Bioenergiedorf Rai-Breitenbach eG fast pleite – Vorstand von Amt entbunden

Administrator, 04 Februar 2010, 32 comments
Categories: Bioenergiedorf

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136 Kommentare gab es bis heute zu unserem im Oktober letzten Jahres erschienenen Artikel „Wunsch ohne Wirklichkeit: Bioenergiedorf Rai-Breitenbach ist (noch) nicht, was es sein soll„.
Wer diese Diskussion verfolgte, wird über den heute im Odenwälder Echo verkündeten „Paukenschlag“ nicht allzu überrascht sein.
Die hier hörbaren Kassandrarufe kamen offenkundig von kenntnisreichen, kompetenten Personen – etwa von Wilfried Walter.
Wir weisen hier aber auch auf einen langen Artikel hin, den das frühere Vorstandsmitglied Horst Heckmann vor fünf Jahren veröffentlichte: „Bioenergiedorf eG sucht Vorstand mit hellseherischer Begabung„. Darin weist er die Kritik an den zuvor Verantwortlichen zurück.
Wir zitieren daraus:

„Es hätte allerdings auch ohne Horst Stapp kein Bioenergiedorf gegeben!
Insbesondere auf (kommunal-)politischer Ebene bietet eine derartige Hexenjagd natürlich eine geeignete Plattform für Trittbrettfahrer – siehe hierzu die Vielzahl an Leserbriefen und „Insider“-Berichten.
Von mir angeregte Aussprachen mit einigen der betreffenden Personen, um Sachverhalte zu klären, wurden stets abgelehnt. Somit dürfte deutlich werden, dass es nie um Fakten sondern zuallererst um die Selbstdarstellung des ein oder anderen Politikers und Presseinformanten ging.
Als menschlich zutiefst bedauerlich empfinde ich, dass bei Ausscheiden des bisherigen Vorstands am 21.02.2010 weder vom jetzigen Aufsichtsrat noch von den übrigen Mitgliedern der Genossenschaft ein Wort des Dankes (für die über vier Jahre andauernde überaus reichlich unentgeltlich geleistete Arbeit) zu vernehmen war. Für Beschimpfungen und Diffamierungen fanden sich in der Vergangenheit jedoch immer ausreichend Zeit und Anlass.“

Auf der Website bioenergiedorf-odenwald.de scheint die Welt bei Breuberg dagegen noch in Ordnung: Das Projekt sei „außergewöhnlich“ und „zukunftsweisend“, die Gemeinschaft „stark“, die regionale Wertschöpfung „angeregt“.
Tatsächlich dürften viele bereut haben, sich von Stapps „Vision“ überzeugt haben zu lassen – die Visionäre entpuppten sich nämlich als Stümper. Nachfolgend Zitate aus dem aktuellen Echo-Artikel von Birgit Reuther:

>Paukenschlag im Bioenergiedorf Rai-Breitenbach: Der Aufsichtsrat des genossenschaftlich organisierten, aber betriebswirtschaftlich orientierten Unternehmens zur Nahwärmeversorgung des 900-Seelen-Dorfes hat den geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden Horst Stapp mit sofortiger Wirkung vorläufig von seinem Amt entbunden.
Zudem liegen inzwischen genügend Hinweise dafür vor, dass die Genossenschaft zumindest vorübergehend ,,am Rande der Zahlungsfähigkeit“ ist. Mit diesen Nachrichten über das seit Monaten mit Problemen und Querelen kämpfende Pilotprojekt ist Frank Matiaske, Aufsichtsratschef und Breuberger Bürgermeister, am Mittwoch an die Öffentlichkeit gegangen.[…]
Zum Befreiungsschlag der Amtsenthebung gedrängt sah sich das Kontrollgremium, nachdem deutlich wurde, dass die Genossenschaft derzeit offenbar nicht zahlungsfähig ist. In einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat hatte Stapp einige der seit langem geforderten Zahlen zur wirtschaftlichen Lage der Unternehmung vorgelegt. ,,Demnach wird das Geschäftsjahr 2009 mit einem deutlichen Fehlbetrag abschließen. Zudem muss für das Jahr 2010 mit einer Erhöhung des Wärmepreises kalkuliert werden“, so AR-Chef Matiaske gegenüber dem ECHO.

Die Rede ist von fehlenden rund 50 000 Euro. Wegen mehrerer weiterhin ausstehender Zahlen wollte Matiaske diese Summe allerdings nicht als endgültig einstufen. […]

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,,Unser Dispokredit bei den Banken von rund 80 000 Euro ist fast ausgeschöpft. Zudem liegen Rechnungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb in einer Höhe von insgesamt etwa 70 000 Euro vor„, schilderte der AR-Chef die Lage. Über diese Situation, die gemeinsam mit weiteren Faktoren zumindest eine vorübergehende Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens bedeuten, habe Horst Stapp weder seine Vorstandskollegen noch den Aufsichtsrat informiert. Dies mache eine Amtsenthebung unumgänglich.< [Links und Hervorhebungen von uns]

Comments

32 Responses, Leave a Reply
  1. Nachdenklicher
    04 Februar 2010, 3:01

    …ich möchte die Überschrift ("Herzlich Willkommen") um ein HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ergänzen. Wenn dann die vorläufige Amtsenthebung durch die Genossenschaftsversammlung zu einer endgültigen Amtsenthebung bestätigt wird, heißt es die Ärmel hoch zu krempeln und die Vision in positiven Sinne weiter zu entwickeln. Das ist sicherlich irgendwie erreichbar.

  2. Lemon
    04 Februar 2010, 3:50

    Die IG-Mitglieder sind schon seit Monaten gewillt mit anzupacken und tun das bereits. Einige zaghafte Annäherungsversuche von Ungläubigen – jetzt Aufgewachten – gibt es bereits. Unglaublich finde ich, dass Einige den Knall noch nicht gehört haben, bzw. nicht gewillt sind den Tatsachen ins Auge zu schauen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir es schaffen können und hoffe, dass sich auch das Dorf wieder vereinigt.

  3. Hannibal
    05 Februar 2010, 5:18

    Es bedarf sehr viel an Optimismus, um das von der bisherigen Geschäftsführung angerichtete Schlamassel in der augenblicklichen Situation als reparabel einstufen zu können.Allerdings wird auch das größte denkbare Maß an Optimismus nichts bewirken, wenn die notwendigen Geldmittel ausbleiben.
    Es sollte jedem Mitglied klar sein, dass die weitere Existenz des genossenschaftlichen Heizwerkbetriebs von dem Verhalten der Allianz-
    Versicherung  und der Banken (Sparkasse u. Volksbank) abhängig ist.
    Falls diese Institutionen die Auszahlung der dringend benötigten Geldmittel verzögern oder gar verweigern, dann wird das für die Bioenergiedorf eG das Ende bedeuten. Zur Zeit arbeiten alle Gremien und auch viele Mitglieder der Interessengemeinschaft daran, diesen drohenden "Supergau" zu verhindern. Wir alle hoffen, dass vielleicht schon zur nächsten Mitgliederversammlung positive Nachrichten vermeldet werden können.
     

  4. Anonymous S.
    20 Februar 2010, 12:50

    Guten Tag,

    heute Abend um 18:30 wird ein Beitrag unter dem Titel "Das Bio-Energiedorf Rai-Breitenbach steht vor dem Aus" innerhalb der Sendung "Mitten in Hessen" im Radiosender hr-info ausgestrahlt (wird dann im Laufe der Tage als Podcast zur Verfügung stehen).

    Was dort wohl Neues verkündet wird?

  5. Anonymous S.
    20 Februar 2010, 4:09
  6. Nevertheless
    02 März 2010, 1:10

    Auch in  Heubach/Rhön hat eine kleine Gruppierung Lunte gerochen und als Laien, den anderen Laien der "Schweigenden Mehrheit" eine Holzschnitzelanlage aufgeschwatzt. Tolle Idee, die Holzverbrennung, die schon die Neandertaler beherrschten, als neue Technologie aus der Taufe zu heben. Hier sollen ca. 70 Leute mitmachen wollen, oft die selben, die sonst jegliches Risiko scheuen. Das hängt wohl noch am alten "Bauerndünkel":
    Wenn es ums Brennholz geht, womit sie seit Jahren ihre überdimensionierten Holzheizanlagen füttern, glauben sie sich auszukennen und vergessen das kleine Einmaleins. Vielleicht beherrschen sie auch nicht einmal das? Hier verdient nur einer: Das Unternehmen, welches die Anlage liefert und installiert!  In zweiter Linie die Initiatoren, die, wie man hört, sich bereits die Pöstchen sichern konnten.Wie kann man nur so deppert sein!!!

  7. Müller
    02 März 2010, 2:39

    Was soll den das heißen? Das gibts doch nicht. Vor allem nicht in Heubach

  8. stop-the-stupid-hunter
    12 März 2010, 12:46

    Warum urteilen Leute über Sachen, von denen sie keine Ahnung haben
    oder Ahnung haben wollen,
    weil sie sich noch nicht einmal richtig informiert haben?!
    Vor allem kann man nicht ein Projekt auf das andere übertragen und
    miteinander vergleichen,
    sei es im technichschen oder finanziellen Bereich, nur weil EIN Vorhaben,
    durch falsche Führung misslungen ist. In diesem Fall haben die installierten Organe der Genossenschaft wohl geschlafen oder wollten schlafen. Die Organe Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft, welche eine gesetzliche Rechtsform ist, müssen, wie die
    Namen schon sagen, dem Projekt vorstehen und dies beaufsichtigen und am besten durch Zusammenarbeit, aber auch Konrolle…
    Bei einem solchen Projekt müssen ebenso die Mitglieder fest
    eingebunden sein, d.h. immer wieder informiert werden und
    zu Anregungen und Verbesserungen aufgerufen werden (welches
    in Heubach der Fall ist).
    Das nächste sind die Intitiatoren, das sind die, die irgendwann
    eine Idee hatten, welche gereift ist und durch Gespräche mit anderen
    weiterentwickelt wurde. Man kann den wenigsten, die eine Idee verwirklichen wollen, kapitalistische Hintergedanken unterstellen, denn wie soll, in diesem Fall z.B. ein einzelner oder einzelne das große Geld machen???
    Das einzige ist die Lieferung  von Holz für die Hackschnitzel und
    das kann ja jeder liefern, wenn er kann und möchte.
    Auch wenn manche das nicht verstehen können, es gibt ach noch
    Leute, die machen etwas aus Idialismus, weil sie denken es ist
    etwas gutes für die Zukunft und setzen dafür viel Zeit (ohne jegliche
    Bezahlung), Nerven (weil es Mißmacher gibt) usw. ein.
    Außerdem muß niemand, der in der Nähe der Heizanlage wohnt,
    damit rechnen zu ersticken (wie bei eigenen getunten Heizungen), denn es wird ja modernste Verbrennungstechnik eingesetzt. Zudem werden
    ja ca. 70 Ausstoßherde eingespart.
    Also lass die anderen machen, dann kannst du beim Spaziergang
    auch wieder anderen frei ins Gesicht lachen!
    Ein Mitglied des Bioengergiedorfs Heubach eG
    (nicht in Vorstand oder Aufsichtsrat)
    P.S.
    Das 1×1 beherrschen alle in Heubach hoffentlich auch du …

  9. origami
    12 März 2010, 9:27

    Nevertheless (was soll das für ein Englisch sein?) eher:
    but "everabless"!

  10. Bauerndünkel
    13 März 2010, 12:34

    @ stop-the-stupid-hunter
    stop-the-stupid-hunter???
    Sehr lustiger nick! Hat der auch eine Bedeutung in Bezug auf deinen Kommentar?

    PS: Heubach scheint ja ein Dorf, voll mit Mathegenies zu sein… . In diesem Sinne, Gruß an alle Heubacher 1×1-Rechner.  😉

  11. ollipe
    16 März 2010, 10:57

    Ich bin zugezogen und wohne erst ein paar Jahre hier. Dennoch interessiert es mich, was hier über meine neue Heimat geschrieben wird.
    Aus meiner reichhaltigen Erfahrung weiss ich, dass nur betroffene Hunde bellen. Dann stimmt es doch, dass hier einige – nicht nur aus purer Menschlichkeit den Ausstoß von 70 Heizungen, von anderthalb km² –  auf wenige m² beschränken wollen. Die armen Betroffenen in der Nähe!!! Ich denke, dass der nevertheless oder wie er sich  nennt, im Grundsatz nicht ganz unrecht hat.

    1) Hackschnitzel= veraltete Technologie (in 10 Jahren wird jeder darüber lachen)
    2) Nah- oder Fernwärme ist ein alter Hut aus der (gescheiterten) DDR. (zu teuer, rechnet sich nicht)

    Wenn dies neuerdings das "Nonplultra" sein soll – dann gute Nacht Technologiestandort Deutschland.
    Eine weitere Formulierung stört den neutralen Leser:

    "Kann ja jeder Holz liefern, wenn er kann und möchte."

    Nun, liefern möchten vielleicht Mehrere, aber liefern können – nur Wenige! Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt!!!

    Auf der anderen Seite ist es eine grandiose Marketing-Leistung, das geschäftliche Risiko – und es ist ein gewaltiges, mit nahezu 3 Mio. Euro – auf die Mehrheit der Genossen, also auf diejenigen, die kein Holz liefern können, abzuwälzen.  Für diese ist es kein "Geschäft", sondern wird zu einer weiteren, zusätzlichen Belastung des Familienbudgets führen.

    Aber so ist es nunmal auf der Welt: Die Einen verdienen und die Anderen zahlen, damit die Einen verdienen!

    Aber vielleicht haben ja alle Glück, vielleicht sind wenigstens ein paar Wissende in der Lage, die Genossenschaft in eine positive Richtung zu führen.

    Als Abschluss: Ein Dorf hat keine Zukunft, wenn man Hackschnitzel verbrennt, dazu gehört eine Infrastruktur (Geschäfte, Arzt, Zahnarzt, Bäckerei, Friseur, etc.)  die in Heubach gänzlich fehlt. Das wäre für mich der erste Ansatzpunkt gewesen, alles andere ist, zu vorhandenen Fehlern, weitere hinzuzufügen!

    Ihr Ollipe

  12. ollipe
    16 März 2010, 11:19

    origami gibt folgenden Nonsens von sich:

    Nevertheless (was soll das für ein Englisch sein?) eher: but "everabless"!

    Nun ich habe nachgeschaut: nevertheless heißt "Nichtsdestotrotz" und passt zum Text
    everabless – ist wohl eine eigene "Erfindung" fast so innovativ wie eine Hackschnitzelanlage…

    Etschuldigung, aber das mußte sein.  Bitte zuerst denken, dann schreiben!

  13. ollipe
    16 März 2010, 5:13

    noch ein kleines Bonbon zum schmunzeln:

    "stop the stupid hunter"  soll das heißen:  stoppt denjenigen, der die Dummen jagt? oder wortwörtlich:
    "stoppt den Jäger der Dummen? " Nein das würde ich so nicht unterschreiben. Die Dummen sollte man zwar nicht jagen,
    aber doch schon mit der Wahrheit konfrontieren.

    ollipe

  14. hironymus
    17 März 2010, 9:04

    einen wunderbaren abend, allerseits! man könnte sich titlachen, soamüsant ist es, hier zu schmökern. komme aus dem limburger raum und bei uns hat man auch so eine holzverbrennungsanlage installiert. ich bin mitglied doch leider sparen wir nichts, sondern haben neben der einmalzahlung zurzeit sogar höhere kosten pro kwh als vorher mit den einzelheizungen.
    leider gibt es auch bei uns einige wenige leute die durch holzlieferungen partizipieren. die gleichen personen rechnen auch servicezeiten, bürostunden, reparatur- und befüllungszeiten ab. ollipe scheint ziemlich genau zu wissen, wie der hase läuft.
    ingenieur oder sowas ähliches? eines hat leider auch er vergessen: es gibt auch noch kleine provisionen vom hersteller für die leute der ersten stunde. man geht dabei von mindestens 5 % aus, das wären z.b. bei 3 millionen euro, rund 150 000 euro die zu verteilen sind, unter den 3, 4 oder fünf initiatoren.  der betrag wird nicht aufgeschlagen, sondern ist von anfang an eingerechnet,  die genossen bezahlen ja. Bei uns heizen einige schon wieder mit ihren alten anlagen, weil sie da billiger sind. das führt dazu, dass immer weniger abnehmer die kosten zu tragen haben. ein teufelskreis. aber jeder muss die erfahrung selber machen. warum sollen wir alleine die suppe auslöffeln die uns die findigen hersteller zusammen mit unseren gründern eingebrockt haben. ein kleinwenig schadenfreude regt sich bei mir schon!

    viel glück hironymus

  15. Express
    18 März 2010, 11:08

    Ich beziehe mich auf den Kommentar von Hironymus und frage mich, ob die 5%-Provisionsabsprache nur im Limburger Raum oder vielleicht auch im Breuberger Land üblich ist.
    Leute, die etwas wissen, sollten sich melden.

  16. Konrad
    18 März 2010, 10:58

    Selbstverständlich gibt es solche Provisionen auch bei euch! Oder glaubst du ernsthaft ein Unternehmen, welches Aussichten auf einen lukrativen 3 Mio Auftrag hat, lässt die Entscheidung über Gedeih oder Verderb von den zufälligen Stimmungsschwankungen eines kleinen Dorfgrüppchen abhänging machen?!
    Durch diese Provisionen werden die Initiatoren motiviert, die Masse bei der Stange zu halten.
    Ich kann im Gegensatz zu Hironymus zwar keine Angaben über die Höhe solcher Provisionen machen aber eines ist ganz sicher, es ist naiv zu glauben das so etwas nur im Limburger Raum üblich ist!

  17. Express
    19 März 2010, 8:52

    Ich wäre dankbar, wenn es Leute gäbe, die mit konkreten Hinweisen dienen könnten.
    Das würde weiterhelfen.

  18. Lemon
    19 März 2010, 10:10

    Hallo ollipe und hironymus, auch ich finde eure Ausführungen hochinteressant und wäre an weiteren Informationen interessiert. Lemon

  19. Lemon
    19 März 2010, 10:37

    Hallo, für jeden, der Infos für uns hat gibt es jetzt eine anonyme, passwortgeschützte eMailadresse. IG.Bionergiedorf@spambog.com. Würde mich freuen, von Euch zu hören. Gruß Lemon

  20. hironymus
    19 März 2010, 7:29

    ja, ja der konnrad, der weiss auch was gespielt wird! er hat recht, denn diese provisiönchen sind gang und gäbe, bei allem was heutzutage über den tisch geht und natürlich wird erst dann, wenn das geschäft gelaufen ist, unter dem tisch verteilt. das schöne daran ist: niemand kriegt etwas mit. ein paar euro auf die frau, die mutter, die schwiegermutter, die kinderchen, und keiner merkt etwas. da sind die nächsten 30 jahre wärme schon im voraus bezahlt. ich dachte diese praxis wäre allgemein bekannt und man müßte nicht extra drüber reden. 5 % sind da die unterste grenze, in der regel wird mehr gezahlt. oder denkt jemand die leutchen rennen aus reiner nächstenliebe von haus zu haus? das ist knallharter verkauf, denn der lohn dafür ist höchst rentabel. mich wundert nur, dass sich die bürgermeister und ortsvorsteher so vor den karren spannen lassen. die können dabei doch nichts gewinnen, aber alles verlieren!

    einen schönen abend allerseits

    hironymus

  21. Express
    20 März 2010, 10:05

    Meine Frage nach den Verhältnissen im Breuberger Land war ironisch gemeint. Ich denke es sollte möglich sein, bei Ansatz des richtigen Hebels an der richtigen Stelle, herauszufinden, wer in welcher Höhe verdeckte Provisionen kassiert hat.
    Ganz einfach ist dass allerdings nicht. Auch der Genosse "Zufall" kann da sehr hilfreich sein.

  22. Dr. Ronald
    22 März 2010, 7:35

    alles was da in den letzten Beiträgen steht ist nachvollziehbar und scheint zu stimmen.Da sitzen also ein paar Landmänner zusammen und überlegen, wie man risikolos an Kohle kommt. Die Zeiten sind schlecht und man weiss nicht was die Zukunft bringt. Plötzlich haben sie eine Idee: wir gründen eine Genossenschaft und bauen eine Hackschnitzelanlage. Je mehr Leute wir überzeugen können, umso lukrativer wird es für uns, denn je mehr Teilnehmer, umso größer (und teurer) das Projekt.  Das ist wie wenn jemand einen gemeinschaftlichen Ausflug oder Urlaub plant. Alle zahlen nur er nicht! Und er fühlt sich noch im Recht, denn er hat ja schließlich die ganze Arbeit gemacht… So ähnlich scheint es hier auch zu sein!
    Aber habt ihr euch schonmal Gedanken gemacht, wie es später mit einer Hackschnitzelanlage weitergeht? Fakt ist nun mal:
    Mit jeder weiteren Hackschnitzelanlage tritt eine Verknappung des Brennstoffs Holz ein = Verteuerung! Wenn dann noch die Frühjahrs und Herbststürme ausbleiben, muss ganz normal zum Tagespreis gekauft werden. Die gelagerten Holzschnitzel reichen nicht mehr aus. Trocknungsalagen kommen zum Einsatz. Das bedeutet erneute Verteuerung. Feuchte Schnitzel werden angliefert, weil es keine trockenen mehr gibt. Die Effektivität der Anlage geht in den Keller. Reparaturen fallen an durch zuviel Feuchtigkeit. Der Ausstoß an Schadstoffen nimmt zu! Ein Worstcase Szenario? Nein das ist ganz normal, weil jetzt schon an der Tagesordnung bei Hackschnitzelanlagen.

    Denkt nach und schließt all das obenstehende vorher aus! Dann war die entscheidung richtig!

  23. H.Potter
    22 März 2010, 11:55

    Nun, nachdem die Weissagung in Erfüllung gegangen ist und die höhere Macht den selbsternannten Dorfhäuptling entthront hat, droht diesem bereits neues Ungemach. Wie in den Dorfhütten, deren Bewohner sich nach wie vor große Sorgen um die Zukunft ihres warmen Lagers machen müssen, gemunkelt wird, sollen weitere höhere Mächte dabei sein, die früheren Machenschaften des Dorfhäuptlings näher zu durchleuchten. Geflüstert wird von den vielen Silberlingen, die sich die Hüttenbewohner teilweise vom Munde absparen mussten, um einen wertlosen Dorfofen zu bezahlen. Alles bleibt weiterhin geheimnisvoll und nährt die Phantasie.

  24. Cato
    23 März 2010, 10:21

    Hallo Dr. Ronald,
    alle Deine Ausführungen finden meine Zustimmung. Auch über das Worst-Case-Szenario ist sogar nachgedacht worden, allerdings nicht seitens der verantwortlichen Akteuere. Jedenfalls nicht öffentlich. Bedenken jeder Art waren nicht erwünscht und wurden, wenn immer möglich – auch mit brachialen Methoden – im Keime erstickt. Wichtig war nur, das äußere Erscheinungsbild in einen positiven politischen Kontext zustellen und damit auch ökonomisch
    zu punkten. Alle anderen Belange waren zweitrangig oder gar nur lästig.
    Dass die Idee der zentralen Wärmeversorgung über Hackschnitzel-
    Heizwerke aus den von Dir genannten Gründen nicht nachhaltig funktionieren kann, ist absolut einleuchtend.

  25. müller
    25 März 2010, 8:38

    I am shocking!!! Da tun sich ja Abgründe auf!!!

  26. Administrator
    25 März 2010, 11:34

    @müller: "Da tun sich ja Abgründe auf!" Ja, in englischer Grammatik

  27. Hannibal
    28 März 2010, 8:22

    Wie bereits heute in "echo online" nachzulesen ist, hat die Bioenergiedorf eG dem allmächtigen Allianz-Konzern den pazifistischen Krieg erklärt. Der allmächtige Allianz-Konzern ist der Meinung, er könne Abschläge auf Versicherungsleistungen verweigern und brauche dies nicht einmal näher zu begründen. 
    Dem allmächtigen Konzern scheint dabei völlig egal zu sein, ob die
    Existenz seiner Kundin – Bioenergiedorf eG – zerstört wird. Es scheint ihm auch völlig egal zu sein, dass viele Mitglieder der Bioenergiedorf eG, die ja unmittelbar von solchen miesen Geschäftspraktiken getroffen werden, in ihrem privaten Bereich bei der Allianz versichert sind.
    Anscheinend ist es dem Allmachtskonzern auch egal, wenn diese Mitglieder ihre eigene Allianzversicherung zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen.
    Diese Art von hochnäsiger, menschenverachtender Haltung muss an den Pranger gestellt und mit allen zulässigen Mitteln bekämpft werden. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass es ihm selbst
    mit seiner sogenannten "Allianzversicherung" genau so ergehen kann. Der Allianzkunde ist nur so lange ein guter Kunde, so lange er seine Beiträge zahlt und keinen Schaden geltend macht. Das habe
    ich schon vor längerer Zeit erfahren müssen und besitze deshalb heute keine Allianz-Police mehr, die ich ggf. kündigen könnte.

  28. müller
    30 März 2010, 7:14

    @Administrator: "Ja, in englischer Grammatik"

    I see you are on the wire – that make you so quick nobody after!

    best regards
    Mueller

  29. Walter Löw/Zimba
    02 April 2010, 11:35

    zu dem Beitrag von Hannibal folgende Bemerkung.
    Es ist auch die Verpflichtung der Allianz vermeintliche Schadensfälle, vor irgendeiner Zahlung,  genauestens
    zu untersuchen.Man kann davon ausgehen daß sich dieser Konzern gestzeskonform verhält.wenn hier die
    Folgen für die Genossenschafts-Mitglieder angesprochen werden,ist daran zu erinnern,daß wir es hier mit
    einer Versicherung und nicht mit der Caritas zu tun haben.Allenfalls wäre es ratsam gewesen sich gegen
    Teile des Vorstandes zu versichern,denn die führenden Köpfe waren allen Mitgliedern bekannt.
    Als Beispiel könnte man das Märchen "der Rattenfänger von Hameln" anführen,auch eine traurige Geschichte.

  30. Hannibal
    02 April 2010, 3:24

    Hallo Walter,
    Deinen Anmerkungen kann ich grundsätzlich durchaus zustimmen. Unangemessene Verzögerungen in der Schadensregulierung sind damit jedoch nicht zu begründen.
    Allerdings hat sich die Lage wohl inzwischen dahingehend entspannt, dass die Allianz  ihre Verzögerungshaltung aufgegeben hat und zur umgehenden Schadensregulierung mit sofortigen Abschlagszahlungen bereit ist.
    Ohne öffentlichen Druck wäre das nicht geschehen.
    Die Märchen des Altvorstandes sind eine andere Geschichte.

  31. müller
    02 April 2010, 6:17

    Versicherungen gibt es Hunderte, wenn nicht sogar Tausende. Diejenigen, die keine Sperenzien machen, wenn der eindeutige Versicherungsfall eintritt, sind an einer Hand auf zu zählen. Die Allianz z.B. aber auch 99,9 % der anderen Versicherer, versuchen zunächst, den entstandenen Schaden, gleich welcher Art und obwohl versichert, einem Anderen aufs Auge zu drücken. Der Grund liegt eindeutig auf der Hand: 50 % aller Geschädigten lassen sich von den gewieften Rechtsverdrehern der Versicherungen einschüchternund lassen sich mit einem Bruchteil der Schadenssumme oder gar mit NULL abfinden. Dabei geht es um hunderte von Millionen, welche hierdurch eingespart werden. Mancher Verstorbene würde sich im Grabe rummdrehen, wenn er den Kampf seiner angeblich " gut versorgte Witwe" um die fällige LV mitbekommen würde.
    Versicherer sind in der Regel Pack und nur deshalb so reich, weil sie Beiträge kassieren und nur unter Ausschöpfung aller Rechtsmittel einen Teil der Versicherungssumme zahlen. Pfui Teufel!

  32. Müller
    02 April 2010, 6:29

    Nachsatz zu Walter Löw aus Zimba: Nicht umsonst ist die Allianz so unermesslich reich, dass Sie sogar Großbanken zu ihrem Besitz zählt. Ursprünglich stammt ein Großteil des Kapitals aus Summen die unrechtmäßig nicht ausgezahlt wurden, Herr Versicherungslobbyist!

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