Robert Basic, bienenfleißiger Blogger und Beobachter des Web (-Business) wirft heute, gemeinsam mit dem Startupblogger, einen Blick nach Burma und dessen Dissidenten und relativiert dabei seine eigene Zivilcourage und ebenso die oft berechtigten Klagen über die deutschen Defizite:
>Ich ziehe meinen Hut und ganz großer Respekt! Mich bringt niemand in den Knast, wenn ich was gegen die Regierung sage oder lässt mich gar über die Klinge springen. Und ganz ehrlich, ich wüsste nicht, ob ich soviel Mut und Zivilcourage aufbringen würde.
Daher gilt eins: wenn wir alle zusammen diese Blogs im Auge behalten, genießen die Blogger dahinter etwas mehr Schutz aufgrund der zusätzlichen Öffentlichkeit imho, insofern diese Blogs von Burma aus betrieben werden, was ich nicht weiß. Ist das richtig oder falsch gedacht? Bitte um Feedback! Journalisten, Ihr seid dran, jetzt beweist mal, dass ihr auch mal was Gutes für Blogger tun könnt, wenn es drauf ankommt. Wir reden diesmal nicht über Nonsens wie Werbung, Old Media vs Blogger und dergleichen.<
Dies ist die vom Startupblogger zusammengestellte Liste oppositioneller Blogs in und zu Burma:
http://www.ko-htike.blogspot.com (u.a. englischsprachig)
http://seinkhalote.blogspot.com
http://mr-jade.blogspot.com
http://www.burmagateway.org (englischsprachig)
http://www.mizzima.com (englischsprachig)
http://www.irrawaddy.org/protests/BurmaProtests.php#25-13 (englischsprachig)
http://reporterdairy.blogspot.com
Empfehlenswert ist auch die Website der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Sie hatte 1990 mit ihrer Partei einen Wahlsieg errungen, der vom Militär nicht anerkannt wurde. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis.
Selten war auch die ästhetische Diskrepanz zwischen der Fratze der Despoten und dem Gesicht, das den Freiheitskampf verkörpert, größer als in Burma.
Barbara Hans schreibt heute in Spiegel-Online über die im Web begleiteten Proteste in Burma: Bloggen für die Freiheit:
>Als die Machthaber 1988 rund 3000 Oppositionelle ermordeten, wurde das von der Weltöffentlichkeit praktisch nicht registriert. Jetzt werden die Massenproteste der Mönche genau verfolgt. Ermöglicht wird dies durch die Arbeit Hunderter Blogger, die ihre Eindrücke schildern - und so ihr eigenes Lebens aufs Spiel setzen. In kaum einem anderen Land wird das Internet so intensiv kontrolliert wie in Burma. Wer einen Computer betreibt und nicht den staatlichen Internet-Anbieter benutzt, dem droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Anbieter kostenloser E-Mail-Adressen werden blockiert.
Obwohl es zwischenzeitlich beinahe unmöglich ist, mit Menschen in Burma zu telefonieren und das Militär die Handys bekannter Oppositioneller und einiger Journalisten hat abschalten lassen, haben Oppositionelle Möglichkeiten gefunden zu kommunizieren.In den Blogs häufen sich Aufrufe, Bilder und Videos hochzuladen. In Foren tauschen sich die Menschen aus, bitten Journalisten, die Fotos zu veröffentlichen und so einen “Wandel im Land” zu ermöglichen. Die Leser werden animiert, sich an die Uno zu wenden und deren Einschreiten zu fordern.
Das Echo ist enorm: Die Zugriffe auf den Blog von Ko Htike haben sich in den vergangenen Tagen verzehnfacht. Der in London lebende Burmese hat seinen Literatur-Blog in ein politisches Forum verwandelt. “Etwa zehn Menschen aus Burma schicken mir regelmäßig ihre Informationen. Sie gehen dazu in Internetcafés, einige senden mir die Bilder per Mail”, sagte er “BBC News”. “Die Menschen marschieren mit den Mönchen und sobald sie Bilder aufgenommen oder neue Informationen erhalten haben, gehen sie in ein Café und schicken sie.” Wenn die Kommunikation in Chats nicht funktioniert, rufen die Informanten Ko Htike an: Sie nennen keinen Namen, keinen Kontext - nur einen Link oder einen Code.<
Täuscht der Eindruck? Einige antiamerikanische Menschen- und Freiheitsfreunde wirken bei diesem Thema derzeit eher stumm. Vielleicht schlägt ihr Herz für SelbstMassenMörder im Irak höher als für Birmas buddhistische Mönche.
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"Denn hier ist nichts, was es scheint.". Albert Ettinger über Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald".
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September 27th, 2007 at 12:00
[…] via Odenwald Geschichten […]
September 27th, 2007 at 8:24
[…] Über Odenwald Geschichten bin ich auch auf einen Artikel bei Spiegel Online gekommen, der nochmal die Situation aber auch Bedeutung von Blogs deutlich macht: Als die Machthaber 1988 rund 3000 Oppositionelle ermordeten, wurde das von der Weltöffentlichkeit praktisch nicht registriert. Jetzt werden die Massenproteste der Mönche genau verfolgt. Ermöglicht wird dies durch die Arbeit Hunderter Blogger, die ihre Eindrücke schildern - und so ihr eigenes Lebens aufs Spiel setzen. In kaum einem anderen Land wird das Internet so intensiv kontrolliert wie in Burma. Wer einen Computer betreibt und nicht den staatlichen Internet-Anbieter benutzt, dem droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Anbieter kostenloser E-Mail-Adressen werden blockiert. […]