Kyrills Kollateralschäden: Ist Darmstädter Firma Donges für Beinahe-Katastrophe an Berliner Hauptbahnhof (mit-)verantwortlich?

Administrator, 20 Januar 2007, No comments
Categories: Unbestimmt


Auf der Webpräsenz der Darmstädter Firma Donges Stahlbau GmbH sieht man schon auf der Startseite die in dunkler Nacht eindrucksvoll leuchtenden Bügelbauten des neuen Berliner Hauptbahnhofs, für deren Montage die Darmstäder Firma verantwortlich war.
Die Konstruktion, so teilt es Donges stolz mit, erhielt den Ingenieurbaupreis 2006.
Nun aber, nachdem der Orkan Kyrill einen zwei Tonnen schweren Stahlträger der Fassade in den Eingangsbereich des Bahnhofs stürzen ließ, ist von Pfusch am Bau die Rede.

Spiegel.de schrieb zu der ‘Beinahe-Katastrophe in Mehdorns Prestigebau': >Es grenzt an ein Wunder, dass niemand verletzt wurde.<

Zu einem Desaster könnte sich diese “Beinahe-Katastrophe” aber noch für Donges entwickeln.
Das Darmstädter Echo zitiert heute den Justiziar von Donges:

>Andreas Schriewer, Justiziar bei Donges, sprach gegenüber dem ECHO von einer „technischen Ursache“ des Unglücks, konnte aber nichts Genaueres sagen: „Derzeit gibt es nur Vermutungen.“ Ein Gutachter sei mit der Untersuchung beauftragt. Mitarbeiter der Donges GmbH seien bereits am Freitag am Ort des Geschehens eingetroffen.
Wir bedauern das sehr“, sagte Schriewer. Zwar habe Donges die Stahlkonstruktion errichtet, die Prüfstatik sei jedoch nicht von dem Darmstädter Unternehmen, sondern vom Bauherrn, also der Bahn, gestellt worden.<[Hervorhebungen von uns]

Bei Stern.de vermutet ein Hamburger Architekt jedoch anderes:

>Das Unfassbare an diesem Unglück fasste Jens-Peter Wilke von der Berliner Feuerwehr unmittelbar nach dem Unglück in Worte: “Es ist mir völlig unklar, wie sich wenige Monate nach der Eröffnung des Bahnhofs bereits ein solches Bauteil aus der Fassade lösen kann.” Sicher, es war einer der stärksten Orkane der vergangenen Jahre, der über Deutschland zog. Jedoch sollten Windgeschwindigkeiten von maximal 130 Kilometern pro Stunde einem baufrischen Gebäude nichts anhaben können.
Ein Hamburger Architekt bestätigte gegenüber stern.de: “Solche Neubauten halten problemlos Windstärke 12 aus. Sturm in dieser Stärke kommt in Deutschland ja häufiger vor.” Und so handelte es sich bei dem Stahlträger in Berlin auch nicht um ein tragendes Teil, wie der Experte weiß: “Offenbar war das ein Fassadenträger, der keine statische, sondern nur eine Designfunktion hat. Da hängt höchstens mal eine Fensterreinigungsvorrichtung dran. Bei einem tragenden Teil wären unmittelbar nach dem Absturz weitere Gebäudebereiche eingebrochen.”

Auch wenn die Struktur des Gebäudes nicht beschädigt wurde, bleibt die Frage, wie es zu einem solchen Vorfall kommen konnte. Jeder, der unmittelbar am Bau des Gebäudes beteiligt war, schweigt: Die Ingenieure, die die Statik des Hauptbahnhofs berechneten, wollten sich zu dem Vorfall gegenüber stern.de nicht äußern. Und auch die Hamburger Architekten hüllen sich in Schweigen. In einer kurzen Pressemeldung weisen sie lediglich jegliche Schuld am Unglück von sich. Entweder handele es sich um einen Fehler der Statik, der Bauausführung oder der Bauüberwachung, heißt es im Schreiben.
Dass es an fehlerhaften Baustoffen gelegen hat, bezweifelt man beim Bundesamt für Materialprüfung angesichts der möglichen Folgen: “Die Verwendung von nicht zugelassenen Materialien kann strafbar sein.” Der Hamburger Architekt vermutet den Fehler an anderer Stelle. Er glaubt, dass die Baufirma einen folgenschweren Fehler gemacht hat: “Die haben wahrscheinlich vergessen, eine Schraube festzuziehen.< [Hervorhebungen von uns]

Donges schreibt über sich selbst:

>Unser im In- und Ausland expandierendes Unternehmen ist mit 300 Mitarbeitern eines der führenden Stahlbauunternehmen Deutschlands. Wir planen und fertigen Industrie-, Verwaltungs- und Verkehrsbauten, Brücken, Hangars, Stadien, Sporthallen, Kraftwerksbauten sowie Sonderkonstruktionen.

Gerade in jüngster Vergangenheit festigte eine Reihe von Großprojekten unseren Ruf als Fachunternehmen für besonders anspruchsvolle ingenieurtechnische Herausforderungen. <


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