Das Ende eines Rufmords: Justizopfer Horst Arnold gestorben

Administrator, 01 Juli 2012, No comments
Categories: Fall Arnold

Lange hat sich der ehemals in Reichelsheim unterrichtende Lehrer Horst Arnold seiner Rehabilitierung nicht erfreuen können. Das Westfalen-Blatt berichtet, dass der erst 52 Jahre alte Arnold am Freitag tot aufgefunden wurde.
Inzwischen findet sich auch auf echo-online.de ein Bericht über den Tod des früheren Studienrats.
Eine damals ebenfalls an der GAZ in Reichelsheim unterrichtende Kollegin hatte Arnold fälschlich einer Vergewaltigung bezichtigt, minderbemittelte Staatsanwälte und Richter in Darmstadt hatten ihr die haarsträubende Geschichte abgenommen und den früheren Biologielehrer für mehrere Jahre in das Gefängnis und in die Psychiatrie gebracht. Ein Prozess wie bei Kafka, nur angesiedelt im 21. Jahrhundert und mitten in Deutschland.

Ob sich zumindest jetzt bei der Frau, die Arnolds Leben ruinierte, ein Gewissensbiss regt? Es ist wenig wahrscheinlich. Was von ihr bekannt ist, lässt darauf schließen, dass sie eine Soziopathin ist … und ihr ein Gewissen folglich fehlt. Ähnliches gilt in gewissen Grenzen auch für einen gewissen Teil des Justizpersonals.
Das Westfalen-Blatt nennt Arnolds Medusa „karrieresüchtig“, was sie tatsächlich mit jenem gewissen Teil der Justiz gemein hat. Wohlgemerkt nicht nur der deutschen Justiz, sondern erst recht der in totalitär und autoritär regierten Staaten. Auch in den USA sollen mitunter Staatsanwälte, Richter und Gouverneure nur ihrer Karriere wegen auf der Hinrichtung von mutmaßlich Unschuldigen bestehen.

Es ist unwahrscheinlich, dass Horst Arnold ohne diese horrende Vorgeschichte einen so frühen Tod gefunden hätte. Das Wort vom Rufmord ist in seinem Fall daher Fakt geworden.

Nachfolgend Auszüge aus dem Bericht des Westfalen-Blatts:

»Er lag am Freitagmorgen leblos in seiner Wohnung in Völklingen. Die Polizei geht von einem Herzversagen aus«, sagte Rechtsanwalt Hartmut Lierow, der nach einem jahrelangen Kampf die Unschuld Arnolds bewiesen hatte.
[Anm.: Im Darmstädter Echo ist zu lesen, dass er auf der Straße unweit seiner Wohnung zusammenbrach.]

Arnold hatte fünf Jahre wegen Vergewaltigung im Gefängnis gesessen, bevor das Landgericht Kassel ihn 2011 »wegen erwiesener Unschuld« freigesprochen und rehabilitiert hatte. Nach Auffassung der Richter hatte die aus Ostwestfalen-Lippe stammende, karrieresüchtige Pädagogin den Mann, der im hessischen Reichelsheim an einer Realschule unterrichtete, fälschlich der Vergewaltigung beschuldigt, um ihn kaltzustellen und seine Biologielehrerstelle zu übernehmen. Dieses Urteil ist rechtskräftig.

Überrascht es, was in diesem Zusammenhang über das weitere Wirken der Justiz in Darmstadt zu lesen ist?

Die Studienrätin, die bis 2011 in Bielefeld an einem Gymnasium unterrichtete, ist entlassen worden, aber weiter auf freiem Fuß. Rechtsanwalt Lierow: »Obwohl der Staatsanwaltschaft Darmstadt die Beweise gegen die Lehrerin seit vier Jahren vorliegen, gibt es noch immer keine Anklage. Das ist ein Skandal!«
Arnold hatte seine Existenz als Lehrer verloren und blieb auch nach seiner Haftentlassung arbeitslos. »Er lebte von Hartz IV. Den Haftentschädigungsantrag, den ich im vergangenen Jahr gestellt hatte, hat die Justizverwaltung bis heute nicht bearbeitet«, kritisierte der Rechtsanwalt.

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