
Was ist da nur los? Erst vor kurzem war aus einer zugesandten mail zu erfahren, dass nicht nur der Odenwälder Kartoffelkönig Schnur, seine Untergebenen im Landratsamt und seine Hofberichterstatter schräg gegenüber im amtlich widerhallenden Echo zu den regelmäßigen Lesern dieses kleinen Blogs zählen, nein, auch Redakteure des SPIEGEL seien im Rahmen von Recherchen (Dagmar Metzger/ HSE) auf odenwald-geschichten.de fündig geworden.
Es freut auch, dass sich die Odenwald-Geschichten im Wikio-Ranking unter den Top Blogs Deutschland befinden.
Und nun gibt sich und uns auch noch Patrick Beuth durch eine Erwähnung in der Frankfurter Rundschau die Ehre.
In seinem schon Anfang April erschienenen Artikel über hessische Weblogs (”Dummgebabbel und Lokalpolitik“) nennt er sechs regional fokussierte Seiten und würdigt zwei südhessische so:“Diese Seiten gehen über das klassische Tagebuch weit hinaus. Blogger wie Löwenstein und Wellner wollen eine Gegenöffentlichkeit schaffen und Themen aufgreifen, die sie in den etablierten Medien für unterrepräsentiert halten.”
Gemeint sind Peter Löwensteins Regioblog und die Odenwald-Geschichten.
Das ist jedenfalls nicht falsch (bis auf die falsche Schreibung).
Es hätte sich allerdings gelohnt, auch jene (lokale) “Öffentlichkeit” zu beleuchten, die eine bloggende “Gegenöffentlichkeit” erst evoziert. Im allerlokalsten Odenwaldkreis etwa handelt es sich um die von dem “etablierten” Medium “Odenwälder Echo” (spiritistisch?) hergestellte und repräsentierte Öffentlichkeit.
Vor 2 Jahren hätten sich die “Öffentlichkeit” des Odenwälder Echo und die der Frankfurter Rundschau für einen Moment sogar kreuzen können.

Es ging um die “Micky-Affäre“. Deren groteske Umstände machten schon damals die Rundschau (in Gestalt von Frank Methlow) auf die “Odenwald Geschichten” aufmerksam. In diesem Fall war es eine Geschichte, die gewissermaßen im Landratsamt selbst verfasst wurde.
Von einem Computer der KJC-Abteilungsleiterin Sandra Schnellbacher wurden unter dem Pseudonym “Micky” wiederholt Jubelkommentare über die Arbeit des Kommunalen Jobcenters versandt.
In unserem Kommentarbereich sind sie auch heute noch erreichbar und lesbar. Wer sich in trüben Stunden erheitern möchte, sollte hereinschauen. Die durch die email-Adresse sschnellbacher@web.de identifizierte Person “Micky” schrieb beispielsweise dies:
>Ich will arbeiten und hab das meinem Fallmanager auch gesagt. Der hat sich dann auch wirklich gekümmert und mir einiges angeboten. Das das mit dem Geld nicht immer gleich klappt ist auch für mich ärgerlich gewesen, aber nachdem ich mich da mal länger mit meinem Fallmanager und auch dessen Vorgsetztem unterhalten hab, haben die mir mal erklärt woran es hängt. Hey, die Jungs im Job-Center habens doch auch nicht leicht. … Übrigens: Ich hab Arbeit gefunden und bin demnächst nicht mehr auf staatliche Unterstützung angewiesen, allenfalls noch solange, bis ich die erste Kohle von meinem neuen Arbeitgeber habe. Dafür kann ich mich beim Job-Center bedanken.<

[Die neue Geschichte vom ominösen “Bekannten”, einem unbekannten “jungen Mann”, dem Sandra Schnellbacher wiederholt zu später Stunde ihren privaten Computer überlassen haben will, die musste man nicht wirklich glauben. Es ist ganz normal, zumal in der lokalen Administration, dass eine neue Lüge gleich die nächste gebiert. ]
Könnte man sich im Rest der Republik vorstellen, dass solche Zeilen vom Behördenleiter selbst verfasst und versandt werden? Im Odenwaldkreis ist solches vorstellbar … und noch mehr. Davon und von noch mehr handeln die Odenwald-Geschichten.
Könnte man sich im Rest der Republik vorstellen, dass eine solche Affäre von der örtlichen Zeitung komplett totgeschwiegen wird? Im Odenwaldkreis ist derartiges nicht nur vorstellbar sondern sogar die Regel.
Insbesondere die journalistischen Zustände ähneln hier denen der untergegangenen (Prä-Perestroika) Sowjetunion.
Man könnte natürlich mit Patrick Beuth euphemistisch sagen, dass etwa das “Micky”-Thema im lokal “etablierten” Medium Odenwälder Echo “unterrepräsentiert” war - und zwar mit keinem Wort.
Und dass dieser Blog, schon weil er involviert war, zu dem dort “unterrepräsentierten” Thema eine Gegenöffentlichkeit geschaffen hat.
Man könnte aber auch denken, dass unter den Bedingungen eines korrumpierten Lokaljournalismus, der sich aus verschiedenen Gründen mit der lokalen politischen (All-) Macht gutstellt, kritische Weblogs ein wenig auch dem Samisdat ähneln.
Aber Samisdat war gestern, heute ist es das Web, das weltweit in totalitär verfassten Gesellschaften die Verbreitung kritischer Texte ermöglicht. Gesegnet sei dafür Tim Berners-Lee.
Das erfuhr man jetzt in einem (fast gleichnamigen) Artikel in der FAZ. Was Thomas Thiel über seine “Reise durch die Blogsphäre” schreibt, kommt gescheiter daher als ähnliche, sphärische Annäherungen, wie sie jüngst etwa in der Süddeutschen Zeitung zu bestaunen waren.
Von Thiel erfährt man, dass der Blogger Robert Basic in einer “internationalen Studie unter die zwanzig wichtigsten Blogger” eingeordnet worden sei.
Hat der das in seinem typischen Understatement auf dem eigenen Blog gar nicht erwähnt?
Man konnte es ahnen, dass Basic nicht nur IT-Freak ist, sondern auch einen Haufen Bildung mitbringt. Hier erfährt man, woher.
Sein (Basic) “Thinking” gründet sich u.a. auf die Frankfurter Stadtbibliothek, in der er “regalweise Bücher verschlang“.
Weil es nett zu lesen ist und Basic in dem Bericht gut und treffend portraitiert wird, hier einige Auszüge:
>Robert Basic, der als wichtigster deutscher Blogger gilt, nennt das „feeling“, und wer es nicht selbst erfahren habe, könne es nicht verstehen. Auch Basic, eingehüllt in Zigarettenrauch, grüßt freundlich aus seiner dunklen Souterrainwohnung in der hessischen Kleinstadt Usingen, in der auf einem unauffälligen Wandtisch ein einzelner Computer steht.
Sofort nimmt er auf jene ansatzlose und selbstverständliche Weise das Gespräch auf, als hätte er es nicht mit einem Unbekannten, sondern einem seiner vielen Blogbesucher zu tun, die er täglich freundschaftlich und geduldig mit Informationen über technische Neuigkeiten, Videoschnipseln und Gute-Laune-Themen unterhält. Robert Basic hat viele und treue Besucher. Als einzigen Deutschen ordnete ihn jüngst eine internationale Studie unter die zwanzig wichtigsten Blogger ein. Um die achttausend Leute besuchen ihn täglich.
Darauf gibt er, sagt er, nicht viel, sagt es glaubwürdig und ohne mühsam zurückgehaltenen Stolz. Robert Basic unterhält ein eigenes Wissensuniversum mit bizarren Querverbindungen und Gedankensprüngen. Sein Grundton ist philanthropisch und liberal, doch ohne politisches Sendungsbewusstsein. Es geht ihm nicht um Politik, es geht ihm um die Menschen, die er gern von ihrer besseren Seite wahrgenommen wissen will, auch um den Preis, Gegensätze zu minimieren. Tiefgründige, polarisierende Themen meidet er bewusst in seinem Weblog „Basicthinking“. Er recherchiere nicht, sagt er. Die wenigsten recherchierten. Seit der ersten Abmahnungswelle habe man immer Angst als Blogger, überhaupt sei die ganze Blogosphäre vorsichtiger geworden. Es sei unheimlich.
[…]
Würde er tiefer bohren und kritischer werden, sagt Robert Basic, könnte er das Grundvertrauen verlieren. Damit meint er die Überzeugung, dass alles geht, wenn man den mündigen Bürger von Regeln befreie. Wozu Regeln? „Es geht doch auch ohne“, sagt er und lacht.
Das Gespräch zieht Kreise weit über das beschauliche Usingen im nördlichen Schatten des Taunus hinaus. Ist es Kaffeesatzlektüre, im lokalen Milieu den Antrieb des Bloggens zu suchen? „Geh mal bitte in Usingen irgendwohin und unterhalte dich über Meme, Stanislaw Lem und Lotus Notes. In den Blogs kannst du das. Ich würde sterben, wenn ich mich nicht austauschen könnte“, sagt Robert Basic, der als selbständiger Informationstechniker arbeitet. Mit dem Blog urbanisiert er seine Provinz.
Es ist eine weite Provinz geworden, die Basic in seiner weitschweifenden, rhapsodischen Manier bewirtschaftet: Er redet von der Frankfurter Stadtbibliothek, in der er als Jugendlicher regalweise Bücher verschlang, ganz unbefangen in alphabetischer Reihenfolge und nach der Farbe des Einbands. Das Orange von Lem! Die dicken Geschichtsbücher von Churchill! Robert Basic ist mit der Welt per du. Er redet von „Larry und Zaggy“ (den Google-Gründern), dem „Jules“ (Jules Verne), der einfach die beste Sprache habe, etwas zu erklären, auch den „Butt“ (“oder sagt man ,Batt’?“) hat er gelesen, gemeint ist der Roman von Grass. „Fischromane“, sagt er dazu, weil sie auf dem Meer spielen.
Robert Basic ist keiner Kulturtradition verpflichtet, von Mikrochips, die wir uns vielleicht eines Tages in den Kopf schieben werden, kommt er zu Platon, Faust und den haptischen Erfahrungen des Bücherlesens in der Bibliothek von Yale, die er schwärmerisch beschreibt. „Du hast diese Aura, dieses Erhabene, das hast du im Computer nicht. Hier fehlt das in sich Ruhende, das ist immer so ein Haschen. Wir sind so getrieben.“
Warum ist Robert Basic Blogger geworden? Keine Ahnung, er wisse es nicht, er wolle einfach nur quatschen. Und sein Ort in der Blogosphäre? Stille. Eine ungewohnte, lange Stille, ein vorsichtiger Blick unter der Brille hervor, sein Kiefer zieht sich zusammen, den er so gerne verzieht im Stil eines amerikanischen Comedians, um dann plötzlich mit langgedehnten Vokalen herauszuprusten. Er will sich nicht vereinnahmen lassen, seine unbefangene Mitteilungsfreude nicht zugunsten allgemeinverbindlicher Zielbestimmungen aufgeben.
Dann holt er sein neues Mini-Notebook heraus, fummelt ein bisschen daran herum, redet weiter, fummelt wieder. Will er jetzt bloggen? „Wenn ich unter Menschen bin, blogge ich nicht, völliger Schwachsinn!“ Robert Basic will der Welt offensichtlich ein Freund sein. Nur einmal wird er auf eine kindliche Art böse, als er auf die Beleidigungsunkultur zu sprechen kommt, die in die Blogdiskussionen eingezogen ist. „Das darf doch nicht sein. Warum tun die das bloß?“ Sein freundlich-kurioses Gesicht legt sich in Falten.< Quelle: faz.net, Wer bloggt so spät durch Nacht und Wind?, 12. 4. 2008
Wie nur konnte Pat Condell in diesem Weblog so lange unentdeckt bleiben? Der britische “Stand-Up-Comedian” ist einer der Stars des neuen (Video-) Webs, seine (laut Wikipedia) “anti-religiösen Monologe” wurden millionenfach bei YouTube aufgerufen.
Man möchte ihn einen Polemiker von Gottes Gnaden nennen, wäre er nicht ein gnadenloser Atheist.
Gnadenlos ist er allerdings nur auf verbalem Parcours, mit einem Wortwitz, an dem sich der zuletzt satirisch versandende Harald Schmidt ein Beispiel nehmen sollte.
Alle Fundamentalisten sind ihm ein Gräuel: ein ideologisch tief reaktionärer Islam ebenso wie bigotte amerikanische Evangelisten.
In seinen Worten:
>It seems to me that fundamentalist Christians, jihadist Muslims and settlement-building Jews are causing more than their share of trouble in the world. World events are being driven by people with apocalyptic delusions, while here in Britain a paralysing liberal guilt allows religious bigots to use intimidation and violence to stamp out free speech. If you can’t get laughs out of all that, you can’t get them out of anything.<
Auf MySpace gibt er auch Privates preis:
>I was a regular on the UK stand-up circuit until the mid nineties when I got fed up performing to drunken birthday parties, so I started writing for other people. I wrote my most recent show because I believe religion in the modern world is out of control, and is given far too much respect by people who should know better. It enjoys a status it hasn’t earned and doesn’t deserve, and it’s time we stopped pandering to it before it literally destroys us.<
Über seine “Helden” schreibt er dort:
>Heroes are for zeros. But my favourite comedians are: Lord Buckley (especially the live version of The Gasser), Lenny Bruce, Richard Pryor, Rodney Dangerfield, Groucho Marx, Woody Allen, Jerry Seinfeld, Chris Rock, George Carlin, Lewis Black, Bill Maher.<
Das hier präsentierte Video “Appeasing Islam” ist sein bislang meistgesehenes. Seine Kernthese lautet:
>Islam needs to adapt to Europe - not the other way round… What we need in Europe now is not more respect for Islam, its less respect for Islam and more respect for ourselves.<
Mit Letzterem meint er jene Werte und Freiheiten, für die in Europa jahrhundertelang gekämpft wurde und für die viele ihr Leben ließen.
Das 7 Minuten dauernde (und leider oft ruckelnde) Video kann mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen gesehen werden, u.a. auch in Deutsch. (Durch Klick auf die nach oben und unten zeigende Pfeile kann die jeweilige Sprache ausgewählt werden.)
Im Weblog China-Guide heißt es über den nun verurteilten Dissidenten:
>Mit seinem ruhigen Auftreten und dem jungenhaften Lächeln verkörpert Hu Jia auf den ersten Blick alles andere als einen energischen Oppositionellen.
Doch sein bürgerrechtliches Engagement seit über zehn Jahren zeigt, dass dies nur eine Fassade ist.
Dahinter verbirgt sich der eiserne Wille eines Mannes, der Chinas kommunistischen Machthabern den Kampf angesagt hat. “Während seiner ganzen Geschichte war China eine Diktatur”, sagte der 34-jährige Aktivist im vergangenen Jahr.Erst jetzt gebe es eine Chance, erstmals seit 5000 Jahren Demokratie in das Land zu bringen. “Deshalb fühle ich mich geehrt, in dieser Zeit zu leben und deshalb tue ich, was ich tue.”
Sein Engagement wurde dem in Peking geborenen Oppositionellen nun zum Verhängnis. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Subversion zu dreieinhalb Jahren Haft. Hu Jia soll zur Untergrabung des Staates aufgerufen haben.
Seit Beginn seines politischen Engagements sahen sich Hu Jia und seine Frau Zeng Jinyan, die sich ebenfalls für Menschenrechte in China einsetzt, der Überwachung durch Polizei und Behörden ausgesetzt, stets im Bemühen, das Paar einzuschüchtern. […]
Doch nicht nur politisch war Hu aktiv. So setzte sich der überzeugte Buddhist auch für Aids-Kranke in China ein und machte auf deren missliche Situation aufmerksam. […]
Eine von Hu gegründete Organisation hilft Kranken bei der medizinischen Vorsorge. Hu ist laut den Aussagen seiner Frau Zeng selbst an Hepatitis B erkrankt. Sein Gesundheitszustand soll sich zudem nach einer 41-tägigen Haft im Jahr 2006 verschlechtert haben.
Die 24-jährige Zeng und die gemeinsame Tochter der beiden stehen seit Hus Verhaftung im Dezember unter Hausarrest. Zeng betreut einen regierungskritischen Blog, der ihr einen Platz unter den vom “Time Magazine” gekürten 100 größten Vorbildern einbrachte. Darin schrieb sie über ihren Mann: “Er ist überzeugter Buddhist und würde keiner Fliege etwas zu Leide tun. Er ist ein Vegetarier, der die Umwelt schützt und Leben retten möchte. Ein Mensch, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Interessen der einfachen Menschen zu vertreten.” < [Links und Hervorhebungen von uns]
Sinnvoll wäre es, nicht nur das Gesicht der Opfer einer Despotie zu zeigen, sondern auch das Gesicht der Täter, der Schergen.
Die Personen, die an solchen Urteilen mitwirken, ob Staatsanwälte oder Richter, sollten genannt und geächtet werden.
Hu Jia und Zeng Jinyan haben gemeinsam einen Video-Clip über ihre Beschattung und Verfolgung durch die politische Polizei gedreht. Unter dem Titel “Prisoners in Freedom City” ist er bei YouTube zu sehen.
Da stellt sich die zierliche Frau vor ihre Verfolger und hält ihnen ein Schild entgegen: “Shame, to insult a woman!”
Das ist zeitgemäße Subversion und solidarische Blogger sollten diese Bilder, wo es nur geht, verbreiten.
Arianna Huffington sagt es so:
>It’s why I feel so connected to Zeng, even though we live on opposite sides of the world and have never met—or even spoken to each other. By blogging truth to power, she is planting the seeds of a new—and true—cultural revolution. Let a thousand blogs bloom.<
Mit seinen intelligenten juristischen Reflexionen dürfte der Nicht-Jurist Bert Steffens vielen “echten” Juristen viel voraus haben. Es freut uns, seinen neuen Text vorstellen zu können.
Er selbst fasst die 15-seitige Abhandlung (hier im pdf-Format) so zusammen:
>Gegenstand der Rechtskritik ist die Verletzung von sogenannten “Grundrechten” durch den am 05.02.2008 geänderten § 26 Landesjugendhilfegesetz Sachsen (LJHG).
Jedoch: vor dieser Kritik sind einige grundsätzliche Bemerkungen notwendig, mit der Absicht, sprachliche Verwirrung um Rechtsbegriffe zu erhellen. Solche Verwirrung entsteht durch den unbedachten Gebrauch von tradierten, scheinbar eindeutigen Begriffen, die in Wirklichkeit mit fatalen inhaltlichen Unschärfen behaftet sind. Derartige Begriffe erzeugen in der Regel dann weitreichende, gefährliche gesellschaftliche Wirkungen, wenn sie Eingang in fundamentale Regelwerke gefunden haben. Gemeint sind hier insbesondere die Begriffe “Grundrechte” aus dem Deutschen Grundgesetz (GG) und “Menschenrechte” aus internationalen Völkerrechtsverträgen, wie z. B. der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK).
Das gefährlichste, weil grundlegendste Element der Unschärfen innerhalb dieser Begriffe ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass dort n i c h t zwischen zwei Rechtskategorien unterschieden wird.<
Aktuellen Bezug haben auch diese Aussagen:
>Die Verletzungen der Menschenwürde, eben aus Unkenntnis der Elementarrechte, finden ihren Ausdruck im Handeln anderer Teile der Gesellschaft: die Achtung vor dem Mitmenschen sinkt, zunehmende, täglich sichtbar werdende Gewalt, selbst durch Kinder und Jugendliche, gefördert auch durch ständige Gewaltdarstellungen, z.B. auch im „Öffentlich-Rechtlichen“ Fernsehen, weiter durch gewaltverkündendes und gewaltverherrlichendes Auftreten von Rechtsradikalen und von religiösen Fanatikern.
Selbst in bestimmten Kommerzsportarten, wie im Kommerzfußball und besonders deutlich beim Boxen, ist Gewalt das bejubelte Mittel.
Wenn auf Dauer eine Mehrheit von Bürgern nicht bereit ist, mit demokratischen Mitteln gegen die zunehmenden Verletzungen ihrer Elementarrechte und Bürgerrechte zu kämpfen, dann werden diese bald vollends von den Staatsorganen und von bestimmten Teilen der Gesellschaft missachtet und damit auf Dauer verletzt werden.Allerdings: ein Kampf ums Recht setzt dessen Kenntnis voraus. Ein wie vorerwähnt demokratisches Mittel kann z. B. die Wahlverweigerung sein, wie auch das Anprangern verfälschter, irrealer Wahlergebnisse, die regelmäßig durch Unterschlagung jener Wahlberechtigten entstehen, die bei einer Wahl keiner Partei ihr Vertrauen schenken konnten.<
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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