am Samstagabend (14. 9. 02) im Erbacher Stadtteil Erlenbach “Verübt worden ist die Bluttat in der wegen der Vorbereitungen für ein Hochzeitsbankett vielzählig besetzten Küche des Restaurants ‘Erlenhof’.” Kurz danach war der Täter offenbar mit hohem Tempo auf den Erbacher Marktplatz gefahren, wobei einige Passanten “nur knapp” verfehlt worden seien. Anschließend stellte sich der aus der Türkei stammende Täter der Polizei. Quelle: Echo
Wörtlich heißt es im Odenwälder Echo:
>Allen Anzeichen nach hat ein 55 Jahre alter Mann am Samstagabend im Erbacher Stadtteil Erlenbach seine fünf Jahre jüngere Frau umgebracht.
Verübt worden ist die Bluttat in der wegen der Vorbereitungen für ein Hochzeitsbankett vielzählig besetzten Küche des Restaurants „Erlenhof“, wo die Fünfzigjährige als Hilfskraft beschäftigt war.
Ihre Kolleginnen und Kollegen mussten entsetzt miterleben, wie der Täter gegen 18.30 Uhr den Arbeitsraum betrat und mit einer Pistole unmittelbar mehrere Schüsse auf die Frau abfeuerte, die auf der Stelle getötet wurde. Der wenige Minuten später eintreffende Notarzt konnte nichts mehr für sie tun.
Wie zu erfahren war, hat das Opfer zusammen mit seinem Mann im Michelstädter Stadtteil Rehbach gelebt. Beide sind türkischer Herkunft. Der mutmaßliche Täter befindet sich in Gewahrsam, nachdem er nach der Tat selbst zur Polizeidirektion an der Erbacher Lustgartenstraße gefahren war – offenbar um sich zu stellen.
Jedenfalls leistete der den Beamten der Dienststelle keinen Widerstand, als die ihn aufforderten, seine Waffe wegzulegen und sich festnehmen zu lassen. Trotz der folgenden Vernehmungen blieb das Motiv des Mannes am Sonntag noch im Ungefähren. Es dürfte in den persönlichen Belangen der Eheleute liegen.
Wie sich dem Bericht von Polizei-Pressesprecher Reinhard Ihrig entnehmen lässt, trägt das Gewaltverbrechen die Merkmale einer Blitzaktion. Denn so unvermittelt der Täter von einem Nebeneingang her in der Gasthausküche erschien, so schnell verschwand er dort auch wieder.
Und obwohl der Mann nur Minuten später im Hof der Polizei vorfuhr, beschwor er wohl zwischenzeitlich auf dem Erbacher Marktplatz eine weitere brenzlige Situation herauf.
Wie Zeugen berichten, raste nämlich am Samstagabend zur betreffenden Zeit ein Auto mit vollem Tempo auf das Areal am Schloss, das zu diesem Zeitpunkt wegen des vorausgegangenen Einweihungsfestes für das neue Studio des Hessischen Rundfunks und einer Oldtimerpräsentation noch stark bevölkert war.
Dabei rammte der Wagen mehrere Aufbauten und verfehlte einige Besucher nur knapp, weshalb einige von ihnen die Tür des zum Stehen gekommenen Wagens öffneten, um den Verantwortlichen zur Rede zu stellen.
Wie sich beim späteren Vergleich der Autokennzeichen herausstellte, muss es sich bei dem Fahrer um den Mann gehandelt haben, der wenige Minuten zuvor in Erlenbach die tödlichen Schüsse abgegeben hatte.
Wenn die Passanten das geahnt hätten, wären sie wohl vorsichtiger vorgegangen – so aber sahen sie sich bei ihrem forschen Einschreiten dem Vernehmen nach plötzlich einer vorgehaltenen Pistole gegenüber.
Als sie die Tür daraufhin geistesgegenwärtig wieder schlossen, brauste der Mann davon – nun wohl direkt in den unweiten Hof der Polizeidirektion. Dort stieg er, immer noch mit der Waffe in der Hand, aus, traf aber glücklicherweise auf ebenso entschlossen wie kühl reagierende Polizisten, die das Risiko weiteren Blutvergießens abwendeten.
Nach ersten Vernehmungen wurde der mutmaßliche Täter gestern dem Haftrichter vorgeführt. Von der Anordnung von Untersuchungsgefängnis war dabei auch deshalb auszugehen, weil die Ermittlungen einen Mordverdacht einbeziehen.
Mit diesen hatte die Polizei unmittelbar nach der Tat angesetzt und zur Spurensicherung unter anderem weite Teile des Tatorts abgesperrt ; die im Restaurant angesetzte Hochzeitsfeier wurde in ein anderes Lokal verlegt.< Quelle: Odenwälder Echo, Todesschüsse in Hotelküche - Polizei-Pressesprecher: Verbrechen trägt Merkmale einer Blitzaktion, 15. 9. 2002
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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