3 Jahre nach dem Brandanschlag: > Die werden sich noch wundern, wenn wir das nächste Mal wieder ‚zuschlagen‘ <

Am 27. Mai jährte sich zum dritten Mal der schwerste Anschlag auf eine Minorität in Südhessen seit der „Reichskristallnacht“ (Novemberpogrom 1938).
Aus unterschiedlichen Gründen zeigten die zuständigen staatlichen Behörden damals wie heute ein zweifelhaftes Ermittlungsinteresse.
Die dummdreiste Erklärung des Erbacher Polizeisprechers Reinhard Ihrig, von einem ausländerfeindlichen Hintergrund sei nicht auszugehen, weil „gerade im oberen Gersprenztal … zwischen Einheimischen und Fremden ein hohes Maß an Einvernehmen“ herrsche, ließ schon einen Tag später erkennen, wohin die Ermittlungen führen würden bzw. nicht führen sollten.
(Mit der gleichen dummdreisten Argumentation könnte sogar für jeden Bankraub ein krimineller Hintergrund eher ausgeschlossen werden: Schließlich sind die „Einheimischen“ bzw. Anwohner doch bekanntermaßen anständige Leute.)
In den Odenwald-Geschichten erschien kurz nach Ihrigs polizeilicher „Einschätzung“ ein Artikel: „Wetten, dass die (vermutlich fremdenfeindlichen) Brandstifter von Reichelsheim nie ermittelt werden?“

Südhessische Police Academy

Tatsächlich nahm die Sache den von Anfang an erahnbaren Verlauf: 1 Jahr später ließ die Polizei in ihrer Kriminalstatistik 2002 beiläufig in 2 dürren Sätzen dies mitteilen :
Die Brandstiftung des Asylantenheimes konnte trotz intensiver Ermittlungen nicht aufgeklärt werden. Die Ermittlungen brachten auch keine Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat.“


(Entsprechend dummdreist könnte man auch behaupten, dass ein Raubüberfall keine Hinweise auf ein kriminelles Motiv und eine Vergewaltigung keine Hinweise auf ein sexuelles Motiv erbrachte.
Hat den wohl im Stil des französischen Komikers Louis de Funes „ermittelnden“ Erbacher Gendarmen bzw. Nonsens-Kriminalisten niemand beigebracht, dass die Tat, die Tatausführung („Professionelle“ Brandstiftung mit Brandbeschleunigern an zwei separaten Stellen), der Tatort (Asylunterkunft), die Tatzeit (4:30 Uhr) und das Tatopfer (Asylanten) bereits Hinweise genug auf ein mögliches/wahrscheinliches Tatmotiv liefern?


Im Odenwald ist allerdings weniger entscheidend, ob und wie dumm die Polizei ist, sondern für wie dumm die Leser der halb/amtlichen Mitteilungen verkauft werden können. Und da ist erfahrungsgemäß Einiges möglich.)
Das Amtskäseblatt „Odenwälder Echo“ zensierte dann wohlweislich auch noch die beiden dürren Sätze der polizeilichen Kriminalstatistik 2002: Schon ein Jahr später sollte also offenkundig der Anschlag und seine Hintergründe in allgemeine Vergessenheit geraten. Gerhard Grünewald, Chefredakteur des Amtskäseblattes, dürfte wissen, wem zuliebe er die beiden Sätze zum womöglich schwersten Odenwälder Kriminalfall in 2002 (!) komplett verschwieg.
Der verantwortliche oberste Ermittler in Darmstadt dürfte – der Aufgabenverteilung nach – Oberstaatsanwalt Georg Werner Balß gewesen sein. Nebenbei SPD-Kreistagsabgeordneter in Darmstadt-Dieburg und einer der vielen (Partei-)Freunde des Odenwälder Landrats Horst Schnur (Ist er mit ihm wohl „per Du“ oder „per Sie“?)

White people gonna fight…

Unter der Internet-Adresse www.nibelungensturm.org präsentiert sich heute ein (Neonazi-) „Nibelungensturm Odenwald“, der sich geographisch zuständig sieht für „Weschnitztal/Bergstraße/Gersprenztal/Mümlingtal“. Aktuell steht dort folgende Ankündigung:
Die Stürmer freuen sich, die neuen Mitglieder aus der Sektion Mümlingtal in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen!!!
Eine eingeblendete Graphik zeigt einen martialisch wirkenden Soldaten bzw. Stürmer in SA-Uniform, Text: „Support the NSO … White People Gonna Fight„. Die Anklänge an den Nationalsozialismus (NS) sind kalkuliert.
Schon am 23. März 2005 wurde in den „Odenwald Geschichten“ über die Organisation berichtet – und über denkbare Zusammenhänge mit dem unaufgeklärten Brandanschlag.
Der Bericht fand schnell Resonanz im Forum des „NSO“. Herauslesbar: ein gewisser Stolz auf den „zweifelhaften Ruhm“. Der Chef der Gruppe, der unter dem Pseudonym NsOSoldier postet, war verärgert nur über die Nennung seines (realen) Namens, nicht verärgert war er über die in Erwägung gezogene Verbindung mit dem Brandanschlag. Dazu keinerlei Distanzierung. Inhaltlich distanziert er sich nur von einem Text der „Odenwälder Zeitung“ (wo der Brandanschlag gar nicht erwähnt war).
Ein weiterer „Stürmer“ aus der neuen Odenwälder „Sturmabteilung“ (SA) mit dem sinnigen Pseudonym „Gassenhauer“ scheint sich dann sogar verplappert zu haben: „Die werden sich noch wundern, wenn wir das nächste Mal wieder ‚zuschlagen‘. Sie werden sich noch wünschen es wäre nur bei Aufklebern und Plakaten geblieben.“

Das darf man nun interpretieren …Das ‚zuschlagen‘, das „letzte Mal“ und dann „wieder“ das „nächste Mal“.

Der NSO ist offenkundig auch stolz auf die Vernetzung mit der rechtsradikalen Szene:
Grüße gehen an KSB, DSAPO, FHI, SDG, W14U, 28, Hate Crew, MSC28, ASENBUND, AB-Rhein-Neckar, AG-Bergstrasse, Nibelungen-Südbaden, HSN und alle die wir vergessen haben!!!
Ein besonderer Gruß geht an den Nibelungensturm Berlin!!!

Dass den örtlichen CDU-Verein und den FDP-Verein ein Mordanschlag auf 20 Asylanten (und dessen Nicht-Aufklärung) nicht weiter interessiert, konnte man erwarten. Aber auch für die Odenwälder „Linke“ war das kleine „Pogrom“ vom 27. Mai 2002 und dessen tolle „Aufklärung“ im SPD-dominierten Südhessen kein Thema. Bei einer durchaus bekannten öffentlichen Unterschriftenaktion im Web mochten bis heute nur 4 Personen kritische Fragen an die zuständige Behörde stellen.
Die Provinzlinken sind zum einen gänzlich unfähig und wenig intelligent, zum anderen sucht man im herrschenden „roten Filz“ sein persönliches Auskommen – was kritischen Nachfragen einen Riegel vorschieben kann. Dafür lässt sich lauter und „wirksamer“ über die Amerikaner schimpfen (worin man mit Altnazis und Neonazis schon immer einig war.)

8 Gedanken zu „3 Jahre nach dem Brandanschlag: > Die werden sich noch wundern, wenn wir das nächste Mal wieder ‚zuschlagen‘ <“

  1. Nicht jeder Brand ist ein Brandanschlag und nicht jeder Brandanschlag wurde von Nazis verübt. Aus eigenen Erfahrungen Anfang der neunziger Jahre, die von einer wahren Serie von Anschlägen auf Asylantenunterkünften gekennzeichnet waren, weiß ich, dass damals etliche „Vorfälle“ von Bewohnern selbst initiiert wurden, um pressewirksam auf Zustände hinzuweisen und diverse Außenbedingungen zu verändern oder zu verbessern. Oder es waren Ausflüsse von unterkunftsinternen Auseinandersetzungen, was nicht wundert, wenn sich zahllose Menschen verschiedenster Nationalitäten, Lebensgewohnheiten und Religionen in einem neuen ungewohnten Lebensraum zusammenfinden müssen.

    Da solche Ereignisse nach „zwei Jahren“ nicht mehr in den Pressemedien wiederholt aufgearbeitet werden, ist hoffentlich mehr als normal. Hier haben „die Deutschen“ schon ein Problem mit einer nicht machbaren Vergangenheitsbewältigung. Irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen und neu anfangen können. Schuld(-en) bis in alle Ewigkeit können nicht das Tagesgeschehen blockieren und bestimmen. Wenn man an jedem Ort der Welt jeder Greueltat allezeit gedenken würde, wären zukunftsorientierte (u.a. touristische) Entwicklungen ausgeschlossen.

    Dennoch bleibt schließlich festzustellen, dass allen Formen rechtsradikalen Umtrieben Einhalt zu bieten ist. Allein die Dummheit, dass alkoholkranke Glatzen dumpf die ewig alten Parolen und Verhalten replizieren, und damit dem Ansehen einer ganzen (multikulturellen) Nation weltweit schaden (auch wirtschaftlich), ist schon zu bestrafen.

  2. Herr Simsek: 1. In der Asylunterkunft Wiesenmühle waren nachts (zur tiefsten Schlafenszeit) gegen 4 Uhr an zwei verschiedenen Stellen mit Brandbeschleunigern Brände gelegt worden.
    2. Andere Täter als Rechtsradikale wurden nie ermittelt. In dieser (anderen) Richtung gab es nie auch nur Verdachtsmomente.
    3. Die Polizei hat in auffälliger Weise sofort nach dem Anschlag mit hanebüchenen Argumenten einen fremdenfeindlichen Hintergrund ausschließen wollen.
    5. Durch den nächtlichen Anschlag war das Leben von über 20 Asylanten, darunter mehrere (Klein-)Kinder, unmittelbar bedroht.
    4. Die Region ist seit Jahren „Operationsgebiet“ rechtsradikaler, neonazistischer Gruppen.

  3. Wenn irgendwo mal ein Asylantenheim oder eine
    Dönerbude brennt, dann sind die gehirngewaschenen linken Mukuristen
    sofort mit Schuldzuweisungen zur Stelle „Die Brandstifter waren
    (Neo-)Nazis!“ – auch wenn in den Polizeipressemeldungen und in den
    Lizenzmedien etwas anderes steht. Eindeutige Beweise für die
    Täterschaft? Die braucht so ein linkes Schlichtgemüt nicht – reicht ja aus wer was gemäß linken Klischees getan haben k ö n n t e . Genau diese Sichtweise bringt hier der Adminstrator der Seite Odenwald-Geschichten“!

    Erschreckend ist die stalinistische Denkweise des Adminstrators. Die
    BRD-Rechtsordnung geht erstmal von einer Unschuldvernutung aus, verlangt
    den eindeutigen Beweis für eine Täterschaft – im Gegensatz zu dem ohne
    Grundlage vorverurteilenden Administrator!

    Warum nicht auch noch andere Kreise als Brandstifter beschuldigen?
    Bekannt. Viele Mitglieder der Feuerwehr gingen zündeln, wollten sich
    hinterher beim Löschen besonders hervortun …

    In über 90 Prozent der Brandfälle bei Ausländerbehausungen bzw.
    -geschäften waren die Ausländer selbst die Brandverursacher durch
    fahrlässigen Umgang mit dem „Elektriktrick“, dem offenen Feuer in dem
    Gebäude, durch Versicherungsbetrug oder durch Streitigkeiten
    untereinander. Beweise? Ja, dazu Beispielhaft der Fall einer
    jordanischen Asylantin in Frankfurt, Frankenalle. Sie wollte eine andere
    Wohnung von der Stadt, aber die verweigerte ihr die, also goß sie Brandbeschleuniger im Treppenhaus aus, malte gewisse hakelige Kreuze an die Wand und zündete das Treppenhaus an. An selben Tag kam es in der Frankenalle zu dem bekannten Betroffenheitsauflauf der kerzenhaltenden mukuristischen Armleuchter. Später wurde die Asylantin als randstifterin überführt und verurteilt. Um die Strafe zu vermeiden bzw. das Strafmaß zu drücken, fabulierte sie, daß ihr toter Großvater ihr die Brandstiftung aus dem Jenseits befohlen habe.

    Mit gleichem Recht wie der Adminstrator sage ich: Die Asylanten hatten
    sich gestritten oder wer aus ihrem Kreis wollte in eine andere
    Unterkunft verlegt werden, hat daher seine Unterkunft angezündet. Beweise? Die brauche ich auch nicht!

  4. Wenn hier der Administrator oben den Punkt 2. so eindeutig schreibt,
    schließt das andere Ermittlungen, und ich nehme an, dass die Polizei
    diese mit Sicherheit einbezogen hat, bis zum heutigen Tage bestimmt aus.
    Punkt 4. klingt dann eher wie eine eigene Meinung des Admins, wobei sich diese
    Sicher auch durch Etwas stützen lässt… Oder?

  5. An aggregat: Um Ihren Kommentar besser zu verstehen, sollte man hinzufügen, dass Sie selbst Neonazi sind. Unter der gleichen eMail-Adresse aggregat@web.de haben Sie sich am 28. 4. 2004 in einer eMail an den bekannten Rechtsextremisten Fredrick Toben als Fan des Hitler-Verehrers Horst Mahler geoutet („Mit kameradschaftlichen Grüßen Redmar“)
    (Laut IDGR handelt es sich bei „Redmar“ um den ehemaligen NPD-Funktionär und Thule-Aktivisten Ernst Marschall aus Frankfurt.)

    Zum Inhalt Ihres (Marschalls) Kommentars: Bei jedem Verbrechen, auch bei einem Brandanschlag, ist die Frage nach dem Motiv entscheidend.
    Wenn eine Odenwälder (Ihnen gut bekannte?) Neonazi-Gruppe plakativ verkündet „White people gonna fight“, wenn sich deren (in Reinheim wohnender) Anführer als Soldat bzw. „Soldier“ präsentiert, wenn die Vorbilder offenbar SA und (Waffen-) SS sind, sind das in ganz naheliegender Weise Tatverdächtige.
    Die (zeitlichen) Umstände dieses Anschlags (nachts um 4 Uhr) schließen einen versuchten Versicherungsbetrug faktisch aus – solch ein Täter würde nicht das Leben von 20 Menschen, darunter viele Kinder, aufs Spiel setzen.
    Das gleiche würde für eventuelle Streitigkeiten zwischen den Bewohnern gelten.

  6. Hallo Admin, wie können wir in Kontakrt treten. Aus „naheliegenden Gründen“ interessiert hier der Aktivist aus Reinheim. Wurden die Umstände bereits der Polizei gemeldet, wer ist zuständiger Sachbearbeiter?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.