<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Odenwald Geschichten</title>
	<atom:link href="http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.odenwald-geschichten.de</link>
	<description>Blog über das Abgründige im Lokalen und das Kriminelle in der Justiz</description>
	<lastBuildDate>Wed, 02 Jan 2013 14:52:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.4.1</generator>
		<item>
		<title>Hörnleins Jahresrückblick: Viel los im Odenwald!</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2221</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2221#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Jan 2013 17:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lachhaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Odenwald]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Regionales]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2221</guid>
		<description><![CDATA[Südhessen (pdh) Aus gut informierten Quellen hat die südhessische Presseagentur -pdh- die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2012 in einem fiktiven südlichen Landkreis eines Bundeslandes zusammengetragen. Trotz penibelster Recherche kann nicht für alle Meldungen die Gewähr für Richtigkeit übernommen werden… Stillos: Drei Kandidaten standen im März bei der Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt unseres virtuellen Landkreises in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Südhessen <a href="http://pdh-online.de">(pdh</a>)  Aus gut informierten Quellen hat die südhessische Presseagentur -pdh- die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2012 in einem fiktiven südlichen Landkreis eines Bundeslandes zusammengetragen. Trotz penibelster Recherche kann nicht für alle Meldungen die Gewähr für Richtigkeit übernommen werden…</p>
<p><strong> Stillos</strong>: Drei Kandidaten standen im März bei der Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt unseres virtuellen Landkreises in Konkurrenz zueinander. Klinken haben sie geputzt und sogar eine Podiumsdiskussion gemeinsam absolviert.</p>
<p> Am Wahlabend machten alle einen großen Bogen um das Rathaus. Jeder Kandidat suchte sich sein eigenes Biotop, weit weg vom Konkurrenten und außer Sichtweite des Stimmbürgers. Wagenburgen ähnlich, vereint allein in extrem undemokratischem Verhalten. Den Bürger, den man sechs Jahre lang an diesem Ort vertreten will , wollte man nicht sehen. Dessen Kreuz auf dem Wahlzettel wollten die Bewerber zwar unbedingt haben, zum Teil mit politisch und vor allem moralisch äußerst fragwürdigen Methoden. Am Wahlabend zeigt man dann sein wahres Gesicht. Oder lieber nicht.</p>
<p> <strong>Verständnislos</strong>: Schwimmhallen dienen neben der sportlichen Ertüchtigung auch gern der Volksbelustigung durch fröhlichen Aufenthalt im kühlen Nass. Das Hallenbad der größten Stadt im kleinen Kreis sorgte für Belustigung der besonderen Art. Eher aber für ungläubiges Kopfschütteln. Für mehrere Millionen Euro war es drei Jahre lang saniert worden, dann wurde wieder Wasser eingelassen. So weit so gut. Nur hatte niemand den Sanierern gesagt, dass man gern wieder im Schwimmbecken baden wollte, und die Fachleute hatten so saniert, dass das Wasser ziemlich direkt durch ganz besondere Abdichtungen in den Keller fließt. Weil aber die Schwimmmeister im dunklen Keller nicht so recht die Übersicht hätten und überdies das 3-Meter-Brett nicht reinpasst, wird das Bad nun aus Sicherheitsgründen erneut auf unabsehbare Zeit geschlossen. Geschätzte Zusatzkosten: rund 1,5 Millionen.</p>
<p><strong> Konzeptlos</strong>: Entgegen anderslautenden Meldungen gibt es die Christdemokraten in unserem virtuellen Südkreis noch immer. Sie liegen allerdings seit Jahren in einem permanenten Wachkoma. Gelegentlich erinnern sie sich, dass sie sich als Existenznachweis zu Wort melden müssten. Und wenn sie das tun, passieren die abenteuerlichsten Dinge.</p>
<p>August: Die Kreis-Schwarzen scheinen ihren Restverstand nun auch noch abgegeben zu haben. Kaum vermeldet der Landrat aus dem Dunstkreis der Freien Wähler, nebenbei Speerspitze der Fünften Kolonne der Sozis, möglicherweise eine zweite Amtszeit ins Auge zu fassen, da begrüßen die Schwarzen Nullen die Entscheidung der direkten politischen Konkurrenz und wollen dieses Unterfangen gar noch unterstützen.</p>
<p> <strong>Bewusstlos</strong>: Der Beweis für ein völlig verloren gegangenes Selbstbewusstsein und den Verlust der Restwürde ist erbracht, wenn eine politische Partei bereits 2-3 Jahre vor einem Wahltermin zu wissen glaubt, dass kein eigenes Personal den Linksauslegern im Kreis Paroli wird bieten können. Bester Rat: Macht in eurer Freizeit etwas anderes als Politik, ihr könnt’s einfach nicht. Oder legt euch wieder hin. Wer schläft, macht keinen Blödsinn. Und gibt vor allem keine Bankrotterklärung ab.</p>
<p> <strong>Verantwortungslos</strong>: Paradox ist, wenn es für ein Witzblatt ernst wird. Die Rede ist von der Mitmachzeitung im Kreis und deren Mutterhaus. Gerade noch haben sich Journalistenverbände und Gewerkschaften echauffiert über die Schamlosigkeit des Verlegers, sich von den Tarifverträgen für alle Mitarbeiter loszusagen.</p>
<p><strong> Tariflos</strong>: Wie zu erfahren war, besteht die konkrete Absicht, sämtliche Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf nicht tarifgebundene Unternehmen zu überführen. Dieses schäbige Spiel war zuvor schon mit allen Druckern durchgeführt worden. Eigentlich müsste in solchen Fällen der Präsident der Industrie- und Handelskammer eingeschaltet werden. Geht nicht? Warum denn nicht? Ach ja, er ist ja eben dieser Verleger!</p>
<p> <strong>Kopflos</strong>: Jetzt hört man, dass das unverfrorene Vorgehen vielleicht gar nicht auf einer Idee des Verlagsbosses basiert, sondern auf Betreiben seiner Hausbank entstand. Diese soll die gemeldeten Auflagenhöhe seiner Zeitungen anzweifeln und bereits die Frage gestellt haben, warum er ein neues Druckhaus baut für Zeitungen, die keiner mehr lesen will.</p>
<p><strong> Freudlos</strong>: Die Wagenburg-Mentalität unseres kleinen unzugänglichen Südkreises hat schon oft zu selbstgemachten Probleme geführt. Der Kreis, der alles am besten kann und nur von missgünstigen feindlich gesinnten Landkreisen umgeben ist, mit denen man nicht kooperieren kann und die man schon traditionell regelmäßig vor den Kopf stoßen und vors Schienbein treten muss, hat nun also ein eigenes Breitbandnetz installiert. Sehr schnell, aber nicht umfassend, wer will schon sein Mobil-Festnetz-Internet-TV-Paket gegen ein Rumpfangebot nur bestehend aus Internet und Telefonie tauschen, das auch noch unverhältnismäßig teuer ist? Kalkulationen führender Anbieter hatten diese zuvor vom Projekt Abstand nehmen lassen. Weil aber der Zwergekreis alles besser kann, hat er in die virtuellen Hände gespuckt und angepackt. Die Grünen bezeichnen ihn nun als Opfer des Privatisierungswahns.</p>
<p> <strong>Deckungslos</strong>: Denn völlig unerwartet haben alsdann die wenigen Bürger des kleinsten Kreises des Bundeslandes nicht ausreichend die teuren Anschlüsse bestellt, um das Projekt kostendeckend zu gestalten. Kein Problem. Bekannte Schwierigkeiten werden bekannten Lösungsmöglichkeiten zugeführt. In Eigenbetrieben des Kreises verschwinden Verluste und Gewinne in der Regel auf Nimmerwiedersehen. Schließlich sind sie genau dafür installiert worden. Wer zuviel fragt, kommt in den Aufsichtsrat und darf fürderhin nicht mehr über Interna reden. Man ist ja jetzt Geheimnisträger. Das nennt sich dann win-win-Situation.</p>
<p> <strong>Kenntnislos</strong>: Dünnhäutig zeigt sich der Landrat bei diesem Thema nach einer öffentlichen Anfrage der Kreis-Grünen. Diese hatten selbst erst aus Veröffentlichungen von den Vermarktungsproblemen, teilweise unattraktiven Angeboten und Problemen beim Wechsel des Internetanbieters Kenntnis erhalten. In diesem Fall hatte also nicht einmal der Sitz im Aufsichtsrat der Regionalgesellschaft geholfen, um an Informationen zu kommen. Der Landrat sieht in der grünen Fragestellung eine „schwerwiegend kontraproduktive Haltung“ zu einem bundesweit beachteten Projekt. Man beschädige so die Wirtschaft und verunsichere die Bevölkerung im Südkreis. Er wird seinem Vorgänger immer ähnlicher. Kritische Fragen grenzen an Majestätsbeleidigung.</p>
<p> <strong>Skrupellos</strong>: Unterdessen gibt der Kreis unverdrossen Geld aus, das er nicht hat. In Anbetracht der desolaten Haushaltslage wird mal schnell eine halbe Million zum Fenster hinausgeworfen, indem ein eigener Flächennutzungsplan erstellt wird statt diesen der Regionalplanung zu überlassen. Man wolle dies doch lieber selbst machen, meint der Landrat, über die Kosten habe man sich zunächst nicht gekümmert. Nun seien sie jedoch „unvorhergesehen und unabweisbar“. Vielleicht kümmert sich der Wähler demnächst mal.</p>
<p><strong> Ruchlos</strong>: Wobei Schwarze und Grüne keine Alternative darstellen, denn auch sie haben kräftig mitgeholfen, die halbe Million zu versenken. Viel interessanter als das Finanzdesaster zu diskutieren fanden die Christdemokraten den Zustand der Schultoiletten des kleinen harmonischen wenn auch nicht geruchsfreien Südkreises. Kein Thema für die versammelten Politiker, fanden diese, ab mit dem stinkenden Problem in einen Arbeitskreis.</p>
<p><strong> Instinktlos</strong>: Im westlichen Teil unseres kleinen Landkreises hat sich in einer Gemeinde mit historischen Ruinen der schwarze Bürgermeister recht gut eingelebt und wird auch von anderen politischen Färbungen akzeptiert. Der Chef der größeren Nachbargemeinde im Südwesten, auch ein Produkt der Freien Wähler, fremdelt dagegen noch sehr mit seinen Bürgern. Der Freie ist sehr frei, nimmt sich die Freiheit, seiner Bevölkerung möglichst nur zu Geschäftszeiten zu begegnen und hält sich strikt an seine Arbeitszeiten. Gemeindefeste, Jubiläen, Ortsteilfeiern und so weiter kommen in der persönlichen Rangfolge nicht an die private Freizeitgestaltung heran. Viele Bürger gönnen dem Bürgermeister diese Freiheit und werden wohl dafür sorgen, dass seine Freizeit nach der nächsten BM-Wahl noch größer wird.</p>
<p><strong> Ausschreibungslos</strong>: Das Gewerbe vor Ort wird es verschmerzen, vergibt der Teilzeit-Bürgermeister doch zum Ärger ansässiger Gewerbetreibender freihändig Aufträge an ortsfremde Firmen, die ihre Gewerbesteuern andernorts abliefern. Traditionelle Anbieter vor Ort werden gar nicht erst in Planungen einbezogen oder um Angebotsabgabe gebeten.</p>
<p> <strong>Freudlos</strong> II: Dieser Ort ist in der Adventszeit durch zusätzliche Straßenbeleuchtung zu erkennen. Hartnäckige Nachfragen haben ergeben, dass die Beleuchtung mit Stern, alle paar hundert Meter über die Bundesstrasse gespannt, als Weihnachtsbeleuchtung dienen soll. Vielleicht sollten die Verantwortlichen sich in den Nachbarorten, vornehmlich im direkten Norden, einmal darüber informieren, wie echte Festbeleuchtung aussieht.</p>
<p><strong> Bargeldlos</strong>: Unsere immer kleiner werdenden Südkreis-Mitmachzeitung zeichnet sich durch penetrantes Harmoniebedürfnis aus, was ihr den Zweit-Kosenamen Wohlfühlblatt eingetragen hat. Ende November wurde sie dieser Bezeichnung wieder einmal gerecht. Ein örtliches Geldinstitut stand vor den Schranken der Justiz, weil einem Rentnerehepaar plötzlich das Konto mit 120.000 Euro leergeräumt war, ein Bankmitarbeiter stand im Mittelpunkt des Interesses. Hörfunk und Fernsehen widmeten dem Fall ihre Aufmerksamkeit, das Wohlfühlblatt fand die Not der Haustiere berichtenswerter und verzichtete auf Berichterstattung über die verlorengegangene Penunze. Merke: Haustiere schalten keine Anzeigen. Bei der Preisverleihung für investigativen Journalismus wird das Blatt wohl leider wieder leer ausgehen.</p>
<p><strong> Kraftlos</strong>: Am 16. November haben SPD-Abgeordnete im Rahmen des bundesweiten „Vorlesetags“ in Kitas und Grundschulen vorgelesen. Landesweit sind sie ausgeschwärmt und haben in den meisten Landkreisen von „Hotzenplotz“ bis „Wieder Nix“ alles mögliche vorgetragen. Unser Südkreis ging leer aus. Vielleicht ja gar kein Unglück, denn wer den hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten je hat vorlesen hören, hätte damit rechnen müssen, dass die Kinder nachhaltig in Tiefschlaf fallen.</p>
<p> <strong>Zeitlos</strong>: Für eine seiner unzähligen guten Ideen muss man dem früheren Landrat noch lange dankbar sein, für den Ausbau der Landkreis-Bahn. Wer gelegentlich mit dem Nahverkehr unterwegs ist, vermerkt als sehr angenehm, dass die Wagons dieser Regionalbahn im Gegensatz zu vielen Zügen der großen Bahnmutter sogar mit funktionierenden Klimaanlagen ausgestattet sind. Manchmal auch mit dröhnenden Motoren, aber das lässt sich sicher noch abstellen. Und wenn im westlichsten Tal im Kreis nicht vor genau 50 Jahren der Eisenbahnbetrieb eingestellt worden wäre, könnten auch die dort liegenden Städte und Gemeinden von den Segnungen der Bahn noch heute profitieren.</p>
<p><strong> Ratlos</strong>: Ob es um den Kontinent oder das Bundesland geht, es gibt immer ein Südstaatenproblem. Irgendwie können die Südgebiete, so auch unser fiktiver Landkreis, nicht mit Geld umgehen. Jetzt wollte man unter den Landes-Schutzschirm schlüpfen, aber das vom Kreis vorgelegte „Konsolidierungskonzept“ über den Haushaltsausgleich bis 2024 überzeugte den Landesfinanzminister nicht. Schade, es wäre so schön gewesen, einen Teil der 210 Millionen Schulden erlassen zu bekommen. Hat der Finanzminister etwa gemerkt, dass man als „unabweisbare“ Kosten auch einen teuren Hauptamtlichen Beigeordneten, Wahlkampfpostillen und unnütze kostspielige Flächennutzungspläne als Kreisausgaben führt? Bei anderen klappt’s doch auch mit der Begründung „arm aber sexy“. Am Jahresende musste sogar eine Kreistagssitzung kurzfristig abgesagt werden, weil die sowieso miesen Etat-Zahlen nicht aufbereitet waren.</p>
<p><strong> Hilflos</strong>: Die Schutzschirm-Sehnsucht unserer kleinen aber groß verschuldeten fiktiven Südkreises rief die Schulleiter der allgemeinbildenden Schulen im Kreisgebiet auf den Plan. Einsparungen oder Streichungen bei der Schulsozialarbeit werden „auf das Schärfste abgelehnt“.</p>
<p>Alle sieben Schulleiter verfolgen mit großer Sorge die anhaltende Diskussion um anstehende massive Ausgabenkürzungen im Kreishalt für das kommende Jahr. In einer Kürzung oder Einstellung der sozialen Arbeit sehen sie „eine falsche politische Entscheidung mit verheerenden Konsequenzen für die Schulen und die Region. Der Odenwaldkreis wird seinen Ruf als Bildungsregion einbüßen“, heißt es. Wie bitte? Warum wohl haben Eltern ihre Kinder auf weiterführende Schulen in Nachbarkreise geschickt, solange es noch ging? Und regt euch wegen der Mittelkürzungen nicht so auf. Dafür habt ihr einen wertvollen weil teuren Ersten Kreisbeigeordneten. Statt von Bildungsregion kann man nun wenigstens von einer Region mit politischer Überversorgung sprechen.</p>
<p> <strong>Führungslos</strong>: Chaos im Mutterhaus der Mitmachzeitung. Überraschend hat der Chefredakteur sein soziales Gewissen entdeckt und gegen Ausdünnung seiner Redaktion und vor allem gegen die Tarifflucht des Verlegers opponiert. Es folgte Anfang November sein sofortiger Rauswurf. Der Verleger, der ja, wie wir gelernt haben, auch noch IHK-Präsident der Region ist, versuchte gleichzeitig hinterhältig, dem Delinquenten die Schuld am latenten Auflagenschwund seiner Zeitungen hinterherzuwerfen. Besonders die Abo-Zahlen sind stark rückläufig gewesen und erreichten zuletzt (offiziell) nur noch 75.000 Exemplare für die Gesamtauflage. Aber jetzt wird ja alles besser. Ob die Bank das auch glaubt? Es sieht langsam so aus, als ob der Anfang vom Ende der Traditionszeitung eingeläutet wurde. Merke: auch ein Leser in der Provinz merkt irgendwann, wenn an Qualität gespart wird. Und für unseren kleinen Südkreis gilt, warum soll man für eine Zeitung mit Berichten Geld ausgeben, die man selbst zuvor geschrieben und eingeschickt hat?</p>
<p>Nachtrag in letzter Minute: Aufgrund des starken öffentlichen Drucks hat der IHK-Präsident und Verleger seine Tarifflucht-Pläne vorerst eingestellt.</p>
<p> <strong>Bedenkenlos</strong>: Im bereits erwähnten westlichsten Rathaus des kleinen Kreises sind Rekorde zu vermelden, im Standesamt bekommt der arglose Bürger von amtlichen Dilettanten kostenträchtige falsche Auskünfte in Reihe über Hochzeiten im Ausland, die dann mit ärgerlichen und frustrierenden Zeitverlusten verbunden sind. Überdies gewinnt die Abteilung sicher den Titel „unfreundlichster Mitarbeiter des Jahres“, anstrengungslos.</p>
<p><strong> Hirnlos</strong>: Nichts ist so extrem, dass es nicht noch überboten werden könnte. Im Nachbarbüro werden die Texte der Gemeinde, Vereine und Kirchen für das Gemeinde“blättchen“ zusammengestellt. Ob nun aus Blödheit oder Böswilligkeit, ist von hier aus nicht zu erkennen, jedenfalls zeugt die Informationsauswahl samt -begründung von recht ausbaufähiger Intelligenz.</p>
<p> <strong>Teilnahmslos</strong>: Ein Abteilungsleiter im selben Rathaus fällt auch eher durch Dienst nach Vorschrift als durch die eigentlich funktionstypische Kultur-Kreativitätsentfaltung auf. Neben Überstundenauf- und natürlich –abbau gilt das Hauptinteresse möglicherweise dem Bürgermeisterposten einer Nachbargemeinde, der durch anhaltende Krankheit des beliebten Amtsinhabers eventuell vakant werden könnte. Vor diesem Hintergrund sind lustlose Arbeitsverwaltung und kampflose Aufgabe eigener Ideen im Kulturbetrieb zu verstehen, wenn auch nicht zu akzeptieren.</p>
<p> <strong>Antriebslos</strong>: Wie soll es in einer Kommune auch funktionieren, wenn oben am liebsten blau, daneben Mist und darunter gar nichts mehr gemacht wird?</p>
<p> <strong>Gewissenlos</strong>: …und hier unser Dauerbrenner: die mit öffentlichen Mitteln herausgegebene Postille &#8220;Kreis regional&#8221; wird noch immer kostenlos an alle Haushalte im kleinen Kreis verteilt. Es handelt sich um eine Selbstverherrlichung der Ämter und Eigenbetriebe im Landkreis, die sich und ihre Leistungen in der Tagespresse nicht ausreichend gewürdigt und bejubelt fühlten. Dies erledigen sie seit Jahren penetrant selbst. Der Landrat fand bisher nicht die Kraft, die ursprünglich als rote Wahlkampfbibel konzipierte Streitschrift einzustellen, sondern nutzt es jetzt zu eigenen Zwecken. Eigenwerbung finanziert aus öffentlichen Mitteln auf Kosten der Steuerzahler, das ist ja auch extrem verlockend. Die Bürger des kleinen Kreises kostet das unsägliche periodische Pamphlet jährlich weit mehr als 100.000 Euro. Zusammen mit den Kosten für den unnötigen Ersten Kreisbeigeordneten schlagen unnötige Ausgaben im Kreis mit etwa einer viertel Million Euro zu Buche, beziehungsweise dem Bürger auf den Magen.</p>
<p><strong> Rechtlos</strong>: Auf den Magen schlägt dem braven Bürger im kleinen Kreis und dem im angrenzenden Westen auch das Rechtsempfinden des Staatlichen Schulamts und des Landes-Kultusministeriums. Mehrfach weigerten sich beide Behörden, den höchstrichterlichen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts und des Verwaltungsgerichthof des Landes Folge zu leisten. Sie verwehrten widerrechtlich einem Bewerber mit falschem Parteibuch die Schulleiterstelle einer größeren Gesamtschule an der Grenze beider Landkreise und schreckten auch nicht davor zurück, Lehrer, Eltern und Schüler über die Umstände des jahrelangen Leitungs-Vakuums grob irreführend zu informieren. Zum Unverständnis der zahlreichen schulischen Opfer der behördlichen Willkür ist die Schulamtsleiterin noch immer im Amt. Wir schätzen einmal mutig, dass sich dieser unglaubliche Zustand schon in wenigen Wochen ändern wird.</p>
<p><strong> Arbeitslos</strong>: Zu guter Letzt noch eine brandaktuelle Meldung zur Presselandschaft im gesamten Süden des Bundeslandes. Nach dem Aus für zwei überregionale Traditionszeitungen und eine eher miese Nachrichtenagentur werden nun auch in unserer Landeshauptstadt aufgrund Leser- und Anzeigenschwunds die beiden alteingeführten Zeitungen zusammengelegt. Die Redaktion wird ausgedünnt, zahlreiche Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, die überregionalen Seiten samt Titel liefert nun sogar ein drittes Blatt zu, das Zeitungssterben erfasst jetzt auch die Region. Dabei hatten beide Medien dieselbe Überlebensstrategie wie unsere kleine Mitmachzeitung gewählt. Nämlich Ausbeutung Freier und Beauftragung ungelernter Mitarbeiter mit der Zielrichtung, durch Dumpinghonorare zwei Drittel der Kosten in der Materialbeschaffung zu sparen. Ergebnis ist spürbar sinkende Qualität. Die beiden Verlagsleitungen teilen sich also nicht nur das neue Druckzentrum, sondern unbeirrt dieselbe Untergangssehnsucht.</p>
<p><strong> Prosit Neujahr!</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2221</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Grenzen der Seriosität&#8221;:  Thomas Baader über einen Vortrag der &#8216;Islamophobie&#8217;-Expertin Sabine Schiffer in Michelstadt</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2215</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2215#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Nov 2012 18:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Causa Claudia]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Religiöses]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2215</guid>
		<description><![CDATA[Liest man den nachfolgenden Artikel von Thomas Baader, nebenbei Pressesprecher des Vereins für Menschenrechte und Integration (peri e.V.), kommt ein Gefühl des Déjà-vu auf: Diese Debatte wurde hier doch schon geführt &#8211; vor allem mit der Odenwälder Bloggerin Claudia Troßmann. Sie verblüffte damals mit folgender Aussage: &#8220;Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liest man den nachfolgenden Artikel von Thomas Baader, nebenbei Pressesprecher des Vereins für Menschenrechte und Integration (<a href="http://www.peri-ev.de/">peri e.V.</a>), kommt ein Gefühl des Déjà-vu auf: Diese Debatte wurde hier doch schon geführt &#8211; vor allem mit der Odenwälder Bloggerin <a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?cat=44">Claudia Troßmann</a>.<br />
Sie verblüffte damals mit folgender Aussage: </p>
<blockquote><p>&#8220;<a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?p=1325">Zunächst dürfte es jedem Kind bekannt sein, dass im Islam ein differenziertes ‘Bilderverbot’ herrscht. Dafür braucht man nun wirklich kein islamwissenschaftliches Studium</a>.”</p></blockquote>
<p>Wegen dieses &#8216;differenzierten Bilderverbotes&#8217; müsse sich ein Karikaturist nicht wundern, so die implizite Folgerung, wenn er bei einem Verstoß gegen das Gebot um sein Leben fürchten muss.</p>
<p>Claudia Troßmann sollte am 8. November ebenfalls in Michelstadt gewesen sein und Sabine Schiffer applaudiert haben. Über die hatte sich vor 3 Jahren bereits der Kölner Stadtanzeiger Gedanken gemacht: &#8220;<a href="http://www.ksta.de/medien/medienforschung-das-seltsame-institut-der-sabine-s-,15189656,12783326.html">Das seltsame Institut der Sabine S.</a>&#8221;</p>
<blockquote><p>Der Titel der Veranstaltung lautete „Wo sind die Grenzen der Meinungsfreiheit? Antimuslimischer Rassismus/Islamophobie“, wobei die zuletzt genannte begriffliche Verwirrung programmatisch für den Abend war. Die Veranstaltung wurde gemeinsam ausgerichtet von Attac Odenwald, Odenwald gegen Rechts, den Naturfreunden, dem DGB Odenwaldkreis, der DKP Kreisgruppe Odenwald, der GEW Odenwald, der GEW Darmstadt/Dieburg, der Linken Odenwaldkreis und dem Runden Tisch Reichelsheim.</p>
<p>Entsprechend findet man beim Eintreten nicht nur Flyer der diversen Initiativen ausliegend, sondern auch aktuelle Ausgaben der „jungen welt“. Um die Wartezeit zu verkürzen, blättert man ein wenig in der Zeitung und stößt auf einen romantisch verklärenden Artikel von Dietmar Dath über die Oktoberrevolution. „Die allverächtlichsten Arschlöcher, gegen die sie [das Proletariat – sic!] sich dabei behaupteten, die sie dafür besiegen mußten, redeten übrigens in demselben verlogenen, ekelhaften Zungenschlag, der heute die Standortpredigten der Bourgeoisie und ihrer Ausgehaltenen bis tief in die rechten Sumpfbezirke der Gewerkschaftsarbeit prägt […]“, heißt es dort aus Seite 11. Und weiter: „Das ist genau der verdrehte Quatsch, den Angela Merkel den griechischen Nichtbesitzenden vorheult […].“ Im geifernden Stil wird Kerenski als „handzahmer Napoleon-Wichtel“ bezeichnet, dann erst kommt Lenin mit „schweißtreibende(r) Überzeugungsarbeit“, um das Programm „Frieden statt Weltkrieg“ umzusetzen. Eine ideologische Verhunzung der tatsächlichen historischen Ereignisse, wie sie verfälschender kaum sein könnte.</p>
<p>Was hat das alles eigentlich mit dem Thema der Veranstaltung von Frau Schiffer zu tun, mag man sich fragen. Nichts. Eben. Warum liegen die Exemplare der „jungen welt“ dann überhaupt aus?  </p>
<p>Schließlich ist es so weit, 40 Zuhörer (darunter ein erheblicher Teil Angehörige der veranstaltenden Initiativen) füllen den kleinen Saal. Der Altersdurchschnitt ist eher hoch. Vorne erhebt sich ein bärtiger Herr und spricht die einleitenden Worte: Unmittelbarer Anlass für die Veranstaltung seien Anti-Islamisierungs-Aufkleber gewesen, die in letzter Zeit in Michelstadt aufgetaucht seien. Aber auch Politiker aus der Mitte der Gesellschaft äußerten sich mittlerweile entsprechend. Als noch problematischer bezeichnet der Sprecher aber „Institutionen, die unsere Verfassung schützen sollen“. Er sieht Wurzeln des frühen Verfassungsschutzes in der NS-Zeit, aber auch heutige Generationen hätten ihr Handwerk von diesen Alten gelernt. Und zum Abschluss: Die „Neofaschisten in Regierungskreisen“ solle man nicht unterschätzen.</p>
<p>Sabine Schiffer beginnt ihren Vortrag mit dem Verweis auf einen „polemischen Beitrag in der taz“, in dem Deniz Yücel Thilo Sarrazin verunglimpfe. Diese Sarrazin-Verteidigung überrascht sicherlich nicht wenige im Saal. Schiffer will an diesem Beispiel zeigen, dass die Meinungsfreiheit Grenzen habe, dass man selbst gegen einen Sarrazin nicht alles sagen dürfe. Allerdings, so Schiffers Argumentation, werde hier von den Sarrazin-Anhängern mit zweierlei Maß gemessen: Grenzen der Meinungsfreiheit gebe es für sie bei Angriffen auf Sarrazin, nicht aber bei Angriffen auf die Muslime.</p>
<p>Sabine Schiffer versucht sich anschließend an einer Definition der Grenzen der Meinungsfreiheit, indem sie die gesetzliche Situation in Deutschland beschreibt. Durch den Paragraph zur Volksverhetzung etwa sei die Leugnung des Holocausts in Deutschland verboten, was einzigartig sei. In diesem Moment Stirnrunzeln und Getuschel im Publikum – zu Recht, denn tatsächlich ist Holocaustleugnung in vielen Ländern Europas strafbar, und dem deutschen Volksverhetzungsparagraphen vergleichbare Gesetze gibt es reichlich, so etwa in Österreich („Verhetzung“) und Frankreich („Anstiftung zum Rassenhass“). Diese Äußerung Schiffers wird jedoch nicht die einzige Merkwürdigkeit des Abends bleiben.</p>
<p>Schiffer fährt unbeirrt in ihrem Vortrag fort und erklärt ihre Lieblingsmethode, die „Gegenprobe“, die darin besteht, in bestimmten Aussagen einzelne Wörter auszutauschen. Sie spricht also den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“, und danach langsam und bedacht die folgenden Sätze:<br />
 „Juden neigen zur Gewalt.“<br />
 „Männer neigen zur Gewalt.“<br />
 „Afrikaner neigen zur Gewalt.“<br />
 „Amerikaner neigen zur Gewalt.“<br />
Anschließend richtet Schiffer an die Anwesenden die Frage: „Wo ist das Problem bei den Sätzen?“ Murmelnde Antworten aus dem Publikum: „Verallgemeinerung…“</p>
<p>Spätestens an dieser Stelle wird die Veranstaltung unfreiwillig komisch. Schiffers Vortragsstil gleicht altmodischem Grundschulunterricht, wobei die Frage unbeantwortet bleibt, warum erwachsene Menschen das tatsächlich mit sich machen lassen. Leider kommt an dieser Stelle keine echte Debatte auf. Man könnte nämlich fragen, ob Schiffer auch ein Problem hätte mit der Formulierung „Männer neigen, statistisch gesehen, eher zur Gewalt als Frauen.“ Dieser Satz ist nämlich zweifellos wahr. Unklar bleibt auch: Wer hat den Satz „Muslime neigen zur Gewalt“ eigentlich gesagt? Der Kommentarbereich von Politically Incorrect etwa? Das wäre zu erwarten gewesen. Ernstzunehmende Kritiker des Islam hingegen verweisen durchaus auf Gewaltprobleme in bestimmten Communitys, drücken sich aber in der Regel differenzierter aus. Wer ist hier also eigentlich gerade der Gegner?</p>
<p>Schiffer widmet sich nun den bereits erwähnten Aufklebern. Das Layout eines solchen Aufklebers wird per Beamer an die Wand gestrahlt, man sieht eine durchgestrichene Moschee und den Aufruf, die Islamisierung zu stoppen. Schiffer fragt, was hierbei die Prämisse ist. Dann die Erkenntnis: Die Prämisse ist, dass es eine Islamisierung gibt.<br />
Ähnlich wird mit einem Titelblatt des „stern“ verfahren, auf dem zu lesen ist: „Wie gefährlich ist der Islam?“ Prämisse sei, dass er überhaupt gefährlich ist, unklar sei nur wie sehr.<br />
Das lässt sich beliebig fortsetzen, aber es wird dankenswerterweise darauf verzichtet. (Für alle aufmerksamen Leser, denen das nicht zu hoch ist: Schiffers Prämisse beim Nennen dieser beiden Prämissen ist übrigens, dass sie inhaltlich falsch sind.)</p>
<p>Es folgt eine kleine Begriffsdefinition, die eigentlich für Schiffer nur in der Erklärung besteht, dass sie die Begriffe „Islamophobie“, „Antimuslimismus“, „antimuslimischer Rassismus“ und „Islamfeindlichkeit“ synonym verwende. Kritik am Begriff „Islamophobie“, so erfährt man, sei ohnehin nur da, um Rassismus zu verschleiern. Nun sind allerdings (und das sagt Frau Schiffer nicht) gerade die Begriffe „Islamophobie“ und „antimuslimischer Rassismus“ in der Forschung heftig umstritten. Gegen den letzteren kann man zumindest einwenden, dass Ressentiments gegen Angehörige einer Religionsgemeinschaft, die sich nicht ethnisch definiert, ebenso wenig als Rassismus gelten kann wie Ressentiments gegen Homosexuelle (was freilich nichts daran ändert, dass beide Arten von Ressentiment existieren). „Islamophobie“ wiederum richtet sich seiner Wortbedeutung nach inhaltsorientiert gegen den Islam als Lehre und nicht gegen die Muslime als Menschengruppe. Aber diese Dinge werden an diesem Abend nicht diskutiert. Der Beamer strahlt ein paar passende Sätze an die Wand, darunter den folgenden: „Islamfeindlichkeit dient – wie jeder Rassismus – der Verfassung etablierter hierarchischer Strukturen und somit der Abwehr von Inklusion und Entwicklung.“ Schiffer schließt dieses Kapitel mit der Behauptung ab, der Begriff „antimuslimischer Rassismus“ werde sich am Ende wohl durchsetzen.</p>
<p>Sie klappert weitere Stationen ab. Vom Mohammed-Schmähfilm hätte „Media for Christ“ profitiert und nicht die Salafisten. Der „Salman Rushdie-Rahmen“ sei auf die Mohammed-Karikaturen gelegt worden, wo er nicht hingehöre, denn im Gegensatz zu Rushdies Kunstwerk wollten die Karikaturen „provozieren“.</p>
<p>Es wird im Verlauf des Abends immer mal wieder verschwörungstheoretisch: Wenn etwa George W. Bush nach 9/11 in eine Moschee gehe, um zu zeigen „Das hat nichts damit zu tun“, dann stelle Bush ja gerade den Kontext her, den er angeblich vermeiden wolle. Verblüffende Logik! Aus dieser Perspektive heraus könnte man auch auf die Idee kommen, dass Sabine Schiffers Veranstaltung eigentlich dazu diene, dass mit dem Islam doch irgendwie eine Gefahr assoziiert werde.</p>
<p>Ein weiterer Höhepunkt des Abends: Schiffer hadert mal wieder mit einem Cover des „stern“. Man sieht Ahmandinedschad, man sieht einen Atompilz, man sieht die Kuppel einer Moschee und man sieht den Schriftzug „Wie gefährlich ist der Iran?“ Anstoß nimmt sie, das war zu erwarten, an der Abbildung der Moschee. Schiffer schreitet also zur Gegenprobe und präsentiert ein Bild aus einem arabischen Blog, das sie für „vergleichbar“ hält: ein Atompilz, Ariel Scharon, über Scharons Kopf ein Davidstern. Ein Herr aus dem Publikum wendet an dieser Stelle ein, dass er Schiffer nicht ganz folgen könne: Der Islam sei doch aber nun wirklich die ideologische Grundlage der Herrschenden im Iran. Schiffer daraufhin: „Bei Israel ist das die Religion aber doch auch.“ Im Folgenden wird dann noch zwischen Schiffer und dem Publikum die Frage erörtert, ob das Scharon-Bild auch antisemitisch wäre, wenn man statt des Davidsterns die israelische Flagge abgebildet hätte. Und schließlich will ein Mann erkannt haben, was am Cover des „stern“ noch problematisch sei: Die Moscheekuppel sehe ja aus wie eine Bombe. Frau Schiffer warnt jedoch vor Überinterpretationen.</p>
<p>Noch einmal kommt das Thema Mohammed-Karikaturen auf den Tisch bzw. per Beamer an die Wand. Die bekannte Westergaard-Zeichnung (Mohammed mit Bomben-Turban) wird in eine Reihe gestellt mit anstößigeren Karikaturen anderer Herkunft. Einspruch kommt von einigen Gästen im Saal, die doch einen klaren inhaltlichen Unterschied zwischen der Karikatur des dänischen Künstlers und den anderen Zeichnungen sehen. Jemand aus dem Publikum fragt: „Betreiben wir da aber nicht gerade selbst Verallgemeinerung?“ Zweifellos der intelligenteste Satz des Abends, und er kommt nicht von Frau Schiffer. Sie versucht stattdessen die angebliche Gefährlichkeit von Westergaards Karikatur zu erläutern. Jyllands Posten gilt ihr als rechtes Blatt, das schon früher entsprechend aufgefallen sei. Leider versäumt es Sabine Schiffer, die Geschichte der Karikaturen richtig darzustellen: Kein Wort davon, dass dänische Imame diese Karikaturen, die über einen längeren Zeitraum von der islamischen Welt völlig unbeachtet blieben, auf eine Reise in die entsprechenden Länder mitnahmen, um die dortige Bevölkerung anzustacheln. Ebenfalls „vergisst“ Schiffer zu erwähnen, dass die Imame noch weitere, weitaus anstößigere Karikaturen im Gepäck hatten, die nicht aus Jyllands Posten stammten (aber der Eindruck sollte wohl erweckt werden).</p>
<p>Der Abend hat noch einen weiteren Höhepunkt parat: Schiffer weist auf das Phänomen des „humanitären Rassismus“ hin, was freilich, wie sie selbst bekennt, eine widersprüchliche Begriffsbildung sei. Der Diskurs um Emanzipation, Frauen- und Menschenrechte werde ebenfalls zur Verbreitung von Ressentiments genutzt. Gemeint sind also ganz offensichtlich humanistische und Menschenrechtsarbeit leistende Initiativen, die auf Probleme im muslimischen Milieu hinweisen und sich entsprechend engagieren. Da ist er also mal wieder, der gute alte Rundumschlag der Diffamierung. Verwundern dürfte er niemanden, denn es sind genau jene Initiativen, aus deren Reihen berechtigte Kritik an Sabine Schiffer geübt wird – so auch im Vorfeld des heutigen Abends. Die Diffamierung durch Schiffer erscheint als bizarrer Vorgang, wenn man bedenkt, dass einige dieser „humanitären Rassisten“ Musliminnen und Muslimen aus lebensbedrohlichen Situationen heraus geholfen haben, während Sabine Schiffer Aufkleber analysiert.</p>
<p>Präsentiert wird schließlich auch das Bild des berühmten afghanischen Mädchens ohne Nase – nach Schiffer gehe es hierbei um einen „Missbrauch der Geschichte“ der Betroffenen, um die NATO in Afghanistan bleiben lassen zu können. Wie absurd das sei, könne man daran sehen, dass die Verstümmelung des Mädchens während des Aufenthaltes der NATO in Afghanistan geschehen sei. Diese Logik ist nicht gerade bestechend. Führen wir den Gedanken einmal fort: Wenn sich in einer Stadt ein besonders schlimmes Gewaltverbrechen ereignet, so wäre nach Schiffers Denkweise eine Aufstockung der Polizeikräfte nicht sinnvoll, weil das Verbrechen sich ja trotz der Existenz der Polizei ereignet hat.</p>
<p>Der Abend schließt mit einer Diskussionsrunde, Zuhörer können Fragen stellen oder Anmerkungen einbringen. Wie schon zuvor, reagiert Schiffer auf Kritik nicht gerade souverän, würgt unangenehme Redebeiträge ab („das nervt jetzt vielleicht die anderen“) oder gibt auf Fragen, die ihr nicht passen, ausweichende Antworten.</p>
<p>Was bleibt schließlich als Erkenntnis des Abends? Vielleicht, dass der, der mit Sabine Schiffer und der DKP im Gepäck zum antirassistischen Appell antritt, ein Glaubwürdigkeitsproblem hat? Dass man es in Michelstadt bereits als „gut besucht“ empfindet, wenn eine Rednerin etwa vierzig Zuhörer (davon ein Viertel bis ein Drittel Angehörige der veranstaltenden Initiativen selbst) anzieht? Dass Initiativen, die von Gewalt bedrohten Musliminnen und Muslimen Betreuung, Schutz und Hilfe zukommen lassen, in Wahrheit verkappte „humanitäre Rassisten“ sind? Dass die Grenzen der Meinungsfreiheit klar definiert wurden? Man weiß es nicht. Aber man weiß hoffentlich nach der Lektüre dieses Berichts ein wenig mehr darüber, wo die Grenzen der Seriosität zu finden sind.</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de/page8.php?post=1100">menschenrechtsfundamentalisten.de</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2215</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Horst Arnold ist tot und wird zum Albtraum für die Justiz in Darmstadt</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2212</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2212#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Jul 2012 19:57:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fall Arnold]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2212</guid>
		<description><![CDATA[Vor wenigen Tagen wurde der durch ein skandalöses Fehlurteil seiner Freiheit, seiner Gesundheit und letztlich seines Lebens beraubte Horst Arnold bestattet. Für die Verantwortlichen in Darmstadt ist der Fall jedoch nicht ausgestanden. Morgen wird im neuen SPIEGEL über Arnold berichtet &#8211; unter dem Titel &#8220;Stigmatisiert bis zum Tod&#8221;. Gisela Friedrichsen, die Gerichtsreporterin des Hamburger Magazins, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="horst arnold kreuz" align="left" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2012/07/horst-arnold-kreuz.png" width="154" height="238" />Vor wenigen Tagen wurde der durch ein skandalöses Fehlurteil seiner Freiheit, seiner Gesundheit und letztlich seines Lebens beraubte <strong>Horst Arnold</strong> bestattet.</p>
<p>Für die Verantwortlichen in Darmstadt ist der Fall jedoch nicht ausgestanden.<br />
Morgen wird im neuen SPIEGEL über Arnold berichtet &#8211; unter dem Titel &#8220;Stigmatisiert bis zum Tod&#8221;.</p>
<p><strong>Gisela Friedrichsen</strong>, die Gerichtsreporterin des Hamburger Magazins, hatte zu Arnold schon im letzten Jahr einen langen Bericht verfasst. Sie kannte ihn und seine horrende Geschichte. Nun stand sie vor seinem Grab.<br />
So wird sie einer großen Öffentlichkeit auch das erbärmliche Verhalten der Staatsanwaltschaft Darmstadt erneut in Erinnerung rufen.</p>
<p>Erst am Tag seines Todes gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie nunmehr Anklage gegen Arnolds Rufmörderin erheben wird. &#8216;Tragisch&#8217; sei das, so ließ die Behörde verlauten</p>
<p>Dabei waren der Ermittlungsbehörde seit mindestens vier Jahren alle wesentlichen Umstände bekannt, die eine Anklage gegen Arnolds frühere Kollegin Heidi K. erzwingen sollten. Sie hatte ihn fälschlich einer Vergewaltigung bezichtigt.<br />
Durch das jahrelange Verschleppen der Ermittlungen ist zumindest ein Anklagepunkt bereits verjährt.</p>
<p>Ob sich die pfuschenden und tricksenden Juristen in Darmstadt damit einen Gefallen taten, wird sich noch erweisen.<br />
Während die Missstände in der südhessischen Justiz bislang vor allem auf Websites wie odenwald-geschichten.de thematisiert wurden, werden sie nun auch in auflagenstarken Medien einer breiten Öffentlichkeit bekannt.</p>
<p>Ihr guter Ruf, sofern sie ihn denn je hatte, ist dahin. Zu Recht. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2212</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Ende eines Rufmords: Justizopfer Horst Arnold gestorben</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2208</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2208#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Jul 2012 16:53:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fall Arnold]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2208</guid>
		<description><![CDATA[Lange hat sich der ehemals in Reichelsheim unterrichtende Lehrer Horst Arnold seiner Rehabilitierung nicht erfreuen können. Das Westfalen-Blatt berichtet, dass der erst 52 Jahre alte Arnold am Freitag tot aufgefunden wurde. Inzwischen findet sich auch auf echo-online.de ein Bericht über den Tod des früheren Studienrats. Eine damals ebenfalls an der GAZ in Reichelsheim unterrichtende Kollegin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/P-EarJ7xYMg" frameborder="0" width="400" height="257" allowfullscreen=""></iframe></span> Lange hat sich der ehemals in Reichelsheim unterrichtende Lehrer Horst Arnold seiner Rehabilitierung nicht erfreuen können. Das <a href="http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2012-06-30-justizopfer-gestorben/613/">Westfalen-Blatt</a> berichtet, dass der erst 52 Jahre alte Arnold am Freitag tot aufgefunden wurde.<br />
Inzwischen findet sich auch auf <a href="http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Zu-Unrecht-inhaftierter-ehemaliger-Studienrat-gestorben;art1231,3018709">echo-online.de</a> ein Bericht über den Tod des früheren Studienrats.<br />
Eine damals ebenfalls an der GAZ in Reichelsheim unterrichtende Kollegin hatte Arnold fälschlich einer Vergewaltigung bezichtigt, minderbemittelte Staatsanwälte und Richter in Darmstadt hatten ihr die haarsträubende Geschichte abgenommen und den früheren Biologielehrer für mehrere Jahre in das Gefängnis und in die Psychiatrie gebracht. Ein <a href="http://www.franzkafka.de/franzkafka/das_werk/der_process/457391">Prozess wie bei Kafka</a>, nur angesiedelt im 21. Jahrhundert und mitten in Deutschland. </p>
<p>Ob sich zumindest jetzt bei der Frau, die Arnolds Leben ruinierte, ein Gewissensbiss regt? Es ist wenig wahrscheinlich. Was von ihr bekannt ist, lässt darauf schließen, dass sie eine Soziopathin ist &#8230; und ihr ein Gewissen folglich fehlt. Ähnliches gilt in gewissen Grenzen auch für einen gewissen Teil des Justizpersonals.<br />
Das Westfalen-Blatt nennt Arnolds Medusa &#8220;karrieresüchtig&#8221;, was sie tatsächlich mit jenem gewissen Teil der Justiz gemein hat. Wohlgemerkt nicht nur der deutschen Justiz, sondern erst recht der in totalitär und autoritär regierten Staaten. Auch in den USA sollen mitunter Staatsanwälte, Richter und Gouverneure nur ihrer Karriere wegen auf der Hinrichtung von mutmaßlich Unschuldigen bestehen.</p>
<p>Es ist unwahrscheinlich, dass Horst Arnold ohne diese horrende Vorgeschichte einen so frühen Tod gefunden hätte. Das Wort vom Rufmord ist in seinem Fall daher Fakt geworden.  </p>
<p>Nachfolgend Auszüge aus dem Bericht des <a href="http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2012-06-30-justizopfer-gestorben/613/">Westfalen-Blatts</a>:</p>
<blockquote><p>»Er lag am Freitagmorgen leblos in seiner Wohnung in Völklingen. Die Polizei geht von einem Herzversagen aus«, sagte Rechtsanwalt Hartmut Lierow, der nach einem jahrelangen Kampf die Unschuld Arnolds bewiesen hatte.<br />
[Anm.: Im <a href="http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Zu-Unrecht-inhaftierter-ehemaliger-Studienrat-gestorben;art1231,3018709">Darmstädter Echo</a> ist zu lesen, dass er auf der Straße unweit seiner Wohnung zusammenbrach.]</p>
<p>Arnold hatte fünf Jahre wegen Vergewaltigung im Gefängnis gesessen, bevor das Landgericht Kassel ihn 2011 »wegen erwiesener Unschuld« freigesprochen und rehabilitiert hatte. Nach Auffassung der Richter hatte die aus Ostwestfalen-Lippe stammende, karrieresüchtige Pädagogin den Mann, der im hessischen Reichelsheim an einer Realschule unterrichtete, fälschlich der Vergewaltigung beschuldigt, um ihn kaltzustellen und seine Biologielehrerstelle zu übernehmen. Dieses Urteil ist rechtskräftig.
</p></blockquote>
<p>Überrascht es, was in diesem Zusammenhang über das weitere Wirken der Justiz in Darmstadt zu lesen ist?</p>
<blockquote><p>Die Studienrätin, die bis 2011 in Bielefeld an einem Gymnasium unterrichtete, ist entlassen worden, aber weiter auf freiem Fuß. Rechtsanwalt Lierow: »Obwohl der Staatsanwaltschaft Darmstadt die Beweise gegen die Lehrerin seit vier Jahren vorliegen, gibt es noch immer keine Anklage. Das ist ein Skandal!«<br />
 Arnold hatte seine Existenz als Lehrer verloren und blieb auch nach seiner Haftentlassung arbeitslos. »Er lebte von Hartz IV. Den Haftentschädigungsantrag, den ich im vergangenen Jahr gestellt hatte, hat die Justizverwaltung bis heute nicht bearbeitet«, kritisierte der Rechtsanwalt. </p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2208</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Silvesterspitzen 2011: Der etwas andere (sechste) Jahresrückblick von Wolfgang Hörnlein</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2207</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2207#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 15:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Regionales]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2207</guid>
		<description><![CDATA[Wolfgang Hörnlein, Betreiber der Presse- und Bildagentur pdh, serviert zum sechsten Mal seine Silvesterspitzen und verschont dabei im &#8220;fiktiven südhessischen Landkreis&#8221; niemand. Für sein Bild zur nächtlichen Plakataktion des Opfervereins Glasbrechen [s.u.] wurde er in diesem Jahr vom Deutschen Journalistenverband DJV (Hessen-Thüringen) ausgezeichnet. Der sehenswerte Ausstellungskatalog &#8216;PresseFoto Hessen-Thüringen 2011&#8242; kann als pdf hier heruntergeladen werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wolfgang Hörnlein</strong>, Betreiber der <a href="http://pdh.djv-bildportal.de/webgate/frameset.html">Presse- und Bildagentur pdh</a>, serviert zum sechsten Mal seine Silvesterspitzen und verschont dabei im &#8220;fiktiven südhessischen Landkreis&#8221; niemand.<br />
Für sein Bild zur nächtlichen Plakataktion des <a href="http://www.glasbrechen.de/">Opfervereins Glasbrechen</a> [s.u.] wurde er in diesem Jahr vom Deutschen Journalistenverband DJV (Hessen-Thüringen) ausgezeichnet. Der sehenswerte Ausstellungskatalog &#8216;PresseFoto Hessen-Thüringen 2011&#8242; kann als <a href="http://www.djvhessen.de/Seiten/Landesverband/Katalog2011.pdf">pdf hier heruntergeladen</a> werden. </p>
<blockquote>
<p>Südhessen (pdh) Aus gut informierten Quellen hat die südhessische Presseagentur -pdh- die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2011 in einem fiktiven südhessischen Landkreis zusammengetragen. Trotz penibelster Recherche kann nicht für alle Meldungen die Gewähr für Richtigkeit übernommen werden…</p>
<p><strong>Das Jahr fängt gut an</strong>. Der Landesjustizminister kommt zum Kommunal- und Bürgermeisterwahlkampf in eine der westlichen Gemeinden des Kreises und sagt von dort dem Landrat den Kampf an. Er habe die Wähler im kleinen Kreis betrogen, sagt der liberale Landesvorsitzende, denn er habe sich als Spitzenkandidat seiner Partei für die Kommunalwahl aufstellen lassen. Es sei ein besonders skrupelloses Verhalten gerade von Freien Wählern, die sich gern als „Volkes Stimme“ gerierten, wenn diese den treuen Anhängern einen Kandidaten präsentierten, der die entsprechende Funktion gar nicht anstrebe und auch nicht annehmen würde. So kam es dann auch. Diagnose: Wahlbetrug</p>
<p><strong>Im selben Ort gewann später der Kandidat der Schwarzen</strong> erstmals seit Jahrzehnten die Bürgermeisterwahl. Am Wahlabend noch konnte eine vordringliche Aufgabe des neuen Verwaltungschefs ausgemacht werden: Ortsmitte und Rathaus liegen in einem Funkloch, Berichte und Fotos vom Wahlsieger konnten aus dem Rathaus nicht an die Zeitungsredaktionen gesendet werden. Da sollte dringend Abhilfe geschaffen werden.</p>
<p><strong>Auch die Bewohner des größeren Nachbarorts im Westen</strong> des Landkreises haben Grund zur Kritik an ihrer Gemeindeverwaltung. Dort erscheint ein Amtsblatt, das als besonders bürgerfeindlich eingestuft werden kann. Während in den anderen Kreisgemeinden wöchentlich die Blättchen erscheinen und den Bürgern, Vereinen, Kirchen und Schulen viel Platz zur Selbstdarstellung bieten, erscheint dieses Amtsblatt nur vierzehntägig und gewährt den eigenen Bürgern und Institutionen keinen Platz zur eigenen Berichterstattung. Stattdessen müssen die armen Leser fast ausschließlich Werbung und Berichte aus anderen Kreisgemeinden ertragen. Auch Gemeindegeiz soll nicht immer geil sein. Bürgernähe geht ganz anders.</p>
<p><strong>Selbstdarstellung im Übermaß bietet hingegen ein Printmedium</strong>, das früher einmal als solide Tagezeitung galt, dann zum Zentralorgan der Freiwilligen Feuerwehren und Karnevalsvereine mutierte und mittlerweile die Mitmachzeitung des kleinen Kreises ist. Von Journalismus hält man dort gar nichts mehr, hingegen sollen Leser, Gemeinden und Vereine ihre eigenen Texte und Bilder zum Abdruck einschicken, natürlich umsonst. Daraus basteln dann acht (8!) Redakteure die tägliche Ausgabe, nicht ohne tatkräftig Fehler einzubauen und Sinnzusammenhänge zu zerstören.</p>
<p><strong>Das Mutterhaus der südlichen Mitmachzeitung</strong> hat es auch nicht leichter. Zusammen mit einem anderen Medienunternehmen hat man unlängst ein 100 Millionen Euro teures neues Druckzentrum errichtet, was ein für die Region ansehnliches Bauvolumen darstellt. Nur konnte man die Einweihung nicht gebührend feiern. Es kamen zwar ein paar Politiker zum fast internen Einweihungsfest, auch der Intendant des Landessenders, aber er durfte keine Kamerateams mitbringen, auch Presseagenturen waren nicht erwünscht. Grund: Man arbeitet im neuen Druckzentrum mit Dumpinglöhnen, hat zunächst alle Drucker rausgeworfen, um einige dann wieder ohne Tarifvertrag billiger einzustellen. Und die Hintergrundberichte über diese üblen frühkapitalistischen Zustände wollte man sich auf Verlegerseite doch gern ersparen.</p>
<p>Unser kleiner fiktiver Südkreis verfügt auch (noch) über einen eigenen Kreistag. Und dessen politische Mehrheit weiß virtuos mit dem geltenden Recht umzugehen. Beispiel:</p>
<p><strong>Wie bekommt man den gewünschten Ersten Kreisbeigeordneten ins Amt?</strong> Indem man einen gleichqualifizierte Bewerber gar nicht erst zur Wahl zulässt und nicht einmal zum Bewerbungsgespräch bittet. Später erklärt man dann, der einzig übrig gebliebene Kandidat hätte sich in der Regionalpolitik besser ausgekannt.</p>
<p><strong>Problematisch dabei die Haltung der völlig unfähigen Opposition</strong>, die diesen Vorgängen weitgehend schweigend oder hilflos gegenüberstand. So lässt sich komfortabel regieren im kleinen semiseriösen Südkreis. Bei der entscheidenden Abstimmung fehlen dann vier Oppositionspolitiker – der Kreistag ist und bleibt auf der einen Seite eben ein Amateurpolitiker-Verein, eine völlig überforderte Selbsterfahrungsgruppe.</p>
<p><strong>Die Grünen machen einen sowieso sprachlos</strong>: In der ihnen eigenen verwurstelten Wahrnehmung der Realität kommen sie in derselben Sitzung zu der Erklärung, sie seien prinzipiell gegen einen Hauptamtlichen Beigeordneten – aber wenn er eine Frau mit Schwerpunkt erneuerbare Energie und Umwelt wäre, könnte man dann doch zustimmen. Oh je, du arme provinzielle krude grüne Politikwelt.</p>
<p><strong>Nun gibt es also zwei Hauptamtliche Kreisspitzen</strong> in unserem kleinen Südkreis. Sie verrichten jetzt gemeinsam die Aufgaben, die zuletzt ein gesundheitlich stark angeschlagener Landrat ganz allein recht souverän geschultert hatte. Die vielen wortreichen Erklärungsversuche dieser skrupellosen Selbstbedienung der Freien und Roten dienten nur einem Ziel: Von einem insolventen Kreishaushalt vor dem Total-Zusammenbruch noch schnell das Maximale abzugreifen.</p>
<p>St. Florian muss entgegen anderen Überlieferungen doch evangelisch gewesen sein. In einer westlichen Kreisgemeinde schwangen auch Vorstandsmitglieder der evangelischen Kirche geistreiche Sätze über die sexuellen oder pädophilen Verfehlungen katholischer und nahegelegener regionaler schulischer Verantwortungsträger.</p>
<p align="center"><img height="299" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/12/bild-341.jpg" width="450" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sehr schnell wurden die evangelischen Moralapostel absolut schweigsam</strong>, als ein Geistlicher aus den eigenen Reihen, nicht zum ersten Mal, außerehelich und interkonfessionell seinem hormonellem Drängen nachgab und sich nach der extern ausgelebten Nächstenliebe sogar ein Veilchen einfing. Was man der anderen Fakultät liebend gern vorwirft, wurde indes zunächst in den eigenen Reihen eiligst und gründlich unter den Teppich gekehrt. Kreiseigenes evangelisches Landrecht! Penetrante Mitbürger sorgten in der Folge für Öffentlichkeit und Konsequenzen, die von dem Protagonisten nicht wirklich verstanden oder gar als notwendig erachtet wurden.</p>
<p><strong>Die Kommunalwahlen im Kreis hinterließen Spuren</strong> dort, wo man sie nicht vermutet hatte. Selbstherrlich und ohne Absprache mit den Kreispolitikern hat die Doppelspitze der schwarzen Partei ihre Kandidatenliste im stillen Kämmerlein aufgestellt und der überraschten Kreispartei als „alternativlos“ präsentiert, man lernt eben von der politischen Vorturnerin. Ein so genannter Siebener-Ausschuss muss über die Aufstellung der Kandidaten entscheiden, klammheimlich reichten in diesem Fall auch drei Juroren. Ergebnis der konspirativen Aktion: Weg mit altgedienten Kadern, deren Zeit ist vorbei, frisches Blut muss in den Kreistag. Das Ergebnis war kein frisches, aber böses Blut, eine heftige Krisensitzung und ein fragiler Burgfrieden, aber dennoch Rückzug der Älteren in die innere Immigration. So richtig hat die Kreisspitze die Situation der Partei bis heute nicht begriffen, dazu würde nämlich Kommunikation in den eigenen Reihen gehören, und ein Mindestmaß an politischem Fingerspitzengefühl.</p>
<p><strong>Es galt, eine Schleimspur zu beseitigen</strong>. Ohne Rücksprache mit den Kreispolitikern seiner Partei hatte sich der Fraktionsvorsitzende der Schwarzen vor den „Koalitionsverhandlungen“ in einer Kreistagssitzung bei den Freien Wählern in einer Weise angebiedert, dass es selbst alten Hasen die Sprache verschlug. Es war ein letzter hilfloser Versuch, die fünfte Kolonne der Roten doch noch ins bürgerliche Lager zu ziehen. Dieser Versuch schlug grandios fehl, und der Hausmeister der im Volksmund so genannten „Ernst-Thälmann-Halle“ soll zwei Tage an der Beseitigung der massiven Schleimspur gearbeitet haben.</p>
<p><strong>In der Nacht zum 18. August einigten sich nach monatelangen Streiks die deutschen Zeitungsverleger</strong> mit den festangestellten Redakteuren und Journalisten auf einen neuen Tarifvertrag ohne die angedrohten Gehaltskürzungen. Zuvor waren, ebenfalls monatelang, Zeitungen mit Notausgaben auf den Markt gekommen, auch die in unserem virtuellen Süd-Landkreis. In der hiesigen Leserschaft hatte man allerdings nicht bemerkt, dass es sich eine Zeitlang um Notausgaben handelte, weil das Blatt inhaltlich auch sonst immer wie eine solche daherkommt. Dennoch bedauern die letzten noch verbliebenen Leser der Mitmachzeitung das Ende des Streiks, denn vor den redaktionellen, meist verunglückten, Eingriffen der Hauptamtlichen in die eingesandten Texte von Freien, Firmen und Vereinen, war der Text noch verständlich und lesbar.</p>
<p><strong>Nachtrag: Im Oktober besucht ein Redakteur der Mitmachzeitung eine Kooperative Gesamtschule</strong> im westlichen Teil des Kreises und diskutiert Pressearbeit mit den Gymnasiasten. In seinem Bericht beklagt sich der Redakteur später darüber, dass sich nur acht Prozent der Schüler für die Regionalseiten der Zeitung interessieren. Ja, was denn, hat er sich nie selbst von der bemitleidenswerten Qualität dieser Seiten überzeugt?</p>
<p><strong>Die Piraten eroberten den nördlich angrenzenden Landkreis</strong>, einige größere Städte in Land und Bund, nun auch die Bundeshauptstadt. Ein Standbein der Freibeuter ist das Internet und der Umgang mit ihm. Wenn es danach geht, wird der fiktive kleine Südkreis eine leichte Beute für die Seeräuber. Für viele Parteien im Kreis und in den Gemeinden, und vor allem ihre leicht oder stark angestaubten Vorsitzende, ist eine Partei schon modern und netzaffin, wenn sie jährlich einmal ein paar Texte auf die eigene Homepage setzt, die in der Regel einen grellbunten Seitenaufbau vom letzten Jahrtausend aufweist. Wenn sie überhaupt einmal im Jahr gepflegt wird. Dass das Internet die Kommunikationsbasis der Zukunft ist, wird zwar immer wieder festgestellt, auch von der Politik, aber der Erkenntnis folgt, wie so oft, keine Umsetzung. Noch im November 2011 wünschen einige Ortsverbände ihren Mitgliedern ein frohes und gesundes&#8230;.2011. Noch Fragen zum Zustand der Provinzparteien?</p>
<p>„Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr“ wird Paulus im Römerbrief zitiert. Gottes Bodenpersonal allerdings hält nicht viel von solchem religiösen Brimborium, sondern vergilt lieber höchstselbst. Ein ehemaliger Pfarrer, heute schwarzer Bürgermeister der Kreisstadt und Verlierer mit Fusionsplänen und bei der Landratswahl im Nachbarkreis, verfolgt innerparteiliche Kritiker noch jahrelang. Dazu bedient er sich sehr weltlicher Methoden, nämlich der Parteieintritte von Freunden und Gleichgesinnten. Die dann bei parteiinternen Wahlen plötzlich die Mehrheit stellen und altgediente, wenn auch kurskritsche, Parteimitglieder aus den Parteiämtern drängen. Nur der Ordnung halber sei hinzugefügt, dass selbiger schwarzer Politiker auch der oben erwähnte ist, der im Kreistag den schwarzen Anführer gibt und auch dort zuletzt mit der Listenaufstellung zur Kommunalwahl ein schweres Chaos in der eigenen Partei angerichtet hat. „Oh Herr, er weiß nicht, was er tut“. Oder doch?</p>
<p><strong>Im Jahresrückblick 2008 berichteten wir vom Totalversagen der kreiseigenen Tourismuswerbung</strong>. Drei Jahre später können wir konstatieren, dass auch jährliche sechsstellige Euro-Beträge zu keiner bemerkenswerten Verbesserung geführt haben. Immerhin bekommt die Presse mittlerweile monatliche Werbe-Newsletter aus dem bewohnten Mittelgebirge&#8230; allerdings vom Nachbarlandkreis, aus einem anderen Bundesland&#8230;</p>
<p><strong>…und hier unser Dauerbrenner: die mit öffentlichen Mitteln herausgegebene Postille &#8220;Kreis regional</strong>&#8221; wird noch immer kostenlos an alle Haushalte im kleinen Kreis verteilt. Es handelt sich um eine Selbstbeweihräucherung der Ämter und Eigenbetriebe im Landkreis, die sich und ihre Leistungen in der Tagespresse nicht ausreichend gewürdigt und bejubelt fühlten. Dies erledigen sie seit Jahren penetrant selbst. Der Landrat fand bisher nicht die Kraft, die ursprünglich als rote Wahlkampfbibel konzipierte Streitschrift einzustellen, sondern nutzt es jetzt zu eigenen Zwecken. Eigenwerbung finanziert aus öffentlichen Mitteln auf Kosten der Steuerzahler, das ist ja auch extrem verlockend. Die Bürger des kleinen Kreises kostet das unsägliche periodische Pamphlet jährlich weit mehr als 100.000 Euro. Zusammen mit den Kosten für den neuen Ersten Kreisbeigeordneten schlagen unnötige Ausgaben im Kreis mit etwa einer viertel Million Euro zu Buche, beziehungsweise dem Bürger auf den Magen.</p>
<p><strong>Geschäftsmodell Erpressung: Die Mitmachzeitung bedient sich jetzt auch süditalienischer Arbeitsmethoden</strong>. Um sicherzustellen, dass sie auch tatsächlich zukünftig völlig kostenlose Artikel und Fotos zugeschickt bekommt, lässt sie eine westliche Gemeinde im Kreis per E-Mail sinngemäß wissen, dass „über Ihre kulturellen Großereignisse in unserem Blatt leider nicht mehr berichtet werden kann“, wenn etwa an die Autoren Honorar gezahlt werden müsse. So lässt sich herrlich Zeitung machen.</p>
<p><strong>Als erster im Bundesland will unser kleiner fiktiver Südkreis in wenigen Tagen flächendeckend das schnelle Internet-Breitband eingeführt haben.</strong> Da freut sich Bevölkerung und Wirtschaft. Aber nicht überall. Anscheinend haben die Bodenarbeiten während der Kabelverlegungen die vorhandenen Netzte des traditionellen Anbieters beschädigt, so dass ganze Ortschaften wochenlang mit ständig wechselnder Betroffenheit ohne jede technische Kommunikation dastanden. Stand etwa Absicht dahinter? Um nämlich in den Genuss des schnellen breiten Bandes zu kommen, müsste man zum örtlichen Anbieter wechseln, und dazu besteht wenig Neigung, weil ein hoher Anteil Nutzer von ihren traditionellen Providern nicht nur Internet, sondern auch mobiles Telefon und Fernsehprogramme bezieht. Wollte man der Wechselneigung vielleicht etwas nachhelfen?</p>
<p><strong>Für einen Studiendirektor aus dem westlichsten Zipfel unseres kleinen Landkreises endete das alte Jahr mit einer Überraschung.</strong> Das Bundesverfassungsgericht gab ihm umfassend Recht bei einem Verfahren gegen das Kultusministerium. Was war geschehen? Er hatte sich um einen Direktorenposten einer Gesamtschule beworben, neben vier anderen Kandidaten. Der Verlauf der Stellenbesetzung kam ihm danach reichlich spanisch vor. Genervt hatten bereits drei Mitbewerber aufgegeben, ein anderer sollte auf dubiosen Wegen den Job erhalten. Unser Kandidat forderte eine Überprüfung, und, oh Wunder, wie in diesem Bundesland mittlerweile bei Stellenbesetzungen üblich, waren keine Unterlagen und Protokolle mehr vorhanden. Warum sollte es im Kultusministerium auch anders zugehen als im Innenministerium bei der Suche nach einem Leiter der Bereitschaftspolizei? In der Urteilsbegründung machte sich das Bundesverfassungsgericht fast noch lustig über die vielen „verschwundenen“ Unterlagen und kassierte gleich drei vorherige Urteile des Verwaltungsgerichts und des Verwaltungsgerichtshofs des Bundeslandes. Und jetzt? Alles auf Anfang!</p>
<p><strong>Prosit Neujahr!</strong></p>
</blockquote>
<p>[Alle Hervorhebungen sind von uns]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2207</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hessischer Verfassungsschützer womöglich in &#8216;Döner-Mord&#8217; involviert</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2205</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2205#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 20:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2205</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; mit dieser jüngsten Schlagzeile wartet nun die FAZ auf. Von allen Nachrichten der letzten Tage birgt dies mit Abstand die größte Brisanz. Der SPIEGEL hatte im Juli 2006 über den alten (und neuen?) Verdächtigen Folgendes berichtet: &#62;Nach 15 Tagen hatten sie ihn eingekreist: Es handelte sich um einen gewissen Herrn R.* aus Nordhessen, einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; mit dieser jüngsten Schlagzeile wartet nun die <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/nationalsozialistischer-untergrund-verfassungsschuetzer-womoeglich-in-doener-mord-involviert-11528741.html">FAZ</a> auf.<br />
Von allen Nachrichten der letzten Tage birgt dies mit Abstand die größte Brisanz.</p>
<p>Der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-47602972.html">SPIEGEL hatte im Juli 2006</a> über den alten (und neuen?) Verdächtigen Folgendes berichtet:</p>
<blockquote>
<p>
&gt;Nach 15 Tagen hatten sie ihn eingekreist: Es handelte sich um einen gewissen Herrn R.* aus Nordhessen, einen offenbar guten Kunden von Halit. Doch statt Freude über den Erfolg ergriff die Ermittler blankes Entsetzen &#8211; denn der Verdächtige entpuppte sich als hauptamtlicher Außendienstmitarbeiter des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV).</p>
<p><strong>Ein deutscher Geheimdienstbeamter im Strudel eines Serienmordes mit neun Opfern? Bedrohlich huschte der Schatten einer politischen Katastrophe mit kaum absehbaren internationalen Folgen über die hessische Provinz. Unter strengster Geheimhaltung wurde Innenminister Volker Bouffier (CDU) informiert, während die Staatsanwaltschaft diskret ermittelte.</strong></p>
<p>Laut Sicherheitskreisen ist R. seit mehr als zehn Jahren Mitarbeiter des Nachrichtendienstes; er habe eine &#8220;blitzsaubere Personalakte&#8221;. Zuletzt sei R., der sich &#8220;von unten hochgearbeitet&#8221; habe, im Sachgebiet &#8220;Ausländerextremismus&#8221; tätig gewesen.</p>
<p>Ob Täter oder nicht &#8211; R., der weiterhin formell als Beschuldigter geführt wird, hat in jedem Fall für erheblichen Ärger zwischen Polizei und Geheimdienst gesorgt. <strong>Ermittler beklagen, dass sich das LfV &#8220;sehr bedeckt&#8221; halte, wenn es um Details aus dem Arbeitsleben seines Beamten gehe. So wisse man bis heute nicht genau, woran R. überhaupt gearbeitet habe.</strong> Das LfV wiederum behauptet, der Polizei quasi &#8220;jeden Wunsch erfüllt&#8221; und &#8220;ein Höchstmaß an Kooperation&#8221; an den Tag gelegt zu haben.</p>
<p>Ein merkwürdiger Ruch wird wohl dennoch anhalten, solange manche Frage offenbleibt: Wird sich beweisen lassen, dass R. wirklich nicht dienstlich im Internet-Café war? Ist die Kripo womöglich in eine geheime Operation gerauscht und die Geschichte von R.s seltsamem Doppelleben bloß ein Ablenkungsmanöver?</p>
<p>Nachdem die Festnahme des Verfassungsschützers am Freitag voriger Woche via &#8220;Bild&#8221; publik geworden war, gerieten die Mitglieder der Parlamentarischen Kontrollkommission Verfassungsschutz (PKV) im hessischen Landtag in helle Aufregung. Geheimdienst-Aufseher Jörg-Uwe Hahn (FDP) nannte es &#8220;unerträglich, dass die Mitglieder des Innenausschusses und der PKV aus der Zeitung von diesem unglaublichen Vorgang erfahren mussten&#8221;, Kommissionsvorsitzender Günter Rudolph (SPD) sprach &#8220;von einer ungeheuerlichen Missachtung des Parlaments&#8221;.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>Nun ist in der FAZ von &#8220;plötzlich neuen Erkenntnissen&#8221; die Rede:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Am Montagmorgen kamen dann nach mehr als fünf Jahren <strong>plötzlich neue Erkenntnisse</strong> ans Licht. So hatte der frühere Verfassungsschützer <strong>nicht, wie bisher behauptet, das Internetcafé kurz vor der Tat verlassen, sondern er hatte sich entgegen bisheriger Annahmen offenbar doch zum Zeitpunkt der Tat in dem Laden aufgehalten</strong>.<br />
Er soll sogar noch Geld auf die Theke gelegt haben, die Gebühr für die Computernutzung. Auch dass in der Wohnung des Mannes neben einem Buch über Serienmorde, herausgegeben von einem Polizeiverlag, <strong>Schusswaffen gefunden worden sind, war bislang nicht bekannt.</strong>&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>Warum kommen diese Erkenntnisse gerade jetzt ans Licht? War man 2006 (ganz bewusst) unterbelichtet?</p>
<p>UPDATE: Nach Informationen der <a href="http://www.bild.de/news/inland/bundesamt-verfassungsschutz/sass-beim-mordim-cafe-des-opfers-21008790.bild.html">Bild-Zeitung</a> soll der Verfassungsschützer bei sechs der neun Morde in der Nähe des Tatorts gewesen sein.<br />
Ein Ermittler wird mit diesen Worten zitiert:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Unfassbar: Dem Verdächtigen wurde entlastend ausgelegt, dass er zum Tatzeitpunkt nur in sechs der neun Morde in der Stadt war.&lt;</p>
</blockquote>
<p>In einem Artikel auf <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/zwickauer-terrortrio-die-braunen-suenden-des-verfassungsschutzes-1751087.html">stern.de</a> ist außerdem zu lesen:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Genährt werden die Gerüchte, weil angeblich &#8220;legale, illegale Papiere&#8221; für das Trio in dem eingestürzten Haus in Zwickau gefunden wurden. Solche Dokumente stellen Behörden etwa verdeckten Ermittlern oder Kronzeugen aus, die eine neue Identität in Zeugenschutzprogrammen bekommen. Das könnte ein Hinweis für eine Zusammenarbeit zwischen Behörde und Verdächtigen sein.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Auch Helmut Roewer,  früher Chef des hüringischen Verfassungsschutzes, gerät laut stern.de erneut ins Zwielicht: </p>
<blockquote>
<p>&gt;Über diese V-Mann-Affäre stürzte der damalige Verfassungsschutzchef Helmut Roewer, der 2000 suspendiert wurde. Der jetzige Chef, Thomas Sippel, versichert, dass er bei seinem Amtsantritt prüfen lassen habe, ob einer aus dem Neonazi-Trio als Informant gearbeitet hat. Darauf hätten sich keine Hinweise ergeben, gleichwohl seien letzte Zweifel nicht beseitigt worden. Denn es stellte sich heraus, dass Roewer Geld aus seinem Budget abgezweigt habe, um damit eine Quelle zu bezahlen, die er bis heute nicht genannt hat. Als &#8220;ungewöhnlich aber denkbar&#8221; bezeichnete Sippel gegenüber dem &#8220;Focus&#8221; es, dass sein Vorgänger Quellen &#8220;auf eigene Rechnung&#8221; unterhalten habe.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Bislang war kaum ein deutscher Krimi gut genug, um in den USA durch ein filmisches Remake geadelt zu werden.<br />
Die Geschichte um den &#8216;Nationalsozialistischen Untergrund&#8217; und die peinlichen Verwicklungen der deutschen Verfassungsschutzämter hätten das Zeug dazu.<br />
Aus der Warte eines Drehbuchschreibers ist das großes Kino.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2205</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Cheers, Mr. Hitchens!</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2204</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2204#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 10:23:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religiöses]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2204</guid>
		<description><![CDATA[Was kann einen Atheisten noch trösten, wenn sein Diesseits bald endet und ein Jenseits nicht zu erwarten ist? Vielleicht ein &#8220;Cheers!&#8221; all seiner gottlosen Kumpane weltweit. In diesem Sinne schließen wir uns an: Cheers, Mr. Hitchens! Von den Verkaufszahlen seiner Autobiographie wird er nicht mehr viel haben, dennoch hier das Buch von und über Christopher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/Qyjc4tIJK4Q" frameborder="0" width="400" height="233" allowfullscreen=""></iframe></span> </p>
<p>Was kann einen Atheisten noch trösten, wenn sein <a href="http://www.diesseits.de/">Diesseits</a> bald endet und ein Jenseits nicht zu erwarten ist?<br />
Vielleicht ein &#8220;Cheers!&#8221; all seiner gottlosen Kumpane weltweit. In diesem Sinne schließen wir uns an: <a href="http://www.dailyhitchens.com/">Cheers, Mr. Hitchens</a>!</p>
<p>Von den Verkaufszahlen seiner <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896674145/ref=pd_lpo_k2_dp_sr_2?pf_rd_p=471061493&amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;pf_rd_t=201&amp;pf_rd_i=1843549212&amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_r=1WE3AHZHE9KB43J2J6DJ">Autobiographie</a> wird er nicht mehr viel haben, dennoch hier das Buch von und über Christopher Hitchens als Lesetipp:</p>
<p>&gt;Wie ein britischer Trotzkist, in der ersten Reihe der Vietnamkriegsgegner, nach dem 11. September die amerikanische Staatsbürgerschaft annimmt und bis heute zu den prominentesten und umstrittensten Befürwortern des Irakkriegs zählt. Wie der zum christlichen Glauben erzogene Sohn einer freigeistigen Mutter, die bis zu ihrem Selbstmord ihre jüdische Herkunft geheim hielt, seine atheistischen Ansichten zum Weltbestseller macht. Wie ein auf Kuba kaffeepflückender junger Linksintellektueller gegen das Establishment anstürmt und sich beim Cocktail mit Margaret Thatcher wiederfindet. „The Hitch” ist die Roadmap für ein Leben, das nichts, wirklich nichts ausgelassen hat.&lt;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2204</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>10 Jahre später: Brief an den Geist des Mohammed (&#8216;Allahu Akbar&#8217;)  Atta</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2202</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2202#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 05:46:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religiöses]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2202</guid>
		<description><![CDATA[Was vor 10 Jahren geschah, ließ mich schlagartig neu über das Heilige Buch des Islam denken, aus dem Massenmörder ihre Inspiration bezogen hatten. Und natürlich über die Religion selbst &#8211; und über Religion als solche. Den fanatisierten Idioten Mohammed Atta sah ich im Jenseits vereint mit Baruch Goldstein und Timothy Mc Veigh. In einigen Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img height="398" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/09/bild-335.jpg" width="279" align="left" /></span></p>
<p>Was vor 10 Jahren geschah, ließ mich schlagartig neu über das Heilige Buch des Islam denken, aus dem Massenmörder ihre Inspiration bezogen hatten. Und natürlich über die Religion selbst &#8211; und über Religion als solche.<br />
Den fanatisierten Idioten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Atta">Mohammed Atta</a> sah ich im Jenseits vereint mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baruch_Goldstein">Baruch Goldstein</a> und <a href="http://www.google.de/search?q=Timothy%20Mc%20Veigh">Timothy Mc Veigh</a>. In einigen Jahren wird sich mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik">Anders Breivik</a> ein weiterer Psychopath hinzugesellen &#8211; für das Jenseits sind einige irdische Jahre ja nichts.</p>
<p>Von den in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Strafgerichtshof_f%C3%BCr_das_ehemalige_Jugoslawien">Den Haag</a> einsitzenden Kriegsverbrechern aus dem ehemaligen Jugoslawien heißt es, dass sie sich alle gut verstünden &#8211; ungeachtet unterschiedlicher Seiten, auf denen sie seinerzeit standen und kämpften.<br />
Die Vision einer einvernehmlichen Killerrunde im Jenseits ist also plausibel.</p>
<p>Nachfolgend alte, aber noch immer aktuelle Gedanken:</p>
<p>Sehr geehrter Herr Atta,</p>
<p>meine Anrede mag Sie verwundern, wo ich Ihre Tat doch verabscheue, Ihren Glaubenshintergrund nicht im Geringsten teile und Sie daher allein bei den Toten sehe &#8211; weder im &#8220;Himmel&#8221;, in den Sie sich in bizarrem, religiösem Wahn hineinmorden wollten, noch in der Hölle, wo Ihre vielen Opfer Sie so verständlich hinwünschen mögen.<br />
Doch für einen Moment bilde ich mir ein, Sie noch vor Ihrer Tat zu erreichen &#8211; wie in einer Zeitmaschine, die den Ablauf der Zeit umkehren und aufheben kann.<br />
Und ich bilde mir für einen Moment ein, Sie zu erreichen durch das ZIVILE Wort, das Sie so monströs missachtet haben. Denn wenn Sie auch nur im Entferntesten ein berechtigtes Anliegen hatten, Sie hätten es in Worte fassen können, sei es auf Papier oder einem entrollten Transparent.<br />
Tatsächlich aber spreche ich nicht Sie persönlich an, sondern jenen Geist, der sich Ihrer bemächtigt hatte.<br />
Einen Geist, den ich vor allem bei Ihren mordenden &#8220;Glaubenskriegern&#8221; erkenne, sei es in Algerien, Palästina oder Afghanistan, aber auch bei jenen &#8220;Christen&#8221; in Nordirland, die Steine gegen Schulkinder werfen, weil diese zur anderen Konfession gehören</p>
<p>Ich sehe Sie vor mir – im Anflug auf das World Trade Center, wenige Sekunden vor dem Crash.<br />
Und ich höre Ihr letztes Stoßgebet, während Sie im Begriff sind, sich selbst und einige Tausend Unschuldige umzubringen: &#8220;Allahu akbar &#8211; Gott ist groß!&#8221;<br />
Und dann Augen zu und durch – ins Paradies .<br />
Das soll ja Ihr gegenwärtiger Aufenthaltsort sein, wenn man Ihrem Irrsinn Glauben schenkte.</p>
<p>Ich versuche, es mir vorzustellen:<br />
Jenes mordlüsterne Ungetüm, das Sie Gott nennen, verleiht Ihnen den Generals-Orden für die Märtyrertat:</p>
<p>&#8220;Gut gemacht, Atta! Du hast Kinder umgebracht, Du hast Frauen und Männer aus Dutzenden Nationen umgebracht, alle Hautfarben, viele Glaubensrichtungen, auch Glaubensbrüder, alle ahnungslos und wehrlos. Auf Dich, heiliger Krieger, kann man sich verlassen. Zum Dank darfst Du ewig jung bleiben und hast freien Zutritt zu meinem Freudenhaus mit hundert wunderschönen, großäugigen Huris.&#8221;</p>
<p>Wenn Ihnen an solchen Freuden überhaupt gelegen ist. In Ihrem Testament wollten Sie Frauen weder bei Ihrer Beerdigung noch an Ihrem Grab sehen. Eine Sorge, die Sie in der Tat nicht mehr haben müssen.</p>
<p>Vielleicht vertreiben Sie sich in Ihrem Paradies die Zeit auf einer (sicheren) Aussichtsplattform. Dort können Sie hinüber in die Hölle blicken, wo die Ungläubigen schmoren &#8211; darunter auch viele Ihrer Opfer. Ein sadistisches Vergnügen, das Ihr monströser Gott den wahren Gläubigen in seinem Paradies zusätzlich bereit hält.</p>
<p>Es sind also wahrhaft moralische Visionen, mit denen Sie die dekadenten, gottlosen Westler überzeugen wollen. Vor allem uns Deutsche, schließlich haben wir beste Erfahrungen mit Ihrer Geisteshaltung gemacht.<br />
Was sagte doch <a href="http://www.lsg.musin.de/geschichte/geschichte/natsoz/Himmler_Endloesung.htm">Heinrich Himmler</a>, wie Sie ein finaler Selbstmörder und mordender Judenhasser, seinen SS-Gruppenführern:</p>
<p>&#8220;<em>Ich will hier vor Ihnen in aller Offenheit auch ein ganz schweres Kapitel erwähnen&#8230;Ich meine jetzt &#8230; die Ausrottung des jüdischen Volkes&#8230;.Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben und dabei &#8211; abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen &#8211; anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht</em>.&#8221;</p>
<p>Auch Sie sind sicher &#8220;anständig geblieben&#8221;, als Sie Ihrem Leitguru und seinem Leitfaden folgten. Bestimmt haben Sie viel gebetet, sich vor dem Verlassen des Hotelzimmers gründlich gewaschen und dann Ihre beste Kleidung getragen.</p>
<p>&#8220;Wenn die Arbeit getan ist und alles gut verlaufen ist, werden alle sich die Hände reichen und sagen, dass dies eine Aktion im Namen Gottes war.&#8221;</p>
<p>Ja, Herr Atta. Es war eine &#8220;Aktion im Namen Gottes&#8221;, blutrünstig und böse wie so oft, wenn das Höchste für das Niedrigste herhalten soll.</p>
<p>&#8220;Gott&#8221; und wieder &#8220;Gott&#8221;, mit diesem Wort sind die Sätze Ihrer frommen Glaubenskumpane so gespickt wie die Köpfe damit vernagelt sind.<br />
Ein Ungläubiger wie ich spürt, dass im besten Fall ein Scheinheiliger spricht und im schlimmsten Fall der Teufel nah ist, wird Gott in jedem zweiten Satz beschworen.</p>
<p>&#8220;Der Fanatismus ist für den Aberglauben, was das Delirium für das Fieber&#8221;, sagte Voltaire vor über 200 Jahren.</p>
<p>Ihre Kumpane würden ihn und seine Bücher ja noch heute verbrennen, so wie vor 400 Jahren Ihre inquisitorischen Geistesverwandten in Rom Giordano Bruno auf den Scheiterhaufen stellten. Scharia für alle und immer.</p>
<p>Das vor allem erstaunt mich: wie Sie strebsam studieren und gleichzeitig religiös delirieren konnten, wie Sie in der Moderne leben konnten und sie für sich nutzten und gleichzeitig geistig im dunkelsten Mittelalter zu Hause waren.</p>
<p>Nun hat auch Pol Pot aus seinen Studienjahren in Paris den Plan zum Steinzeit-Kommunismus für Kambodscha mitgenommen, statt Stadtbau Killing Fields. Alles ist möglich.</p>
<p>Wenn Sie sich am 11. September 2001 nicht für alle Zeiten selbst pulverisierten, wenn Ihre mit mörderischem Hass ausgewaschene Seele tatsächlich noch in irgendwelchen Sphären hausen sollte, dann wird sie, so glaube ich, in ganz anderer Gesellschaft sein, als von Ihnen erhofft.</p>
<p>&#8220;Die beste Gesellschaft, in der man sich befinden kann&#8221; wäre für Sie nämlich keine Gesellschaft von Märtyrern, sondern von Mördern, bestenfalls von solchen, für die der eingebildete, gute Zweck alle Mittel heiligt. Quer durch alle Zeiten, Religionen und Ideologien.</p>
<p>Aus jüngerer Zeit könnten Sie dort dem serbischen Moslem-Mörder Arkan begegnen &#8211; ihm und seinesgleichen gebot übrigens ihr großer &#8220;Satan&#8221; USA Einhalt. Oder auch dem israelischen Rechtsradikalen Baruch Goldstein und dem amerikanischen Rechtsradikalen Timothy Mc Veigh.<br />
Mit diesen zusammen können Sie dann im Sinne Ihres Gurus ein &#8220;gutes, ewiges Leben voller positiver Werte&#8221; führen.</p>
<p>Und auch wenn Sie unter den Toten nicht mit denen vereinigt sind, zu denen Sie gehören, so ist zu hoffen, dass sich die Gutgesinnten unter den Lebenden zusammenschließen, ob gläubig oder ungläubig. Nicht gegen Sie persönlich, sondern gegen das, was Sie verkörpern, egal unter welchen Farben und Fahnen.</p>
<p>Ohne freundliche Grüße &#8230;..</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>In der linksfaschistischen Gazette &#8220;<a href="http://www.jungewelt.de/2011/09-10/020.php">Junge Welt</a>&#8221; bewies gestern der Satiriker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiglaf_Droste">Wiglaf Droste</a>, dass er auch einem tausendfachen Massenmord (witzige??) Pointen abgewinnen kann &#8211; und bemerkenswerte Einsichten:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Der Einsturz zweier häßlicher und sehr verzichtbarer Türme hat nur nationalfolkloristische Bedeutung.<br />
Für mich wird der 11. September 2001 bleiben als die Geburtsstunde der bemannten fliegenden Architekturkritik. Das Ingenieurbüro bin Laden &amp; Erben könnte weiterhin viel zur Verschönerung der Welt beitragen. Gegen blindundtaube Hirne/ hilft recht gut die Abrißbirne. Um es präsidial zu sagen: auch und gerade in Deutschland.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Droste mag</p>
<blockquote>
<p>&gt;wehmütig davon träumen, die Flugreisen am 11. September 2001 hätten Deutschland zum Ziel gehabt.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Aber wohl doch nicht das Örtchen, an oder auf dem er sich damals befand.</p>
<p>Im <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Wm8nBppLsPQ&amp;feature=related">Gespräch mit Charlotte Roche</a> hatte Droste bereits vor einiger Zeit den &#8220;Pietätsterror&#8221; rund um den 11. 9. ins Visier genommen.<br />
&#8220;Gut gekotzt&#8221;, konnte man da nur sagen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2202</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rechtsanwalt Hartmut Lierow: Staatsanwaltschaft Darmstadt verschleppt Ermittlungen</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2201</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2201#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 09:20:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fall Arnold]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2201</guid>
		<description><![CDATA[In zwei vorausgegangenen Beiträgen (hier und hier) zum Fall Horst Arnold hatten wir bereits einige Vorwürfe zitiert und thematisiert, die Arnolds Anwalt Hartmut Lierow gegen die Staatsanwaltschaft Darmstadt erhebt. In einem aktuellen Artikel des Westfalen-Blatts werden diese Vorwürfe konkretisiert: &#62;Die Ermittlungen gegen eine Bielefelder Studienrätin (46), die nach gerichtlicher Überzeugung einen Kollegen mit falschen Vergewaltigungsvorwürfen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In zwei vorausgegangenen Beiträgen (<a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2192">hier</a> und <a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2196">hier</a>) zum Fall <strong>Horst Arnold</strong> hatten wir bereits einige Vorwürfe zitiert und thematisiert, die Arnolds Anwalt <strong>Hartmut Lierow</strong> gegen die Staatsanwaltschaft Darmstadt erhebt.<br />
In einem <a href="http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2011-08-17-ermittlungen-gegen-lehrerin-verschleppt/?cHash=11e7a4f1946e8b9f9270f97b902d901c">aktuellen Artikel des Westfalen-Blatts</a> werden diese Vorwürfe konkretisiert:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Die Ermittlungen gegen eine Bielefelder Studienrätin (46), die nach gerichtlicher Überzeugung einen Kollegen mit falschen Vergewaltigungsvorwürfen ins Gefängnis gebracht hat, sollen seit Jahren verschleppt worden sein.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Um eine Petitesse geht es also mitnichten.<br />
Das Urteil des Landgerichts Kassel im Fall Horst Arnold bedeutet im Resultat eine Verurteilung jener Frau, die längere Zeit in Michelstadt im Odenwald lebte und mit ihren offenbar erfundenen Vorwürfen ihren damaligen Arbeitskollegen Arnold für 5 Jahre zu Unrecht hinter Gitter brachte.</p>
<p>Freiheitsberaubung (§ 239 StGB) wird mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren geahndet.</p>
<blockquote>
<p>Wir zitieren nochmals aus dem Westfalen-Blatt:</p>
<p>&gt;Diesen Vorwurf erhebt Hartmut Lierow, der Anwalt des Opfers, in einem fünfseitigen Brief an die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main. In dem Schreiben bittet der Anwalt darum, der <strong>Staatsanwaltschaft Darmstadt die Ermittlungen zu entziehen und das Verfahren gegen die Lehrerin von einer anderen Behörde führen zu lassen</strong>. [...]</p>
<p>Anwalt Hartmut Lierow hatte die Beweise für die Unschuld seines Mandanten zusammengetragen und sagt: »<em>Die Zeugenaussagen, die jetzt im Wiederaufnahmeverfahren zum Freispruch meines Mandanten geführt hatten, <strong>liegen der Staatsanwaltschaft Darmstadt seit Ende 2008 vor</strong></em>.«<br />
[...]<br />
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte dem WESTFALEN-BLATT, man habe zunächst nicht ermittelt, weil man erst den Ausgang des Verfahrens in Kassel habe abwarten wollen.<br />
Lierow: »<em><strong>Dafür gab es aber keinen Grund</strong>. Die Zeugenaussagen waren dermaßen belastend, dass die Staatsanwaltschaft schon vor Jahren gegen die Studienrätin hätte vorgehen können</em>.«</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft Darmstadt sei nicht berechtigt gewesen, »<em>sich hinter dem Landgericht Kassel zu verkriechen und abzuwarten</em>Â«, heißt es in dem Brief an die Generalstaatsanwaltschaft.<br />
<strong>Die jahrelange Untätigkeit könne das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Unabhängigkeit der Justiz erschüttern.<br /></strong>Es scheine so, als wolle die Staatsanwaltschaft nach dem Fehlurteil von 2002 »<em>sich und dem Gericht nicht auf die Füße treten</em>«.</p>
<p>Lierow sagte dem WESTFALEN-BLATT, die Ermittlungen gegen die Lehrerin würden seit Jahren mit einer »<em>spürbaren Unlust</em>« geführt.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Zu erkennen, dass die Unabhängigkeit der Justiz in Wirklichkeit eine Chimäre ist, war vor etwa 10 Jahren die Initialzündung für diesen Weblog.<br />
Wenn innerhalb der Justiz bestimmte Straftaten von bestimmten Personen oder Institutionen schon nicht korrekt verfolgt werden, so sollte dies zumindest publik werden.<br />
Es war die Staatsanwaltschaft Darmstadt, die diesen Lernprozess bei uns ausgelöst hatte.<br />
Hartmut Lierow sollte als erfahrener Anwalt eigentlich wissen, dass die &#8220;Unabhängigkeit der Justiz&#8221; nur auf dem Papier steht, im juristischen Alltag aber fortgesetzt konterkariert wird.</p>
<p>Man sollte deutlich sagen, dass das bewusste Verschleppen von Ermittlungen in einer (zumal schweren) Strafsache seinerseits eine Straftat sein kann:</p>
<p>Der <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/258.html">§ 258 (Strafvereitelung)</a> sagt dazu:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Wer <strong>absichtlich oder wissentlich ganz oder zum Teil vereitelt</strong>, daß ein anderer dem Strafgesetz gemäß wegen einer rechtswidrigen Tat bestraft oder <strong>einer Maßnahme &#8230;  unterworfen wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren</strong> oder mit Geldstrafe bestraft.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Paragraph <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/258a.html">258a (Strafvereitelung im Amt)</a> sagt zusätzlich:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Ist in den Fällen des § 258 Abs. 1 der Täter als Amtsträger zur Mitwirkung bei dem Strafverfahren oder dem Verfahren zur Anordnung der Maßnahme &#8230; oder ist er in den Fällen des § 258 Abs. 2 als Amtsträger zur Mitwirkung bei der Vollstreckung der Strafe oder Maßnahme berufen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Ermittlungen in einem (fast schon evidenten) Fall von Freiheitsberaubung zu unterlassen oder zu verschleppen, und so die Tat und den Täter in die Verjährung zu &#8220;retten&#8221;, was soll dies anderes sein?</p>
<p>Die Motivlage in dem geschilderten Fall (oder Delikt?) ist denkbar transparent:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Es scheine so, als wolle die Staatsanwaltschaft nach dem Fehlurteil von 2002 »<em>sich und dem Gericht nicht auf die Füße treten</em>«.&lt;</p>
</blockquote>
<p>In der Tat, die 2001 / 2002 von der Staatsanwaltschaft Darmstadt geführten &#8220;Ermittlungen&#8221; im Fall Arnold waren offenkundig <strong>Pfusch</strong> &#8211; so wie die hierauf bauende Anklageschrift<strong>.</strong><br />
Welcher Handwerker würde objektiv (oder überhaupt) &#8220;ermitteln&#8221;, wenn es um <u>einen von ihm verantworteten Pfusch</u> geht?</p>
<p>Angenommen, die Vorwürfe von Hartmut Lierow gegen die Staatsanwaltschaft Darmstadt führten tatsächlich zu einer Anzeige wegen &#8220;Strafvereitelung im Amt&#8221;?<br />
Was würde dann wohl geschehen? Wozu sähen sich die gegen die Staatsanwaltschaft &#8220;ermittelnden&#8221; <u>Kollegen</u> verleitet? Wäre es wieder das, was im § 258a StGB inkriminiert wird?</p>
<p>Der § 258a ist im deutschen Justizalltag eine Art schwarzes Loch. So wie dort kein Licht herausdringt, dringt da keine Ermittlung, keine Anklage und kein Urteil hervor.<br />
Dem Leser sei abschließend eine Lektüre empfohlen, die auch heute noch aktuell ist: <a href="http://www.odenwald-geschichten.de/Akte/index.htm">Wie ein zwei Jahre andauerndes Strafverfahren (Unterschlagung / Urkundenunterdrückung) gegen Mitarbeiter einer südhessischen Behörde ordnungsgemäß im Sand verläuft</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2201</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gisela Friedrichsen über den Fall Horst Arnold: &#8220;Ist der Strafprozess denn ein Glücksspiel?&#8221;</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2196</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2196#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 20:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fall Arnold]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2196</guid>
		<description><![CDATA[Sucht man bei Google nach Informationen zur Staatsanwaltschaft Darmstadt werden aktuell 101 000 Treffer gelistet. Unser Weblog odenwald-geschichten.de findet sich auf Position 5 &#8211; mit dem Titel: &#8220;Staatsanwaltschaft Darmstadt im Zwielicht&#8220;. Insgesamt findet Google unter den &#8220;Odenwald Geschichten&#8221; 14.700 Treffer zur süd-südhessischen Ermittlungsbehörde. So gesehen hat unser Web(Watch)blog erheblichen Anteil (ca. 15%) an ihrer virtuellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/P-EarJ7xYMg" frameborder="0" width="400" height="257" allowfullscreen=""></iframe></span> </p>
<p>Sucht man bei Google nach Informationen zur <a title="Staatsanwaltschaft Darmstadt" href="http://www.google.de/search?q=%22staatsanwaltschaft+darmstadt%22&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls={moz:distributionID}:{moz:locale}:{moz:official}&amp;client=firefox-a">Staatsanwaltschaft Darmstadt</a> werden aktuell <strong>101 000 Treffer</strong> gelistet. Unser Weblog odenwald-geschichten.de findet sich auf Position 5 &#8211; mit dem Titel: &#8220;<a href="http://www.odenwald-geschichten.de/kaffenberger/staatsanwaltschaft_darmstadt_dieburg_mordfall_justiz_skandal.htm">Staatsanwaltschaft Darmstadt im Zwielicht</a>&#8220;.<br />
Insgesamt findet Google unter den &#8220;Odenwald Geschichten&#8221; <a href="http://www.google.de/search?q=%22staatsanwaltschaft+darmstadt%22&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls={moz:distributionID}:{moz:locale}:{moz:official}&amp;client=firefox-a#sclient=psy&amp;hl=de&amp;client=firefox-a&amp;hs=ZEb&amp;rls={moz:distributionID}%3A{moz%3Alocale}%3A{moz%3Aofficial}&amp;source=hp&amp;q=%22staatsanwaltschaft+darmstadt%22+site:odenwald-geschichten.de&amp;pbx=1&amp;oq=%22staatsanwaltschaft+darmstadt%22+site:odenwald-geschichten.de&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=3056l9257l0l9441l29l27l0l0l0l0l491l5123l0.17.8.1.1l27l0&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&amp;fp=73f45d0130edcf42&amp;biw=1272&amp;bih=735">14.700 Treffer</a> zur süd-südhessischen Ermittlungsbehörde.<br />
So gesehen hat unser Web(Watch)blog erheblichen Anteil (ca. 15%) an ihrer virtuellen Außendarstellung.</p>
<p>In den letzten Wochen nun geriet durch den <strong><a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2192">Fall Horst Arnold</a></strong> das Landgericht Darmstadt und die Staatsanwaltschaft Darmstadt bundesweit in die Schlagzeilen. Fast jede große Zeitung, von <a href="http://www.bild.de/news/inland/news-inland/wie-ertraegt-es-eine-tochter-das-ihr-vater-verurteilter-vergewaltiger-ist-teil-1-18775986.bild.html">BILD</a>, über <a href="http://www.faz.net/artikel/C30857/freispruch-nach-fuenf-jahren-haft-wie-konnte-es-zu-diesem-fehlurteil-kommen-30471948.html">FAZ</a> bis zum <a href="http://www.stern.de/panorama/fehlurteil-wegen-angeblicher-vergewaltigung-das-leiden-des-horst-arnold-1705160-print.html"><em><strong>stern</strong></em></a>, hat inzwischen über den zu Unrecht jahrelang inhaftierten ehemaligen Biologielehrer berichtet.<br />
Arnold war vor ziemlich genau 10 Jahren von seiner intriganten Kollegin Heidi K. fälschlich der Vergewaltigung bezichtigt worden &#8211; geschehen sei dies angeblich während der großen Pause im Biologie-Vorbereitungsraum der Reichelsheimer Georg-August-Zinn-Schule. Eine bereits damals haarsträubend klingende Geschichte.</p>
<p>Und weil Polizisten, Staatsanwälte und Richter ebenso haarsträubend pfuschten, landete Arnold ein Jahr später als angeblich uneinsichtiger Vergewaltiger zunächst zwangsweise in <a href="http://www.vitos-hadamar.de/">Hadamar in der Psychiatrie</a> und danach in der <a href="http://www.jva-butzbach.justiz.hessen.de/">JVA Butzbach</a>. Ein Alptraum fast wie in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Process">Kafkas Prozess</a>. Anders als Josef K. überlebt Horst A. Doch er ist gezeichnet für den Rest seines Lebens. 25 Euro <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strafverfolgungsentsch%C3%A4digungsgesetz">Entschädigung</a> für jeden zu Unrecht inhaftierten Tag stehen ihm jetzt zu, insgesamt knapp 50 000 Euro &#8211; so viel &#8216;erarbeitet&#8217; sich ein <a href="http://www.europarl.europa.eu/parliament/expert/staticDisplay.do?id=39&amp;language=DE">EU-Parlamentarier</a> in wenigen Monaten.</p>
<p>Morgen berichtet im Nachrichtenmagazin <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/">SPIEGEL</a> nun auch die Gerichtsreporterin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_Friedrichsen">Gisela Friedrichsen</a> über den (nicht nur) südhessischen Justizskandal. Ihr Artikel umfasst drei Seiten. &#8220;<strong><em>Von vorn bis hinten erfunden</em></strong>&#8221; lautet die Überschrift. <span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: right; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-LEFT: 5px; WIDTH: 234px; POSITION: relative; HEIGHT: 314px"><img height="314" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/08/bild-333.jpg" width="219" align="right" /><br /></span>Man sollte sich klar machen, dass dieses Diktum konsequenterweise auch der damaligen <u>Anklageschrift</u> und dem gegen Arnold ergangenen <u>Urteil</u> gilt. Der dafür verantwortliche Richter <strong><a href="http://www.bild.de/regional/hamburg/richter/nach-61-tagen-in-freicheit-schlug-er-wieder-zu-13537518.bild.html">Dr. Christoph Trapp</a></strong> bezog ein Jahr zuvor bereits Schelte in einem gewissermaßen entgegengesetzten Fall.</p>
<p>Gisela Friedrichsen zitiert aus Trapps Urteil: &#8220;<em>Die Zeugin war während der Vernehmung nicht in der Lage, den Angeklagten anzusehen</em>.&#8221;<br />
Rückblickend erscheint das verständlich. Heidi K. dürfte sich bewusst gewesen sein, dass sie mit ihren Lügen eine Existenz zerstörte.<br />
Während des Wiederaufnahmeprozesses in Kassel, der Horst Arnold rehabilitierte, war Christoph Trapp seinerseits als Zeuge geladen. Auch er habe Arnold keines Blickes gewürdigt. Das jedenfalls sagt Lierow in der hier eingeblendeten &#8220;Hessenschau&#8221;.</p>
<p>Über seinen Auftritt in Kassel schrieb die FAZ am 25. Juli:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Der Richter von damals kommt als Unscheinbarer. Jeans, offenes Hemd, kein Jackett. <strong>Der Mann, der 2002 wie ein Herrenreiter durch das Vergewaltigungsverfahren am Landgericht Darmstadt geprescht sein soll</strong>, hält seine Aktentasche in der Hand, als gebe sie ihm Halt. Jetzt ist er Zeuge. Im Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Kassel soll er erklären, wie er damals zu seinem Urteil gelangt ist: Mit einer Haftstrafe von fünf Jahren ging das Gericht sogar über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Der Darmstädter Richter spricht mit leiser Stimme. Seine Antworten kommen schleppend, die Pausen scheinen unendlich lang. Meistens beruft er sich auf Erinnerungslücken. Warum ihm die Aussage des Angeklagten damals nicht plausibel schien? Schweigen. Kopfschütteln. Schweigen. Schließlich stellt ausgerechnet die Nebenklagevertreterin eine ungewöhnliche Frage: „Waren Sie und die Kammer überzeugt, dass der Angeklagte schuldig ist?“ Der Richter sagt: „Die Kammer war der Überzeugung.“ Als der Unscheinbare entlassen wird, schleicht er förmlich aus dem Saal.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>
Zeigt der (späte) Freispruch von Arnold bzw. dessen Rehabilitierung, dass die deutsche Justiz schlussendlich doch funktioniert? Nein.<br />
Arnold hatte das überaus unwahrscheinliche Glück, dass sich in Gestalt von <strong>Hartmut Lierow</strong> ein &#8216;idealistischer&#8217; Rechtsanwalt seiner Sache annahm und recherchierte &#8211; zunächst ohne Mandant und bis zum Prozess ohne Honorar. Solche Anwälte gibt es in Hollywood-Filmen, in der Realität, zumal in der deutschen, sind sie extrem rar gesät.<br />
Lierow arbeitet als Anwalt für Zivilrecht in Berlin. Seine im Odenwald lebende Schwester machte ihn auf den Fall aufmerksam. <strong>Anja Keinath</strong> <a href="http://www.schulamt-bergstrasse.hessen.de/irj/SSA_Bergstrasse_Internet?cid=ff7c695295baef4b9cf6e78f26a20438">schreibt über sich selbst</a>:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Seit 2000 bin ich Frauenbeauftragte für Lehrkräfte am Staatlichen Schulamt in Heppenheim. Vorher war ich als Deutsch- und Geschichtslehrerin am Gymnasium Michelstadt tätig und wohne nach wie vor mit meiner Familie in Erbach/Odenwald. [...]<br />
Jede Lehrerin und jeder Lehrer kann sich ohne Einhaltung des Dienstwegs in beruflichen Konfliktsituationen und/oder wegen ihrer/seiner Laufbahnplanung an mich wenden.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Ihre Rolle in diesem Fall wird von Gisela Friedrichsen allzu verkürzt bzw. falsch dargestellt. Sie schreibt im SPIEGEL:<br />
&#8220;<em>Als Frauenbeauftragte der Odenwälder Schulen kannte sie den Ruf der Belastungszeugin, die Vorwürfe gegen Arnold erschienen ihr kaum glaubhaft</em>.&#8221;</p>
<p>In der <a href="http://www.faz.net/artikel/C30857/freispruch-nach-fuenf-jahren-haft-wie-konnte-es-zu-diesem-fehlurteil-kommen-30471948.html">FAZ</a> liest sich das anders:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Die Frauenbeauftragte am Staatlichen Schulamt in Heppenheim kannte Heidi K. seit dem Einstellungsgespräch.<br />
Man mochte einander und, weil beide in derselben Gegend des Odenwalds wohnten, begegnete sich mitunter zufällig auf der Straße. Zweimal begleitete die Frauenbeauftragte „<em>die arme Frau K</em>.“ zu dem Vergewaltigungsprozess vor dem Landgericht Darmstadt. „<em>Ich gehörte zu ihrem Unterstützersystem</em>“, sagt sie rückblickend. Nur Details der Tat hat sie nie erfragt. So etwas tue man einem Opfer ja nicht an. &#8230; Das Misstrauen gärte langsam bei Keinath.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Nicht rar gesät, sondern im Gegenteil überaus üppig verteilt ist justizielles Unrecht. Der Fall Horst Arnold oder auch der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Wörz">Fall Harry Wörz</a> sind beide nur die Spitze eines Eisbergs. Um sich davon zu überzeugen, stöbere man nur in den zu Beginn erwähnten 14 700 Google-Treffern (nur) zur Staatsanwaltschaft Darmstadt. Doch selbst in diesem Blog wurde und wird nur ein winziger Bruchteil des leider alltäglichen Justizdesasters thematisiert.</p>
<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img height="324" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/08/bild-327.jpg" width="225" align="left" /></span> Gisela Friedrichsen schreibt zuletzt: &#8220;Fehlurteile sind keine Justizskandale&#8221;. Wenn sie damit ausdrücken wollte, dass der Fall Horst Arnold nur für ein Fehlurteil steht und nicht für einen Justizskandal, so irrt sie.<br />
Wesentlich besser trifft es ein <a href="http://de.wikinews.org/wiki/Freispruch_nach_Wiederaufnahmeverfahren:_Lehrer_saß_fünf_Jahre_im_Gefängnis_für_erfundene_Vergewaltigung">Artikel auf Wikinews</a>. Dort heißt es:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Verteidiger Lierow meinte zu Beginn seines Plädoyers zwar, dass Richter auch Menschen sind, die vor Irrtümern nicht geschützt sind. Aber das Landgericht Darmstadt hätte damals auf dem Weg zum Urteil „rote Ampeln“ überfahren. Ganze 16 solcher roter Ampeln zählte er auf, eklatante Widersprüche im Aussageverhalten der Zeugin Heidi K., darunter auch schon damals erwiesene Lügen.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Wenn im Verlauf eines Prozess von den verantwortlichen Richtern tatsächlich <strong>16 rote Ampeln überfahren</strong> werden, so ist dies skandalös.<br />
Genauso skandalös wäre es, um im Bild zu bleiben, wenn ein Polizist mit seinem Dienstfahrzeug grundlos 16 rote Ampeln überfährt, dabei das Leben eines Menschen ruiniert und dafür straflos bleibt.</p>
<p>Die Dimension dieses Skandals macht Friedrichsen freilich deutlich. Dafür sei sie nochmals zitiert &#8211; und indirekt Hartmut Lierow:</p>
<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: right; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-LEFT: 5px; WIDTH: 241px; POSITION: relative; HEIGHT: 332px"><img style="WIDTH: 225px; HEIGHT: 332px" height="332" alt="Bild" hspace="0" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/08/bild-328.jpg" width="225" align="left" border="0" /></span></p>
<blockquote>
<p>&gt;Ist mit dem guten Ende nun alles gut? Mitnichten. 2008 leitete die Staatsanwaltanschaft Darmstadt zwar ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung ein. Der Wiederaufnahmeantrag Lierows ist eine Fundgrube für Ermittler. Aber es tat sich nichts. Anklageerhebung? Man wartete. Auf Kassel? Auf die Verjährung?<br />
Lierow hat nun den hessischen Generalstaatsanwalt gebeten, das Verfahren an sich zu ziehen. Für jeden Bürger stelle sich &#8220;<em><strong>das befremdliche Gefühl ein, die Staatsanwaltschaft betrachte eine jahrelange Freiheitsberaubung als minderschwere Rechtsverletzung</strong></em>&#8220;, schreibt Lierow.<br />
&#8220;<em><strong>Die anscheinende Indolenz gegenüber einer Straftat, deren traumatisierende Folgen meinen Mandanten schon seit zehn Jahren begleiten</strong></em>&#8220;, begründe zumindest den bösen Anschein. <strong>dass die Staatsanwaltschaft Darmstadt nicht gewillt sei, das eigene Versagen und das des damaligen Spruchkörpers, der für das Fehlurteil verantwortlich sei, zu offenbaren</strong>.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>Ein böser Anschein für die Staatsanwaltschaft Darmstadt? Ach Gott! Dieser Anschein scheint so grell wie die sommerliche Mittagssonne.<br />
Wir zitieren dazu noch aus einem <a href="http://www.hr-online.de/mobil/nachrichten/sd/41987527">Artikel von hr-online.de</a>, der sich auch auf die Staatsanwaltschaft in Kassel bezieht.</p>
<blockquote>
<p>&gt;&#8221;Das Fehlurteil ist schon schlimm&#8221;, sagte Verteidiger Hartmut Lierow am Donnerstag zu hr-online. &#8220;<em><strong>Aber noch viel schlimmer finde ich, dass die Staatsanwaltschaft trotz Kenntnis nichts unternommen hat, um den wahren Sachverhalt aufzuklären</strong></em>&#8220;, so Lierow. Sein Mandant, der Biologielehrer Horst Arnold, war 2002 vom Landgericht Darmstadt wegen Vergewaltigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Am Dienstag sprach ihn das Kasseler Landgericht von allen Vorwürfen frei. &#8230; <strong>Spätestens seit dem Antrag auf Wiederaufnahme im Jahr 2008 habe die Behörde Kenntnis davon gehabt, dass das angebliche Opfer möglicherweise gelogen habe</strong>. Der Lehrer hatte zudem Strafanzeige gegen die Frau wegen Freiheitsberaubung und falscher Verdächtigung gestellt. &#8220;<em><strong>Die Behörde hätte ermitteln müssen. Dass da jahrelang so gut wie nichts passierte, das halte ich für einen echten Skandal</strong></em>.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img height="169" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/08/bild-334.jpg" width="225" align="left" /></span> </p>
<p>Wird die Tätigkeit bzw. die Untätigkeit der Behörden für die Verantwortlichen irgendwelche disziplinarrechtlichen oder strafrechtlichen Konsequenzen haben? Nein, natürlich nicht &#8211; abgesehen von Pseudoprüfungen, deren (gewünschtes) Ergebnis von Anfang an feststeht.</p>
<p>Diese Praxis ist in der deutschen Justiz ein Dauerskandal, er ist echter als echt.</p>
<p>Der hier eingeblendete Screenshot einer Unterschriftenaktion der Tierschutzinitative Odenwald e.V. scheint auf den ersten Blick nichts mit dem Fall des Horst Arnold zu tun zu haben. Und wenn, dann nur symbolisch.<br />
Unterschrieben hat hier (im Jahr 200X) mit voller Namensnennung auch eine <strong>Heidi K.</strong> aus Michelstadt. &#8220;<em>Pelz tragen ist eine <strong>Gewissensfrage</strong></em>&#8220;, heißt es.<br />
&#8220;<strong>Sie <em>vegetieren in winzigen Drahtkäfigen</em></strong><em>, werden vergast, erschlagen oder vergiftet. Sie <strong>leiden und sterben für den Luxus</strong>.&#8221;<br /></em>Ist vorstellbar, dass die für den Tierschutz engagierte Heidi K. just jene Lehrerin war, die ihren Kollegen mit einer Lügengeschichte jahrelang hinter Gitter brachte, beruflicher und damit auch finanzieller Vorteile wegen? Fürwahr, eine Gewissensfrage.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2196</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Fall Horst Arnold: Mega-Blamage für das Landgericht Darmstadt</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2192</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2192#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 11:23:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fall Arnold]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2192</guid>
		<description><![CDATA[Die Zwölfte Strafkammer des Landgerichts Darmstadt hatte im Juli 2002 den damals 43 Jahre alten Biologielehrer Horst Arnold wegen angeblicher Vergewaltigung einer Kollegin zu 5 Jahren Haft verurteilt. Schon damals schien kaum vorstellbar, was Arnold vorgeworfen wurde: Die angebliche Vergewaltigung sollte sich (während einer großen Pause) im Biologie-Vorbereitungsraum der Georg-August-Zinn in Reichelsheim abgespielt haben. 9 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/lGBYCwB8tso" frameborder="0" width="450" height="286" allowfullscreen=""></iframe></span> </p>
<p>Die Zwölfte Strafkammer des Landgerichts Darmstadt hatte im Juli 2002 den damals 43 Jahre alten Biologielehrer <strong>Horst Arnold</strong> wegen angeblicher Vergewaltigung einer Kollegin zu 5 Jahren Haft verurteilt.</p>
<p>Schon damals schien kaum vorstellbar, was Arnold vorgeworfen wurde: Die angebliche Vergewaltigung sollte sich (während einer großen Pause) im Biologie-Vorbereitungsraum der Georg-August-Zinn in Reichelsheim abgespielt haben.</p>
<p>9 Jahre nach dem Darmstädter Urteil wurde Arnold heute vom Landgericht Kassel rehabilitiert. Auch die <a href="http://www.faz.net/artikel/C30857/vergewaltigungsprozess-fuenf-jahre-unschuldig-hinter-gittern-30456627.html">FAZ</a> berichtet über seinen Freispruch.</p>
<p>Nachdem Arnold die vollen 5 Jahre abgesessen hatte, war es seinem Rechtsanwalt <strong>Hartmut Lierow</strong> gelungen, eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufnahme_des_Verfahrens">Wiederaufnahme des Verfahrens</a> zu erreichen: Das ist in Deutschland ungefähr so wahrscheinlich wie ein zu einem atomaren Super-Gau führender Tsunami.<br />
Es kommt also extrem selten vor -obgleich es haufenweise Prozesse (und Urteile) gibt, die eine Wiederaufnahme verdienten.</p>
<p>In einem <a href="http://www.echo-online.de/region/odenwaldkreis/reichelsheim/Freispruch-nach-fuenf-Jahren-Gefaengnis;art1276,1973732">aktuellen Bericht des Darmstädter Echo</a> wird Anwalt Lierow mit diesen Worten zitiert:</p>
<blockquote>
<p>&gt;<em>Eine größere Ohrfeige als diese für die Kammer des Landgerichts Darmstadt hat es in Deutschland noch nicht gegeben.&lt;</em></p>
</blockquote>
<p>Diese &#8220;Ohrfeige&#8221; trifft den für das damalige (Fehl-) Urteil verantwortlichen Richter <strong>Dr. Christoph Trapp</strong>.</p>
<p>So hatte das Echo im Juli 2002 über Trapps Urteil berichtet:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Im Gegensatz zur Verteidigung war die Kammer in Übereinstimmung mit dem Staatsanwalt und der Nebenklage-Anwältin Anke Reese (Detmold) <strong>von der Glaubwürdigkeit der vergewaltigten 37 Jahre alten Lehrerin überzeugt</strong>.</p>
<p>Sie war in nichtöffentlicher Sitzung gehört worden. <strong>Die Zeugin habe sehr detailreich und widerspruchsfrei ausgesagt, hob Gerichtsvorsitzender Dr. Christoph Trapp in der Urteilsbegründung hervor</strong>.</p>
<p>Ihre Angaben würden zudem durch objektive ärztliche Befunde &#8211; der Angeklagte hatte nach Auffassung der Richter der Lehrerin bei dem Geschehen Hämatome und Kratzspuren am Unterleib zugefügt &#8211; gestützt.</p>
<p>Ein Motiv für eine Falschbelastung sei nicht erkennbar, zumal das Opfer erst seit drei Wochen an der Gesamtschule unterrichtet und nur einmal vor der Tat dem Angeklagten begegnet sei.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>Die hier zitierte &#8220;Glaubwürdigkeit&#8221; der Belastungszeugin ist nun offenbar ganz dahin.</p>
<p>Im aktuellen Echo-Artikel wird dazu ausgeführt:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Demnach hat das vermeintliche Opfer gelogen – und zwar immer und immer wieder.[...]<br />
So hatte sie 2007 an der <a href="http://www.echo-online.de/region/darmstadt-dieburg/ober-ramstadt/Aus-dem-Archiv-Gift-Vorwuerfe-schocken-Schulchef;art1295,1975190">Lichtenberg-Schule in Ober-Ramstadt</a> (Kreis Darmstadt-Dieburg) für Schlagzeilen gesorgt: Sie beschuldigte damals andere Pädagogen, einen Giftanschlag auf sie verübt zu haben.<br />
Einmal habe die Frau nach der angeblichen Tat eine Tochter erfunden, hieß es – oder behauptet, ihren angeblich im Koma liegenden Freund zu betreuen, um eine Versetzung zu erreichen.&lt;</p>
</blockquote>
<p>In einem <a href="http://www.hna.de/nachrichten/stadt-kassel/kassel/vergewaltigungsprozess-frauenbeauftragte-entlastet-angeklagten-1298551.html">Artikel der HNA</a> vom 27. Juni wurde das noch präzisiert:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Später habe Heidi K. berichtet, dass sie an der Schule vergiftet worden sei und nur knapp überlebt habe. Mal sei es ein von Schülern gebackener Kuchen gewesen, der Arsen enthalten habe, mal habe sich es um Gift im Tee gehandelt. Sie nannte sechs Kollegen, die an dem Giftanschlag beteiligt gewesen sein sollen. &#8220;Die ist paranoid&#8221;, hätte daraufhin eine Kollegin über Heidi K. geurteilt.</p>
<p>Die tischte eine weitere abenteuerliche Gesichte auf: Ein Kripobeamter, der in der Vergiftungsangelegenheit ermittelt habe, sei durch Kopfschüsse ermordet worden. Nur: Der Mann hatte sich offenbar aus persönlichen Gründen selbst getötet.</p>
<p>Heidi K. versuchte dann, das Schulamt unter Druck zu setzen: Als Entschädigung für die mutmaßliche Vergewaltigung habe sie die Verbeamtung als Studienrätin, für die angebliche Giftattacke eine Stelle als Kon-Rektorin verlangt.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Es war die Frauenbeauftragte für Lehrkräfte im Odenwald, der die Lügen der Lehrerin schließlich auffielen.<br />
Sie brachte den Stein ins Rollen &#8211; indem sie ihren Bruder in Berlin auf den Fall aufmerksam machte: Rechtsanwalt Hartmut Lierow.</p>
<p>Interessant ist, was Lierow nach dem Freispreich für seinen Mandanten in einem <a href="http://www.hna.de/nachrichten/stadt-kassel/kassel/fuenf-jahre-unschuldig-knast-sagt-horst-arnolds-verteidiger-1310061.html">Interview</a> äußert:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Als mir meine Schwester das erzählte, wollte sie <strong>zur Staatsanwaltschaft gehen.<br />
Ich dachte, das wird Horst Arnold nicht viel helfen und meine Schwester vielleicht in ihrem Beruf in Schwierigkeiten bringen</strong>. &#8230;</p>
<p><strong>Ich habe ja vor dreieinviertel Jahren schon Anzeige wegen Freiheitsberaubung gegen Heidi K. gestellt.<br />
Der letzte Ermittlungsschritt der Staatsanwaltschaft Darmstadt datiert aus dem Dezember 2008. Seither ist nichts passiert</strong>. Ich vermute, dass die Anwältin von Heidi K. nun versucht, die ganze Sache in die Verjährung zu retten.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>Video-Quelle: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lGBYCwB8tso">YouTube / HNA-Online</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2192</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Für M.</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2191</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2191#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 May 2011 17:10:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Video]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2191</guid>
		<description><![CDATA[What have I become My sweetest friend Everyone I know goes away In the end And you could have it all My empire of dirt I will let you down I will make you hurt I wear this crown of thorns Upon my liar&#8217;s chair Full of broken thoughts I cannot repair Beneath the stains [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/o22eIJDtKho" frameborder="0" width="425" height="349" allowfullscreen=""></iframe></span> </p>
<p>What have I become<br />
My sweetest friend<br />
Everyone I know<br />
goes away<br />
In the end<br />
And you could have it all<br />
My empire of dirt<br />
I will let you down<br />
I will make you hurt</p>
<p>I wear this crown of thorns<br />
Upon my liar&#8217;s chair<br />
Full of broken thoughts<br />
I cannot repair</p>
<p>Beneath the stains of time<br />
The feelings disappear<br />
You are someone else<br />
I am still right here</p>
<p>If I could start again<br />
A million miles away<br />
I would keep myself<br />
I would find a way</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2191</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Späte Gerechtigkeit: Kriegsverbrecher Ratko Mladic wird nach Den Haag ausgeliefert</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2190</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2190#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 May 2011 17:08:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2190</guid>
		<description><![CDATA[Man kann sich heute kaum vorstellen, wie gleichgültig die deutsche Öffentlichkeit in den 90er Jahren das Morden in Bosnien hinnahm. Sarajewo, 1984 noch Austragungsort der Olympischen Winterspiele, wurde fast 4 Jahre lang von den Truppen der damaligen bosnisch-serbischen Armee belagert. Über die Opfer heißt es in der Wikipedia: Der Belagerung und den Kämpfen fielen nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann sich heute kaum vorstellen, wie gleichgültig die deutsche Öffentlichkeit in den 90er Jahren das Morden in Bosnien hinnahm.<br />
Sarajewo, 1984 noch Austragungsort der Olympischen Winterspiele, wurde fast 4 Jahre lang von den Truppen der damaligen bosnisch-serbischen Armee belagert.<br />
Über die Opfer heißt es in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sarajevo">Wikipedia</a>:</p>
<blockquote>
<p>Der Belagerung und den Kämpfen fielen nach Angaben der Regierung Bosnien-Herzegowinas 10.615 Menschen aller Volksgruppen zum Opfer, unter ihnen 1.601 Kinder. Durch Granaten, Minen oder Scharfschützen wurden rund 50.000 Menschen verletzt, teilweise schwer.</p>
</blockquote>
<p>Die radikale Linke, sonst mit lautem Protest sofort zur Stelle, wenn nur amerikanische oder israelische Soldaten schossen, blieb gleichgültig und stumm.<br />
Im Juli 1995 kulminierte der mörderische Wahnsinn im früheren Jugoslawien.<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Srebrenica">Srebrenica</a>, seit 1993 eigentlich eine UN-Schutzzone, wurde von serbischen Truppen eingenommen. Anschließend wurden etwa 8000 Einwohner massakriert, in der Mehrzahl Jungen und Männer zwischen 12 und 77 Jahren. Es war das schweste Kriegsverbrechen in Europa seit dem 2. Weltkrieg.</p>
<p>Damals, im Juli 1995, schrieb ich:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Es ist gut, daß ein internationales Gericht die Mörder, Karadzic und Konsorten, endlich als die Verantwortlichen von Mord, Folter, Vergewaltigung und Vertreibung anklagt. Vielleicht hindert es die neuen &#8220;Vermittler&#8221; diesen Bluthunden weiterhin in Worten den roten Teppich auszurollen. Freundliches Einverständnis und Händeschütteln mit ausgeschriebenen Schwerstverbrechern sollte sich zumindest vor Fernsehkameras nicht mehr schicken. Ein frommer Traum mag es sein, daß solches Händeschütteln eines Tages dadurch unmöglich wird, weil Karadzic, Mladic und Milosevic sich hinter Gitterstäben eines Gefängnisses in Den Haag wiederfinden.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Was 1995 nicht vorstellbar war, ist nun geschehen. Mit dem jetzt gefassten <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/in-serbien-gefasster-ex-general-mladic-soll-mysterioese-morde-aufklaeren-1.1102859">Ratko Mladic</a> wird der Letzte aus diesem kriegsverbrecherischen Trio Infernale dort landen, wo er schon seit 16 Jahre hingehörte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2190</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Prof. Oliver Lepsius: &#8220;Für mich steht außer Frage, dass Herr zu Guttenberg ein Betrüger ist&#8221;</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2189</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2189#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 17:48:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2189</guid>
		<description><![CDATA[Gut 5 Minuten dauert das auf br-online.de eingestellte Interview mit dem Bayreuther Jura-Professor Oliver Lepsius zur &#8220;Causa Guttenberg&#8221;. Dem Minister dürften sie wie eine Ewigkeit vorkommen: Mit fast jedem Wort zertrümmert Lepsius dessen Reputation. So schonungslos wurde in der gesamten deutschen Nachkriegsgeschichte noch kein anderer Spitzenpolitiker demontiert. Karl-Theodor zu Guttenberg wird innerhalb der nächsten Wochen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><iframe title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/wQu9-On8vpg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></span> </p>
<p>Gut 5 Minuten dauert das auf <a href="http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/guttenberg-plagiat-doktorarbeit-ID1298650729897.xml?_requestid=40878">br-online.de</a> eingestellte Interview mit dem Bayreuther Jura-Professor <a href="http://www.oer4.uni-bayreuth.de/de/Lepsius_Oliver/index.html"><strong>Oliver Lepsius</strong></a> zur &#8220;Causa Guttenberg&#8221;.<br />
Dem Minister dürften sie wie eine Ewigkeit vorkommen: Mit fast jedem Wort zertrümmert Lepsius dessen Reputation. So schonungslos wurde in der gesamten deutschen Nachkriegsgeschichte noch kein anderer Spitzenpolitiker demontiert.<br />
Karl-Theodor zu Guttenberg wird innerhalb der nächsten Wochen als Verteidigungsminister zurücktreten, daran lässt dieses Interview kaum einen Zweifel &#8211; mögen die Beliebtheitswerte des fränkischen Freiherrn momentan auch noch so hoch sein.<br />
Jeder, der in Regierung oder CDU weiter an ihm festhält, wird so auch die eigene Reputation dauerhaft beschädigen.<br />
Wer soll auf internationaler Bühne eine solche Figur noch ernst nehmen? Merkel und ihr noch immer mit Guttenberg &#8216;prominent&#8217; besetztes Kabinett macht sich dort zum Gespött.<br />
Wann wohl dämmert es Angela Merkel, dass sie in dieser Sache einen kapitalen, nicht wieder gut zu machenden Fehler machte.</p>
<p>Für den, der dieses Interview nicht sehen oder hören kann, hier einige Auszüge aus dem BR-Artikel:</p>
<blockquote>
<p>&gt;&#8221;Wir sind alle entsetzt&#8221;, sagte er in einem Interview für das Bayerische Fernsehen. Und weiter: &#8220;Für mich steht außer Frage, dass Herr zu Guttenberg ein Betrüger ist.&#8221;&lt;</p>
<p>&gt;Guttenberg habe planmäßig kopiert, so Lepsius. Die Arbeit sei von Anfang an als Collage geplant: &#8220;Das ist kein Versehen&#8221;. Auch die Entschuldigung des Verteidigungsministers, nicht absichtlich ein Plagiat angefertigt zu haben, kann der Staatsrechtler nicht nachvollziehen: &#8220;Wie kann jemand etwas tun, und nicht wissen was er tut.&#8221; Bei Guttenberg habe es sich nicht um einen Studenten im zweiten Semester gehandelt. Er habe die Arbeit am Ende eines langjährigen Promotionsverhältnisses abgegeben. Lepsius spricht von &#8220;Wirklichkeitsverdrängung&#8221;.&lt;</p>
<p>&gt;Wie Guttenberg mit der Affäre umgegangen sei, &#8220;lässt bei mir als Staatsbürger erhebliche Zweifel an seinen charakterlichen Fähigkeiten zur Selbsteinschätzung seiner Handlungen erkennen&#8221;, so Lepsius. Auch für die Kanzlerin findet der Professor harte Worte. Angela Merkel gehe fehl in der Annahme, dass der Doktorgrad für die Aussübung des Amtes als Außenminister irrelevant sei. Wenn Guttenberg in diesem Fall nicht wisse, was er tue, wisse er es dann in anderen Fällen, fragt Lepsius.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Dazu passt, was bereits vor 2 Tagen in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1ED0C280BBA14ACAB16800E2F760DF3E/Doc~E8A61DA64B13D45B09A34F69B58BEC5B7~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a> zu lesen war:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat das Verhalten von Teilen der Politik in der Guttenberg-Plagiatsaffäre scharf kritisiert. „Die Marginalisierung schwersten wissenschaftlichen Fehlverhaltens durch höchste Repräsentanten unseres Staates ist empörend“, erklärte DHV-Präsident Bernhard Kempen am Freitag in Bonn. „Es ist unerträglich, wie die Bedeutung der Wissenschaft und ihrer ehernen Gesetze politisch kleingeredet wird.“ [...]<br />
Sein Verband nehme daher die Einschätzungen und Äußerungen aus Teilen der Politik und der veröffentlichten Meinung über Plagiate mit „Befremden, teils auch mit Erschrecken“ zur Kenntnis.&lt;</p>
</blockquote>
<p>In der <a href="http://www.mainpost.de/ueberregional/meinung/Leitartikel-Der-Ruecktritt-ist-ueberfaellig;art9517,6005573">Main-Post</a> kommentiert Michael Reinhard treffend:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Auch wenn er nach wie vor Deutschlands beliebtester Politiker ist und es viele Bürger nicht wahrhaben wollen: Karl-Theodor zu Guttenberg ist angesichts der Plagiatsaffäre als Verteidigungsminister nicht mehr tragbar. Jeder Tag, den er länger an seinem Stuhl im Ministerium klebt, schadet nicht nur dem Amt. Auch „der Ruf Deutschlands in der Wissenschaft“ leidet zunehmend darunter, wie der Moskauer Politologe Wladislaw Below warnte. Wer sich öffentlich den Vorwurf gefallen lassen muss, ein „Betrüger“ zu sein, weil er, so der Bayreuther Juraprofessor Oliver Lepsius, „planmäßig und systematisch“ wissenschaftliche Quellen zum Plagiat zusammengetragen habe, hat ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem – mindestens. [...]<br />
Als ob Glaubwürdigkeit und Integrität einer Person von der jeweiligen Tätigkeit abhinge, die sie ausübt: wissenschaftlich also jemand, der dreist abschreibt, beruflich aber tugendhaft und vertrauenswürdig ist.&lt;</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2189</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Fall Guttenberg: CDU bejubelt einen notorischen Schwindler</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2188</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2188#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 11:27:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2188</guid>
		<description><![CDATA[Applaus für einen Trickser und Täuscher: Wolfgang Hörnlein (Pressedienst -pdh-) wurde im südhessischen Kelkheim Zeuge eines bemerkenswerten Auftritts &#8211; Franz Walter nennt es &#8220;Kapitulation des deutschen Bürgertums&#8220;: Eine Partei, die für sich konservative Werte reklamiert, bejubelt einen gerade überführten, notorischen Schwindler &#8211; dessen &#8220;Ehrenwort&#8221; offenkundig nichts wert war. Die CDU hat also wieder ein Vorbild, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img height="149" alt="pdh guttenberg kelkheim" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/02/pdh-guttenberg-kelkheim.jpg" width="225" align="left" /></span></p>
<blockquote>
<p>Applaus für einen Trickser und Täuscher: <strong>Wolfgang Hörnlein</strong> (<a href="http://www.pressedienst-hoernlein.de/">Pressedienst -pdh-</a>) wurde im südhessischen Kelkheim Zeuge eines bemerkenswerten Auftritts &#8211; Franz Walter nennt es &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747016,00.html">Kapitulation des deutschen Bürgertums</a>&#8220;:  Eine Partei, die für sich konservative Werte reklamiert, bejubelt einen <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Zwischenbericht">gerade überführten</a>, notorischen Schwindler &#8211; dessen &#8220;<a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1297979670027.shtml">Ehrenwort</a>&#8221; offenkundig nichts wert war.<br />
Die CDU hat also wieder ein Vorbild, wie schön. Auch Schüler und Studenten haben mit dem das Kanzleramt anvisierenden Guttenberg ein neues Vorbild: Zukünftig <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/guttenberg-doktorarbeit-plagiat-reaktionen">lügt</a>, trickst und spickt es sich mit guttem Gewissen.<br />
Nachfolgend der Bericht von Wolfgang Hörnlein:</p>
<p>&gt;Unbeteiligte Beobachter hätten annehmen können, die Kanzlerin werde in Kelkheim erwartet. So dicht gedrängt standen etwa 900 Besucher in der Stadthalle in Erwartung des Bundesverteidigungsministers und Verteidigers in eigener Sache, Karl-Theodor zu Guttenberg. Helmut Kohl hielt den bisherigen Besucherrekord mit 700 Anhängern, der CSU-Politiker schlug ihn nun um Längen.</p>
<p>Sie wurden nicht enttäuscht und erlebten einen aggressiven Verteidigungsministers, der seine Angriffslust mittlerweile auf die von ihm so genannte Hauptstadtpresse gelenkt hatte, die ihm ein „ungemein gemütliches Wochenende“ beschert hatte. Er musste nämlich seine Doktorarbeit nochmals durchblättern und dann zerknirscht feststellen, dass die Plagiatvorwürfe gegen ihn definitiv nicht aus der Luft gegriffen waren.</p>
<p>Und dann eine bei ihm noch nicht erlebte Demut: Er werde den Doktortitel dauerhaft nicht mehr führen. In den sechs Jahren des Entstehungsprozesses seiner Dissertation habe er &#8220;den Überblick über die Quellen verloren&#8221;. Es sei durchaus auch &#8220;Peinliches&#8221; dabei herausgekommen, wie etwa die Einleitung seiner Arbeit. Diese stamme zum Teil aus einem Artikel der FAZ. &#8220;Ich bin ein Mensch mit Fehlern und Schwächen und stehe auch öffentlich zu meinen Schwächen. Ich entschuldige mich von Herzen bei jenen, die er mit Blick auf seine Dissertation verletzt habe,“ sagt zu Guttenberg und fügt hinzu: &#8220;Die Entscheidung, den Doktortitel nicht zu führen, schmerzt.&#8221;</p>
<p align="center"><img height="98" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/02/bild-323.jpg" width="450" /></p>
<p align="center"><img height="92" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/02/bild-325.jpg" width="450" /></p>
<p><strong>Die Wahlkampfgemeinde der Christdemokraten liegt ihm dennoch Füßen und applaudiert minutenlang.</strong><br />
Lange waren die CDU-Anhänger im Ungewissen gewesen, ob der angeschlagene Verteidigungsminister tatsächlich in die Gemeinde am Taunus kommen würde, den ersten öffentlichen Auftritt nach Bekanntwerden der Plagiatsaffäre absolvieren würde. Die deutliche Antwort kam vom Minister höchstselbst: „Ich werde mich nach einem solchen Sturm vor keinem Auftritt drücken. Soweit kommt das noch. Hier oben steht das Original und kein Plagiat“, sagte er.</p>
<p align="center"><img height="68" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2011/02/bild-324.jpg" width="450" /></p>
<p>Er sei nicht als Selbstverteidigungsminister, sondern als Bundesverteidigungsminister in den Main-Taunus-Kreis gekommen. Er wolle deutlich machen, „dass eine oberfränkische Wettertanne so ein Sturm nicht umhaut. Es gibt guten Grund zu kämpfen und sich weiterhin meiner Aufgabe anzunehmen. Da verlässt man keine Schiffe, sondern bleibt an Deck, hält durch und hält aus.“</p>
<p>Und noch einmal ein Frontalangriff auf die von ihm zurzeit mit Liebesentzug gestrafte Hauptstadtpresse. Dass die Plagiatsvorwürfe tagelang die Nachrichten über drei getötete Bundeswehrsoldaten und mehrere Verletzte aus den Schlagzeilen verdrängt hätten, sei kein Beleg für exzellenten Journalismus. <strong>Der Saal tobt, auch als Guttenberg versichert, er werde nicht zurücktreten</strong>.&lt;</p>
<p>[Links und Hervorhebungen von uns. Die Screenshots stammen von der hastig umgebauten Website des Ministers: <a href="http://www.zuguttenberg.de/person.php">zuguttenberg.de</a><br />
Die auf dem pdh-Foto abgebildeten Persönlichkeiten - <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/CDU-Spendenaff%C3%A4re#Die_Spenden_der_Hessen-CDU">Roland Koch</a>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/plagiatsvorwuerfe-gegen-zu-guttenberg-ein-vergehen-kein-versehen-1.1062176">Karl-Theodor zu Guttenberg</a> und <a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2063">Volker Bouffier</a> - stehen für eine schon lange währende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geistig-moralische_Wende">geistig-moralische (und wissenschaftliche) Erneuerung</a> Deutschlands.]</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2188</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Plagialer Absturz: Stand hinter Guttenberg ein dilettierend-dissertierender Ghostwriter?</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2183</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2183#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 12:25:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2183</guid>
		<description><![CDATA[Mit einiger Wahrscheinlickeit ist Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg unschuldig. Die ihm zur Last gelegten Plagiate in seiner Dissertation könnte ein anderer verantworten: Ein Ghostwriter. Gründe, die für diese Version sprechen, hat gestern bereits die Sueddeutsche zusammengetragen: &#62;Viel Zeit kann Karl-Theodor zu Guttenberg nicht gehabt haben für seine Doktorarbeit. Während der heutige Verteidigungsminister die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><br />
<a href="http://phlow.net/mag/buchkritik/stefan_weber_das_googlecopypastesyndrom.php"><img src="http://phlow.net/mag/images/google-copy-paste-syndrom.jpg" alt="Das Google Copy - Paste - Syndrom" /></a><br />
</span></p>
<p>Mit einiger Wahrscheinlickeit ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg">Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg</a> unschuldig. Die ihm zur Last gelegten Plagiate in seiner Dissertation könnte ein anderer verantworten: Ein Ghostwriter.</p>
<p>Gründe, die für diese Version sprechen, hat gestern bereits die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/plagiatsvorwurf-gegen-guttenberg-wenn-es-wieder-schnell-gehen-muss-1.1061397">Sueddeutsche</a> zusammengetragen:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Viel Zeit kann Karl-Theodor zu Guttenberg nicht gehabt haben für seine Doktorarbeit. Während der heutige Verteidigungsminister die 475-seitige Arbeit verfasste, saß er im Bundestag, wurde zum Obmann im Auswärtigen Ausschuss gewählt, war rüstungspolitischer Sprecher der Fraktion, Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Guttenberg und Kreisrat im Kreistag Kulmbach, er leitete den Fachausschuss Außenpolitik der CSU und hatte mehrere Ehrenämter inne. Zudem hatte er zwei Töchter daheim, sie waren noch nicht einmal in der Schule. Wie kann jemand sich bei so viel Stress auf die Dissertation konzentrieren?&lt;</p>
</blockquote>
<p>Hätte Guttenberg tatsächlich einen Ghostwriter angeheuert, läge die unmittelbare Veranwortung für die stümperhaft plagiierten Texte so gesehen nicht mehr beim Verteidigungsminister.<br />
Das machte die Sache für ihn freilich nicht leichter, sondern strafbar.</p>
<p>Wir zitieren (ganz sauber!) nochmals aus dem SZ-Artikel von <strong>Lisa Sonnabend</strong>:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Hätte der Verteidigungsminister sich jedoch tatsächlich bei ihm gemeldet, dann hätte er jetzt ganz andere Probleme.<br />
Während in der Politik oder Wirtschaft Redenschreiber dazugehören, müssen Akademiker ihre Werke selbst verfassen.<br />
<strong>Beauftragen sie einen Ghostwriter und geben trotzdem die eidesstattliche Erklärung ab, dass sie die wissenschaftliche Arbeit eigenständig und ohne fremde Hilfe verfasst haben, machen sie sich strafbar</strong>.&lt; [Hervorhebungen von uns.]</p>
</blockquote>
<p>Ist dies der läppischen Plagiate letzte Lösung, erleben wir aktuell den Absturz eines Politikers aus demoskopisch schwindelnder Höhe &#8211; fast vergleichbar mit dem (allerdings letal endenden) Absturz des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_W._M%C3%B6llemann"><strong>Jürgen W. Möllemann</strong></a> im Juni 2003.</p>
<p>Situationen wie diese beweisen einmal mehr die Schwarmintelligenz des Web 2.0</p>
<p>Auf dem <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate">GuttenpPlag-Wiki</a> wird aktuell die freiherrliche Dissertation einer so gründlichen Prüfung unterworfen, dass dies nicht nur Guttenberg, sondern auch seinen formellen Prüfern an der <a href="http://www.uni-bayreuth.de/presse/info/2011/037-034-guttenberg.pdf">Universität Bayreuth</a> den Schweiß ins Gesicht treiben dürfte.<br />
Die <a href="http://twitter.com/PlagDoc">Twitterseite von PlagDoc</a> meldet (ohne Gewähr) als aktuellen Zwischenstand:</p>
<blockquote>
<p>&gt;über 10% aller Seiten in zu Guttenbergs Doktorarbeit sind aus anderen Quellen kopiert&lt;</p>
</blockquote>
<p>In der auf <a href="http://twitter.com/search?q=%40PlagDoc">Twitter</a> lebhaft geführten Guttenberg-Diskussion wird verschiedentlich eine naheliegende Frage gestellt:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Sollte man die Affaire um #Guttenberg nicht mal zum Anlass nehmen und ALLE Doktorarbeiten der MdB überprüfen?&lt;</p>
</blockquote>
<p>UPDATE: Auf dem GuttenPlag-Wiki wird sehr penibel das <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Ghostwriter">Für und Wider der Ghostwriter-These</a> diskutiert.<br />
Am meisten plausibel erscheint uns die &#8220;Mitarbeiter-Theorie&#8221; von Macbeth2.0:<br />
Wir zitieren einige seine Argumente:</p>
<blockquote><p>>Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter seines Bundestagsbüros hat die wegen Zeitmangels &#8220;liegengebliebene&#8221; Dissertation zu Ende geschrieben.</p>
<p>Wie unter Bundestagsabgeordneten üblich, hat wohl auch Herr von Guttenberg ab 2002, also rund zwei Jahre nach Beginn des Dissertationsvorhabens, einen oder mehrere wissenschaftliche Mitarbeiter (junge Akademiker) und studentische Hilfskräfte beschäftigt, die ihm bei seiner Doktorarbeit zugearbeitet haben könnten. [...]<br />
Die Theorie, die Arbeit habe ein <strong>professioneller</strong> Ghostwriter geschrieben, ist jedenfalls durch das (entweder der Dummheit oder Gleichgültigkeit des Verfassers geschuldete) Faktum, dass die Einleitung im Wortlaut aus einem im Internet frei verfügbaren (und nachschlagbarem) Zeitungsartikel abgeschrieben wurde, widerlegt. [...]</p>
<p>Weiter ist auch zu bezweifeln, dass er darüber im Bilde war, wie schamlos der Zweitschreiber sich aus Drittquellen bedient.<br />
Und schließlich: <strong>Ein festangestellter und mit Steuern finanzierter wissenschaftlicher Mitarbeiter ist kein Ghostwriter</strong> (im Sinne einer Berufsbezeichnung).</p>
<p>Dass Guttenberg persönlich die plump-dreisten und jeglicher wissenschaftlicher Handwerkskunst widersprechenden Fremdtextübernahmen vorgenommen haben soll, scheint angesichts seiner Person, der durch ein Auffliegen solchen Betruges drohenden Gefahr für die angestrebte Karriere und dem erfolgreich absolviertes Jura-Studium &#8230; höchst abwegig. [...]</p>
<p>Es spricht mehr dafür, dass sich Herr von Guttenberg irgendwann zwischen 2004 und 2006 mit der Erkenntis konfrontiert sah, dass er die Doktorarbeit auf Grund der Arbeitsbelastung als Bundestagsabgeordneter und CSU-Emporkömmling nicht unmittelbar und wegen seiner angestrebten Politik-Karriere wohl auch niemals später zu Ende schreiben werden könne. Ein Sich-Abfinden mit dem endgültig gescheiterten &#8220;Projekt Doktortitel&#8221;, war mit dem Charakter des erfolgsverwöhnten Aufsteigers nicht kompatibel. Die Deligierung der Arbeit an eine zweite Person, unter Inkaufnahme des Promotionsbetruges, war demnach eine &#8211; wenn in seiner Person auch konsequente &#8211; Verzweiflungstat.< [Hervorhebungen von uns]
</p></blockquote>
<p>Genannt werden drei mögliche Dissertations-Helfershelfer: <a href="http://www.kas.de/wf/de/71.3788/">Dr. Hartmut Philippe</a>, <a href="http://brandenstein-blog.blogspot.com/">Philipp Freiherr von Brandenstein</a> sowie Guttenbergs Bruder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Franz_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg">Philipp</a>.</p>
<p>Inzwischen hat Guttenberg verkündet, seinen Doktortitel vorerst nicht weiter zu tragen.<br />
Bei seiner heute abgegebenen öffentlichen Erklärung fiel auch die <strong>Körpersprache </strong>auf: <strong>Augen zu und durch</strong>.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="http://www.youtube.com/embed/HeWAx0rynXI" frameborder="0" width="640" height="390" allowfullscreen=""></iframe> </p>
<p>Den Lesern dieses Blog dürfte bekannt sein, dass wir gegenüber Juristen nicht völlig vorurteilsfrei sind.<br />
Zu Guttenberg beendete nur das erste juristische Staatssexamen und ist insofern kein Volljurist. Daher sehen wir unser Vorurteil gegenüber Juristen aktuell auch nur halb und nicht voll bestätigt.</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2183</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>pdh-Silversterspitzen: Ein etwas anderer Jahresrückblick auf Odenwälder Trostlosigkeiten</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2182</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2182#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 18:37:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2182</guid>
		<description><![CDATA[zum fünften Mal geboten von Wolfgang Hörnlein: &#62;Aus gut informierten Quellen hat die südhessische Presseagentur -pdh- die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2010 in einem fiktiven südhessischen Landkreis zusammengetragen. Trotz penibelster Recherche kann nicht für alle Meldungen die Gewähr für Richtigkeit übernommen werden… Die Leiterin des Landwirtschaftsamts brach sich im Januar den Arm. Der Weg zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img alt="" hspace="0" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2009/12/silvester-silvesterspitzen-2010-odenwald-odenwaldkreis.jpg" align="baseline" border="0" /></span> zum fünften Mal geboten von <strong><a href="http://pdh.djv-bildportal.de/webgate/frameset.html">Wolfgang Hörnlein</a></strong>:</p>
<p>&gt;Aus gut informierten Quellen hat die südhessische Presseagentur -pdh- die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2010 in einem fiktiven südhessischen Landkreis zusammengetragen. Trotz penibelster Recherche kann nicht für alle Meldungen die Gewähr für Richtigkeit übernommen werden…</p>
<p>Die Leiterin des Landwirtschaftsamts brach sich im Januar den Arm. Der Weg zum Eingang war vereist. Das allein ist an dieser Stelle nicht unbedingt berichtenswert, die Hintergründe dagegen schon: Das Gebäude gehört zum Bestand des hessischen Immobilienmanagements, die Pflicht zur Schneeräumung obliegt der Behörde, die mit dem Slogan wirbt: „Wir übernehmen das. Als Landesbetrieb sind wir der Dienstleister und Partner der Landesverwaltung in allen Fragen der Verwaltung und Vermarktung landeseigener Liegenschaften“.</p>
<p>Dass Schnee im Winter und dann überregional fällt, und dieser bei allen Gebäuden des Bestands morgens gleichzeitig anfällt und beseitigt werden müsste, war auch der Landesverwaltung bekannt, weshalb man nach der erforderlichen Ausschreibung eine Firma aus der 66 Kilometer entfernten Mainmetropole als günstigsten Generalunternehmer mit der Schneeräumung beauftragt hatte. Und diese hatte das Landwirtschaftsamt im westlichsten Winkel des Südkreises wohl nicht auf dem Plan, sodass weder Schnee geräumt, noch Glatteis auf den Gehwegen beseitigt wurde. Vielleicht konnten die insgesamt zehn Mitarbeiter des preiswertesten Dienstleisters auch nicht bei hunderten von Objekten auf 21.114 Quadratkilometern gleichzeitig antreten. Und somit brach sich die Leiterin der Behörde auf dem morgendlichen Weg zu ihrem Arbeitsplatz den Arm.</p>
<p>Keiner soll nun sagen, dass das Immobilienmanagement nicht schnell reagierte. Umgehend wurde eine andere preisgünstige Firma mit der Schneeräumung im Südkreis beauftragt. Sie sitzt im westlichen Nachbarlandkreis und ist nur 31 Kilometer vom Landwirtschaftsamt entfernt.</p>
<p>Woran erkennt man im Winter auf den Straßen, dass man den Südkreis erreicht hat? Ganz einfach, der Kreis beginnt dort, wo die Schneeräumung zu wünschen übrig lässt und der Straßenzustand bei Schnee sichtbar schlechter als in den Nachbarkreisen wird.</p>
<p>Irgendwie können die Sachbearbeiter des kleinen Kreises nicht richtig rechnen. Bereits eine Woche vor Weihnachten geht das Streusalz zu Ende, das den ganzen Winter über ausreichen sollte. Zu einem Zeitpunkt war Schluss mit salzig, als der kalendarische Winter noch nicht einmal begonnen hatte. Berechnen dieselben Beamten auch den Kreishaushalt? Das würde einiges erklären&#8230;</p>
<p>Der Vorgang entbehrte nicht einer gewissen Ironie und mag manche der interessierten Zuschauer fassungslos zurückgelassen haben. Gerade eben noch hatte der Odenwälder Landrat am ersten März während der öffentlichen Kreistagssitzung die schlechtesten Haushaltszahlen der Kreisgeschichte vorgelegt, da brachte sein Parteifreund und Ehrenvorsitzender den Antrag der Freien Wähler ein, die Weichen dafür zu stellen, ab nächstem Jahr eine neue Planstelle für einen hauptamtlichen Ersten Kreisbeigeordneten zu schaffen. Geschätzte Mehrkosten um die 120.000 Euro. Dieses Ansinnen geht auf einen Deal mit den Sozis während der letzten Landratswahl zurück, denn diese sollen den Posten als Ausgleich für den verlorenen Posten des Landrats (oder besser der Landrätin) besetzen. Der Kandidat ist bereits bestimmt und steht schon in den Startblöcken.</p>
<p>Die so genannten Freien oder Überparteilichen Wähler im kleinen südlichen Landkreis sind ein getarnter, mehr oder weniger diskret wirkender Arbeitskreis der Sozialdemokraten. Seit Jahren zu erkennen an gegenseitiger Postenzuschieberei wie soeben beschrieben. Um den Schein zu wahren, tagen sie jedoch getrennt in so genannten Haupt- oder Mitgliederversammlungen. Alle haben es gemerkt, nur die Schwarzen im Kreis noch immer nicht. So haben sie doch allen Ernstes beim letzten Kreisparteitag vor der kommenden Kommunalwahl im März hoch motiviert das Motto ausgegeben, „mit einer ganz neu aufgestellten Mannschaft endlich die SPD-Vorherrschaft zu brechen. Wir haben die Chance, dies zusammen mit den Freien Wählern und vielleicht einer oder zwei kleineren Parteien zu erreichen.“ – Wenig später kam die Antwort der angeblich Freien Wähler: Bei der Mitgliederversammlung der Überparteilichen erklärte dazu deren Versammlungsleiter, dass die Freien ÂÂ»die Zusammenarbeit mit der SPD fortsetzenÂÂ« möchten. Überrascht war niemand, bis auf die CDU.</p>
<p>Etwas hat der neue Landrat des kleinen Landkreises sehr geschickt gemacht: Er hat den Oppositionsparteien im Kreis Mitarbeit auf verschiedenen Politikfeldern angeboten. Die Grünen sind darauf angesprungen und somit aus der Oppositionsfront herausgebrochen worden. Und haben darüber hinaus noch für Arbeitsentlastung beim Landrat gesorgt. Schlau, schlau.</p>
<p>Bündnis 90 / Die Grünen haben ein Luxusproblem. Nicht nur im Bund, auch in den Ländern, und ganz besonders in den Kreisen. So auch im kleinen Südkreis. Die Politik der Volksparteien hat ihnen in den letzten Jahren einen ungeahnten Stimmenzuwachs beschert, den die frühere Alternativ-Partei personell nicht bedienen kann. Soll heißen: Aus den Kreisen kommt kein brauchbarer Polit-Nachwuchs für Länder und Bund. Denn in den Kreisen gilt noch der Gründerzeit-Dilettantismus als chic. Lieber eine Demo mehr besuchen als ein Rhetorik-Seminar. Und entsprechend hören sich dann auch die Debattenbeiträge der grünen Basis an. So weiß man dann im Land und Bund nicht mehr, woher versiertes grünes Personal genommen werden soll für die zu erwartenden Wahlerfolge in 2011.</p>
<p>Auch die Liberalen im Bundesland haben ein Personal-Problem. Die neue Kultusministerin besucht eine Schule im Südkreis, hält ein Referat und steht für eine Diskussion ihres Vortrags oder anderen Smalltalk dann nicht mehr zur Verfügung. Es könnte nämlich zu Fragen über ihren ministeriellen Arbeitsbereich kommen. Und zu dem kann sie auch im Landtag nur schriftlich zuvor eingereichte Fragen beantworten, Nachfragen in aktuellen Stunden im Parlament regelmäßig nicht mehr.</p>
<p>Erneuerbare Energie macht nicht immer nur Spaß. Einmal stinkt sie mehr als geplant und versprochen, dann geht ein Bio-Energiedorf fast pleite und schmeißt den Geschäftsführer raus und der Kreis liefert der Opposition nicht die gewünschten Auskünfte zur Angelegenheit. Die auch Monate nach den dubiosen Vorgängen noch nicht transparent geworden ist.</p>
<p>Was waren die Kämmerer der fünfzehn Gemeinden und Städte des Südkreises stolz, als ihnen vor Jahren gesagt wurde, sie dürften zukünftig wie große Konzerne ihre Buchhaltung gestalten, in Form der allseits gelobten „Doppik“. Warnungen in der Presse wurden nicht wahrgenommen. Nun haben sie den Salat, alle Städte und Gemeinden sind pleite, neben den fehlenden Zuweisungen des Bundeslandes rechnen sie sich nach ihren neuen Richtlinien noch einmal zusätzlich in die roten Zahlen. Die Weitsicht der Kämmerer erinnert an die cross border leasing Erfahrungen der Kollegen in den großen Städten. Es lernt der Mensch, solang er lebt. Hoffentlich.</p>
<p>Nichts Neues ist von der so genannten „Operettenopposition“ im Kreistag unseres virtuellen Landkreises zu vermelden. Hatte man zeitweise den Eindruck gewinnen können, die Schwarzen kehrten zu realer Politik und echter Opposition zurück, so legte sich diese Empfindung schnell wieder. Irgendwie hängt Politik wohl doch weitgehend vom Personal ab. siehe oben</p>
<p>Die Mitarbeiter der regionalen Tageszeitung sollen für einen neu zu vergebenden Journalistenpreis vorgeschlagen werden. Grund: An einem Tag im Dezember ist es ihnen erstmalig gelungen, einen eingesandten Bericht ohne sinnentstellende Veränderungen redaktionell zu kürzen.</p>
<p>Es ist noch etwas nachzutragen: Die westlichste Gemeinde des kleinen Südkreises hatte im Jahr zuvor ihren Bürgermeister zu wählen. Für die Sozialdemokraten trat ein parteiloser Bewerber an. Im Rahmen einer Hauptversammlung beschloss die Partei bei seiner Nominierung, keine Parteigelder für den Bürgermeisterwahlkampf des Kandidaten auszugeben. Etwas ungläubiges Kopfschütteln bei den Beobachtern. Auch einer der bestellten Kassenprüfer der Partei betrachtete diesen Beschluss etwas argwöhnisch. Als dann im nächsten Jahr der Termin der Kassenprüfung anstand, brauchte man den Kassenprüfer nicht. Man hatte bereits ohne ihn die Kasse heimlich mit anderem Personal geprüft. Ohne den offiziell gewählten misstrauischen Kassenprüfer. Kein Scherz.</p>
<p>… (und hier unser Dauerbrenner:) die mit öffentlichen Mitteln herausgegebene Postille &#8220;Kreis regional&#8221; wird noch immer kostenlos an alle Haushalte im kleinen Kreis verteilt. Es handelt sich um eine Selbstbeweihräucherung der Ämter und Eigenbetriebe im Landkreis, die sich und ihre Leistungen in der Tagespresse nicht ausreichend gewürdigt und bejubelt fühlten. Dies erledigen sie jetzt seit Jahren penetrant selbst. Der neue Landrat fand nicht die Kraft, die ursprünglich als rote Wahlkampfbibel konzipierte Streitschrift einzustellen, sondern nutzt es jetzt zu eigenen Zwecken. Eigenwerbung finanziert aus öffentlichen Mitteln auf Kosten der Steuerzahler ist ja auch extrem verlockend. Die Bürger des kleinen Kreises kostet das unsägliche periodische Pamphlet jährlich weit mehr als 100.000 Euro. Zusammen mit den Kosten für den neuen Ersten Kreisbeigeordneten schlagen unnützen Ausgaben im Kreis mit etwa einer viertel Million Euro zu Buche, beziehungsweise dem Bürger auf den Magen.</p>
<p>Prosit Neujahr!&lt;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2182</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lokaljournalismus kann so lustig sein: &#8220;Angesichts des Abrutschens seines Kreises in die Zone solcher Gebiete&#8221;</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2181</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2181#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 13:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lokale Medien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2181</guid>
		<description><![CDATA[Im September würdigte Spiegel-Online einen grandiosen Auftritt des Schweizer Finanzministers im eidgenössischen Parlament. Unter der Überschrift &#8220;Bü-hü-hündnerfleisch!&#8221; urteilte Anna Fischhaber: &#62;So lustig kann Politik sein: Bürokratisierte Schachtelsätze haben beim Schweizer Bundesrat Hans-Rudolf Merz für eine Lachattacke gesorgt &#8211; und aus dem Finanzminister einen YouTube-Star gemacht.&#60; Aber nicht nur Politik kann lustig sein. Auch Lokaljournalismus kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><object height="270" width="445"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/3M04W1x4xZM?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://www.youtube.com/v/3M04W1x4xZM?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="445" height="270" /></object></span> </p>
<p>Im September würdigte <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,718979,00.html">Spiegel-Online</a> einen grandiosen Auftritt des Schweizer Finanzministers im eidgenössischen Parlament. Unter der Überschrift &#8220;<strong>Bü-hü-hündnerfleisch</strong>!&#8221; urteilte Anna Fischhaber:</p>
<blockquote>
<p>&gt;So lustig kann Politik sein: Bürokratisierte Schachtelsätze haben beim Schweizer Bundesrat Hans-Rudolf Merz für eine Lachattacke gesorgt &#8211; und aus dem Finanzminister einen YouTube-Star gemacht.&lt; </p>
</blockquote>
<p>Aber nicht nur Politik kann lustig sein. Auch Lokaljournalismus kann lustig sein.</p>
<p>Im Odenwald sorgt seit längerem <strong>Gerhard Grünewald</strong> als Chefredakteur des Odenwälder Echo mit verquasten Schachtelsätzen für (wohl ungewollte) Heiterkeit. Ein <a href="http://www.echo-online.de/suedhessen/odenwaldkreis/kreis/Odenwaldkreis-steht-zunehmend-leer;art1279,1375431">neues, realsatirisches Glanzstück </a> findet sich in der aktuellen Ausgabe.<br />
Bereits Titel und Untertitel verraten den Erbacher Meister des journalistisch Absurden:</p>
<p align="center"><strong>Odenwaldkreis steht zunehmend leer</strong></p>
<p align="center"><em>Bevölkerungsentwicklung: Region rutscht zu den hessischen Gebieten mit den höchsten prozentualen Einbußen ab<br /></em></p>
<p>Im dann folgenden Versuch, seinen Lesern die demographische Krise seines Kreises zu erklären, erklimmt Grünewald im Eilschritt die Höhen des mittelgebirgigen Nonsens.</p>
<p>Hätte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Rudolf_Merz"><strong>Hans-Rudolf Merz</strong></a> nicht den O-Ton des Schweizer Zollbeamten Christian Kempter, sondern <u>diesen</u> O-Ton des Odenwälder Echo-Beamten Gerhard Grünewald verlesen müssen, ein Lachanfall bei dem bereits Angeheiterten wäre da wohl auch programmiert gewesen:</p>
<blockquote>
<p>&gt;<strong>Angesichts des Abrutschens seines Kreises in die Zone solcher Gebiete gibt sich Landrat Dietrich Kübler (ÜWG) optimistisch, dass es sich hier vor allem um den Effekt einer Momentaufnahme handelt, die zudem einer statistischen Besonderheit unterliegt: Ein Aderlass ein und desselben Umfangs wirkt bei von der Einwohnerschaft her klein zugeschnittenen Kreisen prozentual deutlich schlimmer als bei großen.</strong>&lt;</p>
</blockquote>
<p>In der Schweiz scheint man ja generell gut zu lachen haben, jedenfalls auf hoher politischer Bühne. Bevor Merz so eindrucksvoll seinen Sinn für Humor demonstrierte, hatte das zuvor schon seine Kollegin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Leuthard"><strong>Doris Leuthard</strong></a> getan, ebenfalls bei der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qLrzGajbqZI">Antwort auf eine parlamentarische Anfrage</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2181</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Aufstieg aus dem Hades live: Die Rettung der coolen Kumpel von San José</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2180</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2180#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 20:02:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Katastrophen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2180</guid>
		<description><![CDATA[Man ist ja einiges schon gewohnt. Da verfolgte man am 20. Juli 1969 die ersten Schritte des ersten Menschen auf dem Mond. Der kindliche Blick auf die silbrige Scheibe am Nachthimmel verlor damals seine Unschuld. Am 11. September 2001 verfolgte man live via TV einen irrwitzigen Terroranschlag, der alles überstieg, was sich bis dahin Drehbuchschreiber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/live/1056920/Live-aus-Chile-Die-Rettung-der-Kumpel?setTime=208#/beitrag/livevideo/1056920/Live-aus-Chile-Die-Rettung-der-Kumpel"><img height="218" alt="" hspace="0" src="http://farm5.static.flickr.com/4016/5077192111_84ed7d0fa8.jpg" width="323" align="baseline" border="0" /></a></span></p>
<p>Man ist ja einiges schon gewohnt. Da verfolgte man am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_11">20. Juli 1969</a> die ersten Schritte des ersten Menschen auf dem Mond. Der kindliche Blick auf die silbrige Scheibe am Nachthimmel verlor damals seine Unschuld.</p>
<p>Am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschl%C3%A4ge_am_11._September_2001">11. September 2001</a> verfolgte man live via TV einen irrwitzigen Terroranschlag, der alles überstieg, was sich bis dahin Drehbuchschreiber von Actionfilmen oder Thrillern ausgedacht hatten.</p>
<p>In diesen Stunden nun lässt sich (<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/live/1056920/Live-aus-Chile-Die-Rettung-der-Kumpel#/beitrag/livevideo/1056920/Live-aus-Chile-Die-Rettung-der-Kumpel">wiederum live</a>) die Rettung von 33 Männern verfolgen, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grubenungl%C3%BCck_von_San_Jos%C3%A9">in Chile in einem entlegenen Bergbaugebiet 10 Wochen lang unter der Erde eingeschlossen waren</a>, in über 600 Metern Tiefe.</p>
<p>Sechs Kumpel wurden bisher herausgeholt, in einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dahlbuschbombe">engen Kapsel</a> durch einen engen Schacht, die schon für sich genommen jeden Klaustrophobiker panisch werden ließen. <a href="http://www.spiegel.de/flash/flash-24499.html">Hitze, Dunkelkeit, Angst</a> &#8211; so titelt man treffend auf <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,722921,00.html">spiegel.de</a>.<br />
Die restlichen 27 Eingeschlossenen sollen nun Zug um Zug folgen. Wirklich erleichtert kann man erst sein, wenn auch der Letzte gerettet ist.</p>
<p>Eine Videokamera zeigt die (noch) Eingeschlossenen in ihrem unterirdischen Verlies, das beinahe ihr Grab geworden wäre.<br />
Die Temperatur in diesem irdisch-unterirdischen Hades: 27Â° (bei einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 %).<br />
Die Welt ist klein geworden, der Globus ein Dorf und man freut sich über jeden Geretteten, als spielte sich all das nur einen Häuserblock entfernt ab.<br />
Das tut auch die famose <strong>Pia Röder</strong> aus Breuberg, nach eigener Auskunft Bindeglied zwischen Argentinien und Deutschland, und hoffentlich als Journalistin irgendwann so bekannt wie <strong>Jessica Schwarz</strong> als Schauspielerin.</p>
<p>Auf Ihrem Blog &#8220;<a href="http://www.pia-roeder.de/">Die Gosch</a>&#8221; kommentiert die aus Südamerika Zurückgekehrte aktuell &#8220;<a href="http://www.pia-roeder.de/?p=2772">La maravilla de Chile</a>&#8220;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2180</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Offener Brief an Christian Wulff: &#8220;&#8230; als hätte ein Bundespräsident im Jahre 1980 nicht die Mauerspringer, sondern den real existierenden Sozialismus umarmt&#8221;</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2176</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2176#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 20:19:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religiöses]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2176</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt Tage, da lohnt ein Blick in den Tagesspiegel. Nachdem dort vor zwei Tagen schon Monika Maron die &#8220;Islam&#8221;-Rede von Christian Wulff treffend kommentiert hatte, findet sich heute in der Berliner Zeitung ein an den Bundespräsidenten gerichteter, offener Brief von Henryk M. Broder und Reinhard Mohr. Sie sagen, was noch zu sagen war und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><a href="http://www.amazon.de/Hurra-wir-kapitulieren-Lust-Einknicken/dp/3570550478/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1286490262&amp;sr=1-2"><img height="293" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/10/bild-318.jpg" width="190" align="left" /></a></span></p>
<p>Es gibt Tage, da lohnt ein Blick in den <a href="http://www.tagesspiegel.de/">Tagesspiegel</a>. Nachdem dort vor zwei Tagen schon <strong>Monika Maron</strong> die &#8220;Islam&#8221;-Rede von <strong>Christian Wulff</strong> <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/glaube/der-islam-gehoert-nicht-zu-deutschland/1949762.html">treffend kommentiert</a> hatte, findet sich heute in der Berliner Zeitung ein an den Bundespräsidenten gerichteter, <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gehoeren-wir-unglaeubigen-auch-dazu/1950404.html">offener Brief von <strong>Henryk M. Broder</strong> und <strong>Reinhard Mohr</strong></a>. Sie sagen, was noch zu sagen war und sprechen mir aus meiner (areligiösen) Seele:</p>
<blockquote>
<p>&gt;[...] Aber wir verstehen natürlich: Sie meinten die Kultur des Abendlandes. Doch hier fehlt dann wieder das entscheidende Wort: Aufklärung. Es kommt in Ihrer Rede nicht vor. Weder Kant noch Voltaire, weder Spinoza noch Moses Mendelssohn. Das ist kein Zufall, denn auch die alten Römer und Griechen kommen bei Ihnen ja nicht vor, weder Aristoteles noch Sokrates oder Seneca. <strong>Kurz: Die gesamte europäische Geschichte von Aufklärung, Revolution und Humanismus ist Ihnen keinen einzigen Satz wert. Dabei ist sie doch die Grundlage unserer demokratischen Republik.</strong></p>
<p>Apropos Republik: Indem sie „den Islam“ gleichberechtigt neben Christentum und Judentum stellen, erwecken Sie trotz Ihrer rhetorischen Relativierung des adebei den Eindruck, als sei das vereinte Deutschland keine zivile, säkulare Republik freier Bürger, sondern die Summe seiner Religionsgemeinschaften, eine Art multikulturelle Glaubenskongregation, ein einziger fortwährender Kirchentag unter dem gemeinsamen Vorsitz von Margot Käßmann, Kardinal Meissner, Charlotte Knobloch und dem Zentralrat der Muslime.</p>
<p>Absurd genug, aber selbst wenn es so wäre, müssten wir erst recht fragen: Und was ist, bitteschön, mit den Baha’i und den Buddhisten, mit Hindus und Anhängern evangelikaler Sekten, mit orthodoxen Juden und Paderborner Diaspora-Katholiken? Und was mit den frei schwebenden Esoterikern aller Glaubensrichtungen, Vegetariern und Veganern, den Apokalyptikern und Verschwörungsliebhabern aller Bundesländer?</p>
<p>Unsere dringendste Nachfrage, verehrter Herr Bundespräsident, betrifft allerdings uns selbst, zugegeben: merkwürdige Menschen, die, obzwar zutiefst in der christlich-deutsch-jüdisch-polnisch-hessischen Geschichte verwurzelt, gar nicht religiös sind und, pardon, keiner Glaubensgemeinschaft wirklich angehören.</p>
<p>Kurz: Was ist mit uns Ungläubigen und Agnostikern, uns ewigen Zweiflern, Kritikastern und Rotweintrinkern?</p>
<p>Gehören wir auch dazu? Sind Sie auch unser Bundespräsident, womöglich mit derselben &#8220;Leidenschaft&#8221;, mit der Sie Präsident aller Muslime sind? Und worin würde sich diese Leidenschaft dann offenbaren?</p>
<p><strong>Vielleicht gar in der öffentlich geäußerten Erkenntnis, dass sich Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in unserer „christlich-jüdischen Geschichte“ fast immer im Kampf der Aufklärung gegen die Macht der Religion und des Glaubens durchgesetzt haben?</strong> [...]</p>
<p><strong>Es wäre richtig gewesen, die Muslime in Deutschland willkommen zu heißen und bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass sie &#8211; ebenso wie die DDR-Bürger vor dem Fall der Mauer &#8211; mit den Füßen abgestimmt haben. Dass sie aus Ländern gekommen sind, in denen es keine Demokratie, keine Meinungsfreiheit, keine Gewaltenteilung, keine Gleichberechtigung, nicht einmal das Recht gibt, seinen Ehepartner frei zu wählen.</strong><br />
Indem Sie aber den Islam willkommen geheißen haben, haben Sie auch all das willkommen geheißen, wovor Millionen von Moslems geflohen sind. Es ist, als hätte ein Bundespräsident im Jahre 1980 nicht die Mauerspringer, sondern den real existierenden Sozialismus umarmt. [...] &lt; [Links und Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2176</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kritik an Wulff: Auch Satanismus und Scientology gehören zu Deutschland!</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2175</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2175#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 17:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religiöses]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2175</guid>
		<description><![CDATA[Erstaunlich, wer sich da als treue Leserin der Odenwald-Geschichten outete: Dieser Tage erhielten wir eine mail von Lucy Ferency aus der kleinen Odenwälder Gemeinde Teufelsbrunn. Frau Ferency weist sich als Vorsitzende der &#8220;Deutschen Satanisten&#8221; aus und übt herbe Kritik an der Rede des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff. Sie beklagt, dass Wulff ausschließlich dem Islam zuerkenne, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img height="184" alt="satan" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/10/satan.jpg" width="240" align="left" />Erstaunlich, wer sich da als treue Leserin der Odenwald-Geschichten outete: Dieser Tage erhielten wir eine mail von Lucy Ferency aus der kleinen Odenwälder Gemeinde Teufelsbrunn.<br />
Frau Ferency weist sich als Vorsitzende der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Satanismus#Satanismus_als_Philosophie_und_Religion">Deutschen Satanisten</a>&#8221; aus und übt herbe Kritik an der Rede des neuen Bundespräsidenten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff"><strong>Christian Wulff</strong></a>.<br />
Sie beklagt, dass Wulff ausschließlich dem Islam zuerkenne, neben Christentum und Judentum nunmehr auch zu Deutschland zu gehören.<br />
&#8220;<em>Und was ist mit uns?&#8221;,</em> fragt sie.<br />
Schon seit Jahrhunderten sei der Teufel in Europa heimisch, seine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsanbetung">Anbeter</a> seien als religiöse Minorität immer wieder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition">Verfolgungen ausgesetzt</a> gewesen. Ein Grund mehr, dieser religiösen Gemeinschaft heute Respekt entgegenzubringen.<br />
Sie hat Wulff auch direkt angeschrieben. &#8220;<em>Und wenn er gar nicht reagiert?</em>&#8220;, habe ich sie gefragt. Mit der nächsten mail kam die klare Antwort: &#8220;<em>Dann soll er zum Teufel gehen</em>!&#8221;</p>
<p>Klar ist: Der Bundespräsident macht all denen Hoffnung, die sich ihrer Religion wegen bislang in Deutschland noch nicht ausreichend akzeptiert sehen.<br />
Dazu passt auch eine andere Meldung: In Großbritannien wurde das <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,720954,00.html">Druidentum</a> nun offiziell als Religion anerkannt. Europa öffnet sich dem Multi-Religiosi.<br />
Ohne Zweifel wird auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Scientology">Scientology</a> in Deutschland erneut gleiches Recht für sich einfordern.<br />
Anders als im Falle Allahs sei im Namen von <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L._Ron_Hubbard">Ron Hubbard</a></strong> bislang noch kein Terroranschlag verübt worden, keine diebische Hand abgehackt und keine untreue Frau gesteinigt worden.<br />
Mit Argumenten dieser Art könnte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Cruise">Tom Cruise</a> bei nächster Gelegenheit Christian Wulff konfrontieren.</p>
<p>Andere Argumente führt die Schriftstellerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Maron"><strong>Monika Maron</strong></a> heute im <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/der-islam-gehoert-nicht-zu-deutschland/1949762.html">Tagespiegel</a> auf, gegen Wulff und gegen den Islam:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Zu Deutschland gehören der Rechtsstaat, die Gleichstellung der Geschlechter, die Freiheit der Kunst, die Meinungs- und Religionsfreiheit, die Solidargemeinschaft, das Recht auf Bildung und gewaltfreie Erziehung. Aber nicht der Islam.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Ist das ernst gemeint? Dann passt das ja hier nicht her&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2175</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hello World! Tomorrow I will throw a Koran into a blue bin!</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2173</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2173#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 09:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religiöses]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2173</guid>
		<description><![CDATA[Für meine Leser im Odenwald: Morgen werfe ich einen Koran in die blaue Tonne. Ich betone, dass ich damit weder den Propheten noch einen Gläubigen beleidigen möchte. Die Menschen in Jakarta, Karatschi, Kairo und Kuala Lumpur sollen dies wissen. Ich ziehe um, ich habe zu viele Bücher und ich habe nicht das Geld, um mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img alt="" hspace="0" src="http://www.die-blaue-tonne.de/trashcan-07.gif" align="baseline" border="0" /></span> </p>
<p>Für meine Leser im Odenwald: Morgen werfe ich einen Koran in die blaue Tonne.<br />
Ich betone, dass ich damit weder den Propheten noch einen Gläubigen beleidigen möchte. Die Menschen in Jakarta, Karatschi, Kairo und Kuala Lumpur sollen dies wissen.<br />
Ich ziehe um, ich habe zu viele Bücher und ich habe nicht das Geld, um mir eine teure Umzugsfirma zu leisten.<br />
Also muss ich mich vorher schon wohl oder übel von einigen papiernen Schwergewichten trennen. Dazu zählt auch der Koran, ich habe ihn schließlich nie gelesen, es ist eine arabische Ausgabe.<br />
Bringe ich deswegen deutsche oder amerikanische Soldaten am Hindukusch in Gefahr? Müssen Botschaftsangehörige in Beirut oder Teheran um Leib und Leben bangen?<br />
Nein, das ist <u>nicht</u> meine Absicht, ich möchte damit keinen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kampf_der_Kulturen">Clash of Civilizations</a> und keinen Öl-Boykott auslösen, schon gar nicht einen Dritten Weltkrieg.<br />
Sollte die Regierung in Berlin oder gar die in <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,716710,00.html">Washington</a> dennoch entsprechende Befürchtungen hegen, bin ich bereit, meinen Plan zu überdenken.<br />
Dazu müsste ich allerdings <u>direkt kontaktiert</u> werden!<br />
Im Prinzip bin ich zwar nicht bestechlich, würde man mir aber 3000 Euro für eine gute Umzugsfirma geben, bliebe der Koran auch im neuen Regal in der neuen Wohnung &#8211; neben dem Märchenbuch von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Christian_Andersen">Hans Christian Andersen</a>.</p>
<p>Da mein Vorhaben unbeabsichtigterweise von internationaler Bedeutung ist, folgt hier noch eine schnell von <a href="http://translate.google.de/#">Google vorgenommen Übersetzung</a> ins Englische:</p>
<p>&gt;For my readers in the Odenwald: Tomorrow I&#8217;ll throw a Quran into the blue bin.<br />
I would like to emphasize that I so as not to insult the prophet, even a believer. People in Jakarta, Karachi, Cairo and Kuala Lumpur should know.<br />
I am moving, I have too many books and I do not have the money to me to make an expensive moving company.<br />
So I have to disconnect me before that for better or worse by some heavyweights papiernen. This includes the Koran, I have never read him, finally, there is an Arabic edition.<br />
Do I therefore German or American soldiers in Afghanistan in peril? Should members of the missions in Beirut and Tehran fear for life and limb?<br />
No, this is not my intention, and certainly I do not want to trigger a Clash of Civilizations armed conflict, certainly not.<br />
If the government in Berlin or even entertain the same time conforms to fears in Washington, I am ready to reconsider my plan. This, however, I would have to be contacted directly.<br />
Although I am not corrupt, but one would give me 3000 € for a good moving company, the Qur&#8217;an would remain in the new shelves in your new home &#8211; along with the book of fairy tales by Hans Christian Andersen&lt;.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2173</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Berlin: Diskussionsrunde zum &#8220;boomenden Verschwörungswahn&#8221;</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2170</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2170#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 15:25:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2170</guid>
		<description><![CDATA[Wir wurden gebeten, auf zwei Veranstaltungen in Berlin hinzuweisen. Das tun wir gerne, liegt es für uns doch gleich um die Ecke. Morgen, um 18:30 Uhr gibt es einen &#8220;Verschwörungskritischen Filmabend&#8221;, am Dienstag, ebenfalls um 18:30 Uhr gibt es eine offene Diskussionsrunde zum boomenden Verschwörungswahn.&#8221; Ort und Weg können den unten eingeblendeten Plakaten entnommen werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wurden gebeten, auf zwei Veranstaltungen in Berlin hinzuweisen. Das tun wir gerne, liegt es für uns doch gleich um die Ecke.<br />
Morgen, um 18:30 Uhr gibt es einen &#8220;Verschwörungskritischen Filmabend&#8221;, am Dienstag, ebenfalls um 18:30 Uhr gibt es eine offene Diskussionsrunde zum boomenden Verschwörungswahn.&#8221;</p>
<p>Ort und Weg können den unten eingeblendeten Plakaten entnommen werden.</p>
<p>Zur Diskussionrunde wird hoffentlich auch der (Berliner) Parteibuch-Blogger eingeladen. Das verspräche einen lebhaften Ablauf.</p>
<p><img height="184" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/08/bild-316.jpg" width="502" align="left" /><br />
Schließlich steht dessen (auch im Layout) rot-braune Website wie kaum eine andere für einen entfesselten (verschwörungs-idiotischen) Linksfaschismus.<br />
Heute etwa wird dort proklamiert &#8220;<a href="http://www.haolam.de/images/artikel/121209060028-b1-.jpg">Deutsche, kauft nicht bei Juden!&#8221;</a></p>
<p>Nein, nicht wortwörtlich natürlich. Die zeitgemäße und authentische Parteibuch-Variante lautet so:</p>
<p>&#8220;<strong><a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/08/13/boykott-ratiopharm/#more-4090">Boykott Ratiopharm!</a>&#8220;</strong></p>
<p>Denn: &#8220;<em>Die <strong>israelische</strong> Firma Teva hat soeben die Übernahme von Ratiopharm abgeschlossen</em>&#8220;</p>
<p>Ende Juni belehrte das Parteibuch-Blog seine Leser über die &#8220;<em><a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/06/25/zu-den-ursachen-des-spontanen-antisemitischen-zorns-in-hannover/">Ursachen des spontanen antisemitischen Zorns</a></em>&#8220;.<br />
So ähnlich dürfte die Presse der &#8220;Partei&#8221; 1938 seinen Lesern auch die Novemberpogrome (&#8220;Reichskristallnacht&#8221;) plausibel gemacht haben.</p>
<p>Man beachte auch die Verschlagwortung: &#8220;Gedankenkontrolle &#8230; Judentum &#8230; Medienmanipulation&#8221;. <span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: right; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-LEFT: 5px; POSITION: relative"><img height="192" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/08/bild-315.jpg" width="496" /></span> Die USA figurieren im Parteibuchblog als &#8220;Imperium&#8221;, die Taliban als unterstützungs-werter &#8220;Widerstand&#8221; gegen das &#8220;Imperium&#8221;.</p>
<p>Dirigiert wird das Imperium aus Parteibuchsicht allerdings von Israel (&#8220;<a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/03/20/al-kaida-hilft-israel-mal-wieder-aus-der-patsche/">Schwanz der mit dem Hund wedelt</a>&#8220;), folgerichtig wird Hillary Clinton dann auch als &#8220;<a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/02/15/hillary-clinton-besucht-saudi-arabien/">israelische Außenministerin</a>&#8221; tituliert.</p>
<p>In einem aktuellen Beitrag werden gleich sechs bekannte Organisationen als &#8220;<em><a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/08/14/rsf-und-ai-entlarven-sich-ein-weiteres-mal/#more-4091">in Wirklichkeit von der US-Regierung beherrschte Organiationen zur psychologischen Kriegsführung</a></em>&#8221; dargestellt: Amnesty International, Reporter ohne Grenzen, Allbert Einstein Institution, Human Rights Watch, Greenpeace und Transparency International.</p>
<p>Gnade finden bei dem eifernden Antizionisten nur wenige Deutsche. Zu ihnen zählt der im Odenwald aufgewachsene Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Barth-Engelbart">Hartmut Barth-Engelbart</a>, der <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;rlz=1B3GGGL_deDE265DE265&amp;q=barth-engelbart+site%3Amein-parteibuch.com&amp;btnG=Suche&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=">immer wieder zitiert</a> wird.</p>
<p><img height="97" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/08/bild-317.jpg" width="452" align="left" /></p>
<p>Der von 1974 bis 1979 im Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) engagierte Barth-Engelbarth übernimmt seinerseits Artikel des &#8220;Lieben Parteibuchs&#8221;.</p>
<p>Was Israel angeht, schenken sich beide ohnehin nichts.<br />
Kein Wunder also, dass auch Barth-Engelbart sich bereits vor mehr als 4 Jahren vom islamistischen (&#8220;<a href="http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1446.htm">gottesehrfürchtigen</a>&#8220;) Portal <a href="http://www.muslim-markt.de/interview/2006/barth.htm">muslim-markt.de</a> sympathetisch  interviewen ließ.</p>
<p><img alt="" hspace="0" src="http://img225.imageshack.us/img225/817/verschwweb.jpg" align="baseline" border="0" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2170</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Duisburg Death-Parade: Die kalkulierte und prognostizierte Katastrophe</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2167</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2167#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 10:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Katastrophen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2167</guid>
		<description><![CDATA[Das Rock-Festival im kalifornischen Altamont, 1969 von den Rolling Stones initiiert, symbolisiert das Ende der Hippie-Bewegung und ihrer naiven Hoffnungen. Als Sicherheitskräfte eingesetzte Hells Angels prügelten auf Besucher ein, bei einer Messerstecherei starb ein Afroamerikaner. Im Rückblick und im Vergleich mit der heute katastropal entglittenen Loveparade in Duisburg nimmt sich Altamont aber noch harmlos aus. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><object height="405" width="500"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KyOiwxToQgo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;border=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://www.youtube.com/v/KyOiwxToQgo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="500" height="405" /></object></span></p>
<p>Das Rock-Festival im kalifornischen <a href="http://www.associatedcontent.com/article/1236057/the_1969_altamont_free_concert_the.html">Altamont</a>, 1969 von den Rolling Stones initiiert, symbolisiert das Ende der Hippie-Bewegung und ihrer naiven Hoffnungen.</p>
<p>Als Sicherheitskräfte eingesetzte Hells Angels prügelten auf Besucher ein, bei einer Messerstecherei starb ein Afroamerikaner.</p>
<p>Im Rückblick und im Vergleich mit der heute <a href="http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1297346/Ten-killed-mass-panic-Germanys-Love-Parade.html">katastropal entglittenen</a> Loveparade in Duisburg nimmt sich Altamont aber noch harmlos aus.</p>
<p>Bei einer <a href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57495.html">Massenpanik</a> vor dem Festivaleingang starben mehr als ein Dutzend Menschen, über hundert wurden verletzt, viele davon schwer.</p>
<p>Zertrampelt wurde da wohl auch die &#8216;Idee&#8217; der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Loveparade">Loveparade</a>. Deren Gründer, <strong>Dr. Motte</strong> alias <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dr._Motte"><strong>Matthias Roeingh</strong></a>, klagt auf seinem <a href="http://www.drmotte.de/wordpress/2010/07/24/zehn-tote-bei-massenpanik-auf-der-loveparade-2010/">Weblog</a> nun die Veranstalter in Duisburg an:</p>
<blockquote>
<p>&gt;das gelände abzusperren war ein fehler. die loveparade war immer offen für alle in berlin, mit rückzugsmöglichkeiten in den tiergarten… wir hatten immer sani’s ohne ende wasser. ein einziger zugang durch einen tunnel birgt die katastrophe in sich. ich bin sehr traurig&lt;</p>
</blockquote>
<p>Im <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/-massenpanik-bei-der-loveparade-da-ging-es-doch-nur-ums-geldmachen_aid_533926.html">FOCUS</a> klingt sein Verdikt noch drastischer:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Da ging es doch nur ums Geldmachen. Die Veranstalter haben nicht das geringste Verantwortungsgefühl für die Menschen gezeigt.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Auf der Website <a href="http://www.loveparade.de/">loveparade.de</a> ist jetzt mit wenig Weiß vor viel Schwarz zu lesen:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden.<br />
Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen.</p>
<p>Die Stadt Duisburg hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich besorgte Angehörige informieren können: 0203-94000.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Bei den <a href="http://www.ruhrbarone.de/update-loveparade-der-zombie-der-ruhrburokraten/">Ruhrbaronen</a> rechnet <strong>Stefan Schroeder</strong> mit den aus seiner Sicht Veranwortlichen ab:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Die Loveparade ist erledigt. Für alle Zeiten, so hoffe ich. Was als antiautoritäre Demonstration der Berliner Partyszene begann, endete in einem totalen Desaster – verursacht von unfähigen Ruhrpott-Bürokraten.<br />
&#8230;<br />
Mein Zorn gilt den Bürokraten in Duisburg &#8230;</p>
<p>Dabei war schon Berlin die Fratze hinter den Beats für jeden, der es wissen wollte, zu sehen. Drogenfressen, Livepornodrehs im Tiergarten, Hecken knietief in Pisse und Schlamm dazu tonnenweise Müll.<br />
Berlin hatte keine Lust mehr auf den Scheiß<br />
&#8230;<br />
Duisburg hatte die wahnsinnige Saufsause eigentlich schon aus Geldmangel abgesagt. Der Rat hatte Einsicht bewiesen und das Ding beerdigt. Es war zu Ende. Aber der <strong>Duisburger <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Sauerland">Oberbürgermeister Sauerland</a></strong> hat die Leiche zum zweiten Mal erweckt. Hat den Zombie beatmet. Mit Geld – mit frischem Geld. Warum? Weil er Ruhm wollte für sich und seine Stadt. Sauerland, hättest Du doch dieses Geld nie besorgt. Hättest Du nur auf die Stimmen deines Rates gehört. Niemand wäre gestorben. Niemand.</p>
<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: right; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-LEFT: 5px; POSITION: relative"><img alt="" hspace="0" src="http://www.ruhrbarone.de/wp-content/uploads/2010/07/tunnel.jpg" align="baseline" border="0" /></span>&#8230;<br />
Am Freitag habe ich gefragt, wie viele Menschen auf den Platz passen. Der Sprecher der Stadt wollte es nicht sagen. Er meinte, das sei geheim. Er wolle und dürfe das nicht sagen. Ich habe in der Verordnung nachgesehen, die regelt, wie viele Menschen bei öffentlichen Veranstaltungen auf Plätzen zugelassen sind. Daraus ergab sich, dass auf den Platz maximal 500.000 Menschen durften. Zwei Menschen je Quadratmeter. Heute heißt es, 800.000 seien drauf gewesen. Fast doppelt so viele wie erlaubt.<br />
&#8230;<br />
Es war klar, dass da was passieren muss. Es war sicher, dass das schief geht. Die Planer des Technobastards hätten das Ding verneinen müssen. Weil sie gesehen haben, dass das nicht geht. Wo sind die Mahner gewesen? Was haben sie gesagt? Warum wurden sie nicht gehört? Weil Oberbürgermeister Sauerland die Party des Berliner Guhls wollte? Weil er Ruhm wollte?<br />
&#8230;<br />
Diese Polizei hat eine Mitverantwortung für das Desaster bei der Love-Parade. Sie hätte wissen müssen, dass sie das Monster nicht beherrschen kann. Sie hätte die Parade absagen müssen – aus Sicherheitsgründen.&lt; [Links und Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>Vor vier Tagen titelte <strong>Ingmar Kreienbrink</strong> in einem WAZ-Artikel: &#8220;<strong><a href="http://www.derwesten.de/kultur/musik-und-konzerte/loveparade/Loveparade-wird-zum-Tanz-auf-dem-Drahtseil-id3265037.html">Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil</a></strong>&#8220;.</p>
<p>Über hundert Kommentare gab es zu diesem Artikel. Viele sagten die Katastrophe voraus:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Das schlimme an dieser Geschichte ist doch, daß man anschließend diese organisatorischen Vollidioten noch nichtmals zur Verantwortung wird ziehen können.<br />
Was die da machen, ist höchstgradig kriminell. Was ist denn, wenn zu dem Chaos noch Panik kommt, was ist dann? Panik heißt Flucht, und Flucht heißt Ausdehnung. Wohin soll sich diese Masse an Menschen ausdehnen, wenn was schief geht, und Panik ausbricht?&lt; [von voltago, am 20.07.2010 um 19:36]</p>
<p>&gt;230.000 qm für sagen wir mal 460.000 Menschen, das ergibt genau einen halben Quadratmeter pro Person. Und davon geht noch der Platz ab, den Bühnen brauchen und vor allem den die Floats brauchen. 460.000 Menschen sind wie Sardinen in der Dose, da kann sich keiner mehr bewegen. Wenn dann aus irgendeinem Grund da eine Panik ausbricht, dann gibt es Tote &#8211; und nicht wenige. Solch eine Menge auf so engem, eingezäunten Raum, das kann nicht gutgehen. Meine Kinder gehen nicht hin, sie verstehen das und teilen die Bedenken. [von MadCat , am 20.07.2010 um 20:33]</p>
<p>&gt;Das hört sich alles andere als &#8220;sicher&#8221; an. Wie sollen auf das Gelände 500 000 Menschen und 20 Floats passen? Wahrscheinlich werden mehr als 1 Million Besucher kommen. Das kann dann gefährlich werden. Wissen die Verantwortlichen was sie da tun? Wenn in solche Menschenmengen bei dem beschränkten Raum mal eine unkontrollierte Bewegung entsteht, dann gibt es zu hauf Tote und Verletzte.&lt; [von Benno , am 20.07.2010 um 23:56]</p>
<p>&gt;Nicht ganz korrekt &#8211; liebe kollegen! unterlagen der bahn belegen, dass das gelände für max. 270.000 personen geeignet bzw. zulässig ist&#8230; neue rechnung bitte!&#8230;und da wird doch selbst dem matheschwächsten klar, warum der sicherheitsbeauftragte herr rabe aus &#8220;einsatztaktischen gründen&#8221; nicht konkreter wird &#8211; äähh konkreter werden darf- muss es da wohl besser heißen&#8230; viel spaß! Bleibt nur zu hoffen, dass das wetter einige von ihrer anreise abhält und nichts schlimmes passiert&#8230; unverantwortlich.&lt; [ von Andrea Joseph, am 21.07.2010 um 07:47]</p>
<p>&gt;es gibt nur einen Zugang zum Gelände und der ist unter einer langen Brücke. Was passiert wenn hier Panik ausbricht?&lt;<br />
[von tron , am 21.07.2010 um 08:24]</p>
<p>&gt;Das ist die schlechteste Idee, die Duisburg jemals hatte kombiniert mit der lächerlichsten Planung &amp; Organisation&#8230;das kann nur in die Hose gehn &#8230;&lt; [von Tadaaaa , am 21.07.2010 um 09:30]</p>
<p>&gt;Berlin ist die einzige Stadt die auch nur annähernd in der Lage ist, 1,2 Million [von Moderation editiert] zu händeln.<br />
Eine Provinzstadt in NRW kann das mit Sicherheit nicht. Wem sein Leben lieb ist, der bleibt von diesem Wahnsinn fern.&lt;<br />
[von Maike Kampmann , am 21.07.2010 um 10:19]</p>
<p>&gt;An alle Zweifelnden: BLEIBT ZUHAUSE !!<br />
Der einzige Zugang liegt in einem Tunnel, ist maximal 15 Meter breit (also etwa wie die Bahnhofshalle) und besteht aus Kopfsteinpflaster. Der Belag des Festplatzes sah vom Zug aus wie grober Schotter, also wäre festes Schuhwerk zu empfehlen. Zelte und Zäune stehen mittlerweile, das macht den Platz auch nicht gerade größer -im Gegenteil-.<br />
Als Bewohner der Innenstadt (Luftlinie zum Festplatz ca. 300 Meter) darf ich auch noch das Auto wegfahren, weil absolutes Parkverbot in ALLEN innerstädtischen Straßen !! Öffentliche Busse und Bahnen verkehren nicht oder werden weiträumig umgeleitet. Noch Fragen ??&lt; [von wattearvolt , am 21.07.2010 um 20:09]</p>
<p>&gt;Beunruhigende Zahlen: der einzige Zugang zum Platz hat eine Durchgangskapazität von 60000 Personen je Stunde. Wenn 400000 auf dem Gelände Platz haben, über 1 Million erwartet werden, wird hier schon ein gefährlicher Brennpunkt entstehen. Ich finde die Loveparade hervorragend, aber sie gehört nicht in diese Stadt.&lt;<br />
[von FriedLich53 , am 22.07.2010 um 07:58]</p>
<p>&gt;Das ist eine Katastrophe , wie kann eine Stadt nur auf die Idee kommen einen einzigen zugang zu öffnen, jeder weiß das dort nicht nur einige sondern viele sich dort mit Chemi vollknallen wen da nur &#8220;einer &#8221; Panik bekommt ist die Ka****am dampfen leute werden in Panik auf die öffnung stürmmen und das wird nicht lustig, ich werde mit sehr gemischten gefühlen dort hinfahren und wirklich das beste hoffen.&lt;<br />
[von Lole1322 , am 22.07.2010 um 10:24]</p>
<p>&gt; &#8230;genau: Viel Spaß Euch allen&#8230; Vorallem den Verantwortlichen, die hoffentlich ordentlich zur Rechenschaft gezogen werden, wenn &#8211; wir hoffen es nicht &#8211; etwas passieren sollte.<br />
Bleibt zu hoffen, das es schüttet und stürmt und somit einige von ihrer Anreise absehen&#8230; Bringt Euch besser in Sicherheit &#8211; und zwar ganz weit weg vom Duisburger Bahnhof.&lt;<br />
[von Alex , am 22.07.2010 um 13:00]</p>
<p>&gt;Noch einmal &#8211; die Loveparade in Essen und Dortmund kann man NICHT miteinander vergleichen! Grund: in Essen war 2007 der GESAMTE Innenstadtbereich großräumig abgesperrt &amp; die Raver konnten sich im GESAMTEN Innenstadtbereich FREI bewegen. In Dortmund waren bereits feste Laufwege vorgegeben und das LoPa-Gelände war eingezäunt und keine freie Bewegung möglich. Das war schon hart an der Grenze! Die Stimmung war mehr als gereizt &amp; das auf einer wesentlich größeren Veranstaltungsfläche als uns Duisburg nun &#8220;serviert&#8221;. Es ist keine Loveparade mehr sondern ein schnödes Festival, mit einer maximalen Besucheranzahl auf einem fest abgesteckten Gelände. Warum diese max. Besucheranzahl für die max. 230 000 qm, die nur zur Verfügung stehen nicht bekannt gegeben wird, ist und bleibt mir aber ein Rätsel! Was will man denn hier provozieren? Aggression? Da hat sich die Stadt Duisburg ein schönes Ei gelegt &#8211; viel Spaß beim ausbrüten! Ich bleib lieber zu Hause!&lt; [von bimmelbommel01 , am 22.07.2010 um 14:56]</p>
<p>&gt;der zugang in einem tunnel ist nicht nur ein schlechter witz, er macht das ganze gelände zu einer riesigen falle. einmal drin und man kommt nie wieder raus. &#8230;<br />
fazit: ich währe wirklich sehr gerne hin gegangen, aber mein gesunder menschenverstand rät mir das spektakel lieber vor dem heimischen fernseher zu genießen&lt; [von klotsche , am 22.07.2010 um 18:18]</p>
<p>&gt;Als ortsansässiger habe ich mich seit Jahren auf die Duisburger loveparade gefreut- nun gehe ich nicht hin. Zu groß sind die Sicherheitsbedenken, ich halte es für sehr gefährlich so viele Menschen durch den langen Tunnel und einen einzigen Zugang schleusen zu wollen.&lt; [von Gonzo50 , am 23.07.2010 um 14:57]</p>
<p>&gt;Mein Nachbar arbeitet bei der Feuerwehr. Er hat auch gesagt, daß das eigentlich gar nicht erlaubt sein dürfte, man mache sich ernsthaft Sorgen, wieviele Knochenbrüche, Bänderdehnungen und Gelenkzerrungen auf die Helfer und umliegenden Krankenhäuser zukommen werden. Das Gelände sei außerdem viel zu klein und habe nur einen offiziellen Zugang, wie da im Falle einer Panik reagiert werden soll, wisse man auch nicht. &lt; [von Alex, am 23.07.2010 um 15:45]</p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708340,00.html">SPON</a> zitiert den Oberbürgermeister so:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) sagte, das Sicherheitskonzept für die Love Parade sei stichhaltig gewesen.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Man wird wetten können, wieviele Tage es bis zu seinem Rücktritt braucht. Vor ihm dürfte allerdings sein Dezernent für Sicherheit und Recht, <strong><a href="http://www.duisburg.de/rathaus/rathaus/verwaltungsvorstand/102010100000085938.php">Wolfgang Rabe</a></strong>, den Hut nehmen. Zumindest die Angehörigen der Toten werden die Schuldigen für das Desaster auch vor Gericht sehen wollen.</p>
<p>Haarsträubend klingen jetzt die <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/Experte-verteidigt-Sicherheitskonzept-id3280108.html">Rechtfertigungen</a> der &#8216;Experten&#8217;:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Der Panikforscher <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Schreckenberg">Michael Schreckenberg </a></strong> verteidigte derweil das Sicherheitskonzept, an dem er selbst beteiligt war. Der Tunnel, in dem es zur Massenpanik gekommen war, sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte Schreckenberg im WDR-Fernsehen. Nach seinen Aussagen waren im Vorfeld der Loveaparade viele mögliche Notfälle durchgespielt worden. „Es gibt aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten“, meinte er.</p>
<p>Laut Schreckenberg hatten kurz vor dem Unglück mehrere Loveparade-Teilnehmer ein Gitter überrannt und waren eine Treppe hochgelaufen. Dabei seien einige gestürzt. „Im Sicherheitsplan war“, so Schreckenberger, „nicht vorgesehen, dass Menschen von oben herunterfallen.“&lt; [Links und Hervorhebungen von uns]</p>
</blockquote>
<p>Im <a href="http://www.wdr.de/themen/_phpinclude_/tickertool/ticker.phtml?version=123">Newsticker des WDR </a> wurde vor kurzem gemeldet, dass die Staatsanwaltschaft Duisburg am Sonntagmorgen die Planungsunterlagen der Loveparade beschlagnahmt hat.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2167</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Ende in Schande: Gerold Becker &#8211; Pädagoge und Päderast &#8211; im Alter von 73 Jahren gestorben</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2166</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2166#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 20:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Odenwaldschule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2166</guid>
		<description><![CDATA[Unvorstellbar, dass ein Vater seine Tochter jahrzehntelang in einem unterirdischen Verlies als Sexsklavin gefangen hält. Im niederösterreichischen Amstetten ist genau das geschehen. Immerhin: Josef Fritzl verbüßt für sein monströses Verbrechen eine lebenslange Haftstrafe. Unvorstellbar auch, dass ein hochgeachteter Pädagoge als Rektor eines renommierten Internats ein jahrelang funktionierendes System des sexuellen Missbrauchs installiert &#8211; und (scheinbar) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img height="452" alt="Gerold Becker - Archivfoto der Odenwaldschule" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/03/bild-291.jpg" width="233" align="left" /></span></p>
<p>Unvorstellbar, dass ein Vater seine Tochter jahrzehntelang in einem unterirdischen Verlies als Sexsklavin gefangen hält. Im niederösterreichischen Amstetten ist genau das geschehen. Immerhin: <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalfall_von_Amstetten">Josef Fritzl</a></strong> verbüßt für sein monströses Verbrechen eine lebenslange Haftstrafe.<br />
Unvorstellbar auch, dass ein hochgeachteter Pädagoge als Rektor eines renommierten Internats ein jahrelang funktionierendes System des sexuellen Missbrauchs installiert &#8211; und (scheinbar) keiner merkt es (bis auf Opfer und Mittäter).<br />
Im Odenwald ist genau das geschehen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerold_Becker"><strong>Gerold Becker</strong></a>, zwischen 1974 und 1985 Leiter der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Odenwaldschule">Odenwaldschule</a> im südhessischen Oberhambach, <strong> </strong>wurde für seine Untaten nie bestraft.<br />
&#8220;<a href="http://www.christen-und-juden.de/index.htm?html/rache.htm">Mein ist die Rache</a>&#8220;, spricht der Herr &#8211; wenn es ihn denn gäbe und wenn er sich um Recht oder Unrecht wirklich scherte.<br />
Becker ist einem Lungenemphysem erlegen. Kein angenehmer Tod, aber andere, die weniger Schuld auf sich geladen haben, sterben oft noch elender.<br />
&#8220;<a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,705659,00.html">Ich sterbe mich aus der Verantwortung</a>&#8220;, so sehen das offenbar einige Opfer von Becker.  <br />
In einem mit Spiegel-Online schon <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,688633,00.html">im April geführten Gespräch </a> schilderte die heutige Leiterin der Odenwaldschule, <strong>Magarita Kaufmann</strong>, wie es ihrem Vorvorgänger gelungen war, Zeugen des Missbrauchs kaltzustellen:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Es gab ein Mädchen, das über den Missbrauch von Schulkameradinnen berichtet hat, ihr wurde nicht geglaubt. Sie musste stattdessen von der Schule gehen, weil Becker alles daran gesetzt hat, dass der Spieß umgedreht wird. Das Mädchen wusste zu viel über ihn. Das Mädchen hatte seinen einflussreichen Vater informiert und dieser hatte sich mit Becker in Verbindung gesetzt. Daraufhin erhielt der Vater einen Brief, in dem das Mädchen des Drogenkonsums beschuldigt wurde, sie musste die Schule ohne Abschluss verlassen. Als Schulleiter konnte Herr Becker sicher Maßnahmen ergreifen, um sich selbst vor zu vielen Mitwissern zu schützen. [...]<br />
Ein Junge, der sich Becker dauerhaft entzogen hat, wurde geschnitten, von schulischen Aktivitäten ausgeschlossen, bis er schließlich ohne Abschluss von der Schule gehen musste. Das ist nur schwer zu ertragen: ein Kind wird missbraucht, und am Ende wird ihm noch die Schuld dafür gegeben, dass es sein Leben nicht mehr in den Griff bekommt. Das ist unglaublich.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Interessant ist, was die Frankfurter Rundschau gestern in einem &#8216;Nachruf&#8217; über den &#8220;<a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/sexueller_missbauch/2832268_Ex-Leiter-der-Odenwaldschule-Der-Mann-mit-den-zwei-Leben.html">Mann mit den zwei Leben&#8221;</a> schrieb:</p>
<blockquote><p>&gt;Der Theologe und Pädagoge Gerold Becker war ein Mann, der zwei Leben lebte. In dem einen war er ein gefeierter Lehrer und Wissenschaftler. Einer, der die hehren Ziele der Reformpädagogik wie kaum ein anderer verkörperte, der seinen Schülern Freund und Ratgeber war, der &#8220;menschliche Nähe&#8221; postulierte, weil nur so aus jungen Leuten starke Erwachsene werden könnten. In diesem Leben brillierte der eloquente Charismatiker unter anderem als <strong>Berater des Hessischen Kultusministeriums, als Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime, als Autor und Elite-Pädagoge auf unzähligen Podien &#8211; und lange Jahre als Leiter der Unesco-Modellanstalt Odenwaldschule</strong>. [...]<br />
Als im März bekanntwurde, dass es an der Odenwaldschule ein &#8220;System Becker&#8221; gab, mit etlichen Tätern und Dutzenden Missbrauchsopfern, ließ sich nichts mehr verheimlichen. Vom Krankenbett aus sah Becker zu, wie sein öffentliches Leben zu Staub zerfiel &#8211; und nur noch das des Sexualtäters blieb.</p>
<p>Seiner Schule, seinen Weggefährten, ja der Reformpädagogik überhaupt hat er damit den denkbar schlechtesten Dienst erwiesen. Eine ganze Erziehungswissenschaft mit ihren vorbildlichen Ideen geriet durch ihn unter Generalverdacht.</p>
<p><strong>Zu den unglaublichen Wendungen dieses Skandals gehört auch, dass Becker ausgerechnet jetzt starb, pünktlich zur 100-Jahr-Feier der Schule</strong>. So war Becker am Freitag noch einmal das Gesprächsthema &#8211; aber anders, als er es sich zu Lebzeiten gewünscht hätte.&lt; [Links und Hervorhebungen von uns]</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2166</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>TV-Tipp: Leben unter Verdacht &#8211; Der Fall Harry Wörz</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2165</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2165#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 09:02:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2165</guid>
		<description><![CDATA[Vor fast 5 Jahren wurde in den Odenwald-Geschichten erstmals über den Fall &#8216;Harry Wörz&#8217; berichtet. Wir schrieben damals über diesen Justizskandal und das Engagement von Internet-Aktivisten, die ihn aufdeckten: &#62;In einem der spektakulärsten Kriminalfälle der letzten Jahrzehnte führte das Engagement von Justizkritikern zum Freispruch des jahrelang zu Unrecht inhaftierten Harry Wörz. Wörz wurde sehr wahrscheinlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3455500153%26tag=odenwaldgesch-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3455500153%253FSubscriptionId=1SXXWBNQENR24MS3ZC02" title="View product details at Amazon"><img src="http://ec2.images-amazon.com/images/P/3455500153.01._SCMZZZZZZZ_.jpg" alt="Unrecht im Namen des Volkes. Ein Justizirrtum und seine Folgen" /></a></span></p>
<p>Vor fast 5 Jahren wurde in den Odenwald-Geschichten erstmals über den Fall &#8216;Harry Wörz&#8217; berichtet.<br />
Wir schrieben damals über diesen <a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?p=630">Justizskandal und das Engagement von Internet-Aktivisten</a>, die ihn aufdeckten:</p>
<blockquote>
<p>&gt;In einem der spektakulärsten Kriminalfälle der letzten Jahrzehnte führte das Engagement von Justizkritikern zum Freispruch des jahrelang zu Unrecht inhaftierten Harry Wörz.<br />
Wörz wurde sehr wahrscheinlich das Opfer einer Intrige der Polizei in Pforzheim, die so einen tatsächlichen Täter in den eigenen Reihen gedeckt haben könnte.[...]<br />
Skrupellose Rechtsbeuger innerhalb der Justiz machten das fragwürdige Spiel mit und brachten Wörz, der “nur” ein einfacher Bürger war und keine Beziehungen hatte, jahrelang hinter Gitter.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Der BGH hob diesen Freispruch dann wieder auf. Das konnte man noch erwarten.<br />
Später nahm der Fall eine Wendung, die auch wir nicht erwartet hatten. In den Medien sprach man von einer Sensation und das war es auch:<br />
In einem neuen Prozess vor dem Landgericht Mannheim machten Richter endlich das, was sie bereits 11 Jahre zuvor tun mussten, aber nicht taten: Sie befassten sich unbefangen und akribisch mit dem Fall und gewährtem dem Justizopfer Harry einen Freispruch erster Klasse. Mehr noch: Sie benannten einen damals in die &#8220;Ermittlungen&#8221; involvierten Polizisten als den wahrscheinlichen Täter.<br />
Man muss nach allem bisher Bekannten davon ausgehen, dass Harry Wörz ein <strong>Komplott von Polizisten</strong> zum Verhängnis wurde.<br />
Ob dieses Komplott jemals aufgeklärt wird, ob der <a href="http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2024">wahre Täter</a> jemals zur Verantwortung gezogen wird, ob die bereits 1997 skandalös agierende Staatsanwaltschaft und das 1998 skandalös verhandelnde und urteilende Landgericht Karlsruhe je wegen Rechtsbeugung, Verfolgung Unschuldiger und Strafvereitelung belangt wird, ist unwahrscheinlich, das Letztgenannte sogar ausgeschlossen: <strong>Lumpen und Pfuscher innerhalb der Justiz werden in aller Regel nie belangt.</strong> Allenfalls könnte die weitere Karriere etwas stottern &#8211; oder im Gegenteil sogar Fahrt aufnehmen.</p>
<p>Wer immer noch Illusionen über den &#8216;Rechtsstaat&#8217; anhängt, sollte sich heute abend (22:45) in der ARD eine Dokumentation zum Fall des Harry Wörz ansehen &#8211; oder sie aufzeichnen.<br />
Die ARD nennt den <a href="http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,k7acuevfkptbu1ca~cm.asp">Film von Gunther Scholz</a> einen &#8220;spannenden dokumentarischen Krimi&#8221;.<br />
Man sollte auch keinen Moment vergessen, dass die späte Gerechtigkeit für Harry Wörz eine äußerst ungewöhnliche <u>Ausnahme</u> darstellt. Möglich geworden vielleicht auch nur, weil <a href="http://www.harrywoerz.de/">Freunde von Harry Wörz</a> schon frühzeitig die Umstände des Justizskandals via Internet publik machten.</p>
<p><strong>Julia Jüttner</strong> schreibt in <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,703361,00.html">Spiegel Online</a> abschließend:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Für Harry Wörz ist all das kein Trost. Er ist finanziell ruiniert. &#8220;Man hat mir alles gestohlen, alles. Nicht nur meinen Sohn, Eltern, Verwandte, Bekannte&#8221;, sagt der 44-Jährige im Film. &#8220;Das braucht lange, bis ich über das hinwegkommen tue. Wenn ich überhaupt darüber hinwegkommen tue.&#8221;</p>
<p>Seit wenigen Wochen befindet sich Harry Wörz in Kur, von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Bekannten zufolge geht es ihm sehr schlecht.&lt;</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2165</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zum 65. Geburtstag von Aung San Suu Kyi: Free Burma!</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2162</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2162#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 13:32:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2162</guid>
		<description><![CDATA[Zum 65. Geburtstag der abwechselnd inhaftierten-hausarretierten Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sollte an ihr Schicksal und das ihres Landes erinnert werden. Seit Jahrzehnten wird es von einer brutalen, korrupten Militärjunta unterjocht. Man mag es nicht glauben, aber es gibt sie, auch in Deutschland: Apologeten der Diktatur von Myanmar. Es sind jene Linksfaschisten, deren maßgeblicher politischer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><img height="547" alt="burma assk" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/06/burma-assk-2.jpg" width="420" align="left" /></span> </p>
<p>Zum 65. Geburtstag der abwechselnd inhaftierten-hausarretierten Friedensnobelpreisträgerin <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aung_San_Suu_Kyi#Weitere_Festnahmen_und_Hausarreste">Aung San Suu Kyi</a></strong> sollte an ihr Schicksal und das ihres Landes erinnert werden. Seit Jahrzehnten wird es von einer brutalen, korrupten Militärjunta unterjocht.<br />
Man mag es nicht glauben, aber es gibt sie, auch in Deutschland: Apologeten der Diktatur von Myanmar.</p>
<p>Es sind jene Linksfaschisten, deren maßgeblicher politischer Kompass der Hass auf den Westen ist.<br />
Gut ist in ihrer Sicht nahezu alles, was dem Westen &#8220;widersteht&#8221; oder widerstrebt. Da erscheint selbst die bullige <a href="http://burmaeconomicwatch.blogspot.com/2008/06/who-is-mad-is-it-than-shwe.html">Visage eines Generals</a> sympathisch.</p>
<p>Im Wiki der Website <a href="http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Myanmar">mein-parteibuch.com</a>, dessen größtes Haßobjekt sonst der &#8220;Zionismus&#8221; ist, kann man über Burma bzw. Myanmar Folgendes lesen:</p>
<p>&gt;Dass die <strong>Machthaber in Myanmar genauso demokratisch oder undemokratisch vorgegangen sind wie die Machthaber in Europa</strong> bei der Einführung einer neuen Verfassung vorgehen, wird dabei gern übersehen.</p>
<p>Nachdem im Vielvölkerstaat Burma 1948 die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht erkämpft wurde, <strong>brachte eine Demokratie keine nennenswerten gesellschaftlichen Fortschritte</strong>.<br />
Burma wird <strong>deshalb</strong> seit 1962 <strong>als sozialistische Militärdiktatur verwaltet</strong>. Das derzeit zwölfköpfige Militärgremium &#8220;<strong>Staatsrat für Frieden und Entwicklung</strong>&#8221; wird seit 1992 von General Than Shwe geleitet.<br />
Wichtiges Herrschaftsmittel der Militärdiktatur ist eine möglichst völlige Informationskontrolle.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
<p>Kritik an Brüssel und der EU-Bürokratie mag berechtigt ja das eine sein, die dezidiert antidemokratische Pointe ist aber das evident andere:<img height="138" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/06/bild-312.jpg" width="465" align="right" /></p>
<p>Laut Parteibuch-Wiki (&#8220;Parteiisch, wertend, deutlich&#8221;) diktiert das Militär also, nein &#8220;<strong>verwaltet</strong>&#8220;, aus purer Sorge um &#8220;<em><strong>gesellschaftliche Fortschritte</strong></em>&#8220;, die es zuvor in der Demokratie angeblich nennenswert nicht gab &#8211; aber offenbar in der Diktatur. Sonst würde Burma / Myanmar nach gleicher Logik ja längst wieder anders &#8220;verwaltet&#8221;.</p>
<p>1990 gewann die Partei von Aung San Suu Kyi die Wahlen in Burma. Das Militär erkannte das nicht an. Der Parteibuch-Leser weiß, warum: Aus Sorge um die sonst gefährdeten &#8220;<em>nennenswerten gesellschaftlichen Fortschritte</em>&#8220;.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2162</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>In Darmstadt verurteilt: Rechtsanwalt und Redakteurin erschleichen 125 000 Euro Sozialleistungen</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2159</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2159#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 06:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hartz 4]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskriminalität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2159</guid>
		<description><![CDATA[Echo-Online berichtet heute über einen ungewöhnlichen Fall, der am Amtsgericht Darmstadt verhandelt wurde: &#8220;Betrüger fliegen auf &#8211; Amtsgericht verurteilt Paar wegen Erschleichung von 125 000 Euro an Sozialleistung&#8220; Ungewöhnlich ist auch, dass der Bericht von &#8216;pit&#8217; wesentliche Details &#8216;unterschlägt&#8217;. Die fehlenden Details erschließen sich aus einem gleichzeitig erschienenen Pressebericht des Hauptzollamts Darmstadt. Dort erfährt man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img height="229" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/06/bild-307.jpg" width="452" align="left" /></p>
<p>Echo-Online berichtet heute über einen ungewöhnlichen Fall, der am Amtsgericht Darmstadt verhandelt wurde:</p>
<p>&#8220;<a href="http://www.echo-online.de/suedhessen/darmstadt-dieburg/kreis/Betrueger-fliegen-auf;art1303,947713">Betrüger fliegen auf &#8211; Amtsgericht verurteilt Paar wegen Erschleichung von 125 000 Euro an Sozialleistung</a>&#8220;</p>
<p>Ungewöhnlich ist auch, dass der Bericht von &#8216;pit&#8217; wesentliche Details &#8216;unterschlägt&#8217;.<br />
Die fehlenden Details erschließen sich aus einem gleichzeitig erschienenen <a href="http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/d0_fks/u0_2010/z49_pm_redakteurin_anwalt/index.html">Pressebericht des Hauptzollamts Darmstadt</a>.<br />
Dort erfährt man schon in der Überschrift, dass es sich um ein &#8216;besonderes&#8217; Paar handelte.<br />
Die Betrügerin sei eine <strong>Redakteurin aus Groß-Zimmern</strong>, der Betrüger ein <strong>Rechtsanwalt aus Darmstadt</strong>.</p>
<p>Uns wundert bei Rechtsanwälten und überhaupt bei Juristen eigentlich nichts mehr. Ohne alle über einen Kamm scheren zu wollen, glauben wir doch erfahrungsbedingt, dass sich in dieser Berufsgruppe überproportional viele Skrupellose tummeln. Paragraphenkenntnis ersetzt bei ihnen zunehmend ein Gefühl für Anstand und Moral &#8211; sofern sie ein solches Gefühl überhaupt je hatten und kannten.<br />
Journalisten aus Südhessen sind uns bislang vor allem als Dilettanten aufgefallen, mitunter auch als Hofberichterstatter. Nicht alle natürlich, aber doch mehr, als man wünscht.<br />
Interessant zu wissen wäre, in welcher Redaktion die Redakteurin aus Groß-Zimmern tätig war (und noch ist?).<br />
Handelt es sich möglicherweise um eine Kollegin von &#8216;pit&#8217; aus der lokalen Redaktion des Darmstädter Echo? Das würde erklären, warum in seinem Bericht die allemal relevanten Details über den beruflichen Background der beiden Betrüger komplett ausgeblendet werden.</p>
<p>Nun der <a href="http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/d0_fks/u0_2010/z49_pm_redakteurin_anwalt/index.html">vollständige Bericht des Hauptzollamtes Darmstadt</a>, das sich wegen zielführender Ermittlungen zu dem &#8216;unglaublichen Betrug&#8217; selbst auf die Schulter klopft:</p>
<p><img height="132" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/06/bild-308.jpg" width="478" align="right" /></p>
<blockquote>
<p>&gt;Eine Redakteurin aus Groß-Zimmern und ein Anwalt aus Darmstadt haben gemeinsam soziale Leistungen von mehr als 125.000 Euro erschlichen. Das haben Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Darmstadt ermittelt und so eine Verurteilung vor dem Amtsgericht Darmstadt erwirkt.</p>
<p>Die Redakteurin und der Anwalt lebten seit Jahren in eheähnlicher Gemeinschaft zusammen. Um Sozialleistungen in vollem Umfang zu erhalten, haben sie bewusst mehrfach falsche Angaben gemacht. So hat die Redakteurin die Lebensgemeinschaft mit dem Anwalt stets bestritten. Der Grund war, dass ihr Lebensgefährte Einnahmen hatte, die anzugeben gewesen wären und den Anspruch auf Hartz IV verringert hätten. So verneinte sie die Partnerschaft und hat dies sogar mit falschen eidesstattlichen Erklärungen vor dem Sozialgericht bekräftigt.</p>
<p><strong>Das Paar unternahm während des Bezugs von Leistungen mehrere Auslandsreisen, kaufte ein Pferd, ein teures Auto und wohnte in einem Einfamilienhaus. Für die Miete kam anteilig die Kreisagentur für Beschäftigung auf. Die Ermittlungen des Hauptzollamts haben den Betrug nach langen, zeitintensiven Ermittlungen aufgedeckt. Die Redakteurin wird beschuldigt, durch Vortäuschung von falschen Tatsachen die Behörde irregeführt und sich Hartz IV-Leistungen zu Unrecht erschlichen zu haben. Ihr wurden über 25.000 Euro zu Unrecht ausgezahlt.</strong></p>
<p>Auch gegen ihren Lebensgefährten und inzwischen Ehemann wurde ermittelt.<br />
<strong>Der Volljurist bezog seit 2001 Arbeitslosenhilfe von der Agentur für Arbeit. Auch er verneinte die eheähnliche Gemeinschaft mit der Redakteurin, die er bereits seit 1996 als seine Verlobte bezeichnete. Während des gesamten Bezugs von Arbeitslosenhilfe war der Mann als selbstständiger Rechtsanwalt mit einer eigenen Kanzlei in Darmstadt tätig und hatte beträchtliches Einkommen.</strong><br />
Der Arbeitsagentur teilte er dies erst mit, nachdem der Verdacht aufkam, dass er einer selbstständigen Tätigkeit nachgeht. Daraufhin hatte er den Umfang seiner Tätigkeit sowie seine Einnahmen nur in einem geringen Maß angezeigt und ständig als Nebeneinkommen bezeichnet.</p>
<p>Tatsächlich war er in vollem Umfang als Rechtsanwalt tätig. Nach dem Auslaufen der Arbeitslosenhilfe im Jahr 2004 beantragte er Überbrückungsgeld. Diese Leistung wurde jedoch abgelehnt. Somit blieb es im Fall des Überbrückungsgeldes bei einem versuchten Betrug, im Fall der Arbeitslosenhilfe handelt es sich um Betrug.<br />
<strong>Ihm wurde zu Unrecht Arbeitslosenhilfe in Höhe von über 100.000 Euro ausgezahlt.</strong></p>
<p>Durch ihre falschen Angaben den Behörden gegenüber ermöglichte sich das Paar gegenseitig den Bezug von Sozialleistungen. Dabei hatten sie die Unterstützung vom Staat nicht nötig.<br />
<strong>Beide haben gegen die Rückforderungen der Kreisagentur und der Arbeitsagentur Widerspruch und danach Klage vor dem Sozialgericht in Darmstadt eingereicht.</strong></p>
<p>Auf Grund der Ermittlungen des Hauptzollamts Darmstadt sah auch das Amtsgericht Darmstadt die Schuld als bewiesen an und verurteilte den Anwalt zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten und die Redakteurin zu sechs Monaten Freiheitsstrafe.</p>
<p>Die Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.<br />
Zusätzlich muss der Schaden bei der Arbeitsagentur beglichen werden. Die Hälfte der zu Unrecht ausgezahlten Leistung wurde bereits durch Maßnahmen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Darmstadt in die Kasse der Arbeitsagentur zurückgeführt.&lt; [Hervorhebungen von uns]</p>
</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2159</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>TV-Tipp: Beyond the sea  &#8211;  Wenn ich ein Tischler wäre</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2156</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2156#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 12:58:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2156</guid>
		<description><![CDATA[Das ist eigentlich eine ganz private Odenwald-Geschichte. Da gab es in einem kleinen Odenwälder Ort einen wortkargen Tischler. Man hätte auf sein ewiges Junggesellendasein wetten können. Doch eines Tages war eine Frau an seiner Seite, hübsch und klug und offenbar aus der Fremde. RTL und Kuppelshows gab es noch nicht. Keine Ahnung, wie er sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="MARGIN-TOP: 5px; FLOAT: left; MARGIN-BOTTOM: 8px; MARGIN-RIGHT: 5px; POSITION: relative"><object height="405" width="500"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/bjFRLOktHXo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;border=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://www.youtube.com/v/bjFRLOktHXo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="500" height="405" /></object></span> </p>
<p>Das ist eigentlich eine ganz private Odenwald-Geschichte. Da gab es in einem kleinen Odenwälder Ort einen wortkargen Tischler. Man hätte auf sein ewiges Junggesellendasein wetten können.<br />
Doch eines Tages war eine Frau an seiner Seite, hübsch und klug und offenbar aus der Fremde.<br />
RTL und Kuppelshows gab es noch nicht. Keine Ahnung, wie er sie gewann.<br />
Vielleicht lockte er sie ja mit dem wundervollen Folksong &#8220;<a href="http://www.magistrix.de/lyrics/Bobby%20Darin/If-I-Were-A-Carpenter-152123.html">If I were a carpenter</a>&#8220;, komponiert von <strong>Tim Hardin</strong>, danach von zahllosen Musikern interpretiert.<br />
Den größten Erfolg hatte damit der amerikanische Sänger, Entertainer und Schauspieler <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bobby_Darin">Bobby Darin</a></strong>, der 1973, im Alter von nur 37 Jahren, seiner chronischen Herzerkrankung erlag.<br />
Neun Monate vor seinem Tod stand er noch einmal auf der Bühne. Er singt dort den &#8216;Carpenter&#8217; so eindringlich, dass ihm die Angesungene und Angebetete noch ins Grab folgen könnte.<br />
Heute nacht um 23:00 Uhr strahlt einsfestival  die Verfilmung von Darins Lebensgeschichte aus: <a href="http://www.einsfestival.de/film_serie/highlights/2010/kw_22/beyond_the_sea.jsp">Beyond the Sea &#8211; Musik war sein Leben</a>.<br />
Verkörpert wird der Sänger darin von <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_Spacey#Privatleben">Kevin Spacey</a></strong>, der sich in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/American_Beauty_%28Film%29">American Beauty</a> als Lolita-Liebender Lester Burnham unsterblich machte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2156</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von Sünde erschüttert: Missbrauchskandal in der Redaktion des Odenwälder Echo angekommen</title>
		<link>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2155</link>
		<comments>http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2155#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 May 2010 21:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Affäre Jakoubek]]></category>
		<category><![CDATA[Odenwaldschule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.odenwald-geschichten.de/?p=2155</guid>
		<description><![CDATA[Lange Zeit musste die als ausgesprochen investigativ bekannte Redaktion des Odenwälder Echo in Sachen Missbrauch abseits stehen: Im Odenwaldkreis fand sich bislang kein Fall von (bekannter) Pädophilie in öffentlichen oder kirchlichen Institutionen &#8211; auch wenn es da oder dort einmal Gemunkel gab. Dagegen gab es im benachbarten Kreis Darmstadt-Dieburg einen Skandal um den Chauffeur von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img height="244" alt="Bild" src="http://www.odenwald-geschichten.de/wp-content/uploads/2010/05/bild-304.jpg" width="461" align="left" /></p>
<p>Lange Zeit musste die als ausgesprochen investigativ bekannte Redaktion des Odenwälder Echo in Sachen Missbrauch abseits stehen: Im Odenwaldkreis fand sich bislang kein Fall von (bekannter) Pädophilie in öffentlichen oder kirchlichen Institutionen &#8211; auch wenn es da oder dort einmal Gemunkel gab.</p>
<p>Dagegen gab es im benachbarten Kreis Darmstadt-Dieburg einen Skandal um den <u>Chauffeur</u> von Ex-Landrat <strong>Alfred Jakoubek</strong>, der sogar im Dienstwagen Knaben verführt oder geschändet haben soll, im benachbarten Kreis Bergstraße liefert die <a href="http://www.google.de/search?q=odenwaldschule&amp;num=100&amp;hl=de&amp;tbo=s&amp;rlz=1B3GGGL_deDE265DE265&amp;tbs=nws:1,sbd:1&amp;source=lnt&amp;ei=aKvxS8znG5CQmwOciLD0Cw&amp;sa=X&amp;oi=tool&amp;resnum=1&amp;ct=tlink&amp;ved=0CBEQpwU">Odenwaldschule</a> fortgesetzt Schlagzeilen wegen eines in frühereren Jahren scheinbar institutionalisierten Systems sexuellen Missbrauchs.</p>
<p><strong>Gerhard Grünewald</strong> aber und seine Crew hatten bisher nichts Vergleichbares zu berichten.</p>
<p>Doch jetzt spült unser Feedreader folgende Schlagzeile und folgenden Text aus der Echo-Rubrik &#8216;Odenwald&#8217; herein:</p>
<blockquote>
<p>&gt;<strong>Pfarrer-Sünde erschüttert Franken</strong></p>
<p>Die Ausdehnung der Serie von Enthüllungen über den Missbrauch an schutzbefohlenen Kindern und Jugendlichen auf die Region Miltenberg/Amorbach erschüttert zurzeit das öffentliche Leben der unterfränkischen <strong>Nachbarschaft des Odenwaldkreises</strong>. Zu bewältigen hat dessen Bevölkerung die Suspendierung des katholischen Pfarrers von Kirchzell, des 62 Jahre alten Franz Grumbach.<br />
Mit der sofortigen Versetzung des Ortsgeistlichen in den Ruhestand hat der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann Ende voriger Woche auf das Eingeständnis des Priesters reagiert, in den neunziger Jahren mit einem damals 15 Jahre alten Mädchen sexuelle Kontakte unterhalten zu haben. [...]</p>
<p><strong>Schon allein wegen deren Grenzlage zu Stadt- und Ortsteilen von Michelstadt und Hesseneck ist Grumbach auch im Odenwaldkreis kein Unbekannter</strong>, zumal er wie kein anderer für die Bewahrung der alten Kirche von Breitenbach als gemeinsames Pilgerziel von Christen aus beiden Bundesländern steht.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Wir haben jene Textpassagen fett markiert, die von der hohen Relevanz der &#8216;Pfarrer-Sünde&#8217; für den Odenwaldkreis künden.<br />
In solchen erschütternden Fällen muss in der Oh-Echo-Redaktion der Chef selber (symbolisch) zur Feder greifen.</p>
<p>Keiner nämlich kann dort so verschraubt denken und formulieren wie &#8216;gg&#8217;, keiner kann so abstrus übertreiben wie er &#8211; weswegen in diesem Fall nicht nur die <a href="http://www.pfarrei-kirchzell.de/bwo/dcms/sites/bistum/pfarreien/homepages/pg_pv/pg_kirchzell/index.html?f_action=show&amp;f_newsitem_id=40400&amp;tm=7">Pfarreiengemeinschaft Herz Jesu Kirchzell</a> &#8216;erschüttert&#8217; sein muss, sondern titularisch gleich das ganze <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Franken_Region_Uebersicht.png">Franken</a>.<br />
Wenn erst einmal alle <a href="http://bibeltext.com/isaiah/65-7.htm">Missetaten an Kindern </a> bekannt, berichtet und gebüßt sind, ist es an der Zeit, auch den sprachlichen <strong>Missbrauch unschuldiger Leser</strong> zum Thema zu machen. Bandwurmsätze zum Beispiel und hohles Pathos:</p>
<blockquote>
<p>&gt;Damit erklärt sich die Betroffenheit im bayerischen Odenwald über das Vergehen des katholischen Geistlichen unter anderem daraus, dass ihn die Einwohner einer Vielzahl von Ortschaften als ihren Ortspfarrer oder zumindest als einen der nächsten Repräsentanten von Glauben und Kirche in der Region sahen.&lt;</p>
</blockquote>
<p>Weiß man eigentlich, wie viele im Odenwaldkreis durch die wiederholte Lektüre solchen Geschwurbels, durch <strong>Journalisten-Sünde</strong>, schon <strong>traumatisiert</strong> wurden? 
  </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.odenwald-geschichten.de/?feed=rss2&#038;p=2155</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
