Odenwald Geschichten

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Samstag, 31. Dezember 2005

Gerhard Grünewald bekennt: Reinhard Köthe einziger fähiger Journalist beim Odenwälder Echo

von @ 1:54. Kategorien: Unbestimmt

So muss (oder kann) man die Würdigung seines Kollegen Köthe wohl verstehen:

>Wenn ein komplizierter Zusammenhang im ECHO auf einmal verständlich daher kommt, exakt beschrieben und in einer unterhaltsamen Geschichte erzählt, die niemanden mit Schnörkeln langweilt, dann steht zu vermuten, dass Reinhard Köthes Kopf dahinter steckt. <
Quelle: Odenwälder Echo, Der Kenner schreibt, 31. 12. 2005

Was Grünewald hier aufzählt, ist genau das, was jeden guten Journalisten auszeichnen sollte.
Ihn selbst zeichnet heute aus, sich immerhin (wenn auch indirekt) zur eigenen Unfähigkeit zu bekennen.
Tatsächlich würde hinter einem entsprechend verfassten Artikel niemand den Kopf von Gerhard Grünewald “vermuten”.
Findet sich also am Ende eines Echo-Artikels das Kürzel gg, weiß man: Der Nicht-Kenner (oder Nichtskönner?) schreibt.
Wünschen wir ihm alle für 2006 Fortschritte auf dem beschwerlichen Weg zum besseren Lokaljournalismus! Guten (Stift-)Rutsch!

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Freitag, 30. Dezember 2005

Odenwälder Traditionsbrauerei Schmucker vor dem Aus? 100 Beschäftigte fürchten um ihren Job

von @ 9:45. Kategorien: Schmucker-Drama, Wirtschaft


Die Hessenschau berichtete heute über die Krise der in Mossautal beheimateten Traditionsbrauerei. Interviewt wurden die Schmucker-Mitarbeiter Norbert Weinhold
und Peter Grädel, sowie Bürgermeister Willi Keil.
Gerüchten zufolge soll schon im vorigen Jahr eine familieneigene Villa verkauft worden sein, um die Auszahlung der Löhne sicher zu stellen.
Die Banken wünschten einen Verkauf der Privatbrauerei und sollen entsprechenden Druck ausüben. Als Kaufinteressent gelte die Eder-Brauerei.
Bürgermeister Keil äußerte im Interview die Hoffnung, dass die Marke, der Standort und die Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Die Firmenleitung mochte keine Stellungnahme abgeben. Bestätigt wurde lediglich, dass Sanierungsgespräche geführt würden.
Erst Ende Januar 2006 sollen die Beschäftigten Gewissheit erhalten, wie es für sie und Schmucker weitergehen wird.

Der Bericht der Hessenschau kann unter hr-online.de mit dem Windows Media Player oder dem RealPlayer abgerufen und gesehen werden.
Im Gästebuch von Schmucker ist die Krise derzeit kein Thema - oder darf keines sein.

Die sich über 225 Jahre erstreckende Schmucker-Chronik wird hier in Auszügen zitiert:
>1780: Der Urahn Nikolaus Schönberger, im Volksmund “Hirschwirt” genannt, braut sein eigenes Bier für die “Brauerei-Gaststätte”. Seine Vorfahren stammen aus dem Histertal in der Schweiz. Sie wurden vom damaligen Grafen Franz zu Erbach im Mossautal angesiedelt, dessen Bevölkerung nach dem 30-Jährigen Krieg nahezu ausgestorben war. […]
1895: Der Name ändert sich: “Johann Gottlieb Schmucker aus Beerfelden heiratet ein und übernimmt das “Schönberger Gut” mit der Brauerei. […]
1921: Friedrich Gottlieb Schmucker übernimmt die Brauerei.
1934-1939: Langsam beginnt wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung. Das Brauereigebäude wird aufgestockt. Die Anlagen werden modernisiert. […]
1948: Peter Lippmann, der Schwiegersohn von F.G. Schmucker, beginnt seine erfolgreiche Tätigkeit.
1978: Peter Lippmann übergibt die Geschäftsführung an seinen ältesten Sohn Friedrich Martin Lippmann. Felix Lippmann wird geboren. In der Chronik zur 250-Jahr-Feier soll es etwa bei der Jahreszahl 2010 heißen: Friedrich Martin Lippmann gab die Geschäftsführung an seinen Sohn Felix Lippmann ab.[…]
2003: Das Jahr 2003 wird das bisher ertragreichste Jahr unserer Firmengeschichte. < Quelle: schmucker-bier.de

Schon vor 3 Jahren gab es Gerüchte um einen möglichen Verkauf der Schmuckerbrauerei:

> Friedrich Martin Lippmann, Chef der Brauerei Schmucker: “Verkaufsgerüchte sind gequirlte Scheiße!”
dies antwortete Lippmann explizit auf eine entsprechende Frage von Judith Lannert. Die Landtagskandidatin der CDU hatte gemeinsam “mit der aus dem Hessischen Landtag ausscheidenden Abgeordneten Inge Velte, sowie Dr. Arno Zips, Kandidat für das Amt des Odenwälder Landrats bei der Wahl am Sonntag der Schmucker-Privatbrauerei im Mossautal einen Besuch abgestattet.”
Lippmann “erklärte, dass er wörtlich zitiert werden dürfe. Er würde niemals seine Brauerei verkaufen. Bei den Gerüchten handele es sich um eine Zweck orientierte Unterstellung benachbarter Brauereien, die ihre Kapazitäten erweitert hätten und nun auch gern auslasten wollten. Im Gegenteil, die Brauerei wolle weiter wachsen und neue Arbeitsplätze generieren…< Quelle: pdh/odw-journal.de (Januar 2003)

Hier wurden entsprechende Gerüchte zunächst als Scherz gewertet, offenbar ein Irrtum - leider:

>Möglicherweise herrschte im Odenwald zeitweise Weltuntergangsstimmung. Im Gästebuch des Landratsamtes und im Pinboard der Odenwald-Geschichten hatte ein Unbekannter (Anti-Eichbaumfront / Odenwälder Patriot) das Gerücht vom nahen Ende der Privatbrauerei Schmucker lanciert. Ein gelungener Scherz.
Ausgebrütet wahrscheinlich in der Mensa der FH Weihenstephan - von Stephan Harreus (24) aus Heubach. Student der Forstwirtschaft. Hobbies: Pfeife rauchen, Motorrad fahren, Paragliden
…< Quelle: odenwald-geschichten.de (30. 7. 2003)


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Strafe für Weblog - Französische Literatenszene sieht Meinungsfreiheit gefährdet

von @ 11:06. Kategorien: Medien, Justiz

>Brice Petit ist Französischlehrer in einem Gymnasium der südfranzösischen Stadt Carpentras. Außerdem ist er Dichter und gibt eine kleine Literaturzeitung heraus. Eines Abends wird er gemeinsam mit einem Kollegen Zeuge, wie Polizisten einen Mann misshandeln. Sieht, wie sie das blutige Gesicht mit Knien auf den Asphalt drücken. Das ist ihm unerträglich. Er fordert die Polizisten auf, den Mann korrekt zu behandeln. Und sagt, ganz der Lehrer: “Ich lasse nicht zu, dass ein Mensch im Land von Montaigne, Voltaire und Rousseau so behandelt wird.”
Die Polizisten drängen ihn zur Seite, erzählt Petit. Eine Beamtin schreit, er habe sie geschlagen. Daraufhin wird Brice Petit in Handschellen abgeführt. Vorher wurde ihm noch die Brille heruntergerissen.
Die Polizei unterstellt mir Aussagen, die ich nicht gemacht habe. Zwölf Stunden Polizeihaft, Leibesvisitation, Beleidigungen - ich werde verunglimpft und soll verunglimpft haben, ich werde vom Verleumdeten zum Verleumder… Das wird zum Regelfall in unserem Land. Viele Bürger versuchen, die Polizei zur Vernunft zu bringen und werden dann wegen Beamtenbeleidigung angeklagt. […]
Diese 12 oder 13 Stunden, die ich in Gesellschaft der Polizei verleben musste, diese Erniedrigung, die darf ich doch, so glaube ich wenigstens, meinen Freunden und Angehörigen erzählen. Dass der Geheimdienst meinen Schulleiter anruft, um Einzelheiten über mein Leben in Erfahrung zu bringen - das ist nicht diffamierend. Dass man mich unter falschen Vorwänden vor Gericht zitiert - das ist nicht verleumderisch in unserem Land. Aber dass ich peinlich genau erzähle, wie es mir ergangen ist und dass mir ein Unbekannter dies und ein Unbekannter das angetan hat - das also ist Diffamierung. ”
Am 31. August kam es zum Prozess. Das Gericht sprach Brice Petit vom Vorwurf der Beamtenbeleidigung frei - so etwas kommt in Frankreich äußerst selten vor. Aber: es verurteilte ihn und Jean-Michel Maulpoix jetzt wegen “Diffamierung”. Weil sie den Fall, also die verleumderischen Beschuldigungen der Polizisten und dabei auch die Namen der Kläger veröffentlicht haben, sollen sie den betroffenen Polizisten 6000 Euro und die Prozesskosten zahlen. Ein Urteil, das die Betroffenen schockiert, dass sie als ungerecht und gefährlich empfinden.
Unterdessen haben über 400 prominente Schriftsteller, Professoren, Buchhändler und Herausgeber den Verurteilten ihre Unterstützung erklärt. Sie haben auch die Summe von 6000 Euro gesammelt, weil sie es als Ehrensache betrachten, dass Petit und Maulpoix die Strafe nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen, falls das Berufungsgericht das Urteil bestätigt.< Quelle:
Deutschland Radio Kultur, Strafe für Weblog, 28. 12. 2005

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Grundsatzurteil: Verwaltungsgericht Darmstadt verhindert Abschiebung zweier Familien in den Kosovo

von @ 10:11. Kategorien: Justiz

>Beide Familien, eine davon lebt in einer Gemeinde im südlichen Teil des Kreises Bergstraße, seien in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht integriert, so dass die Rückkehr insbesondere für die minderjährigen Kinder nicht mehr zumutbar sei, entschied das Gericht in den am Mittwoch veröffentlichten Urteilen (Az: 4 E 2800/03 und 8 G 2120/05). […]
Die Richter ließen sich von der Leistung der Bergsträßer Familie beeindrucken, die weitgehend ihren Lebensunterhalt selbst bestritten habe und deren vier Kinder „mit gutem bis sehr gutem Erfolg“ deutsche Schulen besuchten. Die Eltern leben seit 13 beziehungsweise elf Jahren nicht mehr im Kosovo. Im zweiten Fall befand das Gericht, dass die Abschiebung der Offenbacher Familie nicht mit dem Menschenrecht der Kinder auf Achtung des Privatlebens vereinbar sei.[…]
Der für die Ausländerbehörde des Kreises Bergstraße in Heppenheim zuständige Dezernent Jürgen Lehmberg (CDU) kündigte an, er erwäge eine Zulassungsbeschwerde, um die Berufung vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel zu erzwingen.[…]
Gerichtssprecher Dienelt sagte, mit den Urteilen werde auch dem Erlass des Innenministers die Rechtsgrundlage entzogen. Für die Darmstädter Richter war es nicht mehr entscheidend, ob den Familien im Heimatland der Eltern Gefahr für Leib und Leben droht.[…]
Dienelt wies auf die „erhebliche Bindewirkung“ der Darmstädter Verfahren. Vermutlich seien die Urteile „weit über Hessen hinaus“ von Bedeutung.< Quelle: Darmstädter Echo, Urteile wirken „über Hessen hinaus”, 29. 12. 2005

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Donnerstag, 29. Dezember 2005

Bizarrer Entführungsfall: Susanne Osthoff und Bruder Robert Osthoff am Rande des Nervenzusammenbruchs

von @ 10:37. Kategorien: Gesellschaft

>Der Entführungsfall Susanne Osthoff nimmt immer bizarrere Formen an. Nicht nur, dass ständig neue Informationen auftauchen, die die 43-jährige Archäologin aus Glonn ins Zwielicht rücken. Jetzt sorgt auch ihr Bruder Robert Osthoff für Schlagzeilen. Nach Informationen unserer Zeitung ist der Grafinger am Dienstagabend von der Polizei wegen “Selbst- und Allgemeingefährlichkeit” in ein Bezirkskrankenhaus eingewiesen worden.
Nach Augenzeugenberichten hatte Robert Osthoff in einer Grafinger Gaststätte versucht, dem Wirt ein blutiges Messer zu verkaufen. Der Preis: ein Euro. “Der hat vollkommen wirres Zeug geredet”, so der Gastronom gestern gegenüber unserer Zeitung.< Quelle: Ebersberger Zeitung,
Blutiges Messer für einen Euro, 29. 12. 2005

Der Tagesspiegel zitiert die Psychiaterin Isabella Heuser (Berliner Charité), die Susanne Osthoffs Antworten in einem ZDF-Interview mit Marietta Slomka “psychopathologisch auffällig” fand:
>Im ZDF-Interview machte Susanne Osthoff einen merkwürdigen, ja bizarren Eindruck. Tief verschleiert gab sie der Moderatorin Marietta Slomka aus dem Studio des arabischen Senders Al Dschasira in Doha in Katar Antworten, in denen Personen, Zeiten und Orte durcheinander gingen. Wirr, zerfahren, meist ohne jeden Bezug zu den Fragen.[…]
„Jeder Laie erkennt: Frau Osthoff ist ein Stück aus der Realität herausgerutscht“, sagt Isabella Heuser, Psychiaterin und Klinikdirektorin an der Berliner Uniklinik Charité. „Sie kann nicht mehr klar denken.“ Form und Inhalt von Osthoffs Antworten sind für Heuser „psychopathologisch auffällig“.[…]
Frau Osthoff antwortete öfters „paralogisch“, also in sich widersprüchlich („Wenn ich etwas frage, dann tue ich es“) und „tangential“, redete also an den Fragen vorbei. Vor allem aber sprach sie ohne inneren Zusammenhang, zum einen weitschweifig, zum anderen an konkreten Einzelheiten haftend. Sie nannte plötzlich ihre Heimatstadt Glonn, erinnerte an den Streit mit einem Vermieter. […]
Schließlich lässt sich nicht ausschließen, dass Frau Osthoff schon psychisch krank war, als sie entführt wurde. „Die geistige Zerfahrenheit, das Danebenreden, das der Logik Widersprechende, die paranoiden Elemente – all das zeichnet den Denkstil von psychotisch Erkrankten aus“, sagt Heuser.< Quelle: Tagesspiegel, Ohne klares Denken, 30. 12. 2005

Das Interview mit Osthoff findet sich in vollem Wortlaut unter zdf.de.

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Mord in Bensheim: Ermittler legen weitere Ergebnisse vor und stellen Fragen

von @ 11:27. Kategorien: Polizei


>Das Projektil, mit dem am 4. November ein 24 Jahre alter Friseur aus Weinheim erschossen wurde, stammt nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg aus der Waffe, die einem 29 Jahre alten Mann gehört, der in Untersuchungshaft sitzt. Dieser Mann soll auch den Schuss abgegeben haben, teilten Staatsanwaltschaft Mannheim und Polizeidirektion Heidelberg gestern mit. Die Leiche war am 15. Dezember einbetoniert in einem Keller in Bensheim gefunden worden. Als Tatverdächtige sitzen drei Männer in Untersuchungshaft.
Beim Landeskriminalamt waren die sichergestellte tschechische 7,65-Millimeter-Pistole und das bei der Obduktion gefundene Projektil untersucht worden. Danach steht fest, dass das Geschoss aus dieser Pistole abgefeuert wurde.
Fest stehe auch, dass die drei Tatverdächtigen und das Opfer in verschiedenen Autos zu einem Treffen nach Bensheim gefahren und dort an einem noch nicht bekannten Ort in einen dunklen Wagen vom Typ Opel Kadett Caravan älteren Baujahres umgestiegen waren. Dieser Opel soll nach der Tat ohne Beifahrersitz „entsorgt“ worden sein. In diesen Zusammenhängen fragt die Polizei:
Wer hat am Freitag, 4. November, den dunklen Opel Kadett Caravan in Bensheim gesehen, wer weiß, wo das Auto jetzt ist?
Wer kann Angaben zu dem Beifahrersitz machen; wo wurde ein solcher Sitz entdeckt?
Wer kann Angaben zu blauen Müllsäcken machen, die „wild“ in der Landschaft entsorgt wurden?
Wer kann Angaben zu mittelbraunem Lehmboden machen, der zusammen mit Betonbrocken – höchstwahrscheinlich unmittelbar neben einer Straße oder einem Fahrweg – gekippt wurde?
Es erscheint denkbar, dass die Gegenstände an einer Baustelle abgelagert oder in einen Baustellen-Container geworfen wurden.< Quelle: Echo, Schuss aus der Pistole des Hauptverdächtigen, 29. 12. 2005

Am 17. 12. hatte die Wormser Zeitung über die Hintergründe des für “Odenwälder Verhältnisse” äußerst kaltblütigen und brutalen Mordes berichtet:

> Am späten Mittwochabend fanden Beamte einer Ermittlungsgruppe der Heidelberger Kriminalpolizei im Keller eines Hauses die einbetonierte Leiche, zu deren Bergung schweres Gerät eingesetzt werden musste.[…]

In der Nacht vom 4. auf den 5. November 2005 war es im Bereich Bensheim zu einem Treffen zwischen Akin Kasikci und den beiden in Mainz festgenommenen Tatverdächtigen, einem 29-jährigen Türken und einem 31 Jahre alten Serben, gekommen. Mittlerweile wurde auch gegen einen türkischen Werkstattbesitzer aus Bensheim Haftbefehl erlassen. Auch er soll bei dem Treffen dabei gewesen sein.
Die Beteiligten waren in verschiedenen Fahrzeugen in die Nähe von Bensheim gefahren und dort gemeinsam in einen weiteren Wagen umgestiegen. In diesem wurde Akin Kasikci dann wenig später auf der Fahrt durch Bensheim erschossen. Als Tatwaffe kommt eine tschechische Pistole in Frage, die am 6. Dezember bei der Festnahme des 29-jährigen Türken in der Mombacher Straße in Mainz gefunden worden war.
Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass das Treffen von den Beschuldigten bewusst herbeigeführt worden war, um den Friseur zu töten. Auch die Beseitigung der Leiche durch Einbetonieren sei geplant gewesen. Hintergrund des Verbrechens sind offenbar Geldforderungen an den 29-jährigen Türken. Die Beteiligten hatten nach Angaben der Polizei in der Vergangenheit eine größere Anzahl von Verkehrsunfällen fingiert und Versicherungen betrogen. Im Zusammenhang mit einem im September 2005 fingierten Unfall waren Kasikci und der 29-jährige Verdächtige in Streit geraten. Kasikci fühlte sich von seinem Komplizen offenbar betrogen und forderte Geld von ihm. < Quelle: Wormser Zeitung /dpa


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Mittwoch, 28. Dezember 2005

Willi Utzinger (WASG): “Es kam noch nie etwas Gutes aus den USA! Die ganze Welt wird veramerikanisiert”

von @ 8:51. Kategorien: Politik, Politik

Dies schreibt Willi Utzinger im Forum der WASG Odenwald. Er beweist damit eine famose Geschichtsvergessenheit, der im WASG-Forum niemand widersprechen mochte, nicht einmal Utzingers apodiktischer Zuspitzung
Jeans, Jazz, Soul, Rock … als weltweit seh- und hörbare Ausprägungen einer “amerikanisierten” Kultur mag einer als Liebhaber von Trachtenkleidung und deutscher Volksmusik ja abschätzig betrachten.
Kann er aber ebenso abschätzig über die Rolle der USA bei der Niederringung der zwei menschenverachtenden, totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts urteilen?
Ohne die USA hätte zunächst Hitler oder später Stalin obsiegen können.
Historische Alternativen, die für die Verfechter eines strikten Antiamerikanismus anscheinend keinen Schrecken besitzen.


Aberwitziges Demokratieverständnis

Willi Utzinger hat die kritischen Anmerkungen zu seinem provokanten Diktum nun kommentiert. Weil er hier beim Wort genommen wurde, erwägt er allen Ernstes “rechtliche Schritte” gegen die “Odenwald Geschichten”.
Dass sein mit Ausrufezeichen versehener Satz (”Es kam noch nie etwas Gutes aus den USA!“) hier angeblich anders interpretiert (!) wurde, als er es (angeblich) gemeint habe, grenze an “Verleumdung” - wobei ihm bekannt ist, dass hier ein Link gesetzt ist, der es dem Leser erlaubt, seinen vollständigen (amerikakritischen) Text im WASG-Forum nachzulesen.
Man kann sich lebhaft vorstellen, wie es um die Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland stünde, hätte ein Willi Utzinger die Regierungsmacht.
Kritische Journalisten und Publizisten sähen sich womöglich einer Prozesswelle (wegen “Verleumdung”) ausgesetzt, wie man sie vor allem aus östlicher gelegenen Staaten (Weißrussland, Russland, Türkei u.a. ) kennt.

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Absolut inkompetente Partyausrichtung? Michelstädter Abiturienten wehren sich gegen Vorwürfe

von @ 11:25. Kategorien: Menschen

>„Das ist doch alles Quatsch“, „Übertreibt mal nicht!“. All dies sind Sätze, dich ich in den letzten Tagen des Öfteren zu hören bekam.
Worum es geht? Naja liebe Leserinnen und Leser, vielleicht haben auch Sie schon etwas davon gehört: Die Abiparty des Jahrgangs 2006 des Gymnasiums Michelstadt am 12. 11. im ehemaligen „Planet“.
Das Schuljahr hat zwar erst im September begonnen, doch kaum war es soweit, wurde natürlich auch schon geplant, wie, wann und vor allem wo man die die Abipartys feiern könnte, denn bekanntlich ist dies die einzige Einnahmequelle um die Abiturzeitung zu finanzieren. Kurzum: man kam auf die Idee, die Räumlichkeiten des ehemaligen „Planet“ in Michelstadt zu nutzen.

Das hieß nun erst einmal: Renovieren, renovieren und nochmals renovieren, um das „Planet“ wieder ansehlich zu gestalten und um den Auflagen für eine öffentlich Veranstaltung gerecht zu werden. Dank der Unterstützung der Michelstädter Wasserwerke, der Feuerwehr, des Ordnungsamtes der Stadt Michelstadt, der Handwerker der Firma Koziol und vieler anderer Helfer konnten, die laut Meinung des Besitzers absolut unbrauchbaren Räume, soweit hergerichtet werden, dass sie für eine entsprechende Veranstaltung abgenommen und genehmigt werden konnten.

Gedacht war an alles: diverse Genehmigungen, Notausgänge, Security, nun dann konnte es losgehen.
Die Party an sich verlief ohne Probleme: keine Schlägereien, keine Diebstähle, nichts. Eigentlich alles reibungslos. Bis zum Ende hin. Uns wurde genehmigt, bis um 3 Uhr morgens Musik zu spielen, bei der Übergabe der Genehmigung hat man uns außerdem deutlich darauf hingewiesen, dass es kein Problem sein, die Party auch bis 4 Uhr hin auszudehnen. Um 3:30 bekamen wir einen Anruf der Polizei, dass sich Anwohner über Ruhestörung beschwert hätte, und wir schnellstmöglich die Party beenden sollten. Der Forderung wurde selbstverständlich nachgekommen, die Musik ausgeschalten und die Besucher darauf aufmerksam gemacht, dass die Veranstaltung nun beendet sei. Ungefähr eine viertel Stunde später stattete die Polizei uns persönlich einen Besuch ab und verhielten sich uns, sowie den Besucher gegenüber so, dass bei den anwesenden Schülern, Erwachsenen und Securityleuten kein Verständnis dafür vorhanden war.
Weitere Probleme schlossen sich an: nicht nur die Polizei zeigte uns deutlich, dass Sie unsere Veranstaltung nicht guthieß, nein auch das Ordnungsamt, sowie der Besitzer eines nahe gelegenen Spiel-Lokals waren nicht mit dem Ausmaß der Veranstaltung sowie deren Durchführung zufrieden gewesen. Zum einen wurden wir (unschuldig) der Schwarzgastronomie bezichtigt, zum anderen seien unsere Sicherheitsvorkehrungen, welche auch als „absolut inkompetent“ betitelt wurden, bei weitem nicht ausreichend gewesen…<
Der letzte Abschnitt des Leserbriefs von Sandra Busmanis (abi2k6.net) kann im Kommentabereich nachgelesen werden.

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Ex-Redakteur der Mainzer AZ fragt: “Ist das mit der Pressefreiheit vereinbar?”

von @ 11:09. Kategorien: Presse

>Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungen getreu dem Motto: “Eine Krähe hackt keiner anderen ein Auge aus” nicht über andere Blätter berichten?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungen in Kommentaren andere Firmen schärfstens kritisieren, die Arbeitskräfte entlassen, aber dies klammheimlich ebenfalls tun?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger bei Strukturreformen gegen den Willen ihrer Redaktionen aberwitzige Experimente mit Menschen machen?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger ihre Redaktionen personell stark ausdünnen und anfallende Überstunden nicht bezahlen wollen?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger in ihrem Blatt keine kritischen Kommentare gegen Arbeitgeber zulassen?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger keine kritischen Berichte über Anzeigenkunden dulden?

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Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger Produkte oder Veranstaltungen von Konkurrenten totschweigen?

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Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger sich an keine Arbeitsverträge halten und jede Kritik daran empört von sich weisen?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger sich wie Diktatoren benehmen?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungsverleger streikende Redakteure nach Arbeitskämpfen strafversetzen?

Ist es mit der Pressefreiheit vereinbar, wenn Zeitungen über bestimmte Personen nicht berichten?< Quelle: http://medien-news.blog.de

Ernst Probst, Betreiber des Blogs “Medien-News”, war von 1973 bis 1994 für die Allgemeine Zeitung Mainz als Redakteur tätig.

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Erbacher Schloss: Versprechen zur Neuausrichtung des Museums nicht eingelöst

von @ 10:57. Kategorien: Erbacher Schloss

>Wenn für das Erbacher Schloss zum 1. März 2006 die Winterpause endet, dann wird die neue Betriebsgesellschaft die Gräflichen Sammlungen zunächst einmal kaum anders präsentieren, als es das Grafenhaus Erbach- Erbach jahrzehntelang getan hat.
Zur versprochenen Neuausrichtung des Museums mit Hilfe des eigens gebildeten Unternehmens haben Land, Stadt und Odenwaldkreis nämlich bisher nicht angesetzt.
Wie berichtet, war der umstrittene Erwerb des Anwesens für 13,3 Millionen Euro auch mit dem Versprechen verknüpft worden, das Schloss zu einer Touristenattraktion ersten Ranges auszubauen.[…]
Wir haben am 17. Januar eine Gesellschafterversammlung, in der die Konzeption vorgelegt wird“, teilte Jürgen Walther auf Anfrage mit. Er ist Geschäftsführer der Odenwald-Regionalgesellschaft (Oreg), die in der Betriebsgesellschaft den Kreis vertritt….< Quelle: Odenwälder Echo, Vorerst weiter wie beim Grafen, 27. 12 005

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