Horst Wendel referiert über die bewegte Lebensgeschichte des in Reichelsheim geborenen Goethe-Freundes Christian G. Nees von Esenbeck

Administrator, 10 Mai 2005, No comments
Categories: Geschichte, Kultur

> Die Gloxinie, eine der populärsten Topfpflanzen auf den Fensterbänken weltweit , wurde wissenschaftlich beschrieben vom Gründungsdirektor der Bonner Botanik, Christian Gottfried Nees von Esenbeck (1776 bis 1858), dem Brieffreund von Goethe und Darwin und langjährigen Präsidenten der Leopoldina. Der in Reichelsheim geborene Botaniker ist im Odenwald unvergessen.
Horst Wendel, dessen Familie seit dem Dreißigjährigen Krieg im Raum Reichelsheim ansässig ist, referierte am Donnerstag in Michelstadt vor der Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung über seine Forschungen, die er seit 1976 zum 200. Geburtstag von Nees betreibt. Er ist Experte für die Lebensgeschichte von Christian Gottfried Nees von Esenbeck, der am 14. Februar 1776 auf Schloss Reichenberg bei Reichelsheim zur Welt kam. Seine Eltern waren Johann Conrad Nees, Hochgräflicher Erbachischer Rentmeister auf dem Reichenberg, und Friederike Dorothea Catharina Esenbeck aus Giebelstadt im Freyherrlich von Zobelischen Gebiet. „Soweit meine Erinnerung zurückreicht“, berichtet er in seiner Autobiographie, „finde ich mich auf einem einsamen Bergschlosse in den Gebirgen des Odenwaldes unter Aufsicht zärtlicher Eltern, die aber von der ängstlichen Regelmäßigkeit der späteren Pädagogik keine Ahnung hatten, mir selbst und den Einflüssen der Natur überlassen“. ..Er wurde Professor der Botanik 1817 in Erlangen und 1818 in Bonn; im selben Jahr wurde er zum Präsidenten der Leopoldina gewählt. Am 3. Januar 1830 schrieb Adele Schopenhauer an Goethe: „Nees ist nach 26-jähriger Ehe mit einer ebenfalls 20 Jahre verheirateten Frau von 45 Jahren durchgegangen.“ Goethe dazu: „Alter schützt vor Torheit nicht.“ Nach den damals geltenden Gesetzen konnten beide Ehen nicht geschieden werden. Nees übernahm daher eine Professur in Breslau und heiratete dort 1833 seine Partnerin. 1839 trennte er sich von ihr und lebte von da an mit seiner Köchin Christiane Kambach zusammen…

Nees betätigte sich auch politisch, brachte als Abgeordneter in der preußischen Nationalversammlung in Berlin 1848 eine Gesetzesvorlage über „Demokratische Monarchie“ ein und wurde im August zum Präsidenten des Arbeiterkongresses gewählt. 1849 wies ihn die Regierung „wegen gefährlicher sozialer Bestrebungen“ aus Berlin aus, 1852 wurde er als Professor ohne Pension entlassen. Für seinen Lebensunterhalt musste er Bibliothek und Herbarium verkaufen. < Quelle: Echo
Unter der Internetadresse
http://iasl.uni-muenchen.de findet sich ein informativer Text von Martina Eicheldinger über den Briefwechsel zwischen Nees von Esenbeck und Goethe

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