… ausgerechnet durch eine Entscheidung der umstrittenen Richterin Karin Wolski.
Michael Csaszkóczy jedenfalls darf Lehrer werden.
Spiegel Online schreibt:
> Er hat seinen mehr als drei Jahre dauernden Kampf gegen ein Berufsverbot zuerst in Baden-Württemberg und jetzt auch in Hessen gewonnen (AZ: 1 E 1247/06). Eine Stelle hat er dadurch noch nicht […]
Die Behörden meinen, der 37-Jährige sei ein “Linksextremer” und könne daher nicht in den Schuldienst aufgenommen werden.<
In einem früheren Bericht (”Der schlimme Lehrer“) hatte Spiegel Online die Hintergründe geschildert:
>Seine politische Heimat fand Csaszkóczy bei der Antifaschistischen Initiative Heidelberg (AIHD), einem ziemlich bedeutungslosen Grüppchen von ein paar Dutzend Aktiven, das der Verfassungsschutz als linksextremistisch einstuft.[…]
Es sind vor allem zwei Sätze in einer Art Grundsatzpapier der Heidelberger Antifaschisten, die Csaszkóczy letztlich zum Verhängnis wurden:
“Militanz, die sich durch angemessene Zielgerichtetheit, permanente Selbstreflexion, konsequente Abwägung und hohes Verantwortungsbewusstsein der Agierenden auszeichnet, betrachten wir als legitimes Mittel im Kampf um Befreiung“, heißt es da.
Und: An “den herrschenden Unterdrückungsverhältnissen” werde sich auf parlamentarischem Weg “nichts Grundlegendes ändern“.Die Kommission aus Verwaltungsbeamten fragte den Lehramtsbewerber, ob er sich zu dem Papier bekenne.
Csaszkóczy, hielt die Kommission fest, stehe “persönlich hinter dem Inhalt der angesprochenen und zu den Akten genommenen Veröffentlichung“.
Der Pädagoge räumt ein, dass die revolutionär anmutende Rhetorik “problematisch” ist. In einer anderthalbseitigen schriftlichen Erklärung für die Kommission hatte Csaszkóczy daher versichert, “Gewalt gegen Menschen oder Sachen” abzulehnen.<
Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes Darmstadt ist zu begrüßen. Auch dann, wenn sie durch eine Richterin erfolgte, deren Eignung für das Richteramt paradoxerweise von Angehörigen des verstorbenen Ignaz Ceszkowski so in Zweifel gezogen wird, wie Behörden die Eignung Csaszkóczys für das Lehreramt in Zweifel zogen.
In der von den Kindern aufgesetzten Todesanzeige des in Polen geborenen Juden Ceszkowski heißt es:
“Als einziges Mitglied seiner Familie hatte er das Grauen der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie überlebt. Nach dem Krieg hatte er es zu Ansehen und Wohlstand gebracht. … (Doch) hat ihn das Böse, dem er einst entrinnen konnte, an unerwarteter Stelle wieder eingeholt.”
Wen bzw. was Ceszkowskis Kinder mit dem “Bösen” meinen, schreiben sie auf ihren Websites die-richterin.com und die-wolskis.com.
Hätte Richterin Karin Wolski gegen den engagieren Antifaschisten Csaszkóczy entschieden, wäre es wohl zu einer für sie ausgesprochen unangenehmen synergetischen Kritik gekommen: Nicht nur von Angehörigen des Holocaust-Überlebenden Ceszkowski, sondern dann auch noch von den Unterstützern Csaszkóczys, der vor allem aus dem Holocaust die Motive seines (links-) radikalen Engagements bezieht.
Interessant wäre übrigens, ob Michael Csaszkóczy Berufsverbote für Lehrer begrüßte, die dem antipodischen (rechten) Politspektrum angehören.
[Alle Hervorhebungen und Links aus den zitierten Texten sind von uns.]
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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August 6th, 2007 at 2:58
Schade, dass der Bericht nicht vollständig zu lesen ist.
August 7th, 2007 at 8:17
Dieser Artikel ist mit seinen Links hochinteressant. Ich habe ihn nach verschiedenen Seiten weiterverbreitet.
August 7th, 2007 at 1:19
Das traurige daran ist doch, das der Mann zwar Recht bekommen hat aber jarelang keine Anstellung finden konnte und dadurch bedingt wahrscheinlich auch in der Zukunft keine Anstellung mehr finden kann. Und trotz Urteil dürfte bei so mancher Schulleitung weiterhin die Skepsis bestehen ihn einszustellen. Genau mit solch einer Jahre andauernden Tortur kann man Existenzen vernichten.
Wünschen wir dem betroffenen Lehrer alles Gute für die Zukunft! Das Unrecht kann nicht mehr rückgängig geamacht werden, was geschenen ist. Es wir immer ein Makel im Leben bleiben.
August 9th, 2007 at 2:33
Zum Teilerfolg:
ER, der damit einen gewissen Erfolg verbucht, dürfte bei noch so “guter Qualitäten” wie
andere auch mit 1€ / h auch auskommen müssen.
Die Lobby - auch bei “Behörden” - “richtet” längst über Species, wie sie es nennen.
Insgesamt sind diese “Beete deutscher Unvernunft” irgendwann “mit dem Laib pro Tag” doch
wieder zufriedener bestellt, sobald das eintritt, was Umfragen mit 72% durchaus bestätigen.
Die Unzufriedenheit bei jung und alt hat längst “Wurzel” in jene Richtungen als Mycel
“in petto”. Nur dürfen sich die, die heute mit dem dicken Geldsack und Fahrtkosten-Erstattungen
auf unterster Ebene nicht mehr allzulange halten können. Wenn man überlegt, dass Kommunen
die “Betrüger” auch noch so beschenkt, diese bekommen künftig allenfalls von uns und dem
Gros derer, die in den Dreck gestossen wurden, 10 Cent / und selbst das ist noch zu viel.
Wer mit 500 Seelen Bezüge und Fahrtkostenerstattungen für den Friseur der Frau auch noch
nach A14 HBG bezieht, ist nicht viel besser wie unsere übrigen Korrupteure.
August 9th, 2007 at 2:41
Als Nachtrag:
Man kommt sich schon so vor, als hätte ein “2. Weimar” die Fussfessel bereit - wer für
solche nach “öffentlich” schreit - kann sich genausogut dem Arbeitgeberfunktionär an-
schliessen, der in der freien Wirtschaft “den Bunker” wohl auch nicht überlebt.
So ist es, wenn es diesen “Wollüstigen Verrückten” gelingt, Frechheiten über Unbeschadete
auszuschütten.