Politiker mit Null Ahnung antworten Kids mit viel Bock: Grüner Opa Ströbele hat „leider“ einen Computer und ist „einmal oder zweimal bisher ins Internet gegangen“


Hätten die Kinderreporter ein Altersheim besucht und deren Insassen interviewt, könnte man über die Antworten schmunzeln.

Null Ahnung gegenüber Kindern mit viel Bock offenbaren in diesem Video aber maßgebliche Politiker:

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries
, die für die neuen Medien Gesetze macht, weiß nicht, mit welchem Programm sie das Web betritt: „Browser? Was sind jetzt nochmal Browser?

Ex-Verteidigungsminister Peter Struck auf die gleiche Frage (Browser?): „Weiß ich nicht.“

FDP-Chef Guido Westerwelle weiß um die Bedeutung des Computers in der heutigen Welt: „Also Computer ist für mich mehr so’n ganz einfaches Instrument so wie’n Hammer oder ’n Nagel.“

Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (!), für sein Ressort qualifiziert durch die Leitung des elterlichen Getreidemühlen- und Landwirtschaftsbetriebes in Prichsenstadt, über das Internet und sein globales Potenzial:

Ich geh nur da rein, wenn ich irgendwas ganz Bestimmtes suche, so wie Presseausschnitte, die ganz lang her sind oder so was.

Doch bei Glos muss man sich nicht mehr wundern. Der CSU-Dödel, dessen Verstand nur dann etwas aufblitzt, wenn er sich bärbeißig den politischen Gegner vornimmt, hatte auf der CEBIT Folgendes von sich gegeben:

>Ich habe Gott sei Dank Leute, die für mich das Internet bedienen.<

Thomas Knüwer kommentiert diese Aussage des Bundesministers für Technologie so:

>Doch, hat er gesagt. Erschreckend genug ist es, wenn der für die deutsche Wirtschaft verantwortliche Minister eine Technologie, die wie keine andere zuvor unsere Welt verändert hat, nicht begreift, obwohl die meisten Menschen sie längst verwenden. Schockierend aber ist es, dass er auch noch darüber froh ist. Gott sei Dank, sagt er. Gott sei Dank.<

Noch ausführlicher setzt sich Gerald Brozek mit den „Tausend Gloses“ auseinander: „Das Internet lassen wir von anderen bedienen ….“

Scott Hanson liefert als Amerikaner die Außensicht:

>Michael Glos is Germany’s Economics and Technology Minister. He doesn’t really understand the Internet, but then he doesn’t need to:

Thankfully I have people who operate the Internet for me
(Ich habe Gott sei Dank Leute, die für mich das Internet bedienen)

I guess that means his secretary prints out his email for him.

He actually spends most of his time protecting Germany’s car industry. He doubt that he understands cars either, but he has people who operate them for him. <

Noch dümmer als Glos zeigt sich der ganz grau gewordene grüne Opa Ströbele, der sich seit über 30 Jahren permanent als Speerspitze des sozialen Fortschritts wähnt und darüber eine satte Selbstzufriedenheit ausstrahlt:

Auf die Frage, ob er einen Computer hat, antwortet er: „Äh ja, leider ja, aber der is manchmal mit mir nicht so einig und wir sind sehr unterschiedlicher Meinung und dann funktioniert das nicht so richtig“.

Die Frage nach dem ominösen „Browser“ beantwortet er so:

Ich weiß nur, dass es Leute gibt, die da so’n Programm entwickelt haben, womit man nach mit einzelnen Fundwörtern dann was finden kann, aber ich mach das hier.“ (Wo?)

Kein Wunder, dass die Erklärung etwas wirr und etwas dürr ausfiel.

Denn, so Ströbele: „Ins Internet bin ich glaub ich einmal oder zweimal bisher gegangen.“

Immerhin hat er aber eine „Startseite“ bzw. eine Homepage:

Genau, ich hab ne eigene Homepage, ich kann die aber überhaupt nicht bedienen und ich änder da selber auch nichts, sondern ich hab da Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die wesentlich jünger sind als ich...“

Seine Weltfremdheit und Gegenwartsferne offenbart er den Kids fröhlich und freundlich. Früher hätte man ihn einen Kretin genannt.

Langzeitarbeitslosen würde man zu EDV-Kursen raten, um wieder Chancen in der heutigen Arbeitswelt zu haben. Was soll man da Zypries, Glos, Struck, Westerwelle oder Ströbele und anderen Nostalgikern aus der Politelite raten?

Ströbele wäre jedenfalls am besten bei den Amish in Pennsylvania aufgehoben.
Wobei die in Sachen Internet mittlerweile womöglich weiter sind als er selbst.
Aber er könnte dort noch Kutsche fahren, seine Hosen mit Hosenträgern und auch sonstiges nur mit Haken und Ösen sichern.

Christian Bölling hat sich in seinem Weblog ebenfalls Gedanken über die fitten Jungs und Mädels im Berliner Reichstag gemacht:

>Ich glaube an das Gute im Menschen. Deshalb regte sich auch direkt Unmut in mir, als Thomas Knüwer Michael Glos für mangelnde Computer-/Internetkenntnisse gegeißelt hat. Ich dachte, wenn ein Politiker sagt, er habe Leute, die für ihn das „Internet bedienen“, sei es nur ein sprachlicher Missgriff – und kein Ausdruck von tatsächlicher Inkompetenz.
Das war bis heute morgen. Denn heute morgen habe ich ARD Morgenmagazin geschaut …<

Im Weblog Schieflage wird das Entsetzen rationalisiert:

>Man könnte über die Weltfremdheit und Unwissenheit von Zypries lachen. Nur leider ist sie es, die maßgeblich mitentscheidet über Dinge wie Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, Telemediengesetz, diverse Urheberrechts-Novellen oder auch über die mögliche Einführung von Softwarepatenten.
Dass sie grundlegende Vokabeln der modernen Welt nicht kennt, lässt Schlimmes befürchten und erklärt so manche seltsamen Ausführungen dieser Frau. Da scheint viel Spielraum zu sein für Einflüsterungen diverser Lobbyisten, wenn so wenig Grundwissen vorhanden ist bei unseren „Entscheidern“.

Es ist so, als ob Mitte des letzten Jahrhunderts ein Wirtschaftsminister auf die Frage, welches Automobil er privat nutze, zurückgefragt hätte, was denn bitte schön noch einmal ein Automobil sei….<

Björn Ognibeni kommentiert die Sache so:

>Kennen Sie jemanden, der stolz drauf ist weder lesen noch schreiben zu können? Ich nicht. So wirklich eignet sich das ja auch nicht zum Angeben. Es sei denn man gehört zu der Gruppe digitaler Analphabeten, die zum grossen Teil die Elite in diesem Lande stellt.[…]
Besonders schön: Justizministerin & Ex-Bloggerin Brigitte Zypries mit einem Gesichtsausdruck, wie die Kuh wenn’s donnert – “Browser? Was sind denn jetzt nochmal Browser?”<

Es ist wirklich an der Zeit, nun technologisch ein Wurmloch zu realisieren, mit dem Ströbele und Co. in jene Zeit zurückkehren dürfen, in der sie noch jung waren und die Welt besser verstanden. Aber auch diese Annahme könnte ja verwegen sein.

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