Aiman Mazyek und das Minarettverbot: Wie ein Muslim-Funktionär den Koran auf islam.de interpretiert – unverfälscht, unverändert und unberichtigt

Administrator, 03 Dezember 2009, 2 comments
Categories: Religiöses

BildMan stelle sich vor, es wären auf Ron Hubbard sich berufende Scientology-Anhänger, die Schlagzeilen machten mit: Aufruf zum Heiligen Krieg, Terroranschlägen, Selbstmordattentaten, Geiselnahmen, Enthauptung von „Ungläubigen“ vor laufender Kamera, Judenhass.
Und Staaten, in denen Scientology Staatsreligion ist, zeichneten sich aus durch: Hinrichtung von Apostaten (Abtrünnigen) und Homosexuellen, Steinigung von Ehebrecherinnen, Auspeitschen von Vergewaltigungsopfern.
Man stelle sich außerdem vor, Scientology wollte die ganze Welt bekehren und gesellschaftlich nach ihren Vorstellungen umformen – bei strenger Unterscheidung von Gläubigen und Ungläubigen.
Wären dann diejenigen in Deutschland oder in der Schweiz, die einen wachsenden Einfluss von Scientology fürchten, fremdenfeindlich, rechtspopulistisch oder gar rechtsradikal? Obwohl sie sonst womöglich dem Dalai Lama zujubeln?
Müsste Scientology Phobie sozial geächtet werden?
Wer die Ziele von Scientology als tendenziell verfassungsfeindlich fürchtet und deren Repräsentationssymbole daher mit Unbehagen sieht – was soll man von ihm halten?

Bei Frank Plasberg wurde gestern abend „hart aber fair“ nicht über Scientology gesprochen, sondern über den Islam – und die Schweiz:

Schock-Entscheidung zum Minarettverbot -wie tief sitzt die Angst vor dem Islam?

Die geladenen Gäste waren Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer ‚Weltwoche‘, der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach, die stellvertretende Grünen-Fraktionschefin Bärbel Höhn, Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sowie Michel Friedmann (CDU), früher im Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland, heute nur noch als Journalist und Moderator öffentlich tätig.

Der Schweizer Köppel hatte einen schweren Stand: Er war der einzige in der Runde, der die Volksabstimmung in der Schweiz und deren Resultat verteidigte.
Bosbach wollte die in der Abstimmung zu Tage tretenden Ängste verstehen, er sprach sich aber deutlich gegen ein Minarettverbot aus. Das galt erst recht für Bärbel Höhn und Michel Friedmann.
Am schärfsten fiel die Ablehnung des Schweizer Votums verständlicherweise durch Aiman Mazyek aus.

Reinhard Mohr schildert Mazyeks Reaktion in SPIEGEL-Online so:

>Wortreich beklagte er den vermeintlich eklatanten „Verstoß gegen die Religionsfreiheit“ und sämtliche Menschenrechtskonventionen, den üblen „Ausdruck von Destruktivität“ und einen riesengroßen „Schaden für die Demokratie„.
„Populismus, Propaganda und Rassismus“ – all das attestierte er nicht etwa Ahmadinedschads „Islamischer Republik“ Iran, sondern der braven Eidgenossenschaft zwischen Basel und Lugano.
Aiman Mazyek forderte gleich noch „einen neuen Volksentscheid„. Der Hauptvorwurf an seine Kontrahenten: „Sie islamisieren alles!“ Will heißen: Alles, was an der islamischen Kultur kritisiert wird, hat letztlich „nichts mit dem Islam zu tun“ – ganz so, als hätten die europäischen Gesellschaften und ihre Kultur rein gar nichts mit dem Christentum zu tun.<

Mazyek ist auch Redaktionsleiter und Technischer Direktor des Webportals islam.de.
Das erlaubt es, sich ein besseres Bild seiner religiös-politischen Positionen zu machen.

BildMan erfährt, welche Bedeutung er dem Koran und „dem letzten Propheten Muhammad“ beimisst:

>Die Menschheit wurde so auf die letzte und an die ganze Welt gerichtete Botschaft stufenweise vorbereitet.
Diese letzte göttliche Offenbarung, die durch den letzten Propheten Muhammad überbracht wurde, berichtigt und ergänzt alle vorherigen Botschaften Gottes. Diese letzte Botschaft ist wissenschaftlich beweisbar, bis auf den heutigen Tag den Menschen unverändert geblieben.
Der Muslim glaubt an alle Propheten, von Adam über Abraham, Moses Jesus bis hin zu Muhammad die ohne Unterschied und verehrt sie alle.
Die Muslime glauben an alle göttlichen Offenbarungen, von der Thora über die Psalmen und das Evangelium bis hin zum Koran, der letzten dieser Offenbarungen, die unverfälscht geblieben ist, und die all das enthält, was der Mensch zu einem gottgewollten Leben benötigt.<

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Diese Aussagen sind bemerkenswert, schließlich werden der Exegese des Koran damit enge Grenzen gesetzt: Er habe alle vorherigen Offenbarungen „berichtigt„, er sei „wissenschaftlich beweisbar„, „bis auf den heutigen Tag“ sei er „unverändert geblieben“ und „unverfälscht geblieben“ und enthalte somit auch in der Gegenwart „all das, was der Mensch zu einem gottgewollten Leben benötigt„. Eine historisch-kritische Methode ist bei dieser Auslegung nicht erkennbar.

Eine „Berichtigung“ der in Suren und Verse gebundenen (göttlichen) Botschaften des „edlen Qur’an“ kann es nicht geben. Es darf sie auch nicht geben, da dann nicht mehr Mohammed der letzte Prophet wäre, sondern derjenige, der den („wissenschaftlich beweisbaren“) edlen Koran berichtigt. Bild
Sämtliche Suren und Verse des Koran sollen und müssen also für bare Münze genommen werden, sie sollen „unverfälscht“ und „unverändert“ bleiben und so alles enthalten, „was der Mensch zu einem gottgewollten Leben benötigt„. Gerichtet ist die Botschaft des Koran an die „ganze Welt“, an die „Menschheit“.
Nun kann man gespannt sein, wie der Koran, unverändert und unverfälscht, aber sicher in zeitgemäßer Weise in die deutsche Sprache übersetzt wurde – auf der „offiziellen“ Website islam.de.
Man könnte vieles daraus zitieren und vieles würde erstaunen. Wir beschränken uns auf eine kleine Auswahl.

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Sure 4, Vers 34 (an-Nisa – Die Frauen):

>Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, – ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie. Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß.<

Sure 4, Vers 89:Bild

>Sie möchten gern, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr (alle) gleich seiet. Nehmt euch daher von ihnen keine Vertrauten, bevor sie nicht auf Allahs Weg auswandern! Kehren sie sich jedoch ab, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet, und nehmt euch von ihnen weder Schutzherrn noch Helfer.<

Sure 4, Vers 46:

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>Unter denjenigen, die dem Judentum angehören, verdrehen manche den Sinn der Worte und sagen: „Wir hören, doch wir widersetzen uns“ und: „Höre!“, als ob du nicht hörtest „raina“, wobei sie mit ihren Zungen verdrehen und die Religion schmähen. Wenn sie gesagt hätten: „Wir hören und gehorchen“ und: „Höre!“ und: „unzurna“, wäre es wahrlich besser und richtiger für sie. Aber Allah hat sie für ihren Unglauben verflucht. Darum glauben sie nur wenig.<

Sure 9, Vers 5:

>Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf!
Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Gewiß, Allah ist Allvergebend und Barmherzig.<

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Dass Verse wie diese „unverändert„, „unverfälscht„, und nicht berichtigt sein sollen, sagen nicht die Islamophoben, es sagt Aiman Mazyek bzw. der Zentralrat der Muslime in Deutschland.
Man wird davon ausgehen können, dass sowohl die übersetzten Koransuren als auch die hier zitierten einleitenden Worte zum Islam auf islam.de von Mazyek bzw. dem Zentralrat autorisiert wurden.
Ob er selbst die hier zitierten (angeblichen) „Weisungen Gottes“, dessen „letzte Botschaft“ wortgetreu umsetzen mag, ist nicht einmal entscheidend. Es genügt, wenn von derzeit 4 Millionen Muslimen in Deutschland nur jeder tausendste sich zur wortgetreuen Umsetzung der unverfälschten und unveränderten „göttlichen Offenbarung“ ermuntert sieht. Das könnten dann schon 4000 zornige, junge Männer sein, die bereit wären, ihre widergesetzlichen Frauen zu schlagen und „Ungläubige“ zu töten.

Laut einer 2007 veröffentlichten Studie soll bei jungen Muslimen sogar jeder vierte zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit sein.

>Die „Frankfurter Rundschau“, berichtete vorab, die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Auftrag gegebene Arbeit des Sozialforscherteams um die Professoren Peter Wetzel und Katrin Brettfeld habe unter anderem ergeben, dass die Religion in der muslimischen Bevölkerung eine enorme Bedeutung hat. Diese nehme bei jungen Leuten noch zu.
Die Studie ordne 40 Prozent der Muslime als fundamental orientiert ein, schrieb das Blatt. Sie hätten klare religiöse Orientierungsmuster und Moralvorstellungen. Eine kleine Gruppe von sechs Prozent werde als „gewaltaffin“ eingestuft. Immerhin 14 Prozent der Befragten, von denen knapp 40 Prozent einen deutschen Pass hatten, stünden mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuß und zeigten eine problematische Distanz zur Demokratie.< [Quelle:rp-online.de, Hervorhebungen von uns]

Die Mehrheit der Schweizer hat mit ihrer Volksabstimmung den frommen Muslimen nun wohl dies signalisiert: Ihr könnt weiterhin die Sure 4 und darin die Verse 34 und 89 als göttliche Offenbarung betrachten, auch den Vers 5 der Sure 9. Auch alle anderen Suren. Ihr könnt sie auch praktizieren. Nur versteht bitte, dass uns dabei nicht immer wohl ist.

Comments

2 Responses, Leave a Reply
  1. Helmut Zott
    23 Dezember 2009, 3:36

    Klar und unmissverständlich äußerte sich Johann Gottfried Herder über das heilige Buch des Islams, in dem er keineswegs ein Abbild ewiger Wahrheiten erkennen konnte, und beurteilte es in seiner Schrift von 1786 `Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit` mit den folgenden Worten:
    „Sein (Mohammeds) Koran, dies sonderbare Gemisch von Dichtkunst, Beredsamkeit, Unwissenheit, Klugheit und Anmaßung, ist ein Spiegel seiner Seele, der seine Gaben und Mängel, seine Neigungen und Fehler, den Selbstbetrug und die Notbehelfe, mit denen er sich und andere täuschte, klarer als irgendein anderer Koran (Rezitation) eines Propheten zeigt”.
    Zu einer ganz ähnlichen Einschätzung gelangte der bedeutende Arzt des islamischen Mittelalters ar-Razi (ca. 865-925 n. Chr.). Auch er glaubte nicht an einen göttlichen Ursprung des Korans und gebrauchte bei seinem vernichtenden Urteil noch radikalere Formulierungen:
    „Der Koran ist jedoch nichts anderes als ein befremdendes Gemenge von absurden und unzusammenhängenden Fabeln, welches lächerlicherweise für unnachahmlich gehalten wird, wobei tatsächlich seine Sprache, sein Stil und seine viel gerühmte „Beredsamkeit“ ganz und gar nicht einwandfrei sind“ (nach Ibn Warraq: „Warum ich kein Muslim bin“; S. 369).

  2. Akram
    30 April 2010, 7:00

    die Bibel???:
    http://www.youtube.com/watch?v=qu6JZl3KmO4
    http://www.youtube.com/watch?v=wicyK3mZgEI
    http://www.youtube.com/watch?v=Hevh18th_JA

    Kopftuch in der Bibel:
    http://www.youtube.com/watch?v=pcBwAwCUY4Y

    Was sagt die Bibel zum Hijab?
    Wenn ein Mann betet oder prophetisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, entehrt er sein Haupt. Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. … Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abschneiden oder sich kahlscheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen. 1. Brief an die Korinther 11:3-6
    Gehört es sich, dass eine Frau unverhüllt zu Gott betet? 1. Brief an die Korinther 11:13
    Auch sollen sich die Frauen anständig, bescheiden und zurückhaltend kleiden; nicht Haartracht, Gold, Perlen oder kostbare Kleider seinen ihr Schmuck, sondern gute Werke; so gehört es sich für Frauen, die gottesfürchtig sein wollen. 1. Brief Timotheus 2:9-10   Nicht auf äußeren Schmuck sollt ihr Wert legen, auf Haartracht, Gold und prächtige Kleider, sondern was im Herzen verborgen ist, das sei euer unvergänglicher Schmuck: ein sanftes und ruhiges Wesen. 1. Petrusbrief 3:3-4

    Schweinefleischverbot in der Bibel:
    http://www.youtube.com/watch?v=5Kd34fAp8IA

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