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„Grenzen der Seriosität“: Thomas Baader über einen Vortrag der ‚Islamophobie‘-Expertin Sabine Schiffer in Michelstadt

Liest man den nachfolgenden Artikel von Thomas Baader, nebenbei Pressesprecher des Vereins für Menschenrechte und Integration (peri e.V.), kommt ein Gefühl des Déjà-vu auf: Diese Debatte wurde hier doch schon geführt – vor allem mit der Odenwälder Bloggerin Claudia Troßmann.
Sie verblüffte damals mit folgender Aussage:

Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im Islam ein differenziertes ‘Bilderverbot’ herrscht. Dafür braucht man nun wirklich kein islamwissenschaftliches Studium.”

Wegen dieses ‚differenzierten Bilderverbotes‘ müsse sich ein Karikaturist nicht wundern, so die implizite Folgerung, wenn er bei einem Verstoß gegen das Gebot um sein Leben fürchten muss.

Claudia Troßmann sollte am 8. November ebenfalls in Michelstadt gewesen sein und Sabine Schiffer applaudiert haben. Über die hatte sich vor 3 Jahren bereits der Kölner Stadtanzeiger Gedanken gemacht: „Das seltsame Institut der Sabine S.

Der Titel der Veranstaltung lautete „Wo sind die Grenzen der Meinungsfreiheit? Antimuslimischer Rassismus/Islamophobie“, wobei die zuletzt genannte begriffliche Verwirrung programmatisch für den Abend war. Die Veranstaltung wurde gemeinsam ausgerichtet von Attac Odenwald, Odenwald gegen Rechts, den Naturfreunden, dem DGB Odenwaldkreis, der DKP Kreisgruppe Odenwald, der GEW Odenwald, der GEW Darmstadt/Dieburg, der Linken Odenwaldkreis und dem Runden Tisch Reichelsheim.

Entsprechend findet man beim Eintreten nicht nur Flyer der diversen Initiativen ausliegend, sondern auch aktuelle Ausgaben der „jungen welt“. Um die Wartezeit zu verkürzen, blättert man ein wenig in der Zeitung und stößt auf einen romantisch verklärenden Artikel von Dietmar Dath über die Oktoberrevolution. „Die allverächtlichsten Arschlöcher, gegen die sie [das Proletariat – sic!] sich dabei behaupteten, die sie dafür besiegen mußten, redeten übrigens in demselben verlogenen, ekelhaften Zungenschlag, der heute die Standortpredigten der Bourgeoisie und ihrer Ausgehaltenen bis tief in die rechten Sumpfbezirke der Gewerkschaftsarbeit prägt […]“, heißt es dort aus Seite 11. Und weiter: „Das ist genau der verdrehte Quatsch, den Angela Merkel den griechischen Nichtbesitzenden vorheult […].“ Im geifernden Stil wird Kerenski als „handzahmer Napoleon-Wichtel“ bezeichnet, dann erst kommt Lenin mit „schweißtreibende(r) Überzeugungsarbeit“, um das Programm „Frieden statt Weltkrieg“ umzusetzen. Eine ideologische Verhunzung der tatsächlichen historischen Ereignisse, wie sie verfälschender kaum sein könnte.

Was hat das alles eigentlich mit dem Thema der Veranstaltung von Frau Schiffer zu tun, mag man sich fragen. Nichts. Eben. Warum liegen die Exemplare der „jungen welt“ dann überhaupt aus?

Schließlich ist es so weit, 40 Zuhörer (darunter ein erheblicher Teil Angehörige der veranstaltenden Initiativen) füllen den kleinen Saal. Der Altersdurchschnitt ist eher hoch. Vorne erhebt sich ein bärtiger Herr und spricht die einleitenden Worte: Unmittelbarer Anlass für die Veranstaltung seien Anti-Islamisierungs-Aufkleber gewesen, die in letzter Zeit in Michelstadt aufgetaucht seien. Aber auch Politiker aus der Mitte der Gesellschaft äußerten sich mittlerweile entsprechend. Als noch problematischer bezeichnet der Sprecher aber „Institutionen, die unsere Verfassung schützen sollen“. Er sieht Wurzeln des frühen Verfassungsschutzes in der NS-Zeit, aber auch heutige Generationen hätten ihr Handwerk von diesen Alten gelernt. Und zum Abschluss: Die „Neofaschisten in Regierungskreisen“ solle man nicht unterschätzen.

Sabine Schiffer beginnt ihren Vortrag mit dem Verweis auf einen „polemischen Beitrag in der taz“, in dem Deniz Yücel Thilo Sarrazin verunglimpfe. Diese Sarrazin-Verteidigung überrascht sicherlich nicht wenige im Saal. Schiffer will an diesem Beispiel zeigen, dass die Meinungsfreiheit Grenzen habe, dass man selbst gegen einen Sarrazin nicht alles sagen dürfe. Allerdings, so Schiffers Argumentation, werde hier von den Sarrazin-Anhängern mit zweierlei Maß gemessen: Grenzen der Meinungsfreiheit gebe es für sie bei Angriffen auf Sarrazin, nicht aber bei Angriffen auf die Muslime.

Sabine Schiffer versucht sich anschließend an einer Definition der Grenzen der Meinungsfreiheit, indem sie die gesetzliche Situation in Deutschland beschreibt. Durch den Paragraph zur Volksverhetzung etwa sei die Leugnung des Holocausts in Deutschland verboten, was einzigartig sei. In diesem Moment Stirnrunzeln und Getuschel im Publikum – zu Recht, denn tatsächlich ist Holocaustleugnung in vielen Ländern Europas strafbar, und dem deutschen Volksverhetzungsparagraphen vergleichbare Gesetze gibt es reichlich, so etwa in Österreich („Verhetzung“) und Frankreich („Anstiftung zum Rassenhass“). Diese Äußerung Schiffers wird jedoch nicht die einzige Merkwürdigkeit des Abends bleiben.

Schiffer fährt unbeirrt in ihrem Vortrag fort und erklärt ihre Lieblingsmethode, die „Gegenprobe“, die darin besteht, in bestimmten Aussagen einzelne Wörter auszutauschen. Sie spricht also den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“, und danach langsam und bedacht die folgenden Sätze:
„Juden neigen zur Gewalt.“
„Männer neigen zur Gewalt.“
„Afrikaner neigen zur Gewalt.“
„Amerikaner neigen zur Gewalt.“
Anschließend richtet Schiffer an die Anwesenden die Frage: „Wo ist das Problem bei den Sätzen?“ Murmelnde Antworten aus dem Publikum: „Verallgemeinerung…“

Spätestens an dieser Stelle wird die Veranstaltung unfreiwillig komisch. Schiffers Vortragsstil gleicht altmodischem Grundschulunterricht, wobei die Frage unbeantwortet bleibt, warum erwachsene Menschen das tatsächlich mit sich machen lassen. Leider kommt an dieser Stelle keine echte Debatte auf. Man könnte nämlich fragen, ob Schiffer auch ein Problem hätte mit der Formulierung „Männer neigen, statistisch gesehen, eher zur Gewalt als Frauen.“ Dieser Satz ist nämlich zweifellos wahr. Unklar bleibt auch: Wer hat den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“ eigentlich gesagt? Der Kommentarbereich von Politically Incorrect etwa? Das wäre zu erwarten gewesen. Ernstzunehmende Kritiker des Islam hingegen verweisen durchaus auf Gewaltprobleme in bestimmten Communitys, drücken sich aber in der Regel differenzierter aus. Wer ist hier also eigentlich gerade der Gegner?

Schiffer widmet sich nun den bereits erwähnten Aufklebern. Das Layout eines solchen Aufklebers wird per Beamer an die Wand gestrahlt, man sieht eine durchgestrichene Moschee und den Aufruf, die Islamisierung zu stoppen. Schiffer fragt, was hierbei die Prämisse ist. Dann die Erkenntnis: Die Prämisse ist, dass es eine Islamisierung gibt.
Ähnlich wird mit einem Titelblatt des „stern“ verfahren, auf dem zu lesen ist: „Wie gefährlich ist der Islam?“ Prämisse sei, dass er überhaupt gefährlich ist, unklar sei nur wie sehr.
Das lässt sich beliebig fortsetzen, aber es wird dankenswerterweise darauf verzichtet. (Für alle aufmerksamen Leser, denen das nicht zu hoch ist: Schiffers Prämisse beim Nennen dieser beiden Prämissen ist übrigens, dass sie inhaltlich falsch sind.)

Es folgt eine kleine Begriffsdefinition, die eigentlich für Schiffer nur in der Erklärung besteht, dass sie die Begriffe „Islamophobie“, „Antimuslimismus“, „antimuslimischer Rassismus“ und „Islamfeindlichkeit“ synonym verwende. Kritik am Begriff „Islamophobie“, so erfährt man, sei ohnehin nur da, um Rassismus zu verschleiern. Nun sind allerdings (und das sagt Frau Schiffer nicht) gerade die Begriffe „Islamophobie“ und „antimuslimischer Rassismus“ in der Forschung heftig umstritten. Gegen den letzteren kann man zumindest einwenden, dass Ressentiments gegen Angehörige einer Religionsgemeinschaft, die sich nicht ethnisch definiert, ebenso wenig als Rassismus gelten kann wie Ressentiments gegen Homosexuelle (was freilich nichts daran ändert, dass beide Arten von Ressentiment existieren). „Islamophobie“ wiederum richtet sich seiner Wortbedeutung nach inhaltsorientiert gegen den Islam als Lehre und nicht gegen die Muslime als Menschengruppe. Aber diese Dinge werden an diesem Abend nicht diskutiert. Der Beamer strahlt ein paar passende Sätze an die Wand, darunter den folgenden: „Islamfeindlichkeit dient – wie jeder Rassismus – der Verfassung etablierter hierarchischer Strukturen und somit der Abwehr von Inklusion und Entwicklung.“ Schiffer schließt dieses Kapitel mit der Behauptung ab, der Begriff „antimuslimischer Rassismus“ werde sich am Ende wohl durchsetzen.

Sie klappert weitere Stationen ab. Vom Mohammed-Schmähfilm hätte „Media for Christ“ profitiert und nicht die Salafisten. Der „Salman Rushdie-Rahmen“ sei auf die Mohammed-Karikaturen gelegt worden, wo er nicht hingehöre, denn im Gegensatz zu Rushdies Kunstwerk wollten die Karikaturen „provozieren“.

Es wird im Verlauf des Abends immer mal wieder verschwörungstheoretisch: Wenn etwa George W. Bush nach 9/11 in eine Moschee gehe, um zu zeigen „Das hat nichts damit zu tun“, dann stelle Bush ja gerade den Kontext her, den er angeblich vermeiden wolle. Verblüffende Logik! Aus dieser Perspektive heraus könnte man auch auf die Idee kommen, dass Sabine Schiffers Veranstaltung eigentlich dazu diene, dass mit dem Islam doch irgendwie eine Gefahr assoziiert werde.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends: Schiffer hadert mal wieder mit einem Cover des „stern“. Man sieht Ahmandinedschad, man sieht einen Atompilz, man sieht die Kuppel einer Moschee und man sieht den Schriftzug „Wie gefährlich ist der Iran?“ Anstoß nimmt sie, das war zu erwarten, an der Abbildung der Moschee. Schiffer schreitet also zur Gegenprobe und präsentiert ein Bild aus einem arabischen Blog, das sie für „vergleichbar“ hält: ein Atompilz, Ariel Scharon, über Scharons Kopf ein Davidstern. Ein Herr aus dem Publikum wendet an dieser Stelle ein, dass er Schiffer nicht ganz folgen könne: Der Islam sei doch aber nun wirklich die ideologische Grundlage der Herrschenden im Iran. Schiffer daraufhin: „Bei Israel ist das die Religion aber doch auch.“ Im Folgenden wird dann noch zwischen Schiffer und dem Publikum die Frage erörtert, ob das Scharon-Bild auch antisemitisch wäre, wenn man statt des Davidsterns die israelische Flagge abgebildet hätte. Und schließlich will ein Mann erkannt haben, was am Cover des „stern“ noch problematisch sei: Die Moscheekuppel sehe ja aus wie eine Bombe. Frau Schiffer warnt jedoch vor Überinterpretationen.

Noch einmal kommt das Thema Mohammed-Karikaturen auf den Tisch bzw. per Beamer an die Wand. Die bekannte Westergaard-Zeichnung (Mohammed mit Bomben-Turban) wird in eine Reihe gestellt mit anstößigeren Karikaturen anderer Herkunft. Einspruch kommt von einigen Gästen im Saal, die doch einen klaren inhaltlichen Unterschied zwischen der Karikatur des dänischen Künstlers und den anderen Zeichnungen sehen. Jemand aus dem Publikum fragt: „Betreiben wir da aber nicht gerade selbst Verallgemeinerung?“ Zweifellos der intelligenteste Satz des Abends, und er kommt nicht von Frau Schiffer. Sie versucht stattdessen die angebliche Gefährlichkeit von Westergaards Karikatur zu erläutern. Jyllands Posten gilt ihr als rechtes Blatt, das schon früher entsprechend aufgefallen sei. Leider versäumt es Sabine Schiffer, die Geschichte der Karikaturen richtig darzustellen: Kein Wort davon, dass dänische Imame diese Karikaturen, die über einen längeren Zeitraum von der islamischen Welt völlig unbeachtet blieben, auf eine Reise in die entsprechenden Länder mitnahmen, um die dortige Bevölkerung anzustacheln. Ebenfalls „vergisst“ Schiffer zu erwähnen, dass die Imame noch weitere, weitaus anstößigere Karikaturen im Gepäck hatten, die nicht aus Jyllands Posten stammten (aber der Eindruck sollte wohl erweckt werden).

Der Abend hat noch einen weiteren Höhepunkt parat: Schiffer weist auf das Phänomen des „humanitären Rassismus“ hin, was freilich, wie sie selbst bekennt, eine widersprüchliche Begriffsbildung sei. Der Diskurs um Emanzipation, Frauen- und Menschenrechte werde ebenfalls zur Verbreitung von Ressentiments genutzt. Gemeint sind also ganz offensichtlich humanistische und Menschenrechtsarbeit leistende Initiativen, die auf Probleme im muslimischen Milieu hinweisen und sich entsprechend engagieren. Da ist er also mal wieder, der gute alte Rundumschlag der Diffamierung. Verwundern dürfte er niemanden, denn es sind genau jene Initiativen, aus deren Reihen berechtigte Kritik an Sabine Schiffer geübt wird – so auch im Vorfeld des heutigen Abends. Die Diffamierung durch Schiffer erscheint als bizarrer Vorgang, wenn man bedenkt, dass einige dieser „humanitären Rassisten“ Musliminnen und Muslimen aus lebensbedrohlichen Situationen heraus geholfen haben, während Sabine Schiffer Aufkleber analysiert.

Präsentiert wird schließlich auch das Bild des berühmten afghanischen Mädchens ohne Nase – nach Schiffer gehe es hierbei um einen „Missbrauch der Geschichte“ der Betroffenen, um die NATO in Afghanistan bleiben lassen zu können. Wie absurd das sei, könne man daran sehen, dass die Verstümmelung des Mädchens während des Aufenthaltes der NATO in Afghanistan geschehen sei. Diese Logik ist nicht gerade bestechend. Führen wir den Gedanken einmal fort: Wenn sich in einer Stadt ein besonders schlimmes Gewaltverbrechen ereignet, so wäre nach Schiffers Denkweise eine Aufstockung der Polizeikräfte nicht sinnvoll, weil das Verbrechen sich ja trotz der Existenz der Polizei ereignet hat.

Der Abend schließt mit einer Diskussionsrunde, Zuhörer können Fragen stellen oder Anmerkungen einbringen. Wie schon zuvor, reagiert Schiffer auf Kritik nicht gerade souverän, würgt unangenehme Redebeiträge ab („das nervt jetzt vielleicht die anderen“) oder gibt auf Fragen, die ihr nicht passen, ausweichende Antworten.

Was bleibt schließlich als Erkenntnis des Abends? Vielleicht, dass der, der mit Sabine Schiffer und der DKP im Gepäck zum antirassistischen Appell antritt, ein Glaubwürdigkeitsproblem hat? Dass man es in Michelstadt bereits als „gut besucht“ empfindet, wenn eine Rednerin etwa vierzig Zuhörer (davon ein Viertel bis ein Drittel Angehörige der veranstaltenden Initiativen selbst) anzieht? Dass Initiativen, die von Gewalt bedrohten Musliminnen und Muslimen Betreuung, Schutz und Hilfe zukommen lassen, in Wahrheit verkappte „humanitäre Rassisten“ sind? Dass die Grenzen der Meinungsfreiheit klar definiert wurden? Man weiß es nicht. Aber man weiß hoffentlich nach der Lektüre dieses Berichts ein wenig mehr darüber, wo die Grenzen der Seriosität zu finden sind.

Quelle: menschenrechtsfundamentalisten.de

Pressefreiheit 2010: Karikaturist Kurt Westergaard rettet sich vor Killer in Panic Room

Vor fast 5 Jahren hatte die Odenwälder Publizistin Claudia Trossmann in ihrem mittlerweile geschlossenen Weblog „Zimmer mit Einsicht“ bemerkenswerte Einsichten verkündet.
Es ging um die zuvor in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten veröffentlichten Mohammed-Karikaturen.
Trossmann schrieb damals:

>Ja, ich habe dieses Karikaturen- und Pressefreiheittheater samt diplomatischer Streitigkeiten usw. mitbekommen und einfach nur den Kopf geschüttelt.
Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im Islam ein differenziertes “Bilderverbot” herrscht. Dafür braucht man nun wirklich kein islamwissenschaftliches Studium.
Deswegen gleich von einer Gefahr der Pressefreiheit zu reden und sich zu solidarisieren mit einem bekanntermaßen sehr rechten dänischen Blatt namens “Jyllands-Posten” ist in meinen Augen eher hysterisch und unvernünftig. Genauso unvernünftig wie die Besetzung des EU-Postens in Palästina.< [Links und Hervorhebungen von uns]

Das „Theater“ setzt sich bis heute fort. Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard entging am Neujahrstag offenbar nur knapp einem Mordanschlag.
Er hatte sich vor dem mit einem Beil und einem Messer bewaffneten Attentäter in das zum Panic Room umgebaute Badezimmer flüchten können und die Polizei alarmiert.
Man wird sich unschwer vorstellen können, dass dem 74 Jahre alten, herzkranken Künstler an diesem Abend die Feiertagslaune verging.
Seine 5 Jahre alte Enkeltochter soll sich zum Zeitpunkt des Anschlags bei ihm aufgehalten haben. Wie das Kind den Anschlag miterlebte (und verarbeitet) ist bislang nicht bekannt.
Wie wirkt sich ein solcher „Vorfall“ (und vergleichbare andere) langfristig auf das kulturelle Klima aus?
Wird der Mut zu einer auch polemischen oder blasphemischen Kritik des Islam allmählich schwinden, weil man sich selbst, Familienangehörige oder auch Kollegen und Mitarbeiter nicht einer unnötigen Gefahr für Leib und Leben aussetzen will?

Vor knapp 2 Jahren schrieb Manfred Ertel über den gewandelten Alltag des mit Mord bedrohten dänischen Zeichners: „Auf der Flucht vor dem unsichtbaren Feind

>Er war in Florida bei seinen Kindern, als er im Februar 2006 im Fernsehen die dänische Botschaft in Damaskus brennen sah. Erst langsam dämmerte ihm, was seine Zeichnung mit ausgelöst haben sollte. Es folgten Beschimpfungen, Bombendrohungen gegen die Redaktion, ein Brief mit weißem Pulver ging ein, dass an die Anschläge mit Anthrax aus den USA erinnerte.
Dabei ist der gemütliche Fast-Rentner alles andere als ein Provokateur, er eignet sich auch wenig zum Feindbild.
Fast sein ganzes Leben wählte er Sozialdemokratie: „Das Land verdankt ihr so viel“, sagt er, „den Wohlfahrtsstaat, starke Gewerkschaften, die Zähmung des Kapitalismus“.[…]
Im Ausland waren seine Frau und er, bei anderen Kindern und immer wieder in verschiedenen Sommerhäusern.
Nur die eigene Wohnung sieht er kaum.
Das letzte Mal war das bei der Weihnachtsfeier mit der Familie. Das Zusammenkommen hat wie in vielen dänischen Familien Tradition für ihn, immer am Sonntag vor Heiligabend. Diesmal fiel es zu allem Überfluss auch auf den Geburtstag seiner Frau. Also durfte er noch einmal heim, notgedrungen und streng bewacht. Das Essen servierte den 50 Gästen ein Polizist, im Schuppen hinter dem Haus saßen Aufpasser, und auch im Van auf dem Parkplatz vor der Tür.<

In einem Gespräch mit Yassin Musharbash im August 2008 hatte Westergaard noch erklärt, er fühle sich sicher:

>Die Polizeibewachung, die Tatsache, dass mein Haus in eine Festung verwandelt wurde – das sorgt dafür, dass ich mich sicher fühle. Ich habe eine gute Beziehung zum dänischen Nachrichtendienst. Es ist mir möglich, ein gutes Leben zu leben. Und ich habe noch einen Vorteil: Ich bin 73 Jahre alt, da fürchtet man sich nicht mehr so sehr.<

Nach dem knapp vereitelten Anschlag auf sein Leben wird die Furcht wieder Einzug halten, in sein Haus und in seine Familie.

Der Landesverband Brandenburg des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) hatte schon im August 2008 Solidarität mit Kurt Westergaard gefordert:

>Der DJV darf vor religiös motivierten Übergriffen auf die Freiheitsrechte von Journalisten und Medien nicht die Augen verschließen. Meinungs- und Pressefreiheit stehen in offensichtlichem Widerstreit zu islamischen Vorstellungen vom Vorrang der (eigenen) Religion vor den Rechten anderer.
Der islamische Fundamentalismus gefährdet die Grundlagen jeder Freiheit, weil er Religion nicht als Privatsache, sondern als allem vorgehende Ordnung für alles und jeden betrachtet. […]
Der DJV darf nicht länger Toleranz gegenüber den Intoleranten zeigen. Die Freiheit ist nicht selbstverständlich. Sie geht verloren, wenn man sie nicht immer wieder neu erringt.
Der auch im vierten Jahr nach dem Erscheinen der „Mohammed-Karikaturen“ fortgesetzte Kampf islamischer Staaten wie Jordanien gegen Meinungs- und Pressefreiheit in Europa ist der Versuch, der zivilisierten Welt einen „Krieg der Kulturen“ aufzuzwingen und islamisches Recht in Europa gegen Europäer durchzusetzen.
Das ist nicht nur generell unakzeptabel, sondern umso mehr für Journalisten, deren Beruf ohne die in den vergangenen zwei Jahrhunderten in Europa errungenen Freiheitsrechte nicht vorstellbar ist.
Die Solidarität mit Kurt Westergaard, der Tag und Nacht von der Polizei gegen moslemische Mord-Attacken geschützt werden muß, ist nicht nur symbolhaft.
Westergaard könnte bei Reisen außerhalb Europas festgenommen und dem islamischen Scharia-„Gericht“ ausgeliefert werden.
Der Protest ist auch ein Stop-Signal an fundamentalistische Moslems und andere Feinde der europäischen Freiheit. Das Schicksal des Journalisten Theo van Gogh darf sich nicht wiederholen.<

Die Katze beißt sich in den Schwanz: Rot-braune „Junge Welt“ entdeckt „Faschismus 2.0“ – Querfront

An dieser Stelle wurden wiederholt die Konvergenzen rechts- und linksradikaler System- und Globalkritik thematisiert.
Die zeigten und zeigen sich bevorzugt in der hasserfüllten Fixierung auf Israel und der gleichzeitigen (zumindest klammheimlichen) Sympathie für Islamismus und Terrorismus.
Ein exponierter Kritiker Israels ist etwa der in Michelstadt geborene und aufgewachsene Schriftsteller Hartmut Barth-Engelbart.
Bis 1979 gehörte er dem Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) an, dessen Säulenheilige Lenin, Stalin und Mao waren und zu dessen weiteren Sympathieträgern auch Pol Pot, Idi Amin und Robert Mugabe zählten.
Der Alt-68er ist stolz darauf, anders als die allermeisten seiner Genossen die alten Ideale nicht verraten zu haben. Die wiederum dürften in ihm einen „Ewig-Gestrigen“ sehen.
Barth-Engelbart muss man zugute halten, dass er sich auf seinem Weblog (linker) Kritik an seinen Thesen stellt.
Was ihm vor einigen Wochen einer seiner Leser in Sachen Iran kritisch schrieb, machte er öffentlich:

>Bisher habe ich von Dir auf verschiedenen Wegen meist gute, linke Texte erhalten. Nun stehst Du als Übersetzer unter dieser schwachsinnigen Verschwörungstheorie, die behauptet, die Jugend- und Freiheitsbewegung im Iran sei nur ein CIA Produkt.
Selbst wenn der CIA dabei eine Rolle spielt, spricht das höchstens für die CIA.
Die “Islamische Republik” hat ebenso wie das Naziregime gleich zu Beginn Tausende von Kommunisten und Sozialisten ermordet.
Im Iran werden sozialistische Organisationen, freie Gewerkschaft und streikende Arbeiter bis heute brutal unterdrückt, linke Intellektuelle häufig ermordet.
Ahmadinedschad leugnet den Holocaust und sympathisiert mit deutschen Neonazis. Und nun wird dieser Mörderstaat und sein Mörderpräsident von Linken auch noch verteidigt? Mit der gleichen Logik kannst Du allerdings auch das Naziregime nachträglich verharmlosen. Das wurde ja auch von westlichen Mächten bekämpft.<

Auf diese Kritik geht er ein, allerdings vermisst man die (ausgebliebene?) Replik seines Lesers und Kritikers.

Barth-Engelbart, der vor 3 Jahren dem Muslim-Markt („Im Namen des Erhabenen“) ein von gegenseitiger Sympathie getragenes Interview gab, ist nicht der einzige Odenwälder und schon gar nicht der einzige Linke, dem Parteinahme für Ahmadinedschad vorgeworfen wird.
So wurde hier schon vor 3 Jahren Kritik an entsprechenden Positionen der Odenwälder Publizistin Claudia Trossmann geübt.
[Ob dies der oder ein Grund war, dass sie ihren ambitionierten Kulturblog und das „Odenwald Magazin“ einstellte, wissen wir nicht.]
Beide, Barth-Engelbarth und Trossmann, sympathisieren mit Verschwörungstheoretikern – und auch der linksradikalen Zeitschrift „Junge Welt“.
Nun erschien gestern ausgerechnet in diesem Blatt ein Artikel zur „Allianz von klassischen Faschisten“ und „paranoiden Verschwörungstheoretikern„.
Was (der sonst dem Maoismus verhaftete) Henning Böke über diese Allianz schreibt, dürfte einigen aus dieser Szene übel aufstoßen.

Schnell reagiert hat das Berliner Blog „Mein-Parteibuch“, das die Kritik von Böke völlig zu Recht auf sich bezieht. Lauter und vehementer noch als Neonazis zieht der Berliner gegen das angeblich „rassistische Apartheid-Regime“ in Israel zu Felde.

parteibuch shturman brigaden

Man muss es fast wörtlich nehmen: Wer auf seine Polemik polemisch antwortet, wird von ihm als militärischer Gegner im Dienste Israels gesehen („Shturman-Brigaden“) und virtuell liquidiert, seine Worte werden gelöscht.
Man kann sich leicht ausmalen, wie zensiert würde, wenn der Blogger in seinem Land so herrschen würde wie in seinem Kommentarbereich.

Warum den Berliner „Katzenfreund“ ausgerechnet der kleine Staat Israel mit seinen gut 7 Millionen Einwohnern so zur Raserei treibt, ist rätselhaft.
Wurden Muslime denn nicht in ganz anderen Dimensionen in Bosnien oder Tschetschenien zu Opfern? (Da allerdings sympathisiert das „Parteibuch“ ungeniert mit der anderen Seite, mit Milosevic und Putin.) Er ist eben nicht pro-muslimisch, sondern mit aller Konsequenz nur anti-westlich. Als Wohnsitz freilich zieht er Berlin vor und nicht Teheran oder Moskau, wohl auch aus der Einsicht heraus, dass es ungefährlicher ist, die Mächtigen da verbal zu attackieren als dort.

Auch Daniel Neun, Betreiber von Radio Utopie, fühlt sich von Böke und der Jungen Welt verunglimpft. Die Postille bannt er mit einem roten Kreuz. Die Macher von “Infokrieg.tv” und “Schall und Rauch” will er dagegen weiterhin als seine „persönlichen Freunde“ ansehen.

Es lohnt sich, aus Bökes Artikel zum „Faschismus 2.0“ zu zitieren:

>>Es hat sich eine Allianz von klassischen Faschisten über paranoide Verschwörungstheoretiker bis zu unpolitischen Esoterikjüngern gebildet.
Bernd Merling hat dafür die Bezeichnung „Faschismus 2.0“ geprägt und eine Initiative zur Durchleuchtung und Bekämpfung obskurer Cyberkrieger gegründet (www.faschismus2.de) […]
Im Namen von „Meinungsfreiheit“ und „unabhängiger Information“ führen sie erklärtermaßen einen „Infokrieg“ gegen „Zensur“ und „Manipulation“ durch die „Herrschenden“ […]
(Sie) tragen Namen wie „Alles Schall und Rauch“, „Politik Global“, „Secret TVA“, „Wahrheitsbewegung“ oder gar „Radio Utopie“. Sie alle nehmen für sich in Anspruch, „freie unabhängige Meinungen“, „alternative Nachrichten“ und „neutrale Informationen“ zu verbreiten.
Als solche deklariert werden alle möglichen Enthüllungen, die beweisen sollen, daß der „Globalismus“ von Geheimzirkeln der „Finanzelite“ mit den Mitteln des Massenbetrugs organisiert wird.[…]
Die Inhalte werden so verpackt, daß sie „kritisch“, ja sogar „antifaschistisch“ erscheinen können – denn faschistisch ist nach Ansicht der Infokrieger die angebliche geheime Weltregierung der „Finanzelite“.
Ein das Finanzkapital von den Produktionsverhältnissen isolierender Pseudo-Antikapitalismus wird mit Verschwörungstheorien amalgamiert, die desorientierten Kleinbürgern und Deklassierten, Verängstigten und Frustrierten die Auseinandersetzung mit einer komplexen Realität ersparen: Die Anschläge vom 11. September wurden angeblich von der CIA organisiert, Klimawandel und Energiekrise sind pure Propaganda von Abzockern, die Schweinegrippe ist reine Erfindung der Pharmaindustrie.
Ach ja, das Grundgesetz wurde durch die Wiedervereinigung Deutschlands ungültig, was die vortreffliche Gelegenheit bieten soll, echte „Volksmacht“ durchzusetzen. Kein Wunder, daß solche „Erkenntnisse“ regelmäßig vom offen neonazistischen Nachrichtenportal „Altermedia“ übernommen werden. […]
Stehen hinter all dem Übel „Zionisten“? Da sind sich die „Wahrheitskämpfer“ nicht ganz einig.
Hartgesottene Antisemiten springen auf Komplottkonstrukte aller Art immer an, mit sanfteren Varianten gewinnt man jedoch zusätzlich die Sympathien von Naturheilkunde-Aposteln, die Schutzimpfungen für ein Verbrechen von „Schulmedizin“ und „Pharmalobby“ halten.
Pluralistisch ist man auch in der Auswahl der Quellen: Man beruft sich auf Autoren von dem rechtskonservativen Islam-Hasser Udo Ulfkotte bis zum Möchtegern-Volksfrontpolitiker Jürgen Elsässer. Dessen „Volksinitiative gegen Finanzdiktatur“ will jetzt gemeinsame Stammtische mit den Infokriegern aufbauen.[…]
< [Links und Hervorhebungen von uns]

Elsässer schrieb übrigens einige Zeit ebenfalls für die „Junge Welt„. Die hatte sich im Februar 2008 von ihm getrennt. Das „Neue Deutschland“ beendete die Zusammenarbeit mit dem Querfront-Strategen erst Anfang diesen Jahres.
Die Wikipedia zitiert, wie Elsässer den „Sieg“ Ahmadinedschad begrüßte:

>Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran!… Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO […] Salemaleikum, Präsident! Auf weitere vier friedliche Jahre! Und heute abend werde ich, ganz unislamisch, auf Dich einen Slivovitz trinken!<

Besaufen konnte sich Elsässer da mit den offen Rechtsradikalen und ebenso mit dem Ahmadinedschad bewundernden Katzenfreund.
Von Letzterem könnte auch stammen, was die neonazistische DVU Ahmadinedschad zuletzt anriet:

>Ein „Straßenfegen“ im Iran und insbesondere in Teheran ist dringend angeraten. Allerdings sollte der Besen stählerne Borsten haben, denn der Schmutz sitzt doch recht tief und fest. Es ist zu vermuten, dass viele im Iran auf diesen „Reinigungsvorgang“ warten. Die Unbestechlichen des Systems, die Pasdaran (Revolutionsgarden) und die Bassidsch (Freiwilligenverbände) stehen sicherlich hinter dem Präsidenten und haben ihre Besen schon längere Zeit bereit.<

Bernd Merling hat sich persönlich im „Parteibuch“ gemeldet und macht dabei deutlich, dass er es zum Netzwerk der Infokrieger zählt:

>Es ist ja gerade mit das Anliegen von www.faschismus2.de die Vernetzungen und Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Protagonisten, Organisationen und Gruppen darzustellen und zu belegen.
Schon jetzt wird deutlich, dass es da sehr wohl sehr starke Verflechtungen und Verbindungen zwischen rechtsextremistischen und antisemitischen Verlagen und Organisationen und den verschiedenen Truther-Protagonisten gibt.<

Eben jene inhaltlichen Verbindungen wurden wiederholt auch in den „Odenwald-Geschichten“ zum Thema gemacht:

Bensheim im Net: Neuer regionaler Weblog wendet sich gegen Islamisten und die Bedrohung der Meinungsfreiheit


Einen neuen Weblog gilt es für Südhessen zu vermelden. Eigentlich ist „Bensheim“ aber schon seit Juni 2007 „im Net“.
Präsentiert werden dort, zuletzt in zunehmender Häufigkeit, „Lokale Infos und Neuigkeiten aus der Region.“
Die Region wird bei „Bensheim im Net“ weitgefasst, so erschienen zuletzt auch mehrere Artikel zur Brandkatastrophe in Ludwigshafen.
Erfreulich auch, dass der Bensheim-Blogger klare Worte zur Bedrohung der Meinungs- und Kunstfreiheit durch Islamisten findet.
Über die nun bekannt gewordenen Mordpläne gegen den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard und die (zum Teil späte) Solidarität dänischer Medien schrieb er am 13. Februar:

>Jetzt wurden Mordpläne gegen den Zeichner Kurt Westergaard bekannt und so reagierten die Zeitungen kurzerhand mit der erneuten Veröffentlichung der umstrittenen Bildern. Die Zeitungen wollen damit ein Zeichen der Meinungsfreiheit setzen.

Im Jahre 2006 veröffentlichte die Zeitung “Jyllands-Posten” die Mohammed-Karikatur und es kam zu heftigen Protesten in den islamischen Ländern bei denen mehr als 150 Menschen starben. Die Zeichnungen wurden heftigst kritisiert.

Ich frage mich, warum nicht bereits 2006 die Medien gegen Fanatismus und für die Verteidigung der Meinungsfreiheit zusammengestanden haben?<

Der Bensheimer Blogger hätte in diesem Punkt noch ganz andere Fragen stellen können – gegenüber einer bloggenden Kollegin in seiner unmittelbaren Nachbarschaft.
Claudia Trossmann, die verschiedene Weblogs betreibt, u.a. das für die WASG / LINKE werbende odenwald-magazin.de und den kulturblog.de, hatte allen Ernstes (und fast auf einer Linie mit Islamisten) eine Verschwörung („cui bono?“) der Karikaturisten und der sie druckenden Zeitung insinuiert.

Wortwörtlich schrieb sie vor 2 Jahren in ihrem „Zimmer mit Einsicht“ unter der bezeichnenden Überschrift „Eine Karikatur ist schlimmer als Ignoranz„:

>Warum hat Jyllands-Posten diese Karikaturen in Auftrag gegeben und veröffentlicht?
Würde sie dies auch mit christlichen „Idolen“ tun?

Die Karikaturen wurden Ende September 2005 veröffentlicht.
Warum wird dies erst jetzt vier Monate später massenmedial gepuscht?

Cui bono? Auf deutsch: Wem nützt das?

Schauen wir uns doch einfach mal die Weltpolitik im Januar an. (Fast) alle zeigen mittlerweile mit dem „militärischen Finger“ auf den Iran …<

In wenigen Sätzen wurden da die Dinge auf den Kopf gestellt.

Wer tatsächlich (und wie) „gepuscht“ hatte, darüber gibt heute ein umfangreicher Artikel der Wikipedia („Das Gesicht Mohammeds„) die Antwort:

>Anfang 2006 erstellten die dänischen Imame Ahmad Abu Laban und Ahmad Akkari ein Dossier, in dem neben den originalen zwölf Karikaturen auch solche abgebildet waren, die nicht aus der Jyllands-Posten stammten und beleidigend-obszönen Inhalts waren, und die angeblich Abu Laban zugeschickt worden waren.

Auch wenn es in der öffentlichen Meinung etwas unterging, schienen diese Karikaturen nur in die Dokumentation gekommen zu sein, um die negativen Reaktionen zu optimieren.

Unter anderem wurde ein betender Muslim dargestellt, der während des Gebetes von einem Hund bestiegen wurde.
Daraufhin kam es zu weltweiten Protesten muslimischer Organisationen, vom Boykott dänischer Produkte bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die mehr als 140 Menschenleben kosteten.
Die Demonstranten auf den Straßen wurden gezielt desinformiert, die meisten wussten nicht einmal von der Existenz Dänemarks, es war stellenweise von „über 100 Karikaturen“ die Rede.
Es wurden sowohl dänische als auch norwegische Botschaften angegriffen und teilweise zerstört. […]
Die Karikaturen wurden in arabischen und anderen islamischen Ländern nicht gezeigt.
Wohl aber nahmen verschiedene Gelehrte Stellung, indem sie zum Widerstand gegen die angeblich von Juden und Amerikanern gesteuerte Kampagne aufriefen. So verbreitete beispielsweise Ali Muhi Al-Din Al-Qardaghi, ein Dozent der Universität Kuaatar, im Sender al-Dschasira, es handele sich um eine „kreuzzüglerische Zionistenkampagne“. [..]

Ajatollah Seyyed Alī Chāmene’ī behauptete im iranischen Fernsehen, die Zeichner der Karikaturen seien von Juden bezahlt worden.
Die ganze Kampagne sei gesteuert von „schmutzigen Zionisten“, die nicht nur die Zeitungen und Medien, sondern auch die US-amerikanische Regierung „voll unter ihrer Kontrolle“ hätten.<

Morddrohungen eines antijüdischen Mob gegen Journalisten und Karikaturisten bezeichnete die „Kulturbloggerin“ damals als „Pressefreiheittheater samt diplomatischer Streitigkeiten.“

Und weiter:

>Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im Islam ein differenziertes „Bilderverbot“ herrscht.
Dafür braucht man nun wirklich kein islamwissenschaftliches Studium.
Deswegen gleich von einer Gefahr der Pressefreiheit zu reden und sich zu solidarisieren mit einem bekanntermaßen sehr rechten dänischen Blatt namens „Jyllands-Posten“ ist in meinen Augen eher hysterisch und unvernünftig.
Genauso unvernünftig wie die Besetzung des EU-Postens in Palästina. Aber geschenkt. <

Über die (angeblich nur) „unvernünftige“ Besetzung des EU-Postens in Palästina und die dafür verantwortliche Terrorgruppe Hamas schreibt Wikipedia:

>Am 31. Januar 2006 kam es zu der Stürmung eines EU-Büros in Gaza sowie zu Bombendrohungen und der anschließenden Räumung von Redaktionsgebäuden in Århus und Kopenhagen.

Am 2. Februar 2006 schloss die EU ihr Büro in Gaza, nachdem dieses von palästinensischen Extremisten belagert worden war. Unterdessen drohten al-Aqsa-Brigaden und der Islamische Dschihad mit der Entführung von Staatsangehörigen von fünf europäischen Staaten (darunter Frankreich, Norwegen, Dänemark und Deutschland) im Westjordanland. Tatsächlich wurde ein Deutscher entführt, jedoch bald wieder freigelassen. […]

Am gleichen Tag (Anm.: 3. Februar) strahlte al-Dschasira eine Predigt des Hamas-Führers Khaled Mash’al in der großen Moschee von Damaskus aus, in der er die Europäer zu einer Entschuldigung aufforderte.
Es gebe kein Gesetz über dem Allahs. „Unsere Nation wird nicht vergeben … Morgen schon werden wir auf dem Weltenthron sitzen … entschuldigt Euch heute, bevor es zu spät ist … Bevor Israel stirbt, wird es erniedrigt werden …“ Die Besucher der Moschee antworteten. „Tod Israel, Tod Amerika“.

Am 4. Februar wurden die dänische und norwegische Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus von Demonstranten in Brand gesteckt.<

Um die Hintergründe solcher Reaktionen besser zu begreifen, nennt Claudia Trossmann auch diverse Quellen und Websites:

>Das Bilderverbot im Islam. Die Website zum gleichnamigen Buch ermöglicht Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Bilderverbots und ist teilweise als eine Einführung in die Religion des Islams bzw. islamische Philosophie zu verstehen.<

Für ihre Verachtung „westlicher Überzeugungen und Werte“ und die verständnissinnige Sympathie für antiwestliche, totalitäre Ideologien gibt es historische Analogien:

Die höchst mangelhafte Weimarer Republik ging auch daran zugrunde, dass sie zu vielen noch verhasster war als die Politik von Nazis und Stalinisten – und sie deswegen nicht verteidigen mochten.

Auch in den USA und in Großbritannien gab es viele „Linke“ und „Friedliebende“, die eine Konfrontation mit Hitler vermeiden wollten und um Sympathie und Verständnis für das „Neue Deutschland“ warben.

Erfreulich war, dass schon 2006 der gegenüber westlichen Regierungen meist äußerst kritisch eingestellte Blogger Marcel Bartels (Mein Parteibuch) zu den Drohungen gegen die dänischen Karikaturistin deutliche Worte fand:

>Alle, die nicht verstehen worum es geht, möchte ich fragen, ob sie eine Selbstzensur aus Todesangst wollen.
Ich meine, angesichts der Kopfgelder in Millionenhöhe brauchen wir mehr Mohammed-Karikaturen und sollten öfter mal dänischen Käse essen.
Wir brauchen mehr mutige Menschen wie Salman Rushdie, Ayaan Hirsi Ali oder Kurt Westergaard, die sich durch Morddrohungen nicht einschüchtern lassen.
Kurt Westergaard, der sich wegen der Gefahr der Ermordung durch islamistische Terroristen versteckt halten muß, hat meine Solidarität und meine Hochachtung.<

Claudia Trossmanns Weblog „Zimmer mit Einsicht“ firmiert unter dem gutmenschlich klingenden Motto „Der Mensch ist die Seele von Wirtschaft und Kultur“.

Was ihr dieses Motto tatsächlich bedeutet, ist an der „geschenkten“ bzw. verweigerten (weil angeblich „unvernünftigen“) Solidarität mit dem kulturschaffenden Kollegen Kurt Westergaard zu erkennen.

Abschließend sei nochmals aus der Wikipedia zitiert – aus einem Artikel über Kurt Westergaard.
Der Mann hat Mut. Mehr Mut als Rudi Carrell.
Der hatte sich 1987 öffentlich für einen Sketch über Khomeini entschuldigt, nachdem auch ihm mit Mord gedroht wurde.

>Mit Verweis auf die Meinungsfreiheit im Westen und trotz ausgesetzter Kopfgelder für seine und seiner Kollegen Tötung in Höhe von 11 Millionen Dollar verteidigte Westergaard seine Karikatur und hielt eine Entschuldigung für nicht erforderlich.

Nach konkreten Mordplänen gegen ihn steht der Zeichner und seine Frau seit Ende 2007 unter massivem Polizeischutz und muss ständig umziehen und an geheimen Orten leben.
Westergaard erklärt, er sei zornig, dass eine gewöhnliche, alltägliche Handlung wie seine Zeichnung zu solch wahnsinnigen Reaktionen führen könne, deren Nachwirkungen sein Leben lang anhalten dürften.
Ein Ende des Polizeischutzes ist noch nicht absehbar. Im Februar 2008 meldet der dänische Polizeigeheimdienst PET die Festnahme von mehreren Männern in der Stadt Århus, die mutmaßlich planten, Westergaard zu ermorden.
Bei den drei Männern handelte es sich um zwei Tunesier und einen Dänen marokkanischer Abstammung<

Alle Hervorhebungen in den zitierten Texten sind von uns.

Blasphemisch getaufte Plüschtiere und unzüchtige Missbrauchs- und Vergewaltigungssopfer: Strenger Islam lehrt den Westen Moral

Steiff 111822 - Lotte Teddybär rosa

Einige aktuelle Schlagzeilen laden derzeit zu vergleichender Kultur- und Religionswissenschaft ein.

Staunend liest man heute etwa von den fremden Sitten und Gebräuchen im Sudan. Nach einer Meldung des SPIEGEL verlangten Tausende Demonstranten in Khartum die Todesstrafe für die britische Grundschullehrerin Gillian Gibbons, die auf Wunsch eines siebenjährigen Schülers einen Teddy auf dessen Namen „getauft“ hatte: Mohammed.

>Die Demonstranten versammelten sich heute vor dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt Khartum und riefen „Schande über Großbritannien!„, „Tötet sie, tötet sie!“ und „Keine Toleranz: Hinrichtung!„.
Ein Gericht hatte die Lehrerin gestern zu 15 Tagen Haft verurteilt, weil in ihrem Unterricht ein Teddybär angeblich nach dem Propheten Mohammed benannt worden war.[…]

Der Sudan hatte der Britin vorgeworfen, mit der Benennung des Klassenmaskottchens die Ehre des muslimischen Religionsstifters und Propheten verletzt zu haben. Nach den Gesetzen des Landes drohten der Lehrerin 40 Peitschenhiebe oder bis zu einem Jahr Gefängnis.
Schätzungen von Beobachtern zufolge nahmen bis zu 10.000 Menschen an der Protestaktion nach den Freitagsgebeten teil. Einige trugen Schlagstöcke, Messer und Äxte bei sich.<

Quelle: spiegel.de, TEDDY-AFFÄRE IM SUDAN – Tausende Demonstranten fordern Todesstrafe für britische Lehrerin, 30. 11. 2007 [Hervorhebungen und Links von uns]

Wem das empörend vorkommt, zumal in einem Land, deren Regierung die UNO schwere, systematische Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung in der Region Darfur vorwirft, sollte nicht vorschnell urteilen.

Man sollte sich statt dessen bei der Odenwälder Publizistin Claudia Trossmann kundig machen, die vertiefte Kenntnisse des Islam besitzt und bereits bei den weltweiten Demonstrationen gegen die dänischen Mohammed-Karikaturisten auf die Bedeutung des „differenzierten Bilderverbots im Islam“ hinwies. Ein Verbot, das in analoger und natürlich wieder differenzierter Weise wohl auch für die Namensgebung von Plüschtieren gilt.
Im Februar 2006 stellte die Publizistin dazu tiefschürfende und fett formatierte Fragen:

>Warum hat Jyllands-Posten diese Karikaturen in Auftrag gegeben und veröffentlicht? […]
Die Karikaturen wurden Ende September 2005 veröffentlicht. Warum wird dies erst jetzt vier Monate später massenmedial gepuscht?
Cui bono? Auf deutsch: Wem nützt das?
Schauen wir uns doch einfach mal die Weltpolitik im Januar an. (Fast) alle zeigen mittlerweile mit dem „militärischen Finger“ auf den Iran …<

Mit einiger Spannung wird man nun neue bohrende Fragen im Kulturblog („Zimmer mit Einsicht“) erwarten dürfen. Etwa diese: Warum hat Gillian Gibbons diesen provokanten Akt gerade jetzt verübt? Handelte sie im geheimen Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums? Cui bono? Auf deutsch: Wem nützt das?
Jedenfalls nicht dem Plüschtier, auch nicht dem siebenjährigen Mohammed und natürlich nicht dessen Lehrerin – sofern sie überhaupt heil aus dem Sudan herauskommt.

Eine weitere Schlagzeile liefern heute die Arabischen Emirate: „Sexuell missbrauchte Zwölfjährige in Dubai festgenommen“. Spiegel-Online schreibt weiter:

>Sie wurde seit ihrem zehnten Lebensjahr sexuell missbraucht – jetzt soll ein zwölfjähriges Mädchen in Dubai dafür gerichtlich belangt werden. Das Kind habe „verbotene Affären“ mit Männern gehabt, lautet der Vorwurf der Behörden.
Die Internetseite der Zeitung „Gulf News“ berichtete heute, die Polizei habe nach einem anonymen Hinweis eine Wohnung in dem Viertel Bur Dubai gestürmt. Dort fanden die Beamten das Mädchen in Begleitung von mehr als 15 Männern verschiedener Nationalitäten. Das Kind berichtete den Polizisten, es habe seit seinem zehnten Lebensjahr Sex mit erwachsenen Männern. […]
In Dubai macht seit einigen Wochen ein Prozess um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch eines 15 Jahre alten Franzosen Schlagzeilen.
Der wurde laut eigener Aussage im vergangenen Juli von drei Männern aus den Emiraten vergewaltigt. Ärzte, Verteidiger und Behördenvertreter unterstellten auch in diesem Fall, der Jugendliche habe seine Peiniger ermuntert, Sex mit ihm zu haben – und damit einen in den Vereinigten Arabischen Emiraten strafbaren homosexuellen Akt begangen.<

[Hervorhebungen und Links von uns]

Eine Meldung, die schon am 25. November durch die Medien ging, verstärkt – um mit Claudia Trossmann zu sprechen – den Eindruck eines „massenmedialen“ Puschs:

>Saudis wollen Frau trotz weltweiter Proteste auspeitschen.
Der Fall rief weltweiten Protest hervor: In Riad wurde eine junge Frau, das Opfer einer Gruppenvergewaltigung, zu Gefängnis und 200 Peitschenhieben verurteilt. Doch die Saudis bleiben stur, verbitten sich jede Einmischung und wollen die drakonische Strafe unbedingt exekutieren.
[…]
Nach Aussage ihres Verteidigers traf sich die damals 18-Jährige im März letzten Jahres in der saudischen Stadt Quatif mit einem ehemaligen Schulfreund. Sie wollte offenbar ein Foto zurückhaben, das er von ihr besaß. Die Frau saß mit dem Schulfreund in dessen Wagen, als plötzlich zwei weitere Männer zustiegen und die beiden in ein abgelegenes Gebiet fuhren, wo schon drei weitere Männer warteten. Die Frau und ihr Schulfreund wurden von den Männern vergewaltigt.
Das Gericht sah den Fall anders: Demnach seien die Frau und der Schulfreund von den anderen Männern in „unzüchtigem Zustand“ im Auto gesehen worden, das an einem „dunklen Platz“ geparkt gewesen sei.
Nach der Gruppenvergewaltigung wurden jedoch nicht nur die Täter, es wurde auch ihr Opfer angeklagt: Die Frau wurde zu einer Gefängnisstrafe und 90 Peitschenhieben verurteilt, weil sie sich allein mit einem Mann getroffen hatte, mit dem sie nicht verwandt war. Ihr Anwalt, Abdul Rahman al-Lahem, legte Berufung ein. Der Jurist wurde danach nicht nur vom Verfahren ausgeschlossen, auch die Strafe der Frau wurde auf 200 Peitschenhiebe erhöht.< [Hervorhebungen und Links von uns]

Reinheimer Satirewoche: Deutschlands (kleine) Hauptstadt skurriler Verbrechen lacht über sich selbst

Das hat wohl doch System. Immer wieder macht Reinheim mit besonders skurrilen oder auch besonders dummen Verbrechen und Verbrechern von sich reden. So hatte vor gerade einem Jahr ein Koch seine mit einem Hammer erschlagene Vorgesetzte in seinem Garten in der Reinheimer Waldstraße verbuddelt.
Bekannt ist auch, dass sich in Reinheim gerade ältere Frauen nicht sicher fühlen können. So wurde im Juli diesen Jahres eine 81-Jährige in ihrer Wohnung vergewaltigt.
Nun wurden erneut zwei nicht mehr ganz junge Frauen attackiert. Auffallend ist diesmal die außergewöhnliche Tollpatschigkeit des Täters, der erst selbst zu Boden stürzt, später seine Beute fallen lässt und zuguterletzt festgenommen wird.

>Nach Angriffen auf zwei Frauen innerhalb weniger Minuten in Spachbrücken haben Beamte der Polizeistation Ober-Ramstadt bei der Fahndung einen 36 Jahre alten Mann aus Münster und einen 20-jährigen Reinheimer festgenommen.
Eine 55-Jährige war gegen 16.35 Uhr von einem Unbekannten in der Nähe des Sportplatzes attackiert worden, um ihre Handtasche wegzureißen. Dabei strauchelte die Geschädigte, der Täter stürzte und konnte schließlich ohne Beute flüchten.
Zehn Minuten später wollte unweit des ersten Tatortes eine 67-Jährige an Glascontainern ihr Leergut entsorgen. Dabei wurde sie offensichtlich von demselben Täter angegriffen, der ihren Rucksack aus dem Fahrradkorb riss. Die Geschädigte fiel mit ihrem Rad um und verletzte sich am Bein. Der Unbekannte flüchtete mit seiner Beute. Ein Zeuge nahm die Verfolgung auf, konnte den Täter nicht einholen, dafür aber erreichen, dass der Flüchtende den Rucksack fallen ließ.
Nur kurze Zeit später wurde in Georgenhausen der bis dahin Unbekannte in einem Fiat sowie der 20-jährige Fahrer festgenommen
. Beide Männer sind polizeibekannt und standen unter Drogeneinfluss.
Inzwischen ist der Jüngere auf freiem Fuß. Der Tatverdacht gegen ihn konnte nicht erhärtet werden. Die Ermittlungen gegen den Sechsunddreißigjährigen dauern an.< Quelle: ots/polizeipresse.de, Festnahmen nach Angriff auf zwei Frauen, 14. 9. 2007 [Hervorhebungen und Links von uns]

Es ist wohl kein Zufall, dass die kleine Stadt im Odenwald alljährlich die Reinheimer Satirewoche ausrichtet.
Die beginnt an diesem Sonntag, dem 16. 9. und endet am 23. 9. mit einem „satirischen Frühstück“.
Man sollte sich nicht wundern, wenn dort ein erbostes Satireopfer einen Satiriker mit Arsen im Kaffee zu meucheln versucht und sich durch ein unglückliches Vertauschen der Tassen selbst vergiftet. So geht es eben zu in Reinheim – oder so könnte es zugehen.
Auch das Darmstädter Echo kündigte schon am Donnerstag das kulturelle Großereignis für die kleine Stadt an. Zu Beginn wird da ein ganz Großer zitiert:

>„Was darf Satire?“ fragte Kurt Tucholsky in einem Essay. Seine lapidare Antwort: „Alles.“ <

So etwas gerade in einer kleingeistigen Provinz postuliert zu sehen, ist selbst gewissermaßen Satire.
Denn schon diejenigen, die sich dort selbst als Hüter der Kultur und des Fortschritts wähnen, haben nämlich größte Mühe, Tucholsky auch nur im Ansatz zu verstehen und seine Haltung zu beherzigen.
Die im Nachbarort Reichelsheim lebende „Kulturbloggerin“ Claudia Trossmann hat für ihre neueste verschwörungstheoretische Analyse („Schäuble und seine Terroristen„) zwar einen Kurzkommentar erlaubt, der ihren ernst gemeinten Beitrag immerhin als „Satire“ nicht schlecht findet.
Ein sachliches, ihr jedoch ungenehmes Feedback dürfte dagegen bis zum St. Nimmerleinstag auf Moderation warten.
Die Kulturfreundin und Bloggerin kann Kritik nämlich nicht ertragen und man sollte – in Sachen Kultur – froh sein, dass nicht sie, sondern die Physikerin Angela Merkel hier die politische Macht innehat.
Ein Satiriker, der sich im Sinne Tucholskys gegenüber der Macht „alles“ erlaubt, hätte gerade unter solchen Kulturfreunden die allerschlechtesten Karten.
Aktuell kann man raten, welches Feedback die Moderationsschranke der Kulturbloggerin anscheinend nicht überschreiten darf. Es sei hier verraten:

>Claudia, dann ist das also keine Satire und Du meinst es ernst: „Regierungen bestellen Terror, um ihre Bevölkerung in Angst und Schrecken zu halten.“
Ich dachte immer, dass im marxistischen Diskurs Regierungen kapitalistischer Staaten (einschläferndes) „Opium fürs Volk“ bestellen – etwa in Form von Religion?
Du erklärst die, denen der Terror gilt (wie in Madrid geschehen), zu dessen Urhebern. Stellst Du so leicht die Dinge auf den Kopf?<

Patriotismus und „entwürdigende Prozeduren“ der alliierten Besatzer: Kulturbloggerin Claudia Trossmann auf Tuchfühlung mit rot-brauner Querfront

trossmann pickings

An dieser Stelle war schon mehrfach auf die gar nicht so kleinen Schnittstellen von Rechts- und Linksradikalen hingewiesen worden. Auch an Beiträgen der Odenwälder Kulturbloggerin Claudia Trossmann war in diesem Zusammenhang wiederholt Kritik geübt worden.
Wenn sie ungeachtet dieser Kritik nun erneut ihren Lesern via Linktipp einen Text zur Lektüre anempfiehlt, in dem eben jener rot-braune (oder braun-rote?) Farbton hindurchschimmert, kann man von Zufall oder Versehen nicht mehr sprechen.
Am Ende ihres Beitrags zu „Schäuble und seinen Terroristen„, in dem sie mit Blick auch auf Merkel & Müntefering insinuiert, „Regierungen bestellen Terror, um ihre Bevölkerung in Angst und Schrecken zu halten„, findet sich nun ein „aktueller Nachschlag“.

Der von ihr empfohlene Text „IJU in Oberschlehdorn: Wiederhoung an der falschen Stelle“ in dem von Robert John und Daniel Sickert herausgegebenen Web-Sammelsurium Pickings.de kommt schon in seinem Titel zur Sache, die am Ende als Fazit dasteht:

>Der ganze Plot von Oberschledorn gehört nach Hollywood oder New York, nach London oder Langley, dahin, wo die zeitgenössische Explosionskultur herkommt. Die US-Gewaltbildmacher haben sich in der Hausnummer geirrt. Sie wollten ihre Inszenierung vom 9.11.2001 an der falschen Stelle wiederholen.<

Die Anschläge vom 9. September 2001 wurden von den „US-Gewaltbildmachern“ inszeniert, die 3000 Toten gehen also nicht auf das Konto eines mörderischen Fanatismus, sondern auf das Konto der CIA, die in Langley (Virginia) ihren Hauptsitz hat.

Die Verschwörungstheorien zum 11. September sind die zeitgemäße Variante der „Protokolle der Weisen von Zion„. Die sollten damals eine „jüdische Weltverschwörung“ belegen, bei der angeblichen „Nine-Eleven“-Verschwörung sollen sich Juden und Amerikaner, Mossad und CIA, zusammengetan haben. Gleiches oder Ähnliches unterstellt der Pickings-Artikel auch bei den Anschlägen in London und dem nun angeblich verhinderten „Plot von Oberschlehdorn“.

rhbl mossad cia

>Deswegen haben Mossad und CIA vermutlich die beiden jungen Deutschen und den Türken angeheuert und in Pakistan ausbilden lassen, die unter falscher IJU-Flagge (Islamischer Jihad Usbekistans) grelle Gewaltexzesse in Deutschland in Szene setzen sollten. Durch die gemeinschaftsbildenden Energien von wahrlich „getürkten“ Autobombenanschlägen (wir erinnern uns an die vermutlich ebenfalls gefaketen libanesischen Kofferbomber) sollte Deutschland wieder an die Seite des „Westens“ gebombt werden.<

Dass die linke Kulturbloggerin solche Thesen teilt, ist nichts Neues.
Neu ist allerdings, dass sie mit kritiklosen Empfehlungen solcher Texte offenbar auch die Scheu vor explizit rechten Positionen und Phrasen verloren hat.
In der Mitte des von ihr empfohlenen Textes findet sich eine aufschlussreiche Passage, die den Text und seinen Autor besser orten lässt. Er schreibt dort:

rhbl besatzer

>Haben die alliierten Besatzer uns nicht in entwürdigenden Prozeduren gezwungen, jeder Art von Patriotismus zu entsagen und uns systematisch zu „europäischen“ Friedensfreunden erzogen?<

Es handelt sich hier um nicht anderes als die vertraut braune Suada des Neonazismus. Angereichert ist sie mit Aussagen wie diesen:

  • „Jahrzehnte hat Hollywood die Hauptarbeit bei der Reedukation verrichtet“
  • „Fungiert die Deutsche Nation seit langem doch nur noch als Medieneffekt. Film, Funk, Fernsehen und Presse haben es in fünfzig Jahren gerade so hingedengelt, die Nation als Halluzinationsgemeinschaft zusammenzuhalten.“
  • „Wo Patriotismus streng verboten ist …“
  • Deutsche konnten jahrzehntelang die Kraft der Explosionen nur in gezähmter Form in ihren Automotoren, als Freiheit zur Mobilität und Energieverschwendung erfahren …“
  • Männerfeindliche Emanzen wie Frau Merkel, Schavan oder Zypries machen da gerne mit.“

Der gleiche Pickings-Kolumnist Reinhard Lütkemeyer (Kürzel: rhbl) scheut sich auch sonst in seinem Scusi!-Blog nicht, mit braunem Jargon Klartext zu sprechen:

  • Für solche Sätze und wegen seiner Verurteilung der retrograden Kollektivschuldthese, mit der bekannte jüdische Verbandsfunktionäre mit großem finanziellen Erfolg nun schon die dritte deutsche und österreichische Enkel- und Urenkelgeneration erpressen …“

Und warum werden solche „Erkenntnisse“ laut Lütkemeyer in „Deutschland … flächendeckend in den Medien totgeschwiegen„?

trossmann rhbl nov06

Weil die „wahren Herrscher an den Schalthebeln der bundesdeutschen Medienmaschine„, wahrscheinlich „bekannte jüdische Verbandsfunktionäre“ und viele sonstige „jüdische Glaubensbrüder“ „hinterhältig“ das Spiel ganz in ihrem Interesse steuern können.

Davor will auch rhbl die Leute „bis zuletzt“ warnen und bezieht sich dabei auf einen ‚guten Juden‘ (Viktor E. Frankl), dem er eine gleichlautende Kritik – zu Recht oder zu Unrecht – in den Mund legt.

Liest man andere Texte von Lütkemeyer , erstehen die Fronten und die Propaganda-Phrasen des Zweiten Weltkrieges wieder neu auf: Die „britische Piraten-Insel„, „das neue Empire … USA“, und, natürlich, Israel.
Nur mit Putin und dessen Anknüpfung an sowjetische Größe lässt rhbl Sympathie erkennen: Man ist schließlich nicht nur braun, sondern rot-braun.
Und vielleicht, in dieser Melange, kann für den sublim hoffenden Lütkemeyer die „Deutsche Nation“ eines Tages wieder mehr sein als nur ein „Medieneffekt“ und ihre Kraft auch in „ungezähmter Form“ und nur noch im eigensten Interesse „erfahren“.

Die RAF und der linke Terrorismus, 2 Bde. Claudia Trossmann hat sich übrigens schon im November 2006 (s.o.) positiv auf den rot-braunen (oder braun-roten) Ideologen rhbl bezogen: Damals fand sie seinen Artikel „Bolton-Bande fliegt über die Plankelesenswert.

Lesenswert ist da auch ein anderer Text: Der Politologe Wolfgang Kraushaar erinnert in einem Essay für den SPIEGEL an die RAF und ihren heute zum Hitler-Groupie mutierten Mitgründer Horst Mahler:

>Horst Mahler, der letzte Überlebende des einstigen Gründerquartetts der RAF, geistert inzwischen als politisches Schreckgespenst ganz rechts außen umher. […]
Mahler ist inzwischen zum hypernationalistischen, fremdenfeindlichen Agitator und bekennenden Holocaust-Leugner geworden. Was war es für eine gespenstische Konfrontation, als während der rot-grünen Ära SPD-Bundesinnenminister Otto Schily, Mahlers ehemaliger Anwaltskollege und spätere Verteidiger, beim Bundesverfassungsgericht das Verbot der NPD beantragte und dort auf einen Mahler traf, der nun seine neuen Genossen von der nationalen Front vertreten wollte. Kurz darauf platzte das Verfahren dank der ungeklärten Rolle von V-Männern bereits im Vorfeld und inzwischen hat Mahler die NPD längst schon wieder verlassen, weil sie ihm angeblich zu parlamentarismusfixiert ist.
Während sich ein Autor nach dem anderen an den Ikonen Andreas Baader oder Ulrike Meinhof abarbeitet, bleibt Mahler zumeist außen vor. In gewisser Weise ist der Mann, dem Gerhard Schröder ein paar Jahre bevor er Kanzler wurde vor Gericht die Anwaltslizenz zurückerstritten hat, zu einer Tabuperson der RAF-Geschichte geworden. An ihm will sich offenbar keiner mehr die Hände schmutzig machen.
Dabei steht Mahler wie kein anderer für das, was an der RAF möglicherweise so typisch deutsch gewesen ist und was nach wie vor so wenig verstanden wird: ihren als Internationalismus ausgegebenen Antiamerikanismus, ihren als Antifaschismus verbrämten Antizionismus und ihre aus angeblicher Freundschaft mit den Palästinensern begründete Feindschaft gegenüber Israel.<

Quelle: www.spiegel.de, Vermächtnis der RAF – Die Untoten der Bonner Republik, 5. 9. 2007 [Hervorhebungen und Links von uns]

Verschwörungswahn: LINKE-Bloggerin Claudia Trossmann sinniert über „Schäuble und seine Terroristen“


Verschwörung

Man kann dem Mann im Rollstuhl in der Tat einiges vorwerfen, vor allem eine mangelnde Sensibilität für Bürgerrechte. Wer für seine Politik und seine Prominenz einen so hohen Preis wie Schäuble zahlen musste, eine zerrschossene Wirbelsäule, dürfte schon aus biografischen Gründen in Attentaten nicht nur eine abstrakte Gefahr sehen.

Das rechtfertigt nicht politische Fehler und fragwürdige Vorschläge und Maßnahmen. Doch umgekehrt gibt es auch bei einer fragwürdigen beziehungsweise falschen Politik (Anstands-) Grenzen für deren Kritiker.
Die sind überschritten, wenn nachweislich zum (Massen-) Mord sich bereit machende Terroristen zur Erfindung, zum Produkt oder zum Gehilfen der Person erklärt werden, der sie qua Funktion daran hindern soll.

Nach dem Oktoberfestattentat im September 1980, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen und 68 schwer verletzt wurden, hatten gerade Linke und Liberale eine rückhaltlose Aufklärung und eine konsequente Verfolgung der Hintermänner verlangt.
Dem damalige Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß kam dies womöglich ungelegen, hatte er doch zuvor die Wehrsportgruppe Hoffmann verharmlost, zu der der (Haupt-)Attentäter Gundolf Köhler offenbar Verbindungen hatte.

Wer sich an diese Zeit erinnert, auch an die berechtigte Kritik vieler Linker und Liberaler, dass der Staat der Gefahr rechtsterroristischer Attentate zu wenig Aufmerksamkeit schenkt, wundert sich heute über die beinahe indolente Haltung vieler deutscher „Linker“ gegenüber islamistischem Terrorismus.
Ungeachtet der Anschläge 2004 in Madrid (191 Tote, 1500 z.T. schwer Verletzte), im Juli 2005 in London (56 Tote, mindestens 700 z.T. schwer Verletzte) und von zahllosen Anschlägen außerhalb Europas wie in New York oder Bali ganz zu schweigen, erwecken solche „Linken“ immer wieder den Eindruck, als wären diese Anschläge mehr ein fauler Kulissenzauber als blutige Realität.
Und natürlich: Die, denen die Anschläge gelten, die westlichen Regierungen und ihr System, sind die wahren „Täter“ und Hintermänner des Terrors.

Mit „Analysen“ dieser Art macht immer wieder die Odenwälder „Kulturbloggerin“ Claudia Trossmann, nebenbei auch Mitglieder der Odenwälder (Wasg-) LINKEN, auf sich aufmerksam.
Ihr neuester Beitrag verrät schon im Titel die Denke: „Schäuble und seine Terroristen„.

Gemeint sind die drei gestern verhafteten Männer, die einen schweren Terroranschlag vorbereitet haben sollen. (Einer von ihnen kommt übrigens aus dem südhessischen Langen.)
Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu:

>Hätten die drei und ihre Hintermänner das Material, das sie besorgt hatten, nutzen können, dann“, so sagt ein hoher Verfassungsschützer, wäre das „der größte islamistische Terroranschlag in Europa“ geworden.
Die Männer gehörten der Terrororganisation Islamic Jihad Union an und hatten bereits zwölf 60-Liter-Fässer des Bleichmittels Wasserstoffperoxid besorgt. Das wollten sie mit Salz- und Schwefelsäure zu einer hochexplosiven Substanz verrühren. Am Dienstag hatten sie mit der Herstellung begonnen.<

Skepsis ist bei solchen Einschätzungen durchaus geboten.
Noch mehr Skepsis ist allerdings bei Claudia Trossmann geboten, die gerade einen Tag später wieder einmal noch mehr zu wissen scheint als alle staatlichen Stellen und die Journalisten aller „Massenmedien“ zusammen:

>Da wurde doch mal wieder Deutschland und der Rest der Welt vor dem Terror einer IJU gerettet.<

Das sich anschließende zwinkernde Emoticon soll offenbar signalisieren, dass es diese „mal wieder“ Rettung von „Deutschland und dem Rest der Welt“ nicht gab, weil es die Bedrohung (so) ja gar nicht gab.

(Den Witz von der geretteten Welt sollte man denen erzählen, die bei einem schon erfolgten oder beim .nächsten Anschlag ihre Angehörigen verloren haben.)

Zumindest was die Existenz der IJU angeht glaubt die Kulturbloggerin – zu Recht oder zu Unrecht – dass „Spiegelfechter“ Jens Berger hier über die entscheidenden Kenntnisse verfügt.
Der hinterfragt zu Recht (regierungs-) amtliche Statements.
Was die von ihm nicht angezweifelten Pläne und Vorbereitungen für terroristische Anschläge angeht, weiß er wie weiland Strauß 1980 Beruhigendes mitzuteilen: Dem war der Oktoberfestattentäter ein „verwirrter Einzeltäter„, für den Spiegelfechter sind die jetzt Verhafteten nur „drei verwirrte deutsche Islamisten„.

Unmittelbar auf das Spiegelfechter-Zitat lässt Claudia Trossmann die wohl unvermeidliche Conclusio folgen:

>Immer mehr verdichtet sich bei vielen das Gefühl: Regierungen bestellen Terror, um ihre Bevölkerung in Angst und Schrecken zu halten.<



So ist das also. Wenn für Angela Merkel oder vormals Gerhard Schröder das Tagesgeschäft erledigt ist bzw. erledigt war, nimmt man den Terror-Bestellkatalog aus der Schublade und bestellt dort in aller Gemütsruhe den „Terror der Woche“ und ein Haufen Handlanger produziert und liefert dann den (hausgemachten) Terror.
Unter der jetzigen Regierung stellt dafür Innenminister Schäuble die bzw. „seine Terroristen“ bereit.
Und warum das alles: Um die eigene „Bevölkerung in Angst und Schrecken zu halten.
(Bei anderer Gelegenheit wird der Verschwörungstheoretiker übrigens das genaue Gegenteil behaupten: Dass die Regierung die Bevölkerung einlullen und betäuben will.)

Das Schönste von allem: Seit nunmehr 60 Jahren ist die deutsche Bevölkerung so dämlich, in aller legislaturperiodischen Regelmäßigkeit just jene Politiker mehrheitlich zu wählen, die sie, die Bevölkerung, in „Angst und Schrecken“ halten wollen.
In Groß-Britannien, in Frankreich, in Italien, in Skandinavien, in den Benelux-Staaten und erst recht in den USA währt(e) dieses teuflische Spiel bekanntlich noch länger.
Dass in den westlichen Demokratien die Mehrheit der Bevölkerung immer wieder ihre ärgsten Feinde in freien Wahlen an die Spitze wählt, liegt natürlich an den nicht minder teuflischen Massenmedien, deren Macher in die gigantische Verschwörung (wo liegen deren Protokolle?) eingebunden sind.

Zum Glück gibt es erleuchtete Geister wie Claudia Trossmann in Ober-Kainsbach, die den ganzen Schwindel durchschaut haben. Wünschen wir ihrem Blog also noch mehr Leser, damit dort die ganze Bevölkerung endlich die ganze Wahrheit erfährt.

Hier aber lassen wir erst einmal den freimütigen (und ebenfalls erleuchteten) Barino weitersprechen: Koran im Kopf (2)

Neues von der rotbraunen Querfront: Zurück von den Freunden bei der Hizbollah referiert DKP-Mann Volker Metzroth in Michelstadt über den Widerstand gegen die „imperialistisch-zionistische Allianz“

Man muss sich gelegentlich in Erinnerung rufen, wie gleichgültig die radikale Linke sein konnte und sein kann, wenn sich himmelschreiendes Unrecht ereignet, das sich nicht dem (US-) „Imperialismus“ zuordnen lässt.
Im bosnischen Srebrenica wurden 1995 innerhalb weniger Tage bis zu 8000 bosnische Muslime massakriert. Wer damals radikale Linke nach ihrer Meinung befragte, erlebte zumeist ein ratloses Achselzucken.
Ähnliches galt für den Völkermord in Ruanda, dem 1995 innerhalb von 3 Monaten bis zu einer Million Menschen zum Opfer fielen. Die Auflistung lässt sich fortsetzen.
Bezieht allerdings der Westen irgendwann Position, so wie in Bosnien (nach dem Massaker von Srebrenica), erwacht auch die radikale Linke aus ihrer Lethargie und bezieht ebenfalls Position: eine Position, die dann natürlich der des Westen bzw. der USA entgegengesetzt ist.
Im Falle Jugoslawiens stellt(e) man sich dann folgerichtig an die Seite von Slobodan Milosevic – auch wenn der entscheidend mitveranwortlich war für die ärgsten Kriegsgräuel, die sich nach dem 2. Weltkrieg in Europa abspielten.

Am 16. März wird in Michelstadt ein „Linker“ zu Besuch sein, der sich auf die selektive Wahrnehmung von Unrecht versteht.
Volker Metzroth, Bezirkssprecher der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) in Rheinland-Pfalz und Mitglied von deren Parteivorstand.
Zur Erinnerung: Die DKP war jene Partei, die bis zuletzt an der Seite von Erich Honecker stand, die Mauer und Schießbefehl (und Stasi) verteidigte, die alle „Intervenionen“ der Sowjetunion verteidigte, ob in der DDR, Ungarn oder der Tschechoslowakei oder auch außerhalb Europas.
Sie bekennt sich auch heute noch zu Wladimir Iljitsch Lenin, der alles andere als ein Gewaltverächter war.
Den Namen des Kommunisten und Leninisten Volker Metzroth findet man u.a. auf der Website free-slobo.de, die sich „angesichts der verschärften Hexenjagt gegen Slobodan Milosevic“ mit dem inzwischen verstorbenen politkriminellen Kriegsverbrecher solidarisierte.
Wie zuvor schon erwähnt: Für die 8000 muslimischen Opfer in Srebrenica (oder Muslime, die im Kosovo Opfer von Milosevics Politik wurden) hatten Linke wie Metzroth nur ein Achselzucken übrig – oder man stellte sich gar an die Seite der Täter.

Völlig anders sieht es im Nahen Osten aus, in dem sich (leider) Konflikte selten durch einen rationalen Diskurs regeln lassen, in dem Gewaltverzicht zumeist als Schwäche ausgelegt wird, in dem das kleine, von vielen Nachbarn nicht akzeptierte Staatsgebilde Israel auf massive Abschreckung setzt und auf Gewalt in Form von (Selbstmord-) Attentaten und Raketenbeschuss mit oft noch massiverer Gegengewalt antwortet.

In dieser Region entdecken Linke wie Metzroth ihr Herz für Muslime bzw. den Islam, während sie im Balkan lieber den Schlächter Milosevic in ihr (solidarisches) Herz schlossen.
So besuchte Metzroth im letzten Jahr eine (vom 16. bis. 19. November stattgefundene) „Internationale Konferenz in Beirut zur Unterstützung des Widerstandes“.
Eingeladen hatte zu dieser Konferenz u.a. die Hizbollah.
In der „Sozialistische Zeitung“ (SoZ / Januar 2007) hieß es dazu:

>Die Teilnehmenden drückten ihre Bewunderung für das libanesische Volk (Anm: gemeint ist in erster Linie die Hizbollah) und seinen historischen Sieg über die mit Unterstützung der USA durchgeführte militärische Aggression Israels aus.
Die Konferenz analysierte die verschiedenen Dimensionen der ständigen Aggression von Zionismus und Imperialismus gegen die arabische Welt und den Islam als globale Strategie[…]
(Anm: Dass sich in Bosnien und dem Kosovo die USA am Ende auf die Seite der bedrängten Muslime stellten, war wohl immer noch Teil dieser „globalen Strategie“ „gegen .. den Islam“.)
Die Teilnehmenden prangerten die aktuellen politisch-militärischen Projekte der USA und Israels an; diese streben die Balkanisierung des Nahen und Mittleren Ostens an. […]
Zurückgewiesen wurde das verzerrte Bild, das im Dienste des Imperialismus stehende Medien verbreiten, um Widerstandskämpfer als „Terroristen“ und „Fanatiker“ abzustempeln.
Die Konferenz entwickelte Mechanismen der Koordination, um eine solidarische gegenseitige Hilfe zwischen allen Widerstandsbewegungen aufzubauen, die sich der imperialistisch-zionistischen Allianz widersetzen.
Dabei wurden Verbindungen zwischen linken, demokratischen und nationalistischen Strömungen der islamischen Welt und anderen Regionen des Planeten geknüpft und gestärkt.
Die Teilnehmenden sahen die Notwendigkeit, die Perspektiven der Linken mit jenen zu koordinieren, die in den arabischen Ländern und in anderen Regionen einen antiimperialistischen Nationalismus verfechten, um eine revolutionäre Perspektive zu entwickeln, welche die Ziele der nationalen und sozialen Befreiung, Entwicklung und Demokratie, vertieft.
Im Widerstandskampf ist es bei den gegenwärtigen Schwierigkeiten im Libanon, in Palästina, im Irak oder in Jordanien erforderlich, die Differenzen auf religiösem, ethnischem und nationalem Gebiet zu überwinden, um der starken Allianz von Zionismus und Imperialismus eine Einheitsfront entgegen zu stellen. Es ist nötig, alle Formen des Widerstands gegen die von den USA und Israel verfochtene koloniale und neokoloniale Besatzung zu vereinen.<[Hervorhebungen und Links von uns]

Europäische „Sozialisten“ dieses Kalibers haben vielleicht noch Skrupel, ihre Politik „nationalsozialistisch“ zu nennen, die arabischen Verbündeten in dieser „Einheitsfront“ dürften solche Skrupel kaum haben.
Klar ist aber, dass sich Erklärungen dieser Art auch in jedem Neonazi-Pamphlet finden. Allenfalls müssen einige Vokabeln durch andere ersetzt werden. Statt „Einheitsfront“ kann und darf man in Deutschland von einer (rotbraunen) „Querfront“ sprechen.

Der Auftritt des Nostalgie-Kommunisten Metzroth in Michelstadt wird von „attac Odenwaldkreis“ organisiert, er steht unter der Überschrift „Globalisierung und Krieg, politischer Reisebericht aus dem Libanon“.
Entsprechende Berichte und (Reise-) Berichter gibt es viele. Man fragt sich deswegen, wer bei Attac auf die Schnapsidee kam, ausgerechnet den DKP-Mann Metzroth einzuladen… Dessen Partei den Einmarsch in die souveräne Tschechoslowakei und die anschließende gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings guthieß… Der sich 30 Jahre später mit dem Kriegsverbrecher Milosevic solidarisiert.
Und gibt es für Globalisierungskritiker nicht andere Themen?
Warum lädt man statt eines deutschen (Nostalgie-) Kommunisten nicht einen chinesischen (Gegenwarts-) Kommunisten ein und diskutiert darüber, ob die Globalisierung mehr dem „imperialistischen“ Westen oder doch mehr dem „kommunistischen“ China nützt?

Beworben wird Metzroths Auftritt in Michelstadt auch im „Odenwald Magazin“ von Claudia Trossmann, deren Positionen und Ansichten zu Israel, Irans Präsident Ahmadinedschad u.a. hier schon mehrfach thematisiert wurden.
Vielleicht lässt sich schon jetzt vorhersagen, dass Teilnehmer der am 16. März in Michelstadt geplanten Veranstaltung ihr „verzerrtes Bild„, das sie durch „im Dienst des Imperialismus stehende Medien“ gewonnen hatten, wieder entzerren können.
Wer nämlich könnte für die Vermittlung eines objektiven, realistischen und pluralen (Welt-) Bildes kompetenter sein als ein unbeirrter Fan von Lenin und Honecker, von Prawda und Neuem Deutschland?
So im Geiste entzerrt wird man dann begreifen, dass die Attentärer vom 11. September oder die in Madrid und London, ebenso wie die Selbstmordattentäter in Israel, die (Auto-) Bomber im Irak und Halsabschneider vom Schlage Sarkawis keine „Terroristen“ und „Fanatiker“ sind, sondern in Wirklichheit „Widerstandskämpfer“, denen „solidarische gegenseitige Hilfe“ gewährt werden sollte.
Kleinliche „Differenzen auf religiösem, ethnischem und nationalem Gebiet“ sollte man dann „überwinden“ können, um „alle Formen des Widerstands gegen die USA und Israel“ (und vielleicht auch noch das Weltjudentum) „vereinen“ zu können – wozu dann sicher auch Bombenanschläge z.B. an israelischen oder irakischen Bushaltestellen, Marktplätzen, Restaurants, Synagogen oder Moscheen zählen.

„Der Eintrag hat ein auf Moderation wartendes Feedback“: Kulturbloggerin Claudia Trossmann plädiert für Vielfalt und Kritik – nur nicht in ihrem Blog

trossmann morales bashing

Im Oktober letzten Jahres sah sich die Odenwälder (Kultur-) Bloggerin Claudia Trossmann in ihrer pessimistischen Sicht über den – ja doch – sozialen, kulturellen und moralischen Abstieg der westlichen Demokratien erneut bestätigt. Diesmal durch den Jahresbericht von Reporter ohne Grenzen (ROG). Ihr Fazit: Mit der Pressefreiheit geht es bergab.
Vor allem in jenen Ländern, die sie stets mit ärgstem Argwohn betrachtet: USA-Israel-Deutschland.
Was sie nicht erwähnte: Einer der Gründe für das Abrutschen einiger westlicher Länder auf der ROG-Skala war die Bedrohung von Autoren, Journalisten und Karikaturisten durch islamistische Fanatiker.
Diese Bedrohung hatte sie nur einige Monate zuvor als Pressefreiheittheater abgetan. Eine Solidarisierung mit den bedrohten Karikaturisten und Journalisten der dänischen Zeitung Jyllands Posten lehnte sie ab, dies sei „hysterisch und unvernünftig“. Außerdem seien die bedrohten Karikaturisten in gewisser Weise selbst schuld, da sie gegen das „differenzierte Bilderverbot“ im Islam verstoßen hätten (das sogar Kindern bekannt sei).
Zunächst eine für Künstler und Journalisten reale Bedrohung als „Pressefreiheittheater“ abzutun und anschließend – als sei man bestätigt worden – über das Bergab der Pressefreiheit zu klagen, erschien uns widersprüchlich, genauer gesagt: unredlich.
Die kritischen Ausführungen zu ihren widersprüchlichen Aussagen mochte Claudia Trossmann nicht kommentieren. Statt dessen meldeten sich hier im Kommentarbereich anonyme (männliche? weibliche?) Kommentatoren („Wayback“, „Waydown“, „Fremder ohne Maske„), die für die Kulturbloggerin Partei ergriffen.
Noch bemerkenswerter war aber, was sich zur selben Zeit im Kommentarbereich von Claudia Trossmanns Kulturblog tat bzw. nicht tat.
Auch dort wurde nämlich Kritik an ihren Positionen geübt, und zwar nicht anonym und zudem in sachlichem Ton.
Das war der Wortlaut des am 25. Oktober abgesandten Kommentars:trossmann kommentar rog

>Claudia, wie nur kannst Du in der neuen ROG-Rangliste zur Pressefreiheit eine Bestätigung Deiner Positionen sehen?
Du schreibst „Mit der Pressefreiheit geht es bergab“.
Auffällig bergab ging es mit dem bisherigen „Spitzenreiter“ Dänemark, der sich um 18 Ränge verschlechterte.
Grund: Die Bedrohung von Leib und Leben der Mohammed-Karikaturisten und der Zeitungsmacher durch Fanatiker.
Du hast vor 8 Monaten eben diese Bedrohung wortwörtlich als „Pressefreiheittheater“ bezeichnet, eine Solidarisierung mit den so Bedrohten wortwörtlich als „unvernünftig und hysterisch“ bezeichnet und den Bedrohten direkt/indirekt die Schuld zugewiesen.
Sie hätten gegen das „differenzierte Bilderverbot im Islam“ verstoßen, das angeblich schon jedem Kind bekannt sei
.<

Das sachliche Feedback wurde von der Kulturbloggerin nicht zugelassen. Auch nicht der darin enthaltene Link zu den Odenwald-Geschichten.
Ruft man heute im Kulturblog Claudia Trossmanns Artikel über das „Bergab der Pressefreiheit“ auf, erscheint darunter der Hinweis:
Bisher keine Kommentare/Trackbacks/Pingbacks für diesen Eintrag…
Zuvor war noch diese Meldung erschienen: „Der Eintrag hat ein auf Moderation wartendes Feedback„.

trossmann feedback moderationNach einer gewissen Anstandsfrist hatte die Moderatorin offenkundig das ihr ungenehme, weil kritische Feedback herausmoderiert bzw. gelöscht.
Man ahnt, wie die bessere Welt der Bloggerin aussähe, könnte sie dieser tatsächlich herrschend ihren Stempel aufdrücken – vor allem im Hinblick auf Meinungs- und Pressefreiheit, für die es mit ihr natürlich bergauf statt bergab ginge.

Trotz des herausmoderierten bzw. gelöschten Feedbacks wurde etwas später erneut die Einladung des Kulturblogs zum Feedback aufgegriffen: „Hinterlasse einen Kommentar„.

Auch diesmal (4. Januar 2007) war es ein medientheoretischer Text der Kulturbloggerin, der zum Feedback animierte: „Medien – Dichtung oder Wahrheit?

Claudia Trossmann äußert darin die Hoffnung, dass „Kurt Tucholsky irgendwann unrecht“ habe mit seinem Bonmot: „Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.“
Es scheint, als sei in diesem Sinne die Odenwälder Bloggerin doch (auch) eine geschickte Journalistin – denn in ihrem Blog jedenfalls beherrscht sie das Totschweigen kritischer Feedbacks („Bisher keine Kommentare für diesen Eintrag …“).
Aber eigentlich will sie ja anders sein, z.B. will sie – wieder ein Satz aus dem nämlichen Artikel – „der Einfalt eine Vielfalt an Meinungen entgegensetzen. Und hofft, dass „Wahrheit und Fairness dank Vielfalt die Oberhand“ bekommen. trossmann bierce feedback

Überhaupt wimmelt es in den Texten von Claudia Trossmann nur so vom „Gutsprech“: Wahrheit, Fairness, Gerechtigkeit, Friede, Dialog, Kultur, Mensch, Seele …
Wer solche Worte so inflationär verwendet, das wusste schon der skeptische Kirchenbesucher vom weihevoll predigenden Pastor auf der Kanzel, will die Moral gerne für sich gepachtet haben. Wer aber etwas pachtet, sucht daraus auch Gewinn zu ziehen. Auch aus der Moral, die lässt sich zum Beispiel gerne gegen jeden wenden, der widerspricht. Sie ist gut fürs Image und manchmal auch für das Geschäft.
Aber es bleibt eben ein Unterschied, ob einer nur gerne den Gutsprech intoniert und auf der hohen (und manchmal hohlen) Phrase reitet, oder ob er – und zwar ohne große, tönende Worte – lebt, was er verbal vertritt.
Wie sah es hier also aus mit der „Fairness“ und der „Vielfalt“, nachdem der Leser zum Hinterlassen eines Kommentars eingeladen wurde?

Wird die Kulturbloggerin hier auch kritische Rückfragen zulassen? Immerhin drei Kommentare lässt sie zu. Ihren eigenen, einen von Besucher Jörg („Schöner Beitrag!“), sowie einen von Besucher Sabinchen („Das ist tatsächlich ein sehr (!) interessantes Blog.„)
Ein viertes (kritisches) Feedback, das so gesehen nicht für „Einfalt“, sondern für „Vielfalt“ steht, wartet dagegen seit fast 4 Wochen auf „Moderation“. Pech, wenn sich einer nach der netten Einladung Mühe machte und (ohne Backup) eine halbe Seite kritisch und damit vergebens schrieb. Man könnte das unfair nennen.

Bevor also der in diesem Fall vorausschauend vom Leser archivierte Kommentar im Kulturblog wieder gänzlich ausmoderiert bzw. eliminiert wird, sei er hier zitiert:

>Claudia, Du zitierst Ambrose Bierce: „Gerüchte sind die Lieblingswaffe des Rufmörders.“
Du selbst hast am 15. Dezember in Marcel Bartels mein-parteibuch.de einen israelfreundlichen Blog (Lizas Welt) mit „Morddrohungen … ganz real“ in Verbindung gebracht. Der Blog gehöre angeblich einem „antideutschen Netzwerk“ an. Dieses angebliche „Netzwerk“ bzw. dessen Weltbild verleite Menschen zu angeblichen „Mordrohungen„. Deine „Argumente“ basieren bestenfalls auf Gerüchten. Gilt für Dich daher auch das Verdikt von Ambrose Bierce?
<

trossmann bierce

Nur die Links zu den entsprechenden Seiten wurden hier nachträglich eingefügt, der Text selbst wurde in genau diesen Worten am 5. Januar als Kommentar im Kulturblog hinterlassen.

Man sollte nicht verschweigen, dass Claudia Trossmann auch außerhalb ihres Kulturblogs Zustimmung erfährt. So lobt ein früherer Kriminalpolizist (und heute noch immer Kommunist) aus der DDR, Jürgen Cain Külbel, ihre „mutigen“ Bemerkungen.
Külbel selbst ist auch für „mutige“ Bemerkungen bekannt. So nennt er den radikalen DDR-Apologeten Peter Hacks sein „unerreichbares Vorbild“. Hacks hatte Hymnen auf den Genossen Stalin, den Genossen Ulbricht und die Mauer verfasst. Dort ist irgendwo auch noch Külbel zu Hause und dort, ja wer weiß, war vielleicht doch der Mensch die Seele von Wirtschaft und Kultur….

Wer aber glaubt, nur ein Kritiker exquisit linker Positionen falle mit seinen Feedbacks in den Blogs der Kulturbloggerin der moderierenden Schere zum Opfer, irrt.
In Claudia Trossmanns Odenwald Magazin wurde eine Diskussion zwischen dem WASG-Aktivisten Stephan Krieger und dem inzwischen aus der WASG ausgeschiedenen Willi Utzinger nach 3 Kommentaren abgebrochen.
Krieger hatte das letzte Wort. Hätte der von ihm als „Quertreiber“ titulierte Utzinger noch etwas entgegnen wollen, hätte er Pech gehabt:
Die Kommentarfunktion wurde vom Besitzer dieses Blogs in diesem Eintrag deaktiviert„.
Auch da konnte man sich Gedanken machen.
Wenn im virtuellen Reich der Kulturbloggerin schon die Meinungsfreiheit schnell an gewisse (kritische) Grenzen stößt, wie steht es dann eigentlich mit der von ihr ebenfalls oft beschworenen Friedensliebe?
kuelbel trossmann
Wer miteinander redet, schießt nicht aufeinander„. Das ist eine kardinale Erkenntnis nicht nur von Pazifisten. „Erst wo der Dialog abbricht, wird es wirklich gefährlich„, schreibt der Philosoph Helmut Hille. Das wäre wohl auch ein Rezept für den kriegsgeplagten Nahen Osten, der Palästinenser untereinander und ebenso Palästinenser und Israelis von immer neuer Gewalt abhalten könnte.
Auch Claudia Trossmann engagiert sich häufig mit entsprechenden Rezepten für die nah-ferne Region – auch wenn ihre Sympathie für die Hisbollah scheinbar etwas größer ist als für die israelische Regierung. (Wo blieb übrigens der kritische Kommentar von Regioblogger Peter Löwenstein, der ihr vorwarf, die Hisbollah zu verharmlosen?).
Nur finden ihre Rezepte im eigenen Haus bzw. im eigenen Blog offenkundig weniger Verwendung. Der Dialog bricht, wie man hier sehen konnte, bereits nach wenigen kritischen Feedbacks ab. Von da an wurd geschwiegen.