Archiv der Kategorie: Totschlag im Elisabethenstift

Ruchloses Reinheim: In Odenwälder Kleinstadt häufen sich bizarre Verbrechen

Hat es mit der 17000 Einwohner zählenden südhessischen Kleinstadt etwas Besonderes auf sich? Jedenfalls in kriminologischer Hinsicht? Dieser Eindruck konnte sich aufdrängen, wenn man in letzter Zeit lokale Verbrechensmeldungen verfolgte.
Vor knapp einem Jahr erst berichtete das Darmstädter Echo von einem Leichenfund in Reinheim, der (damals noch) „Rätsel“ aufgab.
Die beschriebene Szenerie hätte auch David Lynchs Film „Blue Velvet“ entstammen können: Blue Velvet - FOCUS-Edition

>Von außen sieht das Haus in der Reinheimer Waldstraße fast malerisch aus. Die Sonne scheint auf die Skulpturen, die im gepflegten Garten vor dem Haus neben den ordentlich angelegten Büschen und Blumenbeeten stehen. Der Rasen ist akkurat getrimmt und leuchtet in der Sonne saftig grün.[…]
In dem Haus am Rande des Ortes machte die Polizei am Dienstag gegen 15.30 Uhr eine schreckliche Entdeckung, die so gar nicht in das Bild des ruhigen Wohnviertels passen will: Sie fand die Leiche einer 27 Jahre alten Frau aus Darmstadt.
Der leblose Körper war hinter dem Haus neben den Mülltonnen unter einer Tanne in der Erde verscharrt worden.< Quelle: Darmstädter Echo, Leichenfund gibt Rätsel auf, 5. 9. 2006

Der ungewöhnliche Fall, der im Darmstädter Elisabethenstift und in Mobbing seinen Ausgang nahm, ist mittlerweile aufgeklärt, der Täter bereits verurteilt.

Doch gibt es immer wieder neue Berichte über Reinheimer Kriminalfälle, die aus dem Rahmen des Üblichen fallen. So berichtete die Polizei vor gerade 4 Tagen von einer „mysteriösen Freiheitsberaubung„:

>Unter mysteriösen Umständen fand die Polizei in Darmstadt gestern gegen 16:00 Uhr nach einer Suchaktion eine seit den Morgenstunden als vermisst gemeldete 36 Jahre alt Frau aus Reinheim.
Die Frau saß in einem psychisch desolaten Zustand in ihrem schwarzen VW Passat an der Hohen Straße, ca. 1 km entfernt vom Parkplatz Heidekopf am „Weißen Stein“, Waldgemarkung Groß-Bieberau.
Alle Seitenfenster des Autos waren von Innen mit Zeitungspapier verklebt, das Fahrzeuginnere deshalb nicht einsehbar.
Den ersten Angaben zufolge, war die Reinheimerin in der Nacht gegen 02:00 Uhr beim Verlassen ihres Arbeitsplatzes, einer Spielothek in Groß-Bieberau, von einem ihr unbekannten Mann aus dem Dunkeln heraus angesprochen worden.
Der Unbekannte soll sie zu ihrem Auto und zu der Auffindestelle dirigiert haben. Dort soll sie geschlagen worden sein. Der unbekannte Mann, mit Handschuhen und einer Maske bekleidet, soll dann das Auto verlassen haben. Die Frau wurde von ihm im Fahrzeug zurückgelassen und zwischenzeitlich in ein Krankenhaus verbracht.< Quelle: ots/polizeipresse.de, Mysteriöse Freiheitsberaubung, 7. 8. 2007

Noch ärger erging es einer 81 Jahre alten Frau aus Reinheim, die Mitte Juli in ihrer Wohnung vergewaltigt worden war. Auf den noch nicht ermittelten Täter könnte diese Beschreibung zutreffen:

>Zurzeit werde nach einem 40 bis 45 Jahre alten, etwa 1,80 Meter großen Mann mit braunen Haaren gesucht, der die Frau möglicherweise wegen Haustürgeschäften besucht habe. Er soll zur Tatzeit ein blaues Hemd, eine graue Hose und eine dunkle Aktentaschen getragen haben, müsse aber keinesfalls der Beschuldigte sein. < Quelle: Darmstädter Echo, 81 Jahre alte Frau vergewaltigt, 24. 7. 2007

Vor 2 Tagen schließlich wurde wiederum eine alte Frau aus Reinheim Opfer eines anderen, eines gewöhnlichen Verbrechens:

>Zwei junge Leute auf einem kleinen motorisierten Zweirad haben am Mittwochnachmittag in Reinheim eine Neunundsiebzigjährige angegriffen und ihr dabei eine Textil-Einkaufstasche mit Schlüssel und Brille gestohlen.
Die Geschädigte war in der Heinrichstraße auf dem Fußweg zur Sparkasse unterwegs, als die beiden Täter auf einem Roller oder Mofa anfuhren.
Einer der Jugendlichen stieg ab, rannte auf das Opfer zu, entriss die Tasche und rannte davon. Sein Komplize war unmittelbar weitergefahren. Eine Fahndung blieb bisher erfolglos.
Der Mitfahrer ist 14 bis 16 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 Meter groß und schmal. Er hatte zur Tatzeit schwarze Haare, eine helle Hose und eine helle Jacke. Über seinen Komplizen gibt es derzeit keine Beschreibung.< Quelle: ots / polizeipresse.de, Neunundsiebzigjährige überfallen, 9. 8. 2007

Fast scheint es, als könne sich in der kleinen Stadt, die sich als „Tor zum Odenwald“ sieht, niemand mehr sicher fühlen.

Also doch: Bluttat im Darmstädter Elisabethenstift ging Mobbing voraus – Blieben Vorgesetzte untätig?

Dies wird aus dem Echo-Bericht über den zweiten Prozesstag gegen den in Reinheim wohnenden Täter deutlich. Deutlicher lässt sich auch kaum zeigen, welche Verheerungen ein wohl jahrelang betriebenes Mobbing im Leben der Betroffenen anrichten kann.
Das kann die Tat und den Täter nicht entschuldigen, es lässt aber ein wenig die Dynamik verstehen, die am Ende in einem grausigen Verbrechen kulminiert.
Dass die unmittelbar Verantwortlichen des kirchlich getragenen Krankenhauses diesem Mobbing offenbar nicht Einhalt geboten, etwa im Rahmen einer Supervision, erstaunt.
Nachfolgend Auszüge aus dem heutigen Bericht des Darmstädter Echo:

>Auf den Fluren des Darmstädter Landgerichts redet mancher unverhohlen schon vom „Reinheimer Hammermörder“. In der zuständigen elften Strafkammer dagegen schwanken die Entscheider unter dem Vorsitz von Richter Marc Euler wenige Tage vor der erwarteten Urteilsverkündung noch heftig zwischen Mord und Totschlag.
Wie sind die neun Hammerschläge einzustufen, mit denen ein Küchenangestellter (38) den Schädel seiner jungen Chefin (26) im Darmstädter Elisabethenstift Ende August zertrümmerte? […]
Andererseits warb der Gutachter durchaus um Milde. Der Täter, der sich jahrelang von seiner Chefin gedemütigt fühlte und nach eigenen Worten „alles in sich hineinfraß“, sei „schonungslos offen gegen sich selbst. Und deshalb glaube ich ihm seine Reue“, so Staudt. Wie berichtet hatte der Angeklagte zu Prozessbeginn beteuert: „Ich wünschte, es wäre nie geschehen.“
Mehrere Mitarbeiterinnen der Krankenhausküche sagten gestern aus.

Über ihre getötete Chefin sprachen sie nicht gerade freundlich. „Sie war beleidigend, grinste so herablassend, hatte richtige Wutanfälle“, erinnerte sich eine Verpflegungsassistentin.

Den Täter dagegen schilderte sie als „sehr ruhig, höflich, hilfsbereit“. Eine frühere Diätassistentin, heute selbst Küchenchefin, war mit der Getöteten einst befreundet, hat ein halbes Jahr bei ihr gewohnt.

Als die Mutter des Opfers zur Küchenmannschaft dazustieß, habe sich das Verhältnis aber extrem verschlechtert.

Noch mehr solch familiärer Verquickungen kamen gestern ans Tageslicht.
Denn die Verlobte (26) des Täters war ebenfalls ein halbes Jahr im Küchenteam. Allein diese Konstellationen sorgten offenbar für Zündstoff.
Täter und Opfer standen zu allem Überfluss in den vergangenen Jahren permanent im „hierarchischen Autoritätskonflikt“, wie es der Psychiater formulierte.
Der Täter litt unter der Chefin, fühlte sich schikaniert. Gegenüber der Verlobten und der Mutter brach der Reinheimer wohl öfter in Tränen aus, „weil er nicht mehr zur Arbeit wollte“.

Doch die 200 000 Euro Schulden, die er nach dem Konkurs seines vegetarischen Imbisses im Luisencenter am Bein hat, ließen ihm keine Wahl. Er musste Geld verdienen.[…]
Am Freitag (27.) ab 10 Uhr folgen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, vielleicht auch schon das Urteil.< Quelle: Darmstädter Echo,Mord oder Totschlag an der Küchenchefin? Gericht: Bluttat in Darmstädter Klinik entpuppt sich als „besonders schwieriger Fall“, 24. 4. 2007

UPDATE: Am 27. 4. 2007 war im Darmstädter Echo zu lesen, dass der Koch aus Reinheim zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt wurde – wegen Totschlag, nicht wegen Mord:

>Der 38 Jahre alte Reinheimer, der im vergangenen Jahr seine 26 Jahre alte Chefin im Darmstädter Elisabethenstift mit neun Hammerschlägen getötet hat, muss für 14 Jahre ins Gefängnis.

Die elfte Strafkammer des Landgerichts in Darmstadt folgte damit dem Antrag von Staatsanwalt Hubertus Jung, der bereits in seinem Plädoyer von der ursprünglichen Anklage, die auf Mord gelautet hatte, abgerückt war.

Verurteilt wurde der Mann schließlich wegen Totschlags, obwohl der Anwalt der Nebenklage – die Eltern des Opfers – auf Mord plädiert hatte. Das hätte dem Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe eingebracht. Mit 14 Jahren schöpfte die Kammer das Strafmaß für Totschlag, das laut Richter Marc Euler zwischen fünf und 15 Jahren liege, allerdings fast aus. < Quelle: Darmstädter Echo, Vierzehn Jahre Haft für Reinheimer, 27. 4. 2007

Darmstadt: Vorgesetzte in evangelischem Krankenhaus mit Eisenhammer erschlagen – Tat eines Gemobbten oder Tat eines Psychopathen?

Seit dem 20. April wird vor dem Landgericht in Darmstadt ein bizarrer Mord verhandelt. Ausgerechnet in einer kirchlich getragenen Klinik, dem Darmstädter Elisabethenstift, hatte der stellvertrende Küchenchef am 31. August letzten Jahres seine Vorgesetzte mit mehreren Hammerschlägen getötet. Der damals 37 Jahre alte Mann aus Reinheim hatte die Leiche der Frau anschließend in Säcke verpackt und im Garten seines Wohnhauses in Reinheim vergraben. In den folgenden Tagen, bis zum Fund der Leiche, setzte er seine Arbeit in der Klinik unauffällig fort – als wäre nichts geschehen.

Das Darmstädter Echo schreibt nun zum Prozessauftakt:
>Mit geliehenen Gartengeräten buddelte die Polizei im vergangenen September die Leiche einer jungen Frau im Garten eines Reinheimer Wohnhauses aus. Als Tatverdächtigen nahm sie den 37 Jahre alten Mann mit, der in dem Haus mit seiner Mutter lebte. Er gestand kurze Zeit später, seine 26 Jahre alte Chefin im Elisabethenstift in Darmstadt mit neun Hammerschlägen getötet zu haben. […]
Laut Anklage soll der Mann, der als Küchen- und Reinigungskraft in der Klinik gearbeitet hat, am Tattag im August bereits „bis aufs Äußerste gereizt“ gewesen sein wegen Kritik, die das Opfer zuvor an ihm geäußert habe. Als seine 26 Jahre alte Chefin den Angeklagten auf eine Kompetenzüberschreitung hingewiesen habe, soll er sie zunächst beleidigt und anschließend aus seiner im gemeinsamen Büro abgestellten Tasche einen 1,2 Kilo schweren Eisenhammer geholt haben, den er sonst zum Enteisen der Tiefkühltruhe benutzt habe.
Mit dem Werkzeug soll der Mann dann laut Anklage zunächst zweimal auf den Kopf des Opfers eingeschlagen haben und im Anschluss noch weitere sieben Mal – aus Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Das Opfer starb aufgrund der massiven Kopfverletzungen. <

Nun wünscht er – aus verständlichen Gründen – die Tat wäre nie geschehen:

>“Es ist nicht zu entschuldigen, nicht zu verzeihen.“ Mit dieser persönlichen Erklärung des Angeklagten begann am Freitag vor dem Landgericht Darmstadt der Prozess gegen den 38 Jahre alten Reinheimer, der im August 2006 seine 26 Jahre alte Chefin im Darmstädter Elisabethenstift mit neun Hammerschlägen getötet hatte. Die Anklage lautet auf Mord.
Staatsanwalt Hubertus Jung sprach von „niederen Beweggründen“ und von „Verdeckung einer Straftat“. […]
Der Angeklagte beschrieb seine ehemalige Vorgesetzte beim Prozessauftakt als „launisch“, sie habe ihm gegenüber oft einen „verletzenden Tonfall“ gehabt. Widerworte habe er aber nie gegeben, sondern „alles in sich reingefressen“.

Die Mutter des Opfers, die als Küchenhilfe ebenfalls in der Klinik arbeitete, wiederum berichtete davon, dass ihre Tochter Angst vor dem Angeklagten gehabt habe. „Es war ihr unangenehm, ein Büro mit ihm zu teilen“, sagte sie, „es war aber keine Angst, dass er ihr etwas tun könnte.“

Ein Kompetenzgerangel zwischen den beiden war Auslöser für die Tat. Der Angeklagte habe sich in ein Gespräch mit einem Lieferanten eingemischt – „höflich“, wie er sagte. Von Seiten der Chefin habe es aber zunächst keine Reaktion gegeben.

Am Tag der Tat sprach die junge Frau den Mann dann aber auf den Vorfall an. Während der „Zurechtweisung“, wie es der Mann ausdrückte, habe er im Zimmer umhergeschaut – dabei sei sein Blick auf den 1,2 Kilo schweren Eisenhammer gefallen, den er sonst benutzte, um damit den Kühlraum zu enteisen. „Da habe ich den Verstand verloren und zugeschlagen.“ < Quelle: Darmstädter Echo, „Ich wünschte, es wäre nie geschehen“ -Ein Auslöser für die Tat: Angst um Arbeitsplatz, 20. 4. 2007 [Alle Hervorhebungen und Links von uns]

Das oben eingeblendete Bild zeigt das Darmstädter Elisabehtenstift via Google Earth.

Mord im Elisabethenstift: Ging der Wahnsinnstat Mobbing voraus?


Diese Frage wird im Darmstädter Echo und am Wohnort des Mörders, in Reinheim, gestellt.
Nachfolgend Auszüge aus dem Artikel in Echo-Online. In der Printausgabe wird ausführlicher berichtet.

>Die direkten Mitarbeiter der Getöteten“, sagt Klinik-Geschäftsführer Roland Trefftz auch zwei Tage nach dem Leichen-Fund in Reinheim, „haben an dieser Situation weiter schwer zu knabbern“. Vor allem auch daran, dass der stellvertretende Küchenleiter nach seiner Tat für Tage weiter konzentriert und unauffällig seiner Arbeit nachging.
Als eher unauffälligen Mensch beschreiben Nachbarn und Bekannte in Reinheim den Mann. „Er war eigentlich ruhig, hat immer freundlich gegrüßt“, sagt ein Nachbar.
Der Siebenunddreißigjährige hatte seinen Vater schon vor Jahren durch einen Autounfall verloren und nach Aussage eines Bekannten „keine leichte Kindheit“. Schon in der Grundschule sei er eher Einzelgänger gewesen und von den anderen Kindern aufgrund seines leicht watschelnden Gangs gehänselt worden.
Angeblich sei er nach eigenen Angaben auch bei schlechten Noten von seinem Vater misshandelt worden. Ob das allerdings stimmt, bezweifelt der Bekannte. Doch auch beruflich hatte der nun in Untersuchungshaft sitzende Reinheimer offenbar wenig Glück gehabt.
„Er ist eher ein ängstlicher Typ“, beschreibt ein Bekannter den Täter, „wenn er ins Gefängnis kommt, geht er kaputt.“ Wie lange der Mann, der die Tat gestanden hat, inhaftiert wird, wird die Gerichtsverhandlung ergeben.
Dort wird dann wohl auch geklärt, welcher Art die „Differenzen“ zwischen ihm und seiner Vorgesetzten waren, die der Mann bei seiner Vernehmung eingeräumt hatte und die auch Klinik-Geschäftsführer Trefftz einräumt. Gerüchte in Reinheim besagen, dass er womöglich von seinem späteren Opfer im Beruf drangsaliert worden sei. Das Wort „Mobbing“ fällt.< Quelle: Darmstädter Echo, „Er ist eher ein ängstlicher Typ“, 7. 9. 2006

Mord im Elisabethenstift: Stellvertretender Küchenchef erschlägt Vorgesetzte mit Hammer


Das Elisabethenstift in Darmstadt firmiert als Evangelisches Krankenhaus.
Was sich dort jedoch vor genau einer Woche abspielte, könnte gottesferner kaum gewesen sein.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand ermordete in den Abendstunden des 31. August der stellvertretende Leiter des Küchenbetriebs seine 10 Jahre jüngere Vorgesetzte – offenbar trieb ihn ein mörderischer Hass.
Die 27 Jahre alte Frau war vor 4 Jahren nach Darmstadt gezogen und leitete den Küchenbetrieb des Krankenhauses.
Die Bluttat spielte sich im gemeinsamen Büro ab; mit 9 Hammerschlägen hatte der in Reinheim wohnende Mann seine Kollegin getötet.
Er habe seit längerem mit ihr gestritten, auch der Klinik-Geschäftsführer Roland Treffz bestätigte, dass es zwischen den beiden immer wieder Differenzen gegeben habe.
Mit einem derart „monströsen Ereignis“ habe jedoch niemand gerechnet.
So stellen sich auch Fragen: Gab es keine Supervision? Hat es die Leitung des Krankenhauses unterlassen, einen sich gefährlich aufschaukelnden Konflikt zu lösen?

Normalerweise liegt im Büro und auch im Küchenbetrieb eines Krankenhauses kein Hammer herum. So ist unwahrscheinlich, dass der Reinheimer seine Kollegin im Affekt tötete.
Wahrscheinlicher ist, dass er die Tat plante, möglicherweise schon in den Tagen zuvor. Dann allerdings handelt es sich um Mord.

Nachfolgend Auszüge aus den letzten Presseberichten in umgekehrter Chronologie:
>Ein 37 Jahre alter Reinheimer hat am Mittwoch gestanden, eine 27 Jahre alte Darmstädterin mit neun Hammerschlägen getötet zu haben. Die Polizei hatte den Mann am Dienstag wegen dringenden Tatverdachts festgenommen.
Am selben Tag war die Leiche der jungen Frau im Garten des Hauses gefunden worden, in dem der Mann mit seiner Mutter lebt. Die Frau wurde seit vergangenen Donnerstag vermisst. An diesem Tag kam es nach Aussage des Mannes auch zu der Bluttat […] Die junge Frau lebte seit vier Jahren in Darmstadt und arbeitete gemeinsam mit dem Täter im Küchenbetrieb des Elisabethenstiftes, den sie leitete. Der Siebenunddreißigjährige war ihr Stellvertreter.<
Weitere Bild- und Textinformationen im heutigen Darmstädter Echo.
Das Polizeipräsidium Südhessen veröffentlichte schon gestern einen Nachtrag zur Todesursache der 27 Jahre alten Darmstädterin:
>Als Todesursache hat die Gerichtsmedizin in Frankfurt festgestellt, dass das Opfer mit neun Hammerschlägen getötet wurde. Der 37-jährige Festgenommene gab in seiner polizeilichen Vernehmung heute an, schon seit längerer Zeit mit seiner Arbeitskollegin Differenzen gehabt zu haben. Dies eskalierte am Donnerstagabend in dem gemeinsamen Büro eines Darmstädter Krankenhauses. Der Beschuldigte schlug mit einem Hammer auf das Opfer ein. Danach verbrachte er die Leiche nach Reinheim und verscharrte sie in dem Garten seines Wohnanwesens. Der Reinheimer wird zurzeit dem Haftrichter vorgeführt.<

Auch HR-Online berichtet gestern über den „Mord im Krankenhaus„:
>Sie waren Arbeitskollegen und teilten ein Büro. Doch die Chemie stimmte ganz und gar nicht. Dann rastete der 37-Jährige aus und tötete seine Kollegin mit neun Hammerschlägen auf den Kopf.[…]
Der Täter, der bei seiner Mutter in Reinheim wohnt, hatte die Leiche der jungen Frau im Garten des elterlichen Grundstücks vergraben.[…]
Nach Mitteilung der Polizei hat der 37-Jährige gestanden, seine Arbeitskollegin im gemeinsamen Büro in einem Krankenhaus in Darmstadt erschlagen zu haben. Nach Angaben des Täters waren die Auseinandersetzungen am vergangenen Donnerstag eskaliert. Als Motiv gab er an, schon seit längerer Zeit immer wieder mit der ihr in Streit geraten zu sein. Die Polizei schließt eine intime Beziehung zwischen Opfer und Täter aus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 37-Jährigen Mord vor.<
Das Schweizer Web-Portal 20min.ch meldet, dass der Mörder und sein Opfer im Küchenbereich des Krankenhauses angestellt waren.

Weitere Informationen finden sich hier.

Reinheim: Vermisste 27-jährige Darmstädterin vergraben unter Bäumen gefunden – Von Arbeitskollege mit 9 Hammerschlägen getötet

Die Nachricht über die 8 Jahre lang in einem unterirdischen Verlies gefangen gehaltene Natascha Kampusch schockierte Österreich. Doch die als 10-Jährige entführte Kampusch hatte überlebt.

Eine heute vom südhessischen Polizeipräsidium verbreitete Meldung wird viele in Südhessen schockieren. Eine seit Donnerstag vermisste junge Frau aus Darmstadt wurde heute nachmittag um 15:30 in Reinheim gefunden, sie hatte nicht überlebt. Die Leiche der 27 Jahre alten Frau war unter Bäumen in einem Gartengrundstück in der Waldstraße vergraben. Heute abend soll im Gerichtsmedizinischen Institut in Frankfurt die Obduktion erfolgen.
Als mutmaßlicher Mörder wurde ein 37 Jahre alte Reinheimer festgenommen.
Das Darmstädter Echo berichtet heute abend auf seiner Website über das Geschehen:
>Von außen sieht das Haus in der Reinheimer Waldstraße fast malerisch aus. Die Sonne scheint auf die Skulpturen, die im gepflegten Garten vor dem Haus neben den ordentlich angelegten Büschen und Blumenbeeten stehen. Der Rasen ist akkurat getrimmt und leuchtet in der Sonne saftig grün.[…]
In dem Haus am Rande des Ortes machte die Polizei am Dienstag gegen 15.30 Uhr eine schreckliche Entdeckung, die so gar nicht in das Bild des ruhigen Wohnviertels passen will: Sie fand die Leiche einer 27 Jahre alten Frau aus Darmstadt.
Der leblose Körper war hinter dem Haus neben den Mülltonnen unter einer Tanne in der Erde verscharrt worden.< Quelle: Echo-Online, Leichenfund gibt Rätsel auf – Polizei verhaftet 37 Jahre alten Mann, 5. 9. 2006 [Für die Mittwochsausgabe wird ein ausführlicher Bericht angekündigt.]

Das von Google Earth (s.o.) gelieferte Luftbild (Waldstraße in Reinheim) dürfte die Umgebung zeigen, in der sich das Verbrechen ereignete.

Aktuellere Informationen finden sich hier.

Die südhessische Polizei sucht derzeit nach einer weiteren Frau, die seit einer Woche verschwunden ist: >Seit Dienstag, den 29. August 2006 ist die 42-jährige Ursula Hilbert vermisst. Sie verließ ihre Wohnung mit unbekanntem Ziel. Zuletzt wurde sie am Montag, den 28. gegen 10 Uhr in Viernheim gesehen. Ursula Hilbert führte zu diesem Zeitpunkt ein Fahrrad mit sich, an dem mehrere Plastiktüten angehängt waren. Die Polizei in Heppenheim ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Wer hat Ursula Hilbert gesehen oder weiß über den Aufenthaltsort der Frau Bescheid. Hinweise werden bei der Polizeidirektion Bergstraße unter der Telefon-Nummer: 06252/706-0 entgegen genommen.< Quelle: ots/polizeipresse.de, Viernheim – Vermisstensache , 31. 8. 2006

Reinheim hatte wegen eines anderen Kriminalfalles erst vor wenigen Tagen Schlagzeilen gemacht. Da allerdings mehr durch die skurrilen Tatumstände, die bei odw.blogg.de in folgender Schlagzeile zusammengefasst wurden:
Banküberfall: Schwarzafrikanischer Riese mit Strumpfmaske, Batschkapp und Sprenggürtelattrappe raubt mehrere Tausend Euro

>Am Freitagnachmittag um 14:30 Uhr überfiel ein unbekannter Täter die Filiale der Sparkasse in der Seestraße im Ortsteil Spachbrücken. Er betrat den Schalterraum, legte eine Bombenattrappe auf den Tresen und forderte die Herausgabe des Geldes. Am Körper trug er einen Art Sprenggürtel, bei dem es vermutlich ebenfalls um eine Bombenattrappe handelte. Nachdem er mehrere Tausend Euro in Scheinen ausgehändigt bekam, stopfte er sie in eine schwarze Tasche und flüchtete zu Fuß in Richtung Erbacher Straße, grobe Richtung Reinheim. Bei dem Täter handelt es sich vermutlich um einen männlichen Schwarzafrikaner, ca. 190 cm groß, bekleidet mit beiger Oberbekleidung und einer Mütze (Art Batschkappe). Bei der Tatausführung trug er eine helle Strumpfmaske. Die sofort eingeleitete Fahndung blieb bisher erfolglos.< Quelle: ots/polizeipresse.de, Raubüberfall auf Sparkasse in Reinheim-Spachbrücken – Täter flüchtet zu Fuß , 1. 9. 2006

Herrenlose Sporttasche führt zu aufwendigem Polizeieinsatz

Wiederum in Reinheim, am Bahnhof, löste am Dienstagmorgen eine herrenlose Sporttasche wegen eines befürchteten Bombenanschlags einen polizeilichen Einsatz aus:

> Einsatzkräfte der Abteilung Waffen und Sprengstoff des Polizeipräsidiums Südhessen mit Sprengstoff-Suchhund sowie der Bundespolizei machten sich auf den Weg nach Reinheim, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten den Fundort abgesperrt.
Als allerdings die Streife der Ober-Ramstädter Polizei, die als erste Dienststelle alarmiert worden war, vor Ort eintraf, war die Tasche schon nicht mehr an diesem Platz. Ein Passant habe sie geöffnet und festgestellt, dass sie lediglich Sportklamotten und -schuhe enthalte, meldeten die städtischen Mitarbeiter. […]Der Besitzer kann die Tasche jetzt auf dem Fundamt im Reinheimer Rathaus abholen. Konsequenzen habe er laut Polizei nicht zu befürchten.[…] Für eventuelle Nachahmer kann es allerdings teuer werden, warnt die Polizei. „Ein Beamter kostet pro Viertelstunde 15 Euro, ein Suchhund das selbe“, erklärt Christine Klein. Hinzu kämen noch die Kosten für die Anfahrt der Einsatzkräfte. „Da haben sich innerhalb kürzester Zeit mehrere hundert Euro locker summiert“, erklärt die Polizeisprecherin. Von den strafrechtlichen Konsequenzen, die so ein übler Spaß nach sich ziehen würde, ganz zu schweigen.< Quelle: Darmstädter Echo, Sporttasche bringt die Polizei auf Trab, 5. 9. 2006

[Hervorhebungen und Links von uns]