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Donnerstag, 12. Juni 2008

Trouble für die Vizepräsidentin des Verwaltungsgerichts Darmstadt: Ehemann Michael Wolski wegen Steuerhinterziehung angeklagt

von @ 1:14. Kategorien: Der Wolski-Komplex, Justiz, Politik

Anklage unerwünscht: Korruption und Willkür in der deutschen Justiz

Fast wäre Karin Wolski (CDU) sogar Präsidentin des Darmstädter Verwaltungsgerichts geworden. Fast wäre sie auch Bürgermeisterin von Offenbach geworden.
Verfassungsrichterin im hessischen Staatsgerichtshof ist sie und bleibt sie ja weiterhin.

Wer so weit oben schwimmt wie sie, muss natürlich eine weiße Weste haben. Schließlich weiß man von der deutschen Justiz, dass vor allem ihre führenden Vertreter in besonderer Weise charakterlich geeignet sein müssen.
Wenn man dann auch noch eine wichtige Rolle in der (regionalen) Christlich-Demokratischen-Union innehat, ist klar: Solche Leute - rechtschaffen, gesetzestreu, verantwortungsvoll, engagiert für das Gemeinwohl, von christlichen Werten geleitet - kann man, ja muss man den Menschen, vor allem der deutschen Jugend, als Vorbild ans Herz legen.

Kein Wunder also, dass Karin Wolski keinerlei Verständnis für Angriffe auf ihre Person, ihre Ehre und ihre Familie hat.
Man stelle sich vor, was man ihr und ihrem ebenso ehrenhaften und rechtschaffenen Ehegatten Michael Wolski (auch er ein Jurist) auf den Websites die-richterin.com und die-wolskis.com allen Ernstes (!) vorwirft:

Mit dem Wissen der Verfassungsrichterin (und ihrer Duldung) habe der noch immer fesche und sportliche Gatte mit einer Greisin eine wohl ziemlich intime Beziehung aufgenommen und dabei auch den (mittlerweile verstorbenen) schwerreichen Ehemann der alten Dame faktisch finanziell ausgeplündert.
Der alte Mann, ein Überlebender des Holocaust, war ursprünglich ein Mandant des Rechtsanwaltes Michael Wolski.
Wolski, wahrscheinlich beeindruckt von der Vita seines jüdischen Mandanten und mit einem warmen Herz gesegnet, baute auf jeden Fall eine besonders vertrauensvolle Beziehung zunächst zu seinem alten Mandanten und dann zu dessen alter Ehefrau auf.

Umgekehrt muss die alte Dame vom warmen Herz des Michael Wolski beeindruckt gewesen sein, wahrscheinlich auch von dessen sportlicher Figur und natürlich von dessen betriebswirtschaftlichem Know-How.
Wolski, bis dahin als Rechtsanwalt angeblich nicht allzu erfolgreich, wurde im Verlauf dieses ganz besonderen Mandats ebenfalls schwerreich, während es mit seinem alten Mandanten gleichzeitig in jeder Hinsicht bergab ging.

Was die detailliert vorgetragenen Vorwürfe der Familie des inzwischen verstorbenen alten Mannes angeht: Wir können dies natürlich nicht alles verifzieren, ebenso können wir es (leider) auch nicht falsifizieren.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt scheint nun aber der Meinung zu sein, dass Wolski das gewaltige Vermögen, das ihm (und auch seiner Ehefrau) dieses Mandat bescherte, nicht korrekt (!)versteuert haben soll.
Wie (fast) immer, wenn die Justiz gegen ihresgleichen “ermittelt”, kann das oft sehr, sehr, sehr, sehr lang dauern. Man will eben besonders gründlich sein.
Vor allem wenn, wie in diesem Fall, die Familie des in ein besonderes Alterselend geratenen Mannes hinter einem her ist und öffentlich zu behaupten beginnt, bei den zuständigen (südhessischen) Behörden handele es sich gewissermaßen um ein korruptes Lumpenpack, das (wieder einmal) mehr von Tierliebe (vor allem für Krähen) getrieben sei als von Recht und Gesetz.
Selbst der renommierte Rechtsanwalt der Familie soll (sinngemäß) so etwas geäußert haben.

Wie auch immer: Nach gründlichsten Ermittlungen hat zwar nicht die Frankfurter Staatsanwaltschaft, aber doch die nicht minder renommierte Darmstädter Staatsanwaltschaft Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben.

Im gestrigen Echo-Artikel steht leider nichts über die besonders liebevolle Beziehung, die Karin Wolskis Gatte (mit ihrem Wissen) mit der Greisin gepflegt haben soll.
Schade eigentlich: Ist es denn nicht besonders zu erwähnen, wenn sich Juristen - sonst oft als karriere- und geldgeil geltend -einsamer, alter Menschen annehmen?!
Wir finden jedenfalls das große Engagement von Michael Wolski und seiner Gattin Karin für alte Menschen vorbildlich und empfehlen deswegen beide für das Bundesverdienstkreuz.

Mehr über den Fall Wolski findet man auch in einem Buch von Jürgen Roth: “Anklage unerwünscht - Korruption und Willkür in der Deutschen Justiz“.

Der Fall Wolski nahm seinen Anfang übrigens schon 1998, im Juli 2007 erschien das Buch von Jürgen Roth. Und jetzt, nach langjährigen “Ermittlungen”, wird Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben.
Na also, Jürgen Roth hat nicht recht, es wurde eine (unerwünschte?) Anklage (wegen eines “Kavaliersdeliktes”) erhoben und die deutsche Justiz (namentlich die südhessische) agiert nicht willkürlich und korrupt. Man kann also absolut beruhigt sein.


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