
Lange Zeit musste die als ausgesprochen investigativ bekannte Redaktion des Odenwälder Echo in Sachen Missbrauch abseits stehen: Im Odenwaldkreis fand sich bislang kein Fall von (bekannter) Pädophilie in öffentlichen oder kirchlichen Institutionen - auch wenn es da oder dort einmal Gemunkel gab.
Dagegen gab es im benachbarten Kreis Darmstadt-Dieburg einen Skandal um den Chauffeur von Ex-Landrat Alfred Jakoubek, der sogar im Dienstwagen Knaben verführt oder geschändet haben soll, im benachbarten Kreis Bergstraße liefert die Odenwaldschule fortgesetzt Schlagzeilen wegen eines in frühereren Jahren scheinbar institutionalisierten Systems sexuellen Missbrauchs.
Gerhard Grünewald aber und seine Crew hatten bisher nichts Vergleichbares zu berichten.
Doch jetzt spült unser Feedreader folgende Schlagzeile und folgenden Text aus der Echo-Rubrik ‘Odenwald’ herein:
>Pfarrer-Sünde erschüttert Franken
Die Ausdehnung der Serie von Enthüllungen über den Missbrauch an schutzbefohlenen Kindern und Jugendlichen auf die Region Miltenberg/Amorbach erschüttert zurzeit das öffentliche Leben der unterfränkischen Nachbarschaft des Odenwaldkreises. Zu bewältigen hat dessen Bevölkerung die Suspendierung des katholischen Pfarrers von Kirchzell, des 62 Jahre alten Franz Grumbach.
Mit der sofortigen Versetzung des Ortsgeistlichen in den Ruhestand hat der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann Ende voriger Woche auf das Eingeständnis des Priesters reagiert, in den neunziger Jahren mit einem damals 15 Jahre alten Mädchen sexuelle Kontakte unterhalten zu haben. […]Schon allein wegen deren Grenzlage zu Stadt- und Ortsteilen von Michelstadt und Hesseneck ist Grumbach auch im Odenwaldkreis kein Unbekannter, zumal er wie kein anderer für die Bewahrung der alten Kirche von Breitenbach als gemeinsames Pilgerziel von Christen aus beiden Bundesländern steht.<
Wir haben jene Textpassagen fett markiert, die von der hohen Relevanz der ‘Pfarrer-Sünde’ für den Odenwaldkreis künden.
In solchen erschütternden Fällen muss in der Oh-Echo-Redaktion der Chef selber (symbolisch) zur Feder greifen.
Keiner nämlich kann dort so verschraubt denken und formulieren wie ‘gg’, keiner kann so abstrus übertreiben wie er - weswegen in diesem Fall nicht nur die Pfarreiengemeinschaft Herz Jesu Kirchzell ‘erschüttert’ sein muss, sondern titularisch gleich das ganze Franken.
Wenn erst einmal alle Missetaten an Kindern bekannt, berichtet und gebüßt sind, ist es an der Zeit, auch den sprachlichen Missbrauch unschuldiger Leser zum Thema zu machen. Bandwurmsätze zum Beispiel und hohles Pathos:
>Damit erklärt sich die Betroffenheit im bayerischen Odenwald über das Vergehen des katholischen Geistlichen unter anderem daraus, dass ihn die Einwohner einer Vielzahl von Ortschaften als ihren Ortspfarrer oder zumindest als einen der nächsten Repräsentanten von Glauben und Kirche in der Region sahen.<
Weiß man eigentlich, wie viele im Odenwaldkreis durch die wiederholte Lektüre solchen Geschwurbels, durch Journalisten-Sünde, schon traumatisiert wurden?
Pädophile zieht es zu Kindern, Pyromanen zum Feuer - so findet man sie oft dort, wo das eine behütet und das andere verhütet werden soll. Eigentlich.
Dass der (eine) Odenwälder ‘Feuerteufel’ ein Feuerwehrmann ist, kommt nicht ganz überraschend.
Wer über 3 Jahre hinweg nicht genug Feuer legen und sehen kann, wird, so es denn möglich ist, auch im Legalen dort sein wollen, wo die Flammen züngeln.
Seit 2007 kam es in Bad König und Umgebung zu 52 Bränden. Der nun überführte (freiwillige) Feuerwehrmann hat laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Südhessen 29 Brandstiftungen gestanden. Möglicherweise hat er noch häufiger gezündelt. Für ihn jedenfalls ist nun das Ende gekommen.
Nachfolgend die vollständige Meldung über den “Ermittlungserfolg der Erbacher Kriminalpolizei“:
>Die zuständige Staatsanwältin und die Ermittler des Kommissariats 10 bei der Erbacher Kriminalpolizei haben am Donnerstag (6.5.) einen 25 Jahre alten Mann aus dem Odenwaldkreis festgenommen. Der Mann steht im dringenden Verdacht für eine Serie von Brandstiftungen in Bad König und Umgebung verantwortlich zu sein. Der 25-Jährige hat gegenüber Staatsanwaltschaft und Polizei eingeräumt, 29 Brände gelegt zu haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt wurde der Tatverdächtige am Freitagnachmittag (7.5.) dem Haftrichter vorgeführt. Der Haftrichter ordnete die Untersuchungshaft gegen den 25-Jährigen an. Er wird nun in eine Haftanstalt gebracht.
Seit Mitte 2007 kam es in Bad König und Umgebung immer wieder zu Bränden von Holzstapeln, Gartenhütten, Scheunen, Lagerhallen und leerstehenden Häusern. Die Kripo in Erbach zählte bis Februar dieses Jahres 52 Brände. In einer Vielzahl der Brände ist von Brandstiftung auszugehen. Die Schadenshöhe wird insgesamt auf über 500.000 Euro geschätzt. Personen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden.
Die Fahnder des Kommissariats 10 hatten von Anfang an akribisch Spuren an den jeweiligen Brandorten gesichert und waren den vielen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hatte zudem eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ausgesetzt. Auch die Anwendung modernster Ermittlungsmethoden rückte den Tatverdächtigen immer mehr in den Fokus der Ermittler. So ergaben sich auch aus dem Einsatz spezieller Suchhunde, so genannter “Mantrailer”, weitere wichtige Indizien in der Beweiskette. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen, der zu den Tatzeiten Mitglied der freiwilligen Feuerwehr war, stießen die Kripobeamten auf Beweismittel und stellten diese sicher. Die umfangreichen und intensiven Ermittlungen sowie die sich dadurch weiter verdichtenden Indizien führten dazu, dass der Mann 29 Brandlegungen einräumte. Die Höhe des dabei entstandenen Schadens wird auf etwa 300.000 Euro beziffert. Ob auch die anderen Brände auf das Konto des Tatverdächtigen gehen, ist Gegenstand der weiter andauernden Ermittlungen.
Einen Zusammenhang zur Brandserie in Michelstadt schließt die Kriminalpolizei aus. Auch hier werden die kriminalpolizeilichen Ermittlungen mit Hochdruck fortgeführt.<
Man sollte in der Missbrauchsdebatte sowohl der Odenwaldschule als auch diversen katholischen Einrichtungen eine Atempause gönnen - zumindest heute nacht, von halb eins bis kurz nach zwei.
Da zeigt das ZDF einen Dokumentarfilm von Shaheen Dill-Riaz über “Geschlossenen Gesellschaften” in seinem Heimatland Bangladesch: “Das tyrannische System der Koranschulen”, so nennt Spiegel-Autorin Hannah Pilarczyk die in Bangladesh haussierenden islamischen Einrichtungen, in denen Kindern das Gehirn (aus-) gewaschen wird.
>Hier steht Unterwerfung auf dem Lehrplan: Eine herausragende ZDF-Dokumentation dringt tief in das tyrannische System der Koranschulen ein. Selbst die allerjüngsten Schüler versinken dort in Apathie - auch Aussteiger sind für ihr Leben gezeichnet. […]
Kein Spiel, kein Ausgleich ist an den Madrassen für die Jungen vorgesehen. Sie sind apathisch, haben kaum mehr Kraft für Heimweh, in den wenigen Auszeiten möchten sie am liebsten nur schlafen.
Dill-Riaz hat auch mit erwachsenen Madrassa-Abbrechern gesprochen. Doch statt Kraft daraus zu schöpfen, dass sie der Tyrannei entkommen sind, sind auch sie gebrochen. Das erste, was ihnen die Madrassa genommen habe, sei die Lust am Lernen, sagen sie. Fast keiner von ihnen hat einen Job oder eine Ausbildung. Auch der Ausstieg ist kein Ausweg.<
Es dürfte kein Vergnügen sein, in einer Burka herumzulaufen. Schon gar nicht bei drückender Hitze, nicht in jenen Ländern bzw. an jenen Orten, wo Frauen bei Strafandrohung dazu gezwungen sind. Auch nicht in westlichen Ländern, wo ein komplett verhülltes Wesen ohne Gesicht, ähnlich einem Gespenst, erst recht die Blicke auf sich zieht, statt sie von sich fernzuhalten.
Eine Frau, die sie trägt oder tragen muss, verbirgt oder verliert für den anderen nicht nur das Gesicht, sie ist auch der Möglichkeit zur Kommunikation erheblich beschnitten, auch der Möglichkeit zur Flucht übrigens. All das erklärt, warum viele Kritiker in der Burka ein “mobiles Gefängnis” erblicken.
Ein Verbot der Vollverschleierung , wie es nun das belgische Parlament ohne Gegenstimme beschlossen hat, war und ist noch immer diskussionswürdig.
Die Argumente, die Amnesty International dagegen führt, sind bedenkenswert, die Argumente gegen Gewalt im Namen der Religion waren überzeugender.
Was die inzwischen hauptsächlich anti-israelisch agierende Website mein-parteibuch.com in gleicher Sache ins Feld führt, ist nur noch grotesk.
Man muss es zitieren:
>Wenn sich zukünftig in Belgien eine muslimische Frau auf die Straße traut, die sich, beispielsweise um sich nicht nackt zu fühlen, vollverschleiert, muss sie dem vom Parlament ohne Gegenstimme angenommenen zukünftig mit Strafe rechnen.
Was da passiert, ist eine Attacke auf das Selbstbestimmungsrecht des Menschen ohnegleichen.< [Hervorhebungen von uns]
Man weiß nicht, welche (muslimische?) Frau dem Autor eingab, sich mit Hose aber ohne Burka “nackt zu fühlen“, man weiß auch nicht, von welchen möglichen “Attacken auf das Selbstbestimmungsrecht des Menschen” der Autor eine Ahnung hat, wenn er meint, ein Verbot der Vollverschleierung (und damit auch von Burka und Niqab) sei in diesem Sinne eine Attacke ‘ohnegleichen’.
Tatsächlich ist, wer so etwas schreibt, ohne jeden Verstand, vielleicht auch ohne jeden Skrupel.
Vor knapp einem Jahr bejubelte der gleiche Autor den mutmaßlich durch Wahlfälschung erlangten Sieg von Mahmud Ahmadinejad im Iran:
>Doch die Machthaber im Iran waren auf der Hut. Die Polizei hatte in Teheran für den Wahltag eine größere Übung angesetzt. Vandalierende Anhänger von Mussawi in Teheran lassen seinen Fanclub nun obendrein auch noch wie einen Haufen wilder Hooligans erscheinen. Die Proteste der Mussawi-Anhänger in Teheran führen zu nichts außer der Bestrafung der Vandalen. …
Wenn die propagandistischen Nebelwolken des grünen Budenzaubers der Teheraner Elite sich verzogen haben, dann ist damit zu rechnen, dass Mahmud Ahmadinejad so stark sein wird wie nie zuvor. < [“Grüne Welle” im Iran gescheitert“]
>Und natürlich haben die Pasdaran als Wächter der islamischen Revolution schon viel schwierigere Zeiten erlebt als die von den USA gesteuerte Randale der grünen Bewegung. Und darauf, dass die Pasdaran ihre Jugendorganisation Basij sich auf die Seite des grünen Mummenschanzes stellen, brauchen die USA gar nicht zu hoffen, denn Mahmud Ahmadinejad ist einer von ihnen und macht Politik ganz nach dem Geschmack der Pasdaran. […]
Schlechter sieht es dagegen für das zionistische Apartheidsregime von Tel-Aviv aus. Der Iran ist inzwischen auch eine veritable Medienmacht, die sich nicht scheut, dem rechtsextremen Kolonialregime immer wieder ihre Verbrechen vorzuhalten und den Widerstand gegen das Besatzungsregime zu unterstützen.< [Ein paar Gedanken zur Befreiungstheologie des Islam]
Vor 35 Jahren flirtete ein Teil der radikalen deutschen Linken [KBW] unter anderem mit Pol Pot und Idi Amin. Ein anderer Teil [Revolutionäre Zellen] war an einer Flugzeugentführung und der Selektion jüdischer Passagiere beteiligt, Ulrike Meinhof begrüßte das Attentat palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft während der Spiele in München.
Damals zentrale Figuren der radikalen Linken wie Horst Mahler sind heute (Heil-) Hitler-Fans oder, wie der enge Dutschke-Freund Bernd Rabehl, potenzielle NPD/DVU-Kandidaten für die Bundespräsidentschaft.
Für jene radikal Linken, die den letzten Schritt zur radikal Rechten noch nicht gehen möchten, ist derweil Ahmadinejad Inkarnation ihrer Sehnsucht nach dem Führer und islamistischer Terror die zeitgemäße Variante von (nationaler) ‘Revolution’.
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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