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Land Hessen versteigert Odenwaldkreis – Ungarn erhält Zuschlag für 6,3 Milliarden Forint

Versteigerung

UDATE: Ungläubig mussten wir nun zur Kenntnis nehmen, dass die pdh-Meldung ein Aprilscherz war! Das bedeutet, dass der Odenwaldkreis weiterhin zum (Aus-)Verkauf steht. Da wir in der Vergangenheit via Web in gleicher Sache bereits von der Regierung von Samoa kontaktiert wurden, haben wir den neuen Sachstand nun nach Apia weitergemeldet.
Hoffen wir also, dass sich die Samoaner erbarmen und die (Süd-) Hessen kommen lassen.

>Erbach/Odenwaldkreis (pdh) Das hat es in der gut sechzigjährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch niemals gegeben. Aus Finanznot versteigerte die Landesregierung Hessens den am weitesten östlich liegenden und kleinsten Landkreis, um mit dem Verkaufserlös die Straßen im übrigen Bundesland nach den enormen winterlichen Frostschäden zu sanieren.

In strenger Geheimhaltung war diese einmalige Bieterveranstaltung eingefädelt und abgewickelt worden. In Anlehnung an den Gebietstausch in Nordhessen vor einigen Tagen, wo Hessen und Niedersachsen etwa 15 Hektar Land bei Nieste im Landkreis Kassel tauschten, wurde diese Transaktion akribisch vorbereitet, nur ging es diesmal nicht um einen Sportplatz, eine Grillhütte und etwas Gelände darum herum.

Vielmehr, so der Sprecher der Interessengemeinschaft „Rettet den Odenwald“, sei dieser Landverkauf mit der Abtrennung des Saarlandes am 10. Juli 1945 an Frankreich zu vergleichen, das hernach das Saarland der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrates entzog. Erst zwölf Jahre später wurde das Saarland als zehntes Bundesland an die Bundesrepublik zurückgegeben.

Diese Möglichkeit bestehe natürlich auch für den Odenwaldkreis, bestätigte Ministerpräsident Roland Koch auf Anfrage. Auch Regierungspräsident Johannes Baron macht sich für einen Rückkauf zu gegebener Zeit stark, allerdings steht der Odenwaldkreis nicht vorn auf der Prioritätenliste des Landes Hessen, denn zunächst, so Regierungssprecher Dirk Metz, müssten die verkauften hessischen Schulen, Finanzämter und Klärwerke von den amerikanischen Banken zurückgekauft werden, die „cross border“ unvorteilhaft verkauft und zurückgemietet worden waren.

Neben den Republiken Ungarn und Polen hatten noch andere Bieter wie der Devisenspekulant Soros oder auch der Kreis Bergstrasse Interesse am Odenwaldkreis bekundet. Nur ist der Nachbarkreis selbst pleite, wie Insolvenzverwalter Johannes Baron kundtat und keine Mittel für die Versteigerung freigab.

Mit fast sechs Milliarden Forint, das sind umgerechnet 23,98 Millionen Euro, bot Ungarn den höchsten Betrag und bekam am Ende vom ungarisch verkleideten Auktionator in Anwesenheit des Odenwälder Landrats (Foto) den Zuschlag für den Odenwaldkreis. Dazu kommen natürlich noch die aufgehäuften Kreisschulden in Höhe von 120 Millionen Euro, die sich der Kreis in den letzten Jahren erarbeitet hat.

Für die knapp 100.000 Einwohner des südlichsten Landkreises Hessens wird sich im täglichen Leben nichts ändern, beruhigte Landrat Dietrich Kübler in einer eilig anberaumten Pressekonferenz die zahlreichen Journalisten und Fernsehteams. Ihre Personalausweise und Reisepässe behalten demnach ihre Gültigkeit und werden erst bei Neuausstellung zusätzlich mit dem Siegel der Republik Ungarn versehen, der Bundesadler wird durch einen ungarischen Geier ersetzt, der auf einer Paprika sitzt.<

Text und Foto: Presseagentur -pdh-

Foto: Für 6,3 Milliarden Forint ersteigerte die Republik Ungarn den Odenwaldkreis, Landrat Dietrich Kübler (links) und Auktionator Magada Trampler in ungarischer Landestracht mit der Endsumme

Blöggliche Komödie: Robert Basic verkauft Basic-Thinking via eBay für 47 000 Euro

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Genau genommen für 46.902 Euro. Aber wir wollen nicht kleinlich sein.
In den letzten Minuten sprang der Preis für basic-thinking.com noch einmal an.
Lag das Gebot 15 Minuten vor dem Angebotsende bei ebay noch bei zahlenmystischen 33.333,33 Euro waren es am Ende – um 19:50 – 46.902 Euro.
Robert Basic hatte zu Beginn mit einem Betrag zwischen 10.000 und 100.000 Euro gerechnet. (Später rechnete er mit einer recht komplizierten „Blog-Wertformel„.)
Keine schlechte Schätzung, heraus kam ungefähr das arithmetische Mittel.
Man hätte dem sympathischen, quirligen Blogger aus Usingen gerne noch etwas mehr gegönnt.
Er war jahrelang eine One-Man-Textfabrik und was sie tagtäglich verließ, war stilistisch zwar nicht formvollendet, aber meist geistreich, interessant und informativ.
Basic war (und ist) gewissermaßen der Balzac der Blogosphäre. Unglaublich produktiv wie der französische Romancier, der ja ursprünglich Forsetzungsromane für Publikumszeitschriften schrieb.
Die Wikipedia sagt über Honoré de Balzac, den Schöpfer der voluminösen „Comédie Humaine„:

Balzac

>Zur Verwirklichung dieses Projektes schrieb Balzac in den nächsten Jahren wie besessen. Sein infernalischer Arbeitsrhythmus (oft 15 bis 17 Stunden am Tag), den er wie symbolisch in einer Art Mönchskutte absolvierte, und sein enormer Kaffeeverbrauch wurden legendär.<

So ähnlich konnte man sich als Leser auch den scheinbar nimmermüden Basic vorstellen. Allerdings mehr kettenrauchend als kaffeeschlürfend.
Da (und anderswo) enden allerdings die Gemeinsamkeiten.
Der gebürtige Kroate ist im Gegensatz zu dem Franzosen Familienvater und Noblesse dürfte dem nur ungern als „Alpha-Blogger“ titulierten schnuppe sein. Begegnet man ihm, ist er ein Blogger wie Du und ich.

So befremdlich es zunächst klang: Die Idee, sein Blog zu verkaufen, war wohl gar so nicht übel. Links und Feedabonnements dürften ihm bald zu seinen neuen Adressen folgen. Und mit den zweisprachig betriebenen buzzriders.com könnte er seine Leserschaft sogar noch vervielfachen.
Aber warten wir erst einmal ab. Vielleicht kommt ja noch der Trennungsschmerz und bremst den Tatendrang des Turbobloggers.


Bei YouTube gibt es inzwischen die sehr vergnügliche
„Robert Basic Story“. Man ahnt: Die Geschichte geht weiter.
Gespannt kann man auch sein, ob sich das Investment für den Käufer von basic-thinking wirklich lohnt.
Der heißt Thomas Strohe und stellt sich auf Basics Ex-Blog schon vor:

>ich bin Gründer von www.serverloft.de, einem der größten deutschen Anbieter für dedizierte Server. Meine Kollegen und ich sind seit langem begeisterte Leser des Blogs von Robert. Seit Bekanntwerden der Versteigerung standen wir mit Robert in Kontakt und haben mit ihm lange über die Zukunft des Blogs gesprochen. Wir waren erst sehr traurig, dass dieses vielseitige Blog mit Schwerpunkt auf Web- und Technikthemen nicht weiterbestehen sollte, und haben uns dann überlegt, was wir tun können. Die einfach Antwort: Wir kaufen es und führen Basic Thinking im Sinne von Robert weiter.

Für eine Übergangszeit von einigen Monaten wird Robert Basic eng mit uns zusammenarbeiten, um eine reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Themen wie Trends im Netz, Blogging, Social Networks, Web-Startups usw. werden auch in Zukunft Schwerpunkte des Blogs bilden. Wir wollen die Rolle des Blogs als eines der besten und bekanntesten im deutschsprachigen Raum weiter ausbauen.

So, das war’s erstmal von mir. Ich muss jetzt Weg, weil die Mutter meiner Freundin heute einen runden Geburtstag feiert. Und da darf ich nicht fehlen … ;-)<

Wenn Gerhard Schoolmann (abseits.de) recht haben sollte, kann sich Strohe später auch ruhig schlafen legen. Der Bamberger Blogger und Gastronom fand nämlich selbst 100.000 Euro für Basic-Thinking noch als zu niedrig geschätzt.

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Im UPLOAD-Magazin von Jan Tißler konnte man gestern ein Interview mit dem gerade 16 Jahre alten Yannick Eckl lesen. Auch der hatte sein Blog verkauft – im August letzten Jahres.
Eckls „Blogschrott“ war laut dessen Auskunft in finanzieller Hinsicht alles andere als Schrott.
6000 Euro will er erhalten haben. Da erscheinen die 47 000 für Basic Thinking fast schon geschenkt.
Was übrigens in SPIEGEL-ONLINE heute zu Basic-Thinking zu lesen ist, hört sich – gelinde ausgedrückt – unprofessionell an. Da heißt es ungetrübt von allzuviel Ahnung:
> 46.902 Euro zahlte er für die Domain, das Logo und den namen „Basic Thinking“.<
Nein: Thomas Strohe hat nicht nur die „Domain“ basicthinking.de, das Logo und den Namen „Basic Thinking“ gekauft, sondern auch rund 12.450 Artikel aus Basics Feder bzw. Tastatur.