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Samstag, 24. Juli 2010

Duisburg Death-Parade: Die kalkulierte und prognostizierte Katastrophe

von @ 11:01. Kategorien: Katastrophen

Das Rock-Festival im kalifornischen Altamont, 1969 von den Rolling Stones initiiert, symbolisiert das Ende der Hippie-Bewegung und ihrer naiven Hoffnungen.

Als Sicherheitskräfte eingesetzte Hells Angels prügelten auf Besucher ein, bei einer Messerstecherei starb ein Afroamerikaner.

Im Rückblick und im Vergleich mit der heute katastropal entglittenen Loveparade in Duisburg nimmt sich Altamont aber noch harmlos aus.

Bei einer Massenpanik vor dem Festivaleingang starben mehr als ein Dutzend Menschen, über hundert wurden verletzt, viele davon schwer.

Zertrampelt wurde da wohl auch die ‘Idee’ der Loveparade. Deren Gründer, Dr. Motte alias Matthias Roeingh, klagt auf seinem Weblog nun die Veranstalter in Duisburg an:

>das gelände abzusperren war ein fehler. die loveparade war immer offen für alle in berlin, mit rückzugsmöglichkeiten in den tiergarten… wir hatten immer sani’s ohne ende wasser. ein einziger zugang durch einen tunnel birgt die katastrophe in sich. ich bin sehr traurig<

Im FOCUS klingt sein Verdikt noch drastischer:

>Da ging es doch nur ums Geldmachen. Die Veranstalter haben nicht das geringste Verantwortungsgefühl für die Menschen gezeigt.<

Auf der Website loveparade.de ist jetzt mit wenig Weiß vor viel Schwarz zu lesen:

>Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden.
Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen.

Die Stadt Duisburg hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich besorgte Angehörige informieren können: 0203-94000.<

Bei den Ruhrbaronen rechnet Stefan Schroeder mit den aus seiner Sicht Veranwortlichen ab:

>Die Loveparade ist erledigt. Für alle Zeiten, so hoffe ich. Was als antiautoritäre Demonstration der Berliner Partyszene begann, endete in einem totalen Desaster – verursacht von unfähigen Ruhrpott-Bürokraten.

Mein Zorn gilt den Bürokraten in Duisburg …

Dabei war schon Berlin die Fratze hinter den Beats für jeden, der es wissen wollte, zu sehen. Drogenfressen, Livepornodrehs im Tiergarten, Hecken knietief in Pisse und Schlamm dazu tonnenweise Müll.
Berlin hatte keine Lust mehr auf den Scheiß

Duisburg hatte die wahnsinnige Saufsause eigentlich schon aus Geldmangel abgesagt. Der Rat hatte Einsicht bewiesen und das Ding beerdigt. Es war zu Ende. Aber der Duisburger Oberbürgermeister Sauerland hat die Leiche zum zweiten Mal erweckt. Hat den Zombie beatmet. Mit Geld – mit frischem Geld. Warum? Weil er Ruhm wollte für sich und seine Stadt. Sauerland, hättest Du doch dieses Geld nie besorgt. Hättest Du nur auf die Stimmen deines Rates gehört. Niemand wäre gestorben. Niemand.


Am Freitag habe ich gefragt, wie viele Menschen auf den Platz passen. Der Sprecher der Stadt wollte es nicht sagen. Er meinte, das sei geheim. Er wolle und dürfe das nicht sagen. Ich habe in der Verordnung nachgesehen, die regelt, wie viele Menschen bei öffentlichen Veranstaltungen auf Plätzen zugelassen sind. Daraus ergab sich, dass auf den Platz maximal 500.000 Menschen durften. Zwei Menschen je Quadratmeter. Heute heißt es, 800.000 seien drauf gewesen. Fast doppelt so viele wie erlaubt.

Es war klar, dass da was passieren muss. Es war sicher, dass das schief geht. Die Planer des Technobastards hätten das Ding verneinen müssen. Weil sie gesehen haben, dass das nicht geht. Wo sind die Mahner gewesen? Was haben sie gesagt? Warum wurden sie nicht gehört? Weil Oberbürgermeister Sauerland die Party des Berliner Guhls wollte? Weil er Ruhm wollte?

Diese Polizei hat eine Mitverantwortung für das Desaster bei der Love-Parade. Sie hätte wissen müssen, dass sie das Monster nicht beherrschen kann. Sie hätte die Parade absagen müssen – aus Sicherheitsgründen.< [Links und Hervorhebungen von uns]

Vor vier Tagen titelte Ingmar Kreienbrink in einem WAZ-Artikel: “Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil“.

Über hundert Kommentare gab es zu diesem Artikel. Viele sagten die Katastrophe voraus:

>Das schlimme an dieser Geschichte ist doch, daß man anschließend diese organisatorischen Vollidioten noch nichtmals zur Verantwortung wird ziehen können.
Was die da machen, ist höchstgradig kriminell. Was ist denn, wenn zu dem Chaos noch Panik kommt, was ist dann? Panik heißt Flucht, und Flucht heißt Ausdehnung. Wohin soll sich diese Masse an Menschen ausdehnen, wenn was schief geht, und Panik ausbricht?< [von voltago, am 20.07.2010 um 19:36]

>230.000 qm für sagen wir mal 460.000 Menschen, das ergibt genau einen halben Quadratmeter pro Person. Und davon geht noch der Platz ab, den Bühnen brauchen und vor allem den die Floats brauchen. 460.000 Menschen sind wie Sardinen in der Dose, da kann sich keiner mehr bewegen. Wenn dann aus irgendeinem Grund da eine Panik ausbricht, dann gibt es Tote - und nicht wenige. Solch eine Menge auf so engem, eingezäunten Raum, das kann nicht gutgehen. Meine Kinder gehen nicht hin, sie verstehen das und teilen die Bedenken. [von MadCat , am 20.07.2010 um 20:33]

>Das hört sich alles andere als “sicher” an. Wie sollen auf das Gelände 500 000 Menschen und 20 Floats passen? Wahrscheinlich werden mehr als 1 Million Besucher kommen. Das kann dann gefährlich werden. Wissen die Verantwortlichen was sie da tun? Wenn in solche Menschenmengen bei dem beschränkten Raum mal eine unkontrollierte Bewegung entsteht, dann gibt es zu hauf Tote und Verletzte.< [von Benno , am 20.07.2010 um 23:56]

>Nicht ganz korrekt - liebe kollegen! unterlagen der bahn belegen, dass das gelände für max. 270.000 personen geeignet bzw. zulässig ist… neue rechnung bitte!…und da wird doch selbst dem matheschwächsten klar, warum der sicherheitsbeauftragte herr rabe aus “einsatztaktischen gründen” nicht konkreter wird - äähh konkreter werden darf- muss es da wohl besser heißen… viel spaß! Bleibt nur zu hoffen, dass das wetter einige von ihrer anreise abhält und nichts schlimmes passiert… unverantwortlich.< [ von Andrea Joseph, am 21.07.2010 um 07:47]

>es gibt nur einen Zugang zum Gelände und der ist unter einer langen Brücke. Was passiert wenn hier Panik ausbricht?<
[von tron , am 21.07.2010 um 08:24]

>Das ist die schlechteste Idee, die Duisburg jemals hatte kombiniert mit der lächerlichsten Planung & Organisation…das kann nur in die Hose gehn …< [von Tadaaaa , am 21.07.2010 um 09:30]

>Berlin ist die einzige Stadt die auch nur annähernd in der Lage ist, 1,2 Million [von Moderation editiert] zu händeln.
Eine Provinzstadt in NRW kann das mit Sicherheit nicht. Wem sein Leben lieb ist, der bleibt von diesem Wahnsinn fern.<
[von Maike Kampmann , am 21.07.2010 um 10:19]

>An alle Zweifelnden: BLEIBT ZUHAUSE !!
Der einzige Zugang liegt in einem Tunnel, ist maximal 15 Meter breit (also etwa wie die Bahnhofshalle) und besteht aus Kopfsteinpflaster. Der Belag des Festplatzes sah vom Zug aus wie grober Schotter, also wäre festes Schuhwerk zu empfehlen. Zelte und Zäune stehen mittlerweile, das macht den Platz auch nicht gerade größer -im Gegenteil-.
Als Bewohner der Innenstadt (Luftlinie zum Festplatz ca. 300 Meter) darf ich auch noch das Auto wegfahren, weil absolutes Parkverbot in ALLEN innerstädtischen Straßen !! Öffentliche Busse und Bahnen verkehren nicht oder werden weiträumig umgeleitet. Noch Fragen ??< [von wattearvolt , am 21.07.2010 um 20:09]

>Beunruhigende Zahlen: der einzige Zugang zum Platz hat eine Durchgangskapazität von 60000 Personen je Stunde. Wenn 400000 auf dem Gelände Platz haben, über 1 Million erwartet werden, wird hier schon ein gefährlicher Brennpunkt entstehen. Ich finde die Loveparade hervorragend, aber sie gehört nicht in diese Stadt.<
[von FriedLich53 , am 22.07.2010 um 07:58]

>Das ist eine Katastrophe , wie kann eine Stadt nur auf die Idee kommen einen einzigen zugang zu öffnen, jeder weiß das dort nicht nur einige sondern viele sich dort mit Chemi vollknallen wen da nur “einer ” Panik bekommt ist die Ka****am dampfen leute werden in Panik auf die öffnung stürmmen und das wird nicht lustig, ich werde mit sehr gemischten gefühlen dort hinfahren und wirklich das beste hoffen.<
[von Lole1322 , am 22.07.2010 um 10:24]

> …genau: Viel Spaß Euch allen… Vorallem den Verantwortlichen, die hoffentlich ordentlich zur Rechenschaft gezogen werden, wenn - wir hoffen es nicht - etwas passieren sollte.
Bleibt zu hoffen, das es schüttet und stürmt und somit einige von ihrer Anreise absehen… Bringt Euch besser in Sicherheit - und zwar ganz weit weg vom Duisburger Bahnhof.<
[von Alex , am 22.07.2010 um 13:00]

>Noch einmal - die Loveparade in Essen und Dortmund kann man NICHT miteinander vergleichen! Grund: in Essen war 2007 der GESAMTE Innenstadtbereich großräumig abgesperrt & die Raver konnten sich im GESAMTEN Innenstadtbereich FREI bewegen. In Dortmund waren bereits feste Laufwege vorgegeben und das LoPa-Gelände war eingezäunt und keine freie Bewegung möglich. Das war schon hart an der Grenze! Die Stimmung war mehr als gereizt & das auf einer wesentlich größeren Veranstaltungsfläche als uns Duisburg nun “serviert”. Es ist keine Loveparade mehr sondern ein schnödes Festival, mit einer maximalen Besucheranzahl auf einem fest abgesteckten Gelände. Warum diese max. Besucheranzahl für die max. 230 000 qm, die nur zur Verfügung stehen nicht bekannt gegeben wird, ist und bleibt mir aber ein Rätsel! Was will man denn hier provozieren? Aggression? Da hat sich die Stadt Duisburg ein schönes Ei gelegt - viel Spaß beim ausbrüten! Ich bleib lieber zu Hause!< [von bimmelbommel01 , am 22.07.2010 um 14:56]

>der zugang in einem tunnel ist nicht nur ein schlechter witz, er macht das ganze gelände zu einer riesigen falle. einmal drin und man kommt nie wieder raus. …
fazit: ich währe wirklich sehr gerne hin gegangen, aber mein gesunder menschenverstand rät mir das spektakel lieber vor dem heimischen fernseher zu genießen< [von klotsche , am 22.07.2010 um 18:18]

>Als ortsansässiger habe ich mich seit Jahren auf die Duisburger loveparade gefreut- nun gehe ich nicht hin. Zu groß sind die Sicherheitsbedenken, ich halte es für sehr gefährlich so viele Menschen durch den langen Tunnel und einen einzigen Zugang schleusen zu wollen.< [von Gonzo50 , am 23.07.2010 um 14:57]

>Mein Nachbar arbeitet bei der Feuerwehr. Er hat auch gesagt, daß das eigentlich gar nicht erlaubt sein dürfte, man mache sich ernsthaft Sorgen, wieviele Knochenbrüche, Bänderdehnungen und Gelenkzerrungen auf die Helfer und umliegenden Krankenhäuser zukommen werden. Das Gelände sei außerdem viel zu klein und habe nur einen offiziellen Zugang, wie da im Falle einer Panik reagiert werden soll, wisse man auch nicht. < [von Alex, am 23.07.2010 um 15:45]

SPON zitiert den Oberbürgermeister so:

>Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) sagte, das Sicherheitskonzept für die Love Parade sei stichhaltig gewesen.<

Man wird wetten können, wieviele Tage es bis zu seinem Rücktritt braucht. Vor ihm dürfte allerdings sein Dezernent für Sicherheit und Recht, Wolfgang Rabe, den Hut nehmen. Zumindest die Angehörigen der Toten werden die Schuldigen für das Desaster auch vor Gericht sehen wollen.

Haarsträubend klingen jetzt die Rechtfertigungen der ‘Experten’:

>Der Panikforscher Michael Schreckenberg verteidigte derweil das Sicherheitskonzept, an dem er selbst beteiligt war. Der Tunnel, in dem es zur Massenpanik gekommen war, sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte Schreckenberg im WDR-Fernsehen. Nach seinen Aussagen waren im Vorfeld der Loveaparade viele mögliche Notfälle durchgespielt worden. „Es gibt aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten“, meinte er.

Laut Schreckenberg hatten kurz vor dem Unglück mehrere Loveparade-Teilnehmer ein Gitter überrannt und waren eine Treppe hochgelaufen. Dabei seien einige gestürzt. „Im Sicherheitsplan war“, so Schreckenberger, „nicht vorgesehen, dass Menschen von oben herunterfallen.“< [Links und Hervorhebungen von uns]

Im Newsticker des WDR wurde vor kurzem gemeldet, dass die Staatsanwaltschaft Duisburg am Sonntagmorgen die Planungsunterlagen der Loveparade beschlagnahmt hat.

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Freitag, 9. Juli 2010

Ein Ende in Schande: Gerold Becker - Pädagoge und Päderast - im Alter von 73 Jahren gestorben

von @ 9:15. Kategorien: Odenwaldschule

Gerold Becker - Archivfoto der Odenwaldschule

Unvorstellbar, dass ein Vater seine Tochter jahrzehntelang in einem unterirdischen Verlies als Sexsklavin gefangen hält. Im niederösterreichischen Amstetten ist genau das geschehen. Immerhin: Josef Fritzl verbüßt für sein monströses Verbrechen eine lebenslange Haftstrafe.
Unvorstellbar auch, dass ein hochgeachteter Pädagoge als Rektor eines renommierten Internats ein jahrelang funktionierendes System des sexuellen Missbrauchs installiert - und (scheinbar) keiner merkt es (bis auf Opfer und Mittäter).
Im Odenwald ist genau das geschehen. Gerold Becker, zwischen 1974 und 1985 Leiter der Odenwaldschule im südhessischen Oberhambach, wurde für seine Untaten nie bestraft.
Mein ist die Rache“, spricht der Herr - wenn es ihn denn gäbe und wenn er sich um Recht oder Unrecht wirklich scherte.
Becker ist einem Lungenemphysem erlegen. Kein angenehmer Tod, aber andere, die weniger Schuld auf sich geladen haben, sterben oft noch elender.
Ich sterbe mich aus der Verantwortung“, so sehen das offenbar einige Opfer von Becker.
In einem mit Spiegel-Online schon im April geführten Gespräch schilderte die heutige Leiterin der Odenwaldschule, Magarita Kaufmann, wie es ihrem Vorvorgänger gelungen war, Zeugen des Missbrauchs kaltzustellen:

>Es gab ein Mädchen, das über den Missbrauch von Schulkameradinnen berichtet hat, ihr wurde nicht geglaubt. Sie musste stattdessen von der Schule gehen, weil Becker alles daran gesetzt hat, dass der Spieß umgedreht wird. Das Mädchen wusste zu viel über ihn. Das Mädchen hatte seinen einflussreichen Vater informiert und dieser hatte sich mit Becker in Verbindung gesetzt. Daraufhin erhielt der Vater einen Brief, in dem das Mädchen des Drogenkonsums beschuldigt wurde, sie musste die Schule ohne Abschluss verlassen. Als Schulleiter konnte Herr Becker sicher Maßnahmen ergreifen, um sich selbst vor zu vielen Mitwissern zu schützen. […]
Ein Junge, der sich Becker dauerhaft entzogen hat, wurde geschnitten, von schulischen Aktivitäten ausgeschlossen, bis er schließlich ohne Abschluss von der Schule gehen musste. Das ist nur schwer zu ertragen: ein Kind wird missbraucht, und am Ende wird ihm noch die Schuld dafür gegeben, dass es sein Leben nicht mehr in den Griff bekommt. Das ist unglaublich.<

Interessant ist, was die Frankfurter Rundschau gestern in einem ‘Nachruf’ über den “Mann mit den zwei Leben” schrieb:

>Der Theologe und Pädagoge Gerold Becker war ein Mann, der zwei Leben lebte. In dem einen war er ein gefeierter Lehrer und Wissenschaftler. Einer, der die hehren Ziele der Reformpädagogik wie kaum ein anderer verkörperte, der seinen Schülern Freund und Ratgeber war, der “menschliche Nähe” postulierte, weil nur so aus jungen Leuten starke Erwachsene werden könnten. In diesem Leben brillierte der eloquente Charismatiker unter anderem als Berater des Hessischen Kultusministeriums, als Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime, als Autor und Elite-Pädagoge auf unzähligen Podien - und lange Jahre als Leiter der Unesco-Modellanstalt Odenwaldschule. […]
Als im März bekanntwurde, dass es an der Odenwaldschule ein “System Becker” gab, mit etlichen Tätern und Dutzenden Missbrauchsopfern, ließ sich nichts mehr verheimlichen. Vom Krankenbett aus sah Becker zu, wie sein öffentliches Leben zu Staub zerfiel - und nur noch das des Sexualtäters blieb.

Seiner Schule, seinen Weggefährten, ja der Reformpädagogik überhaupt hat er damit den denkbar schlechtesten Dienst erwiesen. Eine ganze Erziehungswissenschaft mit ihren vorbildlichen Ideen geriet durch ihn unter Generalverdacht.

Zu den unglaublichen Wendungen dieses Skandals gehört auch, dass Becker ausgerechnet jetzt starb, pünktlich zur 100-Jahr-Feier der Schule. So war Becker am Freitag noch einmal das Gesprächsthema - aber anders, als er es sich zu Lebzeiten gewünscht hätte.< [Links und Hervorhebungen von uns]

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