Bullshit? Claudia Trossmann sprach: „Lizas Welt gehört dem antideutschen Netzwerk an“ – und ihr Kulturblog dem stalinistischen von Cain Külbel?

Administrator, 21 Dezember 2006, 6 comments
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Es gab hier bereits eine Auseinandersetzung mit den neuesten Thesen der Odenwälder (Kultur-) Bloggerin Claudia Trossmann – die der hochkomischen Seite dieser Thesen allerdings noch nicht gerecht wurde.
Das sei hier nachgeholt.
Worum geht es? Zunächst um Jürgen Cain Külbel, 1956 in Haselbach/Thürigen geboren und von 1974 bis 1988 im Kriminalpolizeilichen Dienst der DDR.
Was Külbel war und ist, bekannte er kürzlich freimütig in einem Interview mit Verehrern von Ayatollah Khomeini (muslim-markt.de):

Natürlich bin ich Kommunist„, man könnte dazu sagen: Ein ewiggestriger. Sein „unerreichbares schriftstellerisches Vorbild“ ist der „größte Dramatiker der DDR„, der 2003 verstorbene Peter Hacks.

Für Hacks war der Sturz der SED eine Konterrevolution („Wer war der, der vom meisten Blute troff? / Wars Churchill, Hitler oder Gorbatschow?„) , die Ausbürgerung Biermanns begrüßte er und verglich sie mit dem Ziehen eines schlechten Zahns, die Berliner Mauer war ihm „der Erdenwunder schönstes („Mit ihren schmucken Türmen, festen Toren. / Ich glaub, ich hab mein Herz an sie verloren„). Auch Stalin mochte er bis zum Ende nicht abschwören und ließ ihn in späten Liebesgedichten auftreten („Die Liebe und die Sowjetmacht / Sind nur mitsammen darstellbar.„)
So viel oder so wenig zu Hacks und damit auch zu Külbel, dessen politische Position damit zumindest skizziert sein dürfte.

Külbel liebt nicht nur – die alte Sowjetmacht und deren Poeten Hacks- , er hasst auch: Vor allem die USA. Mit dem Hacks-Wort „Mordamerika“ tituliert er den halben Kontinent und hält sich dabei mit wechselnden Regierungen und deren Schuld erst gar nicht auf: Das Ganze, Land und Leute und Kanada noch dazu, ist ihm zuwider.
Damit ist auch seine Position im Nahost-Konflikt vorgeschrieben. Der israelische Premier ist ein „Schlächter“ und dem Zentralrat der Juden in Deutschland wünscht er ob seiner Parteinahme für Israel zukünftig eine Bedeutung, wie sie schon jetzt „Hausmeister Krauses Dackelverein“ hat.
Külbel polemisiert gerne, eine seiner fröhlichen Lieblingswendungen: „Who the fuck is“.
Einmal so gebraucht: „Who the fuck is Biermann“ und einmal so: „Who the fuck is Liza“.
Liza, besser gesagt der Weblog „Lizas Welt“ ist Külbels gegenwärtiger Feind. Die Antipathie ist gegenseitig.
Der anonyme Betreiber von „Lizas Welt“ ist israelfreundlich, während Külbel im Judenstaat so etwas wie den kleinen Satan sieht.
Kriminalistisch erfahren hat sich Külbel auch den (libanesischen) Mordfall Hariri vorgenommen, dabei den Bericht des UN-Ermittlers Mehlis als „Lügengebäude“ enttart und als wirklich Verdächtigen den israelischen Geheimdienst ausgemacht.
In Syrien hört man das gerne. Überhaupt kann man dort viel von Külbel hören bzw. lesen. Nachdem er früher als Journalist vor allem für das „Neue Deutschland“ schrieb, schreibt er nun hauptsächlich für die syrische Tageszeitung „Al Watan“.
Während Külbel im Nahen Osten die wahren (israelischen?) Schuldigen am Tod des zweimaligen libanesischen Ministerpräsidenten Hariri ermitteln will, will er nun den noch anonymen, israelfreundlichen Betreiber von „Lizas Welt“ enttarnen.


markwort antideutsch


FOCUS-Markwort antideutsch?

Bild: wikpedia.de

Dazu stellte er gegen den/die Blogger eine Strafanzeige wegen Verleumdung – in der Erwartung, dass später zumindest eine zivilrechtliche Klage die Identität des/der Blogger(in) offenbaren wird.

Zuletzt hatte Kriminalist Külbel als Mann hinter „Lizas Welt“ keinen Geringeren als den FOCUS-Chefredakteur Helmut Markwort (Fakten! Fakten! Fakten!) im Verdacht. [FDP-Mitglied Markwort ist in Südhessen übrigens kein Unbekannter. In Darmstadt geboren und aufgewachsen hat er nach seinem Abitur am Ludwig-Georgs-Gymnasium auch schon bei Darmstädter Lokalzeitungen gearbeitet.]

An dieser Stelle kommt nun die Odenwälder (Kultur-) Bloggerin Claudia Trossmann ins Spiel und verleiht der (Übel-) Tätersuche eine komische Note:
Der Weblog „Lizas Welt“ sei nicht nur eine (israelfreundliche) Stimme unter anderen Stimmen, sondern gehöre angeblich einem „Netzwerk“ an, einem „antideutschen Netzwerk„.
[Verschwörungstheoretisch gibt die Vokabel „Netzwerk“ offenbar mehr her.]

Trossmann Antideutsche

Dazu liefert sie auch gleich noch einen Link zu einem Wikipedia-Artikel über die „Antideutschen“ mit:
„Antideutsche sind eine aus verschiedenen Teilen der radikalen antifaschistischen Linken hervorgegangene Strömung… Die antideutsche Bewegung wird im Verfassungsschutzbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz erwähnt.“

Aha! Wenn man die „Erkenntnisse“ des Kriminalisten Külbel und die „Erkenntnisse“ der mit ihm solidarischen Odenwälder Bloggerin kurzschließt, könnte das bedeuten, dass der Chef des FOCUS ursprünglich ein Linksradikaler war (ist) und als „Antideutscher“ vom Verfassungsschutz beobachtet wird!

Von den „Informationen“ der Odenwälder Bloggerin zeigt sich auch der bekannte und sonst eigentlich gar nicht auf den Kopf gefallene Parteibuch-Blogger Marcel Bartels beeindruckt.

>Die Bezeichnung Antideutsch, auf die mich Claudia Troßmann vom Kulturblog netterweise hingewiesen hat, war mir als Fachbegriff für die seltsam verblendete Hurra-Israel-Ideologie … bis vor wenigen Tagen tatsächlich noch nicht bekannt.<

Claudia Trossmann weiß aber noch weitaus mehr:

trossmann antideutsch

>Es gibt Menschen, die sich vom antideutschen Weltbild zu Morddrohungen hinreißen lassen. [Anm.: Es soll sogar Leute geben, die sich vom prodeutschen, antisraelischen, islamischen, christlichen und antichristlichen, anarchistischen, sozialistischen, kommunistischen und antikommunistischen, ökologischen und antiökologischen oder auch veganischen und antiveganischem Weltbild „zu Morddrohungen hinreißen“ lassen! Weswegen man allen „sehr kritisch gegenüberstehen“ sollte]
Ob diese ernst gemeint sind oder nicht, kann ich derzeit nicht beurteilen. Dies Morddrohungen sind nicht nur ganz real per Anruf etwa, sondern auch in der sogenannten Blogosphäre.
Auch deshalb sind sie für mich intellektuelle Brandstifter, denen ich sehr kritisch gegenüberstehe
.<

Nachdem der gemeinsame investigative Spürsinn von Claudia Trossmann und Cain Külbel a) die Antideutschen und b) Helmut Markwort als „intellektuelle Brandstifter“ hinter Lizas Welt ausmachten, gipfeln die „Erkenntnisse“ der Odenwälderin darin, dass es aus dem Dunstkreis der Antideutschen angeblich „Morddrohungen … ganz real per Anruf etwa“ gebe und sogar „auch in der sogenannten Blogosphäre„.

Indirekt war schon vor einigen Tagen Claudia Trossmann die Frage gestellt worden, „wer denn da wann und wo “Morddrohungen ganz real … per Anruf etwa” gegen wen ausgestoßen“ hat.
Eine Antwort darauf gab es nicht und gibt es wohl auch nicht.

Schließlich reicht es doch, dass sie mit einer beeindruckenden Argumentationskette „nachwies“, dass Lizas Welt (Helmut Markwort?) ein antideutscher, „intellektueller Brandstifter“ ist, den so eine Mitschuld an „Morddrohungen ganz real … per Anruf etwa“ treffe.

Wenn Claudia Trossmann ihre „Informationsquellen“ offenlegen sollte, stellt sich womöglich heraus, dass hinter dem ominösen „Netzwerk“ und den „Morddrohungen“ – na, wer wohl – Juden stecken.

Trossmann antideutsch

Eine sogenannte Henryk-Broder-Brigade– benannt nach dem (quicklebendigen) Spiegel-Reporter Henryk M. Broder, der als scharfzüngiger, streitbarer Verfechter des israelischen „point of view“ bekannt ist.

Jetzt weiß man also, was man schon früher wusste, dass Claudia Trossmann nämlich diesen „intellektuellen Brandstiftern“ „sehr kritisch gegenübersteht„- so kritisch nämlich, dass sie mit unbewiesenem, zum Teil unsinnigen und pauschalierendem Gerede politische Kontrahenten mit „Morddrohungen … ganz real“ in Verbindung bringt.

In ihrem Weblog Kulturblog („Zimmer mit Einsicht„) nahm sie kürzlich Bezug auf die (in mein-parteibuch.de geführte) Diskussion um Jürgen Cain Külbel vs. Lizas Blog:
kuelbel trossmann

Man muss es zweimal lesen: Eine Autorin, die just eben einen Blogger („Lizas Welt“) mal eben so einem angeblich zugehörigen „Netzwerk“ („Antideutsche“) zuordnete und dieses wiederum mal eben so mit „Morddrohungen ganz real“ in Verbindung bringt, beruft sich auf einen taz-Artikel, in dem Autoren gescholten werden, „die mit Halbwahrheiten, selektiven Interpretationen und schlichtem Unsinn hausieren gehen.

Jetzt muss man abwarten, wer den größeren Unsinn verzapfte: Külbel, mit seiner Vermutung FOCUS-Markwort stecke hinter „Lizas Welt“ oder Külbels in Solidarität zugeneigte Linksaktivistin Claudia Trossmann, die Bartels so belehrt hatte:

Lizas Welt gehört dem antideutschen Netzwerk an. Es zeichnet sich durch ein sehr einfaches Weltbild aus.“

Immerhin hat Külbel, der die Odenwälderin wegen ihrer „mutigen“ Bemerkungen lobte (s.u.) , kein „einfaches Weltbild“:
Wer nämlich so wie Külbel Hacks toll findet, der wiederum Stalin und die Berliner Mauer toll fand, hat zweifelsfrei ein sehr komplexes Weltbild.
Ein Weltbild, in dem offenbar neben FOCUS-Markwort, auch noch der Banker Ackermann und Gerhard Schröder – „mutig bemerkt“ – als „Antideutsche“ durchgehen können. Helau, bald ist Fastnacht.

Comments

6 Responses, Leave a Reply
  1. Grinsebacke
    21 Dezember 2006, 8:44

    Es geht hier wieder mal nicht um die Sache, sondern nur um die Fehde zwischen Frau Trossmann und Herrn Weller… Also einfach nicht beachten. Die beiden haben sich halt einfach nur lieb!

  2. Administrator
    21 Dezember 2006, 9:03

    Sehr geehrte „Grinsebacke“, das einzig Interessante an Ihrem Kommentar ist Ihre eMail-Adresse Adolf@nsdap.com. Wie ist das denn zu verstehen?

  3. Grinsebacke
    21 Dezember 2006, 10:04

    Dacht ich mir, dass Sie diese interessant finden… War aber „nur so“ ausgedacht… Vie Spass beim weiterstreiten mit Frau Trossmann…

  4. Bingo
    29 September 2007, 8:37

    "Liza" ist Alex Feuerherdt
    Alex Feuerherdt (Jahrgang 1969) ist gelernter Buchhändler, lebt in Bonn und arbeitet in einem Kölner Verlag. Als Fußballer zwar mit Leidenschaft am Werk, doch arg limitiert, wurde er mit 16 Jahren Schiedsrichter und pfiff schließlich Spiele bis zur Oberliga, bevor ihn eine hartnäckige Knieverletzung im Sommer 2005 zum Aufhören zwang. Er wechselte die Seite und ist nun, ebenfalls in der Oberliga, als Schiedsrichter-Beobachter tätig; darüber hinaus kümmert er sich um die Aus- und Fortbildung der Referees und ist leitender Redakteur des "Schiri-Report", der Zeitschrift der Bonner Unparteiischen. Daneben veröffentlicht er Beiträge zur Politik und zum Fußball – etwa über den Wettskandal um Robert Hoyzer – in der Berliner Wochenzeitung "Jungle World" und der Kölner Vierteljahreszeitschrift "Prodomo".

  5. S. R.
    28 Oktober 2007, 3:08

    Lieber Möchtegern-Denunziant "Bingo"!

    "Liza" ist Alex Feuerherdt, so versuchen Sie hier zu petzen.
    Bloß Ihrem nachfolgendem Text, den Sie irgendwo abgekupfert haben, vermag ich diesbezüglich keine schlüssigen Beweise zu entnehmen. Es wird vermutlich noch mehrere Sportler, Schiris, Jungle-World-Mitarbeiter geben, die sich für Fußball interessieren und sich gleichzeitig auf die Seite Israels stellen.
    Mir persönlich ist es auch egal, wer hinter Liza steckt. Der Blog wartet stets mit guten, brillant geschriebenen Artikeln auf. Sie allerdings, Sie Bingo Sie, sind ein kleiner schmieriger Verleumder.

  6. […] vgl. hier und hier This entry was written by Daniel Fallenstein, posted on Die, 5. Feb 2008 at 17:25, filed under […]

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