Karikaturist Manfred Deix: “Wenn ich heute zeichnen würde, was ich will, würde ich mit einem Kopfschuss verbluten”

Administrator, 09 Februar 2006, No comments
Categories: Gesellschaft, Medien, Politik

Das sagt Deix am Ende eines Interviews mit der Hamburger ZEIT und fügt an: “Es ist ärgerlich, das zu bemerken.”

Nachfolgend weitere Auszüge:

>DIE ZEIT: Herr Deix, Sie zeichneten in der Vergangenheit nackte Bischöfe beim Schmusen, und Sie spotteten über Jesus. Würden Sie dieser Tage auch den Propheten Mohammed karikieren?

Manfred Deix: Ich zeichne jetzt nur noch mit der Burka. Man darf mit diesen Herrschaften mit den langen Bärten offenbar nicht spaßen. Wir erleben hier eine neue totalitäre Bedrohung. Würde ich über Mohammed scherzen, wäre ich in Lebensgefahr. Mir versagt fast die Stimme. Ich leide wie ein Hund. Es ist eine Katastrophe. Ich habe mir die Finger blutig gezeichnet, um die Benachteiligungen der Ausländer anzuprangern. Ich hab Jörg Haider jahrelang verhöhnt. Und jetzt wollen mir die Muslime das Zeichnen verbieten? Da ist etwas passiert.
[...]
Ich darf zeichnen, was ich will! Das ist meine Freiheit, die Freiheit der Kunst. Vor 20 Jahren haben mich die Skins bedroht, sie haben mir die Reifen aufgestochen. Und jetzt fühle ich mich wieder bedroht. Von jenen, für deren Rechte ich mit dem Stift gekämpft habe.
[...]

ZEIT: Müssen sich Karikaturisten an das Bilderverbot des Islam halten?

Deix: Nein, denn das Bilderverbot ist Ausfluss eines lächerlichen Respekts vor Autoritäten. Mir war ja Mohammed immer egal. Aber er kriegt langsam die Übermacht über mich. Er entscheidet, was ich zeichnen darf. Hallo! Aufwachen! Islamisten wollen nun den Krieg gegen Dänemark! Und die Botschafter arabischer Staaten fordern die harte Bestrafung von Zeichnern! Ein dänischer Karikaturist lebt nun im Untergrund, er hat die Haare gefärbt, und seine Mutter weiß nicht mehr, wie er heißt.

ZEIT: Wieso ist Spott über Religionen für Sie so wichtig?

Deix: Lachen ist eine Naturgewalt, die allen hilft. Lachen ist gesund! Wer es mir verbietet, ist mein Todfeind. < Quelle: Die ZEIT, »Ich zeichne jetzt mit Burka«, 9. 2. 2006

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