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Juli 14, 2006

Viva Italia? WM-Titel schlecht für das Land – Er entschuldigt Korruption und Schamlosigkeit

von @ 11:12. Kategorien: Politik, Sport


Das meint jedenfalls Petra Reski in der neuen Ausgabe der ZEIT.
>Italien ist Weltmeister, und der Italiener an meiner Seite sagt: Wir sind ruiniert! Er sagt das jeden Morgen, nachdem er die Nachrichten gehört und die Tageszeitungen gelesen hat, die voller Abhörprotokolle stecken, in denen man nachlesen kann, wie sich Politiker, Fernsehstars, Manager und andere Spitzen der Gesellschaft wie Fünfjährige ausdrücken, mit einem Wortschatz, der höchstens hundert Wörter umfasst und im Wesentlichen aus Scheißdreck, Scheißkerl und Scheißkram besteht: Parmalat-Skandal und ein schändlicher Nationalbankgouverneur, ein stumpfer Königprinz, sexbesessen und habgierig, ein lippenloser ehemaliger Bahnbeamter als König des italienischen Fußballs, ein Spinnennetz der Korruption, der Schamlosigkeit und der Käuflichkeit, und zur Belohnung sind wir auch noch Weltmeister geworden!
Poveri noi!, sagt der Italiener, wir Ärmsten! Alles vergeben und vergessen! Und Justizminister Mastella hat auch noch für mildere Umstände plädiert wegen des Gewinns der Weltmeisterschaft! Für eine Amnestie! Cossiga empfahl den Verantwortlichen des italienischen Fußballskandals: Sagt den Richtern, dass sie euch am Arsch lecken sollen! Und das ist unser ehemaliger Staatspräsident! Ah! Come siamo ridotti! Ach, was sind wir heruntergekommen!<

In einigen Punkten kann Deutschland aber locker mithalten. Die deutsche Justiz ist kaum weniger korrupt als die italienische Justiz. Und über die schreibt Reski:

>Einer der Staatsanwälte des Andreotti-Prozesses bescheinigte Italien eine Klassenjustiz, die nur die Hühnerdiebe fängt, die führenden Schichten jedoch ungestraft davonkommen lässt: Von den 3200 Angeklagten der Korruptionsprozesse konnten sich allein 2200 durch die Verjährung ihres Deliktes vor der Strafverfolgung retten. Die Prozesse gegen die politischen Drahtzieher der Mafia endeten alle mit Freisprüchen für die Angeklagten – und die klageführenden Staatsanwälte wurden aus dem Anti-Mafia-Pool eliminiert. Dass gegen den sizilianischen Ministerpräsidenten gegenwärtig ein Prozess wegen Mafiabegünstigung läuft, hat seine Wähler nicht abhalten können, ihn auf weitere fünf Jahre wiederzuwählen. Ich interviewte ihn zu seinen Mafiaverbindungen. Und am Ende des Interviews küsste er mich.<

Auch der Frankfurter Blogger Robert Basic äußerte sich kritisch über den Fußballprovokateur Materazzi und dessen Mannschaft.
Ein anonymer Kommentator sandte ihm daraufhin eine Morddrohung:
>Materazzi hätte dich windelweich verprügelt, du Hurensohn. In der Anonymität des Blogs kannst du dich verstecken und auslassen du feige Ratte! Pass auf was du rauslässt, sonst überlebst du diesen Sommer nicht!<
Die Reaktion von Basic: “Auf jeden Fall geht der Kommentar inkl. IP an die Polizei morgen.”


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