Hallo Herr Löwenstein,
zu Ihrem heutigen Kommentar: sollten Sie mit von mir vielfach kritisierten Odenwälder Führungspersönlichkeiten Geschäfte beabsichtigen (woran nichts auszusetzen ist), erwarte selbstverständlich weder ich noch jemand anderes, dass sie meinen “polemischen Ausführungen” zu solchen potentiellen Geschäftspartnern zustimmen.
Aber darum ging es auch gar nicht. Schon gar nicht verlangte irgendjemand von Ihnen, zu unterschreiben, was ich sage.
Die Frage, die ich Ihnen tatsächlich in einer eMail am 23. Juni gestellt hatte, lautete wortwörtlich so:
>Was sagen Sie übrigens (als Blogger) dazu, dass mein Eintrag im Gästebuch des Landratsamtes gelöscht wurde?<
Es ging also nicht um eine Stellungnahme zu meinen Texten, sondern um eine Stellungnahme zur kommentarlosen Löschung meines Eintrags im Gästebuch des Odenwaldkreises.
Dieser Vorgang wurde zwischenzeitlich von verschiedenen Personen kritisch kommentiert.
Volker Kunz, Betreiber des Portals region-odenwaldkreis.de sieht darin ein “Armutszeugnis”.
Sie betreiben (wie ich) einen regionalen Wordpress-Blog, anders als etwa Volker Kunz mochten Sie dieses administrative “Armutszeugnis” jedoch nicht kommentieren.
Sie schreiben: >Ich komme nicht mit, was sie eigentlich wollen!<
Das erstaunt mich sehr! Ich spreche nämlich eine überaus offene Sprache und druckse ungern bzw. gar nicht herum.
Schauen Sie sich die Website des “Zentrums für demokratische Kultur” an, das “Für Menschenrechte und gegen Extremismus” streitet. Nicht zufällig wird dort auf die “Odenwald Geschichten” verwiesen, denn ich verfolge exakt die gleiche Zielsetzung.
In einem vielfach von Filz und Feigheit geprägten provinziellen Landstrich streite ich für eine demokratische Kultur und gegen politischen Extremismus sowie gegen semitotalitäre Tendenzen innerhalb staatlicher Institutionen.
>Aber sie machen beides gleichzeitig … sie dokumentieren und polemisieren in Einem <
Wie kommen Sie denn darauf, dass sich beides ausschließt? Das genaue Gegenteil trifft zu. Schauen Sie doch einmal in die “Fackel” von Karl Kraus hinein. Nicht umsonst habe ich meinem Blog ein Zitat von Gerald Heidegger als Motto vorangestellt:
“Der fremde Text wird über das Zitat bloßgestellt, Zitat und Kommentar fügen sich zu einer neuen Textur.”
Sie sprechen mit Blick auf mich bzw. meinen Blog in auffälliger Weise nie von “Kritik” oder “kritisch”, sondern ausschließlich von Polemik - bis hin zu sprachlich zumindest ungewöhnlichen Konstrukten:
“Eine sachliche Wertung der von ihnen polemisierten Vorgänge ist mir unmöglich.”
Es gibt kritisierte Vorgänge, aber keine polemisierten Vorgänge, polemisieren ist ein intransitives Verb.
Mit Ihrer Wortwahl und mit Ihrer Wortvermeidung treffen Sie eine Wertung, die den von mir Kritisierten im Odenwälder Landratsamt sicher gefallen dürfte.
Eine sachliche Wertung ist das allerdings nicht, zumal Sie diese Wertungen und Aussagen nirgendwo mit einem Zitat belegen bzw. begründen.
Ich habe hier vor kurzem den “Argumentationsstil” des Odenwälder Kreistagsabgeordneten, AWO-Geschäftsführers, SPD-Schriftführers und potentiellen Landtagsabgeordneten Hofmann-Protze dokumentiert und thematisiert.
Weil ich hier angeblich keine Gegendarstellungen bzw. “Richtigstellungen” zuließe (ein kompletter Blödsinn), etikettierte er die Odenwald-Geschichten als “despotisch bis faschistoid“.
Zu solchen Sprüchen höre ich von Ihnen kein Wort der Kritik, dabei handelt es sich um eine Person, die vor Ort Führungspositionen inne hat.
Sie schreiben: “Ich lasse mich gerne auf das Prächtigste mit Polemik und Satire unterhalten, so wie ich gerne Harald Schmidt zuschaue“.
Das glaube ich Ihnen gerne, zumal Ihnen die Wertschätzung für “Dirty Harry” Harald Schmidt im Odenwald sicher auch keine Nachteile einbringen wird.
Die ein wenig besorgte Frage stellte Peter Löwenstein in seinem Regioblog.
Zusammen mit Robert Basic, einem der Macher des bekannten M-E-X-Blog, hatte er der OREG und dem Erbacher Schloss einen Besuch abgestattet.
Was Robert Basic dazu in seinem Blog schreibt, muss Balsam für den ob des Schlosskaufs so viel gescholtenen Horst Schnur sein:
>was ich gestern drin gesehen habe, ist angesichts der o.g. Investitionssumme denke ich gut angelegt (Immobilie und Wert der Gegenstände). Als Kaufmann würde ich sagen: Gutes Geschäft. Es gibt ganz andere Dinger, bei denen Länder Unsummen verblasen, die ganz und gar nicht ein gutes Invest darstellen.<
Peter Löwenstein schreibt am 28. Juni über diesen Besuch: > Robert und ich besuchten heute die OREG und das Erbacher Schloss. Schäumt da schon Jemand “Verrat”? Ich war das letzte Mal mit der Schulklasse vor gut 26 Jahren dort und erinnerte mich an Filzpantoffeln, muffigen Geruch, die Geweihsammlung und die Ritterrüstungen. Diesmal machten mich der Altarrraum und die Büstensammlung mehr an. Robert staunte über die Gewehrsammlung und das eine oder andere Geweih, dies Thema reserviere ich mal für ihn. <
Zumindest hier schäumt niemand. Im Gegenteil: Man ist gespannt, ob die renommierten Blogger frischen, geschäftlichen Wind in die OREG und das Schloss wehen lassen.
Das Bild des gehirschhörnten Basic ist seinem Blog entliehen, dort findet sich auch eine größere Version.
Über Elfriede Jelinek, im letzten Jahr Empfängerin des Literaturnobelpreises, kann man in mehrfacher Hinsicht geteilter Meinung sein. Das Gleiche gilt für Thomas Bernhard, besser gesagt: galt. Er liegt schließlich schon seit 16 Jahren unter der Erde. Und auch zu Harald Schmidt, im Gegensatz zu Jelinek und Bernhard nur ein Kleinkünstler, kann man geteilter Meinung sein. Aber kaum böse: Er nimmt ja nichts ernst, auch nicht sich selbst.
Jelinek und Bernhard stehen/standen gesellschaftlich (und weniger literarisch) für: Nestbeschmutzung - auf relativ hohem Niveau. Schmidt steht für ein permanent plapperndes Lästermaul.
Alle drei könnten wie ein Lackmusstreifen fungieren, wenn man sie in unseren Odenwald(-kreis) gedankenspielend eintunkte.
Was Provinzialiät angeht, vor allem die geistige, vor allem die der lokalen politischen “Größen” und auch die der journalistischen “Größen” (etwa G. Grünewald und S. Probst-Simon), würde der Odenwaldkreis Österreich locker den Rang ablaufen.
Wer die Diskussion auf diesen und anderen Websites etwa über die kommentarlose Tilgung unliebsamer Namen, Worte und Adressen im OWK-Gästebuch des Kunst- und Kulturliebhabers Schnur verfolgte, kann sich lebhaft ausmalen, welcher (kurze) Prozess mit professionellen Nestbeschmutzern wie Jelinek oder Bernhard im Mümlingtal gemacht würde.
Horst Schnur selbst kann sich das nicht ausmalen: Er ist nämlich felsenfest davon überzeugt, dass Jelinek oder Bernhard, wären sie nur Odenwälder und keine Österreicher, jede Lust auf Nestbeschmutzung verginge und sie durch die Magie des Ortes im Gegenteil zu Lobsängern des großen Odenwälder Kartoffelkönigs würden.
Wir glauben das nicht.
Wir malen uns realistischer eine Odenwald-Geschichte aus, in der Jelinek als Hexe am reaktivierten Beerfeldener Galgen endet und Bernhard und Schmidt als faschistoide Despoten von Edmund Hofmann-Protzes aufgehetzten roten Juso-Garden gelyncht werden.
Das wäre doch ein Theaterstück wie aus der Feder von Alexander Kaffenberger!
> Korruption und Machtmissbrauch sind Gift für die Demokratie. Doch vielerorts brauchen die gewachsenen Strukturen der gegenseitigen Vorteilsnahme keine Öffentlichkeit zu fürchten, da ihnen von Seiten der Lokaljournalisten keine Gefahr droht…
Thomas Leif, Fernsehjournalist beim SWR, und 40 Journalistenkollegen wollen sich nicht mit dieser Entwicklung abfinden. Im April 2001 gründeten sie den Verein »netzwerk recherche«, um »Recherche zu fordern und fördern«, so Leif, Vorsitzender des Netzwerks. Seine Einschätzung zum Zustand des Journalismus ist wenig schmeichelhaft, auch hält er das Leitbild des unabhängigen Journalisten für verklärend: »Das Leitbild des unabhängigen Journalismus ist doch ein Mythos«, so Thomas Leif…So veranstaltete »netzwerk recherche« Anfang April (Anm. : in 2004) gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und der deutschen Sektion von »transparency international« (TI) eine Tagung unter dem Motto: »Das große Schweigen? – Korruption und die Rolle des Lokaljournalismus«. 70 Journalisten, Wissenschaftler, Staatsanwälte und Interessierte diskutierten an zwei Tagen die großen Korruptionsskandale der letzten Jahre wie die Kölner Affäre um eine Müllverbrennungsanlage, die Geschäfte der Wuppertaler Honoratioren und den Fall der Bankgesellschaft Berlin.
Dabei wurde schnell deutlich: Klüngel gibt es überall. Gerade in kleineren Städten ist das Beziehungsgeflecht zwischen Politikern, Unternehmern und meist auch Verlegern oder Chefredakteuren besonders eng. Viele Bürger nehmen daran keinen Anstoß, so dass es Jahre dauern kann, bis diese ländliche Idylle – meist von außerhalb – gestört wird.
Das Thema Korruption erschöpft sich nicht nur in der Bestechung, so der Vorsitzende von TI Deutschland, Hansjörg Elshorst. Auch Machtmissbrauch wie Ämterpatronage oder die Nebentätigkeiten von Politikern müssten stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden, so Elshorst. Denn nur Öffentlichkeit und Recherchejournalismus seien das Gegengift bei Korruption, ist Thomas Leif überzeugt.< Quelle: Thomas Großmann in www.mentalpsychologie-netz.de
(Hervorhebungen von uns)
Der Odenwald hat wenig Herausragendes zu bieten, Timo Boll vielleicht. Was die Grünewald-Crew in der Erbacher Hauptstraße angeht, wäre freilich eine Auszeichnung möglich: Für den deutschlandweit erbärmlichsten Lokaljournalismus.
> Hoffnung für die SPD! Zwar krebsen die Sozialdemokraten in den einschlägigen Umfragen derzeit zwischen 27 und 29 Prozent herum, aber wenn das so genannte Mierscheid-Gesetz auch in diesem Jahr Recht behält, heißt der Bundeskanzler auch nach dem 18. September Gerhard Schröder.
“Der Stimmenanteil der SPD richtet sich nach dem Index der deutschen Rohstahlproduktion - gemessen in Mio, Tonnen - im jeweiligen Jahr der Bundestagswahl”: So lautet das von dem Abgeordneten Jakob Maria Mierscheid im Juli 1983 in der Parteizeitung “Vorwärts” erstmals beschriebene Gesetz. Und in der Tat waren die darauf fußenden Prognosen - von Ausnahmen abgesehen - in der Vergangenheit frappierend präzise: 1998 zum Beispiel produzierte die Bundesrepublik 41 Millionen Tonnen Rohstahl, die SPD erzielte 40,9 Prozent der Stimmen. Und 1987 lagen nur 0,9 Prozentpunkte zwischen Ergebnis und Mierscheid-Vorhersage.
Wie steht es in diesem Jahr um die Chancen? Anruf beim Bundesamt für Statistik, Fachreferat Eisen und Stahl: Noch gibt es natürlich keine abschließenden Zahlen für 2005, aber der Monatsdurchschnitt liegt sich in der ersten Jahreshälfte bei rund 3,8 Millionen Tonnen - auf’s Jahr gerechnet, bereinigt um die übliche feiertagsbedingte Flaute am Jahresende dürften so wohl rund 44 Millionen Tonnen stehen. Der SPD-Sieg wäre, sogar mit Steigerung des Ergebnisses, gerettet. < Quelle: spiegel.de
> ERBACH/OLFEN. Sind schon 14 Jahre als Landrat und rund 20 hauptberufliche Jahre an der Spitze des Odenwaldkreises kein Pappenstiel, so offenbart sich die wahre Stärke der Verbindung zwischen Horst Schnur und dem demokratischen Staatswesen in einer anderen Zahl noch deutlicher: Vor seinem Wechsel ins Wahlbeamtentum als Lehrer tätig, hat der Darmstädter, der in Mümling-Grumbach aufgewachsen und in Olfen heimisch geworden ist, sein 40. Jahr im öffentlichen Dienst vollendet.
Der Kreisausschuss widmete deshalb seine jüngste Sitzung unter anderem dem Jubiläum seines Vorsitzenden…
In den öffentlichen Dienst eingetreten ist der heute 63 Jahre alte Berufspolitiker im Juni 1965 als Junglehrer an der damaligen Mittelpunktschule in Rai-Breitenbach…
Darin allerdings erschöpft sich der Rückblick der Kreisverwaltung auf Schnurs Leistungen in seinem erlernten Beruf; dabei erwarb er sich gerade dort hohes Ansinnen, vor allem in Führungspositionen an der Michelstädter Theodor-Litt-Schule, einer der größten Haupt- und Realschulen der Region…
Bemerkenswert finden Kreisausschuss und Kreistag hier Schnurs Eintreten für die Verbesserungen der Verkehrsverbindungen des Odenwaldkreises mit den nun erzielten Erfolgen beim Ausbau der Odenwaldbahn und der Verwirklichung der Höchster Umgehungsstraße.
Ebenso gelobt werden die Bemühungen des Landrats um die Daseinsvorsorge, dokumentiert in der Standortsicherung des Kreiskrankenhauses als Gesundheitszentrum…
Eppel wies auf die Entwicklung der Odenwald-Regionalgesellschaft (Oreg) hin. Mit den Abteilungen für Personennahverkehr, Tourismus und Wirtschaftsförderung stelle diese Tochterfirma des Kreises „nachweisbar ein Instrument zur Einsparung von Steuergeld dar“.
Horst Schnurs unermüdliches Engagement spiegelt sich für Eppel aber vor allem im leidenschaftlichen Werben für die Region. Ungebrochene Tatkraft und außergewöhnliche Kreativität des Landrats vermittelten seinen Mitarbeitern ein Vorbild…
Bewegt dankte Horst Schnur für die Worte, die seine Arbeit würdigten. Wenn manches bisher nicht in Dokumenten festgehalten sei, zeige dies, dass die Verwaltung sich nicht in diversen Formen der „Beweihräucherung“ übe, sondern ihre Aufgaben wahrnehme… < Quelle: Echo
Der Echo-Hinweis auf das “demokratische Staatswesen”, dem Horst Schnur seit 40 Jahren in 70 Ämtern und Ehrenämtern dient, ist begründet.
Sein laut freiwilligster Selbstauskunft in Stalingrad (!) gefallener Vater Erwin könnte (!) für den am 1. 3. 1942 geborenen Horst nämlich ganz anderes erhofft haben: Eine Karriere im Nationalsozialimus.
Dazu zitieren wir aus einem früheren Artikel:
> “War es angebracht, auf dem Weg in die ‘Totenkammer aus Schnee’ - wie Peter Huchel in seinem Gedicht ‘Dezember 1942′ Stalingrad bezeichnete - den neugeborenen Sohn ausgerechnet ‘Horst’ zu nennen?”
Diese Frage stellen die Historiker Wolffsohn und Brechenmacher in ihrem Buch “Die Deutschen und ihre Vornamen - 200 Jahre Politik und öffentliche Meinung“.
Eine Frage, die sich fast gleichnishaft an die Eltern des im März 1942 geborenen Horst Schnur zu richten scheint.
Unter dem Titel ” Mit Horst, Uta und Adolf angepasst” berichtete die FAZ am 25. 9. 1998 über diese Studie und den Versuch, die Häufigkeit von Vornamen als vor-demoskopischen Indikator zu nutzen. Die Frankfurter Allgemeine schreibt dazu:
“Man konnte, mußte aber die Kinder nicht Adolf, Horst, Uta oder Gudrun nennen. Wer das tat, bekundete Gesinnung, erfüllte ein Übersoll.” Und an anderer Stelle:
“Geradezu ein Bekenntnis legten jene Eltern ab, die ihrem Kind den Namen Adolf gaben…Ähnliches galt für Horst, der an den SA-Sturmführer Horst Wessel erinnerte und nach dessen Ermordung im Jahr 1930 zu einem häufig vergebenen Vornamen wurde.”
Zu denen, die noch “zwischen 1941 und 1943” ihren Kindern einen “germanisch-ideologischen” Namen gaben, heißt es:
“Die Unbelehrbaren bäumten sich ein letztes Mal auf, zu einem Zeitpunkt, als jeder, der sehen wollte auch sehen konnte, in welchen Abgrund Deutschland trieb.” <
Umso mehr freut man sich natürlich, dass es laut Oh-Echo (Gerhard Grünewald) zu einer offenbar offenbarten “wahren Stärke der Verbindung zwischen Horst Schnur und dem demokratischen Staatswesen” kam.
Das Landratsamt teilt dazu mit:
> Die jüngste Tagung des Odenwälder Kreisausschusses stand zu Beginn im Zeichen einer kleinen Feierstunde dieses Gremiums mit Führungskräften der Verwaltung. Anlass: das Arbeitsjubiläum von Landrat Horst Schnur, der dieser Tage auf 40 Jahre Tätigkeit im öffentlichen Dienst zurückblickte.<
Neben den bereits Genannten gehören dem Kreisausschuss des Odenwaldkreises noch an:
Dr. Michael Reuter, Heike Amend; Frank Matiaske; Willi Riedel und Michael Vetter (alle SPD) sowie Friedrich Kübler (ÜWG).
Offenbar im Namen aller Mitglieder des Kreisausschusses heißt es über Schnur:
> Durchgängige politische Themen, in denen Schnur unbeugsam Akzente setzte, waren und sind die Verbesserungen bei den Verkehrsverbindungen – der Odenwaldbahn und dem Bau der B-45-Westumgehung Höchst, vor allem aber auch die Daseinsvorsorge, dokumentiert in der Standortsicherung des Kreiskrankenhauses durch dessen neue Positionierung als Gesundheitszentrum Odenwald…
So wünschte Dr. Reuter dem Mann an der Spitze der Kreisverwaltung weiter die Kraft zum gestalterischen Schaffen.
Dr. Reuter nannte in seiner Ansprache einige Stichwörter, hinter denen sich viele Stunden Einsatz des Landrats verbergen: Gütesiegel Odenwald-Fleisch, der Odenwald-Schlachthof in Brensbach, nicht zu vergessen Kartoffel- oder Lammwochen…
Für die Verwaltung erwähnte Hauptabteilungsleiter Karl Eppel, dass Horst Schnur der erste hauptamtliche Beigeordnete des Odenwaldkreises (1985 bis 1991) war und sich 1997 als erster Landrat einer Direktwahl stellen durfte, die ihn eindrucksvoll bestätigte.
Horst Schnurs unermüdliches Engagement spiegele sich im leidenschaftlichen Werben für die Region, sagte Eppel. Ungebrochene Tatkraft und außergewöhnliche Kreativität des Landrats vermittelten seinen Mitarbeitern ein Vorbild.
Fortwährende innere Modernisierung der Verwaltung durch neue Steuerungsmodelle und massiver Einsatz für die bestmögliche Kommunikationstechnologie (Ausstattung der Region mit Glasfaserkabel) trügen unverkennbar die Handschrift Schnurs.
(Personalratsvorsitzender) Heinz Heilmann hob die Nähe des Politikers zur Bevölkerung hervor: die guten Kontakte Schnurs zu den Menschen im Odenwald begründeten eine selten anzutreffende Popularität.
Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh grüßte im Namen des Parlaments und beleuchtete die Entwicklung des Odenwaldkreises, die seit 20 Jahren maßgeblich vom Wirken Horst Schnurs geprägt worden ist, davon in nun fast 14 Jahren als Landrat. Der frühere Lehrer habe als Politiker alle Felder gut bestellt…
Weichenstellend habe der Landrat Einfluss genommen auf die Erhaltung und Modernisierung der Odenwaldbahn, neue Belebung des Tourismus durch gemeinsame Vermarktung über Kreis- und Ländergrenzen hinweg, auf die Gründung der Odenwald-Akademie und der Odenwald-Stiftung sowie der Aktion „Geistesblitze – junge Odenwälder forschen“…
Die Liebe zu Kunst und Kultur zeige sich nicht allein an der Öffnung der Kreisbehörde für Ausstellungen von Kunstschaffenden aus nah’ und fern…
Bewegt dankte Horst Schnur für die Worte, die seine Arbeit würdigten. Wenn manches bisher nicht in Dokumenten festgehalten sei, zeige dies, dass die Verwaltung sich nicht in diversen Formen der „Beweihräucherung“ übe , sondern ihre Aufgaben wahrnehme.
Mit dem Versprechen, weiter „unentwegt und überall Bürgersprechstunde“ zu halten, verband der Landrat das Kompliment an seine Frau Traudel und die Famlie, die ihm das notwendige „Refugium zum Kraftschöpfen“ bieten.
Einige der wichtigsten von rund 70 Ehrenämtern, die Schnur kraft Amtes bekleidet, in die er in den meisten Fällen aber wegen seines Ideenreichtums und seiner Tatkraft berufen worden ist, hatte Hauptabteilungsleiter Eppel exemplarisch aufgezählt: … < Quelle: odenwaldkreis.de
Auf die Gefahr hin, sich der “Beweihräucherung” schuldig zu machen: Könnte (oder sollte) man die bald entstehende, sehnsüchtig seit Jahrzehnten erwartete West-Umgehung von Höchst nicht “Horst-Schnur-Umgehung” taufen? Und die schnellste Lokomotive der neuen Odenwaldbahn “Horst-Schnur-Lokomotive”?
Leider muss mancher erst sehr alt werden oder das Zeitliche segnen, bevor ihm die fällige Ehrung zuteil wird. Man denke nur an Johannes Paul II, der wegen eines komplizierten Procedere zunächst selig werden muss, bevor er wirklich heilig sein darf.
Dass manche Leistungen von Horst Schnur bislang “nicht in Dokumenten festgehalten” (!!) sind - ein übler Missstand, dem bald abgeholfen werden sollte.
Auch sollten bereits jetzte sämtliche Notizzettel und Schmierblätter von Schnur für die spätere Werkausgabe seiner Schriften, Reden und Ideen gesammelt werden.
Das meinte hier ein anonymer Kommentator (”Gast”) zur Löschung eines sachlichen Eintrags im Gästebuch des Odenwaldkreises.
Und weiter: “Kann mir nicht vorstellen, daß der Landrat so etwas persönlich anordnet. Einfach mal den Landrat Schnur davon in Kenntnis setzen, damit er seinen undemokratischen Mitarbeiter entsprechend rügen kann und so jeder Verdacht zerstreut werden kann, daß diese Zensurpraktik dem politischen Willen des Landrats entspricht.”
Wenn der Kommentator wirklich glaubt, was er schreibt, muss er enttäuscht werden. Es ist nämlich anzunehmen, dass Schnur höchstpersönlich die Löschung anordnete.
Am 26. Februar 2004 empfing das Amtsgericht Michelstadt ein ungewöhnliches FAX. Abgesandt wurde es von der Abteilung “Zentrale Verwaltungsaufgaben” des Landratsamtes in Erbach.
Es trug das nicht minder ungewöhnliche Aktenzeichnen I (was vielleicht für hohe Priorität, Intern oder Internet stehen mochte).
Der Inhalt des FAX: “Herr Landrat Schnur verfolgt den Internet-Auftritt von Herrn Weller, der aktuell über die jetzt laufende Verhandlung unter www.odenwald-geschichten.de informiert. Ich darf Ihnen einen Ausdruck der Abhandlung zur Information überlassen.”
Reichlich ungewöhnlich auch die Anrede des Richters: “Sehr geehrter Herr Schmied, Herr Landrat Schnur verfolgt…”
Für die Formulierung zeichnet Hauptabteilungsleiter Karl Eppel verantwortlich, der seine Verwaltungslaufbahn vor immerhin 40 Jahren begann - als Verwaltungslehrling. Da weiß man eigentlich, was sich schickt. Etwa die Anrede eines Richters mit seinem Titel, zumal Eppel seinen nicht angesprochenen Vorgesetzten kurz darauf form- und titelvollendet als “Herr Landrat Schnur” bezeichnet.
Nun darf man raten, wie das Amtsgericht Michelstadt und sein Richter aus der Warte des Landratsamtes gesehen werden. Vielleicht steht das Aktenzeichen “I” ja doch für “Intern”.
Bemerkenswert an dem Vorgang war auch dies. Schnur sollte die damals “laufende Verhandlung” nicht nur von außen verfolgen, ursprünglich bzw. lange Zeit war Schnur als (einziger wesentlicher) Zeuge im Prozess gegen seinen Kritiker genannt.
Alle Umstände sprachen nämlich dafür, dass niemand anderes als er selbst es war, der 1999 eine “online-unterstützte” Dienst-aufsichtsbeschwerde (unter einer nicht öffentlich gemachten URL) eingesehen und ausgedruckt hatte - und darauf mit einem Strafantrag statt einem klärenden Gespräch reagierte.
Nachdem unter Mitverantwortung des Schnur-Parteifreundes und Oberstaatsanwaltes Georg Werner Balß das bizarre Strafverfahren knapp 5 Jahre später in Michelstadt zur öffentlichen Anklage gebracht wurde, war die Zeugenschaft von Schnur womöglich nicht mehr opportun. Der ohnehin für die örtliche Verwaltung und Justiz nur noch hochnotpeinliche Vorgang hätte durch einen Zeugenauftritt von Schnur eine nicht gewünschte Publizität gewonnen.
So entschied man sich womöglich kurzfristig für eine neue Variante: Es sei leider nicht mehr bekannt, wer im Landratsamt die Online-Dienstaufsichtsbeschwerde im Internet angesehen und ausgedruckt habe.
Diese wenig glaubhafte “Variante” vertrat dann Schnurs Rechtsdirektor Georg Dürig als Zeuge vor Gericht.
In ausgesprochen nervösem Zustand. Sollte er hierbei wissentlich eine uneidliche Falschaussage gemacht haben, hätte er sich strafbar gemacht (was den Beamtenjob kosten kann).
Karl Eppel wurde kürzlich mit Bild und allem Drum und Dran öffentlich gewürdigt:
> Verwaltungsoberrat Karl Eppel leitet seit September 2004 die Hauptabteilung I - Zentrale Verwaltungsaufgaben. Zuvor war er mit dieser Aufgabe bereits zwei Jahre lang kommissarisch betraut. In Stichwörtern notiert sieht der Blick auf seine berufliche Laufbahn so aus: 1965 - 1967 Verwaltungslehrling, dann Übernahme ins Angestelltenverhältnis, und zwar im Ordnungsamt. Die Laufbahnprüfungen für den mittleren Dienst (1971) und den gehobenen Dienst (1975) führen zur Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit (1975). 1981 wechselte Eppel ins Kreistagsbüro, dessen Leitung er 1988 übernahm. <
Im Ortsbezirk Erbach-Lauerbach steht er der SPD vor.
Georg Dürig, Hauptabteilungsleiter des landrätlichen Rechtsamtes, ist in Michelstadt Kontaktperson für die “Arbeitgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen” (AsJ).
Von Amtsrichter Helmut Schmied weiß man in parteilicher Hinsicht nicht allzuviel, außer dass er für das Landratsamt (anredemäßig) nicht der “Herr Richter Schmied” ist, sondern nur der “Herr Schmied”.
Vor einiger Zeit sprach Amtsrichter Helmut Schmied auch der von Edmund Hofmann-Protze (SPD-Schriftführer) geleiteten Odenwälder Arbeiterwohlfahrt eine stattliche Geldbuße zu. Das habe jedoch nichts weiter zu bedeuten.
Hofmann-Protze hat an anderer Stelle mit milieutypischer Intelligenz die vom “Zentrum für demokratische Kultur” positiv wahrgenommenen und filzkritischen “Odenwald-Geschichten” als methodisch angeblich “faschistoid-despotisch” evaluiert.
Dies erklärt Stephan Krieger in seinem Kommentar auf unserer Seite - allerdings erst, nachdem er bzw. die örtliche WASG hierauf angesprochen wurde.
Leider ist das Einfordern elemtarer demokratischer Standards im Odenwald alles andere als “natürlich“.
Die Odenwald-Geschichten werden u.a. gelesen von den örtlichen Grünen, der örtlichen FDP-Spitze, den örtlichen Jusos, wohl auch von einigen CDU-Aktiven, Attac-Aktiven und manchen anderen.
Oft gelesen werden sie auch von anderen Web-Publizisten aus der Region, etwa Claudia Troßmann (kulturblog.de) und Peter Löwenstein (regioblog.de).
Von den Genannten hat sich bis heute niemand in deutlicher Form zum hier dokumentierten (halb-)offiziellen Umgang mit der Meinungsfreiheit geäußert.
Dass sich Odenwälder “Sozialdemokraten” von den Praktiken ihrer Vormänner distanzieren, erscheint ohnehin abwegig, ebenso abwegig erscheint es, dass die Macher der örtlichen Käseblätter dies thematisieren (obwohl sie am Besten wissen, wer und wie eine gefällige Berichterstattung wünscht).
Insbesondere wurde die kommentarlose Löschung eines kurzen, sachlichen Eintrags aus dem Gästebuch des Odenwaldkreises nur von sehr wenigen Personen kritisch kommentiert: Von Frank Schellenberger, Friedrich Volz, einem anonym bleibenden Kommentator (”Gast”) und, nach Rückfrage, von Stephan Krieger, der sich dazu aber nicht persönlich äußerte, sondern für die WASG Odenwald.
Aufschlußreich ist auch, wer sich an einer zurückhaltend formulierten Unterschriftenaktion “Pressefreiheit” im Odenwald” beteiligt hat - und wer nicht. (Momentan ist dort aus technischen Gründen ein Eintrag nicht möglich).
Der Odenwaldkreis hat nicht nur ein Problem durch das bald 60 Jahre währende Machtmonopol einer Partei und die so zur Illiberalität verführten Machtträger.
Schwerwiegender ist, dass es keine politische Kultur gibt, die diesen Namen verdiente. Statt dessen herrschen Filz und Feigheit und man kann sich denken, für wen dieses Klima attraktiv ist - und für wen nicht.
Stephan Krieger kündigt in seinem Kommentar für die WASG noch dies an:
> Wir werden dies sicher auch einmal auf unserem nächsten Treffen am 08. Juli 05 einmal zum Thema machen. <
Da darf man skeptisch sein, allein die zweimalige Verwendung des Wörtchens “einmal” mahnt zur Vorsicht.
Vor allem: Mag man glauben, dass die örtliche WASG auch offensiv für die freie Meinungsäußerung jener streiten würde, die sie und ihre politisch Aktiven womöglich eben so scharf kritisiert wie andere (kommunal-)politisch Aktive?

Trivago ist ein Webportal, das - wie zahlreiche andere - Informationen zu Regionen zusammentragen will. Die Trivago GmbH hat ihren Sitz in Düsseldorf.
Um auf ihr Portal aufmerksam zu machen, hat sich Trivago in hunderten Foren und Gästebüchern eingetragen. Allein eine “Tatjana” hat sich für Trivago in ca. 200 Websites eingetragen, u.a. auch im Gästebuch des Odenwaldkreises.
Es ist fraglich, ob sich Tatjana für Antworten auf ihre vor allem der Werbung dienenden Einträge interessiert.
Dennoch antwortet ihr der Webmaster des Odenwaldkreises, sogar sehr zeitnah, einen Tag später nämlich.
Frank Schellenberger aber wohnt am Ort, richtet eine wirklich interessante Frage an den Webmaster, würde sich bestimmt über eine Antwort freuen und bleibt ungehört.
Er erhält keine Antwort, aber man reagiert: Auch sein Eintrag wird zensiert. Die von Schellenberger zitierte und empfohlene Webadresse wird nachträglich ausgetilgt.
Reinhard Huchthausen, der nicht dementieren will, dass er der hierfür verantwortliche Webmaster ist, ist zugleich der Jugendbildungsreferent des Odenwaldkreises und engagierte sich u.a. auch für das “Jugenparlament” des Odenwaldkreises.
Mit seinem hier demonstrierten Verhalten ist Huchthausen ein “leuchtendes Vorbild” für die Odenwälder Jugend und für die proklamierten “demokratisch-parlamentarischen” Ideale.
Hat irgendjemand behauptet, dass Antwort und Verantwortung dazugehören und Jugendliche dies vorbildlichen Erwachsenen wie Huchthausen abschauen sollen?
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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