SPD-Parteitag in Kassel: „Das teilweise heftige Gerangel um aussichtsreiche Listenplätze wurde weitgehend hinter den Kulissen gehalten“

> Das teilweise heftige Gerangel um aussichtsreiche Listenplätze wurde weitgehend hinter den Kulissen gehalten, nur zwei offene Gegenkandidaturen gab es in der „Knautschzone“ ab Listenplatz 14. Für diesen Platz, der zumindest nach den jetzigen Umfragewerten wohl nicht mehr für einen Einzug in den Bundestag reichen würde, hatte der Parteivorstand in seiner Vorschlagsliste den früheren Rodenbacher Bürgermeister Sascha Raabe gesetzt. Der 37-Jährige, seit 2002 im Bundestag, wollte auf Platz neun vorstoßen. Er scheiterte in der Kampfabstimmung mit 124 zu 198 Stimmen an Frank Schmidt (39), dem Chef der SPD-Kreistagsfraktion Limburg-Weilburg.
Erfolgreich war dagegen der Vorstoß der Gesundheitspolitikerin Erika Ober, die 2002 den Odenwald-Wahlkreis für die SPD gewonnen hatte und nun von dem ihr zugedachten Listenplatz 15 auf die relativ sichere Position elf vorrücken wollte.
Dort verdrängte sie nach zwei Wahlgängen mit 174 zu 153 Stimmen die Frankfurterin Ulli Nissen.
Einige Frankfurter Delegierte murrten zwar hinter den Kulissen über mangelnde Unterstützung durch den Parteivorstand. Doch andere verwiesen darauf, dass Frankfurt diesmal mit zwei in der Bundespolitik gänzlich unerfahrenen Kandidaten angetreten sei und auf der Liste auch die bewährten und erfahrenen Abgeordneten unterzubringen seien. „Jetzt müssen eben die Direktmandate errungen werden“, sprach Parteichefin Andrea Ypsilanti, selbst Frankfurterin, ihrem Unterbezirk Mut zu.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die von der Hessen-SPD im Wahlkreis Darmstadt untergebracht worden ist und kurz vor dem Parteitag auf Drängen Ypsilantis aus der „Knautschzone“ auf Position 13 gehievt wurde, wurde mit 267 von 326 gültigen Stimmen (81,9 Prozent) auf diesem Platz bestätigt. Für Ulli Nissen blieb Listenplatz 15, der zweite Kandidat aus Frankfurt, Gregor Amann, steht auf Platz 20. < Quelle: www.f-r.de

>Heidemarie Wieczorek-Zeul (Wiesbaden) ist mit 317 von 336 gültigen Stimmen an die Spitze der SPD-Kandidatenliste zur Bundestagswahl gesetzt worden.

Bundesfinanzminister Hans Eichel aus Kassel (290 Ja-Stimmen) steht auf Platz zwei, gefolgt von der Juristin Christine Lambrecht aus dem Odenwaldkreis (298 Ja-Stimmen) und dem SPD-Linken Rüdiger Veit aus Gießen (270 Ja-Stimmen), der zu den profilierten innerparteilichen Kritikern des Reformkurses von Bundeskanzler Gerhard Schröder gehörte.

Die folgenden Listenplätze

5. Michael Roth (Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg)
6. Uta Zapf (Offenbach)
7. Gerd Höfer (Schwalm-Eder)
8. Nina Hauer (Wetterau)
9. Frank Schmidt (Hochtaunus)
10. Gerold Reichenbach (Groß-Gerau)
11. Erika Ober (Odenwald)
12. Sören Bartol (Marburg)
13. Justizministerin Brigitte Zypries (Darmstadt)
14. Sascha Raabe (Hanau)
15. Ulli Nissen (Frankfurt)
16. Claudias Blum (Fulda) <
Quelle: www.f-r.de

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