Auch der Bericht über den letzten Prozesstag im Mordfall “Erlenhof” lässt viele Fragen offen:
Seit wann besaß der Täter die Pistole, mit der er seine Frau erschoß? Wie kam er an die Waffe? Wer wusste davon? Wer wusste um die Gefahr, in der die Fau schwebte?
>Der Odenwälder ist angeklagt, im September 2002 seine Frau, die als Küchenhilfe in einem Erlenbacher Hotel arbeitete, dort erschossen zu haben. Über die Verhandlung hat das Odenwälder Echo zuletzt am 11. Januar berichtet („Ich weiß, was ich tun muss“). Zu Beginn des vierten Prozesstages ließ der Angeklagte nun von seinen Verteidiger verlesen, dass er sich zunächst mit dem Gedanken getragen habe, sich selbst zu töten, davon aber wieder abgekommen sei. Um sich mit seiner Frau zu versöhnen, sei er in das Hotel gefahren. Doch diese habe, als sie ihn sah, nur verächtlich zur Seite gespuckt und ihren Trennungswillen erneut bekundet. Nach der Tat habe er dann versucht, sich zu erschießen. Dies sei aber daran gescheitert, dass sich im Magazin seiner Pistole keine Kugeln mehr befunden hätten…
Gutachter Dr. Lothar Staud, der zum Alkoholkonsum des Mannes Stellung nahm, sah keine Zeichen dafür, dass der Angeklagte Alkoholiker ist. „Er hat zwar ganz gut getrunken und sich in dieser Hinsicht undiszipliniert verhalten, ist aber nicht alkoholkrank“, erklärte der Gutachter…Ein zweiter Gutachter, Dr. Rainer Gliemann, schloss sich weitgehend den Ausführungen seines Kollegen an. Jedoch bescheinigte er dem Angeklagten eine Alkoholkrankheit. Durch den Alkoholkonsum und die Konflikte in der Familie, so Gliemann, sei die Bereitschaft zur Tat größer geworden. Der Prozess wird am Freitag (4.) fortgesetzt.<Quelle: Echo
Nun wird die unwahre Einschätzung der Polizei Erbach, der Mord an einer 50 Jahre alten Türkin in Erbach-Erlenbach vor über 2 Jahren trage “Merkmale einer Blizaktion”, durch die Schlagzeile des neuesten Prozessberichtes ad absurdum geführt: “Keiner nimmt die Todesdrohung ernst”
Zählt zu denen, die die Morddrohung bzw. Lebensgefahr für die Frau nicht ernst nahmen, auch die Polizei Erbach - die vielleicht sogar am Tattag gewarnt und um Hilfe gebeten wurde?
Wenn es so war, wird es die Öffentlichkeit vermutlich nie erfahren. Es wäre einer der vielen Skandale im Odenwaldkreis, die man erfolgreich unter der Decke hält.
Auch beim aktuellen Prozessbericht fällt auf, dass kein einziger Name genannt wird: Der Name des Richters und der des Anklagevertreters wírd ebenso verschwiegen wie der Name des Verteidigers.
Auch eine ganz simple und wesentliche Frage wurde in den bisherigen Prozessberichten (und im Prozess?) weder gestellt noch beantwortet: Woher hatte der Täter die Tatwaffe - und wie lange besaß er sie schon?
Sollte er schon vorher im Besitz einer Waffe gewesen sein, so konnte keiner, der davon wusste, die Morddrohungen des Mannes ignorieren.
>Scheinbar teilnahmslos sitzt der 57 Jahre alte Angeklagte neben seinem Verteidiger, das Kinn auf die Fäuste gestützt, mit starrem Blick. Erst als sein 36 Jahre alter Sohn aussagt, dessen Stiefbruder habe den Vater geschlagen, schlägt er die Hände vors Gesicht und sackt in sich zusammen.
Am dritten Verhandlungstag im Strafprozess gegen einen Michelstädter, der seine Frau in der Küche eines Erbacher Hotels erschossen haben soll, warf das Gericht einen Blick auf das familiäre Umfeld des Mannes…Eine Woche vor der Tat sei es im Imbissladen eines mittlerweile verstorbenen Sohnes, in dem die Mutter gearbeitet hatte, zu einer Auseinandersetzung gekommen. Dabei war auch der dritte Sohn. Der Vater, der mit zwei Bekannten angetrunken zum Imbiss gekommen sei, habe dort weiter Alkohol trinken wollen. Da dies ein schlechtes Bild auf den Laden, in dem auch Kinder einkaufen, geworfen hätte, habe der Sohn ihn zum Gehen aufgefordert. Diesem Wunsch habe er mit Schubserei und Schlägen Nachdruck verliehen. Ob auch die Mutter gegen ihren Mann aggressiv geworden sei, konnten die Brüder nicht sagen.
Die Frau, die sich erneut mit Trennungsabsichten getragen haben soll, habe Angst bekommen. Die Drohung des Vaters „Ich bringe euch alle um“ habe jedoch kein Familienmitglied recht ernst genommen. „Das hat er immer gesagt, wenn er wütend war, hat sich dann aber wieder schnell beruhigt“, erklärte ein Sohn.< Quelle: Echo
Der über 2 Jahre zurückliegende Mord an einer 50 Jahre alten Türkin im Restaurant “Erlenhof” in Erbach-Erlenbach war entgegen polizeilicher Meldungen keine “Blitzaktion”, sondern hatte sich schon (lange?) vorher angekündigt. Möglich ist, dass die Polizei Erbach insbesondere am Tattag von der Gefahr für die Frau wusste - und untätig blieb. Der laufende Prozess vor dem Landgericht Darmstadt lässt noch vieles offen. Erstaunlicherweise erspart sich auch der zweite Echo-Prozessbericht die Nennung des Richters, des Staatsanwaltes und des Anwalts. Auf Seiten der Staatsanwaltschaft müsste die Abteilung des umstrittenen SPD-Oberstaatsanwaltes Georg Werner Balß zuständig sein. Kein gutes Omen für eine rückhaltlose Aufklärung, sollte sich die Polizei Erbach in dieser Angelegenheit etwas vorzuwerfen haben.
> Eifersucht war das Motiv, das den 57-Jährigen dazu gebracht haben soll, seine Frau, die im September 2002 als Aushilfe in einem Hotel in Erlenbach arbeitete, dort aufzusuchen und mit einer Pistole zu erschießen. Dies jedenfalls wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.
Gestern, am zweiten Verhandlungstag, ging es vor allem um das familiäre Umfeld des Mannes. In seiner polizeilichen Aussage hatte er zu Protokoll gegeben, dass es am Tattag Streit zwischen ihm und seiner Frau gegeben habe. Dem Vernehmungsbeamten sagte er, er sei mit einem Sohn zum Hotel gefahren, um sich mit ihr zu versöhnen. Doch sie habe ihn als „Alkoholiker und Säufer“ beschimpft, gedroht, ihn zu verlassen und sich einen Anderen zu suchen. Auf der Rückfahrt habe der Sohn ihm noch vorgeworfen, er könne seine Frau nicht beherrschen. Der mittlerweile verstorbene Sohn, dessen polizeiliche Aussage verlesen wurde, gab damals an, es habe immer Probleme in der Ehe der Eltern gegeben. „Mein Vater wird schnell wütend, vergisst aber auch schnell wieder“, heißt es im Protokoll. In der Woche vor der Tat habe es eine Auseinandersetzung gegeben, bei der sein Vater die Mutter geschlagen habe. Am Tattag habe er den Vater zum Hotel gebracht. Als die Mutter sich nicht auf die Versöhnung einließ, habe der Vater auf der Rückfahrt gesagt: „Ich weiß, was ich jetzt machen muss.“
Anschließend, so rekonstruierte das Gericht, sei er alleine zum Hotel gefahren und habe seine Frau umgebracht. Mit seinem Wagen sei er dann geflüchtet. Zunächst sei er mit rasantem Fahrstil durch den Innenhof des Erbacher Schlosses gefahren, wo er Tische und Bänke umgeworfen habe, ehe er zur Erbacher Polizeistation fuhr. Dort sei er mit erhobenen Armen, die Pistole noch immer in der einen Hand, ins Gebäude gelaufen, wo die Beamten ihn entwaffneten. Der Mann habe sich widerstandslos abführen lassen. „Es schien, als habe er sich seinem Schicksal ergeben“, sagte der Vernehmungsbeamte.< Quelle: Echo
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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