Wormser (Krimi?) Groteske: Kassiererinnen aus städtischem Freizeitbad herausgemobbt?

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Nun hat es auch SPON erhört: Die Groteske um die Kündigung von vier Kassiererinnen des Wormser Freitzeitbads wird zu einem Fall von nationalem Interesse.

Worum geht es: Die Frauen führten eine Kaffeekasse und sammelten dort Trinkgeld. Nichts Ungewöhnliches.
In der von dem Sozialdemokraten Michael Kissel geführten rheinland-pfälzischen Stadt soll es die Kassiererinnen aber ihren Job kosten.
Es sei eine „Schwarzgeldkasse“ und es bestünde der Verdacht der Korruption.
Die Frauen sehen das – laut SPIEGEL – anders:

>Die Freizeitbetriebe Worms stellten die Kassiererinnen vor die Wahl: Entweder ihr geht, oder ihr arbeitet ab jetzt als Putzkräfte – halbtags, mit erheblichen Gehaltseinbußen. Die vier Frauen sind zwischen 49 und 55 Jahre alt und zum Teil 25 Jahre im Schwimmbad beschäftigt. „Wir sind unkündbar, unter normalen Umständen kriegt man uns nicht raus„, sagt Andrea Z. Die Kassiererinnen werfen dem städtischen Betrieb vor, dass er sie gegen jüngere, billigere Arbeitskräfte austauschen wolle.<

Der für die Freizeitbetriebe der Stadt Worms verantwortliche Bürgermeister Georg Büttler (ebenfalls SPD) hat nun einen bemerkenswerten „Aufruf zur Mäßigung“ auf der Homepage der „Nibelungstadt“ veröffentlicht.
Den „Streit“ will er mäßigen, indem er den Frauen nun auch noch eine „Fundsachenunterschlagung“ unterstellt.

Dazu heißt es im SPIEGEL:

>Unklar ist jedoch, warum diese Vorwürfe erst Monate nach der Entlassung der Frauen auftauchen. Auch bei den beiden bisherigen Prozessen vor dem Mainzer Arbeitsgericht kamen die Anschuldigungen nicht zur Sprache, bestätigt Richterin Ruth Lippa: Die Entlassung sei nur mit der Schwarzgeldkasse begründet worden. Erst im Dezember musste die Kassiererin Karin N. auf dem Polizeirevier erscheinen, ihr wurden Fingerabdrücke abgenommen.

Merkwürdig ist auch, dass der städtische Betrieb den Frauen eine Putzstelle anbot, obwohl der Vorwurf im Raum steht, die Kassiererinnen hätten Schmuck und Handys aus dem Tresor gestohlen. Weder der Sprecher der Stadt, noch der Geschäftsführer des Schwimmbads und auch nicht der zuständige Bürgermeister wollten gegenüber SPIEGEL ONLINE dieses Vorgehen erklären.< [Hervorhebungen von uns]

Keine Antwort ist bekanntlich auch eine Antwort.

So darf man gespannt sein, was aus der Causa Kaffeekasse noch wird.

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