Odenwaldschule: Christian Füller verlangt ein Tribunal – auch für die Reformpädagogik


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Unter allen Stimmen, die in den letzten Wochen zum Missbrauchskandal an der Odenwaldschule zu vernehmen waren, dürfte die von Christian Füller die schrillste sein.
Aktuell wünscht er in einem bei SPIEGEL Online publizierten Artikel eine Abrechnung nicht nur mit Missbrauch verantwortenden ehemaligen Lehrern der Odenwaldschule, sondern mit der Reformpädagogik als solcher – soweit bestimmte Theoriesegmente womöglich zum Missbrauch einluden.
Wir zitieren:

>Abgerechnet werden muss mit Gerold Becker und allen Lehrern, die sich im Odenwald schuldig gemacht haben. Die alten Reformpädagogen Hermann Lietz, Gustav Wyneken, Rudolf Steiner, Peter Petersen und Maria Montessori gehören ebenfalls auf die „Anklagebank“ – denn sie haben teilweise absurde Vorstellungen vom Umgang mit Kindern gepredigt.

Man sollte das im Lichte der Odenwälder Enthüllungen diskutieren, um der Reformpädagogik endlich ihren Heiligenschein zu nehmen. Ist es nicht so, dass Wyneken ein bekennender Päderast war? Ist es etwa falsch, das Lietz, Petersen und Steiner vor antisemitischen Äußerungen nicht zurückschreckten? Will jemand bestreiten, dass Maria Montessori viele Jahre lang eng mit dem faschistischen Regime Mussolinis kooperiert hat?

Aber sind deswegen etwa die zusammengenommen rund 700 Reformschulen in Deutschland faschistisch, päderastisch oder Folterkeller? Oder haben sie mit ihrer „Pädagogik vom Kinde aus“ einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht, auf den die staatliche Schule noch wartet?

Die Chance eines Tribunals ist nicht nur, dass man Taten erörtert. Sie besteht auch darin, dass man Beschuldigte verteidigen kann. Dass man Fakten als Fakten erkennen und Hirngespinste als solche entlarven kann. Und haben nicht auch die Lehrer der heutigen Odenwaldschule das Recht und die Pflicht zu zeigen, dass Knabenliebe in Ober-Hambach definitiv nicht (mehr) auf dem Wochenplan steht?

[…]

Das ist der Boden, auf dem peinliche Fragen aufkommen:

* Wieso hat die geistige Elite Deutschlands, die ihre Kinder an die Schule schickte, nichts gesehen oder gar weggesehen?
* Hat der Missbrauch Schüler aus dem Odenwald in den Selbstmord getrieben?
* Ist die Reformpädagogik mitverantwortlich für übergriffige Lehrer?
* Wieso haben Altschüler, die heute Regisseure, Talkmaster und Lektoren sind, Jahrzehnte lang zu Strip-Poker und gemeinsamem Duschen geschwiegen?<

Zuletzt fragt er, ob die Schule überhaupt noch eine Zukunft haben kann:

>Für die Odenwaldschule wäre ein solches Tribunal ein notwendiger Test: um zu prüfen, ob sie als Schule ihre Vergangenheit überhaupt noch klären kann.
Oder ob man sie schlicht zusperren sollte.<

Bild: Presseagentur -pdh-

3 Gedanken zu „Odenwaldschule: Christian Füller verlangt ein Tribunal – auch für die Reformpädagogik“

  1. Christian Füller dreht wohl irgendwie durch! 15.000 Kindesmissbräuche pro Jahr in den deutschen Familien und 33   in der Odenwaldschule in 100 Jahren.
    Und jetzt will der Landrat der Bergstraße Kindern, die aus unerträglichen Familien kamen und kommen, den Zugang zu der Schule versperren.

  2. Ich finde es richtig, was Füller schreibt. Aber solange wir in Deutschland und vielen angeblich so aufgeklärten Länder glauben, wir seien die Guten, der irrt. Wir leben heute in keiner aufgeklärteren Gesellschaft. Solange der Nadelsteifenrassismus immer wieder gedeckt wird, haben unsere Kinder, Frauen und Ausländern keine wirkliche Chance auf Gleichberechtigung. Die Methoden der Unterdrückung sind nur perfider geworden. Wir auf uns selber achten, auf unser eigenes Verhalten, nur dann können wir die Strukturen ändern. JK

  3. Hallo Administrator

    Schlimme Gegend der Odenwald.
    Kinderschänder ganz groß.
    Und immer noch Deine Beiträge.
    Mein Gott, soll dies niemals enden?

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