Ein fast verschwiegener Skandal: Mitarbeiter des Jobcenter Odenwald unterschlug über eine halbe Million Euro – Wer hat wann wieviel gewusst?

neue wege 600000 moerlenbach

Schon am 19. Juni 2007 berichtete das Bergsträßer Echo unter der Überschrift „600 000 Euro in die eigene Tasche“ über einen Skandal im Jobcenter Odenwald, der dem (PPA-) affärengeplagten Eigenbetrieb „Neue Wege“ den Rest geben könnte.
Ein ehemaliger Mitarbeiter des in Mörlenbach gelegenen Jobcenters soll über Jahre hinweg öffentliche Gelder, in der Summe ca. 600 000 Euro, in die eigene Tasche abgezweigt haben.
Der letzte Satz in diesem Artikel deutet auf eine politische Dimension hin: „Schon wird hinter vorgehaltener Hand die Frage gestellt, wer wann wieviel gewusst hat.“
Warum wird diese Frage (nur?) hinter „vorgehaltener Hand“ gestellt?
Geht ein Risiko ein, wer diese Frage laut stellt?
Welche Ebene der lokalen Macht könnte wann wieviel gewusst haben? Sollte etwas unter den Teppich gekehrt werden aus Furcht vor einem Image-Gau?
Erstaunlicherweise finden sich im Web bislang kaum Informationen über diesen Fall. Im Online-Archiv des Darmstädter Echo findet sich jedenfalls nichts!
Sonst sind es nur Spuren.
Gitta Düperthal berichtete am 10. Juli in der DKP-nahen Zeitschrift „Junge Welt“ über „Hartz 4, befristete Verträge und Ein-Euro-Jobs„.
Dabei zitiert sie Eva Petermann vom Gesamtpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer im Kreis Bergstraße und Odenwald.
Petermann, die auch der DKP und dem DGB angehört, listet „Skandalöses“ über die Arbeitsagentur „Neue Wege“ auf: „Inkompetenz, Kloppereien zwischen Arbeitslosen und Fallmanagern, Gelder veruntreut – einer der Hauptverantwortlichen habe sich aus dem Staub gemacht, werde von Interpol gesucht.“ (zitiert nach Junge Welt).
Wenn das zutrifft: Gibt es neben einem (noch flüchtigen?) Hauptverantwortlichen noch weitere Verantwortliche?

Der hier gezeigte Artikel aus dem Bergsträsser Echo klingt trotz seiner Kürze widersprüchlich. Wenn aus guten Gründen die Frage gestellt wird, wer wann von den Unterschlagungen wusste, lässt sich schlecht behaupten: „Niemand schöpfte Verdacht“.
Man kann gespannt sein auf die weitere Berichterstattung. Oder muss auch die Presse in dieser Sache fortan alles „hinter vorgehaltener Hand“ sagen – absolut offprint gewissermaßen.

2 Gedanken zu „Ein fast verschwiegener Skandal: Mitarbeiter des Jobcenter Odenwald unterschlug über eine halbe Million Euro – Wer hat wann wieviel gewusst?“

  1. Könnte man den Artikel des Bergsträsse Echos so interpretieren:
    „Niemand d u r f t e laut einen Verdacht äußern, weil eine solche Äußerung mit Verleumdungsdrohungen beantwortet wird.“ ?Einfache Anzeigen bei der Polizei werden schnell an die Staatsanwaltschaft weitergeleite und dort nach gehörig langer Ablagefrist nur abgewiesen, wenn sie Netzwerke im Darmstädter Bereich betreffen. Erst wenn so viel Druck aufgebaut ist, dass der Kessel zu platzen droht, wird sich vielleicht was bewegen (siehe Sachsen). Ich bin auf die Weiterentwicklung gespannt! Es soll blos kein Mensch behaupten, wir leben in einer ereignislosen Zeit!

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