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Donnerstag, 30. September 2004

Ein brutaler “Ehrenmord” vor Gericht - und ein anderer “Ehrenmord” in Erlenbach straffrei?

von @ 10:14. Kategorien: Polizei, Skandale


Vor über 2 Jahren, am 14. 9. 2002, erschoss ein in Rehbach wohnender Türke seine 5 Jahre jüngere Ehefrau, die zu diesem Zeitpunkt als Küchenhilfe im Restaurant “Erlenhof” in Erlenbach arbeitete. Ein Kapitalverbrechen, über dem seit 2 Jahren ein Mantel des Schweigens liegt: Es wurde über den Ausgang der Ermittlungen nichts berichtet, nichts über eine Anklage, nichts über einen Prozess, nichts über eine Verurteilung.
Bereits vor einem Jahr schrieb ein Buchverleger zu diesem Skandal:
>Leider habe ich seit über einem Jahr nichts über den Mord an einer Frau in der Hotelküche ERLENHOF in Erlenbach gelesen. In der OHZ erschienen zwei kurze Mitteilungen kurz danach, dann nichts mehr. Fand ein Prozeß statt, hatte die Frau Kinder, was war der Hintergrund? Nichts war zu hören oder zu lesen. Wie können die Medien, die Politik so über einen Mord hinweggehen? Ich bin nach wie vor fassungslos.< Nach einem weiteren Jahr des Schweigens kann man noch fassungsloser sein.

Wer richtet endlich eine Anfrage an die Staatsanwaltschaft Darmstadt bzw. den zuständigen SPD-Oberstaatsanwalt Georg Werner Balß über den Verlauf des Strafverfahrens??

Das Darmstädter Echo berichtete heute über einen laufenden Prozess am Landgericht Darmstadt. Dort wird über einen bestialischen "Ehrenmord" verhandelt, den ein Jordanier an seiner gerade 17 Jahre alten Tochter verübt haben soll - unter Mitwirkung seiner beiden Söhne:

>Die drei Männer misshandelten laut Anklage im Oktober 1997 das Mädchen schwer und erschlugen es dann mit einem Beil oder einer Machete. Die 17-Jährige soll sich geweigert haben, ihren italienischen Freund zu verlassen und einen vom Vater in Jordanien ausgewählten Mann zu heiraten.
Zur Tat war es laut Anklage in der Wohnung des 37-jährigen Bruders gekommen. Dort soll das Mädchen von den drei Männern so lange geschlagen und getreten worden sein, bis es bewusstlos zusammenbrach. Dann habe man – auch auf Drängen der Mutter – beschlossen, das besinnungslose Opfer zu töten. Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft die Wiederherstellung der Familienehre. Außerdem sei es darum gegangen, der Strafverfolgung zu entgehen. Der Vater ist bereits wegen Kindesmisshandlung vorbestraft. Laut Anklage wurde das bewusstlose Mädchen nach seiner Misshandlung in einem Wald in Viernheim erschlagen. Anschließend habe man die Leiche unter Ästen im Wald versteckt. Dort wurde sie nach einem anonymen Anruf bei der Polizei Ende Januar 1998 gefunden…Der Vater und der ältere Bruder, die im Oktober 1997 nach Jordanien gingen, waren dort bereits wegen Mordes an der 17-Jährigen angeklagt worden. Sie wurden jedoch in dem Verfahren aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das jordanische Gericht sah es als nicht als erwiesen an, dass es sich bei der im Viernheimer Wald aufgefundenen stark verwesten Leiche um das Mädchen handelte, obwohl ein Zahnvergleich die Identität bestätigt hatte. Als der Vater und der ältere Bruder Anfang des Jahres wieder nach Deutschland einreisten, wurden sie festgenommen. Massiv belastet werden die beiden Brüder und der Vater, die vor Gericht keine Angaben machten, von einer anderen Tochter der elfköpfigen Familie. Die 33-Jährige hat bei der Polizei umfangreiche Aussagen zur Tat und zu den Hintergründen gemacht. Sie gilt als Kronzeugin der Anklage. Da sie bereits mehrfach mit dem Tod bedroht wurde, steht sich unter Zeugenschutz. Die junge Frau soll heute unter großem Sicherheitsaufwand als Zeugin vor dem Schwurgericht aussagen. Gegen die in Jordanien lebende Mutter läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Anstiftung zum Mord.< Quelle: Echo


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von @ 10:04. Kategorien: Polizei, Skandale


Vor über 2 Jahren, am 14. 9. 2002, wurde im Restaurant “Erlenhof” in Erlenbach eine 50 Jahre alte Frau türkischer Herkunft erschossen - während der Vorbereitungen für ein Hochzeitsbankett. Der Täter, ihr Ehemann, stellte sich kurz darauf der Polizei Erbach.
Strafrechtlich ein Fall, über den schnell entschieden werden sollte und könnte.
Doch seit 2 Jahren schweigt die Presse über den unklaren Fortgang bzw. Ausgang des Strafverfahrens. Mehr als 60 Jahre nach dem auch im Odenwald vollzogenen Holocaust an den jüdischen Mitbürgern kann eine türkische Frau ermordet werden … und “offiziell” scheint es niemand zu interessieren, ob und wie dieser Mord geahndet wird.
Ähnliches war im Fall “Wiesenmühle” zu beobachten: Da wurde ein infamer Mordversuch an über 20 Menschen verübt, darunter mehrere Kinder, da aber ungute Schlagzeilen über die vermutlich rechtsradikalen Täter nicht opportun waren, wurden die von Anfang an unseriös wirkenden (Nicht-)”Ermittlungen” auf geräuschlose Weise eingestellt. Das Erbacher Käseblatt verschwieg sogar die dürre Mitteilung in der polizeilichen Kriminalstatistik über die “trotz intensiver” Ermittlungen leider erfolglose Tätersuche.
Zur Erinnerung an den seit 2 Jahren totgeschwiegenen Mord in Erlenbach wird der damalige Echo-Bericht zitiert:

>Allen Anzeichen nach hat ein 55 Jahre alter Mann am Samstagabend im Erbacher Stadtteil Erlenbach seine fünf Jahre jüngere Frau umgebracht. Verübt worden ist die Bluttat in der wegen der Vorbereitungen für ein Hochzeitsbankett vielzählig besetzten Küche des Restaurants „Erlenhof“, wo die Fünfzigjährige als Hilfskraft beschäftigt war. Ihre Kolleginnen und Kollegen mussten entsetzt miterleben, wie der Täter gegen 18.30 Uhr den Arbeitsraum betrat und mit einer Pistole unmittelbar mehrere Schüsse auf die Frau abfeuerte, die auf der Stelle getötet wurde. Der wenige Minuten später eintreffende Notarzt konnte nichts mehr für sie tun. Wie zu erfahren war, hat das Opfer zusammen mit seinem Mann im Michelstädter Stadtteil Rehbach gelebt. Beide sind türkischer Herkunft. Der mutmaßliche Täter befindet sich in Gewahrsam, nachdem er nach der Tat selbst zur Polizeidirektion an der Erbacher Lustgartenstraße gefahren war – offenbar um sich zu stellen.
Jedenfalls leistete der den Beamten der Dienststelle keinen Widerstand, als die ihn aufforderten, seine Waffe wegzulegen und sich festnehmen zu lassen. Trotz der folgenden Vernehmungen blieb das Motiv des Mannes am Sonntag noch im Ungefähren. Es dürfte in den persönlichen Belangen der Eheleute liegen. Wie sich dem Bericht von Polizei-Pressesprecher Reinhard Ihrig entnehmen lässt, trägt das Gewaltverbrechen die Merkmale einer Blitzaktion. Denn so unvermittelt der Täter von einem Nebeneingang her in der Gasthausküche erschien, so schnell verschwand er dort auch wieder. Und obwohl der Mann nur Minuten später im Hof der Polizei vorfuhr, beschwor er wohl zwischenzeitlich auf dem Erbacher Marktplatz eine weitere brenzlige Situation herauf. Wie Zeugen berichten, raste nämlich am Samstagabend zur betreffenden Zeit ein Auto mit vollem Tempo auf das Areal am Schloss, das zu diesem Zeitpunkt wegen des vorausgegangenen Einweihungsfestes für das neue Studio des Hessischen Rundfunks und einer Oldtimerpräsentation noch stark bevölkert war. Dabei rammte der Wagen mehrere Aufbauten und verfehlte einige Besucher nur knapp, weshalb einige von ihnen die Tür des zum Stehen gekommenen Wagens öffneten, um den Verantwortlichen zur Rede zu stellen. Wie sich beim späteren Vergleich der Autokennzeichen herausstellte, muss es sich bei dem Fahrer um den Mann gehandelt haben, der wenige Minuten zuvor in Erlenbach die tödlichen Schüsse abgegeben hatte. Wenn die Passanten das geahnt hätten, wären sie wohl vorsichtiger vorgegangen – so aber sahen sie sich bei ihrem forschen Einschreiten dem Vernehmen nach plötzlich einer vorgehaltenen Pistole gegenüber. Als sie die Tür daraufhin geistesgegenwärtig wieder schlossen, brauste der Mann davon – nun wohl direkt in den unweiten Hof der Polizeidirektion. Dort stieg er, immer noch mit der Waffe in der Hand, aus, traf aber glücklicherweise auf ebenso entschlossen wie kühl reagierende Polizisten, die das Risiko weiteren Blutvergießens abwendeten. Nach ersten Vernehmungen wurde der mutmaßliche Täter gestern dem Haftrichter vorgeführt. Von der Anordnung von Untersuchungsgefängnis war dabei auch deshalb auszugehen, weil die Ermittlungen einen Mordverdacht einbeziehen. Mit diesen hatte die Polizei unmittelbar nach der Tat angesetzt und zur Spurensicherung unter anderem weite Teile des Tatorts abgesperrt ; die im Restaurant angesetzte Hochzeitsfeier wurde in ein anderes Lokal verlegt.<


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