spekuliert werden, denn die Geschäftsleitung gibt keine Stellungnahme ab. Nur den wirtschaftsjuristischen Begriff „Untreue“ wollte man weder dementieren noch bestätigen, er treffe auch nicht auf den Fall zu, so Hoepfner in einem Pressegespräch. .[…]
Dr. Friedrich Georg Hoepfner, Vorsitzender der Schmucker-Geschäftsleitung, gab im Rahmen der Vorstellung von Wilhelm Hermann bekannt, dass Norbert Kirbach und Friedrich Martin Lippmann dem Schmucker-Management nicht mehr angehören. Begründet wurde diese in gegenseitigem Einvernehmen getroffene Entscheidung „mit unterschiedlichen Vorstellungen in der Geschäftsführung„.<

Lippmann: BHI idealer Partner


Foto zum noch einträchtigen [Aus]verkauf: -pdh-
v. l. n.r: Felix Lippmann, F.M. Lippmann, Dr. F. Hoepfner,
Dr. P. Fiedler, H. Eisenhauer, J. Walther, Horst Schnur


Im Odenwälder Echo kommentiert Achim Preu den „bitteren Ausstand“ von Lippmann:

> Er wollte der letzte Privatbrauer Hessens sein. Nun ist er nicht einmal mehr angestellter Geschäftsführer bei Schmucker. Letzteres ist an und für sich nicht völlig ungewöhnlich nach einem Verkauf, dennoch trägt der überraschende Abgang von Friedrich M. Lippmann, nicht umsonst im Volksmund als König vom Mossautal geadelt, bittere, fast tragische Züge.
Natürlich waren die gewählten Formulierungen gestern bei Bekanntgabe der Personalie diplomatischer Natur, natürlich bleibt Lippmann für eine Schamfrist als Berater aktiv. So wird wenigstens nach außen etwas die Form gewahrt. Dass es gekracht haben muss hinter den Kulissen, das aber ist klar
.<

Schwer vorstellbar, dass „Untreue“ im strafrechlichen Sinn Anlass für den von Preu vermuteten „Krach hinter den Kulissen“ war – auch wenn dies von BHI nicht eindeutig dementiert wird.
Eher vorstellbar, dass Lippmann seine neue Rolle als Angestellter eines Unternehmens und nur noch minoritärer (3%) Anteilseigner nicht realisierte.
Seine früheren Erklärungen zum Verkauf der Brauerei an BHI demonstrierten eine tragikkomische Realitätsverleugnung: Da sah er etwa sein verschuldetes Unternehmen „seit einiger Zeit reif für eine Brauer-Ehe“, BHI bezeichnete er als „Wunschpartner“ bzw. „idealen Partner„.


Lippmann: BHI idealer Partner


Zitat: hoepfner.de



Unklar blieb, ob er sich selbst bei dieser schöngeredeten „Brauer-Ehe“ als Braut oder Bräutigam sah.
So oder so: Der „Wunschpartner“ scheint ihn nach 6 Monate währender Ehe „in gegenseitigem Einvernehmen“ vor die Tür des einstmals eigenen Hauses gesetzt zu haben.

Wie sehr es sich tatsächlich auch um ein Familiendrama (wenn auch ohne Einschluss von BHI) handelte, zeigte ein pdh-Artikel vom 14. 1. 2006. Darin hieß es zuletzt:
>Als Grund der finanziellen Schieflage der Brauerei Schmucker werden von Banken Altschulden und marode Finanzstruktur genannt. Branchenkenner verweisen darauf, dass nach dem Tod von Peter Lippmann erhebliche Zahlungen wegen der Erbschaftsregelung gezahlt werden mussten.
Entgegen der kolportierten Aussage, hohe Privatentnahmen hätten die Volksbank Odenwald auf den Plan gerufen, steht nach Angaben der pdh-Agentur, dass Firmeninhaber Friedrich Martin Lippmann zur Absicherung der letzten Lohnzahlungen Privatanwesen und Jagd in Süddeutschland verkauft hat.
Überdies schreibt die Brauerei schwarze Zahlen.< Quelle: marktplatz-bergstrasse.de, Brauerei Schmucker verkauft: Traditionsreiches Unternehmen wird den Braueren Fürstenberg und Hoepfner angegliedert, 14. 1. 2006

Auf der Schmucker-Website www.schmucker-bier.de lässt sich die Geschichte der Brauerei nachlesen. Wir zitieren daraus einige unternehmerische Eck- und Wendepunkte:

1780: Der Urahn Nikolaus Schönberger, im Volksmund „Hirschwirt“ genannt, braut sein eigenes Bier für die „Brauerei-Gaststätte“. Seine Vorfahren stammen aus dem Histertal in der Schweiz.

1832: Der Sohn des Hirschwirts, Michael Schönberger, wird als neuer Besitzer genannt.

1866: Johannes Schönberger löst seinen Vater Michael ab.

1895: Der Name ändert sich: Johann Gottlieb Schmucker aus Beerfelden heiratet ein und übernimmt das ”Schönberger Gut” mit der Brauerei.

1921: Friedrich Gottlieb Schmucker übernimmt die Brauerei. Er legt den Grundstein zur Weiterentwicklung des Betriebes.

1948: Peter Lippmann, der Schwiegersohn von F. G. Schmucker, beginnt seine erfolgreiche Tätigkeit.

1978: Peter Lippmann übergibt die Geschäftsführung an seinen ältesten Sohn Friedrich Martin Lippmann. Felix Lippmann wird geboren.

Die Chronologie endet 2003 so: „Das Jahr 2003 wird das bisher ertragreichste Jahr unserer Firmengeschichte. “

Ebenfalls in 2003 erklärte Lippmann: „Verkaufsgerüchte sind gequirlte Scheiße!”
>Er würde niemals seine Brauerei verkaufen. Bei den Gerüchten handele es sich um eine Zweck orientierte Unterstellung benachbarter Brauereien, die ihre Kapazitäten erweitert hätten und nun auch gern auslasten wollten. Im Gegenteil, die Brauerei wolle weiter wachsen und neue Arbeitsplätze generieren.< Quelle: -pdh-/ odw-journal.

Nach dem Ausscheiden Lippmanns aus der Geschäftsführung bleibt als familiäre Perspektive scheinbar nur noch dies: >Für Lippmanns Sohn Felix hat die neue Situation keine Auswirkungen. Er bleibt unverändert Gesellschafter und wird nach Abschluss seines Studiums wie geplant eine Trainee-Stelle innerhalb des Konzerns antreten.< Quelle: Odenwälder Echo, Brau Holding trennt sich von Lippmann – Keine Angaben über die Gründe für die Trennung, 14. 8. 2006
[Sämtliche Hervorhebungen in den zitierten Artikeln von uns]

Schmucker-Fans wollten Privatbrauerei retten: „Ich und meine Kumpels werden die nächste Zeit soviel Schmucker saufen wie wir nur können!“


Im Gästebuch der Website schmucker-fanclub.de
gab es in den letzten Wochen eine erstaunlich offene, oft emotionale aber auch oft sachliche Diskussion über das weitere Schicksal der Odenwälder Traditionsbrauerei. Einige Beiträge werden nachfolgend zitiert:

>Sicherlich hat H. Lippmann offenbar in der Vergangenheit nicht alles richtig gemacht, sonst wäre die Situation jetzt eine andere. Vor allem auch der Bereich Kommunikation zählt mit dazu – hier hätte man viel optimieren können. Auf der anderen Seite kann er aber auch nicht alles falsch gemacht haben – ein „Pleiteunternehmen“ sieht schon allein optisch deutlich anders aus (Gebäude, Fuhrpark, Sauberkeit, …) und die Investitionen in modernste Technik sind prinzipiell sicher richtig gewesen. Was bleibt? Etwas mehr Flexibilität von Seiten der Banken (die in den vergangenen Jahren mit Schucker durch Zinsgewinne wohl immer gute Geschäfte gemacht haben – und auch den Business-Plan für die Investitionen sicher vor Kreditvergabe geprüft und mit abgesegnet haben – oder zumindest hätten eingehend prüfen müssen…!!), eine etwas realistischere Einschätzung der Marktentwicklung durch die Unternehmensleitung sowie eine bessere Kommunikation und Motivation – das wäre es wohl gewesen.<

>Als ich gehört habe das Schmucker verkauft werden soll, habe ich mir erst mal einen Kasten Schmucker gekauft und mich betrunken.<

>Das mag schon stimmen, jedoch bezweifle ich eine „Schieflage der Bank“, denn in den letzten Jahren haben die Banken allesamt erhebliche Gewinne einfahren können. Gerade wenn es mal „nicht so optimal läuft“ oder Investitionen getätigt werden müssen (wegen EU-Bestimmungen, etc.), wünsche ich mir, dass meine Hausbank mich auch dann nicht im Stich lässt. Leider ist jedoch heut zu Tage jeder nur noch ein „Objekt“, das es zu begutachten gehört. Wenn es nix mehr bringt, wird es „abgestoßen“. So ist es auch heute am Arbeitsmarkt. Firmentreue zählt da nichts mehr… Vielen Dank, Voba Odenwald!< (Stephan Krieger)

>@Stefan, ich hab nicht geschrieben, dass die Voba eine Schieflage hat! Ich bin nur der Meinung, dass sie ihren Mitarbeitern gegenüber ebenfalls verpflichtet ist und genau überlegen muss, welches Risiko sie tragen kann. Hier geht es ja schließlich um etliche Millionen Euro. Und wenn die in den Sand gesetzt werden, trägt das auch eine Voba nicht. Keiner gibt Geld über viele Jahre in ein Fass ohne Boden.<

>Die Voba kann letztlich auch nur die Konsequenzen ziehen, um nicht selbst unterzugehen. Man kann nicht die Banken für Fehlentscheidungen der Geschäftsführung verantwortlich machen. Das Thema schlechte Finanzlage der Brauerei besteht nicht erst seit gestern, sondern seit mehreren Jahren. Jetzt ist eben nun mal das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Volksbank ist ja auch ihren eigenen Mitarbeitern gegenüber verpflichtet und nicht nur der Brauerei Schmucker. Betreffend der Aktualität hier im Internet haben sie schon recht. Es liegt daran, dass die Leiterin des Fanclubs und des Internet-Auftrittes, Frau Grimm, im September betriebsbedingt entlassen wurde. Wie so viele Andere in der Brauerei Schmucker in den letzten Jahren.<

>Servus Schmucker-Fans, es ist immer und überall dasselbe. Im Prinzip gesunde Traditionsbetriebe werden durch widersinnige Managemententscheidungen gegen die Wand gefahren und die Leidtragenden sind ausnahmslos die Mitarbeiter und Kunden des jeweiligen Unternehmens. Als Mitarbeiter eines großen südhessischen Autobauers kann ich ein Lied davon singen und kann somit den Ärger und die Ängste der Belegschaft der Schmucker-Brauerei sehr gut nachvollziehen. Was wird die Zukunft wohl bringen? Heineken hat nun die Privatbrauerei übernommen. Ich hoffe inständig, daß das dortige Management die Einzigartigkeit und Vielseitigkeit der Odenwälder Bierbraukunst zu schätzen weiß und diese Attribute nicht mit Füssen treten wird, sondern weitestgehend bestehen läßt. Sollte dies so bleiben und das Unternehmen zudem Fairness und Anstand gegenüber der verunsicherten Belegschaft aufbringen, so wird das Bier von Schmucker immer eines der besten deutschen Biere und ich einer seiner treuesten und begeistertsten Anhänger bleiben. Mit den besten Wünschen für die Mossautaler Belegschaft und die elitäre Odenwälder Braukunst, laßt Euch nicht unterkriegen, herzlichst Euer Markus Mohr aus der „nordischen“ Schmucker-Bastion in Hofheim-Marxheim/Taunus<

>Tja, das war zu befürchten! DANKE VOBA ODENWALD!!!! Geldgierige Bänker gibts ja wohl überall, hoffentlich verschlucken sie sich mal an ihrer Raffgier! Für die Schmuckerianer (und die Schmuckerbierliebhaber) bleibt zu hoffen, daß unter dem BHI-Dach die Brauerei in ihrer jetzigen Form weitestgehend erhalten bleibt. Das nämlich wäre (meiner Meinung nach sicher) bei einer Übernahme durch die benachbarte Konkurrenz nicht der Fall gewesen. Schönberger in Groß-Bieberau hat´s gezeigt: Übernommen+plattgemacht – so macht man das in P. (ein Hufeisen bringt nämlich nicht jedem Glück!).< (Karlheinz Werner)

>Vielleicht sollten aber auch mal die Verantwortlichen bei der Brauerei Schmucker selbstkritisch darrüber nachdenken, ob sie für den Niedergang des Unternehmens mitverantwortlich sind ?! Seit Jahren geht der Bierkonsum in Deutschland zurück. Definitiv auch im Odenwald. Da war es vieelicht kaufmännisch nicht besonders vorsichtig, vor 3 Jahren eine Millioneninvestition zu tätigen mit der Annahme, dass sich der Bierkonsum von Schmuckerbieren gegen den allgemeinen Trend entwickelt. Man hätte die Investition vielleicht strecken müssen ?! Nunja, man hätte ! Hinterher ist man immer schlauer. Jetzt ist eh zu spät ! Den Vorschlag über Brauerei in Bürgerbesitz finde ich ein tolle Idee ! Die einzige Möglichkeit privat zu bleiben ! In Baden-Württemberg gibts es sowas zum Beispiel! Königsegger Walder Bräu AG. <

>Oh Mann, ich kann und will’s nicht glauben!!! Als ich am 31.12.05 den Bericht in der Odenwälder-Zeitung las, hat’s mir echt Silvester versaut… Ihr hattet letztes Jahr euer 225stes Jubiläum als Privatbrauerei in Familienbesitz, Privat seit 1780, und jetzt soll auf einmal auf den Etiketten stehen: Privat bis 2006?!? Das kann und will ich nicht glauben!!! Wenn man doch nur etwas tun könnte… Scheiß Banken, scheiß Geld! Ihr seit nicht einfach nur eine Brauerei, ihr seit doch mittlerweile ein odenwälder Kulturgut und ein Synonym für den Odenwald schlechthin. Ihr dürft einfach nicht verkauft oder zerschlagen werden, verdammt!!! Ich und meine Kumpels werden die nächste Zeit soviel Schmucker saufen wie wir nur können! KÄMPFEN!!!<

„Neue Strategie für die hoch verschuldete Brauerei“: Bei Schmucker wird „Paten-System“ eingeführt


>Die Privatbrauerei Schmucker wird auch nach ihrer Übernahme durch die Brauhäuser Fürstenberg und Hoepfner an ihrem angestammten Sitz in Mossautal im Odenwald produzieren. Alle 90 Arbeitsplätze blieben erhalten, ebenso der Standort und die Marke Schmucker, teilten die Unternehmen am Dienstag in Mossautal mit. Der bisherige Geschäftsführer Friedrich Martin Lippmann solle die seit 1780 bestehende Privatbrauerei auch weiterhin leiten. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
„Schmucker bleibt seiner Region langfristig erhalten, als Marke und vor allem als Arbeitgeber”, sagte Lippmann. „Das ist für mich das wichtigste Ergebnis dieses Prozesses.” Die Brauerei hatte sich mit hohen Investitionen verschuldet und war angesichts des schrumpfenden Biermarktes in Finanzprobleme geraten.[…]
„Die Kernprodukte von Schmucker werden erhalten bleiben”, versicherte Hoepfner-Geschäftsführer Friedrich Georg Hoepfner. „Wir sind angetreten, um ein Regionalkonzept zu verwirklichen.” Dazu passe Schmucker „wie ein Mosaiksteinchen”. Das Vertriebsgebiet der Brauerei grenze genau an die bereits vorhandenen Marken der Gruppe an: „Nach Osten kommt Würzburger Hofbräu, nach Westen Karlsberg, nach Süden Hoepfner.” […]
Gemeinsam mit der Schmucker-Führung solle eine neue Strategie für die hoch verschuldete Brauerei gefunden werden, erläuterte Hoepfner. Dazu müßten die Qualität gesteigert, die Kosten gesenkt und der Vertrieb vor allem außerhalb des Kernverbreitungsgebietes verbessert werden. „Das sind tausend kleine Maßnahmen, nicht eine große”, sagte er. Unter anderem werde ein Paten-System eingeführt, bei dem das Schmucker-Management Ansprechpartner aus den anderen Unternehmen zur Seite gestellt bekomme.< Quelle: faz.net, Schmucker bleibt Odenwald als Arbeitgeber erhalten, 17. 1. 2006 (Hervorhebung von uns)

Schmucker-Verkauf besiegelt: Neuer Eigentümer mag keine Garantie für Erhalt der Arbeitsplätze geben



>Mossautal/Odenwaldkreis (pdh) Gelöste Stimmung bei der Pressekonferenz anlässlich der offiziellen Bekanntgabe des Verkaufs der traditionellen Privat-Brauerei Schmucker in Ober-Mossau an den zur Brau Holding International (BHI) gehörenden Verbund badischer Brauereien (Fürstlich Fürstenbergische Brauerei und Privatbrauerei Hoepfner). Ein wochenlanges Tauziehen um die „schmucke Braut“ ging damit zu Ende, wie es der bisherige Besitzer Friedrich Martin Lippmann ausdrückt.
97 Prozent der Anteile der Privatbrauerei gehen an die BHI. Diese ist ein 2002 gestartetes Joint Venture der Münchner Schörghuber Gruppe mit 50,1 Prozent und der holländischen Heineken N. V. mit 49,9 Prozent. Zu den Marken, die unter dem Holdingdach versammelt sind, gehören Paulaner, Kulmbacher, Hacker-Pschorr und Thurn und Taxis. Die Fürstenberg Brauerei vertreibt die Marken Fürstenberg, Riegeler, Bären und Qowaz. Der Getränkeabsatz betrug im vergangenen Jahr 700.000 Hektoliter. 290 Mitarbeiter erzielten einen Gesamtumsatz von 57 Millionen Euro. Die BHI setze ihre Strategie um, durch Übernahme regionaler Schlüsselbrauereien mit nachhaltigem Entwicklungspotenzial bei deren Premium-Marken zu wachsen.
Der Erwerb der Privatbrauerei Schmucker ist die konsequente Fortsetzung der bewährten Regionalstrategie der drittgrößten Brauereigruppe Deutschlands und stärkt die hervorragende Position der BHI im Süden Deutschlands. Martin Friedrich Lippmann ist sich sicher, mit der BHI und ihren regionalen Brauereien Fürstenberg und Hoepfner den idealen Partner gefunden zu haben. „Schmucker bleibt seiner Region langfristig erhalten, als Marke und vor allem als Arbeitgeber,“ nennt Lippmann das wichtigste Ergebnis der Verhandlungen. „Die Familie Lippmann wird auch in Zukunft eng mit Schmucker verbunden bleiben. Wir haben einen starken Partner gefunden, der nun schon zum wiederholten Male bewiesen hat, dass er weiß, wie wichtig der Grundsatz „Bier braucht Heimat“ ist.“
Für die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei und Privatbrauerei Hoepfner in Karlsruhe bekräftigte deren Geschäftsführer Dr. Friedrich Hoepfner, dass es es das angestrebte Ziel der neuen Eigentümer sei, möglichst alle Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten. Eine Garantie freilich könne nicht abgegeben werden. Der Landrat des Odenwaldkreises, Horst Schnur (SPD) sagte die Unterstützung des Kreises in Marketingfragen zu, wofür die Odenwald-Regionalgesellschaft (OREG), die auch das Erbacher Schloss im Auftrag der Landesregierung touristisch „aufmöbelt“, mit der Abteilung Wirtschaftsförderung zuständig ist.< Text und Bild: Presseagentur -pdh- (Hervorhebung von uns)
Das pdh-Bild zeigt v.l.n.r. Felix Lippmann, Friedrich Martin Lippmann (Privat-Brauerei Schmucker GmbH & Co. KG, Mossautal), Dr. Friedrich Hoepfner (Privatbrauerei Hoepfer GmbH &.Co.KG, Karlsruhe), Dr. Peter Fiedler (Vorstand Brau Holding International AG, München), stellv. Bürgermeister Mossautal, Harald Eisenhauer, Jürgen Walther (Odenwald-Regionalgesellschaft OREG, Erbach), Landrat Horst Schur (Odenwaldkreis)

Schmucker-Verkauf: Privatbrauer Glaab (Seligenstadt) beklagt drastisches Ausmaß eines fortdauernden Konzentrationsprozesses


>“Die Übernahme der Familienbrauerei Schmucker aus dem Odenwald ist ein weiterer Schritt im Konzentrationsprozess auf dem deutschen Biermarkt“. Robert Glaab, geschäftsführender Gesellschafter der Privatbrauerei Glaab in Seligenstadt, bedauert diese Entwicklung: „Der 2001 begonnene Konsolidierungstrend hat drastische Ausmaße angenommen. Bekannte deutsche nationale Biersorten wie Beck’s, Franziskaner und regionale Biersorten wie Mönchshof, Würzburger Hofbräu, Lohrer Bier, Wächtersbacher und viele mehr sind längst in ausländischer Hand“, erläutert der Chef der Seligenstädter Privatbrauerei. Hinter dem am Freitag bekannt gewordenen Kauf von Schmucker durch die Brauhäuser Fürstenberg und Hoepfner steht die drittgrößte Braugruppe in Deutschland, die Brau Holding International. An dieser wiederum halten die Unternehmensgruppe Schörghuber und Heineken die Anteile.
Als Gegentrend verfolge Glaab ihre Positionierung als regionale und authentische Biermarke: „Der Trend geht gerade in politisch und wirtschaftlich unruhigen Zeiten zurück zu vertrauten Marken und Produkten. Der Kunde findet darin ein Stück Heimat. Herkunft und Qualität stehen hierbei im Vordergrund“, so der Brauereichef. Um diesen Standpunkt zu untermauern, habe Glaab im September gemeinsam mit 34 führenden regionalen Privatbrauereien in Deutschland und Österreich die Initiative „Die Freien Brauer“ gegründet. Besonders wichtig sei der Initiative ihr Bekenntnis zu einem freien Unternehmertum und die Förderung der jeweiligen Heimatregion.
Zwei Drittel der deutschen Brauwirtschaft befinden sich nach Angaben von Glaab in Konzernhand. Die aktuelle Entwicklung sehen die Initiatoren als mittelstandsfeindlich und als Bedrohung der Sortenvielfalt an.[…] < Quelle: Offenbach Post, „Konzentration bedroht die Sortenvielfalt“, 16. 1. 2006

Schmucker-Verkauf: Volksbank Odenwald weist Vorwürfe zurück und sieht in „Altschulden“ und „maroder Finanzstruktur“ die Ursache des Debakels


Dies meldet die regionale Presseagentur pdh:
>Am 30. Dezember des vergangenen Jahres berichtete –pdh- den völlig überraschten Medien erstmals vom bevorstehenden Verkauf der traditionsreichen Brauerei Schmucker im Mossautal im Odenwald. Nunmehr hat die Geschäftsleitung der Schmucker-Brauerei bekannt gegeben, dass die Brauerei an die badischen Brauereien Fürstenberg und Hoepfner, die zur Brau Holding International (BHI) gehören, verkauft werden soll.

Schmucker wird Fürstenberg angegliedert, damit haben sich die Hoffnungen zerschlagen, dass eine benachbarte Brauerei wie zum Beispiel die Pfungstädter, Teile oder das ganze Werk übernehmen und in Odenwälder Tradition weiterführen. Die BHI ist ein 2002 gestartetes Joint

Venture der Münchner Schörghuber Gruppe mit 50,1 Prozent und der holländischen Heineken N. V. mit 49,9 Prozent. Zu den Marken, die unter dem Holdingdach versammelt sind, gehören Paulaner, Kulmbacher, Hacker-Pschorr und Thurn und Taxis. Die Fürstenberg Brauerei vertreibt die Marken Fürstenberg, Riegeler, Bären und Qowaz. Der Getränkeabsatz betrug im vergangenen Jahr 700.000 Hektoliter. 290 Mitarbeiter erzielten einen Gesamtumsatz von 57 Millionen Euro. Die BHI setze ihre Strategie um, durch Übernahme regionaler Schlüsselbrauereien mit nachhaltigem Entwicklungspotenzial bei deren Premiummarken zu wachsen.
Die Brau Holding International AG eröffnet der Schörghuber Unternehmensgruppe die Chance, von der weltweiten Präsenz, den flächendeckenden Vertriebsstrukturen und dem reichhaltigen Know-how der Heineken-Gruppe zu profitieren, um insbesondere mit Paulaner Weißbier und weiteren Münchner Bierspezialitäten sowie Kulmbacher Weltmarktführer zu werden. Die Unternehmen der Schörghuber Unternehmensgruppe sind in den fünf Unternehmensbereichen Hotel, Flugzeugleasing, Getränke, Immobilien und Bauen tätig und unter dem Dach der Schörghuber Stiftung & Co. Holding KG vereint.

Als Grund der finanziellen Schieflage der Brauerei Schmucker werden von Bankenseite Altschulden und marode Finanzstruktur genannt. Richtig ist jedoch, dass nach dem Tod des Peter Lippmann infolge der Erbschaftsregelung eine hohe Auszahlung im unteren achtstelligen Eurobereich zu verkraften gewesen ist. Entgegen der kolportierten Aussage, hohe Privatentnahmen hätten die Volksbank Odenwald auf den Plan gerufen, steht die Tatsache, dass Firmeninhaber Friedrich Martin Lippmann zur Absicherung der letzten Lohnzahlungen Privatanwesen und Jagd in Süddeutschland verkauft hat. Überdies schreibt die Brauerei schwarze Zahlen und keineswegs Verluste. Auf Bankenseite wird nun nach dem kräftigen Druck in Richtung Verkauf der Brauerei wieder zurückgerudert und behauptet, der Verkauf der Traditionsbrauerei sei auf Initiative des Brauhauses erfolgt.< Quelle: -pdh- (Hervorhebungen von uns)

Im Odenwälder Echo wird Marion Staab aus Unter-Mossau zitiert, die die örtliche Volksbank als Schuldigen sieht:
>„Es ist schon bedenklich, dass die Volksbank ein schwarze Zahlen schreibendes Unternehmen in so etwas hineingetrieben hat.“ Ob Pfungstädter oder Fürstenberg, das mache keinen großen Unterschied: „Wenn die Manager nicht aus der Region kommen, interessieren sie sich nicht für die Menschen, sondern nur für den Gewinn.“<
Außer Staab kommen dort auch andere zu Wort: Heinz Morgenroth „befürchtet einen Arbeitsplatzabbau in den Büroetagen, weil die Verwaltung wohl zentralisiert werde.
Auch Elke Gründing, >Betreiberin von Elkes Wurstlädchen in Ober-Mossau blickt … etwas ängstlich in die Zukunft: „Wenn Leute entlassen werden, stirbt die ganze Struktur im Ort.“ <

In der Frankfurter Rundschau kamen am 11. Januar weitere skeptische Stimmen zu Wort:
>Heinz Süßelbeck von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten: „Die Erfahrung zeigt, dass mit solchen Verkäufen immer auch Arbeitsplätze verloren gehen. Wenn der neue Eigentümer nicht nach Tarif bezahlt oder Arbeitsplätze streicht, werden wir kämpfen.“

Der Gewerkschafter ist aber zuversichtlich, dass die Firma Schmucker auch unter einem neuen Eigentümer weiter im Odenwald braut: „Es wäre eine dumme Entscheidung, die Firma zu übernehmen und dann zu schließen. Schmucker ist eine gesunde und profitable Brauerei, die nur unter den Altlasten leidet.“<

Im gleichen Artikel wurden auch jene Investitionen benannt, an denen sich die Privatbrauerei (von der Bank falsch beraten?)offenbar verhoben hat:
>Die Brauerei hatte in den vergangenen Jahren in neue Verpackungsautomaten und eine Lagerhalle investiert – nun drücken die Bankschulden.<

Niederländischer Brauriese Heineken und Schörghuber Unternehmensgruppe schlucken Odenwälder Privatbrauerei Schmucker


>Aus der großen südhessischen Lösung bei der Konsolidierung des Biermarktes wird es nichts: Weder Marktführer Pfungstädter noch andere Interessenten aus der Region kommen zum Zug bei der Schmucker KG (Mossautal), sondern die Brau Holding International AG (BHI), hinter der die Münchner Schörghuber-Gruppe und der niederländische Brauriese Heineken stehen.
Wie es am Donnerstag hieß, dürfte Schmucker an Fürstenberg angegliedert werden, seit 2005 Teil des BHI-Imperiums. Auf einer Pressekonferenz am Dienstag sollen Details zur Schmucker-Neuausrichtung und der künftigen Strategie bekannt gegeben werden. Schmucker beschäftigt im Odenwald rund 100 Frauen und Männer.
Die 1780 gegründete Privatbrauerei, seit Jahren ein Verkaufskandidat, schreibt zwar operativ weiter schwarze Zahlen, hat aber Probleme mit Altschulden und der Finanzstruktur. Deshalb hat die Volksbank Odenwald auf eine Lösung gedrungen.< Quelle: Darmstädter Echo, Schmucker verkauft, 13. 1. 2005
Ausführliches im Wirtschaftsteil der Freitagausgaben (13.01.2006) der ECHO-Zeitungen.

In der FAZ heißt es zu dem Verkauf:
>Die in Finanznot geratene Privatbrauerei Schmucker aus Mossautal im Odenwald wird von den badischen Brauhäusern Fürstenberg und Hoepfner übernommen. Das gaben Schmucker und die Schörghuber Unternehmensgruppe in München am Freitag bekannt […]
Fürstenberg und Hoepfner gehören seit Anfang 2005 unter gemeinsamer Führung zu der Münchner Gruppe, deren Brau Holding International (BHI) die Nummer drei auf dem deutschen Biermarkt ist.
Das 1780 gegründete Familienunternehmen Schmucker beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und braut 200.000 Hektoliter Bier im Jahr. Mit einer größeren Investition in technische Anlagen und eine Lagerhalle hatte es sich vor drei Jahren hoch verschuldet. In der Folge war die Brauerei angesichts des schrumpfenden Biermarktes in eine finanzielle Schieflage geraten.[…]

(Anm.: hr-online.de schreibt über die fatale Investition:
Hauptgrund der bei Schmucker entstandenen wirtschaftlichen Schieflage war nach Angaben von Betriebsleiter Klaus Monitzer eine Großinvestition vor drei Jahren für neue technische Anlagen und eine Lagerhalle. „Der Betrag lag im siebenstelligen Euro-Bereich.“.“)
Der Mossautaler Bürgermeister Willi Keil (parteilos) begrüßte die Einigung als „unter den gegebenen Umständen gute Entscheidung”. Die BHI habe bei ihren bisherigen Aufkäufen gezeigt, daß sie ihre Tochterunternehmen Gewinn bringend weiterbetreibe. „Ich hoffe, daß für die nächsten Jahre die Arbeitsplätze gesichert sind”, sagte Keil.
Die BHI gehört zu 50,1 Prozent der Schörghuber Unternehmensgruppe und zu 49,9 Prozent dem holländischen Bierkonzern Heineken. In den vergangenen Jahren hat sie eine ganze Reihe kleinerer regionaler Brauereien aufgekauft. Mit Marken wie Paulaner, Hacker-Pschorr, Kulmbacher und Karlsberg erzielt sie mittlerweile einen Absatz von zehn Millionen Hektoliter und einen Marktanteil von zwölf Prozent am deutschen Biermarkt.< Quelle: faz.net, Investor für Privatbrauerei Schmucker gefunden, 13. 1. 2006

Schmucker-Verkauf: Achim Preu sieht Arbeitsplätze in Mossau mittelfristig in Gefahr


>Heineken, in Spanien oder Italien unter eigenem Namen durchaus erfolgreich, hat damit nämlich im Bierland Deutschland keine Chance. Und so schlucken die Niederländer über die Brau Holding International AG klangvolle Namen und regionale Champions. Als da wären etwa Würzburger Hofbräu, Fürstenberg oder Hoepfner in Karlsruhe. Und nun möglicherweise Schmucker, das Bier aus dem Mossautal.

Auch wenn es das Ziel von Schmucker-Chef Lippmann und der Kreditinstitute sein mag, neben der Marke auch Standort und Stellen zu sichern, so dürfte dies mit einem solchen Konzern nur für eine bestimmte Zeit gelingen. Warum sollte angesichts von Überkapazitäten eine solche ungünstig gelegene Braustätte fortbestehen? Die Arbeitsplätze stünden mittelfristig sicher zur Disposition. Vielleicht bliebe ein Vertriebsstandort. Die Investitionsruine von Binding in Erbach, eine hochmoderne Brauerei, mag Mahnung genug sein, wie Konzerne agieren – agieren müssen.
Schließlich gilt es den Kaufpreis zu verdienen, was Synergien erfordert und maximale Rendite zu zapfen. Dies um so dringlicher, wenn zuvor ein strategischer Preis auf den Tisch gelegt wurde. Hier sollten die Schmucker-Hausbanken aber nicht kurzsichtig nur das schnelle Geld im Blick haben.
Derartige Einschnitte könnte sich Pfungstädter nicht leisten, ohne das eigene Geschäft in Mitleidenschaft zu ziehen.[…]
Mit dem Durst der Konzerne gärt es nun noch intensiver, kommt die Marktkonsolidierung beim Bier auch in Südhessen spürbar an. Für die Sortenvielfalt ist das ebenso wenig eine gute Nachricht wie für das Sponsoring kleiner Vereine oder sozialer Einrichtungen.< Quelle: Darmstädter Echo, Biermarkt: In der Region gärt es, 2. 1. 2006 (Hervorhebungen von uns)