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„Grenzen der Seriosität“: Thomas Baader über einen Vortrag der ‚Islamophobie‘-Expertin Sabine Schiffer in Michelstadt

Liest man den nachfolgenden Artikel von Thomas Baader, nebenbei Pressesprecher des Vereins für Menschenrechte und Integration (peri e.V.), kommt ein Gefühl des Déjà-vu auf: Diese Debatte wurde hier doch schon geführt – vor allem mit der Odenwälder Bloggerin Claudia Troßmann.
Sie verblüffte damals mit folgender Aussage:

Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im Islam ein differenziertes ‘Bilderverbot’ herrscht. Dafür braucht man nun wirklich kein islamwissenschaftliches Studium.”

Wegen dieses ‚differenzierten Bilderverbotes‘ müsse sich ein Karikaturist nicht wundern, so die implizite Folgerung, wenn er bei einem Verstoß gegen das Gebot um sein Leben fürchten muss.

Claudia Troßmann sollte am 8. November ebenfalls in Michelstadt gewesen sein und Sabine Schiffer applaudiert haben. Über die hatte sich vor 3 Jahren bereits der Kölner Stadtanzeiger Gedanken gemacht: „Das seltsame Institut der Sabine S.

Der Titel der Veranstaltung lautete „Wo sind die Grenzen der Meinungsfreiheit? Antimuslimischer Rassismus/Islamophobie“, wobei die zuletzt genannte begriffliche Verwirrung programmatisch für den Abend war. Die Veranstaltung wurde gemeinsam ausgerichtet von Attac Odenwald, Odenwald gegen Rechts, den Naturfreunden, dem DGB Odenwaldkreis, der DKP Kreisgruppe Odenwald, der GEW Odenwald, der GEW Darmstadt/Dieburg, der Linken Odenwaldkreis und dem Runden Tisch Reichelsheim.

Entsprechend findet man beim Eintreten nicht nur Flyer der diversen Initiativen ausliegend, sondern auch aktuelle Ausgaben der „jungen welt“. Um die Wartezeit zu verkürzen, blättert man ein wenig in der Zeitung und stößt auf einen romantisch verklärenden Artikel von Dietmar Dath über die Oktoberrevolution. „Die allverächtlichsten Arschlöcher, gegen die sie [das Proletariat – sic!] sich dabei behaupteten, die sie dafür besiegen mußten, redeten übrigens in demselben verlogenen, ekelhaften Zungenschlag, der heute die Standortpredigten der Bourgeoisie und ihrer Ausgehaltenen bis tief in die rechten Sumpfbezirke der Gewerkschaftsarbeit prägt […]“, heißt es dort aus Seite 11. Und weiter: „Das ist genau der verdrehte Quatsch, den Angela Merkel den griechischen Nichtbesitzenden vorheult […].“ Im geifernden Stil wird Kerenski als „handzahmer Napoleon-Wichtel“ bezeichnet, dann erst kommt Lenin mit „schweißtreibende(r) Überzeugungsarbeit“, um das Programm „Frieden statt Weltkrieg“ umzusetzen. Eine ideologische Verhunzung der tatsächlichen historischen Ereignisse, wie sie verfälschender kaum sein könnte.

Was hat das alles eigentlich mit dem Thema der Veranstaltung von Frau Schiffer zu tun, mag man sich fragen. Nichts. Eben. Warum liegen die Exemplare der „jungen welt“ dann überhaupt aus?

Schließlich ist es so weit, 40 Zuhörer (darunter ein erheblicher Teil Angehörige der veranstaltenden Initiativen) füllen den kleinen Saal. Der Altersdurchschnitt ist eher hoch. Vorne erhebt sich ein bärtiger Herr und spricht die einleitenden Worte: Unmittelbarer Anlass für die Veranstaltung seien Anti-Islamisierungs-Aufkleber gewesen, die in letzter Zeit in Michelstadt aufgetaucht seien. Aber auch Politiker aus der Mitte der Gesellschaft äußerten sich mittlerweile entsprechend. Als noch problematischer bezeichnet der Sprecher aber „Institutionen, die unsere Verfassung schützen sollen“. Er sieht Wurzeln des frühen Verfassungsschutzes in der NS-Zeit, aber auch heutige Generationen hätten ihr Handwerk von diesen Alten gelernt. Und zum Abschluss: Die „Neofaschisten in Regierungskreisen“ solle man nicht unterschätzen.

Sabine Schiffer beginnt ihren Vortrag mit dem Verweis auf einen „polemischen Beitrag in der taz“, in dem Deniz Yücel Thilo Sarrazin verunglimpfe. Diese Sarrazin-Verteidigung überrascht sicherlich nicht wenige im Saal. Schiffer will an diesem Beispiel zeigen, dass die Meinungsfreiheit Grenzen habe, dass man selbst gegen einen Sarrazin nicht alles sagen dürfe. Allerdings, so Schiffers Argumentation, werde hier von den Sarrazin-Anhängern mit zweierlei Maß gemessen: Grenzen der Meinungsfreiheit gebe es für sie bei Angriffen auf Sarrazin, nicht aber bei Angriffen auf die Muslime.

Sabine Schiffer versucht sich anschließend an einer Definition der Grenzen der Meinungsfreiheit, indem sie die gesetzliche Situation in Deutschland beschreibt. Durch den Paragraph zur Volksverhetzung etwa sei die Leugnung des Holocausts in Deutschland verboten, was einzigartig sei. In diesem Moment Stirnrunzeln und Getuschel im Publikum – zu Recht, denn tatsächlich ist Holocaustleugnung in vielen Ländern Europas strafbar, und dem deutschen Volksverhetzungsparagraphen vergleichbare Gesetze gibt es reichlich, so etwa in Österreich („Verhetzung“) und Frankreich („Anstiftung zum Rassenhass“). Diese Äußerung Schiffers wird jedoch nicht die einzige Merkwürdigkeit des Abends bleiben.

Schiffer fährt unbeirrt in ihrem Vortrag fort und erklärt ihre Lieblingsmethode, die „Gegenprobe“, die darin besteht, in bestimmten Aussagen einzelne Wörter auszutauschen. Sie spricht also den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“, und danach langsam und bedacht die folgenden Sätze:
„Juden neigen zur Gewalt.“
„Männer neigen zur Gewalt.“
„Afrikaner neigen zur Gewalt.“
„Amerikaner neigen zur Gewalt.“
Anschließend richtet Schiffer an die Anwesenden die Frage: „Wo ist das Problem bei den Sätzen?“ Murmelnde Antworten aus dem Publikum: „Verallgemeinerung…“

Spätestens an dieser Stelle wird die Veranstaltung unfreiwillig komisch. Schiffers Vortragsstil gleicht altmodischem Grundschulunterricht, wobei die Frage unbeantwortet bleibt, warum erwachsene Menschen das tatsächlich mit sich machen lassen. Leider kommt an dieser Stelle keine echte Debatte auf. Man könnte nämlich fragen, ob Schiffer auch ein Problem hätte mit der Formulierung „Männer neigen, statistisch gesehen, eher zur Gewalt als Frauen.“ Dieser Satz ist nämlich zweifellos wahr. Unklar bleibt auch: Wer hat den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“ eigentlich gesagt? Der Kommentarbereich von Politically Incorrect etwa? Das wäre zu erwarten gewesen. Ernstzunehmende Kritiker des Islam hingegen verweisen durchaus auf Gewaltprobleme in bestimmten Communitys, drücken sich aber in der Regel differenzierter aus. Wer ist hier also eigentlich gerade der Gegner?

Schiffer widmet sich nun den bereits erwähnten Aufklebern. Das Layout eines solchen Aufklebers wird per Beamer an die Wand gestrahlt, man sieht eine durchgestrichene Moschee und den Aufruf, die Islamisierung zu stoppen. Schiffer fragt, was hierbei die Prämisse ist. Dann die Erkenntnis: Die Prämisse ist, dass es eine Islamisierung gibt.
Ähnlich wird mit einem Titelblatt des „stern“ verfahren, auf dem zu lesen ist: „Wie gefährlich ist der Islam?“ Prämisse sei, dass er überhaupt gefährlich ist, unklar sei nur wie sehr.
Das lässt sich beliebig fortsetzen, aber es wird dankenswerterweise darauf verzichtet. (Für alle aufmerksamen Leser, denen das nicht zu hoch ist: Schiffers Prämisse beim Nennen dieser beiden Prämissen ist übrigens, dass sie inhaltlich falsch sind.)

Es folgt eine kleine Begriffsdefinition, die eigentlich für Schiffer nur in der Erklärung besteht, dass sie die Begriffe „Islamophobie“, „Antimuslimismus“, „antimuslimischer Rassismus“ und „Islamfeindlichkeit“ synonym verwende. Kritik am Begriff „Islamophobie“, so erfährt man, sei ohnehin nur da, um Rassismus zu verschleiern. Nun sind allerdings (und das sagt Frau Schiffer nicht) gerade die Begriffe „Islamophobie“ und „antimuslimischer Rassismus“ in der Forschung heftig umstritten. Gegen den letzteren kann man zumindest einwenden, dass Ressentiments gegen Angehörige einer Religionsgemeinschaft, die sich nicht ethnisch definiert, ebenso wenig als Rassismus gelten kann wie Ressentiments gegen Homosexuelle (was freilich nichts daran ändert, dass beide Arten von Ressentiment existieren). „Islamophobie“ wiederum richtet sich seiner Wortbedeutung nach inhaltsorientiert gegen den Islam als Lehre und nicht gegen die Muslime als Menschengruppe. Aber diese Dinge werden an diesem Abend nicht diskutiert. Der Beamer strahlt ein paar passende Sätze an die Wand, darunter den folgenden: „Islamfeindlichkeit dient – wie jeder Rassismus – der Verfassung etablierter hierarchischer Strukturen und somit der Abwehr von Inklusion und Entwicklung.“ Schiffer schließt dieses Kapitel mit der Behauptung ab, der Begriff „antimuslimischer Rassismus“ werde sich am Ende wohl durchsetzen.

Sie klappert weitere Stationen ab. Vom Mohammed-Schmähfilm hätte „Media for Christ“ profitiert und nicht die Salafisten. Der „Salman Rushdie-Rahmen“ sei auf die Mohammed-Karikaturen gelegt worden, wo er nicht hingehöre, denn im Gegensatz zu Rushdies Kunstwerk wollten die Karikaturen „provozieren“.

Es wird im Verlauf des Abends immer mal wieder verschwörungstheoretisch: Wenn etwa George W. Bush nach 9/11 in eine Moschee gehe, um zu zeigen „Das hat nichts damit zu tun“, dann stelle Bush ja gerade den Kontext her, den er angeblich vermeiden wolle. Verblüffende Logik! Aus dieser Perspektive heraus könnte man auch auf die Idee kommen, dass Sabine Schiffers Veranstaltung eigentlich dazu diene, dass mit dem Islam doch irgendwie eine Gefahr assoziiert werde.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends: Schiffer hadert mal wieder mit einem Cover des „stern“. Man sieht Ahmandinedschad, man sieht einen Atompilz, man sieht die Kuppel einer Moschee und man sieht den Schriftzug „Wie gefährlich ist der Iran?“ Anstoß nimmt sie, das war zu erwarten, an der Abbildung der Moschee. Schiffer schreitet also zur Gegenprobe und präsentiert ein Bild aus einem arabischen Blog, das sie für „vergleichbar“ hält: ein Atompilz, Ariel Scharon, über Scharons Kopf ein Davidstern. Ein Herr aus dem Publikum wendet an dieser Stelle ein, dass er Schiffer nicht ganz folgen könne: Der Islam sei doch aber nun wirklich die ideologische Grundlage der Herrschenden im Iran. Schiffer daraufhin: „Bei Israel ist das die Religion aber doch auch.“ Im Folgenden wird dann noch zwischen Schiffer und dem Publikum die Frage erörtert, ob das Scharon-Bild auch antisemitisch wäre, wenn man statt des Davidsterns die israelische Flagge abgebildet hätte. Und schließlich will ein Mann erkannt haben, was am Cover des „stern“ noch problematisch sei: Die Moscheekuppel sehe ja aus wie eine Bombe. Frau Schiffer warnt jedoch vor Überinterpretationen.

Noch einmal kommt das Thema Mohammed-Karikaturen auf den Tisch bzw. per Beamer an die Wand. Die bekannte Westergaard-Zeichnung (Mohammed mit Bomben-Turban) wird in eine Reihe gestellt mit anstößigeren Karikaturen anderer Herkunft. Einspruch kommt von einigen Gästen im Saal, die doch einen klaren inhaltlichen Unterschied zwischen der Karikatur des dänischen Künstlers und den anderen Zeichnungen sehen. Jemand aus dem Publikum fragt: „Betreiben wir da aber nicht gerade selbst Verallgemeinerung?“ Zweifellos der intelligenteste Satz des Abends, und er kommt nicht von Frau Schiffer. Sie versucht stattdessen die angebliche Gefährlichkeit von Westergaards Karikatur zu erläutern. Jyllands Posten gilt ihr als rechtes Blatt, das schon früher entsprechend aufgefallen sei. Leider versäumt es Sabine Schiffer, die Geschichte der Karikaturen richtig darzustellen: Kein Wort davon, dass dänische Imame diese Karikaturen, die über einen längeren Zeitraum von der islamischen Welt völlig unbeachtet blieben, auf eine Reise in die entsprechenden Länder mitnahmen, um die dortige Bevölkerung anzustacheln. Ebenfalls „vergisst“ Schiffer zu erwähnen, dass die Imame noch weitere, weitaus anstößigere Karikaturen im Gepäck hatten, die nicht aus Jyllands Posten stammten (aber der Eindruck sollte wohl erweckt werden).

Der Abend hat noch einen weiteren Höhepunkt parat: Schiffer weist auf das Phänomen des „humanitären Rassismus“ hin, was freilich, wie sie selbst bekennt, eine widersprüchliche Begriffsbildung sei. Der Diskurs um Emanzipation, Frauen- und Menschenrechte werde ebenfalls zur Verbreitung von Ressentiments genutzt. Gemeint sind also ganz offensichtlich humanistische und Menschenrechtsarbeit leistende Initiativen, die auf Probleme im muslimischen Milieu hinweisen und sich entsprechend engagieren. Da ist er also mal wieder, der gute alte Rundumschlag der Diffamierung. Verwundern dürfte er niemanden, denn es sind genau jene Initiativen, aus deren Reihen berechtigte Kritik an Sabine Schiffer geübt wird – so auch im Vorfeld des heutigen Abends. Die Diffamierung durch Schiffer erscheint als bizarrer Vorgang, wenn man bedenkt, dass einige dieser „humanitären Rassisten“ Musliminnen und Muslimen aus lebensbedrohlichen Situationen heraus geholfen haben, während Sabine Schiffer Aufkleber analysiert.

Präsentiert wird schließlich auch das Bild des berühmten afghanischen Mädchens ohne Nase – nach Schiffer gehe es hierbei um einen „Missbrauch der Geschichte“ der Betroffenen, um die NATO in Afghanistan bleiben lassen zu können. Wie absurd das sei, könne man daran sehen, dass die Verstümmelung des Mädchens während des Aufenthaltes der NATO in Afghanistan geschehen sei. Diese Logik ist nicht gerade bestechend. Führen wir den Gedanken einmal fort: Wenn sich in einer Stadt ein besonders schlimmes Gewaltverbrechen ereignet, so wäre nach Schiffers Denkweise eine Aufstockung der Polizeikräfte nicht sinnvoll, weil das Verbrechen sich ja trotz der Existenz der Polizei ereignet hat.

Der Abend schließt mit einer Diskussionsrunde, Zuhörer können Fragen stellen oder Anmerkungen einbringen. Wie schon zuvor, reagiert Schiffer auf Kritik nicht gerade souverän, würgt unangenehme Redebeiträge ab („das nervt jetzt vielleicht die anderen“) oder gibt auf Fragen, die ihr nicht passen, ausweichende Antworten.

Was bleibt schließlich als Erkenntnis des Abends? Vielleicht, dass der, der mit Sabine Schiffer und der DKP im Gepäck zum antirassistischen Appell antritt, ein Glaubwürdigkeitsproblem hat? Dass man es in Michelstadt bereits als „gut besucht“ empfindet, wenn eine Rednerin etwa vierzig Zuhörer (davon ein Viertel bis ein Drittel Angehörige der veranstaltenden Initiativen selbst) anzieht? Dass Initiativen, die von Gewalt bedrohten Musliminnen und Muslimen Betreuung, Schutz und Hilfe zukommen lassen, in Wahrheit verkappte „humanitäre Rassisten“ sind? Dass die Grenzen der Meinungsfreiheit klar definiert wurden? Man weiß es nicht. Aber man weiß hoffentlich nach der Lektüre dieses Berichts ein wenig mehr darüber, wo die Grenzen der Seriosität zu finden sind.

Quelle: menschenrechtsfundamentalisten.de

Cheers, Mr. Hitchens!

Was kann einen Atheisten noch trösten, wenn sein Diesseits bald endet und ein Jenseits nicht zu erwarten ist?
Vielleicht ein „Cheers!“ all seiner gottlosen Kumpane weltweit. In diesem Sinne schließen wir uns an: Cheers, Mr. Hitchens!

Von den Verkaufszahlen seiner Autobiographie wird er nicht mehr viel haben, dennoch hier das Buch von und über Christopher Hitchens als Lesetipp:

>Wie ein britischer Trotzkist, in der ersten Reihe der Vietnamkriegsgegner, nach dem 11. September die amerikanische Staatsbürgerschaft annimmt und bis heute zu den prominentesten und umstrittensten Befürwortern des Irakkriegs zählt. Wie der zum christlichen Glauben erzogene Sohn einer freigeistigen Mutter, die bis zu ihrem Selbstmord ihre jüdische Herkunft geheim hielt, seine atheistischen Ansichten zum Weltbestseller macht. Wie ein auf Kuba kaffeepflückender junger Linksintellektueller gegen das Establishment anstürmt und sich beim Cocktail mit Margaret Thatcher wiederfindet. „The Hitch” ist die Roadmap für ein Leben, das nichts, wirklich nichts ausgelassen hat.<

10 Jahre später: Brief an den Geist des Mohammed (‚Allahu Akbar‘) Atta

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Was vor 10 Jahren geschah, ließ mich schlagartig neu über das Heilige Buch des Islam denken, aus dem Massenmörder ihre Inspiration bezogen hatten. Und natürlich über die Religion selbst – und über Religion als solche.
Den fanatisierten Idioten Mohammed Atta sah ich im Jenseits vereint mit Baruch Goldstein und Timothy Mc Veigh. In einigen Jahren wird sich mit Anders Breivik ein weiterer Psychopath hinzugesellen – für das Jenseits sind einige irdische Jahre ja nichts.

Von den in Den Haag einsitzenden Kriegsverbrechern aus dem ehemaligen Jugoslawien heißt es, dass sie sich alle gut verstünden – ungeachtet unterschiedlicher Seiten, auf denen sie seinerzeit standen und kämpften.
Die Vision einer einvernehmlichen Killerrunde im Jenseits ist also plausibel.

Nachfolgend alte, aber noch immer aktuelle Gedanken:

Sehr geehrter Herr Atta,

meine Anrede mag Sie verwundern, wo ich Ihre Tat doch verabscheue, Ihren Glaubenshintergrund nicht im Geringsten teile und Sie daher allein bei den Toten sehe – weder im „Himmel“, in den Sie sich in bizarrem, religiösem Wahn hineinmorden wollten, noch in der Hölle, wo Ihre vielen Opfer Sie so verständlich hinwünschen mögen.
Doch für einen Moment bilde ich mir ein, Sie noch vor Ihrer Tat zu erreichen – wie in einer Zeitmaschine, die den Ablauf der Zeit umkehren und aufheben kann.
Und ich bilde mir für einen Moment ein, Sie zu erreichen durch das ZIVILE Wort, das Sie so monströs missachtet haben. Denn wenn Sie auch nur im Entferntesten ein berechtigtes Anliegen hatten, Sie hätten es in Worte fassen können, sei es auf Papier oder einem entrollten Transparent.
Tatsächlich aber spreche ich nicht Sie persönlich an, sondern jenen Geist, der sich Ihrer bemächtigt hatte.
Einen Geist, den ich vor allem bei Ihren mordenden „Glaubenskriegern“ erkenne, sei es in Algerien, Palästina oder Afghanistan, aber auch bei jenen „Christen“ in Nordirland, die Steine gegen Schulkinder werfen, weil diese zur anderen Konfession gehören

Ich sehe Sie vor mir – im Anflug auf das World Trade Center, wenige Sekunden vor dem Crash.
Und ich höre Ihr letztes Stoßgebet, während Sie im Begriff sind, sich selbst und einige Tausend Unschuldige umzubringen: „Allahu akbar – Gott ist groß!“
Und dann Augen zu und durch – ins Paradies .
Das soll ja Ihr gegenwärtiger Aufenthaltsort sein, wenn man Ihrem Irrsinn Glauben schenkte.

Ich versuche, es mir vorzustellen:
Jenes mordlüsterne Ungetüm, das Sie Gott nennen, verleiht Ihnen den Generals-Orden für die Märtyrertat:

„Gut gemacht, Atta! Du hast Kinder umgebracht, Du hast Frauen und Männer aus Dutzenden Nationen umgebracht, alle Hautfarben, viele Glaubensrichtungen, auch Glaubensbrüder, alle ahnungslos und wehrlos. Auf Dich, heiliger Krieger, kann man sich verlassen. Zum Dank darfst Du ewig jung bleiben und hast freien Zutritt zu meinem Freudenhaus mit hundert wunderschönen, großäugigen Huris.“

Wenn Ihnen an solchen Freuden überhaupt gelegen ist. In Ihrem Testament wollten Sie Frauen weder bei Ihrer Beerdigung noch an Ihrem Grab sehen. Eine Sorge, die Sie in der Tat nicht mehr haben müssen.

Vielleicht vertreiben Sie sich in Ihrem Paradies die Zeit auf einer (sicheren) Aussichtsplattform. Dort können Sie hinüber in die Hölle blicken, wo die Ungläubigen schmoren – darunter auch viele Ihrer Opfer. Ein sadistisches Vergnügen, das Ihr monströser Gott den wahren Gläubigen in seinem Paradies zusätzlich bereit hält.

Es sind also wahrhaft moralische Visionen, mit denen Sie die dekadenten, gottlosen Westler überzeugen wollen. Vor allem uns Deutsche, schließlich haben wir beste Erfahrungen mit Ihrer Geisteshaltung gemacht.
Was sagte doch Heinrich Himmler, wie Sie ein finaler Selbstmörder und mordender Judenhasser, seinen SS-Gruppenführern:

Ich will hier vor Ihnen in aller Offenheit auch ein ganz schweres Kapitel erwähnen…Ich meine jetzt … die Ausrottung des jüdischen Volkes….Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht.“

Auch Sie sind sicher „anständig geblieben“, als Sie Ihrem Leitguru und seinem Leitfaden folgten. Bestimmt haben Sie viel gebetet, sich vor dem Verlassen des Hotelzimmers gründlich gewaschen und dann Ihre beste Kleidung getragen.

„Wenn die Arbeit getan ist und alles gut verlaufen ist, werden alle sich die Hände reichen und sagen, dass dies eine Aktion im Namen Gottes war.“

Ja, Herr Atta. Es war eine „Aktion im Namen Gottes“, blutrünstig und böse wie so oft, wenn das Höchste für das Niedrigste herhalten soll.

„Gott“ und wieder „Gott“, mit diesem Wort sind die Sätze Ihrer frommen Glaubenskumpane so gespickt wie die Köpfe damit vernagelt sind.
Ein Ungläubiger wie ich spürt, dass im besten Fall ein Scheinheiliger spricht und im schlimmsten Fall der Teufel nah ist, wird Gott in jedem zweiten Satz beschworen.

„Der Fanatismus ist für den Aberglauben, was das Delirium für das Fieber“, sagte Voltaire vor über 200 Jahren.

Ihre Kumpane würden ihn und seine Bücher ja noch heute verbrennen, so wie vor 400 Jahren Ihre inquisitorischen Geistesverwandten in Rom Giordano Bruno auf den Scheiterhaufen stellten. Scharia für alle und immer.

Das vor allem erstaunt mich: wie Sie strebsam studieren und gleichzeitig religiös delirieren konnten, wie Sie in der Moderne leben konnten und sie für sich nutzten und gleichzeitig geistig im dunkelsten Mittelalter zu Hause waren.

Nun hat auch Pol Pot aus seinen Studienjahren in Paris den Plan zum Steinzeit-Kommunismus für Kambodscha mitgenommen, statt Stadtbau Killing Fields. Alles ist möglich.

Wenn Sie sich am 11. September 2001 nicht für alle Zeiten selbst pulverisierten, wenn Ihre mit mörderischem Hass ausgewaschene Seele tatsächlich noch in irgendwelchen Sphären hausen sollte, dann wird sie, so glaube ich, in ganz anderer Gesellschaft sein, als von Ihnen erhofft.

„Die beste Gesellschaft, in der man sich befinden kann“ wäre für Sie nämlich keine Gesellschaft von Märtyrern, sondern von Mördern, bestenfalls von solchen, für die der eingebildete, gute Zweck alle Mittel heiligt. Quer durch alle Zeiten, Religionen und Ideologien.

Aus jüngerer Zeit könnten Sie dort dem serbischen Moslem-Mörder Arkan begegnen – ihm und seinesgleichen gebot übrigens ihr großer „Satan“ USA Einhalt. Oder auch dem israelischen Rechtsradikalen Baruch Goldstein und dem amerikanischen Rechtsradikalen Timothy Mc Veigh.
Mit diesen zusammen können Sie dann im Sinne Ihres Gurus ein „gutes, ewiges Leben voller positiver Werte“ führen.

Und auch wenn Sie unter den Toten nicht mit denen vereinigt sind, zu denen Sie gehören, so ist zu hoffen, dass sich die Gutgesinnten unter den Lebenden zusammenschließen, ob gläubig oder ungläubig. Nicht gegen Sie persönlich, sondern gegen das, was Sie verkörpern, egal unter welchen Farben und Fahnen.

Ohne freundliche Grüße …..

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In der linksfaschistischen Gazette „Junge Welt“ bewies gestern der Satiriker Wiglaf Droste, dass er auch einem tausendfachen Massenmord (witzige??) Pointen abgewinnen kann – und bemerkenswerte Einsichten:

>Der Einsturz zweier häßlicher und sehr verzichtbarer Türme hat nur nationalfolkloristische Bedeutung.
Für mich wird der 11. September 2001 bleiben als die Geburtsstunde der bemannten fliegenden Architekturkritik. Das Ingenieurbüro bin Laden & Erben könnte weiterhin viel zur Verschönerung der Welt beitragen. Gegen blindundtaube Hirne/ hilft recht gut die Abrißbirne. Um es präsidial zu sagen: auch und gerade in Deutschland.<

Droste mag

>wehmütig davon träumen, die Flugreisen am 11. September 2001 hätten Deutschland zum Ziel gehabt.<

Aber wohl doch nicht das Örtchen, an oder auf dem er sich damals befand.

Im Gespräch mit Charlotte Roche hatte Droste bereits vor einiger Zeit den „Pietätsterror“ rund um den 11. 9. ins Visier genommen.
„Gut gekotzt“, konnte man da nur sagen.

Offener Brief an Christian Wulff: „… als hätte ein Bundespräsident im Jahre 1980 nicht die Mauerspringer, sondern den real existierenden Sozialismus umarmt“

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Es gibt Tage, da lohnt ein Blick in den Tagesspiegel. Nachdem dort vor zwei Tagen schon Monika Maron die „Islam“-Rede von Christian Wulff treffend kommentiert hatte, findet sich heute in der Berliner Zeitung ein an den Bundespräsidenten gerichteter, offener Brief von Henryk M. Broder und Reinhard Mohr. Sie sagen, was noch zu sagen war und sprechen mir aus meiner (areligiösen) Seele:

>[…] Aber wir verstehen natürlich: Sie meinten die Kultur des Abendlandes. Doch hier fehlt dann wieder das entscheidende Wort: Aufklärung. Es kommt in Ihrer Rede nicht vor. Weder Kant noch Voltaire, weder Spinoza noch Moses Mendelssohn. Das ist kein Zufall, denn auch die alten Römer und Griechen kommen bei Ihnen ja nicht vor, weder Aristoteles noch Sokrates oder Seneca. Kurz: Die gesamte europäische Geschichte von Aufklärung, Revolution und Humanismus ist Ihnen keinen einzigen Satz wert. Dabei ist sie doch die Grundlage unserer demokratischen Republik.

Apropos Republik: Indem sie „den Islam“ gleichberechtigt neben Christentum und Judentum stellen, erwecken Sie trotz Ihrer rhetorischen Relativierung des adebei den Eindruck, als sei das vereinte Deutschland keine zivile, säkulare Republik freier Bürger, sondern die Summe seiner Religionsgemeinschaften, eine Art multikulturelle Glaubenskongregation, ein einziger fortwährender Kirchentag unter dem gemeinsamen Vorsitz von Margot Käßmann, Kardinal Meissner, Charlotte Knobloch und dem Zentralrat der Muslime.

Absurd genug, aber selbst wenn es so wäre, müssten wir erst recht fragen: Und was ist, bitteschön, mit den Baha’i und den Buddhisten, mit Hindus und Anhängern evangelikaler Sekten, mit orthodoxen Juden und Paderborner Diaspora-Katholiken? Und was mit den frei schwebenden Esoterikern aller Glaubensrichtungen, Vegetariern und Veganern, den Apokalyptikern und Verschwörungsliebhabern aller Bundesländer?

Unsere dringendste Nachfrage, verehrter Herr Bundespräsident, betrifft allerdings uns selbst, zugegeben: merkwürdige Menschen, die, obzwar zutiefst in der christlich-deutsch-jüdisch-polnisch-hessischen Geschichte verwurzelt, gar nicht religiös sind und, pardon, keiner Glaubensgemeinschaft wirklich angehören.

Kurz: Was ist mit uns Ungläubigen und Agnostikern, uns ewigen Zweiflern, Kritikastern und Rotweintrinkern?

Gehören wir auch dazu? Sind Sie auch unser Bundespräsident, womöglich mit derselben „Leidenschaft“, mit der Sie Präsident aller Muslime sind? Und worin würde sich diese Leidenschaft dann offenbaren?

Vielleicht gar in der öffentlich geäußerten Erkenntnis, dass sich Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in unserer „christlich-jüdischen Geschichte“ fast immer im Kampf der Aufklärung gegen die Macht der Religion und des Glaubens durchgesetzt haben? […]

Es wäre richtig gewesen, die Muslime in Deutschland willkommen zu heißen und bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass sie – ebenso wie die DDR-Bürger vor dem Fall der Mauer – mit den Füßen abgestimmt haben. Dass sie aus Ländern gekommen sind, in denen es keine Demokratie, keine Meinungsfreiheit, keine Gewaltenteilung, keine Gleichberechtigung, nicht einmal das Recht gibt, seinen Ehepartner frei zu wählen.
Indem Sie aber den Islam willkommen geheißen haben, haben Sie auch all das willkommen geheißen, wovor Millionen von Moslems geflohen sind. Es ist, als hätte ein Bundespräsident im Jahre 1980 nicht die Mauerspringer, sondern den real existierenden Sozialismus umarmt. […] < [Links und Hervorhebungen von uns]

Kritik an Wulff: Auch Satanismus und Scientology gehören zu Deutschland!

satanErstaunlich, wer sich da als treue Leserin der Odenwald-Geschichten outete: Dieser Tage erhielten wir eine mail von Lucy Ferency aus der kleinen Odenwälder Gemeinde Teufelsbrunn.
Frau Ferency weist sich als Vorsitzende der „Deutschen Satanisten“ aus und übt herbe Kritik an der Rede des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff.
Sie beklagt, dass Wulff ausschließlich dem Islam zuerkenne, neben Christentum und Judentum nunmehr auch zu Deutschland zu gehören.
Und was ist mit uns?“, fragt sie.
Schon seit Jahrhunderten sei der Teufel in Europa heimisch, seine Anbeter seien als religiöse Minorität immer wieder Verfolgungen ausgesetzt gewesen. Ein Grund mehr, dieser religiösen Gemeinschaft heute Respekt entgegenzubringen.
Sie hat Wulff auch direkt angeschrieben. „Und wenn er gar nicht reagiert?„, habe ich sie gefragt. Mit der nächsten mail kam die klare Antwort: „Dann soll er zum Teufel gehen!“

Klar ist: Der Bundespräsident macht all denen Hoffnung, die sich ihrer Religion wegen bislang in Deutschland noch nicht ausreichend akzeptiert sehen.
Dazu passt auch eine andere Meldung: In Großbritannien wurde das Druidentum nun offiziell als Religion anerkannt. Europa öffnet sich dem Multi-Religiosi.
Ohne Zweifel wird auch Scientology in Deutschland erneut gleiches Recht für sich einfordern.
Anders als im Falle Allahs sei im Namen von Ron Hubbard bislang noch kein Terroranschlag verübt worden, keine diebische Hand abgehackt und keine untreue Frau gesteinigt worden.
Mit Argumenten dieser Art könnte Tom Cruise bei nächster Gelegenheit Christian Wulff konfrontieren.

Andere Argumente führt die Schriftstellerin Monika Maron heute im Tagespiegel auf, gegen Wulff und gegen den Islam:

>Zu Deutschland gehören der Rechtsstaat, die Gleichstellung der Geschlechter, die Freiheit der Kunst, die Meinungs- und Religionsfreiheit, die Solidargemeinschaft, das Recht auf Bildung und gewaltfreie Erziehung. Aber nicht der Islam.<

Ist das ernst gemeint? Dann passt das ja hier nicht her…

Hello World! Tomorrow I will throw a Koran into a blue bin!

Für meine Leser im Odenwald: Morgen werfe ich einen Koran in die blaue Tonne.
Ich betone, dass ich damit weder den Propheten noch einen Gläubigen beleidigen möchte. Die Menschen in Jakarta, Karatschi, Kairo und Kuala Lumpur sollen dies wissen.
Ich ziehe um, ich habe zu viele Bücher und ich habe nicht das Geld, um mir eine teure Umzugsfirma zu leisten.
Also muss ich mich vorher schon wohl oder übel von einigen papiernen Schwergewichten trennen. Dazu zählt auch der Koran, ich habe ihn schließlich nie gelesen, es ist eine arabische Ausgabe.
Bringe ich deswegen deutsche oder amerikanische Soldaten am Hindukusch in Gefahr? Müssen Botschaftsangehörige in Beirut oder Teheran um Leib und Leben bangen?
Nein, das ist nicht meine Absicht, ich möchte damit keinen Clash of Civilizations und keinen Öl-Boykott auslösen, schon gar nicht einen Dritten Weltkrieg.
Sollte die Regierung in Berlin oder gar die in Washington dennoch entsprechende Befürchtungen hegen, bin ich bereit, meinen Plan zu überdenken.
Dazu müsste ich allerdings direkt kontaktiert werden!
Im Prinzip bin ich zwar nicht bestechlich, würde man mir aber 3000 Euro für eine gute Umzugsfirma geben, bliebe der Koran auch im neuen Regal in der neuen Wohnung – neben dem Märchenbuch von Hans Christian Andersen.

Da mein Vorhaben unbeabsichtigterweise von internationaler Bedeutung ist, folgt hier noch eine schnell von Google vorgenommen Übersetzung ins Englische:

>For my readers in the Odenwald: Tomorrow I’ll throw a Quran into the blue bin.
I would like to emphasize that I so as not to insult the prophet, even a believer. People in Jakarta, Karachi, Cairo and Kuala Lumpur should know.
I am moving, I have too many books and I do not have the money to me to make an expensive moving company.
So I have to disconnect me before that for better or worse by some heavyweights papiernen. This includes the Koran, I have never read him, finally, there is an Arabic edition.
Do I therefore German or American soldiers in Afghanistan in peril? Should members of the missions in Beirut and Tehran fear for life and limb?
No, this is not my intention, and certainly I do not want to trigger a Clash of Civilizations armed conflict, certainly not.
If the government in Berlin or even entertain the same time conforms to fears in Washington, I am ready to reconsider my plan. This, however, I would have to be contacted directly.
Although I am not corrupt, but one would give me 3000 € for a good moving company, the Qur’an would remain in the new shelves in your new home – along with the book of fairy tales by Hans Christian Andersen<.

TV-Tipp: KoranKinder – Nicht nur im Westen gibt es (religiösen) Missbrauch

koran 002Man sollte in der Missbrauchsdebatte sowohl der Odenwaldschule als auch diversen katholischen Einrichtungen eine Atempause gönnen – zumindest heute nacht, von halb eins bis kurz nach zwei.
Da zeigt das ZDF einen Dokumentarfilm von Shaheen Dill-Riaz über „Geschlossenen Gesellschaften“ in seinem Heimatland Bangladesch: „Das tyrannische System der Koranschulen“, so nennt Spiegel-Autorin Hannah Pilarczyk die in Bangladesh haussierenden islamischen Einrichtungen, in denen Kindern das Gehirn (aus-) gewaschen wird.

Pilarczyk schreibt:

>Hier steht Unterwerfung auf dem Lehrplan: Eine herausragende ZDF-Dokumentation dringt tief in das tyrannische System der Koranschulen ein. Selbst die allerjüngsten Schüler versinken dort in Apathie – auch Aussteiger sind für ihr Leben gezeichnet. […]

Kein Spiel, kein Ausgleich ist an den Madrassen für die Jungen vorgesehen. Sie sind apathisch, haben kaum mehr Kraft für Heimweh, in den wenigen Auszeiten möchten sie am liebsten nur schlafen.

Dill-Riaz hat auch mit erwachsenen Madrassa-Abbrechern gesprochen. Doch statt Kraft daraus zu schöpfen, dass sie der Tyrannei entkommen sind, sind auch sie gebrochen. Das erste, was ihnen die Madrassa genommen habe, sei die Lust am Lernen, sagen sie. Fast keiner von ihnen hat einen Job oder eine Ausbildung. Auch der Ausstieg ist kein Ausweg.<

Burka-Verbot: ‚Attacke auf das Selbstbestimmungsrecht des Menschen ohnegleichen‘?

Es dürfte kein Vergnügen sein, in einer Burka herumzulaufen. Schon gar nicht bei drückender Hitze, nicht in jenen Ländern bzw. an jenen Orten, wo Frauen bei Strafandrohung dazu gezwungen sind. Auch nicht in westlichen Ländern, wo ein komplett verhülltes Wesen ohne Gesicht, ähnlich einem Gespenst, erst recht die Blicke auf sich zieht, statt sie von sich fernzuhalten.
Eine Frau, die sie trägt oder tragen muss, verbirgt oder verliert für den anderen nicht nur das Gesicht, sie ist auch der Möglichkeit zur Kommunikation erheblich beschnitten, auch der Möglichkeit zur Flucht übrigens. All das erklärt, warum viele Kritiker in der Burka ein „mobiles Gefängnis“ erblicken.
Ein Verbot der Vollverschleierung , wie es nun das belgische Parlament ohne Gegenstimme beschlossen hat, war und ist noch immer diskussionswürdig.
Die Argumente, die Amnesty International dagegen führt, sind bedenkenswert, die Argumente gegen Gewalt im Namen der Religion waren überzeugender.
Was die inzwischen hauptsächlich anti-israelisch agierende Website mein-parteibuch.com in gleicher Sache ins Feld führt, ist nur noch grotesk.

Man muss es zitieren:

>Wenn sich zukünftig in Belgien eine muslimische Frau auf die Straße traut, die sich, beispielsweise um sich nicht nackt zu fühlen, vollverschleiert, muss sie dem vom Parlament ohne Gegenstimme angenommenen zukünftig mit Strafe rechnen.
Was da passiert, ist eine Attacke auf das Selbstbestimmungsrecht des Menschen ohnegleichen.< [Hervorhebungen von uns]

Man weiß nicht, welche (muslimische?) Frau dem Autor eingab, sich mit Hose aber ohne Burka „nackt zu fühlen„, man weiß auch nicht, von welchen möglichen „Attacken auf das Selbstbestimmungsrecht des Menschen“ der Autor eine Ahnung hat, wenn er meint, ein Verbot der Vollverschleierung (und damit auch von Burka und Niqab) sei in diesem Sinne eine Attacke ‚ohnegleichen‘.

Tatsächlich ist, wer so etwas schreibt, ohne jeden Verstand, vielleicht auch ohne jeden Skrupel.
Vor knapp einem Jahr bejubelte der gleiche Autor den mutmaßlich durch Wahlfälschung erlangten Sieg von Mahmud Ahmadinejad im Iran:

>Doch die Machthaber im Iran waren auf der Hut. Die Polizei hatte in Teheran für den Wahltag eine größere Übung angesetzt. Vandalierende Anhänger von Mussawi in Teheran lassen seinen Fanclub nun obendrein auch noch wie einen Haufen wilder Hooligans erscheinen. Die Proteste der Mussawi-Anhänger in Teheran führen zu nichts außer der Bestrafung der Vandalen. …

Wenn die propagandistischen Nebelwolken des grünen Budenzaubers der Teheraner Elite sich verzogen haben, dann ist damit zu rechnen, dass Mahmud Ahmadinejad so stark sein wird wie nie zuvor. < [“Grüne Welle” im Iran gescheitert„]

>Und natürlich haben die Pasdaran als Wächter der islamischen Revolution schon viel schwierigere Zeiten erlebt als die von den USA gesteuerte Randale der grünen Bewegung. Und darauf, dass die Pasdaran ihre Jugendorganisation Basij sich auf die Seite des grünen Mummenschanzes stellen, brauchen die USA gar nicht zu hoffen, denn Mahmud Ahmadinejad ist einer von ihnen und macht Politik ganz nach dem Geschmack der Pasdaran. […]
Schlechter sieht es dagegen für das zionistische Apartheidsregime von Tel-Aviv aus. Der Iran ist inzwischen auch eine veritable Medienmacht, die sich nicht scheut, dem rechtsextremen Kolonialregime immer wieder ihre Verbrechen vorzuhalten und den Widerstand gegen das Besatzungsregime zu unterstützen.< [Ein paar Gedanken zur Befreiungstheologie des Islam]

Vor 35 Jahren flirtete ein Teil der radikalen deutschen Linken [KBW] unter anderem mit Pol Pot und Idi Amin. Ein anderer Teil [Revolutionäre Zellen] war an einer Flugzeugentführung und der Selektion jüdischer Passagiere beteiligt, Ulrike Meinhof begrüßte das Attentat palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft während der Spiele in München.

Damals zentrale Figuren der radikalen Linken wie Horst Mahler sind heute (Heil-) Hitler-Fans oder, wie der enge Dutschke-Freund Bernd Rabehl, potenzielle NPD/DVU-Kandidaten für die Bundespräsidentschaft.

Für jene radikal Linken, die den letzten Schritt zur radikal Rechten noch nicht gehen möchten, ist derweil Ahmadinejad Inkarnation ihrer Sehnsucht nach dem Führer und islamistischer Terror die zeitgemäße Variante von (nationaler) ‚Revolution‘.

TV-Tipp: „Bis nichts mehr bleibt“ – Abrechnung mit Scientology

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Auf der Website des SWR heißt es über den heute abend in der ARD ausgestrahlten Spielfilm und dessen Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein:

>Nach umfangreichen Recherchen und vielen Gesprächen mit Scientology-Aussteigern beschloss er, die Geschichte einer jungen Familie zu erzählen: Deren Leben driftet auseinander, als der Vater beschließt, bei Scientology auszusteigen. Seine Frau bleibt mit der gemeinsamen Tochter weiterhin bei der Organisation – ein erbitterter Sorgerechtsstreit beginnt.

„Ein Aussteiger erzählte mir, ihm sei die Widerwärtigkeit von Scientology erst klar geworden, als er gesehen hat, was die mit Kindern machen“, so Stein über seine Beweggründe für diesen Stoff. „Hier hat der Staat, die Justiz in der Vergangenheit oft versagt, weggeschaut, wo er/sie hätte hinschauen müssen.“<

Im SPIEGEL war schon vor zwei Monaten einiges über die Hintergründe des Films und seiner Entstehung zu lesen.
Eine wahre Geschichte soll ihm zugrunde liegen: Die des Scientology-Aussteigers Heiner von Rönn.

Über ihn heißt es:

>Heiner von Rönn könnte eine ziemlich erschütternde Liste erstellen mit Menschen und Werten, die er an Scientology verloren hat: Abertausende Euro, zehn Jahre seines Lebens, seine damalige Frau und seine beiden Kinder.

15 Jahre nach seinem Ausstieg aus dem Psycho-Imperium stand er kürzlich wieder mittendrin in seiner eigenen Vergangenheit, den Begriffen und Bedrohungen von einst. Seine Geschichte ist echt, die Kulisse war es nicht.<

Scientology will im Gegenzug auch einen Film präsentieren. Im Internet. Er soll den Aussteiger madig machen.

Aufklärung über dubiose Sekten ist gut. Man sollte nur nicht vergessen, dass Scientology nicht die einzige ist.

Dass vor allem die katholische Kirche dunkle Seiten aufweist und erst recht der Islam, war gerade in den letzten Wochen nicht zu übersehen.

Dies ist vielleicht auch das einzig Positive an Scientology: Man praktiziert zwar virtuosen Psychoterror, bislang aber noch keinen Bombenterror. Das tun, global gesehen fast schon im Tagestakt, fanatisierte Djihadisten.