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Donnerstag, 3. August 2006

Krieg im Nahen Osten: Humanistische Union in Hessen nimmt Stellung

von @ 5:27. Kategorien: Politik, Gesellschaft


Die Humanistische Union (HU) Marburg bekundete am Heumarkt in Marburg ihre Solidarität mit den Opfern.

Zum 02.08.2006 hatte die Humanistische Union - Marburg zu einer Demonstration gegen dem Krieg im Nahen Osten aufgerufen.
Auch wenn es Passanten gibt, die glauben, das bewirke nichts, so sind solche Solidaritätsbekundungen für die Opfer sehr wichtig.
Wer einmal in einem, von Machtinteressen gebeutelten Land gelebt hat, weiß, wie wichtig jede Solidaritätsbekundung mit dem Schicksal der Betroffenen ist!
Um politischen Terror oder Krieg ertragen zu können, ist das Mitfühlen nicht Betroffener für die Betroffenen überlebenswichtig!
Solche und ähnliche Diskussionen wurden geführt. In der Mehrzahl sind die Bürger offen für Gespräche, fühlen sich nur hilflos.
Der Vorsitzende der Humanistischen Union - Marburg, F.J. Hanke, hatte dazu ein Flugblatt mit folgenden Text verfasst:

>Bombardierung und Beschuss beenden, Leben und Umwelt schützen!
Seit nunmehr drei Wochen bombardieren israelische Kampfflieger den Libanon. Raketen der islamischen Terror-Organisation Hisbollah beschießen Dörfer und Städte in Israel.
Seit dem Beginn der Kampfhandlungen am 12.Juli sind im Libanon 600 Menschen umgekommen.
Israel beklagt 50 Tote.
Mehr als ein Drittel der Opfer sind Kinder. Das UN – Kinderhilfswerk UNICEF hat vorgerechnet, dass in diesem Krieg auf beiden Seiten mehr Kinder umgekommen sind als Kämpfer!
Annähernd 800.000 Menschen sind auf der Flucht vor dem Krieg. Viele sitzen aber auch im Südlibanon fest und trauen sich wegen der anhaltenden Kampfhandlungen nicht, ihre Dörfer zu verlassen. Schließlich sind die meisten Straßen und Brücken zerstört.
Im libanesischen Dorf Kana starben 60 Personen bei einem einzigen Bomber – Angriff, dabei waren 27 Kinder!

Dem Mittelmeer droht die größte Umweltkatastrophe seit Menschengedenken. Nach der Bombardierung eines Kraftwerkes sind 35.000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. 80 Kilometer Strand – ein Drittel der libanesischen Küste – sind bereits verseucht!
Der Direktor des UN – Umweltprogramms Achim Steiner hat am Morgen des 02. Aug. 2006 im Hessischen Rundfunk (HR) beklagt, dass die Vereinten Nationen (UN) keinen sicheren Zugang zum Ort des gefährlichen Geschehens erhalten. Die „in solchen Fällen üblichen“ Kapazitäten der UN und der Europäischen Union(EU) stünden bereit. Sie können aber wegen der Kampfhandlungen nicht mit der Eindämmung des Ölteppichs beginnen.
Menschen und Natur zählen nichts im Krieg. Sie sind nur entweder „Material“ zur Kriegsführung, mögliche „Kollateralschäden“ oder „Ziele“.

Diesem furchtbaren Geschehen sieht die Weltöffentlichkeit mehr oder weniger taten – und hilflos zu.

Nach der Ermordung von vier unbewaffneten UN –Blauhelmen durch einen israelischen Bomber –Angriff hat die US –Regierung eine scharfe Verurteilung dieses Völkerrechtsbruchs im UN –Sicherheitsrat verhindert!
Kriegsverbrechen geschehen in diesem Konflikt sowohl durch die israelische Armee, die wehrlose und unschuldige Menschen im Libanon bombardieren, als auch durch die Hisbollah, die Zivilisten in Israel mit Katjuscha – Raketen beschießt.

Zu allem wollen wir nicht schweigen:

Wir gedenken der Toten und Verwundeten auf beiden Seiten.
Wir sind betrübt über die Verletzung an Leib und Seele, die den Hass beider Seiten aufeinander nur noch auf Jahre hinaus zementiert.
Wir trauern mit den Hinterbliebenen.
Wir hoffen mit den Kriegsflüchtlingen und all denen, die irgendwo im Kampfgebiet um ihr eigenes Leben und das ihrer Lieben bangen.
Wir erinnern uns auch die seelischen Verwundungen der Kampfpiloten, die bis zu ihrem Lebensende mit der schrecklichen Schuld werden umgehen müssen, hilflose Menschen ermordet zu haben.
Wir sind schockiert über die Zerstörung der Infrastruktur, die eine notwendige Lebensgrundlage für die Menschen bildet.
Wir sind empört über die Umweltzerstörung und ihre nicht wiedergutmachbaren Folgen.
Wir sind entsetzt über die sich ständig steigernde gegenseitige Gewalt.
Wir fordern alle Beteiligten auf, die Kampfhandlungen sofort und uneingeschränkt einzustellen.
Wir fordern die Bundesregierung auf, alle ihr zur Verfügung stehenden diplomatischen Mittel zur Lösung dieses Konfliktes unverzüglich und umfassend zu nutzen.
Ein dauerhafte Frieden im Nahen Osten bedingt die Anerkennung des Existenzrechts Israels ebenso wie einen souveränen palästinensischen Staat. Jedes weitere Bombardement erschwert einen solchen Frieden nachhaltig! Deswegen müssen alle Seiten sofort jegliche Bombardierung und jeden Beschuss bedingungslos beenden!<


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Ein Kommentar zu “Krieg im Nahen Osten: Humanistische Union in Hessen nimmt Stellung”

  1. anonymous schreibt:

    @ HU, 3. August - Bei Lizas Welt gibt es einige Argumente dafür, daß der Waffenstillstand für Israel nicht so unvorteilhaft ist, wie es viele Freunde Israels zunächst einmal vermutet hatten — und daß es damit auch nicht so sinnlos war, diesen Krieg zu führen, wie es viele Kritiker Israels behaupten. Das sehe ich so ähnlich.(Blogroll Statler und Waldorf, 18. August)

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