Mörder kam aus dem Odenwald – als Pizzabote: Ehepaar in Hösbach niedergestochen

Administrator, 12 Mai 2007, 3 comments
Categories: Polizei

Im Januar sorgte die Bluttat zweier Gymnasiasten aus Mecklenburg-Vorpommern für Schlagzeilen. Die beiden Schüler aus der Kleinstadt Tessin hatten bei den Eltern eines Freundes geklingelt. Nachdem ihnen geöffnet worden war, stachen sie sofort mit mehreren Messern auf den Vater ihres Freundes ein, anschließend töteten sie auch dessen Ehefrau.

HR-Online berichtete gestern über einen Fall, der Parallelen dazu aufweist:

>Die tödliche Messerattacke auf einen 42 Jahre alten Mann im mainfränkischen Hösbach ist aufgeklärt. Ein 48-jähriger Odenwälder hat die Tat am Freitag gestanden.
Dabei habe er auch zugegeben, sein Opfer gut gekannt zu haben, berichte die Polizei. Der Geständige habe bei einer Vernehmung von gemeinsamen Geschäften mit seinem türkisch-stämmigen Opfer gesprochen. Dabei hätten sich die beiden allerdings überworfen.
Der 48-Jährige war nach dem Messerangriff am Mittwochabend festgenommen worden.
Er hatte seinen Geschäftspartner getarnt als Pizzalieferant in dessen Haus niedergestochen. Der Familienvater erlag drei Stunden später seinen Verletzungen.
Die Ehefrau des Opfers, die noch während des Überfalls die Polizei alarmierte, wurde schwer, der Täter bei einem Gerangel leicht verletzt. Die beiden minderjährigen Kinder der Eheleute waren bei dem Angriff auf ihre Eltern zu Hause, blieben aber unverletzt.

Nach Berichten des „Main-Echos“ hatte das 42 Jahre alte Opfer in Aschaffenburg erfolgreich drei Gaststätten betrieben. Dagegen sei vor zwei Jahren sein Vorhaben gescheitert, sich am Bau eines Autobahn-Rasthofs bei Mainaschaff im Landkreis Aschaffenburg zu beteiligen.
Ob dieser Umstand bei der Bluttat eine Rolle gespielt hat, blieb auch am Freitag unklar. Die Staatsanwaltschaft lehnte nähere Angaben zu den Geschäftsbeziehungen von Täter und Opfer ab.< Quelle: hr-online.de, Tödliche Messerattacke – 48-Jähriger gesteht Bluttat,

Das Polizeipräsidium Südhessen nennt weitere Einzelheiten:

>Nach dem tödlichen Messerangriff am späten Mittwochabend in einer Wohnung in Hösbach laufen die gemeinsamen Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Aschaffenburg auf Hochtouren.
Bereits in der vergangenen Nacht waren Spezialisten der Kripo stundenlang mit der Sicherung von Spuren am Tatort beschäftigt. Das mutmaßliche Tatwerkzeug, ein längeres Messer, wurde sichergestellt.
Zum Motiv der Tat gibt es noch immer keine gesicherten Erkenntnisse. Fest steht inzwischen, dass sich Täter und Opfer gekannt haben.
Der 48-jährige Tatverdächtige lebte im Landkreis Miltenberg, wohnte inzwischen aber in der Nähe von Höchst im angrenzenden Hessen.
Der Mann, der bei der Tatausführung selbst Verletzungen davon getragen hatte, wurde zwischenzeitlich von der Polizei aus dem Krankenhaus abgeholt und wird auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg im Laufe des Donnerstags dem Ermittlungsrichter vorgeführt.
Inzwischen wurde auch bekannt, dass Nachbarn, in deren Wohnung sich das 42-jährige Opfer trotz seiner schweren Verletzungen noch geschleppt hatte, dem Mann in vorbildlicher Weise Erste Hilfe geleistet hatten, bevor er in das Klinikum Aschaffenburg eingeliefert wurde.
Dort verstarb der 42-jährige Familienvater eine Stunde nach Mitternacht. Ebenfalls auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg wird noch am Donnerstag eine Obduktion des bei dem Messerangriff getöteten Mannes durchgeführt.
Während der Tat waren die beiden minderjährigen Kinder des Ehepaares im Haus. Sie wurden in der Nacht von einem Notfallseelsorger betreut.
Der 48-jährige Tatverdächtige wurde am Donnerstagnachmittag (10.) auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Nach Erlass eines Haftbefehls wegen Mordes und versuchten Mordes wurde der Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.<

Quelle: ots/polizeipresse.de, Hösbach, Landkreis Aschaffenburg / Breuberg – Tötungsdelikt am späten Mittwochabend – Täter kommt aus Breuberg, 11. 5. 2007

Comments

3 Responses, Leave a Reply
  1. Nomoi
    13 Mai 2007, 7:02

    Warum steht da „türkisch-stämmiges“ Opfer?

    1. Soll das bedeuten, dass das Opfer einem stämmigen Körperbau und türkisches Aussehen hatte? Oder meinten sie „türkischstämmig“?

    2. Die Bezeichnung ist irrelevant. Bei türkischstämmigen Tätern und anderen ausländischer Herkunft fehlt dieser Zusatz meistens (es sei denn die Tat hat einen kulturspezifischen Hintergrund) und bei Deutschen sowieso. Ich las bisher nie „das deutsche Opfer“ oder der „deutsche Täter“.

  2. Jürgen
    13 Mai 2007, 7:57

    @Nomoi: Ihre Kritik sollte aber an hr-online adressiert werden.

  3. Grabiger
    25 September 2010, 6:22

    Es wurde nie erwähnt das seine Familie betroht wurde und er Sie schützen wollte .
    Ich kenne Ihn seit 30 Jahren nur die Herren vom Gesetz nicht und handeln falsch
    wie der deutsche Staat .

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