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April 25, 2006

Pestizid-Belastung der Gersprenz: Frankfurter Rundschau greift Kritik im Regioblog auf

von @ 10:46. Kategorien: Politik, Skandale

… alledings ohne ihn zu nennen.
>Pestizide belasten die Gewässer: Gutachten belegt hohe Werte in Darmstadt-Dieburg / Kreis kann Umweltsünder nicht fassen
Analysen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) zeigen, dass die Gewässer im Landkreis stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Die Werte sprechen zwar nicht für eine Gefährdung des Menschen, doch die Tier- und Pflanzenwelt nimmt Schaden.
Als Ursache für die unverändert starke Belastung nennt das Landesamt vor allem den Einsatz der Pflanzenschutzmittel von Seiten der Landwirtschaft, Kommunen und Firmen. Es hatte beispielsweise in der 47 Kilometer langen Gersprenz, aber auch in der Modau, hohe Werte gemessen.[...]
Zu den nachgewiesenen Rückständen gehört der Wirkstoff Diuron, ein aggressives Mittel zur Unkrautbekämpfung. “Laut unseren Messungen werden die zulässigen Grenzwerte zum Teil erheblich überschritten.” Allerdings weist Seel auch darauf hin, dass bei der hessenweiten Untersuchung des HLUG im Zeitraum 2004/2005 auch hohe Werte in anderen Regionen herrschten – “wobei Darmstadt-Dieburg zu den stark belasteten Landkreisen gehört.”[...]

Das Thema hatte schon vor drei Jahren auf der Agenda gestanden, im Januar hakten die Bündnisgrünen mit einer Anfrage im Kreistag nach. “Wie sehen die Ergebnisse der letzten Jahre aus, insbesondere die nach 2003 gemessenen?“, lautete eine der Fragen.
Die Antwort aus dem Kreistagsbüro, wonach es keine weiteren Messungen gegeben habe, gilt mittlerweile als widerlegt.
Denn nach Auskunft von Manfred Kissel, dem Leiter der Unteren Wasserbehörde, ist das Schreiben der HLUG zwar im Juli 2005 eingegangen; “es landete aber in einer falschen Akte, so dass wir es übersehen haben.
Doch auch wenn der Amtsleiter den Vorfall bedauert, hätte sich seiner Meinung nach nicht viel geändert, wenn das Schreiben schon vorher aufgetaucht wäre: “Es gibt kaum Möglichkeiten bei einer so diffusen Sachlage, die Schuldigen zu überführen”, sagt er. Wenig Personal stehe eine Vielzahl von Privatleuten und Landwirten gegenüber, die aggressive Pflanzengifte zum Schutz von Feldern und Schrebergärten anwendeten.
[...]
Dass im Kreis nun verstärkt über das Thema Gewässerbelastung durch Pflanzenschutzmittel diskutiert wird, beobachtet Peter Löwenstein mit Genugtuung. Der Mann, dessen Agentur Kreis-Kommunen in Sachen Tourismus berät, hat über das Thema auf eigene Faust recherchiert. Dabei will er immer wieder Landwirte beim unachtsamen Umgang mit Pflanzenschutzmittel beobachtet haben. “Es wird langsam Zeit, dass dieses Thema offensiv angegangen wird”, sagt er. < Quelle: frankfurter-rundschau.de, Pestizide belasten die Gewässer, 25. 4. 2004


Im Regioblog wird heute die Behauptung von der angeblich “diffusen Sachlage” in Zweifel gezogen: >Manfred Kissel und die untere Wasserbehörde sehen offenbar immer noch nicht, daß es schon ein Anfang wäre wenn auf Feldern und den Höfen überhaupt erstmal kontrolliert werden würde. Soweit ich weiß hat die untere Wasserbehörde seit 2003 bis heute keine Bodenproben von Äckern und Höfen auf Pestizide untersuchen lassen – woher weiß die untere Wasserbehörde dann aber daß die Sachlage diffus ist ? Ich sehs so: Die Behörde sollte mal Gas auf die eigene Turbine geben und sich selbst, den Politikern des Kreises und der Öffentlichkeit Klarheit verschaffen.< Quelle: regioblog.de


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Ein Kommentar zu “Pestizid-Belastung der Gersprenz: Frankfurter Rundschau greift Kritik im Regioblog auf”

  1. Friedrich Volz schreibt:

    Informationen aus einem älteren Greenpeace-Artikel, die auch zu dem am 21. April 2006 hier erschienen Bericht “Landwirte streiten Verantwortung für Pestizidbelastung der Gersprenz ab- Regioblogger gewinnt anderen Eindruck” und seinen Kommentaren passen:

    1. Was ist Diuron?

    Diuron ist ein Pestizidwirkstoff, der als Pflanzengift angewendet wird. Das sogenannte Totalherbizid aus der Gruppe der Phenylharnstoffe tötet über die Wurzel alle Pflanzen.
    Haupteinsatzgebiete sind Bahngleise, kommunale Wege und Plätze und Kleingärten. Hausbesitzer nutzen das Gift, um Terrassen oder Garagenauffahrten pflanzenfrei zu halten.
    Diuron wird häufig im Grundwasser oder im Oberflächenwasser (Flüsse und Bäche) gefunden und gefährdet dadurch die Trinkwasserversorgung.

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