Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Blöggliche Komödie: Robert Basic verkauft Basic-Thinking via eBay für 47 000 Euro

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Genau genommen für 46.902 Euro. Aber wir wollen nicht kleinlich sein.
In den letzten Minuten sprang der Preis für basic-thinking.com noch einmal an.
Lag das Gebot 15 Minuten vor dem Angebotsende bei ebay noch bei zahlenmystischen 33.333,33 Euro waren es am Ende – um 19:50 – 46.902 Euro.
Robert Basic hatte zu Beginn mit einem Betrag zwischen 10.000 und 100.000 Euro gerechnet. (Später rechnete er mit einer recht komplizierten „Blog-Wertformel„.)
Keine schlechte Schätzung, heraus kam ungefähr das arithmetische Mittel.
Man hätte dem sympathischen, quirligen Blogger aus Usingen gerne noch etwas mehr gegönnt.
Er war jahrelang eine One-Man-Textfabrik und was sie tagtäglich verließ, war stilistisch zwar nicht formvollendet, aber meist geistreich, interessant und informativ.
Basic war (und ist) gewissermaßen der Balzac der Blogosphäre. Unglaublich produktiv wie der französische Romancier, der ja ursprünglich Forsetzungsromane für Publikumszeitschriften schrieb.
Die Wikipedia sagt über Honoré de Balzac, den Schöpfer der voluminösen „Comédie Humaine„:

Balzac

>Zur Verwirklichung dieses Projektes schrieb Balzac in den nächsten Jahren wie besessen. Sein infernalischer Arbeitsrhythmus (oft 15 bis 17 Stunden am Tag), den er wie symbolisch in einer Art Mönchskutte absolvierte, und sein enormer Kaffeeverbrauch wurden legendär.<

So ähnlich konnte man sich als Leser auch den scheinbar nimmermüden Basic vorstellen. Allerdings mehr kettenrauchend als kaffeeschlürfend.
Da (und anderswo) enden allerdings die Gemeinsamkeiten.
Der gebürtige Kroate ist im Gegensatz zu dem Franzosen Familienvater und Noblesse dürfte dem nur ungern als „Alpha-Blogger“ titulierten schnuppe sein. Begegnet man ihm, ist er ein Blogger wie Du und ich.

So befremdlich es zunächst klang: Die Idee, sein Blog zu verkaufen, war wohl gar so nicht übel. Links und Feedabonnements dürften ihm bald zu seinen neuen Adressen folgen. Und mit den zweisprachig betriebenen buzzriders.com könnte er seine Leserschaft sogar noch vervielfachen.
Aber warten wir erst einmal ab. Vielleicht kommt ja noch der Trennungsschmerz und bremst den Tatendrang des Turbobloggers.


Bei YouTube gibt es inzwischen die sehr vergnügliche
„Robert Basic Story“. Man ahnt: Die Geschichte geht weiter.
Gespannt kann man auch sein, ob sich das Investment für den Käufer von basic-thinking wirklich lohnt.
Der heißt Thomas Strohe und stellt sich auf Basics Ex-Blog schon vor:

>ich bin Gründer von www.serverloft.de, einem der größten deutschen Anbieter für dedizierte Server. Meine Kollegen und ich sind seit langem begeisterte Leser des Blogs von Robert. Seit Bekanntwerden der Versteigerung standen wir mit Robert in Kontakt und haben mit ihm lange über die Zukunft des Blogs gesprochen. Wir waren erst sehr traurig, dass dieses vielseitige Blog mit Schwerpunkt auf Web- und Technikthemen nicht weiterbestehen sollte, und haben uns dann überlegt, was wir tun können. Die einfach Antwort: Wir kaufen es und führen Basic Thinking im Sinne von Robert weiter.

Für eine Übergangszeit von einigen Monaten wird Robert Basic eng mit uns zusammenarbeiten, um eine reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Themen wie Trends im Netz, Blogging, Social Networks, Web-Startups usw. werden auch in Zukunft Schwerpunkte des Blogs bilden. Wir wollen die Rolle des Blogs als eines der besten und bekanntesten im deutschsprachigen Raum weiter ausbauen.

So, das war’s erstmal von mir. Ich muss jetzt Weg, weil die Mutter meiner Freundin heute einen runden Geburtstag feiert. Und da darf ich nicht fehlen … ;-)<

Wenn Gerhard Schoolmann (abseits.de) recht haben sollte, kann sich Strohe später auch ruhig schlafen legen. Der Bamberger Blogger und Gastronom fand nämlich selbst 100.000 Euro für Basic-Thinking noch als zu niedrig geschätzt.

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Im UPLOAD-Magazin von Jan Tißler konnte man gestern ein Interview mit dem gerade 16 Jahre alten Yannick Eckl lesen. Auch der hatte sein Blog verkauft – im August letzten Jahres.
Eckls „Blogschrott“ war laut dessen Auskunft in finanzieller Hinsicht alles andere als Schrott.
6000 Euro will er erhalten haben. Da erscheinen die 47 000 für Basic Thinking fast schon geschenkt.
Was übrigens in SPIEGEL-ONLINE heute zu Basic-Thinking zu lesen ist, hört sich – gelinde ausgedrückt – unprofessionell an. Da heißt es ungetrübt von allzuviel Ahnung:
> 46.902 Euro zahlte er für die Domain, das Logo und den namen „Basic Thinking“.<
Nein: Thomas Strohe hat nicht nur die „Domain“ basicthinking.de, das Logo und den Namen „Basic Thinking“ gekauft, sondern auch rund 12.450 Artikel aus Basics Feder bzw. Tastatur.

Der Crash: Wie viel verlieren deutsche Privatanleger durch Insolvenz von Lehman Brothers?

Vorbeben: Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können

Es scheint, als ob unmittelbar auch zehntausende deutsche Privatanleger von der derzeitige Krise des amerikanischen Finanzsystems betroffen sind.
Das meldet heute die Financial Times Deutschland:

>In Deutschland schauen nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers wohl vor allem Privatanleger in die Röhre. Denn während die Geschäftskunden der deutschen Lehman-Tochter auf eine Entschädigung für anvertraute Gelder hoffen können, sind Zertifikate der US-Bank, wie sie viele Privatanleger gekauft haben, nicht von Sicherungsfonds geschützt. „Unserer Schätzung nach haben Zehntausende Anleger in den letzten Monaten Lehman-Zertifikate gekauft. Sie könnten zum Schluss mit leeren Händen dastehen„, sagte Volker Pietsch vom Deutschen Institut für Anlegerschutz (DIAS). < [Links und Hervorhebungen von uns]

Thomas Fricke erwartet – ebenfalls in der FTD – , dass als Folge der Finanzkrise nun auch die Arbeitslosenzahlen steigen werden:

>Der Finanzminister lässt an seinem ökonomischen Grundverstand zweifeln, wenn er jetzt noch jedweder Rezessionwarnung für blöd erklärt, nur weil die Arbeitslosenzahlen bis zuletzt noch gesunken sind. Es war schon immer so, dass der Arbeitsmarkt der Konjunktur mit sicherem Abstand folgt, weil Firmen erst einmal zögern, Personal zu entlassen. Alle Umfragen lassen befürchten, dass die Wende zum Schlechten auch hier unmittelbar bevorsteht – und dass im Wahljahr die Arbeitslosenzahlen erstmal steigen werden. <

Besonders pessimistisch ist Max Otte, Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms.
In seinem schon im April erschienenen Buch „Der Crash kommt„, sieht er eine neue Weltwirtschaftskrise voraus.
Otte gilt aber auch als „Börsenguru“, er betreibt die Website privatinvestor.de – das mahnt zur Vorsicht.

Seriöser erscheint das Buch von Wolfgang Münchau: „Vorbeben: Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können„.
Sein im Februar bei Hanser erschienenes Buch lässt sich auszugsweise auch online lesen, inbesondere der Abschnitt „Akt I des Dramas – Die Ruhe vor dem Sturm.“

Fertighausbauer Bien-Zenker schließt wegen roter Zahlen Produktion in Michelstadt – Landrat Schnur kritisiert Vorstand

… und hatte sich da wohl die Kritik der NRW-Landesregierung an Nokia zum (großen) Vorbild genommen.

Auf der (österreichischen) Website wirtschaftsblatt.at war schon gestern über die Gründe für die Schließung dies zu lesen:

>In Anbetracht der stark rückläufigen Marktlage (die Baugenehmigungen sind in Deutschland um 38 Prozent gegenüber 2006 gesunken) haben sich Vorstand und Aufsichtsrat von Bien-Zenker entschlossen, die Produktion bei Zenker in Michelstadt zu schliessen und weitere Funktionen in das Stammwerk in Schlüchtern zu verlagern. Rund 75 Mitarbeiter verlieren dabei ihren Jobs, 73 Arbeitsplätze bleiben in Michelstadt erhalten.[…]
Österreichs grösster Fertighausbauer Elk hält an Bien-Zenker mehr drei Viertel der Anteile. Laufend werden Aktien zukauft, zuletzt etwa am 16. Jänner zu einem Stückpreis von 12,50 €. Für 2006 hat Bien-Zenker noch eine Dividende von insgesamt 0,5 Millionen € ausgeschüttet.<

Ein ausführlicher Artikel zum gleichen Thema erschien gestern auch in der FAZ:

>Günter Baum ist nicht erfreut, dass sich seine Befürchtungen als berechtigt erwiesen haben. Im Mai vergangenen Jahres hatte der Finanzvorstand des Fertighausbauers Bien-Zenker AG mit Stammwerk in Schlüchtern dringend neue Eigenheimfinanzierungshilfen für Familien gefordert, um den Wegfall der Eigenheimzulage zu kompensieren. Die Zulage ist seit 2005 Zug um Zug abgebaut worden, was nicht nur bei Bien-Zenker, sondern in der gesamten Baubranche zu empfindlichen Umsatzeinbußen geführt hat. Zwar diskutiert die große Koalition in Berlin zurzeit den Vorschlag, selbstgenutztes Wohneigentum mit der sogenannten Riesterrente zu verknüpfen.
Entschieden ist in dieser Frage aber noch immer nichts. Eine Entscheidung gefällt haben dagegen nun Vorstand und Aufsichtsrat der Bien-Zenker AG, was den Standort Michelstadt betrifft: Die Produktion dort wird eingestellt. 75 Mitarbeiter der Zenker-Hausbau GmbH & Co werden aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Arbeit verlieren. 73 Männer und Frauen, die in Michelstadt für Bien-Zenker im Vertrieb und in der Montage arbeiten, sollen Baum zufolge ihren Arbeitsplatz behalten. Das Unternehmen zählte zuletzt rund 770 Mitarbeiter. Der Kurs der Aktie blieb derweil gestern bei 12,50 Euro unverändert.
Der Absatz von Fertighäusern ist 2007 im Vergleich zum Jahr davor um 38 Prozent eingebrochen, wie Baum weiter sagt […]<

Das Odenwälder Landratsamt nahm heute Stellung zu der angekündigten Schließung:

>„Mit großer Betroffenheit“, so schreibt der Landrat des Odenwaldkreises, Horst Schnur, in Briefen an den Vorstand der Bien-Haus AG in Schlüchtern, Erich Weichselbaum, und den Betriebsratsvorsitzenden der Bien-Zenker / Zenker Hausbau GmbH & Co. in Michelstadt, Jürgen Fill, habe er am 21. Januar von der beabsichtigten Schließung der Produktion in der Firma Zenker in Michelstadt erfahren. Schnur hält dazu fest, dass die Firmenleitung den Odenwaldkreis zuvor nicht informiert hat.
Der Landrat schreibt weiter: „Wir bedauern diese Entscheidung sehr, da die Belegschaft sehr viele wirtschaftliche Einschränkungen in Bezug auf Überstunden und Urlaubsgeld auf sich genommen hat, um die Fortführung der Produktion möglich zu machen. Nachdem zuletzt keine Kontakte zwischen dem Unternehmen und dem Kreis bestanden hatten und von einem positiven Geschäftsergebnis im Jahr 2007 auszugehen war, so Schnur, sei die Schließung „für uns alle sehr überraschend“ gekommen. Der Verwaltungs-Chef unterstreicht gegenüber Weichselbaum, er hätte es „für sehr wünschenswert gehalten, wenn Sie im Rahmen Ihrer Überlegungen Kontakt aufgenommen hätten, um wenigstens die Möglichkeiten unserer Wirtschaftsförderung in Anspruch zu nehmen“.
Schnur macht dem Unternehmensvorstand gegenüber deutlich, der Kreis werde seine Möglichkeiten nun mit dem Betriebsratsvorsitzenden kommunizieren und – sofern der Wunsch bestehe – Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung sowie Umschulung und Arbeitsvermittlung anbieten.
An den Betriebsrat gewandt, schreibt der Landrat, er möchte „Ihnen und der Belegschaft Hilfen anbieten“, wie sie seitens des Kreises und seiner Institutionen auf dem Gebiet der Arbeitsvermittlung, der Aus- und Weiterbildung und der Qualifizierungsoffensive bereits vielfach erfolgreich eingesetzt worden sind.< [Hervorhebungen und Links von uns]

Europäischer Mega-Blackout: Auch südhessische Städte nach Stromausfall (fast ganz) im Dunkeln


Bildquelle: WikipediaGestern abend konnten sich die Einwohner von Michelstadt, Erbach oder auch Groß-Umstadt für etwa 8 Minuten originär als Europäer fühlen: Sie erlebten bzw. erlitten einen totalen Stromausfall, der sich wie die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 über weite Teile Europas erstreckte:

>Bei der Polizei in Südhessen gingen am späten Samstagabend massenhaft Anrufe besorgter Bürger ein. Kein Licht, kein Fernsehen, nichts ging mehr. Um 22.10 Uhr war die Stromversorgung zusammenbegrochen. Der Spuk dauerte in Hessen acht Minuten, was aber vielen Menschen wie eine Ewigkeit vorkam.
Betroffen waren nach Angaben der Polizei 15.000 Haushalte in den Gemeinden Michelstadt und Erbach im Odenwald, Riedstadt-Goddelau (Kreis Groß-Gerau) sowie Groß-Umstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg). Auch in einigen Industriegebieten im Westen von Darmstadt war die Stromversorgung mehrere Minuten lang unterbrochen.
Neben den 15.000 südhessischen Haushalten saßen Millionen Menschen in Westeuropa im Dunkeln. In einigen Regionen fehlte der Strom für Stunden. Vor allem Frankreich war betroffen, aber auch Belgien, Italien, Österreich und Spanien. Spanische Medien berichteten gar von Auswirkungen in Marokko.
Ganz genau sind die Ursachen der Panne noch nicht geklärt. Möglicherweise bestehe ein Zusammenhang mit der Abschaltung einer Hochstspannungsleitung in Niedersachsen, teilte der E.ON-Konzern mit. Dort hatte die Konzerntochter E.ON Netz eine Leitung durch die Ems abgeschaltet, um die gefahrlose Durchfahrt eines Schiffes zu ermöglichen.[…]
Tatsächlich sei Europa nur knapp einer „mittleren Katastrophe“ entgangen, sagte ein Sprecher des französischen Zulieferers RTE. Wäre der Strom in Teilen des europäischen Netzes nicht abgeschaltet worden, hätte ein völliger Zusammenbruch des kompletten Systems gedroht.
In Südhessen schalteten sich wegen der Panne im Leitungsnetz die Umspannwerke in Darmstadt, Erbach und Sandbach automatisch ab.< Quelle: hr-online.de, Stromausfall in Europa – Auch in Hessen gingen die Lichter aus, 5. 11. 2006

Auch Darmstadt und sein „Echo“ waren betroffen:
>Im ECHO zum Beispiel „sind die Server unkontrolliert heruntergefahren“, so die Auskunft des Systemadministrators Rainer Grüner. Ebenso unkontrolliert etablierten sie sich wieder – oder auch gar nicht.
Gegen 22.30 Uhr am Samstag gab es Alarm aus der Zeitungsproduktion, „nichts ging mehr“, sagt Grüner, „alle Computerdienste, die wir für die Zeitung brauchen, standen nicht mehr zur Verfügung“ – so zum Beispiel jene Übertragungseinrichtungen, die Daten der großen Nachrichtenagenturen empfangen.< Quelle: Darmstädter Echo, Computer steigen reihenweise aus -Stromausfall: Kein Licht im Hauptbahnhof, 6. 11. 2006

Spiegel-Online schreibt dazu:

>Allein in Deutschland blieben Menschen in Aufzügen stecken, Ampeln fielen aus, Alarmanlagen und Brandmelder wurden fälschlicherweise ausgelöst und hielten die Rettungskräfte im Dauereinsatz.[…]
In Frankreich waren neben insgesamt 15 Regionen auch Teile von Paris kurzzeitig ohne Elektrizität, betroffen waren dort fünf Millionen Menschen. In Italien traf der Ausfall die Regionen Piemont einschließlich Turins, Ligurien einschließlich Genuas und Lecce in Pulien. In Belgien blieb vor allem die Region um Antwerpen dunkel, der Zugverkehr kam streckenweise zum Erliegen. Auch Österreich Spanien und sogar Marokko bekamen den Blackout zu spüren.
Über die Ursachen des gigantischen Ausfalls wird weiter gerätselt – derzeit ist nur sicher: Der Mega-Blackout ist made in Germany.< Quelle: Spiegel.de, Europa im Dunkeln, Politiker in Panik, 6. 11. 2006

Kulturbloggerin Claudia Trossmann, bei der ebenfalls das Licht ausging, fragt: „Ist das der Preis des Privatisierungswahns…?

Während sich die WASG-Aktivistin durch den Stromausfall politisch bestätigt sieht, war es in Steinbach die Freiwillige Feuerwehr, die mitten im Energie-Crash die „Vielfalt ihrer Einsatzmöglichkeiten demonstrieren“ kann:
>Auf die Steinbacher Wehr ist in allen Situationen Verlass. Das zeigte sich am Samstag beim totalen Stromausfall gegen 22 Uhr, als die Wehrmänner flugs batteriebetriebene Lampen aus dem nahen Feuerwehrhaus holten und damit die Dunkelheit im Saal beendeten.[…]Bürgermeister Reinhold Ruhr meinte, die stete Wachsamkeit erfordere viel Übungsfleiß und Zeit. Uwe Bauer und Axel Thierolf, die seit 25 Jahren Dienst in der Wehr leisten, zeichnete der Bürgermeister mit silbernen Brandschutzehrenzeichen aus. Bauer, der seit über 20 Jahren die Jugendfeuerwehr leitet, erhielt außerdem von Kreisjugendfeuerwehrwart Norbert Heinkel (Weiten-Gesäß) die Florian-Medaille der hessischen Jugendfeuerwehr. Stadtbrandinspektor Gerd Beller beförderte Michaela Bauer zur Feuerwehrfrau und Mario Cammisano und Dominik Stier zu Oberfeuerwehrmänner.< Quelle: Odenwälder Echo, Schnelle Hilfe im plötzlich stockdunklen Saal, 6. 11. 2006

Podiumsdiskussion in Egelsbach: Mittelstandskiller Bürokratie

Der liberale Mittelstand Hessen e.V., eine Vereinigung von mittelständischen Unternehmern und Selbstständigen, setzt sich als Wirtschaftsverband zum Schutz der Interessen des Mittelstandes ein. Deshalb lud die hessische Landesvorsitzende Gabriele Müller auch ganz aktuell zu einer Podiumsdiskussion auf den Flugplatz Egelsbach ein. Dabei ging es um den Ideenaustausch zu einem wichtigen, den heimischen Standort betreffendem Thema, nämlich einer ausufernden Bürokratie als Killerkriterium für den Mittelstand.

Eine Steilvorlage dazu bot die unlängst von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichte Studie zum Standard-Kosten-Modell. Darin bescheinigt man Deutschland Im internationalen Vergleich eine überdurchschnittliche Bürokratiebelastung. Nachbarländer haben das Problem längst erkannt und durch konsequente Programme den Abbau der bürokratischen Belastung in Unternehmen bis zu 25% gesenkt und damit in den Unternehmen Kosten reduziert. Schafft auch Deutschland einen solchen Paradigmenwechsel und setzen wir damit die nötigen Impulse frei?

Experten identifizieren Wachstumskiller

Darüber diskutierte die prominent besetzte Podiumsrunde mit Frank Frick (Projektmanager bei der Bertelsmann Stiftung), Paul Klemens Friedhoff (MdB, mittelstandspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Unternehmer), Dr. Hugo Müller-Vogg (Publizist), Prof. Dr. Norbert Walter (Chefvolkswirt der Deutschen Bank), Gabriele Müller (Landesvorsitzende des Liberalen Mittelstandes Hessen und Unternehmerin). Die Diskussionsleitung hat Markus Philipp (Moderator „Das Thema“ bei rheinmaintv).

Klar ist, der Abbau von Bürokratie bedeutet für mittelständische Unternehmen auch gleichzeitig die Freisetzung von Energie. „Denn es ist tatsächlich so, Mittelständler und Selbstständige investieren 25% ihrer Zeit für den Kampf mit den Anforderungen der öffentlichen Verwaltung. Wenn man hier in Deutschland nur den Beispielen der europäischen Nachbarländer folgen würde, könnte ein gezielter Abbau von Bürokratie den Unternehmen mehr Freiraum schaffen, damit sie sich um das eigentliche Kerngeschäft und die nötigen Innovationsanstrengungen kümmern können“, so Gabriele Müller als Sprecherin vieler hessischer Unternehmer.

Ein schwerer, aber erfolgreicher Weg

„Bürokratieabbau ist die beste Wirtschaftspolitik“, so sieht es der politische Beobachter Dr. Müller-Vogg. Denn das setzt, wie die Beispiele in anderen Ländern zeigen, neue Kräfte frei. „Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, müssen sich aber Unternehmer auch verstärkt in politischen Gremien engagieren“, diese Meinung vertrat Paul Klemens Friedhoff, der selbst als aktiver Unternehmer ein so genannter Quereinsteiger in der Bundespolitik ist.

Tatsächlich braucht die Politik eine Vielzahl von Impulsen aus der mittelständischen Industrie, wenn es darum geht Gesetze in einem handlungsfähigen Rahmen zu gestalten. Bestes Beispiel ist die jüngst zurückgenommene frühere Fälligkeit im Bereich der Sozialabgaben. Nach massiven Protesten aus dem Mittelstand konnte hier der ausufernden Bürokratie, verbunden mit enorm erhöhten Kosten, gerade auch für Kleinbetriebe, Einhalt geboten werden.

„In Zukunft sollte man“, so Frank Frick, der sich auf die Bertelsmann Studie bezog, „grundsätzlich neue Gesetze mit einem Preisschild versehen“. Im Falle der früheren Fälligkeit der Sozialabgaben hat nämlich die Umsetzung der Richtlinie die betroffenen Unternehmen 800 Mio. Euro interne Verwaltungskosten gekostet, ohne dass dabei für die Sozialversicherung der Mitarbeiter auch nur ein Cent mehr herausgekommen wäre.

Tatsächlich mehr erreichen für einen nötigen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland lässt sich nur durch konsequentes Umdenken mit weniger Bürokratie in den Unternehmen und mehr Freiheit für Unternehmen. Es muss wieder attraktiv sein Unternehmen zu gründen. „Wir haben in Deutschland im Vergleich zu den USA durchschnittlich 70% weniger Menschen die bereit sind, Unternehmer zu werden“, das bestätigt Prof. Dr. Norbert Walter. Dabei wird man gerade in Deutschland die Zukunft der Arbeitsplätze vielmehr in kleinen und mittelständischen Unternehmen finden. Hier findet bereits heute der Großteil von Ausbildung statt und hier werden zukünftige Produkt- und Dienstleistungsinitiativen entwickelt. Darin war sich die Runde einig. Den Weg dazu müssen in Deutschland alle gesellschaftspolitisch verantwortungsvolle Kräfte gemeinsam beschreiten. Zugegeben, ein schwieriger, aber auch der einzige Weg. Denn der weltweite Wettbewerb um Marktanteile ist auch gleichzeitig ein Wettbewerb um Arbeitsplätze, den man gewinnen oder verlieren kann – vieles davon ist eine Frage der Spielregeln, die man selbst bestimmt.
(Bild von pdh)

Wow! Odenwaldkreis beim Rückgang der Arbeitslosigkeit bundesweit an 13. Stelle!


Man soll bekanntlich nur der Statistik glauben, die man selbst gefälscht hat. Vielleicht gilt das auch für die vom Odenwaldkreis nun gemeldeten (Arbeitslosen-) Zahlen
Die beziehen sich auf eine sehr spezielle Größe – um so für den Kreis landesweit eine Spitzenposition reklamieren zu können und bundesweit einen 13. Rang (unter 439 Kreisen und kreisfreien Städte).
Dazu wird das Fenster für den Blick in die düstere Realität des deutschen Arbeitsmarktes einen Spalt weit geöffnet. Man sieht nun den Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat.
Und da stehe der Odenwaldkreis angeblich gut da und besonders das umstrittene Kommunale Jobcenter (KJC)
Leider wird für diese statistische Angabe keine Quelle genannt und kein Link gesetzt.

>Erstmals seit Juni 2003 (gleichfalls 7,7 Prozent) sank die Arbeitslosenquote im Odenwaldkreis wieder unter die Acht-Prozent-Marke.
3896 Männer und Frauen waren im September 2006 im Kreisgebiet arbeitslos gemeldet. Das sind 349 oder 8,2 Prozent weniger als im Vormonat. In Hessen stellt dies den größten Rückgang der Arbeitslosenzahlen dar. Im Vergleich zu den 439 Kreisen und kreisfreien Städten in der Bundesrepublik nimmt der Odenwaldkreis damit den 13. Rang beim Rückgang ein.
Vor allem die Agentur für Arbeit präsentierte sich diesen Monat als Motor für diesen deutlichen Rückgang. Deren Arbeitslosenquote sank von 3,6 auf 3,1 Prozent, die des Kommunalen Job-Centers von 4,8 auf 4,6 Prozent.
Bei der Arbeitsagentur waren damit 248 oder 13,6 Prozent weniger Arbeitslose gemeldet als im August 2006. Im Rechtskreis des Arbeitslosengeldes II reduzierte sich die Zahl um 101 (4,2 Prozent).
Vor allem junge Erwachsene profitierten von der Entlastung auf dem Arbeitsmarkt. Sowohl bei der Agentur für Arbeit als auch beim Kommunalen Job-Center war der Rückgang in der Altersgruppe der Zwanzig- bis Vierundzwanzigjährigen am deutlichsten. Insgesamt sank die Zahl um 119 (63 Männer, 56 Frauen) und damit um nahezu 21 Prozent.
Hintergrund ist neben der allgemeinen Belebung des Arbeitsmarktes der Ausbildungsbeginn zum 1. September dieses Jahres. Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben im September eine Ausbildung aufgenommen oder sie beginnen mit dem Besuch weiterführender Schulen und fallen damit aus der Arbeitslosigkeit-Statistik heraus. Im September 2006 beläuft sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren auf 577 und damit 14,8 Prozent der Arbeitslosen insgesamt. Im August lag dieser Wert noch bei 16,6 Prozent.
Den geringsten Abbau der Arbeitslosigkeit gab es im September 2006 bei den ausländischen Mitbürgern sowie den Personen über 50 Jahre. So waren nur 53 Ausländer weniger arbeitslos gemeldet. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen stieg von 21,8 auf 22,4 Prozent an. Vor allem die Langzeitarbeitslosen im Kommunalen Job-Center sind hiervon betroffen. Dort sind nunmehr 26,9 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Personen ausländischer Herkunft. Aber auch die Arbeitssituation älterer Menschen hat sich nur geringfügig verbessert. Bei den Arbeitslosen im Alter von 50 bis 64 Jahren sank die Zahl nur um 66 oder 6,1 Prozent.< Quelle: odenwaldkreis.de, Arbeitslosenquote sinkt auf 7,7 Prozent, 30. 9. 2006

Im Odenwälder Echo findet sich der fast wortgleiche Text – wie in solchen Fällen üblich ist dieser Artikel mit dem Autorenkürzel „e“ versehen.

Robin Haseler hat sich in seinem (Untermain-) Weblog „Ungesüßt“ Gedanken über die „Veränderlichkeit von Pressemitteilungen“ gemacht. Man sieht da, dass sich die lokalen Käseblätter alle sehr ähnlich sind.
Was dort für den Boten gilt, gilt hier (mindestens ebenso sehr!) für das Ooooh-Echo:

>Man schreibt den Artikel für die Zeitung selbst (als Pressemitteilung) und schickt diesen entweder direkt an die Redaktion oder man tut einem der Freien Redakteure im Landkreis etwas Gutes und schickt die PM an diese. (Diese Freien Mitarbeiter bekommen nämlich pro Wort ihr Geld, somit sind diese in der Regel interessiert, längere Artikel abzudrucken.)
Die freien Mitarbeiter ändern meistens wenig an der PM und schicken diese dann weiter. Sie haben wenig Arbeit, bekommen ein paar Euro und sorgen in der Regel dafür, dass der Artikel die Redaktion unbeschadet übersteht.
Die Bote vom Untermain fällt leider nur selten durch investigativen Journalismus (wie es so schön heißt) auf. Natürlich gäbe es schon etwas zu berichten, aber irgendwie will da der Chefredakteur wohl nicht immer. (Man denke nur an den Krankenhausverkauf: Der Landrat schwört geradezu, dass keine Arbeitsplätze wegfallen und dies steht auch noch im Protokoll. Die Presse verliert kein Wort darüber. Eigentlich schade.) […]<

Beeinflusst Energieunternehmen HSE mit Spenden Kommunalwahlen und Geschäftsabschlüsse?

Hat Erbachs Bürgermeister Buschmann seine Wiederwahl 26. März 2006 einer wenige Wochen zuvor geleisteten großzügigen Spende der HSE-Stiftung „Region Starkenburgzu verdanken?
Buschmann lag mit 51,8 % der Stimmen nur knapp vor seinem Mitbewerber Holger Wießmann, der 48,2 % erhielt.

Diesen Zusammenhang sieht hier ein anonym bleibender Kommentator :

>Auch südhessische Kommunalpolitiker profitierten von Zahlungen der HSE. So kam z. B. dem Erbacher Bürgermeister Buschmann die Spende der HSE-Stiftung bei seiner Wiederwahl zum Bürgermeister im Frühjahr 2006 zu Gute, bei der er mit einem knappen Vorsprung gewann.
Ohne diese “Zuwendung” in Höhe von 290000 Euro hätte er die Bürgermeisterwahl wohl nicht gewonnen, das Finanzchaos bei Sportparkbau wäre noch größer ausgefallen.

Desweiteren ist noch der Einsatz Buschmanns (Beiratsmitglied) zum Neuabschluss der langjährigen Konzessionsvertäge (Durchleitungsrechte für die Stromverteilung) zu erwähnen, obwohl der seitherige Vertrag sowieso noch einige Jahre lief.
Ob das alles immer im Interesse der Stromkunden geschieht ist sehr zu bezweifeln. Unsere Gesellschaft krankt an diesen verfilzten Verhältnissen. Der Bürger zahlt immer dafür.<

Über die HSE-Spende hatte das Odenwälder Echo am 10. März 2006 berichtet: „Warmer Regen für neue Sportanlagen“:

>So sehr der Ausbau des Sportparks, seine Umstände und Hintergründe politisch umstritten sind, so sicher können die Befürworter des Projekts offenbar auf Unterstützung rechnen: Einen ihnen willkommenen Beitrag zur Finanzierung des Projekts lieferte jetzt die HSE-Stiftung Region Starkenburg mit einer Spende in Höhe von 290 000 Euro, von der die Stadt in einer Pressemitteilung berichtet.
Albert Filbert, Vorsitzender des sechsköpfigen Vorstandes der HSE-Stiftung, überreichte den Scheck nun an Bürgermeister Harald Buschmann.[…]
Die dabei mithelfende HSE-Stiftung wurde im Jahr 2004, also ein Jahr nach der Fusion der Heag Versorgungs-AG mit der Südhessischen Gas und Wasser AG zur Heag Südhessische Energie AG (HSE), ins Leben gerufen. „Die HSE ist tief in der Region verwurzelt. Sie ist Teil der Gesellschaft und stellt sich mit Hilfe der Stiftung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung“, begründete Filbert das Engagement.<

Buschmanns parteiloser Konkurrent Holger Wießmann, stellte kurz darauf die Spendenpraxis rund um die Finanzierung der Sportpark-Modernisierung in Frage. Darüber berichtete das Odenwälder Echo am 14. März :

>Für Wießmann handelt es sich bei der Spende um eine Zahlung, „die durchaus in Zusammenhang mit dem Abschluss neuer Stromlieferverträge für die Stadt gesehen werden kann“. Da damit ein Geschäft zwischen der Kommune und dem Unternehmen HSE vereinbart worden sei, werde es indirekt durch alle Erbacher Bürger finanziert, erklärt der Kandidat. Er hätte es nach eigenen Worten deshalb nur als gerecht betrachtet, wenn die Bevölkerung auch gleichmäßig von der Spende als Form der Gegenleistung profitiert hätte. […]<

HSE-Affäre: Firmenjubiläum von Professor Horst Blechschmidt überschattet durch Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsgewährung


Das war kein erfreuliches Firmenjubiläum. Am 31. August feierte Prof. Horst H. Blechschmidt seine auf den Tag genau 40 Jahre währende Arbeit für die HEAG; einen Tag zuvor hatte die Staatsanwaltschaft mit einem Durchsuchungsbeschluss bei der HEAG AG mehrere dicke Aktenordner sichergestellt. Grund: Eine anonyme Strafanzeige gegen den HEAG-Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Blechschmidt wegen Verdachts der Vorteilsgewährung. Die Mitglieder des HSE-Beirats, darunter zahlreiche Kommunalpolitiker aus Südhessen, sollen u.a. in Form von „Informationsreisen“ von der HSE bzw. von deren Hauptanteilseigner HEAG AG unzulässig verwöhnt worden sein. Mitverantwortlich könnte Blechschmidt gewesen sein.
Auf der Website der HEAG wird er gewürdigt und portraitiert:

>1966 schloss er sein Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt im Fachbereich Elektrotechnik ab. Noch im selben Jahr begann seine Laufbahn bei der Hessischen Elektrizitäts-AG als Technischer Angestellter in der Betriebsleitung Darmstadt.
Heute, am 31. August, begeht Prof. Horst H. Blechschmidt sein vierzigjähriges Firmenjubiläum als Vorstandsvorsitzender der HEAG AG.
Horst Blechschmidt hat in vier Jahrzehnten viel erreichet, für sich persönlich, aber vor allem für die HEAG AG. Er hat den städtischen Konzern vorangebracht und stets auf die neuesten politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ausgerichtet. Seinem Engagement und der erfolgreichen Zusammenarbeit mit seinen über die Jahre wechselnden Vorstandskollegen ist es zu verdanken, dass der HEAG-Konzern für die Zukunft gut aufgestellt ist: Der Konzern erwirtschaftet einen Geldfluss von über einer halben Milliarde Euro, die in Form von Löhnen und Gehältern, Aufträgen an hiesige Unternehmen und der Gewinnausschüttung an die Stadt Darmstadt wieder zurück in die Region fließt. In allen Beteiligungsgesellschaften zusammen genommen arbeiten bis zu 3.000 Mitarbeiter und 170 Auszubildende aus Darmstadt und Südhessen. Zusammengefasst: Der Stadtkonzern mit seinen Sparten Energie, Verkehr, Entsorgung, Immobilien und Telekommunikation sichert unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Horst Blechschmidt den Bürgern und Bürgerinnen aus Darmstadt und den umliegenden Gebieten einen guten Lebensstandard.
Dass der HEAG-Konzern so gut aufgestellt ist, liegt unter anderem auch an den vielen Erfahrungen, die Prof. Horst Blechschmidt während der vergangenen vierzig Jahre gesammelt hat. Um selbst stets auf dem neuesten Stand der Entwicklungen zu sein, hat er sich in vielen verschieden Bereichen auch außerhalb der HEAG engagiert. So war er Präsident, Organisator und Sitzungsleiter von vielen nationalen und internationalen Konferenzen, hielt Vorträge im In- und Ausland und verfasste Fachbücher, sowie eine Vielzahl von technischen Aufsätzen und Artikeln. Für seinen Einsatz im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich verlieh ihm 2000 der Hessische Innenminister Volker Bouffier das Bundesverdienstkreuz am Bande. Sein Interesse und Engagement galt und wird auch in Zukunft stets dem Wohle der HEAG AG gelten.
Auch über seine Amtsniederlegung in 2007 hinaus wird dies Bestand haben. So hofft Horst Blechschmidt, dass es die HEAG AG auch in Zukunft geben wird und er im Jahr 2012 zum 100-jährigen Jubiläum der HEAG eingeladen wird, um dann das Unternehmen zu feiern, das über vierzig Jahre sein Leben bestimmt und bereichert hat. < Quelle: www.heag.de, 40 Jahre für die HEAG -Prof. Horst H. Blechschmidt feiert sein 40-jähriges Firmenjubiläum, 31. 8. 2006

Wem diese Informationen nicht reichen, kann sich in einem 11-seitigen pdf-Dokument den vollständigen Lebenslauf von Blechschmidt zu Gemüte führen.

FDP zur HSE-Affäre: „Vorgänge werfen kein gutes Licht auf Beziehungen von Politik und Wirtschaft

>Nach Bekanntwerden der Aufnahme staatsanwaltlicher Ermittlungen gegen Verantwortliche des HSE-Konzerns (ECHO vom Samstag) hat der FDP-Kreisvorsitzende Leif Blum sich die „lückenlose Aufklärung und vollständige Ausräumung der erhobenen Vorwürfe“ gewünscht. Dabei appellierte Blum an die Unternehmensführung, alles zu tun, um zur vollständigen Sachaufklärung umfassend beizutragen.
Diese Vorgänge werfen kein gutes Licht auf die Beziehungen von Politik und Wirtschaft. Das kann und darf sich die Stadtwirtschaft nicht erlauben“, so Blum weiter.
Solange die Stadt den Aufbau ihrer Stadtwirtschaft mit dem Argument der Absicherung von notwendigen Leistungen der allgemeinen Daseinsfürsorge begründet, müssten sich diese Unternehmen auch einem höheren Maßstab für Glaubwürdigkeit und Integrität unterwerfen. „Ansonsten verliert die Stadtwirtschaft ihre Daseinsberechtigung.“ < Quelle: Darmstädter Echo, Vorteilsgabe: FDP appelliert an die HSE, selbst umstrittene Vorgänge offenzulegen , 4. 9. 2006 [Links und Hervorhebungen von uns]

Nachfolgend eine (nicht alphabetische) Liste der Beiratsmitglieder, wie sie im HSE-Geschäftsbericht 2005 (pdf-Datei) aufgeführt sind. Sofern keine weiteren Angaben gemacht werden, handelt es sich jeweils um die Bürgermeister der genannten Orte.

Horst Gölzenleuchter (Büttelborn),
Gottfried Görig (Beerfelden),
Achim Grimm (Groß-Zimmern),
Joachim Kunkel (Wald-Michelbach,ab 01.07.2005 Vorsitzender des Beirates),
Reiner Guth (Höchst),
Alfons Haag (Bürstadt),
Karl Hartmann (Reinheim, stellv. Vorsitzender des Beirates),
Reinhold Hehmann (Schaafheim),
Bernhard Brehl (Mörfelden-Walldorf),
Manfred Heiss (Sensbachtal),
Carsten Helfmann (Eppertshausen),
Horst Althoff (Neckargemünd),
Udo Henke (Messel),
Horst Baier (Pfungstadt),
Gerhard Herbert (Heppenheim, ab 01.08.2005),
Oliver Hoeppner (Lindenfels),
Ingrid Berbner (Birkenau), Oberbürgermeister Walter Hoffmann, Darmstadt, ab 25.06.2005),
Oberbürgermeister Heiner Bernhard (Weinheim),
Bernhard Bessel (Hainburg),
Klaus Horst (Stockstadt am Rhein),
Walter Blank (Münster),
Thomas Ihrig (Hesseneck),
Betriebsrat Hermann Blank (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der HSE, Darmstadt),
Klaus Jäger (Lorsch),
Landrat Alfred Jakoubek (Darmstadt-Dieburg),
Prof. Horst H. Blechschmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der HSE, Darmstadt),
Jürgen Kaltwasser (Lautertal),
Philipp Bohrer (Einhausen),
Hans-Dieter Karl (Erzhausen),
Harald Buschmann (Erbach),
Willi Keil (Mossautal),
Peter Christ (Dieburg, bis 09.08.2005),
Bernhard Kern (Weilbach),
Roland Kern (Rödermark),
Dr. Hildegard Cornelius-Gaus (Biblis, ab 01.06.2005),
Ruth Disser (Mainhausen),
Hans Heinz Keursten (Rothenberg),
Dieter Emig (Groß-Zimmern, bis 30.06.2005),
Helmut Kinkel (Groß-Gerau),
Herwig Klein (Heddesbach),
Stadtrat Klaus Feuchtinger(stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der HSE, Darmstadt),
Lothar Knopf (Mörlenbach).
Wilfried Köbler (Groß-Umstadt),
Heinz Roos (Groß-Rohrheim),
Willi Kredel (Brombachtal),
Markus Röth (Grasellenbach)
Brigitte Kruza (Seeheim-Jugenheim)
Reinhold Ruhr (Michelstadt),
Gerald Kummer (Riedstadt)
Gernot Runtsch (Mühltal)
Norbert Leber (Griesheim)
Reinhard Rupprecht (Babenhausen),
Gerd Lode (Reichelsheim)
Klaus Peter Schellhaas (Modautal)
Erich Maier (Lampertheim)
Gottfried Schneider (Fürth)
Bernhard Martin (Eberbach)
Dipl.-Ökonom Jürgen Schneider (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der HSE, Essen)
Bürgermeister Günter Martini (Bickenbach)
Landrat Horst Schnur (Erbach)
Gerhard Maser (Fränkisch-Crumbach)
Werner Schuchmann (Ober-Ramstadt),
Alfons Maurer (Rödermark),
Landrat Dr. Jürgen Schütz (Heidelberg, bis 31.05.2005 )
Rudi Moritz (Egelsbach)
Alois Schwab (Rodgau)
Rudolf Müller (Gernsheim)
Werner Seubert (Groß-Bieberau)
Dagmar Nonn-Adams (Seligenstadt),
Landrat Enno Siehr (Groß-Gerau)
Ulrich Obermayr (Heppenheim, bis 31.07.2005)
Wilfried Speckhardt (Fischbachtal, ab 02.10.2005)
Karl Ohlemüller (Otzberg)
Uwe Spitzer (Gorxheimertal)
Werner Old (Lützelbach, bis 31.05.2005),
Christel Sprößler (Roßdorf)
Ute Stenger (Hirschhorn)
Berthold Olschewsky (Dreieich)
Hans-Georg Stosiek (Brensbach)
Uwe Olt (Lützelbach, ab 01.06.2005),
Dr. Werner Thomas (Dieburg, ab 10.08.2005),
Volker Pauli (Hemsbach)
Günter Verst (Breuberg)
Eberhard Petri (Neckarsteinach)
Ludwig Vierheller (Fischbachtal, bis 01.10.2005),
Hans-Jürgen Pfeifer (Rimbach)
Dieter Pitthan (Langen)
Landrat Peter Walter (Dietzenbach)
Thomas Rahner (Biebesheim)
Bürgermeister Reinhard Wennrich (Alsbach-Hähnlein)
Rolf Reinhard (Abtsteinach)
Johann Weyrich (Bad-König)
Peter Rohrbach (Weiterstadt)
Landrat Matthias Wilkes (Heppenheim)

Spektakuläre Wende im südhessischen Energiekrieg: HSE und GGEW ziehen Klagen zurück


Der Darmstädter Versorgungskonzern HSE kündigte am Donnerstagnachmittag überraschend an, sämtliche Klagen zurückzuziehen, die von ihm selbst oder von den Konzerntöchtern Entega (Darmstadt) und E-ben (Bensheim) gegen das Bensheimer Konkurrenzunternehmen GGEW und dessen Töchter angestrengt worden waren.
Zugleich bot die HSE der GGEW ein „Fairplay-Abkommen“ an. GGEW-Vorstand Peter Müller erklärte dazu auf Anfrage, sein Unternehmen werde im Gegenzug „natürlich“ ebenfalls alle Klagen zurückziehen. Das Fairplay-Abkommen werde geprüft, wenn der entsprechende HSE-Vorschlag auf dem Tisch liege.
Im Kampf um Marktanteile bei Strom und Gas an der Bergstraße hatten beide Konzerne im Juli und August nicht nur immer neue Rabatte aufgelegt und die Gegenseite in Zeitungsanzeigen attackiert, sondern auch eine Flut juristischer Klagen gegeneinander angestrengt. Rund zwei Dutzend Verfahren waren schließlich am Darmstädter Landgericht anhängig; etwa zwei Drittel davon waren von der HSE-Seite eingeleitet worden.[…] „Die HSE und ihre Vetriebstöchter Entega und E-ben nehmen die klaren Worte des Richters am Landgericht Christian Keller ernst und ziehen alle ihre eingereichten Anträge zu den Wettbewerbsrechtlichen Fragen zurück“, teilte der Darmstadter Konzern am Donnerstag schriftlich mit.< Quelle: Darmstädter Echo, Wende im Energiekrieg an der Bergstraße: Juristischer Waffenstillstand zwischen HSE und GGEW, 25. 8. 2006 [Links und Hervorhebungen von uns]