Vor genau einem Jahr erschossen Polizisten in Regensburg den Studenten Tennessee Eisenberg. 16 Schüsse gaben sie auf den jungen Mann ab, 12 trafen ihn, die letzten 4 waren tödlich.
Wenig oder nichts spricht dafür, dass die Polizisten in Notwehr handelten, viel spricht dafür, dass es sich um Totschlag handelte - vielleicht sogar um Mord. Anlass: Womöglich nur die ‘respektlose’ Lippe eines akut Ausgeflippten.
In vielen Staaten wird Mord von oben gedeckt - insbesondere dann, wenn der Täter aus den Reihen der ‘Sicherheitsorgane’ kommt.
Die Bundesrepublik Deutschland sieht sich dagegen als Rechtsstaat, als Staat, der selbst dem Recht unterworfen ist - so wie auch alle seine ‘Diener’, ob klein oder groß.
Doch ist auch in Deutschland der Rechtsstaat nur ein Postulat und nicht die Realität. Das Beste, was sich über ihn sagen lässt: In den allermeisten Staaten ist er es noch weniger als hier.
Der Fall des Tennesse Eisenberg zeigt exemplarisch, dass auch in Deutschland Totschläger von oben gedeckt werden, wenn sie nur aus den Reihen des Staatsapparates kommen und ihre Tat in dienstlicher Funktion verübten.
SPIEGEL Online schreibt heute:
>Aus einem Polizeivideo, auf dem der nachgestellte Einsatz aufgezeichnet ist, ergeben sich jedoch ganz andere Indizien. So wurden die ersten drei Schüsse von hinten auf Eisenberg abgegeben. In dem Filmabschnitt erklären ein Gutachter des Landeskriminalamts und ein Schussexperte übereinstimmend, dass der Student in diesem Moment nicht, wie Zeugen angaben, mit dem Messer vor einem in die Ecke gedrängten Kollegen stand, sondern offenbar die Treppe wieder hinaufgehen wollte.
Tennesse Eisenberg hatte, das ergeben laut den Sachverständigen die Schusskanäle, offenbar schon ein Bein auf der untersten Stufe. Die erste Polizeikugel schlug neben der Schulter in der Wand ein, die zweite durchschlug von hinten sein Knie und landete in der Treppe, eine dritte Kugel traf ihn seitlich von hinten am Oberarm. Danach drehte sich der Student zu den Beamten um und wurde Sekunden später von Schüssen in den Oberkörper gestoppt.<
Ungeachtet der hier zitierten Gutachter hat die Staatsanwaltschaft Regensburg das Ermittlungsverfahren gegen die Totschießer des Studenten eingestellt.
Die Generalstaatsanwaltschaft, der bayrische Innenminister Joachim Herrmann und die bayrische Justizministerin Beate Merk finden es in Ordnung. Es war von ihnen auch anders nicht zu erwarten.
Doch es ändert sich etwas in Deutschland, Rechtsbeugung und Strafvereitelung wird nicht mehr gottergeben hingenommen.
Dies verdankt sich auch aber nicht nur dem Internet. Es wirkt weltweit emanzipativ. Deswegen fürchten es dort die Diktatoren und hier die Korrupten.
Dass staatliche Stellen nach dem Totschießen des Tennessee Eisenberg und der offenbaren Protektion der polizeilichen Täter nicht einfach zur Tagesordnung übergehen konnten, hat auch mit einem Weblog zu tun:
regensburg-digital.de wird finanziell und ideell von einem “Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.” getragen.

Für das ebenfalls mit Wordpress betriebene Blog gilt, was auch für uns gilt: “Eine unabhängige Berichterstattung macht Spaß. Leider ist sie nicht besonders lukrativ“.
Auf jeden Fall trägt die unabhängige Berichterstattung der Regensburger Blogger um Stefan Aigner erheblich dazu bei, dass es in dem Polizei- und Justizskandal ‘Tennessee Eisenberg’ keine Ruhe gibt.
Uneingeschränkt solidarisch mit den Kollegen im Süden publizieren auch wir einen Offenen Brief an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. [Auf regensburg-digital.de war er schon gestern zu lesen.]
>Sehr geehrte Frau Bundesministerin Leutheusser-Schnarrenberger,
Der gewaltsame Tod von Tennessee Eisenberg durch Polizeikugeln am 30. April 2009 hat viele Menschen erschüttert. Die damaligen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden deutlich kritisiert, Vertuschungsvorwürfe standen im Raum. Auch Sie selbst äußerten sich im September gegenüber der SZ besorgt: „Es gibt mir sehr zu denken, dass es eines zweiten, privaten Gutachtens bedurfte, um diesen Vorfall zu klären“.
Von einer Klärung kann allerdings keine Rede sein, denn dieses zweite Gutachten wird äußerst unterschiedlich interpretiert. Appelle der Bevölkerung, den Sachverhalt daher vor ein Gericht – also eine neutrale Instanz – zu bringen, blieben ohne Wirkung: die Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Ermittlungen im Dezember eingestellt, eine Beschwerde dagegen wurde von der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg am 26. März 2010 abgewiesen.
Die Bayerische Justizministerin Frau Dr. Merk sah trotz zahlreicher Widersprüche und Einwände – insbesondere seitens der Anwälte der Hinterbliebenen – dennoch „keinen Anlass zur Skepsis“ an der Arbeit der Staatsanwaltschaft.
Aber nicht nur Michael Lerchenberg – der vielen Bayern in dieser Sache am Münchner Nockherberg aus dem Herzen sprach – sondern auch unabhängige Fachleute sehen das anders: Der Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Regensburg, Prof. Dr. Müller, nach dessen Ansicht die Staatsanwaltschaft im Dezember um eine Anklage „kaum noch herum kommen“ konnte, bezeichnete die Verfahrenseinstellung als „einigermaßen überraschend“ und keine „Rechtsfrieden stiftende“ Entscheidung.
Wir haben das Bayerische Justizministerium gebeten, einen Vertreter zu einer öffentlichen Diskussion mit Prof. Dr. Müller zu entsenden. Diese Bitte wurde ohne Angabe von Gründen abgewiesen. Es verstört uns, dass man sich mit unseren Sorgen an verantwortlicher Stelle offenbar nicht auseinandersetzen möchte, während selbst der US-amerikanische Human Rights Watch Bericht den Fall Eisenberg als möglichen Verstoß gegen die Menschenrechte auflistet.
Wir fragen Sie daher: Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um unser beschädigtes Vertrauen in das Funktionieren unserer Strafverfolgungsbehörden wiederherzustellen?
Sind Sie bereit, sich nachdrücklich für die Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdestelle für Fälle von Polizeigewalt einzusetzen, wie sie in verschiedenen Varianten in zahlreichen europäischen und außereuropäischen Ländern bereits besteht und wie sie Menschenrechtler schon lange auch für Deutschland anmahnen?
Wir halten das für notwendig, denn aus unserer Sicht hat die Aufsichtsbehörde über die Staatsanwaltschaft – das Bayerische Justizministerium – im Fall Eisenberg in verstörender Art und Weise versagt und das Vertrauen der Bevölkerung verspielt.
Die Möglichkeit eines Klageerzwingungsverfahrens – wie es die Anwälte der Familie Eisenberg auch anstreben – stellt dabei keine ausreichende Lösung dar. Die Hürden für einen solchen Schritt sind unverhältnismäßig hoch, was sich nicht zuletzt darin zeigt, welch eine Rarität solche Verfahren sind. Wir fordern Sie daher auf, zu handeln! Durch eine Demonstration an Tennessees Todestag in Regensburg wollen wir dieser Bitte Nachdruck verleihen.Mit freundlichen Grüßen
Ihre Bürger< [Alle Hervorhebungen sind von uns]

Unter allen Stimmen, die in den letzten Wochen zum Missbrauchskandal an der Odenwaldschule zu vernehmen waren, dürfte die von Christian Füller die schrillste sein.
Aktuell wünscht er in einem bei SPIEGEL Online publizierten Artikel eine Abrechnung nicht nur mit Missbrauch verantwortenden ehemaligen Lehrern der Odenwaldschule, sondern mit der Reformpädagogik als solcher - soweit bestimmte Theoriesegmente womöglich zum Missbrauch einluden.
Wir zitieren:
>Abgerechnet werden muss mit Gerold Becker und allen Lehrern, die sich im Odenwald schuldig gemacht haben. Die alten Reformpädagogen Hermann Lietz, Gustav Wyneken, Rudolf Steiner, Peter Petersen und Maria Montessori gehören ebenfalls auf die “Anklagebank” - denn sie haben teilweise absurde Vorstellungen vom Umgang mit Kindern gepredigt.
Man sollte das im Lichte der Odenwälder Enthüllungen diskutieren, um der Reformpädagogik endlich ihren Heiligenschein zu nehmen. Ist es nicht so, dass Wyneken ein bekennender Päderast war? Ist es etwa falsch, das Lietz, Petersen und Steiner vor antisemitischen Äußerungen nicht zurückschreckten? Will jemand bestreiten, dass Maria Montessori viele Jahre lang eng mit dem faschistischen Regime Mussolinis kooperiert hat?
Aber sind deswegen etwa die zusammengenommen rund 700 Reformschulen in Deutschland faschistisch, päderastisch oder Folterkeller? Oder haben sie mit ihrer “Pädagogik vom Kinde aus” einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht, auf den die staatliche Schule noch wartet?
Die Chance eines Tribunals ist nicht nur, dass man Taten erörtert. Sie besteht auch darin, dass man Beschuldigte verteidigen kann. Dass man Fakten als Fakten erkennen und Hirngespinste als solche entlarven kann. Und haben nicht auch die Lehrer der heutigen Odenwaldschule das Recht und die Pflicht zu zeigen, dass Knabenliebe in Ober-Hambach definitiv nicht (mehr) auf dem Wochenplan steht?
[…]
Das ist der Boden, auf dem peinliche Fragen aufkommen:
* Wieso hat die geistige Elite Deutschlands, die ihre Kinder an die Schule schickte, nichts gesehen oder gar weggesehen?
* Hat der Missbrauch Schüler aus dem Odenwald in den Selbstmord getrieben?
* Ist die Reformpädagogik mitverantwortlich für übergriffige Lehrer?
* Wieso haben Altschüler, die heute Regisseure, Talkmaster und Lektoren sind, Jahrzehnte lang zu Strip-Poker und gemeinsamem Duschen geschwiegen?<
Zuletzt fragt er, ob die Schule überhaupt noch eine Zukunft haben kann:
>Für die Odenwaldschule wäre ein solches Tribunal ein notwendiger Test: um zu prüfen, ob sie als Schule ihre Vergangenheit überhaupt noch klären kann.
Oder ob man sie schlicht zusperren sollte.<
Bild: Presseagentur -pdh-
Welch eine grausame und aberwitzige Ironie der Geschichte: In Katyn ließ Stalin im Frühjahr 1940 einen großen Teil der polnischen (militärischen) Elite massakrieren.
Genau 70 Jahre später wird wenige Kilometer von Katyn entfernt erneut ein exklusiver Kreis der polnischen Elite augelöscht: Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski (s. pdh-Foto unten), seine Ehefrau Maria Mackiewicz, der polnische Generalstabschef Franciszek Gagor, der stellvertretende Außenminister Andrzej Kremer, der ehemalige Verteidigungsminister und Parlamentsvizechef Jerzy Szmajdzinski und der Chef der Nationalbank Slawomir Skrzypek.
Es starb auch Anna Walentynowicz, die “Heldin von Danzig“, der Volker Schöndorff in dem gleichnamigen Film ein (ihr unwillkommenes) Denkmal setzte.Ein Internet-Magazin nennt weiter:
>Jerzy Szmajdzinski, der Chef des Büros für nationale Sicherheit, Aleksander Szczyglo, der Leiter der Präsidentenkanzlei, Wladyslaw Stasiak, der dortige Staatssekretär Pawel Wypych sowie der dortige Unterstaatssekretär Mariusz Handzlik, der ehemalige Geheimdienstminister Zbigniew Wassermann, der ehemalige Minister und Vizepremierminister Przemyslaw Gosiewski, der letzte Präsident der polnischen Exilregierung in London während des zweiten Weltkriegs, Ryszard Kaczorowski.<
Laut Tagesschau.de seien “auch ein Bischof und Angehörige der Opfer von Katyn … in der Maschine” gewesen.
Insgesamt sollen 96 Menschen beim Absturz der von Warschau aus gestarteten Tupolew 154 ums Leben gekommen sein.
Ex-Präsident Lech Walesa sagt, es die “Elite der Nation” gestorben.
Alle waren auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die in Katyn vor 7 Jahrzehnten Ermordeten.
Wer trägt für diese Katastrophe die Verantwortung? Piloten? Das Wetter? Technik? Oder gar Sabotage von Kräften in Russland, denen ein Schuldeingeständnis wegen Katyn (und der antirussisch eingestellte Kaczynski sowieso) zuwider war?
In früheren Zeiten und in anderen Regionen (Ruanda / Burundi) konnte so ein Krieg ausgelöst werden.
Das wird nach dem Absturz Kaczynskis sicher nicht geschehen - obgleich diese Katastrophe Brisanz in sich birgt.
Immerhin ist hier die Regierung eines NATO-Mitgliedstaates tragisch dezimiert worden.
Nicht auszudenken wären die Konsequenzen, wenn es tatsächlich Hinweise auf Sabotage gäbe - so unwahrscheinlich das auch sein mag.
Die Konflikte, die der wohl aus dem russischen Geheimdienst FSB heraus gesteuerte Mord an Alexander Litwinenko zwischen London und Moskau schürte, wären damit verglichen ein (diplomatisches) Kinderspiel.
Im (auch) von Russland traumatisierten Polen jedenfalls dürften Verschwörungstheorien bald so sprießen wie jetzt im Frühling die Knospen.
UPDATE: Nach letzten Informationen spricht vieles für einen verhängnisvollen Fehler des Piloten, der wohl trotz Warnungen von Fluglotsen bei schwer durchdringlichem Nebel in Smolensk landen wollte - vielleicht sogar auf Geheiß von Kaczynski oder dessen Mitarbeitern.
Die Präsidentendelegation hätte bei dem angeblich empfohlenen Ausweichen nach Minsk oder Moskau den Gedenktermin in Katyn nicht pünktlich wahrnehmen können.
Bei Spiegel Online heißt es:
>Wegen dichten Nebels hätten die russischen Behörden dem Piloten empfohlen, statt in Smolensk in der weißrussischen Hauptstadt Minsk oder in Moskau zu landen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den polnischen Fernsehsender Polsat. Der Pilot habe sich jedoch dagegen entschieden.
Ähnlich äußerte sich laut Interfax auch ein Vertreter der weißrussischen Luftfahrtbehörde. Die weißrussischen Fluglotsen seien von ihren russischen Kollegen gebeten worden, die polnische Präsidentenmaschine vor dem Verlassen ihres Luftraums darüber zu informieren, dass die Wetterbedingungen für eine Landung in Smolensk ungünstig seien. Dies hätten die Fluglotsen weitergegeben. Der Pilot habe sich jedoch entschieden, seinen Kurs zu halten. Laut Interfax stürzte die Maschine beim vierten Landeversuch ab.
“Ein Fehler der Crew beim Landeanflug ist augenscheinlich die Ursache des Unglücks”, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf einen Behördenvertreter der Region Smolensk.<
Vorher war ebenfalls auf Spiegel Online zu lesen:
>Die in Warschau gestartete Maschine vom Typ Tupolew 154 war am Morgen beim Anflug nahe Smolensk in mehrere Bäume gerast, dann fing die Maschine Feuer, hieß es in Berichten aus Warschau. Es sei neblig gewesen, sagte ein polnischer Regierungssprecher. Berichten zufolge versuchte die Maschine viermal zu landen. Die Unglücksmaschine war mindestens 20 Jahre alt.
Die russische Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, dass als Unglücksursache das neblige Wetter, ein technischer Defekt oder menschliches Versagen in Frage kämen. Kreml-Chef Dmitrij Medwedew setzte eine Untersuchungskommission unter Leitung von Regierungschef Wladimir Putin ein.
Nach Angaben des polnischen Außenministeriums starben bei dem Unglück 88 Menschen. In ersten Berichten war noch von 132 Toten die Rede.
Die polnische Regierung von Premierminister Donald Tusk kündigte ein Krisentreffen für diesen Samstag an.<
Die große polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza zeigt sich heute im Internet schwarz umweht und mit einer Schleife der Trauer.
Am besten informiert zeigt sich momentan die Internet-Zeitung Russland-Aktuell von Gisbert Mrozek. Hier finden sich die meisten Details zu einer (Flugzeug-) Katastrophe, die abhängig von der Aufklärung der Unfallursache auch eine politische werden könnte.
In dem Artikel heißt es zuletzt:
>Durch das Unglück sind Russland und Polen nun erst einmal zu einer Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Absturzursachen gezwungen – wobei es sicher auch darum gehen wird, Verschwörungstheorien zu entkräften. Denn diese werden nach diesem Drama kaum auf sich warten lassen.<
Die New York Times und deren Korrespondenten Michal Piotrowski (Warschau) und Clifford J. Levy (Moskau) berichten über Reaktionen auf den Absturz.
So wird der frühere Präsident Aleksander Kwasniewski zitiert:
>“It is a damned place, it sends shivers down my spine. First the flower of the Second Polish Republic is murdered in the forests around Smolensk, now the intellectual elite of the Third Polish Republic die in this tragic plane crash when approaching Smolensk airport. …This is a wound which will be very difficult to heal”<
Über die Geschichte des für die Polen “verdammten” Ortes Smolensk, liest man in der Wikipedia:
>1611, während des Polnisch–Russischen Krieges von 1609–1618, wurde die Stadt nach einer fast zweijährigen Belagerung von polnisch-litauischen Truppen eingenommen, und bildete ab 1618 – vertraglich mit den Moskowitern fixiert – einen Teil von Polen-Litauen. Sie wurde auch Sitz einer Woiwodschaft.
Der russische Versuch der Rückeroberung von Smolensk war der zentrale Streitpunkt des „Smolensker Krieges“ von 1632–1634. Die Stadt wurde schließlich 1654, während des Russisch-Polnischen Krieges von 1654–1667, von den Truppen des Zaren erobert und kam vertraglich und endgültig 1667 wieder an Russland. 1708 besiegte in der Nähe von Smolensk der schwedische König Karl XII 6000 Kosaken und Kalmücken. 1812 eroberte Napoleon sie auf seinem Weg nach Moskau nach hartem Kampf.
1918 wurde Smolensk zu einem Teil von Weißrussland erklärt, 1919 wurde dort die Weißrussische Sowjetrepublik gegründet. Im Zweiten Weltkrieg war sie ebenfalls hart umkämpft. In der Kesselschlacht bei Smolensk im Spätsommer 1941 wurde die Stadt besetzt und fast vollständig zerstört.
Tausende Bewohner der Stadt kamen ums Leben oder wurden zwischen 1941 und 1943 zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich gebracht.Im Herbst 1943 wurde die Stadt von der Roten Armee zurückerobert. Anschließend wurden Teile der Stadt originalgetreu wieder aufgebaut. In Smolensk bestand das Kriegsgefangenenlager 256 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.<
Wer bei Google Informationen zur “Staatsanwaltschaft Darmstadt” sucht, wird seit geraumer Zeit an vorderer Stelle auf die “Odenwald-Geschichten” verwiesen.
Kein Wunder, seit vielen Jahren thematisieren wir Filz, Rechtsbeugung, Korruption und Kriminalität in Südhessen, wobei die Staatsanwaltschaft Darmstadt statusbedingt eine herausgehobene Rolle spielt.
Mitunter macht sie ihre Arbeit ordentlich. Dass etwa im Fall Wolski endlich Anklage erhoben wurde und der Ehemann der hessischen Ex-Verfassungsrichterin schließlich auch verurteilt wurde, war erfreulich.
Ausnahmsweise waren wir in diesem Punkt völlig einig mit der süd-südhessischen Ermittlungsbehörde.
Dass Oberstaatsanwalt Bernd Kunkelmann in einem Bericht der Hessenschau seine Genugtuung über das aufsehenerregende Wolski-Urteil äußerte, weckte bei uns sogar lokalpatriotische Gefühle.
Man kennt sich ja noch aus gemeinsamen Jahren an einem Odenwälder Gymnasium - und weil der Odenwald überschaubar ist, hat man sogar gemeinsame Urgroßeltern. Die würden sich bestimmt freuen, dass der eine Nachkomme als Jurist und der andere als Publizist einmal am gleichen Strang ziehen.
In anderen Punkten freilich bleibt Dissens. Weniger in Fällen ordinärer Kriminalität, sondern in all den (vielen) Fällen, wo die südhessische Ermittlungsbehörde offenkundig zu wenig oder offenkundig zu viel tut. Was dann weniger mit dem Delikt als solchem zu tun hat, sondern mehr mit der ‘deliktischen’ Person und vor allem deren Position.
Vor dem Gesetz sind alle gleich und hinter dem Gesetz sind alle ungleich. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und überhaupt (und nicht nur) die südhessische Justiz steht aber eindeutig hinter dem Gesetz.
Dazu macht sich aktuell auch Wolfgang Hörnlein vom Pressedienst -pdh- Gedanken:
>Darmstadt/Heppenheim (pdh) Das war doch mal eine Aussage vom Sprecher der Staatsanwaltschaft am Landgericht Darmstadt. Fast beleidigt spricht Staatsanwalt Ger Neuber am Mittwoch in die Mikrofone des Hessischen Rundfunks, dass die soeben erneut aufgetauchten Missbrauchsvorwürfe in Zusammenhang mit der Heppenheimer Odenwaldschule (OSO) für die Behörde völlig überraschend kamen und sie wieder einmal keine Ahnung von den Vorgängen und Entwicklungen in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich gehabt habe.
Traurig, welche Ahnungslosigkeit eine Behörde ohne jeden Aufklärungswillen an den Tag legt. Es gibt ja auch schönere Anlässe, die Macht der Staatsanwaltschaft zu demonstrieren. So kann man eine Sängerin der „No Angels“ durchaus publikumswirksam am Abend in einer gutbesuchten Diskothek verhaften, statt sie morgens oder mittags unauffällig in ihrer Wohnung festnehmen.
Die Odenwaldschule dagegen, und vor allem alle ihre früheren Lehrer und ehemalige Direktoren, waren tabu für die Behörde, die sich eifersüchtig die exklusive Strafverfolgung in Deutschland vorbehält.
Eigenständige Ermittlungen, nachdem bereits seit vier Wochen die Vorwürfe im Raum stehen, Rücktritte und Eingeständnisse vorliegen, gibt es wohl gegen Gesangstars, aber nicht gegen frühere oder aktuelle pädophile Pädagogen.
Die Presse darf die Arbeit erledigen, für die es eine eigene Behörde gibt. Bei ihr und der aufklärungswilligen derzeitigen Schuldirektorin melden sich die früheren Opfer, sofern sie noch leben, vier sollen sich nach aktuellen Berichten das Leben genommen haben.Bereits vor fast zwei Jahrzehnten hat wahrscheinlich neben der Polizei Heppenheim auch die Darmstädter Staatsanwaltschaft kläglich versagt, als Briefe und Beschwerden der Schüler an der OSO nicht ernst genommen worden waren. In trauter Einigkeit mit den Kultusministern Hartmut Holzapfel und Karin Wolff, die nach eigenem Bekunden auch keine Ahnung von den Vorfällen haben wollen, wurde das traurige Kapitel unter einen dicken Teppich gekehrt.
Gegen zehn ehemalige Lehrer ermittelt inzwischen die Darmstädter Strafverfolgungsbehörde, zwei davon sind mittlerweile verstorben. Gern hätte man sich wohl mehr Zeit genommen und eine biologische Aufarbeitung der Fälle vorgezogen. Bedauerlicherweise renne man nun den Informationen hinterher, so Neuber im Interview, die die Odenwaldschule der Presse, aber nicht den Staatsanwälten gebe. „Wir werden auch das prüfen müssen“, sagte Neuber zu den nun öffentlichen Vorwürfen gegen einen zweiten ehemaligen Schulleiter, und die Wortwahl des Sprechers spricht Bände. Hier wird zum Jagen getragen. Meriten kann man sich bei dem Thema nicht erwerben, zumal sich in diesem Zusammenhang weit und breit kein Schlagerstar zur Verhaftung anbietet.< Text und Fotos: Presseagentur -pdh- / Das Foto oben zeigt die Odenwaldschule, das Foto unten zeigt Ger Neuber. Alle Hervorhebungen sind von uns.
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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