Kulturbloggerin Claudia Troßmann sieht in Ahmadinedschads Brief an US-Präsident Bush die Weltlage beschrieben

Für die 18 jungen Israelis, allesamt Opfer von Terroranschlägen, die vom 28. April bis zum 8. Mai im Odenwald-Örtchen Reichelsheim Urlaub machten, könnte befremdlich erscheinen, was die Reichelsheimer Webloggerin und WASG-Kandidatin Claudia Troßmann 2 Tage nach ihrer Abreise, am 10. Mai, in ihrem Kulturblog schrieb.
Unter der Respekt bekundenden Überschrift „Der Brief des Präsidenten“ würdigte sie den Brief des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad an US-Präsident Bush.
Ahmadinedschad leiste darin nichts Geringeres als „u.a. die Lage der Welt“ zu beschreiben. Leider ziehe er daraus „teilweise falsche Schlüsse“.
Dennoch sollte man sich einige seiner Fragen selbst stellen. Die Antworten könnten anders ausfallen, wenn man trotz Bush & Co die Demokratie noch nicht als Ideal verloren hat.
Wie soll sich das vertragen? Das Ideal der Demokratie zu beschwören und gleichzeitig in und zwischen den Zeilen einem Mann Reverenz zu erweisen, der ein mittelalterliches, klerikal-reaktionäres Gesellschafts- und Rechtssystem repräsentiert, in dem noch immer Ehebruch mit Steinigung bestraft werden kann und kritischen Journalisten (auch Bloggern) Kerker und Folter droht?
Dass es Rechtsradikale wie Horst Mahler nach Teheran zieht, weil es verstärkt unter Ahmadinedschad zur Kapitale der Holocaust-Leugner und Israel-Feinde wurde, versteht sich.
Wenn aber Linke eine klammheimliche Sympathie für diesen Antipoden des „Großen Satan“ George W. Bush entwickeln, wird deutlich, wie sehr ihnen selbst die Maßstäbe abhanden gekommen sind.
Es gibt zahllose demokratische Kritiker der Bush-Administration. Auf einen Mann, der Israel von der Landkarte getilgt sehen will und mit dem Griff zur Atombombe dazu eine Chance erhielte, sollte man – zumal in Deutschland – als Zeuge und Bundesgenosse gegen Bush verzichten können.

[Ahmadinedschads übersetzter Brief kann auf der proiranischen Website muslim-markt.de gelesen werden.
Es genügt, an den Mordaufruf gegen den Schriftsteller Salman Rushdie, die Diskriminierung und Verfolgung der 300 000 Bahai oder an Ahmadinedschads vermutete Mitwirkung an einem Mordkomplott gegen kurdische Oppositionspolitker in Wien zu denken, um den Inhalt seines Briefes als propagandistisches Wortgeklingel zu erkennen.]

3 Gedanken zu „Kulturbloggerin Claudia Troßmann sieht in Ahmadinedschads Brief an US-Präsident Bush die Weltlage beschrieben“

  1. Frau Trossmann würdigt in keinsterweise den iranischen Präsidenten. Da sollten Sie genauer lesen und verstehen. Sie sagt nichts anderes aus das keiner der beiden besser sei.

  2. @Oliver: >Sie sagt nichts anderes aus das keiner der beiden besser sei<
    So werden totalitäre Regime verharmlost (Iran), die ihrer Bevölkerung nicht nur demokratische Rechte verwehren, sondern meist auch wirtschaftliche Perspektiven.
    Es ist nicht der Iran, der seit vielen Jahrzehnten politische Flüchtlinge aus aller Welt anzieht und Menschen, die für sich eine bessere Zukunft suchen, sondern (auch unter Bush) noch immer die USA

  3. Also wenn ich ehrlich bin und bin es auch. Unter Bush und weder im iranischen totalitären System möchte ich existieren. Da in kein Land und auch hier wirklich wahre Demokratie herrscht oder auch existiert.

    In beiden Ländern herrscht Kontrollen in vielen Bereichen vor, siehe NSA, CIA, etc. Guantanamo Bay bestes Beispiel das sich die USA ein Dreck schert um Menschenrechte wie auch Iran der Christen und anders denkende Menschen verfolgt.

    Ich will Iran und weder noch USA verharmlosen, denn in beiden Länder herrscht Orwell’ische Manipulation vor. Beide Länder verfolgen sehr aggressive Ziele wie wir wissen zur Zeit.

    Das eine ist eine gekaufte, vorgegaukelte Demokratie und das andere ein Regime des alten Weges der Intoleranz.

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