Nationalität: Arschloch – Wie Schockwellenreiter Jörg Kantel pöbelnden „Jung-Machos“ begegnete

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„Schockwellenreiter“ Jörg Kantel, einer der bekanntesten deutschen Blogger, will sich weder seinen Kiez noch seinen Marx kaputtmachen lassen.
Letzteren zitiert er in unregelmäßigen Abständen, offenbar überzeugt davon, dass der vor 190 Jahren in Trier geborene Philosoph auch im Zeitalter des Internet richtige Antworten auf zentrale gesellschaftspolitische Fragen zu geben weiß. Auch der Umstand, dass sich ausgerechnet repressivste Regime immer wieder auf Marx berufen, lässt Kantel an seinen Überzeugungen nicht irre werden – so wenig wie die von ihm häufig referenzierte (marxistische) Zeitschrift „Junge Welt„, die auf ihrer Website als Gründungsdatum das nicht mehr ganz junge Datum 1947 angibt -damals nannte sie sich im Untertitel „Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend“.
So treu wie Marx bleibt Kantel auch seiner Ehefrau Gabi und seinem Berliner Kiez Neukölln, dem er im April 2006 in der Hamburger ZEIT einen Liebesbrief widmete. Nicht ganz, aber doch teilweise schreibt er da gegen das üble Image des Stadteils an.

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>Ich lebe auf dem Rollberg im Norden Neuköllns, dort wo Neukölln angeblich am prolligsten ist, dort wo der Spiegel und andere Medien gerne die »Bronx von Berlin« verorten.
Ich lebe gerne hier
. Warum? Vielleicht zum einen, weil es mir das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein.
Wenn ich zum Beispiel am frühen Vormittag die U-Bahnstation »Rathaus Neukölln« betrete und am Kiosk all die jungen Männer sehe, die dort ihr erstes Frühstück trinken, dann habe ich das Gefühl, der Einzige hier zu sein, der noch einer geregelten Arbeit nachgeht.[…]
Auch liebe ich den Neuköllner Norden, weil er so schön übersichtlich ist: Die Sonnenallee (das längere, nördliche Ende, nicht das Stückchen aus dem Kinofilm) ist fest in arabischer Hand, die Schriftzüge an den Läden sind für Mitteleuropäer nicht zu entziffern und aus den Läden dringt der süßliche Rauch der Wasserpfeifen. Erinnerungen an den letzten Urlaub in Marokko werden wach. Die Weisestraße gehört den letzten wahren Autonomen Berlins, die sich immer noch nicht vom Schweinesystem integrieren ließen und eisern ihre Kiezküche offen halten. Das Gebiet rund um die Hasenheide wird mehr und mehr von schwarzafrikanischen Geschäften erobert, die Hermannstraße ist in türkischer Hand.< Quelle: zeit.de, Liebesbrief an Neukölln , 04/2006 [Hervorhebungen und Links von uns]

Eine Begebenheit, die Kantel in seinem Liebesbrief für Neukölln außen vor ließ, hatte er wenige Monate zuvor, am 27. 12. 2005, in seinem Weblog geschildert. Die lakonische Überschrift des Artikels: „Arschlöcher„.
Er schreibt dort:

>Heute vormittag wurde ich am U-Bahnhof Boddinstraße von einem der allseits beliebten arabischen jungen Kraftprotze angepöbelt und mit Schläge bedroht, weil es ihm nicht paßte, daß ich dort am Kiosk — der von einem netten türkischen Paar geführt wird — meine Zeitung einkaufte. Da dies nicht das erste Mal ist, daß Gabi oder ich von einem dieser arabischen Jung-Machos in Neukölln angepöbelt wurden, muß ich wohl meine Einstellung zu Multikulti und Integrationspolitik ändern. Ich lasse mir jedenfalls durch diese Arschlöcher meinen Kiez nicht kaputtmachen .< [Hervorhebungen und Links von uns]

Deutlicher (und ganz anders klingend als kurz darauf in der ZEIT) wird Kantel im Kommentarbereich:

Bild>Habe ich eine Chance? Gabi will weg, lieber heute als morgen, weil sie dieses Klima nicht mehr erträgt. Und ich frage mich auch, ob ich 750 € Miete zahlen muß, um mich anpöbeln zu lassen…
Wir lieben eigentlich Neukölln, wir haben hier geheiratet. Aber das, was in den letzten Jahren mit diesem Kiez passiert ist, macht ein »multikulturelles« Zusammenleben eher unmöglich.
Und außerdem habe ich sowieso mehr und mehr den Eindruck, daß »Multikulturell« nur das verordnete Feigenblatt vor der Unfähigkeit und dem Nichtstun und dem Wegsehen der dazu eigentlich zuständigen staatlichen Stellen ist.<

An anderer Stelle schreibt er, wie er von dem „Kraftprotz“ angepöbelt wurde, wie und warum er darauf reagierte:

>Ich wurde mit einem »Warum kaufen Du Arschloch da« empfangen.[…]
Wir haben eine Geschichte, in der schon einmal hirnlose Schläger vor Geschäften standen und jeden bedrohten, der bei »Juden« kaufen wollte. Ich möchte das jetzt nicht mit »Türken« (oder wen oder was auch immer) noch einmal erleben. Daher kann ich das nicht so einfach wegstecken. Ich habe Strafanzeige (gegen Unbekannt) gestellt — auch wenn das vermutlich nicht viel bringt…<

Interessant ist an diesen Kommentaren, wie sich zumeist linksalternativ eingestellte Leute mit einem Thema auseinandersetzen, das von der äußeren Rechten zum Schüren pauschaler Fremdenfeindlichkeit missbraucht wird.

So schreibt ein unerschütterlich tolerant eingestellter Ulrich:

>Neukölln war schon immer ein heißes Pflaster. Ich lebe, mit Unterbrechungen, mehr als zwanzig Jahre hier und mußte mir im Laufe der Jahre so ziemlich jede Form der Pöbelei gefallen lassen.
Allerdings gab es unter den Pöblern ziemlich viele Nationalitäten – auch Deutsche (ja,ja!). Und es sind ja nicht nur die Herren der Schöpfung. Auch die Mädchen schicken einem heutzutage ein herzhaftes „Wichser“ oder „Arschloch“ hinterher, wenn man sie darauf aufmerksam macht, daß sie ihren Scheißmüll gefälligst nicht auf der Straße entsorgen sollen.<

Ähnlich äußert sich Stefan:

>Meine Einstellung zu Multikulti wird durch solche Erlebnisse nicht mehr erschüttert, denn meine Erfahrung zeigt, dass es offensichtlich keinen Zusammenhang zwischen kultureller Zugehörigkeit und Idiotentum gibt. Über deutsche Idioten ärgere ich mich nämlich genauso wie über ihre Kollegen aus aller Welt. Also lasst uns lieber die Arschlöcher aller Nationalitäten irgendwohin verbannen.<
(Kantel antwortet darauf: „Mein Eindruck ist allerdings, daß man alle arabischen Idioten nach Neukölln verbannt hat. Und das stört mein Leben! Massiv! „)

Einer von Kantels Lesern verweist auf einen Artikel des (ebenfalls in Berlin wohnenden) Schriftstellers Peter Schneider in der WELT über „verschleppte Integration, ‚Ehrenmorde‘ und moslemische Gegenwelten.“
Der erinnert daran, dass nach den Anschlägen vom 11. September aus den Hinterhöfen von Kreuzberg und Neukölln „Hunderte von Raketen … zur Feier des Attentats in den Himmel stiegen.“ („Es war kein großes Feuerwerk, eher ein schütteres, lückenhaftes Fest der Freude„)
Serap. Schneider schrieb weiter: „Damals, so erinnert sich Stefanie Vogelsang, die Baustadträtin von Berlin-Neukölln, fragten sich einheimische Anwohner zum ersten Mal, mit wem sie eigentlich zusammenlebten. Wie tickten diese Mitbürger moslemischen Glaubens eigentlich …?“
Schneider beschäftigt sich danach mit der Situation moslemischer Frauen und Mädchen in Deutschland.
Die Bücher von Serap Cileli, Seyran Ates und Necla Kelek hätten ihm einen „Alltag der Unterdrückung, Isolation, Gefangenschaft, Ausbeutung und brutaler körperlicher Züchtigung “ offenbart, für den, so Schneider, nur ein Name passe: „Sklaverei“.

An diesen schon etwas älteren Artikel von Kantel wird man erinnert, liest man nun von einer Studie, die vor allem für Berlin eine hohe Zahl gewaltbereiter, jugendlicher Migranten konstatiert.
Der SPIEGEL titulierte sie als „Isolierte Macho-Schläger„.
Wir zitieren nachfolgend aus diesem Artikel und der erwähnten Studie. Der dort mehrfach erwähnte Kriminologe Christian Pfeiffer sieht Rechtsextreme und gewalttätige Migranten als „zwei Seiten derselben Medaille„, als „Zwillinge im Geiste„.
Insoweit bestätigt er auch Kantels Kommentatoren, die „Arschlöcher“ als multikulturelles bzw. transnationales Phänomen betrachten.

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>In Berlin ist der Anteil der gewalttätigen Einwandererjugendlichen besonders erschreckend: Hier sind 44,7 Prozent aller jungen Täter Migranten.
Ein Umstand, der auch Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch, große Sorgen macht.
Bereits im vergangenen Jahr sagte Glietsch im Interview mit SPIEGEL ONLINE, gerade junge Migranten machten „am meisten Sorgen, wenn es um die Zahl der Delikte, die Brutalität, die Gefährlichkeit, die Rücksichtslosigkeit des Vorgehens geht„. Jetzt erklärte der Polizeipräsident im Jahr 2007 sei die Jugendgewalt in der Hauptstadt abermals gestiegen.
Auch Kriminologe Pfeiffer beobachtet eine erschreckende Gewaltbereitschaft unter jungen Migranten. „Die Schere geht immer weiter auseinander.“ Junge Einwanderer seien in der Gewaltstatistik erheblich auffälliger als Deutsche. In allen von seinem Institut untersuchten deutschen Städten gehe die Kriminalität unter deutschen Jugendlichen zurück, unter Migranten stagniere sie hingegen oder steige sogar.[…]
Vormoderne Vorstellungen von Männlichkeit, der Begriff der „Familienehre“ und mangelndes Rechtsbewusstsein gehören der Studie zufolge laut „Tagesspiegel“ ebenso zu den Gründen für Gewalt unter Migranten…
Kriminologe Pfeiffer macht vor allem die fehlende soziale Integration für die grassierende Gewalt unter Einwandererkindern verantwortlich. […]
Es sei notwendig, dass deutlich benannt werde, wenn Einwanderer Täter waren. Nicht um zu diskriminieren, sondern weil es bestimmte, oft kulturelle, Muster gebe, die immer wieder auftauchen und die auch bei der Bekämpfung von Gewalt helfen würden.
Und das nicht nur auf Seiten der oft perspektivlosen Einwandererkinder. Rechtsextreme und gewalttätige Migranten seien zwei Seiten derselben Medaille.Sie sind Zwillinge im Geiste„, sagt Pfeiffer. In Familien von Rechtsextremen oder gewalttätigen Migranten sei oft viel misshandelt worden, auch bei den rechtsradikalen Tätern gebe es starke Machokulturen. „Die Strukturen sind so ähnlich, dass es schon absurd ist, wie sie sich hassen.“< Quelle: spiegel.de, Jugendgewalt – Die isolierten Macho-Schläger , 2. 1. 2008 [Hervorhebungen und Links von uns]

Die Frauenrechtlerin Serap Cileli, deren Buch weiter oben eingeblendet wurde, bittet auf Ihrer Website um Verständnis, „dass aus Sicherheitsgründen die Meldeadresse und Telefonnummer nicht bekannt gegeben werden kann„.
Sie verweist dafür auf ihren Michelstädter Verleger Peter Jochen Bosse, in dessen Neuthor-Verlag ihr Buch „Wir sind Eure Töchter, nicht Eure Ehre“ erstmals erschien.

8 Gedanken zu „Nationalität: Arschloch – Wie Schockwellenreiter Jörg Kantel pöbelnden „Jung-Machos“ begegnete“

  1. Der Kriminologe Pfeiffer, der wohl über jeden Zweifel erhaben ist, bringt es auf den Punkt.
    Es ist die fehlende soziale Integration nichtdeutschstämmiger Jugendlicher, die für eine immer grössere Gewaltbereitschaft sorgt.
    Aber wie sollen die Jugendlichen sozial integriert werden, wenn sie in den bekannten Ghettos der Grossstädte aufwachsen?
    Katastrophale Zustände an den Schulen, dadurch enorme Bildungsdefizite, also keine Chance auf einen Ausbildungsplatz, und der Beruf des Türstehers vor Diskotheken gibt auch nur einem kleinen Teil der Kraftprotze Arbeit.
    Was ist zu tun?
    Ich lebe am Rande einer Grossstadt in süd-west-Deutschland.
    Wir hatten hier Ghettos, da konnte man Mittags um 12 Uhr nicht durchgehen, ohne vermöbelt zu werden.
    Irgendwann, es ist schon eine gewisse Zeit her, kam die Abrissbirne, man hat soziale Brennpunkte plattgemacht, und die Bewohner gleichmässig auf alle Stadtteile verteilt(mit Ausnahme des Villenviertels).
    Soziale Integration muss gewollt sein, Ghettos  müssen zerschlagen werden, wir, die Einheimischen müssen lernen, die Neu-Bürger aus aller Herren Länder in unserer Mitte aufzunehmen.
    Dann sind die momentanen Probleme schnell Geschichte.
    Scheinbar braucht unsere Politik aber die Zustände so, wie wir sie momentan haben.
    Damit kann man wunderbar Wahlkampf machen.
    Koch in Hessen ist ein Vorzeigebeispiel für die Verlogenheit der Debatte.
    Aber auch im "gelobten Land",  ich meine Rheinland-Pfalz,  macht man
    besorgniserregende Fehler.
    Überall, wo die Amis ihre Housings aufgegeben haben, weil die GIs Gott seis gelobt, nach Hause geholt wurden, siedelt man russlanddeutsche Einwanderer  an.
    Hier sind auf dem Land Ghettos entstanden, da ist es brandgefährlich.
    Plötzlich haben wir Drogen und Gewaltkriminalität, das gab es vor 20 Jahren bei uns überhaupt nicht.
    Denkt von mir, was ihr wollt, aber eins muss ich noch loswerden:
    Wir müssen alles, was möglich ist tun, um Integration zu erreichen, aber wer sich hier nicht integrieren lassen will, dem müssen wir ein one-way-ticket in die Heimat spendieren.
    Ich hoffe auf eine rege, sachliche Diskussion, fals die Platzhirsche hier sowas draufhaben.

  2. Lieber Peter!

    „Der Kriminologe Pfeiffer, der wohl über jeden Zweifel erhaben ist….“

    Googeln Sie nächstes Mal, bevor Sie leichtfertig derartiges behaupten: Pfeiffer ist einer der umstrittensten Kriminologen überhaupt!

    „Katastrophale Zustände an den Schulen, dadurch enorme Bildungsdefizite…“

    Was ist denn aber die Ursache für die angeblich katastrophalen Zustände an den Schulen? Ist das Lehrangebot so miserabel, sind die Lehrer so schlecht – worunter dann die Schüler mit Migrationshintergrund zu leiden haben? Oder ist die Atmosphäre an den Schulen deshalb so miserabel, weil die Schüler mit Migrationshintergrund dies durch ihr Verhalten selbst herbeiführen? Kommen Sie mal zum Punkt, Peter, Ihr oberflächliches Gerede bleibt sonst nichtssagend und ist wenig hilfreich!

    „Soziale Integration muss gewollt sein, Ghettos müssen zerschlagen werden…“

    Auch hier wieder Andeutungen: „muss gewollt sein“. Wird sie denn nicht gewollt? Falls ja, wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Ghettos wollen Sie also zerschlagen? Wie definieren Sie überhaupt „Ghetto“? Sind Gebiete, in denen vorrangig bestimmte Ausländer wohnen automatisch Ghettos? Wollen Sie Kreuzberg und Neukölln „zerschlagen“, Stadtteile mit jeweils mehreren Hunderttausend Einwohnern? Was, wenn die Leute sich dort wohlfühlen? Sollen die dann zwangsweise in andere Stadtteile deportiert werden, oder was?

    „…die Einheimischen müssen lernen, die Neu-Bürger aus aller Herren Länder in unserer Mitte aufzunehmen.“

    Soll das ein Ulk sein? Wieso müssen wir das lernen? Seit Jahrzehnten kommen Jahr für Jahr Abertausende zu uns. Führen Sie also mal aus, was Sie uns mit dieser Äußerung sagen wollten!

    „Dann sind die momentanen Probleme schnell Geschichte.“

    Genau, und wenn die Elbe brav im Flussbett bleibt, dann haben wir nie wieder Hochwasser, und wenn die Kriminellen aufhören, kriminell zu sein, dann brauchen wir keine Gefängnisse mehr. Peter, meinen Sie wirklich, mit Ihren Sprüchen lassen sich Probleme lösen, die seit Jahrzehnten angewachsen sind?

    „Scheinbar braucht unsere Politik aber die Zustände so, wie wir sie momentan haben.
    Damit kann man wunderbar Wahlkampf machen.“

    Tja: Cui bono? – Die typische Frage aller Verschwörungstheoretiker. Aber klar, seit Jahrzehnten beobachten wir die Entstehung von Parallelgesellschaften und „die Politik“ (jenes grauenhafte Gebilde, das von Illuminaten und Freimaurern beherrscht wird) sitzt irgendwo im stillen Kämmerlein und reibt sich die verruchten Hände: „Harhar, damit können wir wunderbar Wahlkampf machen!“ Aber sonst geht es noch, Peter?

    „Wir müssen alles, was möglich ist tun, um Integration zu erreichen, aber wer sich hier nicht integrieren lassen will, dem müssen wir ein one-way-ticket in die Heimat spendieren.“

    Würden Sie auch diesen Äußerungen zustimmen: „Wo kann man auf dieser Welt nach belieben einreisen und sich aufhalten und bekommt das aus Sozialkassen bezahlt? Warum soll man sich seine Untermieter nicht aussuchen dürfen? Asien und Afrika haben sich doch auch frei vonEuropäern gemacht! „ – „Wo Multikulti ist ist auch überall Slum.“ – Diese NPD-Stammtischsprüche habe ich im Vorwärtsforum gefunden und stammen, soweit ich weiß, von jemandem, der Ihnen ideologisch sehr nahe steht.

    „Ich hoffe auf eine rege, sachliche Diskussion, fals die Platzhirsche hier sowas draufhaben.“

    Hören Sie erstmal damit auf, andere Menschen als Tiere zu bezeichnen! Erst Zecken nun Hirsche. Widerlich so eine Art und Weise! Meiner Erfahrung nach halten Sie, Peter, lediglich Diskussionsbeiträge für sachlich, die Ihnen inhaltlich genehm sind. Außerdem sind Äußerungen wie „mieser Stasi-Spitzel“, „Arsch“, „Penner“ usw. (an anderer Stelle bereits verlinkt) wohl kaum Bestandteil einer „regen, sachlichen Diskussion“. Ziehen Sie also erstmal den Stahlbetonträger aus dem eigenen Auge, bevor Sie an Personen Ansprüche stellen, die sich nicht einmal ansatzweise so schlecht benehmen wie Sie.

    Außerdem möchte ich immer noch eine Stellungnahme von Ihnen bezüglich der Äußerungen über Juden, die Sie im Vorwärtsforum gemacht haben. Die waren doch von Ihnen? Nehmen Sie die Äußerungen zurück und entschuldigen Sie sich bei unseren jüdischen Mitmenschen dafür, dann wäre die Sache für mich erledigt.

  3. @Ralf
    Mein lieber Ralf,
    Dass du mir antisemitismus unterstellst, konnte ich nicht so ohne weiteres auf mir sitzen  lassen.
    Ich habe deshalb mit einem alten Kumpel telefoniert, der in der hiesigen jüdischen Gemeinde aktiv ist.
    Im grossen und ganzen hat er meine von dir als Lüge angeprangerten Aussagen als wahr  anerkannt.
    Selbstverständlich hat er sofort angemerkt, dass  man nicht die "Fehlleistungen" einiger einer ganzen Glaubensgemeinschaft als Charaktermangel unterstellen darf.
    Hier waren wir uns einig.
    Er hat allerdings noch etwas gesagt:
    Er meinte, es gäbe immer wieder falsche Samariter, die  vermeindlichen Antisemitismus anprangern, und zwar in so provokanter Form, dass dem Angegriffenen nichts anderes übrigzubleiben scheint, als sich zu wehren.
    Der "Samariter"  setzt in der Regel alles daran, die Diskussion lange aufrechtzuerhalten.
    Er möchte, dass möglichst viele vermeindlich  antisemitische Aussagen gemacht werden.
    In der Regel funktioniert das, bei mir nicht.
    Diese geschickte Strategie erlaubt dem tatsächlichen antisemiten, sich genüsslich zurückzulehnen, und die Drecksarbeit dem anderen zu überlassen.
    Ich gehe davon aus, dass du nicht zu diesen geschickten Strategen gehörst.
    Ich hoffe, du hast die Botschaft verstanden.
    Ich habe dann nochmal telefoniert, du siehst, ich nehme dich ernst.
    Wir haben in unserem Klan einen Juristen, den ich um Rat gefragt habe.
    Nachdem ich den Sachverhalt geschildert hatte,  hat er mir die Rechtslage erklärt:
    Für den Inhalt von Web-Seiten ist grundsätzlich der Betreiber der Seite verantwortlich.
    Nur der  Betreiber eines Internet-Forums ist  für den Inhalt der Forums-Beiträge zur Rechenschaft ziehbar,  nicht der, der den Beitrag ins Forum gestellt hat.
    Das sagt das Gesetz.
    Er hat mir geraten, den Betreiber der Odenwald-Geschichten zu bitten, die ehrverletzenden Aussagen gegen mich zu löschen.
    Er meinte, gerade der antisemitismus-Vorwurf müsse umgehend gelöscht werden, da es sich hier um eine gravierende nichthaltbare Unterstellung handelt.
    Was du sonst noch über mich absondest, ist mir zur Zeit mal egal.
    Er hat mir dann noch den Rechtsweg erklärt, und einen Fachanwalt genannt, der mit seiner Abmahnbude, wie er es nannte, ein Vermögen macht.
    Was er allerdings über die sogenannten Fachanwälte für Medienrecht denkt, das erspare ich uns.
    Nochmal Klartext:
    Lieber Betreiber dieser hervorragenden Internet-Seiten, ich bitte Sie, die Beleidigungen und Unterstellungen , die ein gewisser Ralf  mir gegenüber geäussert hat, nämlich die Unterstellung, ich sei ein Antisemit, umgehend zu löschen.
    Ich werde den Rechtsweg nicht gehen, da ich die Telemediengesetze in der derzeitigen Form ablehne.
    Sollte aber dieser Ralf weiterhin hier bei Ihnen solche falschen Behauptungen von sich geben können, muss ich neu entscheiden, was ich in der Sache tun kann.
    Sie haben meine E-Mail-Adresse.
    Sollten Sie Fragen haben, schicke ich ihnen meine Telefonnummer, damit wir die missliche Angelegenheit in aller Unaufgeregtheit klären können.
    Vielen Dank im Voraus,
    Peter Kordts.

  4. Lieber Peter Kordts!

    „Mein lieber Ralf“

    Ich bin nicht Ihr lieber Ralf, und ich möchte auch nicht von jemand, der behauptet, die Juden würden an der Wallstreet „die Fäden ziehen“, geduzt werden. Wie ich Ihrem Beitrag entnehme, stammt die Äußerung also tatsächlich von Ihnen?

    „Dass du mir antisemitismus unterstellst, konnte ich nicht so ohne weiteres auf mir sitzen lassen.“

    Das Wort Antisemitismus, in Bezug auf die Person „Peter“ bzw. „Peter Kordts“ von meiner Seite überhaupt nicht gefallen.

    „Ich habe deshalb mit einem alten Kumpel telefoniert, der in der hiesigen jüdischen Gemeinde aktiv ist.“

    Wie heißt denn Ihr Kumpel und welche Funktion hat ist er bei welcher jüdischen Gemeinde inne? Oder haben Sie sich den nur ausgedacht, um Ihren Aussagen mehr Nachdruck zu verleihen? Ich glaube, ich kenne die Antwort bereits.

    „Ich hoffe, du hast die Botschaft verstanden.“

    Peter, Ihre Taktik ist so primitiv, samt der angeblichen Kumpels, dass ich nur mitleidig den Kopf schütteln kann.

    „Nur der Betreiber eines Internet-Forums ist für den Inhalt der Forums-Beiträge zur Rechenschaft ziehbar, nicht der, der den Beitrag ins Forum gestellt hat.“

    Unfug! Selbstverständlich wird derjenige, der einen strafrechtlich relevanten Beitrag verfasst, gegebenenfalls von der deutschen Justiz zur Verantwortung gezogen. Richtig ist, dass die Haftung auf den Seitenbetreiber ausgedehnt werden kann.

    „Er meinte, gerade der antisemitismus-Vorwurf müsse umgehend gelöscht werden, da es sich hier um eine gravierende nichthaltbare Unterstellung handelt.“

    Den Antisemitismus-Vorwurf wird der Blogbetreiber schwerlich löschen können, denn außer in Ihrer Vorstellung ist dieser nirgendwo zu finden.

    „Er hat mir dann noch den Rechtsweg erklärt, und einen Fachanwalt genannt, der mit seiner Abmahnbude, wie er es nannte, ein Vermögen macht.“

    Ein Anwalt verdient an Abmahnungen immer. Geht der Angeschriebene nämlich nicht auf Abmahnung ein – und bei einer Gerichtsverhandlung kommt auch nichts heraus (und das kommt sehr oft vor) -, darf nämlich der Auftraggeber die ganze Chose blechen. Sie sehen also, Ihr Geschichtlein ist ein zweischneidiges Schwert.

    „Lieber Betreiber (…) die Beleidigungen und Unterstellungen , die ein gewisser Ralf mir gegenüber geäussert hat, nämlich die Unterstellung, ich sei ein Antisemit, umgehend zu löschen.“

    Werter Peter, Sie können gern zum Anwalt gehen und sich erkundigen. M. E. ist da gar nichts justiziabel. Sie wurden weder als Antisemit bezeichnet noch wurde Ihnen irgendetwas unterstellt. Es wurde von mir auf Beiträge eines „Peter Kordts“ in einem anderen Forum verlinkt, verbunden mit der Frage, ob selbige von Ihnen stammen. Wie gesagt, ich gehe nach Ihren erneuten Einlassungen davon aus, dass die strittigen Bemerkungen tatsächlich von Ihnen stammen. Wenn Ihnen nunmehr peinlich ist, was Sie da verzapft haben, dann ist das Ihr Problem. Ein größeres Problem dürften Sie meiner Meinung nach aber bekommen, wenn Sie derartiges tatsächlich vor einem deutschen Gericht zu rechtfertigen versuchen, und ich glaube auch nicht, dass sowas ein aktives Mitglied einer jüdischen Gemeinde gutheißt:

    “Ich denke,es ist Zufall,dass seinerzeit im NS-Regime so viele jüdische Offiziere ihren Dienst in der deutschen Wehrmacht geleistet haben. Es wird auch Zufall sein,dass seinerzeit der amerikanische Bürgerkrieg von der Rothschild-Bank finanziert wurde.
    Wobei man peinlichst darauf achtete,an beiden Seiten zu verdienen,indem die Pariser Filliale die eine Seite sponsorte,und die Amsterdamer die andere Seite.
    Wenn man sich die Verhältnisse an der Wall-Street anschaut,so handelt es sich sicher auch um eine geballte Ladung von Zufällen,dass dort Menschen jüdischen Glaubens die Fäden ziehen.
    Wenn der Öl-Spot-Markt zufällig von Juden kontrolliert wird,dann ist das eben so.”- “Es gibt millionen von Juden,die keine Finanzspekulanten der übelsten Sorte sind.” (Link zu diesen Zitaten bereits im Beitrag „Taliban, Way Of Live“ genannt)

    Ich frage mich auch weiterhin, was genau Sie mit dem Beitragsschreiber „Ossi“ zu tun haben. Dieser hat in mehreren Beiträgen den Juden eine Mitschuld am Dritten Reich gegeben, hat eine diesbezügliche Judenliste veröffentlicht, hat flott „Mein Kampf“-Auszüge ins Internet gestellt, hat auf unsägliche Weise gegen Ausländer gehetzt. Die Links hierzu sind ebenfalls im Thread „Taliban, Way Of Live“ genannt, wo sich auch der Rest der Diskussion findet.

    Könnten Sie sich dazu endlich einmal äußern?

  5. Herr Kordts, ich finde nicht immer die Zeit, sämtliche Kommentare gründlich vom Anfang bis zum Ende zu  lesen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie durch bestimmte Aussagen justiziabel verletzt wurden, bitte ich Sie, mir diese Aussagen konkret zu nennen (zu zitieren).
    Sie haben im Übrigen hier jede Möglichkeit zur Gegendarstellung. Aussagen, die falsch sind, können und sollten Sie argumentativ widerlegen.
    Wenn Sie im Affekt einen Kontrahenten als "Zecke" bezeichnen, würde dies ein Gericht sicher als Beleidigung werten.
    Wenn der Betreffende im Gegenzug aus Ihren zitierten Aussagen schließt, dass Sie – bewusst oder unbewusst – antijüdische Stereotypen  verwenden, würde ein Gericht dies im Rahmen der Meinungsfreiheit  als zulässig werten.
    Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die ich hier als Link einfüge.
    Generell kann ich die Meinungsfreiheit nicht restriktiver handhaben als das Bundesverfassungsgericht.
    Ich würde an Ihrer Stelle einfach auf die Kraft der eigenen Argumente setzen.

  6. Bei der Äußerung „Ich denke, es ist Zufall, dass seinerzeit im NS-Regime so viele jüdische Offiziere ihren Dienst in der deutschen Wehrmacht geleistet haben“ handelt es sich nicht einmal um ein antijüdisches Stereotyp, sondern um eine infame Unwahrheit: Juden wurden im Dritten Reich nicht als Wehrmachtsangehörige eingesetzt, sie wurden verfolgt und ermordet! Das lernt man normalerweise schon in der Schule.

    Was den Rest der Behauptungen angeht (Juden zögen an der Wallstreet die Fäden, die jüdischen Inhaber einer Bank hätten den amerikanischen Bürgerkrieg finanziert und an beiden Kriegsparteien verdient, Juden würden die „Öl-Spot-Markt“ kontrollieren), so werden damit, beabsichtigt oder nicht, die üblen Klischees vom „internationalen Finanzjudentum“ bedient.

    Wer also solche Äußerungen in die Welt setzt, sollte es tunlichst vermeiden, die Sprache auf die Rechtsprechung zu bringen.

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